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E_1931_Zeitung_Nr.023

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Normung und Typisierung

Normung und Typisierung im Automobilbau ;• ;. (Schluss von Seite 1) genem La#er prompt zu liefern. naftdleiy die mehrere Automarken vertreten und,bis,jheute ein umfangreiches Lager an Ersatzteilen halten mussten, werden die genormten'Teile in einem bedeutend kleinern Lagerraum unterbringen können. Die Verdrängung des Eigensinns durch den Gemeinsinn befreit- den Konstrukteur von ständig wiederkehrenden, mühevollen Detailarbeiten. Seine geistigen Kräfte kann er Aufgaben schöpferischer Natur zuwenden. Durch die Normung wird der Konstrukteur von ei? ner Sysiphusarbeit ohnegleichen erlöst Die Normungs- und Typisierungsbestre« bungen sind in Amerika sehr weit „fortgeschritten. Jn Europa befindet sich das Gebiet der Normung in vollem Fluss. In Deutschland haben die Normungsbestrebungen erst 1924 deutlich eingesetzt. Innert vier Jahren veröffentlichte aber der deutsche Faclnjormenausschuss der Automobilindustrie mehr als 170 Normenblätter. Heute werden es an die 250 Blätter sein, was noch wenig ist, wenn man bedenkt, dass sich.mindestens 1000 Automobileinzelteile für eine Normung eignen. Die Schweiz kann sich keine Landesnormen leisten, was auch nicht in der Richtung «Copper Exporters Inc.» schon als erschüt-, tert galt, ist es dem Kartell wieder gelungen, den Markt fest in seine Hand,zu bekommen und die Preisbewegung entscheidend zu beeinflussen. Durch Rationalisierung der zugeteilten Quantitäten hat man- am Weltkupfermarkt eine künstliche Knappheit und damit eine sprunghafte Preissteigerung hervorgerufen. Die jüngste Kaufbewegung, die offenbar auch aus einer konjunkturellen Bewegung des Konsums zu erklären ist, mag die Preiserhöhung auf 10,8 Cts. pro Ib. cif Europa rechtfertigen. Man wird sich aber dagegen zur Wehr setzen müssen, dasi das Kartell seine Macht in ungebührlicher Weise zu einer UeberhÖhung der Notiz ausnützt. Obwohl die -Prodüktionsdrosselutigen der letzter*' Monate- eine gewisse Verminderung der Vorräte 'bewirkt haben, ist die • statistische Gesarntläge des Marktes "immer noch höchst unbefriedigend. Die im Dezember von 369 800 t bis Januar auf 363 800 t gesunkenen Kupfervorräte sind immer noch sechsmal so hoch wie vor zwei Jahren. Die Stellung des Kupferkartells hat sich übrigens auch dadurch befestigt, dass kürzlich ein Abkommen mit der unbequem gewordenen japanischen Konkurrenz abgeschlossen wurde, wonach die Japaner eine Restriktion ihrer Produktion auf drei Monate vornehmen. der Normenbestrebungen liegen würde. Hingegen hat sie sich an den Zielen der internationalen Normung interessiert und ist in die, an der Prager Tagung vom Jahre 1928 gegründete I. S. A. (International Standards Association) eingetreten. Der vierte Normenkongress in Berlin vom 26.—28. Februar d. J. befasste sieh mit 40 Normungsteilen. Sobald die Vereinbarungen des Berliner Kongresses bereinigt sind, werden entsprechende Normenblätter veröffentlicht mit der Empfehlung an die Industrien der einzelnen Länder, den sorgfältig ermittelten Normen nachzuleben. Trotzdem internationale Normen der I. S. A. nur empfehlende Natur haben, ist nach dem Ermessen der Fachleute doch die allgemeine Einführung zu erwarten. Die Parallele zum Wesen des Völkerrechtes mag hier berechtigt sein. So gut wie das nicht bindende Völkerrecht sich in Europa nach und nach durchsetzt, so sicher werden sich auch die internationalen Normen für den Automobilbau als vorteilhaft und international .durchführbar erweisen. Beharrliches Verfo!- gen der Normungsbestrebunccen auf internationalem Boden wird die Konkurrenzfähigkeit unserer Schweizer Autoindustrie merklich erhöhen. La. Marktlage der Rohstoffe für die Automobil-Industrie (Fortsetzung von Seite 1) Salonbummel eines Laien (Schluss)* - Blitzblanke Ausstellürigsehassis sind für Fachleute und unserer Gattung Le'ute immer eine Augenweide und ein Anzißhungsmoment. Wohl das Schönste »und Interessanteste, was der Salon in*' diesem Hinsicht zu bieten vermag, sehen. Avir beim Stand der englischen' 'Daimler:] •Dieses J l2-Zylinder- Chassis mit dem automatischen Getriebe und der Oelschwungradkupplung ist denn auch ständig von Wissbegierigen umlagert. Eine neue Note in den .Salonbetrieb bringt der so initiativ veranlagte Vertreter von 'Renault. Die für Probefahrten ausgegebenen Gutscheine' stellen gleichzeitig Lose einer noch bevorstehenden Lotterie dar, bei welcher der glückliche 'GeWinner einen' «Pfliria-; quatre» zu über 6000 Fn mit nach Hause fahren kann. Wer wollte sich da nieJctt mal * siehe auch Automobil-Revue Nr. 22, Für- Zinn scheint die Verständigung über eine Produktionskontingentierung' zwischen den wichtigsten Erzeugungsländern erfolgt zu sein. Die Jahresproduktion 1931 soll auf 145 000 t festgelegt und bei weiterer Verschlechterung der Absatzlage Entsprechend reduziert werden. Der Bleipool,'der noch In den ersten Krisenmonaten den Markt ziemlich fest in den Händen hatte und die Preise, im Gegensatz zu den andern Metallen, der vorhandenen Lage nur langsam anpasste, scheint infolge der Ungunst der Verhältnisse seine bisherige Tätigkeit der Stützung nicht mehr in vollem Umfange durchführen zu können: Da Australien kaum bereit sein dürfte, sich (nein Restriktionsprogramm einzuspannen, kommt eine Drosselung zurzeit noch nicht in Frage. Auch die Verhältnisse auf dem Silbermarkt spielen dabei eine Rolle, denn je mehr der Silberpreis sinkt, desto mehr gehen die; Gruben dazu über, silberarme und bleireiche Erze abzubauen und so die Gestehungskosten für Blei durch Erhöhung der Bleiausbeute herabzudrücken. Seit dem Zusammenbruch der Restriktionspolitik des alten Kartells hat der Preiszerfall beim Zink weitere Fortschritte gemacht, was da und dort zu verschiedenen Betriebsstillegungen führte. Von dieser Form der Produktionseinschränkung und Angebotsverminderung wird man auf die Dauer eine allmähliche Besserung der Lage erwarten dürfen, wenn sie auch augenblicklich noch ziemlich unklar ist. In der jüngsten Zeit war an den Metällmärkten eine ziemlich lebhafte Kaufbewegung zu konstatieren. Die Drosselungspölitik oder die durch Preiszerfall erzwungenen Produktionseinschränkungen vermochten das laufende Angebot zu vermindern und auch einen bescheidenen Abbau der Vorräte herbeizuführen. Die verarbeitende Industrie, die in Erwartung eines wettern? Preisrückganges ihre Lagerhaltung so stark als möglich reduzierte und vor einer Auffüllung zurückhielt, scheint jetzt die Aussichten der Marktregulierung günstig zu beurteilen und deckt sich auch mit Rücksicht auf die zu erwartende Saisonbelebung etwas stärker ein. So erlitten besonders Kupfer und Zink nicht unerhebliche Preissteigerungen. Zwar erfolgten immer wieder Rückschläge, aber im grossen und ganzen genorn rnen, ist die Tendenz nach aufwärts gerichtet. In der Beurteilung dieser Entwicklung muss man vorsichtig sein, da die starken Vorräte, die fast überall den Monatsverbrauch um das Mehrfache überbieten, noch immer einen allzu starken Unsicherheitsfaktor darstellen, und da eine anhaltende Besserung nur von einer allmählichen Belebung der allgemeinen Wirtschaftslage ausgehen kann. Anderseits muss man jedoch berücksichtigen, dass durch den starken Preiszerfall viele schwache Elemente ausgemerzt wurden und die Lage damit auf einigen Märkten wesentlich bereinigt ist. Für die organischen Rohstoffe sind die Aussichten noch unübersichtlicher. Baumwolle und Gummi bleiben weiter schwach. Obwoh die diesjährige Baumwollernte nach den vorliegenden Schätzungen etwas kleiner ausfallen dürfte als die vorjährige, übertrifft sie den laufenden Konsum bei weitem. Ausserdem belasten die aus verschiedenen Stützungsaktionen stammenden Vorräte alter Ernte (ca. 8 Millionen Ballen) den Markt. Obwohl die als gelegentlicher Interessent einstellen? Im Salon, der sich ja-bezüglich, Internationalität mit allen grössten ähnlichen Veranstaltungen des Auslandes messen darf, gibt es eine typische Engländerecke. Sie liegt , ab,er nicht etwa in der klassischen «splendid ; isölation», sondern ist recht belebt durch den regen Besuch. Vauxhall, Austin, .Standard. Huraber und Hillman werben hier friedlich nebeneinander für die englische Richtung. Sie verkörpert sich auch äüsserlicn in der konservativen Note der Karosserien. Es handelt sich aber hier nicht um Rückständigkeit. sondern um eine iDosis .von gesundem Konservatsinn, der (dem Zweekmässigen den Ehrenplatz ein- ! räumt und erst in zweiter Linie nach augen- 'gefälliger Linie fragt. Die nach oben sich verjüngenden .. und „last durchwegs mit "Schiebedach... versehenen-- Aufbauten kennzeichnen die englischen Wagen in grosser Mehrzahl. Man hat sich, aber in England AUTOMOBIL-REVUE 1P31 - N° 23 ägyptische Regierung,; sowohl als der Farm Board mit allen Mitteln eine Einschränkung der Anbaufläche zu erzwingen versucht, cheinen die diesbezügl. Aussichten recht gering zu sein. Somit dürfte die Preisbildung ür Baumwolle, die in den letzten Wochen ziemlich stetig war, weitgehend von der Konsumentwicklung abhängig sein. Angesichts der Steigerung der internationalen Arbeitsosigkeit, wobei zum erstenmal Oesterreich sine kleine Abnahme um 3000 Mann zu verzeichnen hat, ist jedoch mit einer allgemeinen Belebung der Nachfrage noch kaum zu rechnen. Der stabilste Pol unter den Weltwaren bleibt die Wolle. Die europäischen und amerikanischen Verbraucher schreiten in verstärktem Masse zur Ergänzung ihrer Lager, so dass die Anfang des Jahres eingetretenen Verluste fast ganz wieder ausgeglichen werden konnten. Ungelöst ist das Kautschukproblem. Alle bisher aufgetauchten Vorschläge einer künstlichen Einschränkung der Erzeugung haben sich als undurchführbar erwiesen und sind über das Diskussionsstadium nicht hinausgekommen. Die Gegensätze zwischen Plantagen- und Eingeborenenkautschuk bestehen in unverminderter Schärfe fort. Die Hoffnung, dass bei den jetzigen Preisen für Gummi ein Üebergang zum^ Reisanbau erfolgen wird, hat sich nicht beVahrheitet. Bedenkt, man ferner, dass die sichtbaren Vorräte schätzungsweise 75% einer Jahresernte ausmachen, so wird man eine Besserung der Preise auch nur von der Nachfrageseite her erwarten dürfen. In den letzten Tagen machte sich an der Londoner Börse eine z. T. kräftig einsetzende Erholung der Kautschukpreise von 3 /»« auf etwas über 4 d pro lb bemerkbar. Man bringt die Preisbesserung mit dem Entwurf eines neuen Restrlktionsschemas in Zusammenhang, wonach die Eingeborenenbevölkerung von Niederlänv disch-Indien an Stelle einer Drosselung des Guimmibaues eine Exportabgabe entrichten soll, sobald der Kautschukpreis über 6 d hinausgeht. Man vertritt auch da und dort die Hoffnung, dass die niederländisch-indische Regierung nach der Zustimmung zur Zuckerrestriktion ihre Mithilfe bei der Regelung des Gummimarktes nicht versagen werde. Die Nachrichten ans der amerikanischen Automobilindustrie, die einen wichtigen Abnehmer darstellt, sind für das laufende Jahr zwar etwas optimistischer gestimmt, doch bleibt fraglich, ob die auf diesem Gebiete in Betracht kommende Konsumbelebung genügt, t"rn. die grossen Unterschiede'zwischen Prouktion und Konsum zu überbrücken. Wenn auch die Preise der Rohstoffe noch etwas nachgeben, so lie*gt im jetzigen Preisniveau doch eine Chance für einen starkem Verbrauch, die bei einem Konjunkturumschwuns die Situation- der Rohs,toffmärkte schnell und grundlegend verändern könnte. Wy. «I«» Das zweite glarnerfsche Bauprogramm vor dem Landrat Der Kanton. Qlarus beschloss im Jahre 1928 den Ausbau seines gesamten Strassennetzes in zwei Batie'tappen, von denen nun die erste als annähernd abgeschlossen betrachtet werden kann. Dem Landrat ist nun, wie wir bereits hier mitteilten, das zweite Bauprogramm vorgelegt worden, das weitere 3J5 Millionen Franken Kredit erfordert. Vom ersten Kredit verblieb noch ein Vorschlag von 460,000 Fr. Prinzipiell war der Landrafc für den weiteren sofortigen Ausbau der Strassen, den er als eine der wichtigsten Staatsaufgaben betrachtet. Er änderte deshalb am Kredite nichts und beschäftigte sich höchstens mit die Eleganz betonende Auffassung der automobilbauenden Nachbar- und Fremdstaaten sehr wohl zunutzen gemacht, nur ist man nicht in ein übereiltes und blindes Kopieren rerfallen. Kontraste wirken immer auffällig und instruktiv, und so hat sich der Dekorateur für den Minerva-Stand ein ehrwürdiges Möbel aus dem Museum dieser hochangesehenen belgischen Firma geholt und es dem neuesten Modell, gegenübergestellt: 190t contra 1931. Drastischer kann ja der unerwartet rasche und selten auf einem anderen Gebiete gleich starke Entwicklungsgang des Automobils nicht dargestellt werden. Und wenn man sich neben den unbequemen Sitzgelegenheiten 'noch die technischen Tücken jener Wägen vor Äugen Mit, so schätzt man sich doppelt glücklich, •dass man heute, auch ohne den- Sinn der hintersten Schraube am Auto zu kennen, getrost und sicher in allem Komfort fahren der Frage, ob der Bau eventuell wegen grösserer Arbeitslosigkeit beschleunigt werden müsse. Die Ausgaben für das zweite Bauprogramm werden wieder durch die Leistungen der Strassenbenützer und durch den Benzinzollanteil gedeckt. Für das Jahr 1931 rechnet man mit 240,000 Fr. Einnahmen. Es wurden lediglich eine Reihe von Wünschen und Bedenken vorgebracht, die sich auf einzelne Punkte des Programmes bezogen, ohne'es in seinen grossen Umrissen zu verändern. So wurde eine Beschleunigung der Korrektion dar Strasse Ussbiihl-Bilten verlangt, da der Ausbau dieser Strecke bereits in der ersten Etappe vorgesehen war, aber jetzt immer noch nicht ausgeführt worden ist. Die Strecke stellt den Eingang zum Lande Glarus dar, der Kanton Schwyz baut jetzt die Fortsetzung der Strasse aus. Auch die gefährliche Einzäunung der Strecke Niederurnen-Bilten wurde vor allem in Hinsicht auf den Autoverkehr kritisiert, da der Autofahrer bei der nur 4,5 Meter breiten, starr eingezäunten Strasse mit Recht Kollisionen fürchtet. Weiter wurde der Vorschlag gemacht, der Kanton möge an den Unterhalt der Strasse im Sernftal beitragen, der allerdings der Sernftalbahn unterstellt ist, der es jedoch nicht möglich ist, die durch den Lastwagenverkehr verdorbene Strasse mit alleinigen Mitteln zu korrigieren. Man wünschte für die Verbreiterung der Sernftalstrasse einen Kostenbeitra? von 100,000 Fr.; der Forderung stand die Baudirektion allerdings ablehnend gegenüber. Auch das Projekt der Wallensecstrasse kam bei der, Behandlung des Strassenbauprogrammes wieder zur Sprache; da die Kerenzerberystrasse mit ihrem völligen Ausbau von dem Entscheid über die Erstellung einer Wallenseestrasse abhängt, wurde von der Regierung verlangt, sie möchte endlich bezüglich der Wallenseestrasse auf eine Abklärung dringen. Als unbedingt notwendig wurde der vorgeschlagene Teilaushau der Kerenzerbergstrasse von Näfels bis Obstalden bezeichnet. Das zweite Bauprogramm wurde nach gewalteter Diskussion vom Landrat einstimmig angenommen und der Landsgemeinde zur Annahme empfohlen. Im weiteren beschäftigte sich der Ländrat noch mit der Bahnkonzession Näfels-Weesen, über die wir in unserem Blatte, schon mehrmals referiert haben. Mit grösser Mehrheit wurde beschlossen, den Vorbehalten des Verzichts auf den Bahnbetrieb Näfels-Weesen gegenüber der S.B.B, keine neuen Punkte mehr beizufügen, so dass der Beschlussesentwurf der .Landsgemeinde unverändert vorgelegt wird. bo. Au den de Beurteilung von 3 Fahrlässigkeiten im Verkehr. Wir haben auf den Artikel «Wer wirft den ersten Stein ? » in Nummer 6 hin verschiedene Zuschriften erhalten, die es lebhaft begrüssen. dass wir auf die zum Teil unbegreifliche Strafrechtssprechung in Fällen fahrlässiger Tötungen, und Verletzungen 'durch Moterfahr- u?e hingewiesen haben. Saschreibt uns z. B. ein Herr M. U. aus B.: «Man erstaunt oft über die Leichtigkeit und' RecelmässigkeJt, mit der Automobilisten, die sich zum Teil nur Fehler geringfügiger Art, die auch im*; .Ilen ce' srentlieh unterlaufen könnten, haben zuschulden kommen lassen, zu mehreren Monaten Gefängnis verurteilt werden. Wenn man dann z. B. ein Urteil wie das des baselländischen Gerichtes vergleicht, das einen der zwei jungen Burschen, die in der Nacht vom 18./19. Dezember in der. Nähe des Dorfes Laufen ein Drahtseil über die Landstrasse Basel-OIten gespannt haben, lediglich zu zwei Wochen Gefängnis verurteilt hat, so kann man sich des Eindrucks nicht erwehren, dass unsere Gerichte an einer gewissen Voreingenommenheit gegen die Automobilisten leiden. » Man tut den schweizerischen Gerichten; sicherlich unrecht, wenn man ihnen eine absichtliche autofeindliche Einstellung vorwerfen wollte, obschon wir sehr gut begreifen, dass die vielen Urteile, die in so weitgehen* dem' Masse die Gemeingefährlichkeit des täterischen Willens ausser acht zu lassen scheinen, etwelches Befremden erweckt haben. Der Fehler liegt aber vielmehr darin, kann. Ueber die Wirkung des Freilaufgetriebes, wie es Studebaker anwendet, ist sich wohl nur die Minderheit der Besucher klar. Deshalb hat diese Marke auf ihrem Stand ein solches Getriebe als Experimeniierobjekt aufgestellt, und ständig wird hior manipuliert und geschaltet. Und trotz aller ungeschickten Behandhing arbeitet das Getriebe immer mit der nämlichen Präzision. In 1 der Vorhalle zum Salon kommt der Eintretende gleich in engsten Kontakt mit der Schweizer Lastwagenindustrie, die mit ihren bestechenden Erzeugnissen und xlen ; mammutartig anmutenden Chassis die Aufmerksamkeit jedes Besuchers gefangen^ nehmen. Man braucht keineswegs Chauvinist zu sein, um ein Gefühl der stolzen Bo- - friedigung in sieh aufkommen zu fühlen, vrenn man hier die Erzeugnisse einheimischen Fleisses betrachtet. Nur schade, dass die Halle in ihrer allzu grossen Einfacbhoit den Objekten nicht ganz Rechnung trägt, b.

dass ein grosser Teil der Richter über geringe oder gar keine Kenntnisse der Fahrteclinik verfügen. Ausserdem wird eine konsequente und vernünftige Rechtssprechmig auf .diesem Qcbiete dadurch verunmöglicht, dass r die ..Struktur der .Fahrlässigkeitsdelikte von der Theorie zu wenig klar herausgearbeitet worden ist. Eine gewisse Strenge in den Urteilen über fahrlässige .Motorfahrzeugführer ist jedenfalls auch darauf zurückzuführen, dass in den Schadenersatzprozessen der Begriff der Schuld immer mehr verwischt worden ist. Aus dem Bestreben heraus, die Haftpflicht des Automobilisten immer mehr auszudehnen und allmählich der Gefährdungshaftung, wie sie andere Länder schon besitzen und wie sie der Entwurf zum neuen Bundesverkehrsgesetz ja auch für die Schweiz vorsieht, anzunähern, bewog vielfach die Gerichte, als Schuld zu bezeichnen, was mit dem Begriffe des persönlichen Verschuldens, dem rechtswidrigen Willen des Täters, schlechthin nichts mehr zu tun hatte. Obschon das Obiigatiohenrecht in einem Arikel bestimmt, dass der Zivilrichter bei seiner Entscheidung über de Schuld frage zur Anerkennung der Schadenersatzpflicht nicht an das Urteil des Strafrichters gebunden sei, hat notgedrungen die zivilrechtliche Praxis auch auf die Strafrechtspflege abgefärbt. In dieser Beziehung dürfte sich die Einführung des neuen Haftpririzipes für die Automobilisten eher günstig auswirken. Wenn man sich klarlegt, dass Schuld nur dann vorliegt, wenn dem Täter eine vom gross zu werden. Chiron, der beliebte Bugattifahrer, dem die Schweiz beinahe zu einer Art zweiter Heimat geworden ist, wird,, wie mit ziemlicher Sicherheit vorausgesagt werden kann, das erste schweizerische Rundstreckenrennen mit seiner Teilnahme beehren. Auch Comte Lurani, ein gern gesehener Gast unserer autosportlichen Veranstaltungen, hat bereits seine voraussichtliche Teilnahme angekündigt. Der Rennchef Rechtsstandpunkte verwerflich Willenseinstellung vorgeworfen werden kann, so er-wärtig anlässlich des Salons in Genf weilt, von Alfa Romeo, Herr Giovanini, der gegenkennt man sofort, wie falsch es ist, denkündigte gleich drei Alfa Romeo*Rennwagen Kunstfehler im fahrtechnischen Sinne als für den ersten schweizerischen Grand Prix rechtliche Schuld zu bezeichnen. Auch genügt es nicht, dass dem Führer im konkrescheid erst nach dem Resultat der Targa an; die Firma wird ihren bestimmten Entten Falle hätte zugemutet werden können, Florio treffen. Ferner haben die Organisatoren Chance, den hervorragenden Sieger die notwendigen Massnahmen zur Vermeidung, des Unglücks zu ergreifen. Von Fahrlässigkeit kann man erst dann sprechen, Dreyfus, beim schweizerischen Rundstrecken- des letzten Grossen Preises von Monte Carlo, wenn- der Führer eine Vorsichtsmassregel rennen begrüssen zu können. Man hofft ausser acht gelassen hat, die zu beachten er gegen 30 Fahrer zusammenbringen zu können; eine grössere Zahl von Konkurrenten auch auf die Dauer imstande ist. Es ist schon manchem Automobilisten aus kleinen Verfehlungen ein Strick gedreht worden, die ist nicht notwendig, da drei Klassen zu je vielleicht kein einziger Fahrer nicht wenigstens einmal, wahrscheinlich sogar mehrere zehn Fahrern weitaus genügen. Zwei Rennen werden voraussichtlich am Morgen durchgeführt-, während am Mittag die Konkurrenz Male, im Läufe eines Jahres begeht. der schwereren Wagen und sodann der Final Anderseits stellt sich als durchaus gerecht- der Bestklassierten folgen wird. Der Circuit fertigter richterlicher Gebrauch dar, was von Meyrin eignet sich für ein Rennen ausgezeichnet; die Strecke wird sich am Tage sehr : oft als Ungerechtigkeit empfunden wird.: Die Gerichte pflegen im allgemeinen den Vorstrafen, überhaupt dem Rufe, in dorn der angeklagte Automobilist als Fährersteht,- grosse Bedeutung zuzumessen. Es wird nun dies vielfach als falsch und ungerecht kritisiert, weil dem Richter die Pflicht zukomme, den Einzelfall ohne jegliche persönliche Voreingenommenheit zu beurteilen. Ganz im Gegenteil wird, aber gerade dadurch eine viel vernünftigere und zweckmässigere Rechtssprechung erzielt. Nur die ganze Art und Weise, wie sich ein Fahrer im allgemeinen zu benehmen pflegt, vermag ein Bild von der sozialen Einstellung zu ergeben und nicht die auch eingehendste Analysierung des Einzelfalles, -y-. Gt&nf^B» Salon Der Besuch am Mittwoch im Salon verzeichnete 7150 verkaufte Eintrittskarten und 1082 abgestempelte Bahnbillets. Das schönere "Wetter lässt gegen den Schluss des Salons,, vor allem auf Samstag und Sonntag, Massenbesuch erwarten. Diner des T.C.S. in Genf. Die Sektion Genf des T. C. S. lud am letzten Bienstag zum traditionellen. Diner im Salon ein. Gegen 200 Teilnehmer vereinigten sich in der Taverne zu einem unterhaltenden Abend. Unter den'Anwesenden bemerkte man Herrn Dr. Henneberg, Zentralpräsident des T. C. S., Herrn Aime Leroy, Generalkonsul von Frankreich, Herrn Robert Marehand, Herrn J. Quinclet, Generalsekretär des T. C. S. u. a. m. x. Motorwagendienst der Schweizer Armee. \ta Reformatidnssaal sprach am Freitag abend Major Henri Vallotton, Nationalrat, in einem interessanten Vortrag über die Bedeutung des Automobildienstes unserer Schweizer Armee. Das Referat wurde ergänzt durch die Projektion zweier Filme. Die Bundesbahnen machen Propaganda ! Nachdem Herr Generaldirektor Schrafl der 3. B. B. bereits in Bern ein, vielbeachtetes Referat über das Thema «Bahn und Auto» gehalten hat, wird er seine Ausführungen demnächst in St. Gallen im Schosse der freisinnigen Partei wiederholen. Wie wir erfahren, scheint die Bahnverwaltung in Ergänzung zu ihrer Propagandaschrift, mit einer intensiven mündlichen-Propaganda einsetzen zu wollen. Der Qualität und Kompetenz des vorbenannten Referenten nach zu schliessen, scheint sie diese «Pro-Eisenbahn»-Campagne mit dem größtmöglichsten Einsatz durchführen zu wollen. AUTüMüBIL-ktVUE Sportnachrichten Kilonieterversuche von Giubiasco. An den Kilometerlance von Giubiasco, der dieses Jahr bekanntlich vom Juni auf den September verschoben wurde, werden sieh wieder die traditionellen Rekordversuche anscbliessen. Die Versuche scheinen diesmal ganz besonders interessant zu werden, da die begründete Hoffnung besteht, Chiron am Starte sehen au können. Auch versucht man, einen bedeiitenden Voisin-Rennfahrer mit dem schweren Rennwagen dieser. Firma zur Teilnahme an den Kilometerversuchen von Giubiasco veranlassen zu können. s. Vor dem ersten schweizerischen Grand Prix. Noch drei Monate trennen uns vom ersten schweizerischen Grand Prix, der am 7. Juni grosse Massen von Sportfreunden wiederum nach Genf bringen wird. Bereits sind bei den Fahrern alle Vorarbeiten für die grosse Veranstaltung im Gange, denn die ausländische Konkurrenz scheint besonders der Veranstaltung in tadellosem Zustande präsentieren. tnb. Internationale Alpenfahrt. Die genaue Streckenführung der internationalen Alperifahrt wird noch mehrere korrigierende Aenderungen erhalten, da erst in relativ kurzer Zeit vor der Austragung der Fahrt Entscheidungen über die Eignung von gewissen Strekken möglich sind. So kamen auch anlässlich der letzten Sitzung der nationalen Sportkommission in Genf Aenderungen der Alpenfahrt auf schweizerischem Gebiete in Vorschlag. Man wünscht die im Reglement vorgeschlagenen schweizerischen Durchschnittsgeschwindigkeiten von 34, 36 und 40 Stundenkilometern ersetzt durch 36, 38 und 45 km, da diese Geschwindigkeiten dem Zustand unserer Strassen eher entsprechen. Im Kanton Graubünden scheinen geringe Routenänderungen notwendig zu sein. Die Flüelastrasse bei Landquart wird dieses Jahr wegen Strassenausbauarbeiten nur schwierig zu befahren sein, so dass der Umweg wohl abgekürzt, werden muss in direkter Richtung nach 5t Moritz. Um die Alpenfahrt durch unsere zwei bedeutendsten Fremdengebiete, das Engadin und das Berner Oberland führen zu können, versucht man die Strecke an Stelle: von Gstaad und Saanenmöser über Chäteau d'Oex, Bulle, Bruchpass, Boltigen, Spiez, Interlaken, Spiez und nach Bern zu leiten. Durch den Contremarsch Spiez-Interlake:)- Spiez wäre es den Teilnehmern ermöglicht, in letzter Stunde die andern Konkurrenten passieren zu sehen. x. Chirons Rennprogramm für 1931. Louis ,Chiron, der uns Schweizern wohlbekannte Meisterfahrer von Bugatti, weilt zurzeit in Genf, um seine reichen technischen Kenntnisse und Erfahrungen in den Dienst der an der Ausstellung anwesenden Bugatti- Vertretung zu stellen. Wit hatten verschiedentlich Gelegenheit, uns mit Chiron zu unterhalten der eben einen mehrwöchigen Winteraufenthalt in Gstaad absolviert hat. Bei den Vorbereitungen zu der diesjährigen Sternfahrt nach Monte Carlo, welche bekanntlich sehr durch Eis und Schnee in den nördlichen Startorten beeinträchtigt war, hat sich Chiron, der diese Sternfahrt bestreiten wollte, eine starke Grippe zugezogen. Zu Zeniral-Chassls-Sdunterung, längeres, breiteres Tiefrahmenchassis, hydraulische Vierrad-Ianenbacken-Bremsen. Stärkerer Motor (25 PS) mit unübertrefflichem Anzugs- und Steigvermögen. Bequemer Viersitzer, wundervoll abgefedert, mit hydraulischen Sfossdämpfern, vorzüglich die Strasse haltend. Schönere Karosserien. 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Ski-Meister Troyani hat sich übrigens des Ski-Adepten Chiron angenommen und er scheint unter seiner vorzüglichen Leitung ein gelehriger Schüler gewesen zu sein. Ueber seine diesjährigen Renn-Absichten befragt erklärt er uns, dass sein Rennprogramm äusserst beladen sei. Er wird den Reigen der grossen Sportereignisse mit dem Grand Prix jvon Monte Carlo eröffnen, der am 19. April zum Austrag gelangt. Wie erinnerlich, hat Chiron vor zwei Jahren an diesem heissumstrittenen Rennen den Sieg davongetragen. Im weitern wird Chiron, sofern sein Programm, eingehalten werden kann, in nachstehenden Rennen die Farben Bugattis vertreten:. • • • Targa Florio, Grand Prix von Italien, Königspreis von Rom, 24-Stunden-Rennen von Le Mans, Grand Prix von Frankreich. 24-Stunden-Rennen von Belgien, Grand Prix von Belgien, Grand Prix von Deutschland (Nürburgring), Grand Prix von San Sebastian i (das nun durch Spaniens Absage allerdings in Frage gestellt ist), Grand Prix von Irland, I Monza, und — last not least — das Bernina- Rennen. Mit verbindlichem Lächeln meinte Chiron in bezug auf das Bernina-Rennen, dass er natürlich als halber Schweizer diese Veranstaltung nicht auslassen dürfe. Wenn er .sich als halber Landsmann ausgibt, so deshalb, weil er sowohl über die Schweiz als Touren- und -Reiseland als auch seine internationalen autosportlichen Veranstaltungen und deren Organisatoren nur Worte des Lobes» und grösster Sympathie kennt. Zahlreiche persönliche Freundschaften verbinden ihn mit unserem Lande, und sicher beruht die Freude, ihn auch bei uns diesen Sommer wieder fahren zu sehen, auf vollkommener Gegenseitigkeit. b. Vor-der Mille Mlglia. Das grosse Ereignis der kommenden Sportsaison, das Tausend- Meilerjrennen von Brescia wirft bereits seine- Schatten voraus. Die ganze Strecke ist tadellos instand gestellt worden, in- allen zu durchfahrenden Provinzen sind die Vorarbeite für das Rennen in vollem Gange. Ausgenommen eine Streckenänderung bei Florenz werden für die Mille Miglia die gleichen Strassen benützt wie letztes Jahr. Als einer der wichtigsten Preise, die nachträglich noch ausgeschrieben wurden, kommt noch die «Coppa Mussolini» in Betracht, die vom Duce für den schnellsten Fahrer der Strecke Brescia-Rom bestimmt wurde. Das Interesse der Rennfahrer im In- und; Ausland für die Mille Miglia ist auch dieses Jahr wieder gewaltig. So soll sich der bekannte Sieger der Sternfahrt nach Mo,nte Carlo, D. Healey, mit seinem ausserordentlich- raschen Invicta- Sportwagen 5000 com, ziemlich sicher an der Mille Miglia beteiligen. Auch Lord Earl Howe, der berühmte englische Autorennfahrer, will" das Rennen 1 mitfähren. Für Alfa Romeo werden f voraussichtlich. Nuvolari, Arcangeli, Borzacchini und' Campari abgeordnet. Ueber die Beteiligung, von Maserati und O. M. ist noch nichts Ge.naue.res bekannt geworden. Für Mercedes werden die Brüder Gerardi fahren: Auch mit dem. Starte Pietro Ghersis kann mit' ziemlicher Genauigkeit gerechnet werden. Der Lanciäfährer Gillco Strazza wird ebenfalls am Starte sein. mb. Internat. Sportkalender 1931, 15.: M3rz. VII. Grosser Preis von Tripolis. 22.: furbie-Bergrennen (Frankreich). 29.: III. Grand Prix von Tunis. April. 6.: Grosser Preis von Casablanca (Frankreich). 6.: Grosser Preis von Ungarn. 12.: Mille Mlolia. 19.: III. Grasser Preis von Monaco. 26.: VIII. - Rundstreckenrennen In Alessandria (Bordino-Prels). Mal. 3.: VII. .Bundfahrt um Sizilien. 10.: XII Taroa Florio »• 9.—14. • Internationale Automoblhvoefit In Wiesbaden. 17.: Coopa dl Messina (Italien). 17 : Bergrennen, von Rabassada (Spanien). 22. Mal—4. Juni: lO-OÖtf-KHometerfahrt des A. . v, D. 30.: Grand Prix von Indianapolis. 31.: VI. Königspreis von Rom. 31.: Bergrennen von Zbraslav-Jiloviste (Tschechoslowakei).