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E_1931_Zeitung_Nr.024

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»V AUTOMOBIL-REVUE Der leitende Ausschuss hat deshalb die von ihm am 22. August 1930 eingesetzte erste Fachkommission, die verkehrstechnisehe Kommission, mit der Aufstellung einer Karte für das .Hauptstrassennetz der Schweiz und von Richtlinien für den Ausbau dieses Netzes beauftragt. Die verkehrstechnische Kommission suchte sich dieser Aufgabe in der Weise zu entledigen, dass sie die Subkommissionen A und B einsetzte und die erstere mit dem Studium der Karte und die zweite mit demjenigen der Richtlinien beauftragte. Die von der Subkommission A aufgestellte Karte konnte von der verkehrstechnischen Kommission am 24. Oktober 1930 behandelt und an den leitenden Ausschuss weitergeleitet werden. Dieser befasste sich mit der Karte in der Sitzung vom 18. Dezember 1930 und beschloss, sie nach erfolgter Bereinigung den Mitgliedern des Vorstandes in verkleinertem Format zuzustellen zwecks Prüfung und event. Stellung von Abänderungsvorschlägen. Dieser Einladung ist in ausgiebigem Masse Folge gegeben worden, indem zehn verschiedene Anträge auf Abänderung, bzw. Ergänzung der Karte eingelangt sind. In der Sitzung vom 19. Februar 1931 hat der Vorstand diese Anträge erledigt und beschlossen, die bereinigte Karte, wie sie nun. aus den verschiedenen Beratungen hervorgegangen ist, der Schweiz. Baudirektoren-Konferenz vorzulegen. Gleichzeitig sind derselben auch die Richtlinien, welche für den Ausbau des Strassenmetzes aufgestellt werden, zu unterbreiten. Ueber das Wesen und das Zustandekommen der Karte ist nun folgende«; zu sagen: Die V. S. S. (Vereinigung schweizerischer Strassenfachmänner hat schon vor einigen Jahren eine Karte der Hauptverkehrsstrassen der Schweiz herausgegeben. Diese Karte ist in der letzten Zeit ergänzt und der Schweiz. Baudirektoren-Konferenz vorgelegt worden. Die Strassen sind in dieser Karte als Hauptstrassen I. und Hauptstrassen II. Ordnung bezeichnet worden. Diese Karte wurde uns in verdankenswerterweise zur Verfügung' gestellt und bildet die Grundlage unserer Karte. Zuerst musste man sich auf die Benennung der von uns ins Auge zu fassenden Verkehrsstrassen einigen.Die Bezeichnung Durchgangsstrassen wurde fallen gelassen, weil dieser Ausdruck ins Automobilgesetz aufgenommen werden soll und dort eine-allgemeinere Deutung erhält. Es .wurde deshalb der Ausdruck Fernverkehrsstrasse (Routes de grand transit) gewählt, womit die Unterscheidung unserer Hauptstrassen eine analoge Bezeichnung erhält wie in .Deutschland, wo auch unterschieden wird zwischen Fernstrassen und Hauptstrassen I. und Hauptstrassen II. Ordnung. Damit ist auch gesagt, dass die uns interessierenden Strassen nicht identisch sind mit den von den V. S. S. herausgegriffenen Strassen. Die während des Vortrages ausgehängte Karte enthält die Fernverkehrsstrassen als dicke, rote Linien und die Hauptstrassen I. und II. Ordnung als schmale, rote, bzw. blaue Linien. Sofern die letztern Strassen in die Richtung der Fernverkehrsstrassen fallen, sind sie weggelassen worden. Bei der Aufstellung, der Karte waren folgende Gesichtspunkte wegleitend.: 1. Die geographische Lage der Schweiz-im Herzen Europas und inmitten vier grossen Ländern bedingt theoretisch ein Fernverkehrsstrassennetz gemäss besonderm Schema (Plan 30.1074). Darnach wird Jedes Land durch Transversal- und Diagonalstrassen durch die Schweiz mit den andern Ländern verbunden. stützt, beglotzten sie misstrauisch unter den Lanmpen an den Strasseoeeken. Eine verspätete Droschke, die Cradock auf einem breiten Boulevard erspähte, nahm sie auf, und dann folgte Ruhe, Ruhe und das Gefühl vollkommener Erschöpfung, während sie auf Gummirädern durch das schlafende Kairo holperten. Sie hatten sich vor dem Hotel getrennt, als die Hallenuhr gerade die zweite Frühstunde schlug. Am Aufgang zur Terrasse hatte Cradock sie noch einen Augenblick' aufgehalten, ~um sie nach ihren Erlebnissen zu fragen. «Verzeihen Sie,» hatte er gesagt, «ich weiss, dass Sie schrecklich müde sind, aber es ist wichtig.» Kurz hatte sie ihm das Erscheinen des Wahrsagers, Husseins zeitweiliges Verschwinden und seine Gewalttätigkeit nach der Rückkehr geschildert. Ob sie etwas von Simopulos gesehen habe? Sie schüttelte den Kopf. War auch nicht die Rede von ihm gewesen? Nein. Hatte sie den Namen von Said Husseins unerwartetem Gast nennen hören? Als sie abermals stumm verneinte, hatte Cradock, noch bevor sie ein Wort des Dankes sprechen konnte, sie stehen lassen und war im Wagen wieder in das Dunkel davongefahren. Er schien unermüdlich, zäh und ohne Nerven, ein Mann wie aus Stahl. Was hatte er für ein energisches, kühnes Gesicht, und wie 2: Die obenerwähnte Karte für das Fernverkehrsstrassennetz der Schweiz (Plan 30.1065) hat schematischen Charakter; sie gibt die Richtung der Strassenzüge auf Grund des Schemas an und unterscheidet nicht zwischen wichtigen und weniger wichtigen Verbindungen. Zur Verbindung der einzelnen Verkehrszentten unter sich sind die heute bestehenden Strassen benutzt worden; die genaue Führung dieser Verbindungen so'1 rst durch spätere Detailstudien festgelegt werden (z. B. Wallenseestrasse, Olten-Zürich. Bern-Thun etc.). 3. Unter den Fernverkehrsstrassen sind solche Strassen zu verstehen, welche zur Verbindung bedeutender ausländischer Verkehrs- Zentren über die Schweiz oder der wichtigsten Verkehrszentren und Landesgegenden der Schweiz mit dem Ausland dienen. 4. Soll die Schweiz, wie im Eisenbahnverkehr, auch für den Autoverkehr ein Transitland für den internationalen Verkehr werden, und es ist bei der Ausbildung des Fernverkehrsstrassennetzes auf gute Anschlüsse an der Landesgrenze und auf eine möglichst direkte Linienführung im Innern des Landes zu sorgen. 5. Von alters her kommt dem Verkehr Deutschland-Italien, Frankreich-Italien und Frankreich-Deutschland durch die Schweiz eine besondere Bedeutung zu. während der Verkehr Oesterreich mit Italien und mit Deutschland durch die Schweiz eine untergeordnete Rolle spielt. 6. Die Karte enthält folgende Verbindungen : a) Transversale Nord-Süd (Deutschland. Italien). 1. Basel. Ölten, Bern, Lötschberg, Simplon, Domodossola. 2. Schaffhausen. Zürich, Gotthard, Chiasso. 3. St. Margarethen, Chur, Julier, Maloja, Chiavenna. b) Transversale West-Ost (Frankreich- Oesterreich). 4. Basel, Zürich, Winterthur, St. Gallen, St. Margarethen. 5. Pontarlier, Bern, Luzern, Pfäffikon- Buchs. 6. Genf, Lausanne, Brig, Furka, Landquart, Flüela, Martinsbruck. c) Diagonale Nord-West (Deutschland- Frankreich). . 7. Basel, Delemont, Delle. 8. Basel, Biel, Neuenburg, Pontarlier. 9. Basel, Neuenburg, Lausanne, Genf. 10. Schaffhausen, Zürich, Ölten, Bern, Lausanne, Genf. 11. Konstanz, Zürich, Luzern, Bern, Lausanne, Genf, 12. St. Margarethen, Pfäffikon, Luzern, Brünig, Spiez, Gstaad, Aigle. d) Diagonale West-Süd (Frankreich. Hauen). , 13. Basel, Zürich, Landquart, Flüela, Ofen, Sta. Maria, Bozen. 14. Basel, Ölten, Luzern, Gotthard, Chiasso. 15. Delle, Bern, Spiez, Grimsel, Gotthard. Chiasso. 16. Pontarlier, Bern, Lötschberg, Simplon Domodossola. 17. Pontarlier, Lausanne, Brig, Simplon Domodossola. ; 18. Genf, Lausanne, Martigny, Grosser St. Bernhard, Aosta. e) Diagonale Süd-Ost Italien-Oesterreich). 19. Chiasso, Bellinzona, Bernhardino, Chur Buchs. 20. Chiavenna, Silvaplana, Süs, Martinsbruck. /. Diagonale Ost-Nord (Oesterreich-Deutschland). ernst, wachsam und treu blickten seine blauen Augen! Wie sicher hatte er sie durch die Wirrnisse der Nacht geleitet! Auf den flüchtigen Bildern, die an ihrem Geiste vorüberflirrten, trat die winzige Tür des kleinen Hofes am deutlichsten hervor. Sie sah sie vor sich weit auf —mit einem grossen Fragezeichen quer über dem Pfosten.. Denn sie war verschlossen gewesen, als Cradock sie untersucht hatte, und dann — mit einemmal, und gerade im Augenblick höchster Gefahr — stand sie offen! Wer hatte ihnen den Weg zur Rettung freigemacht? Sie musste Dave fragen. Schläfrig fühlte sie eine Beruhigung beim Flüstern des Namens. Sie musste ihn noch vieles fragen. Wann würde sie ihn wohl wiedersehen? Sie hätte es so gern gewusst — und mit diesem Gedanken schlummerte sie endlich ein. Di© Tage vergingen. Joan verbrachte manche Stunde bei Edith Simmons im Krankenhaus. Wie alle, deren Leben sich in erigen Grenzen abspie't, fühlte sich die Zofe ohne die Erfüllung ihrer täglichen Pflichten höchst elend und bestand darauf, dass ihr Joan wenigstens eine Handarbeit bringe, mit der sie sich beschäftigen könne. Nur das Bewusstsein. dass ihre Entlassung aus dem Spital davon abhing, konnte sie dazu bewegen, ihren ausgemergelten Körper der Spritz- 21. Buchs, Pfäffikon, Zürich, Basel. 22. St. Margarethen, Winterthur Schaffhausen. 7. Aus der Karte treten als wichtigste Eingangstore Basel, Genf und Chiasso und als bedeutendste Verkehrsknoten im Innern des Landes Lausanne. Bern und Zürich mit ie wölf Verbindungen hervor. Die gewählten Strassenzüge verbinden diese Städte mit den übrigen hauptsächlichsten Verkehrszentren der Schweiz, so dass das projektierte Ferriverkehrsstrassennetz auch dem internen Hauptverkehr genügt und somit gleichzeitig das Hauptstrassengerippe für den schweizeri- ,chen Innenverkehr darstellt, von welchem die Hauptverkehrsstrassen L und II. Ordnung ausgehen. Die erwähnte Karte bildet die Grundlage für die weiteren Arbeiten des Vereins; sie enthält diejenigen Strassen, welche nach der Auffassung des Vorstandes als Fernverkehrsstrassen anzusehen sind und welche Gegenstand weiterer Untersuchungen werden sollen. Die Karte ohne gleichzeitige Aufstellung von Richtlinien hätte keinen Sinn, weshalb zurzeit auch die Subkommission B mit der Aufstellung von Richtlinien beschäftigt ist, welche für den Ausbau der einzelnen Ein in Nizza ansässiger Landsmann hat sorgfältig die Propagaadamassnahmen der verschiedenen Länder an der französischen Riviera studiert und teilt ans über seine Beobachtungen, besonders bezüglich Deutschland, folgendes mit: Die Verwaltung der deutschen Reichsbahn gibt allein in den Monaten Januar und Februar 30,000 fr. Fr. für den Plakatdienst in Nizza, Cannes und Monte Carlo aus. Marienbad gibt ebenfalls seine 30,000 Franken aus und das Bad Nauheim verfügt über einen solchen Betrag allein für/ die Zeitungspropaganda in Frankreich. Wiesbaden, das nicht einmal Spielsäle hat, gibt jährlich 360,000 Mk. für Verkehrswerbung aus. Das Verkehrsbureau dieser Stadt beschäftigt 35 Angestellte, deren Salarierung von der Stadtverwaltung übernommen- worden ist. Der Bürgermeister von Wiesbaden, der gleichzeitig der Vorsitzende des Syndikates deutscher Bäderstadte ist, wurde offiziell nach Nizza, ^nnes' und Monte Carlo eingeladen und mii grösster Aufmerksamkeit und allen Ehren empfangen. Die Presseaufnahmen von seiner triumphalen Reise haben die Runde durch die meisten deutschen Blätter gemacht. Eine glänzende Reklame für die Riviera! Schauen wir uns etwas in den europäischen Hauptstädten um, so ist in diesem Zusammenhang folgendes von Interesse: In Paris verfügt Deutschland über ein Verkehrs- und Touristikbureau, das in zwei prächtigen Schaufenstern die Schönheiten des Landes im Bilde vorführt. Die Abgeordneten beider Kammern unternehmen in der Presse eine wahre Campagne für den Tourismus, und die verlangten Kredite für die Propaganda im Auslande werden aller Voraussicht nach erheblich erhöht. Sogar die Radiostationen wurden von den Deputierten zu Vorträgen über die Vorzüge und Reize ihrer Gegenden benützt. Die Früchte dieser Bemühungen zeigen sich denn auch schon. Im Jahre 1928 hat nur etwa ein Drittel der bisherigen amerikanischen Gäste die Schweiz besucht. Diese Touristen nahmen ihren Weg zu einem grossen Teil nach nadel des Arztes auszuliefern. Sie unterwarf sich dieser Prozedur mit einer Art grimmigen Widerstrebens, und führte auf einem Zettel, den sie heimlich unter ihrem Kopfkissen verwahrte, ein genaues Verzeichnis der Injektionen. Denn sie war fest entschlossen, wenn die angeordneten sechs Einspritzungen den bazillenvernichtenden Weg in ihre Venen gefunden hätten, das Bett zu verlassen. Cradock liess sich nicht wieder blicken. Er telephonierte auch nicht, um sich nach Joans Befinden zu erkundigen. Sie hörte nichts mehr vom Prinzen, nichts von Simopulos, nichts von Nadja Alexandrowna. Vergebens durchstöberte sie die in Kairo erscheinenden englischen und französischen Zeitungen nach einer Anspielung auf Unruhen im Araberviertel. Gab es denn keine Polizeiberichterstatter In dieser Stadt? Sie konnte es nicht begreifen. In ihrer seelischen Unruhe erinnerte sie sich an Bastable. Er hatte eine hohe Stellung bei der Regierung und war ausserdem Cradocks Freund Sie wollte ihn zum Mittagessen einladen und vorsichtig ausforschen. Aber von seinem Amt kam die Mitteilung, dass er auf unbestimmte Zeit verreist sei. Eines Abends jedoch — ungefähr zehn Tage nach ihrer Rückkehr aus Luksor — fiel ein Schatten auf ihr Buch, als sie Dach dem Strassenzüge wegleitend sein sollen. Diese Richtlinien enthalten Vorschläge für die* Gliederung der Strassen in Fahrbahn, Radfahr- und Gehweg; über die Minimalbreitenmasse; die Ausbildung der Strassen in Situation, Längenprofil und Querprofil. Sie geben Vorschläge für die Anordnung von Kreuzungen und Einmündungen, Entwässerung, Nebenanlagen (Werk- und Lagerplätze, Pflanzungen etc.), Betriebsanlagen (Tankstellen, HilfsStationen, Beleuchtung etc.), Bebauung etc. Die Arbeiten der Subkommission B gehen dem Abschlüsse entgegen, so dass die verkehrstechnische Kommision und der leitende Ausschuss noch im Laufe dieses Frühlings sich werden damit befassen können und die Weiterleitung derselben gleichzeitig mit der Karte an die Baudirektorenkonferenz möglich sein sollte. Hoffen wir, dass die Baudirektorenkonfefenz unsere Vorschläge zu den ihrigen machen werde und damit der erste Schritt zur Verwirklichung des Vereinszweckes: «Mitarbeit an der Anpassung des Schweiz. Hauptstrassennetzes an den wachsenden nationalen und internationalen Automobilverkehr» getan ist. Ungenügende Verkshrswerbung der Schweiz im Auslande Deutschland. Oberammergau hat in den Vereinigten Staaten eine fast unglaubliche Reklame entwickelt. Ueber die Hälfte der amerikanischen Tonristen haben demzufolge eine der 33 Vorstellungen der Passionsspiele besucht, für welche die Karten zum voraus in allen Reiseagenturen New Yorks ausgegeben wurden. In Berlin und in Deutschland überhaupt macht Oesterreich trotz seiner schweren wirtschaftlichen Krise eine weitverzweigte Propaganda für Wien, Kärnten und Steiermark. Italien und Frankreich stehen mit ihren Bemühungen nicht hintan. Sogar Jugoslawien entwickelt eine rege Propagandatätigkeit im Norden Deutschlands. England hat dieses Jahr mit grossen Mitteln eingesetzt, um die deutschen Reisenden zu einem Besuch Englands zu bewegen. Auch die Sovjet-Union hat ihr Reisebureau Unter den Linden. Die deutsche Krise wäre noch viel stärker zum Ausdruck gekommen, hätte in Deutschland nicht ein so* beträchtlicher Besuch aus Amerika, Holland und England eingesetzt. Die deutsche Werbung in diesen drei Ländern hat reiche Früchte gezeitigt. Wir haben bereits in einem früheren Artikel erwähnt, dass Deutschland allein in Holland neun reguläre Funktionäre für die Verkehrspropaganda beschäftigt,' währenddem ein einziger die Interessen der Schweiz zu vertreten hat. Der Verkehrsdienst der internationalen Omnibusreisegesellschaften bringt aus Holland, Frankreich und Belgien stattliche Kontingente amerikanischer Gäste nach Deutschland. In Wien ist eine ständig wachsende Propaganda festzustellen. Italien macht ganz beträchtliche Anstrengungen. Es überschwemmt Oesterreich geradezu mit Filmen, und Prospekten. Frankreich, Italien, Deutschland, Ungarn und Jugoslawien haben Reiseagenturen eröffnet. Oesterreich hat seinerseits seine Agentur in London vergrössert, nachdem bereits seine Vertretungen in Paris und Berlin ausgebaut worden sind. In New York sind nun auch die japanischen und indischen Eisenbahnverwaltun- Souper in der maurischen Liegehalle sass und las. Sie blickte auf. Cradock stand vor ihr — im Smoking. Er nahm sich darin recht stattlich aus, sagte sie sich, und gleichzeitig fiel ihr ein, dass sie ihn ja noch nie im Gesellschaftsanzug gesehen hatte. Auf dem Schiffe hatte er offenbar auf dergleichen Aeusserlichkeiten keinen Wert gelegt. Aber sie fand, dass er einen müden, abgespannten Eindruck machte. Er schien etwas von seiner gesunden, gebräunten Farbe eingebüsst zu haben; sein Gesicht war blass und noch magerer als sonst. «Ich fahre morgen nach Luksor zurück,» begann er ein bisschen unbeholfen. «Und da dachte ich, ich könnte vorher rasch noch mal hier vorsprechen, um zu sehen, wie es Ihnen geht.» Sie spürte die Verlegenheit zwischen ihnen. Es war ihm natürlich peinlich, dass er sie nicht schon längst einmal besucht hatte. Aber er war eben nicht wie andere Märmer — er verschmähte jeden konventionellen Zwang. Ausserdem hielt er sich ihr gegenüber nicht zu Artigkeiten verpflichtet, wohl aber war sie selber tief in seiner Schuld. Deshalb wurde sie weich und meinte lächelnd: «Wie lieb von Ihnen! Ich fürchtete schon, Sie würden mir keine Gelegenheit geben, Ihnen für meine Rettung zu danken.» (Fortsetzung folgt.)

WO 91 _ 1QS1 AUTOMOBIL-REVUE gen mit eigenen Bureaux vertreten. In der lokalen Presse erscheinen regelmässig ganzseitige Annoncen für diese Länder. Die deutschen Agenturen setzen ihre Werbetätigkeit in grossem Massstabe fort. Die von der A. M. E. R. 0. P. und der M. E. R. subventionierte Zeitungspropaganda arbeitet unter dem Schlagwort: «Geling to Europe means going to Gerniany!» Deutschland hat überhaupt eine hervorragende Organisation in New York. Vier Bureanx sind eröffnet worden, nämlich eine Office der Eeichsbahn, welche eng mit der A. M. E. R. O. P., der Vereinigung für die Verkehrsförderung zwischen Deutschland, Amerika und Europa zusammenarbeitet. Dann eine Agentur der M. E. R. in Verbindung mit der Mitropa. Ferner ein Bureau der Reichsgemeinschaft für deutsche Verkehrsbureaux und endlich eine Agentur, welche den Norddeutschen Lloyd-Hapag vertritt. Das gesamte deutsche Budget für Auslandswerbung stellt etwa auf 60 Millionen Mark, von de nen nur etwa 10 Millionen in den Vereinigten Staaten ausgegeben werden. Einer unserer amerikanischen Freunde teilt uns mit, dass die grossen Schiffsgesellschaften neue Touristendampfer im Bau haben, welche allen erdenklichen Komfort bieten. Es ist eine neue Schiffsklasse, die der Touristen, eingeführt worden, welche hauptsächlich der jungen amerikanischen Generation entsprechen wird, welche zum erstenmal nach Europa kommt. Diese wird die Eeklame für die Schweiz lebhaft unterstützen, wenn sie, von der Reise begeistert, unser Land weiter empfiehlt. Dies wird dann möglich sein, wenn sich die Hotels auf diese Klasse von Reisenden einzustellen verstehen. Wir brauchen in der Schweiz unbedingt die Hotels garnis, wo Zimmer von 5 Fr. an bezogen werden können und die den Gästen bezüglich der Mahlzeiten alle Freiheit lassen. In London lassen es viele Länder ebenfalls nicht an einer grossangelegten Propaganda fehlen. Die grössten Anstrengungen machen Norwegen, Italien, Deutschland, Frankreich, dann Schweden und Belgien. Neuerdings kommt nun eine Bewegung hinzu, welche die Engländer auffordert, ihre Ferien im eigenen Lande zuzubringen. Zuguterlotzt sei noch der französische Landesverband der Bürgermeister von Kur- und Fremdenorten erwähnt, der unter der Leitung vom Maire von Aix-les- Bains steht. Der Verband unternimmt im ganzen Lande eine Kampagne, um die Regierung zu veranlassen, ein Budget von 15 bis 20 Millionen Franken für einen grossen Reklamefeldzug zur Verfügung zu stellen. In Anbetracht dieser gewaltigen Anstrengungen allerseits die Frage: Was machen wir in der Schweiz? Die Presse meldete letztes Jahr, dass der Bundesrat der Alkohol Verwaltung einen Kredit von einer Million Franken zur Verfügung stellte, um die Landwirte zu unterstützen und ihnen einen Preis von 10 bis 12 Fr. für ihre Kartoffeln zu ermöglichen, ohne deswegen zum Brennen der Kartoffeln übergehen zu müssen. Das ist an und für sich ja recht und gut, aber was macht unsere gute Mutter Helvetia für den Tour rismus? Die Botschaft des Bundesrates vom 31. Oktober öffnet uns darüber die Augen. Die Subventionen sind seit 1913 von 24,3 Millionen Franken auf 72,4 Millionen Franken im Jahre 1929 angewachsen. Allein die Subventionen für die Land Wirtschaft gingen in dieser Zeit von 4,4 Millionen auf 18,4 Millionen Franken hinauf. Dagegen sind die Beiträge für Indtu | strie, Handel und Verkehr von 3,3 auf 2,9 Millionen Franken gesunken! Es ist deshalb zu hoffen, dass die parlamentarische Gruppe für Touristik eine Erhöhung der Subvention für die schweizerische Verkehrszentrale von 200 000 Fr. auf wenig stens eine Million Franken erreichen kann. Ein Land, dessen Budget 371 Millionen Franken Ausgaben aufweist, darf sicher eine Million Franken für seinen Fremdenverkehr ausgeben, in welchem an die zwei Milliarden Franken investiert sind. M. Och. Unser Aussenhandel in Motorfahrzeugen verzeichnet für den Februar 1931 einen Umsatz von 6,21 Millionen gegenüber 8,17 Millionen im Februar 1930. Wir veröffentlichen nachstehend eine Zusammenfassung der wichtigsten Ergebnisse des Aussenhandels in Motorfahrzeugen nach der Erhebung der Oberzolldirektion, bevor wir dieselben im Detail besprechen. Die Einfuhr beläuft sich auf 1003 Stück 1245'im Februar 1930), deren Gewicht, mit Einschluss der eingeführten Ersatzteilstücke, in Gewicht von 962808 kg (1169 472 kg) und einen Wert von 4,46 Mill. Fr. (6,09 Mill. Franken) repräsentieren. Der Minderwert der Februar-Ausfuhr beziffert sich auf: 242 Stück, m Gewicht von 206,664 kg, zu einem Wert von 1,62 Mill. Franken. Die eingeführten «Automobile, total 653 (794) Einheiten, stammen aus folgenden Ländern: 364 (463) aus den Vereinigten Staaten von Amerika, 162 (135) aus Frankreich, 87 (132) aus Italien, 25 (55) aus Deutschland, 9 (2) aus Grossbritannien, 3 (3) aus Oesterreich und 3 (4) aus Belgien. Wir haben ins Ausland exportiert: 84 (im Februar 1930 nur 83) Motorfahrzeuge, die mit den exportierten Ersatzteilen zusammen ein Gewicht von 211903 kg (257 491 kg) darstellen und einen Wert von 1,74 Mill. Fr. (2,08 Mill. Fr.) haben. Die Verminderung der Ausfuhr beträgt 45 588 kg, bzw. 344642 Fr., wobei aber die Zahl der Einheiten um 1 stieg. Wir werden in einer der nächsten Nummern auf die Einzelergebnisse der Aussenhandelsstatistik der Motorfahrzeuge zu sprechen kommen. //. Regelung des Verkehrs auf internationalem Boden. In Genf begann gestern Montag die erste vom Völkerbund einberufene Strassenverkehrskonferenz, in deren Kompetenz der Abschluss dreier Verkehrsvereinbarungen mit internationalem Geltungsbereich steht. Das erste internationale Abkommen umfasst eine Regelung der gewerblichen Lasten- und Personenbeförderung von Land zu Land. Es ist geplant, dass sich alle Völkerbundsstaaten die gleichen Erleichterungen im gegenseitigen Verkehr gewähren soJlen und dass in diesen Ländern für Handels- und Gewerbetransporte stes eine genügend bemessene Aufenthaltsbewilligung erteilt wird. Für je 50 km Fahrstrecke soll ein Aufenthalt von 24 Stunden in Vorschlag kommen. Ein zweites Abkommen wird sich mit der Abschaffung nationaler Abgaben der. ausländischen Automobile auseinandersetzen, unter dem Vorbehalt, dass sich diese Wagen nur zeitweise und höchstens 90 Tage im fremden Gebiete befinden. In ein besonderes Steuerheft, das jedes Land dem einzelnen Fahrer zu verabfolgen hätte, würden auch die Grenzübertritte notiert, ohne dass der Fahrer eine Abgabe entrichten müsste. Gleichzeitig soll eine Vereinfachung des Triptyckwesens in die Wege geleitet und die umständlichen Konsularbescheinigungen durch Bescheinigungen der Zollbehörden .ersetzt werden. Mit der Vereinheitlichung der Verkehrs- wäre eine Wiederherstellung der beschädigsignale wird sich das dritte Abkommen be- ten Strassenteile auf der Strecke des Targa schäftigen. Wir sind bei uns glücklich zur Florio-Rennens bis zum Datum des Austra- Auffassung gelangt, dass die Bezeichnung ges vollständig unmöglich. Um die grosso allgemeingültiger Verkehrssignale weder eine italienische Autosport - Veranstaltung, auf Angelegenheit der Kantone ist, noch als aus- die sich jeweils die Interessen der Sportschliessiiche Kompetenz der Bundesbehörden freunde aller Länder richten, nicht elimianzusehen ist, sondern vielmehr Gegenstand nieren zu müssen, beschloss man die Durcheines internationalen Abkommens sein muss. führung der diesjährigen Targa Florio auf Die Schweiz hat alles Interesse, den inter- dem cGrande Circuito delle Madonie», aiü nationalen Autotourismus nach besten Kräf- dem bereits in den Jahren 1906 und 1911 ten zu fördern. Die Genfer Konferenz wird das klassische Strassenrennen ausgetragen eine erneute Belebung des internationalen wurde. Das genauere Studium der Strecke Strassenverkehrs bringen. ^^ gr A • lt. durch die Organisatoren überzeugte von der Eignung der neuen, längeren Rund- *J»C>»»f^»«* ^ql«E»g» strecke, die über Petralia, Ganci und Castel- ^ • « • • • i ^ " " b uonO abbiegt und wieder nach Pollessano Der BeSUCh am Genfer Salon, und Campofelice auf die alte Strecke zu- Der am letzten Sonntag zu Ende gegan- rückführt. Der «Grande Circuito» misst gene VIII. Genfer Salon erfreute sich in den 148,823 km und ist demnach 40 km langer letzten Tagen des schönsten Frühlingswetters, als die kleinere bekannte Rundstrecke der Der Rückfall in den Winter, der in den er- Targa Florio. Das Rennen wird voraussten Tagen der vergangenen Woche auch sichtlich über vier Runden ausgetragen beim Salon sich in einem Besucherrückgang werden. oo. vor allem aus der Ostschweiz äusserte, wur- Erster Lauf der europäischen de durch einen Massenaufmarsch am Ende n«i.#irM«i!e#oi«c««h'ift der Woche wettgemacht. Man kann deshalb BBrgmOISierscnaTl. heute schon voraussagen, dass die VIII. In- ^. Zbraslav—Jitovlste. ternationale Automobil- und Fahrradausstel- D * europäische Bergmeisterschaft wird lung in Genf dieses Jahr wieder einen vollen am 31. Mai mit dem Bergrennen Zbraslav- Erfolg davontragen wird. Der gewohnte Jilovistem der Tschechoslowakei ofhziel er- Volkstag von Donnerstag wies schon vom öffnet Der erste dieser zwölf europaischen frühen Morgen an eine sehr starke Belebung Läufe wird vom A. C. der Tschechoslowakei des Salons auf. Die Besucherzahl betrug organisiert und begegnet in seiner engern 14,750 Personen; es wurden 1289 Bahnbillette Heimat stets grösstem Interesse. Das Renabgestempelt. Am Freitag wurden 7714 Ein- " €n i st {ür alIe Kategorien offen es kommt trittskarten verkauft und 1292 Billets für die au * einer Strecke von über 5,6 Kilometer Län^e zum Rückfahrt gültig gemacht. Am Samstag stieg Austrag. Die geringste Steigung die Besucherzahl auf 13,805 Personen, 2000 beträgt 3,5 Prozent, die maximale neun Pro- Billets wurden abgestempelt. Der Sonntag zen *- bedeutete den Rekordtag des diesjährigen Der Sieger des Rennens erhält 10,000 Kro- Genfer Salons: 21,004 Personen besuchten nen; verbessert er den von Stuck gehaltenen die Ausstellung, die S.B.B, musste 4123 FaTir- Rekord (2 Min. 45 Sek. 7 t 10 ), so erhält er als karten abstempeln. Eine flüchtige Zusam- Extrapreis noch einmal 10,000 Kronen. Zwei menstellung der Besucherzahlen ergibt heute Pre 'se von je 5000 Kronen sind für den beschon, dass der Salon von rund 116,000 Per- sten Fahrer mit dem Wagen bis zu 1500 cem sonen besucht wurde. bo. 1500 cem Inhalt vorgesehen. Der Ball am Salon. Noch ist der glänzend Beginn der internationalen Tourenfahrt verlaufene Ball anlässlich des soeben zu En- Paris-Nizza. Am letzten Samstag fand in de gegangenen Genfer Salons in der ange- Or 'y der start zur traditionellen grossen nehmen Erinnerung aller Teilnehmer. Wir Tourenfahrt Paris-Vichy-Nizza statt. 54 Teilhaben noch nachzutragen, dass als Organi- nehmer schrieben sich für die Fahrt ein, die sator der gewählten Veranstaltung die Sek- in Frankreich als eine der bedeutendsten tion Genf des A. C. S. zeichnete, die keine touristischen Organisationen geschätzt wird. Mühe scheute, den Anlass wieder zu einem Unter den Fahrern befinden sich bekannte Glanzpunkte des gesellschaftlichen Lebens Namen. So nimmt der Sieger der Sternfahrt Genfs zu gestalten. Den verantwortlichen nach Mo'nte Carlo, D.Healey auf Riley, teil, Organisatoren, in erster Linie Herrn A. Chan- ferner der Sieger des letzten Jahres, Chautre, Präsident der Sektion Genf des A.C.S. vierre, die Rennfahrer Stoffel, Zehender, Ivaund Herrn Dr. Guillermin als Präsident der nowsky, Graf Czaikowski, der bekannte Unterhaltungskommission, sowie allen wei- Sternfahrer Lord de Cliffore u.a.m. Die tern Mitarbeitern der Sektion gebührt für Fährt ist wieder offen für Autocars; zwei ihre Leistungen grosse Anerkennung. Saurer-Wagen, die von D. Lamberjack und ^ »»#•'«•• *" Haubourdin gefahren werden, nehmen dar- ^ • Neuer Automobil-Weltrekord. Der durch Aenderungen seine Rekordversuche in letzter Zeit bekannt beim Targa FloriO-Rennen. gewordene englische Fahrer E.-T. Eyston hat Die grossen Ueberschwemmungon, die * uf , der -Brooklandsbahn für die englische am vergangenen 22. und 23. Februar das M e"e und den Kilometer auf einem M. G. Midnördliche Sizilien und speziell die Zone eet-Kompressor-Kleinwagen neue Rekorde «delle Madonie» heimsuchten, verursachten ^gestellt Die englische Meile fuhr er mit neben den vielen bereits durch die Presse ? m . er Stundengeschwindigkeit von 154,5 km, gemeldeten Schäden auch zahlreiche Stras- °f im , Kllom eter erreichte er 156 km (97 senunterbrüche. Längere Strecksn sind Stundenmeilen), womit der 94-StudenmeiIenvollständig unbefahrbar, vor allem zwi- K kord ! i von Malcolm Campbell in Daytona sehen Polizzi und Collessano; auch eine mit semem Kle inwagen überholt ist. x. Brücke ist hier eingestürzt. Diese Strassen- Auto-Schönheitskonkurrenz von Cannes. schaden betreffen unglücklicherweise genau Die letzten Freitag stattgefundene traditiodie Strecke der geplanten Targa Florio vom nelle Schönheitskonkurrenz in Cannes hatte 10. Mai 1931. einen vollen Publikumserfolg zu verzeichnen. Der Organisator des nach ihm benannten Gegen hundert Wagen defilierten vor einer Rennens, Vincenzo Florio, besichtigte mit eleganten Menge. Den grossen Ehrenpreis einigen Mitgliedern des Departementes für für die schönsten Wagen der. Schau erhielten öffentliche Arbeiten die Strassenschäden. Mme Konaroff und Mme Perejsej mit je Nach dem Urteil nach ihrem Augenschein einem Rolls-Royce. v " und fiber