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E_1931_Zeitung_Nr.025

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Atisgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 20. März 1931 Nummer 20 Cts. 27. Jährgang. — N° 25 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint Jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelbe Liste" H«IbJlhrtleh Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.-. Im Ausland unter Portoaaisehlag, Mlern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtllcbe Bestellung 30 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitcnrainstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnuna III/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Das Verkehrsgesetz vor dem Nationalrat Der vielumstrittcne Arbeitszeit-Artikel wird an die Kommission zurückgewiesen. Der Aufhebung einer zahlentnässig festgelegten Höchstgeschwindigkeit wird mit grossem Mehr zugestimmt. In Abweichung zu seinem für die Frühjabrssession aufgestellten Arbeitsprogramm begann der Nationalrat bereits am Dienstag morgen mit der Lesung des «Gesetzentwurfes aber den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr», wie die umständliche amtliche Benennung des neuen Verkehrsgesetzes lautet. Die Beratung musste vorgeschoben werden, weil unser Justizminister, Bundespräsident Häberlin, während der zweiten Sitzungswoche in der Ständekammer durch die Behandlung des Schweizerischen Strafgesetzbuches festgehalten sein wird. Bisher hat der Nationalrat der Verkehrsvorlage vier Sitzungen gewidmet, von denen die zweite ziemlich dramatisch verlief, weil die Sozialdemokraten den Versuch machten, eine vielumstrittene Sachfrage auf das politische Gleis zu rangieren. Vorweg sei ferner bemerkt, dass die Absicht besteht, in der laufenden Session lediglich die beiden ersten Titel des Entwurfes zu erledigen: die Allgemeinen Bestimmungen und die Strassenverkehrsvorschriften, da sich die Kommission ihre endgültige Stellungnahme in der bedeutsamen Frage der Haftpflicht und Versicherung vorbehalten hat und diese von dem Ergebnis der jetzigen Beratungen abhängig macht. Dieser Abschnitt sowie der Rest der Vorlage sollen im Juni vor das Plenum gelangen. Die Eintretensdebatte. Als Berichterstatter der Kommission fungierten ihr Präsident, der Zürcher Regierungsrat Pfister, und der bekannte Genfer Advokat Lachenal, der sich im Parlament schon wiederholt über sein Verständnis für die Probleme des modernen Verkehrs und speziell des Automobils ausgewiesen hat. In ihren einführenden Referaten legten beide besonderes Gewicht auf den Nachweis der Notwendigkeit und Dringlichkeit eines neuen Verkehrsgesetzes, teils wegen der gewaltigen Entwicklung des Automobilismus, teils I I^^R ^H p^^| p^H ^^^b |^H^ | j Ramosi Roman von V. Williams. Am dem EnjlUchen fibersetzt von Otto Element Ii7. Fortsetzung;) Er errötete wie ein Schuljunge. «Aber setzen Sie sich doch!» bat sie, um ihm über seine Schüchternheit hinwegzuhelfen. «Darf ich Ihnen eine Erfrischung anbieten?» Das lehnte er ab, doch nahm er gern Platz. «Sie müssen mich für recht unvorsichtig halten,» fuhr sie fort, «weil ich mit einem Aegypter in das Araberviertel soupieren ging — nur mit dieser Russin als einzige Begleitung.» Sie fühlte, wie seine Augen neugierig auf ihr ruhten. «Aber wir waren ja doch eigentlich in den Palast des Prinzen eingeladen; erst im letzten Augenblick erfuhr ich, dass wir uns anderswo treffen sollten. Und da mochte ich nicht mehr zurück.» «Sie konnten ja nicht wissen, wer Said Hussein ist! Er gibt sich den Anschein, ein kultivierter Europäer zu sein, aber wenn man nur ein wenig kratzt, lugt alsbald der Orientale hervor.» «Was haben Sie nun weiter getan? Ist etwas Wichtiges geschehen?» «Kommen Sie in den Garten hinaus! Ich kann hier nicht sprechen.» Sie lächelte im stillen, während sie sich in ihren Umhang hüllte. Ein anderer hätte gesagt: «Wäre es Ihnen recht, wenn wir im Garten spazieren gingen?» Oder so ähnlich. Aber Dave redete mit ihr wie ein Mann zum andern. Sie schritten durch die Drehtür über den wegen den Unzukömmlichkeiten der verschiedenartigen kantonalen Regelungen. Als Empfehlung gaben sie dem Entwurf den Hinweis mit auf den Weg, dass man darin nach Möglichkeit die Lehren berücksichtigt habe, die aus der Verwerfung des alten Entwurfes (1927) zu ziehen waren. Der Eindruck, den die Eintretensdebatte hinterliess, war nicht zufriedenstellend. Ueber die Wünschbarkeit einer Vereinheitlichung des scliweiz. Verkehrsrechtes herrschte nur eine Meinung und speziell die Notwendigkeit, der Vielfältigkeit der kant. Vorschriften über den Automobilverkehr ein Ende zu machen, wurde von keiner Seite bestritten. Wohl aber tauchten von bäuerlich-gewerblicher Seite bereits verfassungsrechtliche Bedenken auf in bezug auf einige Vorschriften, die nach Meinung dieser Votanten über den Rahmen des grundlegenden Verfassungsartikels 37bis hinausgingen. Namens der Sozialdemokraten erklärte sich der Generalsekretär des Schweiz. Eisenbahnerverbandes Bratschi mit der Tendenz des Entwurfes, den Automobilisten entgegenzukommen, einverstanden, doch bezeichnete er die dem Automobil eröffnete Entwicklungsfreiheit nur dann für annehmbar, wenn die in der Vorlage enthaltenen Verkehrssicherheiten (wozu er auch die Regelung der Arbeits- und Ruhezeit der Chauffeure zählte) nicht verschlechtert würden. Der den bundesrätlichen Entwurf vertretende Che.f des Justiz- und Polizeidepartementes, Bundespräsident Haeberlin, verband mit der Inhaltsskizzierung die Feststellung, dass an diesem Gesetze alle Strassenbenützer interessiert seien, mit Einschluss der Fussgänger, die hier zum ersten Male als Verkehrslaktor behandelt würden. Um den Bedürfnissen aller Strasseninteressenten möglichst gerecht zu werden, müssten auch alle gewisse Opfer bringen. Dringend empfahl er dem Parlament, nur die grossen Richtlinien im Auge zu behalten und sich nicht in De- (SchlusB Seite 2) Gang hinter der Hotelbar und traten ins Freie unter die Sterne. Schwarz hoben sich die Palmenzweige gegen das leuchtende Himmelszelt ab, und durch das Gitter am Gartenende sah man die farbigen Lampen .eines Restaurants jenseits der Strasse. Aus den strahlenden Fenstern der Bar drang Musik zu ihnen herüber. «Hussein ist verschwunden,» berichtete Cradock. «Sirnopulos auch. Als ich Sie damals verliess, holte ich mir von der Polizei eine handvoll Leute und kehrte zu jenem Haus zurück. Es war leer. Die Schurken hatten sich samt und sonders schleunigst in Sicherheit gebracht.» «Aber was für Beziehungen sollte denn Said Hussein zu Simopulos haben?» «Schleichhandel mit Altertümern. Der Grieche war Husseins Vertrauter. Seit Monaten spürt die ägyptische Regierung einer raffinierten Organisation nach, die tatsächlich alle Ausgrabungsstätten in Aegypten umfasst und deren Zweck die Beraubung der Gräber ist. Ueberall hatten sie ihre Agenten unter den Arbeitern — Ali war einer davon — ebenso wie unter den Fellachen in den Dörfern; selbst angesehene Händler wurden zur Teilnahme gepresst. Es war eine förmliche Schreckensherrschaft. Niemand wagte, sich ihr zu widersetzen; denn ihr Kundschafterdienst funktionierte vortrefflich. Wenn je eine Anzeige beim Departement für Antiquitäten einlief, so pflegte der Denunziant bald darauf auf geheimnisvolle Weise zu verschwinden. Bisweilen fand man seine Leiche erst nach Wochen in irgendeiner Bergschlucht, oder sie wurde aus dem Nil geholt. Das Haupt der Organisation, war bekannt unter dem Namen ,Ramosi'.» Dass unter den Rohstoffproduzenten für Benzin etwas nicht in Ordnung sein kann, haben die Automobilisten am rückgängigen Benzinpreis schon längst gesehen. Zurzeit hat es den Anschein, als ob die heute geltenden Preise noch nicht so schnell erhöht werden. Niemals aber werden sie wieder jene schwindelnde Höhe erreichen, wie wir sie auch in der Schweiz gekannt haben. Es hat j beim Benzin wie bei andern Naturprodukten den Anschein, als ob die Tiefpreise dem normalen Preisniveau viel näher liegen als die früheren Höchstpreise, so dass mit etlicher Wahrscheinlichkeit eine dauernde Anpassung an dieselben in Betracht gezogen werden muss. So bedauerlich diese Verhältnisse für die Produzenten auch sind, so .haben sie andernteils einen Vorteil für den Konsumenten, dessen Kaufkraft dadurch gesteigert wird, wenn eine Anpassung der Detailpreise eintritt. Unlängst vertrat der Präsident der Standard Oil Co., des grossen amerikanischen Erdöltrusts, den Standpunkt, dass der Preisdruck auf dem Petroleumweltmarkt noch anhalten werde und eine Preiserhöhung vorerst nicht zu erwarten sei, woniit er allerdings etwas Bekanntes nur bestätigte. Nach Aufhebung der Ausfuhrmindestpreise für Petroleum in den Vereinigten Staaten hat bereits «.ine Preissenkung für Rohöl und im Zusammenhang damit auch für Benzin eingesetzt, ohne dass bisher ein Anhalten auf einem tieferen Niveau eingetreten wäre. Nachdem es auf einzelnen Märkten bereits zu neuen Benzinkampfpreisen gekommen ist, erwartet man, vielmehr, dass auch eine Preisrevolution auf dem Petroleurmnarkt einsetzen werde. Es ist nur eine Frage des passenden Zeitpunktes wann das Signal zum Kampfe geblasen werden soll. Man darf nicht vergessen, dass in den Vereinigten Staaten, trotz der scharfen Produktionsdrosselung, gewaltige Vorräte angehäuft sind, der Inlandsbedarf in ständigem Sinken begriffen ist und daher notgedrungen der Export freigegeben werden muss. Sie waren auf ihrer Promenade am Ende des Parks angelangt. Ein paar Gartenstühle standen dort um einen Tisch im Schatten einer Palme. Sie setzten' sich. «Das Haus, in dem Sie in jener Nacht weilten, gehört angeblich einem gewissen Osman el Maghraby, der sich Said Husseins Geschäftsführer nennt. In Wirklichkeit ist er, wie gewisse Papiere in unserem Besitz erweisen, Ramosis Agent in Kairo. Simopulos gilt als Leiter des Kundschaftsdienstes, und ein Armenier namens Voronian versieht das Amt eines Sekretärs. El Maghrabys Haus grenzt an eine verlassene Karawanserei. — Sie erinnern sich des Hofes, durch den wir entkamen — er stand mit ihr durch eine Tür in Verbindung. Im ersten Stock dieser alten Herberge, in einem feuerfesten Raum mit einer Eisentür, entdeckten wir eine herrliche Sammlung von Altertümern, teils in Stahlkassetten verwahrt, teils versandbereit in Kisten verpackt. Die Bücher der Ramosi- Organisation befanden sich ebenfalls dort. Aber das eine, letzte Beweisstück, das wir brauchen, um das Haupt der Bande zu identifizieren, fehlte leider.» «Was ist das für ein Beweisstück?» «Die Anubisstatuette!» «Die Figur, die damals, als ich in Ihrem Hause übernachtete, gestohlen wurde?» Er nickte. «Ich wollte sie mit voller Absicht stehlen lassen. Wir wollten herausfinden, wohin die Diebsbeute gebracht wird. Wir mussten die Kerle auf frischer Tat ertappen. Wir können von keinem einzigen der Gegenstände im Hause El Maghrabys nachweisen, dass sie gestohlen sind, weil die Stücke sehr geschickt bei den Ausgrabungen :ntwendet oder ohne Kontrollmöglichkeit von INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzeile oder deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen avis dem Ausland 60 Ct«. Grössere Inserate nach Seitentaril. Inseratenschlus* 4 Tuoe vor Erscheinen der Nnmmem Neue Kämpfe am internationalen Brennstoffmarkt Ein anderes Bild zeigen dagegen die Verhältnisse in Rumänien und Russland. Zwar hat man in Rumänien die Einschränkung der Produktion aufgehoben, wobei zu berücksichtigen ist, dass das rumänische Petroleum für den europäischen Markt nicht ausschlaggebend ist. Ganz abgesehen davon, ist hier der finanzielle Einfluss der beiden mächtigsten Konzerne, Standard Oil und Shell Co., derart stark, dass unliebsame Ueberraschungen kaum zu erwarten sind. Anders liegen dagegen die Verhältnisse in Russland, das seine Produktion sehr stark gesteigert hat und welches in seinem Fünfjahresplan noch eine weitere Erhöhung vorsieht. Russland ist daher gezwungen, sich die Absatzmärkte zu erobern und geht rigoros mit Preisunterbietungen wie bei Holz und Getreide vor. Wenn sich diese, revolutionierende Preistaktik noch nicht allzu sehr ausgewirkt hat, so liegt dies lediglich in dem reichen Vorratsreservoir begründet, das überall vorhanden war. Da Sowjetrussland in seiner Preisstellung unabhängig von weltwirtschaftlichen Gesichtspunkten ist und den Kampf um den Absatzmarkt zur Befriedigung des Devisenhungers allen andern voranstellt, so liegt die russische Preisgrenze sehr tief. Die beiden Welterdölkonzerhe Royal Dutch und Standard Oil halten auch aus diesem Grunde Russland für nicht bereit,' internationale Preisbindungen einzugehen und rüsten sich, einem Preisdumping zu begegnen. In besonders schwieriger Situation befinden sich hierbei die Vereinigten Staaten. Nach Aufhebung des Exportkartells ist in den eigenen Reihen Unsicherheit entstanden. Ein Einfuhrverbot für ausländisches Petroleum möchte man der Regierung in Washington nicht vorschlagen, da man befürchtet, dadurch nur das Angebot auf den ausländischen Absatzmärkten zu vergrössern und so sich selbst die Konkurrenz zu verschärfen. Vorerst begnügt man sich, die mit Dumpingpreisen importierten Quantitäten selbst aufzukaufen, um durch diese Taktik den Preiskampf vom Inlandsmarkt zu eliminieren. (Schluss Seite 2) Bauern aus de'r Erde gehoben wurden. Das bereitete uns die ganze Zeit über Schwierigkeiten. Daher bewog ich die Direktion des Kairoer Staatsmuseums, mir jene Anubisfigur zu leihen; sie wurde erst vor vier Wochen von einem Beamten der Regierungsausgrabungen gefunden, und ausser unseren eigenen Leuten wusste niemand von ihr. Ich vergrub sie an meiner Arbeitsstätte und liess sie mir von Ali stehlen. Simopulos hätte bei'der kleinen Moschee sein sollen, um sie zu übernehmen, aber er hatte sich verspätet, und der Bote verwechselte in der Finsternis Sie mit ihm und händigte die Figur Ihnen aus. Ich gab ihm nochmals Gelegenheit, sie zu rauben. So gelangte sie endlich in Simopulos' Hände, und ich verfolgte den Griechen mit seiner Beute von Luksor bis in die Karawanserei neben El Maghrabys Haus. Dort verlor ich endgültig seine Spur. Das Museum ist jetzt seine Figur los, und meine Mission ist misslungen.» «Dann befand sich also die Figur nicht unter den aufgestapelten Sachen?» «Nein, die Kerle machten sich so eilig aus dem Staube, dass sie die Bücher und alles andere zurückliessen. Aber die Figur nahmen sie mit. Und so ist mir die letzte Möglichkeif, die Persönlichkeit Ramosis festzustellen, zunichte gemacht.» «Und was mag aus Simopulos geworden sein?» «Er muss durch einen kleinen ebenerdigen Gang geschlüpft sein, den ich in der Dunkelheit übersehen habe. Er führt zu jenem Zimmer, das Ihrer Beschreibung nach dasjenige sein muss, wo Sie den Prinzen verliessen, nachdem Sie den Wahrsager angehört hatten, ch nehme an, dass der Grieche dort Hussein