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E_1931_Zeitung_Nr.027

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«Der traditionelle

«Der traditionelle Frähandel ßess sieft in seiner ursprünglichen Form nicht mehr aufrechterhalten, sei es ans inneren ökonomischen Gründen, sei es aus handelspolitischen Motiven. Ein Uebergang aber mis der ausgesprochenen Schntzpolitik des übrigen Europas war und ist für die Schweiz unmöglich nach dem ganzen Charakter ihrer Wirtschaft, bei der die mit der Weltwirtschaft eng verflochtene Exportindustrie eine wichtige Rolle spielt.» Die Debatte über die derartig gekennzeichnete Vorlage wird im Laufe dieses Monats die Bundesversammlung beschäftigen. Sie wird ohne Zweifel einen Zeitabschnitt der schwersten inner-wirtschaftspolitischen Kämpfe einleiten und muss, wenn sie unserem Lande von Nutzen sein soll, von einem Geiste getragen sein, der, wenn er auch dem einzelnen Wirtschaftszweig und seinen besonderen Erfordernissen gerecht wird, sich als oberstes Gesetz das Gemeinwohl setzt. Die Vorläufer des Entwurfes von 1921. Die Vorgänger der neuen Zollordnung in der Zollgeschichte der Schweiz sind die Generalzolltarife der Jahre 1891 und 1902. Vor dieser Periode liegend: die Tarifnovelle vom Jahre 1887. Sie schufen das eigentliche handelspolitische System, das den Charakter der von der bundesrätlichen Botschaft des Jahres 1925 sogenannten «Kampfzoüpolitik» trug. Der Botschaft voraus gingen bekanntlich grundsätzliche Erörterungen über die schweizerische Zollpolitik in den Jahren 1920 bis 1925, die dann mit einer Volkinitiative zu diesem Titel endeten. Schon damals zeigte sich, dass die grundsätzlichen Erörterungen das Signal zur aktiven Meinungsbeteiligung aller nationalen Wirtschaftgruppen gaben. Obwohl die Wirtschaft sich noch in einer Periode aufsteigender Konjunktur befand, war das wirtschaftliche Feingefühl für die Abhängigkeiten und Folgerungen für die eigene Industrie oder für die Konkurrenz, die aus kleinsten zollpolitischen Aenderungen entstehen konnten, ausserordentlich stark und fein ausgebildet. Man darf nicht vergessen, dass das halbe Jahrzehnt des ununterbrochenen Wirtschaftschaos während des Krieges, dann die Jahre der Demobilisation und schliesslich der furchtbare wirtschaftliche Schmelzofen der Inflation verschiedener mitteleuropäischer Länder wirtschaftsökonomische Erzieher von selten klarer und oft schmerzhafter Eindringlichkeit geworden sind. Der neue GeneralzoHtarif. Der Tarif selber, nach der bundesrätlichen Vorlage vom 9. Januar 1925, umfasst eine Reihe von 2064 Einfuhrzollpositionen. Sie werden erst einer späteren Session der Bundesversammlung vorliegen. Dagegen ist der kleinere erste Teil des Gesetz-Entwurfes bearbeitet und wird zur Beratung kommen, nämlich das Zolitarifgesetz. Eine enorme Vorarbeit ist auch hier schon geleistet worden. Nachdem während eines Jahres in den Subkommissionen die Vorarbeiten erledigt worden waren, hat sich die eigentliche nationalrätliche Zollkommission mit der Vorlage befasst In einer grossen Anzahl von Sitzungen haben sich in ihr schon die jetzt aufeinanderplatzenden Wirtschaftsinteressen gespiegelt. Trotzdem sind in den durchgeführten Beratungen nur wenige Veränderungen des bundesrätlichen Tarifentwurfes vorgenom men worden, welche grundsätzlicher Natur waren. Vielmehr zeigte sich, dass auch die beste Zollvorlage immer nur die augenblick liehe wirtschaftliche Situation abfangen und zollpolitisch verwerten kann. In der Botschaft des Bundesrates zum Bundesgesetz betreffend den schweizerischen Hauptstrasse hätte in rascher Fahrt gar nicht genommen werden können und nachher fand er trotz des gemässigten Tempos Zeit, die Hauptstrasse nach ihrer rechten Seite zu überqueren, bevor der andere Wagen eineiner der merkwürdig lebensähnlichen Stellungen, die leblose Gegenstände bisweilen annehmen, wie eine tote Frau — eine Joan Averü, die gestorben war. Die Vergangenheit stieg auf, und es wurde ihr bang ums Herz. Sie wandte sich ab. Ueber einem Stuhl hing das einfache schwarze Kleid von jenem Abend — es war erst zwei Tage her ~ als Cradock gekommen war, um ihr Lebewohl zu sagen. Joan hängte es in den Schrankkoifer. Sein Anblick schmerzte sie. Sie schloss den Schrank und blieb nachdenklich vor ihm stehen. Ihr Gemüt war von Zweifeln zerrissen. Vorgestern, als Cradock von ihr schied, hatte sie sich die Augen getrocknet und war mit dem festen Entschluss zur Ruhe gegangen, nach Europa zurückzukehren, sobald Simmons aus dem Krankenhaus entlassen wäre — also binnen drei Tagen Sie wollte in Paris ernsthafte Kunststudien treiben. Die Saison in Aegypten war ohnehin in einem Monat vorbei, und sie hatte keine Lust, in Kairo zu bleiben. Auch eine Reise nach dem Sudan lockre sie nicht, und in Luksor — würde sie Cradock begegnen... Aber beim Morgengrauen geriet ihr Vorsatz ins Wanken. Es gab so vieles noch zu Im August 1927 bog ein von einem Chautfeur geführtes Auto aus einer von links einmündenden Seitenstrasse in die Hauptstrasse Lausanne-Yverdon ein, um in der Richtung nach Yverdon weiterzufahren. Etwa zehn Meter nach dem Kreuzweg holte ihn ein in sehr raschem Tempo aus Lausanne her eintreffender Wagen ein und streifte ihn beim Versuche vorzufahren. Der Zusammenstoss hatte erhebliche Beschädigungen beider Wagen zur Folge und einer der Insassen des angerannten Wagens erlitt einen Nervenschock. Der Eigentümer dieses Wagens schrieb den Unfall der Unvorsichtigkeit des ihn einholenden Fahrers zu und belangte diesen auf 5850 Fr. Schadenersatz; der Lausanner Automobilist behauptete umgekehrt, der Chauffeur des andern Wagens sei beim Einbiegen in die Hauptstrasse unvorsichtig gewesen und erhob Widerklage gegen Eigentümer and Chauffeur dieses Wagens im Betrage von 9900 Fr. Im Verlaufe des Prozesses setzte er den Betrag dieser Widerklage auf 5000 Fr. herab, während der Kläger sein Rechtsbegehren ganz zurücknahm, nachdem ihm die Haftpflichtversicherung des Lausanner Automobilisten eine Entschädigung von 1800 Fr. zugesichert hatte. Das Waadtländer Kantonsgericht hatte somit nur noch über die Widerklage zu entscheiden, also um die Frage, ob der Chauffeur durch unvorsichtiges Einfahren in die Hauptstrasse den Zusammenstoss verschuldet habe. Nach Art. 16 des Waadtländer Reglementes zum Autokonkordat hat bei Strassenkreuzungen der- auf der Hauptstrasse eintreffende Wagen den Vortritt und der aus einem Seitenweg kommende Fahrer hat zu verlangsamen, bis er sicher ist, dass kein Zusammenstoss zu befürchten ist. Oegen diese Vorschrift hat sich der Chauffeur nicht verstossen, denn die rechtwinklige Einbiegung in die Zolltarif wird ausgeführt, dass der vorliegende Generalzolltarifentwurf einen Bruttoertrag von 280 Millionen Franken abwerfen werde, wenn man die neuen Ansätze zur Ver-' rechmmg benützen und die Einfuhrmengen des Jahres 1923 zugrunde legen würde. Nimmt man die Motorfahrzeugzölfe des Bundes, die rund " Millionen Franken ausmachen, und den Benzinzoll, der sich auf Fr. ' ' Millionen beläuft, zusammen, so erhält man den respektablen Betrag von Ff. /'.'•" Millionen. Der Motorfalirzeugverkehr liefert dem Bund relativ genommen rund* "V Proz. der Gesamtzolleinnahmen. Somit dürften auch die Automobilisten und alle übrigen Motorfahrzeugbesitzer an den gegenwärtigen Beratungen des Zolltarifgesetzes interessiert sein. Die Zukunft ist immer dunkel, und wohl nie sind die einzelnen Produktionszweige so überraschend von einbrechenden Niedergängen und auftauchender internationaler Konkurrenz bedroht worden wie in den zehn Jahren nach der Liquidation des Weltkrieges, in denen der Versuch gemacht wurde, wieder eine Weltwirtschaft aufzubauen. Wirtschaftszweige, wie die Leder verarbeitende Industrie, die Textilindustrie, die Elektrizitäts-Industrie wissen ein Lied davon zu singen. Die Zollvorlage musste also in immer neuen Abänderungen diesen Einbrüchen Rechnung tragen. tun, bevor man den Plan verwirklichen konnte. Es mussten die Koffer gepackt, die Hotelrechnungen bezahlt und an ein ganzes Regiment von Dienerschaft Trinkgelder ausgeteilt werden. Man musste sich für eine bestimmte Route entschliessen und Schiffskarten für sich selber und für Simmons bestellen. Joan hielt es für ratsam, zu warten, bis ihre Zofe bei ihr sei. Dann würde man ja sehen. Sie hatte schliesslich doch keine besondere Eile... Dann begann abermals ein Umschwung einzutreten. Sie sagte sich, dass sie der Aus dem Bundesgericht, Entscheidung feige ausweiche. Selbstbetrug •war nie ein Fehler von ihr gewesen. Im tiefsten Herzen gestand sie sich die Wahrheit: sie wollte Aegypten nicht verlassen, weil sie fühlte, dass ihre Abreise eine endgültige Trennung zwischen David und ihr bedeuten würde. Nun, sie musste den Mut ihrer Veberzeugung aufbringen: sie würde stark genug sein, das Meer zwischen ihm und sich zu wissen. Zu diesem Entschlüsse ,kam sie, als sie nach dem Abendbrot in ihrem Schlafzimmer sass. Sie blieb an dem Abend noch lange wach und räumte Kästen und Koffer aus, weil sie am folgenden Morgen zu packen beabsichtigte. (Fortsetzung folgt.) ÄÜtÖMÖBtL^REVÜE 1931 -- N°27 Fahrregel der Priorität traf. Der aus Lausanne herkommende Wagen hätte zwar bei der Strassenkreuzung die Priorität, hatte aber keinen Anspruch darauf, sein schnelles Tempo unverändert beizubehalten. Er hätte verlangsamen sollen und auf das Vorfahren ganz verzichten müssen, wenn dies im Interesse der Sicherheit geboten war. Die Regel der Priorität gut nur für das gleichzeitige Eintreffen von zwei Fahrzeugen bei eineT Kreuzung. Will man das Einbiegen aus einer Seitenstrasse in die Hauptstrasse nicht für viele Fälle ganz verunmöglichen, muss man es auch dann gestatten, wenn die Kreuzung zwar augenblicklich frei ist, ein noch weiter entfernter, auf der Hauptstrasse herannahender Wagen aber vielleicht zur Verlangsamung seiner Geschwindigkeit gezwungen werden kann. Da das Verschulden des Chauffeurs zu verneinen war, wurde die Widerklage abgewiesen. In seinem Urteil vom 11. März hatte das Bundesgericht zwar die Anwendung des Waadtländer Reglementes nicht zu überprüfen, weil es sich um kantonales Recht handelt. Dagegen gelangte es gleichfalls zur Ablehnung des gegen den Chauffeur und seinen Herrn erhobenen Schadenersatzanspruches auf Grund der dem eidgenössischen Rechte unterstellten Frage, ob der Chauffeur die von der allgemeinen Rechtsordnung gebotene Vorsicht angewandt habe. Der Chauffeur hat die gebotene Sorgfalt gezeigt, während der WiderkJäger den Unfall im Vertrauen auf den ihm zukommenden Vorrang unvorsichtig heraufbeschworen hatte. Der Entwurf des eidg. Automobilgesetzes bestimmt: «Werden bestimmte Strassen als Hauptstrassen gekennzeichnet, so hat das auf der Hauptstrasse verkehrende Motorfahrzeug den Vortritt; der aus der Nebenstrasse kommende Führer hat die Geschwindigkeit seines Motorfahrzeuges zu vermindern.» Die Fahrregel der Priorität wird somit vom Gesetze anerkannt, doch dürfte sie in der Anwendung wohl dieselbe Einschränkung erhalten wie in dem vorliegenden scheide. Gerichtsent- Das ist aus den einundvierzig Eingaben ersichtlich, über die die letzte Session der Zollkommission des Nationalrats zu befinden hatte, und über deren Notrufen und Begründungen mit unsichtbarem Druck und doch gefühlter und zweifelsfreier Urheberschaft eine dunkle Macht steht: Weltwirtschaftskrise. Die «Kampfzol/politik», wie sie die Schweiz im neuen Qeneralzolltarif fortzuführen gedenkt, hat die Aufgabe, auf dem Vertragswege der Exportindustrie den Zugang zum Weltmarkt frei zu machen und zugleich die Inland-Produktion lebenskräftig zu halten und ihr eine Reservebildung zu erlauben, auf der die Zukunft unerschütterlich fest stehen wird. R Neue Verkehrsregelung auf dem Basfer Zentralbahnplatz. Die bisherige Verkehrsregelung an der Zentralbahnstrasse und auf dem Zentralbahnplatz vor dem Bundesbahnhof in Basel soll auf den Beginn der Mustermesse hin eine Aenderung erfahren. Die jet zige Verkehrsordnung auf dem Platze hat be kanntlich seit ihrer Einführung verschiedentlich Opposition erweckt, der nun Rechnung getragen werden soll. An der Zentralbahn strasse soll der Richtungsverkehr aufgeho ben werden und auf dem Zentralbahnplatz wird der Kreisel verkehr, wie er bisher teil weise bestand, zur konsequenten Durchfüh rung gelangen. Gleichzeitig sollen die Schutzinseln für das tramfahrende Publikum eine Vergrösserung erfahren. X. Schweizerische M otorf ahrzeugstatlsti k. Das Eidg. Statistische Amt hat in seinen Mitteilungen soeben die Tabellen über den Bestand .an Motorfahrzeugen auf Ende 1930 publiziert. Nach deren Ergebnissen belauft sich das Total auf 124,676 Fahrzeuge aller Art Davon sind 60,735 Personenwagen, 15,843 Lastwagen, 1677 Traktoren und 46,421 Motorräder. Es entfallen demnach 33 Einwohner auf ein Motorfahrzeug. Diese Zahlen weichen zum Teil recht erheblich von der Statistik ab, welche wir selbst in Nummer 9 vom 3. Februar publizierten und die sich auf amtliche kantonale Mittet 'ungen stützt. Ein ausschlaggebender Grund für die sich ergebenden Differenzen Ist einmal die Tatsache, dass das Statistische Amt für die Ermittlung der Nutzfahrzeuge sich auf die Unterlagen des Motorwagendienstes stützt Die dem E.M. D. von den Kantonen gemeldeten Mutationen im Fahrzeugbestand gehen aber erfahrungsgemäss vielfach sehr unzeitig oder nicht restlos zuverlässig ein. Unsere Angaben stützen sich dagegen auf die direkt uns zugegangenen Meldungen der kantonalen Motoriahrzeugkontrollen. Zudem sind für die für militärische Zwecke benötigten Zahlen ganz andere als rein statistische Standpunkte massgebend, welcher Umstand ebenfalls zu Unterschieden in der Art der Erhebung und dem Ergebnis führt. Wie sehr übrigens eidgenössische und kantonale Angaben auseinandergehen, möchten wir nur an einem einzigen.Beispiel, dem Kanton Bern, illustrieren. Anlässlich einer vom Verkehrsamt des Kantons Bern einberufenen Presse- Orientierung wurde der Effektivbestand der Motorfahrzeuge auf Ende 1930 wie folgt angegeben: Kant. Zahlen Eide. Zahlen Personenwagen 9649 9781 Lastwagen 1305 1941 Traktoren 137 149 Motoiräder 8084 8176 Schon diese wenigen Zahlen dürften genügen, um zu zeigen, in welch auffallender Weise eidgenössische und kantonale Angaben auseinandergehen. Wir müssen dieser Tatsache weiter entnehmen, dass die schweizerische Automobilstatistik noch auf etwas wackligen Füssen steht. Wir hoffen gerne, dass der neuberufene Chef, Herr Brüsehweiler ans Zürich, welcher die dorfige städtische Verkehrsstatistik vorbildlich organisiert hat, auch hier gründlich Remedur schaffen wird, damit uns endlich Unterlagen zur Verfügung stehen, welche absolut zuverlässig sind. Wir können deshalb ruhig von einer detaillierten Wiedergabe der eidgenössischen Statistik absehen und Interessenten auf unsere eigene im Februar publizierte Zusammenstellung verweisen, die wir bis zum Antritt eines Gegenbeweises als mindestens ebenso richtig betrachten können. u Das Verkehrsgesetz vor dem Nationalst Wir haben sowohl in Nr. 25 als in NT "6 «ns eingehend mit den Verhandlungen 'des Nationalrates zu den zwei ersten Titeln des iiepartementsentwurfes geäussert und veröffentlichen nachstehend in kurzer Fassung dio persönlichen Eindrücke unseres Farlamentsbenchterstatters. V> O A Es hat wohl niemand, der die Entwicklung des Gesetzesentwurfes näher verfolgt hat, überrascht;" dass Arbeitszeit- und "Geschwindigkeitsartikel die umstrittensten Diskussionspunkte abgegeben haben. In automobilistischen Kreisen hat man zwar die Kritik des vorgesehenen Wegfalles einer zahlenmässig beschränkten Höchstgeschwindigkeit befürchtet, weil durch ungenügende Aufklärung gerade der Fussgänger weitherum die irrige Meinung besteht; dieser Artikel sei ein ausgesprochener Freibrief für Autowildlinge, denen das Publikum schutzlos ausgeliefert sei! Umso mehr hat einmal die sachliche Diskussion über diese Frage, wie auch das weitsichtige Abstimmungsresultat im Rate angenehm überrascht. Weit weniger war vorauszusehen, dass die Arbeitszeitbestirnmung&n' die Verhandlungen derart aus der Bahn werfen könnten, wie dies — allerdings grösstenteils wegen der intransigenten Haltung der Sozialdemokraten — der Fall gewesen war. Der .Artikel 17 wäre beinahe zum Schicksalsparagraphen geworden, über den der Nationalrat zu stolpern drohte und der recht unerfreuliche Perspektiven für die noch bevorstehende Beratung der Haftpffichtbestimmungen eröffnet hätte. Die bei den übrigen Artikeln eingebrachten redaktionellen und materiellen Aenderungen tragen überwiegend den -von bäuerlicher Seite geäusserten Bedenken und Wünschen Rechnung. Im übrigen hat schon die Eintretensdebatte wie auch der weitere Verlauf der Beratungen gezeigt, dass manche der Parlamentarier oder gar Fraktionsgruppen mit Vorbehalten aller Art schwer beladen an die Diskussion herantraten, um an dem Interessenkompromiss, den der Entwurf an und für sich schon darstellt, möglichst viel herumzukompromissieren und die am liebsten aus jedem Artikel einen Schioksalsparagraphen gemacht hätten. Wenn diese zahlreichen Sonderwünsche auf ein erträgliches Mass reduziert wurden und den Fortschritt in der Verabschiedung von Artikel um Artikel nicht allzusehr hemmen konnten, so ist das neben der Bereitschaft der Mehrheit der Nat.-Räte, zur Konsolidierung des Entwurfes beizutragen und der unermüdlichen Aufk'äruntr der beiden Kommissionsreferenten vor allem auch ein Verdienst von BTOrtesnrSs'dent Häberlin ?e»r?e komeauen- *& Bearhtunjj der «rossen Richt'inlen. seine sreschickte Vermittlung im Meinungsstreite, seine grosse Sachkenntnis haben viel dazu beigetragen, dass die schärfsten der Klippen glücklich umfahren werden konnten. Schon seine feste Absicht, die Beratung mö'sdichst speditiv zu erledigen, verdient alle Anerkennung. Ursprünglich stand ja das Vtrkehrs-

27 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Samstag und Sonntag: Grand Prix von Tunis. Der erste Internationale Circuit 1931 ! Mit einer leichten Verspätung setzt dieses Jahr die internationale Autosportsaison ein. An Stelle des für den 15. März vorgesehenen und dann ausgefallenen Grand Prix von Tripolis rangieren nun die Grossen Preise von Tunis vom 28. und 29. März als offizielle Eröffnungsrennen der internationalen Saison, denen seit jeher immer ein besonderes Interesse zukommt. Am Samstag wird der Grosse Preis über sechs Stunden ausgetragen, dem am Sonntag der offizielle Grand Prix von Tunis nachfolgt. Die Rundstrecke von Karthago wird dieses Jahr zum erstenmal befahren, sie misst 12 km 714 und verläuft in Dreieckform. Das Terrain ist eben, dagegen fehlt es der Strecke nicht an mehreren scharfen Kurven, die an die Fahrkunst der Teilnehmer grosse Anforderungen stellen. Bemerkenswert ist die ausserordentlich gut belegte Nennliste, unter der eine ganze Reihe hochbedeutender Fahrer figurieren. So wird Varzi seine Fahrertätigkeit mit dem neuen Bugattirennwagen mit den zwei obenliegenden Nockenwellen auf der Karthager Rundstrecke beginnen, auch Maserati sendet für dieses Rennen seine neue gefährliche Equipe Maserati, Fagioli, Dreyfus und Biondetti ins Rennen. Als vorzüglicher Einzelfahrer ist Etancelin, der Sieger von Monza und vom letzten Grossen Preis von Frankreich zu erwähnen; weitere erprobte Fahrer sind Joly (Bugatti), Lehoux (Bugatti), Max Fourny (Bugatti), Toselli (Bugatti), Hartmann (Bugatti), Czaykowski (Bugatti), d'Arnoux (Bugatti) usw. Im ganzen meldeten sich 31--Fahrer für das vielversprechende Rennen, das der A.C. von Tunis organisiert. Die Meldungen : Eberhardt (Bugatti). A. Martin (Bugatti). Veyron (Bugatti) GaupUlat (Bugatti). C. Angword (Bujratti). Joly (Bugatti). Winnie (Bugatti). Faggioli (Maserati). Vagniez (Bugatti). Varzi (Bugatti) Lehoux (Bugatti). Etancelin (Bugatti). M. Fournez (Bugatti). Micruel (Bugatti). Toselli (Bugatti). Hartmann (Bugatti). tJagen bis 1500 ccm: Bourol (Amilcar). Guegouff (Amilcar). Jacquin (Amilcar). Mad. R. Itier (Bugatti). Girau d-Cabantous (Caban Special). Bouely (Salmson). Marrel (Salmson). Czaykowski (Bugatti). Rey (Bugatti). Maserati (Maserati). Dreyfus (Maserati) Biondetti (Maserati). Minangoy (Bugatti). D'Arnoux