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E_1931_Zeitung_Nr.021

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Dia Preisfrage auf

Dia Preisfrage auf internationalen Brennstoffmärkten ; (Schluss von Seite 2) , Ein deutsches Benzinmonopol ? Im Zusammenhang mit der gegenwärtigen Preispolitik auf den internationalen Brennstoff markten steht auch der Kampf um den deutschen Benzinmarkt. Wie man seinerzeit vor, dem Zustandekommen der Zündholztransaktion mit Ivär Kreuger jede Verhandlung zwischen dem Reich und dem Zündholzkönig ! aufs strengte dementierte, so verfuhr man auch unlängst bei der Anwesenheit Henry Deterdings in Berlin, wo von Monopolgeriichten die Rede war. Die akuten Budgetdefizite des deutschen Reiches lassen eine derartige Entwicklung nicht so ohne weiteres von der Hand weisen. Wie im einzelnen ein deutsches .Benzinmonopol aussehen würde, Iässt Sich zurzeit natürlich noch nicht übersehen.. Für den Benzinkonsumenten wäre eine derartige Lösung des Benzinproblems sicherlich mit Nachteilen verbunden und gerade *bei der gegenwärtigen Krise in der Autoirtohilindusirie müsste sich gegen eine solche' ..Regelung stärkere Opposition bemerkbar machen. Der deutsche Automobilist ist;,trotz erhöhter Zölle und trotz des Spiritusbeimischungszwanges in einzelnen Teilen des Reiches in der Lage, Benzin für 20-^25 Pfennig pro Liter zu kaufen. Nachdeni die deutsche Benzinkonverition infolge rumänischen Preisunterbietens Ende vorigen Jahres aufgeflogen ist, besteht an sich die Wahrscheinlichkeit weiterer Preisredüktionen, falls nicht die Bildung einer neuen Konvention gelingt. Die Hauptschwierigkeit, die einer solchen Einigung der Interessenten im Wege steht; ist auch auf dem deutschen Inlandsmarkt das russische Petroleum. Während Russland seit 1926 seinen Benzinexport nach Deutschland nahezu verfünffachen konnte, haben die Vereinigten Staaten und Rumänien ihre Benzinausfuhr in der gleichen Periode nur verdreifacht Trotz der relativ grcjsseren Steigerung des russischen Einfuhrkontingentes ist das amerikanische Petroleum am deutschen Markt immer noch dominierend. In den ersten elf Monaten 1930 importierte Deutschland an amerikanischem Benzin 665 000 ~t, während sich die russischen Importe auf 171 000 t stellten. Im Rahmen des Fünfjahrespla.nes. ist eine weitere Steigerung der; russischen Naphtaproduktion vorgesehen, so dass den Amerikanern Und Engländern von dieser Seite eine Konkurrenz droht, die ihnen hauptsächlich deswegen so unangenehm ist, weil sie den Bedürfnissen des deutschen Konsums weit eher Rechnung trägt als die anglo-amerikanische Gruppe. Es ist deshalb kein Zufall, dass Deterding auf eine mehr oder weniger starke Ausschaltung der Russen vom deutschen Benzinmarkt hinzielt. Die Schaffung eines deutschen Benzinmonopöls unter Führung und Finanzhilfe, der Royal Dutch-Qruppe müsste selbstverständlich die deutsch - russischen Wirtschaftsbeziehungen ausserordentlich belasten. Gefährdete Restriktionsbestrebunsen. Nachdem im letzten Jahr die Erdölgewinnung in den Vereinigten Staaten durch die bekannten Restriktionsabkormnen unter .den grossen Erdölkonzernen wesentlich eingeschränkt werden korinte, machte sich neuerdings wiederum eine beachtenswert steigende Tendenz in den Förderziffern bemerkbar. Innerhalb des letzten Monats ist eine Steigerung von arbeitstäglich 1,9 auf 2,17 Mill. Fass und damit seit Jahresbeginn eine solche von 4,3 Prozent festzustellen. Wenn auch die,se Produktionszunahme, an und für sich betrachtet, keine speziellen Gefahren verkörpert, so erhält sie ein anderes Gesicht und einen beunruhigenden Charakter, weil die Steigerung zu einem wesentlichen Teil der enorm wachsenden Erdölgewinnung in dem im östlichen Texas neu entdeckten Rusk-Bezirk zuzuschreiben ist. Dieses Territorium ist mit mehr als einen Drittel an der in der letzten Januarwoche zu yerzeichnenden Produktionszunahme um 37 500 Fass arbeitstäglich beteiligt. Dass die bei amerikanischen Grossproduzenten vertretenen Befürchtungen, wonach die rege Bohrtätigkeit in dem neuen Bezirk eine ernste Gefährdung der Restriktiönsbestrebungen darstelle, nicht unbegründet sind, wird jetzt neben der Nieder im Steigen begriffenen Produktion durch die Tatsache bewiesen, da selbst die Standard Oil of New Jersey, in ihrer letzten Ver| öffentlichung auf die vom östlichen Texas ausgehende Gefahr einer neuen Ueberproduktionskrise glaubt hinweisen zu müssen. Diese Gefahr erscheint um so grösser, als die Produktionskosten in dem in unmittelbarer Nähe grösserer Petröleumröhrenleitungen und» günstiger Wasserwege-" gelege'nefV"Rüsk'-Bezirte AUTQMOBIL-JRöS'UE 1931 — N» 21 Spät war es, schon zeigte die Uhr auf 10 Uhr abends, als am letzten Samstag vor dem, Hotel des Bergues in Genf Automobil um Automobil in dein stiebenden Schneefall hielt, und. vermummte Gestalten sich aus dem Fonds der Wagen in die hellerleuchteten Räume des Hotels retteten. Glanz und Licht empfing die Gäste zu Genfs erstem gesellschaftlichem Ereignis der Saison, zumvSalon- Ball. In dem grossen Gesellschaftssaal flutete farbiges Licht, rote und goldene Bänder spannten sich in kühnen Bögen durch den Raum, ein stilisiertes automobilistisches Motiv erinnerte,an die Bedeutung des Abends, und die dekorierten Leuchter spendeten diskrete Beleuchtung. Die vielen kleinen Tischchen, um sie sich bequeme Sessel gruppierten, wurden frühzeitig in Besitz genommen, Und als auf dem Podium die zwanzig Mann des berühmten Tanzorchesters auf Dajos Belas Taktstock-Befehl zum ersten Tanz losspielten, dass die Luft unter den weichen, innigen Tönen zu schwingen beginnen schien, hub auf dem spiegelglatten Parkett ein hingegebenes und .gleitendes Tanzen an. Ersterbend elegante Frauen warfen lässige Blicke umher, ihre Körper umflossen kostbare Stoffe, die Herren, alle in Schwarz, kompensierten ihren Nachteil an individueller fiigenart durch strenge ;Betönung ihrer^ern* steh' Mienen."..' Unter der eleganten 'Gesell- im Vergleich zu der standortsdynamischen entdeckte mäh bald viele Persönlichkeiten aus automobilistischen Kreisen; auch Lage anderer Petroleumfelder aussergewöhnlich niedrig sind. Nach den neuesten bisherigen Ergebnissen sollen die Produktionsmerkte Herrn Dr. Mende, Zentralpräsident die Behörden waren vertreten. 'Man bekosten für das Rohöl des Rusk-Bezirkes teilweise nicht einmal halb so hoch sein wie in Herrn Marchand, den berühmten Konstruk- des A. C. S., den Präsidenten des Salons, andern Gebieten Texas. Unter diesen Umständen ist es nicht ausgeschlossen, dass die des T.C.S., Louis Chiron, A. G> S^Sportteur Mark-Birkigt, Dr. Henneberg, Präsident übrigen Petroleumproduzenten angesichts der Präsident Decrauzat und viele andere Pei*- steigenden Rohölfluten des Rusk-Territoriums kaum geneigt sein werden, die teilweise mit empfindlichen finanziellen Opfern verbundenen Restriktionsverträge weiter zu erfüllen. Eine Ahnung von der Schwere der finanziellen Opfer gewährt der Januarbericht der Cities Service Co., wonach der Rückgang des Reingewinnes vom Januar 1929 auf den Januar 1930 von 4,04 Mill. Dollar auf 1,87 Mill. Doflaf auf die freiwillige Produktionsdrosselung der Öelgewinnung dieses Konzerns zurückgeführt wird, Wy. G^wrmf^w -S«al«»n : Der Ball am Salon. sönlichkeiten aus dem automobilistischen. Leben mehr. Um 12 Uhr nachts dankte Dajos Bela mit seinen Getreuen für kurze Zeit ab und ein neues Orchester schmolz Tangos, als die Mannequins vorbei-«flössen», in flatternden Sommerstoffen, köstlich duftig, leicht den Körper umspielend, in modernen Pyjamas, in Abendkleidern, in Pelzmänteln; alle Toiletten geeignet, das Herz der Därtten in Entzücken zu versetzen und die Brieftaschen der Herren in — Entsetzen! Die Damen spendeten lebhaften Beifall, manchmal applaudierten auch Herren aus scheinbar abgrundtiefer Sachkenntnis heraus, oder war es, weil die vorführende Dame eben ihr allerreizendstes Lächeln entzündet hatte, als sie kokett den elegant bekleideten Körper aus dem hüllenden Mantel schälte? Beifall rauschte An Fontänen auf, wenn neue Kreationen im blendendem. Lichte auftauchten. Dann aber nahm Dajos Bela wieder djfr Sinne gefangen mit seinem ^zaubervollen Orchester,. das Wiener Gertiü.tseligkejt und moderne Sachlichkeit der englischen Musik ineinander auflöste, bestrickend vermischte und so gewinnend servierte, dass man fäszi-^ niert zu den Klängen über das Parkett glitt. Oft schimmerte dunkel eine köstliche Sentimentalität auf, wenn ein Wienerwalzer zu gedämpftem Lichte 20—30 Instrumenten entquoll und über den Tanzenden dahinstrich, oder wenn ein dunkelroter Tango aufglühte. Musik, farbiges Licht, schöne Frauen, kluge ; Männer, das Ganze wirkte wie eine fast unglaubhafte Symphonie wirklicher Eleganz und Kultur. Zwischen den Tänzen.gönnte man sich eine kurze Zeit des Ausruhens, während der man: sich an dem kalten Souper gütlich tat, das zur Verfügung stand. Die Herren der Presse hatten durch einen Zufall das Glück» Herrn Chiron beim Souper begrüssen zu können» und wer einen so liebenswürdigen, unterhaltenden Tischnachbarn, wie wir ihn nun besassen, neben sich hatte, dem konnte es sogar passieren, dass vergeblich Dajos Beläs. unvergessltche Musik zum Tanz mit schönen, schlanken Frauen reizte!, " ' * ~bör * MARTINI 1%'bis 3 Tonnen Nutzlast Preis für 3-Tonnen-Chassis Extra-Ansführungen mit Kippvorrichtung, Kasten» wagen et»., nach besonderem Kostenvoransohlag. Erstklassige Referenzen zu Diensten. Hartini-Antomobil-verkanlf-A.-G. für dit Schweiz: Zürich, Dnionrstrasse 4 Ttltfon 25.654 16.800.- PEUGEOT- Lastwanen 1500 kg Nntzlut, in prima Zustand, bfllif abzusehen. 48480III International Harvesttr Company A.-C Hobistrasse 100, Zürich. Lastwagen Modernster schweizerischer Lastwagen, Starkes Tiefrahmen-Chassis. Kraftvoller 6-Zylinder-Motor. Zuverlässige, starke Vierradbremsen. 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_ 1OJM REVUE AUTOMOBILE Autosektion Glaru«. Hauptversammlung. Verschiedene eingetretene Umstände erlaubten, uns nicht, die Hauptversamra- *mg. auf den üblichen Zeitpunkt einzuberufen; dieseuie findet nun am 12. April a. c„ nachmittags 2K Uhr im Clublokal. Hotel c Schweizerhof». Gla- Vrua, statt. Jahresfest der Autosektion Zürich. ¥. C. S. lem. Dünen, Kanäle, Windmühlen. Felder. Treibhäuser, Leuchttürme und Matrosenkneipen, auf die Zürcher warteten, die sich in den Kopf Besetzt hatten, trotz allem « Sneeuwjacht» einen « Winterverblijf> in froher Nachtgesellschaft zu absolvieren. So kein holländisches Wörterbuch im Hau»e sein sollte: die vier Fremdworte bedeuten Vergnügungslour, Tanzsaal. Schneegestöber und Winteraufenthalt; aber « Erven Lukas Bols» darf, weitherum auch bei ans bekannt, wohl unübßrsetzt bleiben. Andere, am Abend aufgelesene hollandische Brocken, sind dem Berichterstatter in den mit Spenden aller Art gefüllten Smockinjstaschen, abhanden gekommen. Noblesse oblige! Das Unterhaltungskomitee des Zürcher T.C.S weiss, was die grosse, fast 5000 Köpfe zählende Familie von ihm erwartet, wenn es' aas Rüsten eines Jahresfestes gehl. Erst ein halbes Dutzend Jahre sind vergangen. da Papa Fehl bei solchen Festen noch jedem der zirka nundert Ankommenden samt «Umschwung> freundlich die präsidiale Hand entgegenstrecken konnte, am Samstag aber hätte er bei zirka 1700 Teilnehmern seinen Cadillac mit gelähmten Armen gen Kilchberg heimsteuern müssen. Für jeden Appetit war gut vorgesorgt, für' die Tanzenden sowohl als jene, die sich gern abseits in die Büsche schlängeln und — meist fernab von Weih, und Kind — im Kreise fröhlicher Zecher dort sesshaft werden, wo es laut und fröhlich zugeht! Nicht wenige Clubdamen erschienen in d»T reizenden holländischen Tracht, nur auf die schweren Pantoffeln verzichtend, mit denen es sich auf dem Parkett schlecht tanzen lässt: Mieder mit farbigem Einsatz, buntgestreifter Rock, geblümte Schurze, farbige Strümpfe, und das adrette Spitzenhäübchen ergeben eine kleidsame Kombination, nicht minder das Männergewand: Pelzmütze, dicke rote Jacke, bunte Weste und Krawatte, farbiges Halstuch, weit, bequeme Pluderhosen mit schweren silbernen Knöpfen, als Krone des Ganzen die lange weisse Tonpfeife, die der richtige Holländer angeblich nicht einmal beim Essen aus dem Muude nimmt. Die wackere Gesangssektion des T.C.S. bildete, also ausgerüstet, mit ihren «Meisjes» eine Zierde des Balles und die Kopfgruppe der tadellos gelungnen Tulpen-Polonaise, mit der annähernd 400 Paare vom 7. in den 8 März hinüberschritten ebonsoviele TC.S.-ler genossen vom hohen Balkon aus die Augenweide: ein köpfereiches Feld, darin das Wendende Weiss der HoUänderhäubohen das dunkle Schwans der Männermützen überstrahlte. Ein prächtiges Tulpenboet im «rossen Saal — ein flotter Regie-Einfall 1 — bildete die Quelle des blumenreichen Aufmarsches, überdies wirksam gehoben durch zahlreiche geschmackvolle und elegante Toiletten und das korrekte Festtagakleid der Festteilnehmer, unter denen nur noch selten ein stilwidriger Einzelgänger zu entdecken ist. Zwischen Hartem und Rotterdam erlebte man in der Fe«tnacht allerlei, eine mächtige Schiffs- gab jeweilen deutlich Kunde, ob im Riesen- An t holländischen» Touring-Clüblern war amsirene vergangenen Samstag in Zürich kein Mangel, die gewächshaus oder in den Tanianlagen der Standard Oil Co. etwas los sei." Chinesische Gaukler, mit Frau, Tochter' und Wagen, mutvoll den dicken Schnee unter die Pneus nahmen, um rechtzeitig das Tänzer, Equilibristen und Kunstradfahrer zeigten, Ziel der « Pleizierreis', den «rossen « Danszaal • in dass es auch in Holland tüchtige Akrobaten gibt; der: Tonhalle zu erreichen, wo Rotterdam und Har- die vier Clowns Cavalini. seit Jahren an rauschendon T.C.S.-Clübler-Applaus gewöhnt, kamen mit ihren sturmerprobten Instrumenten und ihrem Wunderelefanten aufs Tamkparkett und eroberten sich mit ihrem genialen Blödsinn aufs neue die Herzen hn Sturm Geschickte Tänzerinnen konnten kleine Teepakete aus Ost- (nicht Most-) Indien und grosse rote Käsekugeln aus 'Edara gewinnen. Die Vergnügungskommission streute süsse «Hopjes»- Bonbons unters Volk bis in die hintersten Winkel der Galerie hinauf, und die Auto-Sänger unter Lehrer Helblings Leitung (zum Teil auf Massenchor verstärkt) grüssten mit lautem und schönem Klang im Lied Holland und die Schweiz, dem sie im Laufe des Abends noch manche schöne Weise folgen Hessen; es war ein prächtiger Anblick, als bei den beiden Landeshymnen auch die festsitzendste Astrachanmützo vom Kopfe flog und stehend die stimmungsvolle Ovation angehört wurde. Und endlich: die grosse Oeberraschung in der Mitternachtsstunde, da Meister Alex Hyde .aus Dollarika mit seinen zwölf Musical Ladies anrückte und ein Jäzzkonzert anhub. das selbst in die allerältesten Knochen fuhr. Eine Zeitlang stockte sogar der Tanz, zu Hunderten umstanden die Tanzpaare das Podium und jubelten diesen fröhlichen, seligen, leberisfTischen Mädchen-Dutzend zu. das spielend und singend mit den raffiniertesten Instrumenten und dem köstlichsten , Humor geradezu revolutionierend wirkte. «One — twb — tree hopp — heh !» kommandierte der Meister und die jjelbblaue Schar legte los mit Hörn. Fagott. Trompete. Piston. Banjo. Flügel, Flöte, Schlagzeug und Bass' und spielte flott und rhythmisch und unermüdlich bis über die fünfte Morgenstunde hinaus, dem Touring-Club urd sich selbst zur Freude! Mit einem solchen Amazonenchor wird die Sektion Zürich auch am kommenden Samstag, da das Fest wiederholt wird, restlos siegen. Und hatte man genug von Tanz und Musik, so stieg man in die düstere Kneipe hinunter, in die Budenstadt, wo es Teddy-Bär und Bully-Hund zu schiessen oder sonstwie zu erjagen oder zu gewinnen gab. Es wurde viel Geld und Blei für diese dekorativen Vierbeiner verpulvert, doch macht sich im Salon ein Andenken ganz gut, bis die Motten und die Zeit den Erinnerungszauber erledigen. Dass die flaschenreiche Filiale der Erben Lukas Bols nicht Übergängen wurde, ist selbstverständlich: Likörs bleiben bekanntlich selbst bei festlichen An- lassen sympathische Sorgenbrecher. Und also wurde die Nacht zum Tage, und nur noch wenige Hafenlichter brannten, als der ausdauerndste und letzte von zirka 400 W«en den tiefverschneiten Parkplatz endlich verliess. l • Vom Genfer Zentralkomitee war Generalsekretär Quinclet zum Fest erschienen, ferner Oberstlt. Walo Gerber als Repräsentant des O.V.L. Die Sektionen Glarus, Thurgau, Aargau, Freiburg und Bern hatten Vertretung geschickt. Den Dekorationen war groese Sorgfalt gewidmet worden. Die stimmungsvolle Matrosenkneipe schuf W K. Buchmann, den Pavillon hatte Architekt Schumacher in ein Harlemer Riesentreibhaus verwandelt; noch selten erhielt dieser nicht leicht zu dekorierende, mächtige Raum eiDe originellere Ausschmückung als es . diesmal unter absoluter Ausschaltung der störenden Galerien geschah Der grosse Saal endlich wurde nach Entwürfen des Herrn Gysier durch die Kunstmaler Schleael und Peter zum Hafen von Rotterdam mit den Standard- Tankanlagen; Hollands rot-weiss-blaue Trikolore zierte die Brüstungen. An Festspenden gab es mancherlei, neben den Mützen und Häubchen Tonpfeifen und Knopfloch-Pantoffeln, blühende Tulpen, niederländisch-indischen Goalpara-Tee,- Bols-Proben' und als besondere, Ueiberraschung vergoldete Clubabzeichen. Tränen vergossen jene, die ihre Mitgliedkarte zu Hause gelassen hatten, ohne die es keine Knopflochzierde gab. Betrübt schlich gar mancher zu Lukas' Erben hinüber, in farbigem Gemisch Trost* und Ablenkung suchend. W. B $•»•»««•» trotzdem ich ihr anerboten habe, eine behördliche Anfrage 99Z Fahrbewllligungsentzug. Wie fin-Bescheinigunden die verehrten Leser folgende Strafe • 6 Mo- zu beschaffen, welche bezeugen sollte, nate Entzag der Fahrbewilligung und 200 Franken Pöiizeibusse bei folgendem -Sachverhalt? Ich fuhr kurz nach Mitternacht bei starkem Regen in raschem. Tempo auf einer fast 7 m breiten Strasse bewilligung zu lösen, ohne dass ich wieder zuerst Vorher hatte ich einige Wirtschaften besucht und die Haftpflicht einging. Das Vorgehen der Versicherungsgesellschaft ist mir unverständlich- Ich war nicht mehr-ganz nüchtern. Angeheitert, wie man es nennt, aber nicht betrunken. In einer kleinen Rechtskurve fing der Wagen zu schleudern an ich die Versicherung nicht beanspruche. Ich bitte habe doch nicht eine Prämie zu bezahlen, solange und. ich fuhr rechts in den, Röhrenfried, der zirka Sie nun um gefl. Auskunft, ob die Gesellschaft zur 6 MB 7 m zerstört wurde. Kaum 2 km weiter Rückvergütung der Prämie gezwungen werden kann: fuhr ich noch einmal in den Fried hinein, doch ist das auf die defekte Steuerung zurückzuführen P O. J. in F. Verletzt wurde beide Male niemand. Ich erhielt Antwort: Massgebend für die Frage der Auflösung des Versicherungsvertrages ist die bei Ab- nun 6 Monate Entzug der Fahrbewilligung wegen grobfahrlässiger Uebertretung 'der Verkehrsvörschriften und 200 Fr. Polizeibusse wegen Ueber- In der Regel sind die Automobilhaftpflichtversicheschluss desselben vereinbarte Versicherungsdäuer. tretung des Art. 33 des Konkordates. Der Regierungsverträge auf eine Anzahl von Jahren abge- rungsrat wies meinen Rekurs ab. Für den entstandenen Schaden wurde ich auch haftbar gemacht. Bemerken möchte ich noch, dass ich noch nie eine Busse erhielt, oder mich gegen die Verkehrsbestiramungen oder das Konkordat verstossen Antwo'rt: Aus Ihrem Schreiben geht hwror, dass Sie offenbar ziemlich angeheitert waren- Ans diesem Grunde ist dann auch die relativ schwere Strafe erfolgt Die Gerichte sind in dieser Beziehung unnaebsichtlich ..und wir sind der Auffassung, dass gegen die Ihnen gegenüber ausgesprochene Strafe mit Erfolg nichts unternommen werden kann. Es ist eine alte Erfahrenstatsacbe, dass ein übermässiges Quantum Alkohol den Fahrer ab* stumpft und ihn in der Beherrschung seines Fahrzeuges erheblich beeinträchtigt Aus diesem Grunde, bildet eben die Führung eines Motorfahrzeuges itt diesem' Zustande eine Gefährdung der Verkehrssicherheit. Der Umstand, dass keine Personen» Verletzungen erfolgt sind, ist nicht massgobend. Wir sind'deT Auffassung, dass Sie die Angelegen^ heit am besten ruhen lassen. * Anfrage 993. Versicherung. Ich übersiedelt« kürzlich vom Tesein in die deutsche Schweiz üid fuhr zu diesem Zwecke in den ersten Tagen des Januar mit meinem Wagen, der natürlich Tessiner Schilder führte, nach F. Ich hatte nun im Sinne, den Wagen im Kanton Thurgau zu lösen und-ersuchte deshalb moine Versicherungsgesellschaft um die Prämienquittung für bezahlte Haftpflichtprämie pro 1931, die ich unter Nachnahme erhielt und einlöste. Alsdann traten Umstände ein, die iniob zwangen* den Wagen vorläufig nicht zu lösen; d. h; auf die Verkehrsbewilligung zu verzichten, und sandte ich die Tessiner Schilder dem zuständigen Departement in Bellinzona zu. Die Versicherungsgesellschaft setzte ich sofort von der neuen Lage der Dinge in Kenntnis und ersuchte um Rückerstattung der bereits bezahlten Prämie. Die Gesellschaft weigert sich nun, diese Prämie zurückzuvergüten» dass ich in meinem neuen Wohnkanton keine V.erkehrsbewilligung gelöst hätte. Gleichzeitig Übermächte ich ihr die Prämienqnittung wieder, so dass es mir dann faktisch unmöglich war, eine Verkehrfe- schlossen, so dass eine Kündigung vor der vertraglich vereinbarten Zeit nicht erfolgen kann. Dagegen wird die Versicherung, falls die Verkehrsbewilligung nicht mehr gelöst wird, sistiert. d. h. der Versicherungsvertrag ruht so lange, bis Sie wieder ein neues Motorfahrzeug in Verkehr setzen. Gemäss Versicherungsbedingungen ist die Versicherungsgesellschaft, hatte. Ferner hatte ich ebenfalls noch keinen Unfall in einem solchen Falle nicht verpflichtet, die bereits Ṅachweisbar sind aber in dem betreffenden bezahlte Prämie zurückzuerstatten, dagegen wird Landkanton schon einige ähnliche und gröbere Ihnen die Prämie gutgeschrieben für den Zeitpunkt, Fälle vorgekommen, aber von Entzug der Be-awilligung oder solch hoher Busse war nicht die setzen. Wir empfehlen Ihnen, sich persönlich mit dem Sie Ihr Motorfahrzeug wieder in Verkehr Rede. der Versicherungsgesellschaft in Verbindung zu setzen und zweifeln nicht daran; dass Ihnen diese im Ich möchte Sie nun. fragen, wie Sie diese Strafe finden und wie ich mich dazu stellen soll. erwähnten Sinne entgegenkommen wird. • H K in B. I TB K