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E_1931_Zeitung_Nr.028

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AÜTOMOBIL-RHVUE 1951 -

AÜTOMOBIL-RHVUE 1951 - 28 und die Reiseberatung der Für Autofahrten — stets Hallwagkarten CH-Touring, Automobilführer der Schweiz, 16. Ausgabe 1930/32 Preis Fr. 12,— Automobilkarte, 5-farbig, mit erstklassiger Geländewiedergabe, in 1 Blatt 1: 350,000. Preis Fr. 3.20 Automobilkarte, 5-farbig, mit erstklassiger Geländewiedergabe, in 2 Blättern Nord-Süd, 1: 250,000, je Preis Fr. 3.20 Europa Europa-Touring, Automobilführer von Europa, 8. Ausg. 1930/31 Europa-Touring, Automobilkarte von Mittel-Europa, auf Leinen auf Papier Fr.12.- Fr.10.- Fr. 8.- Europa-Touring, Länderkarten s Nr. 1. Oesterreich; Nr. 2. Niederlande; Nr. 4. Deutschland; Nr. 5. Skandinavien; Nr. 6. Spanien; Nr. 7. Randstaaten; Nr. 8. Frankreich; Nr. 9. England; Nr. 10. Italien; Nr. 11. Polen; Nr. 12. Rumänien; Nr. 13. Finnland; Nr. 14. Balkan. Preis jeder Karte mit Führer, Stadtplänen und Informationen Fr. 5.—• Spezial-Bf arten Automobil-Karte „Schwarzwald-Neckar-Bodensee«», 1:250,000 . Fr. 3.20 Automobil-Karte „Rhein und Mosel", 1:500,000 Fr. 3.20 Dolomiten, Auto-Führer mit Karten ............... Fr. 5.— Unsere Karten und Führer sind auch auf unseren Bureaus in Zürich, Löwenstrasse 51, und Genf, rue de la Croix d'or 12, sowie in allen grossen Buchhandlungen Europas und bei den automobilistischen Verbänden erhältlich. Der Vorfrühling ist die Zeit der Reisepläne, die Zeit jener Vorfreude, die, dem Reisegenuss ebenwertig, in Erwartung der kommenden Schönheiten schon beim Entwerfen des Reiseprogramms entsteht. Und erst die Entdeckungsfahrten im ruhevollen Zauber der Landschaft, im Gefühl der lohnendsten Tour. Wem das Reiseprogramm noch Sorge macht, dem nehmen wir sie ab. Verfügen Sie über unsern Touristikdienst. Wir prüfen Ihr selbstentworfenes Reiseprogramm, wir machen Ihnen zu jeder Jahreszeit selbst Vorschläge für lohnende Touren. Schreiben Sie uns, Sie erhalten jede Auskunft prompt und gratis. Zur Autofahrt gehören Führer und Karten, jene zur Einführung in die zu erwartenden Sehenswürdigkeiten und zur Ausarbeitung des fertigen Reiseprogrammes, diese zur Orientierung über Richtung und Entfernungen während der Fahrt. Bjenützen Sie stets O. R. Wagners erstklassige Äutomobüführer und Äutomobilkarten der Schweiz und des Auslandes, Kartenwerke, die aus 25jähriger autotouristischer Erfahrung unter Anlehnung an die Fortschritte in den graphischen Darstellungsmitteln das Beste darstellen, was Touristik und Kartographie zur Zeit bieten können. Jeder europäische Automobilist kennt sie: Für Fahrten in der Schweiz CH Touring, den ersten und meist verbreiteten schweizerischen Automobilführer in Rotleinen-Einband, und die seinem Kartenwerk entnommenen Automobilkarten. Für Fahrten ins benachbarte Ausland: Europa Touring, eine Kollektion von automobilistischen Landkarten mit Führern. Bei Fahrten in mehrere Länder: O. R. Wagners erster europäischer Reiseführer Europa-Touring oder seine Automobilkarte von Zentral-Europa. Bücherzettel Senden Sie sofort per Nachnahme: Name: Orts_ _ _ Abfeilung: Touring-Verlag Auskunffisdienst der Automobil-Revue

Bern, Dienstag, 31. März 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 28 Gang im Frühling Von Hermann Hesse. Jetzt stehen wieder die kleinen, klaren Tränen an den harzigen Blattknospen, und erste Pfauenaugen tun im Sonnenlicht ihr edles Sammetklcid auf und zu. Die Knaben spielen mit Kreiseln und Steinkugeln. Die Karwoche ist da, voll und übervoll von Klängen und beladen mit Erinnerungen, an grelle Ostereier-Farben, an Jesus im Garten Gethsemane, an Jesus auf Golgatha, an die Matthäuspassion, an frühe Begeisterungen, erste Verliebtheiten, erste Jiinglings-Melancholien. Anemonen nicken im Moos. Butterblumen glänzen fett am Rande der Wiesenbäche. Einsamer Wanderer, unterscheide ich nicht zwischen den Trieben und Zwängen meines Innern und dem Konzert des Wachstums, das mich mit tausend Stimmen von aussen umgibt! Ich komme aus der Stadt; ich bin nach sehr langer Zeit wieder einmal unter Menschen gewesen, in einem Cafe gesessen, habe Bilder und Plastiken gesehen, habe wunderbare neue Lieder von Othmar Schoeck gehört. Jetzt weht der frohe, leichte Wind mir übers Gesicht, wie er über die nickenden Anemonen geht, und indem er Schwärme von Erinnerungen in mir aufweht, wie Staubwirbel, klingt mir Mahnung an Schmerz und Vergänglichkeit aus dem Blut ins Bewusstsein. Stein am Weg, du bist stärker als ich! Baum in der Wiese, du wirst mich überdauern, und vielleicht sogar du, kleiner Himbeerstrauch, und vielleicht sogar du, rosig behauchte Anemone. Einen Atemzug lang spüre ich, tiefer als fe, die Flüchtigkeit meiner Form und fühle mich hinübergezogen zur Verwandlung, zum Stein, zur Erde, zum Himbeerstrauch, zur Baumwurzel. An die Zeichen des Vergehens klammert sich mein Durst, an Erde und Wasser und verwelktes Laub. Morgen, übermorgen, bald, bald bin ich du, bin ich Laub, bin ich Erde, bin ich Wurzel, schreibe nicht Am Ostertag soll man wandern. Ins weite Feld, Alles steht auf und wirft die Fesseln hin. Durch Forste und Sümpfe und über Flüsse. Auch wir erwachen und unser Sinn Da grüsst uns Gott und empfängt uns die Empfängt Mass und Gefühl des Grossen und Welt, Guten: Und die Natur gibt uns ihre bräutlichen Küsse. Für Geist und seine -Kraftvollen wir leben und leiden, Ihm und uns in der Welt den Weg bereiten, Ihm sollen wir leben und leiden und bluten. Walter Werner. Ostern &i$m mehr Worte auf Papier, rieche nicht mehr am prächtigen Goldlack, trage nicht mehr die Rechnung des Zahnarztes in der Tasche, werde nicht mehr von gefährlichen Beamten um den Heimatschein gequält; schwimme, Wolke im Blau, fliesse, Welle im Bach, knospe, Blatt am Strauch, bin in Vergessen, bin in tausendmal ersehnte Wandlung getaucht. Zehnmal und hundertmal noch wirst du mich wieder einfangen, bezaubern und einkerkern, Welt der Worte, Welt der Meinungen, Welt der Menschen, Welt der gesteigerten Lust und der fiebernden Angst. Tausendmal wirst du mich entzücken und erschrecken, mit Liedern am Flügel gesungen, mit Zeitungen, mit Telegrammen, mit Todesnachrichten, mit Anmeldeformularen und all deinem tollen Kram, du Welt voll Lust und Angst, holde Oper voll melodischen Unsinns! Aber niemals mehr, gebe es Gott, wirst du mir ganz verlorengehen; Andacht der Vergänglichkeit, Passionsmusik der Wandlung, Bereitschaft zum Sterben, Wille zur Wiedergeburt. Immer wird Ostern wiederkehren, immer wieder wird Lust zur Angst, Angst zur Erlösung werden, wird ohne Trauer mich das Lied der Vergänglichkeit auf meinen Wegen begleiten, voll, ja, voll Bereitschaft, voll Hoffnung. Fahrt an Ostern Von Walter Werner. Ewald war früh morgens schon erwacht. Ein schüchterner Sonnenstrahl vergoldete seine Vorhänge und warm strich es aus dem Garten durch die offenen Fenster. Er sprang auf und kleidete sich an. Ein Gang durch den weiten Garten weckte in ihm die Lust, einmal wieder nach so langen Wochen des Eingeschlossenseins hinauszufahren in die Landschaft. Der Wagen war revidiert — stand bereit und-auch Ewald machte sich fertig. Der leise Benzingeruch, den die Garage und der Wagen ausströmten, trieb ihm fast die Tränen ins Auge. So viel Vergangenes, so viel schöne Tage und Nächte und Menschen erstanden daraus! Da war er mit dem Freundespaar aas dem Süden durch das nördliche Frankreich gefahren und mit Franziska nach Italien. Sonne hatten sie eingetrunken, Sonne und salziges Meer und kühlende Winde eines westlichen und befreiten Lebens... Und dann jener Sommer mit Ilse! Nach Berlin hatten sie fahren wollen, und fünf Wochen waren sie dann in den schwedischen Schären geblieben. So etwas Schönes, Gesundheit- und Lebenerfülltes würde er wohl kaum mehr erleben. Seufzend trieb Ewald den Wagen an. Er fuhr durch den jungen Frühling. Gedehnte Wiesen tauchten aus winterlicher Farbenschwäche in gedrungenes Grün, die Wälder blieben noch kahl, aber ihre braune Nacktheit verriet gefasste Lebensbereitschaft und Sommersehnsucht. Ewald fühlte den Hauch erwachenden Lebens an seiner Stirn. Die vollen Bilder der Vergangenheit wurden überwölbt von den Ahnungen kommender Spannungen. Wie Eis brach es von seinem Herzen, das so lange krank gewesen war. Zwei kleine Mädchen sassen am Wege. Als er näher kam, hoben sie ihre Händchen, um zu winken Sie zeigten auf das Dorf, dessen Kirchturmspitze hinter dem Wald zu sehen war. Ewald öffnete ihnen die hintere Wagentür und winkte mit der Hand. Er sagte nichts. Er fuhr weiter und hörte hinter seinem Rücken die unbekümmerten und leichten Stimmen der jungen Menschheit Osterfest Eine Erinnerung. Onkel Wilhelm pfiff! Der Augenblick war da! Wir rissen die Türe auf ? rasten durch den Kiesweg und hinauf bis zur Strassenkrümmung, von der-man bis zum Waldrand sah. Ich stand — als der Flinkste von allen — zuerst oben, atemlos. Und wirklich, gerade in diesem Augenblick sah ich ihn eiligst zwischen den Stämmen in dem Wald verschwinden ... Da kamen auch schon die andern angekeucht. Zu spät, er war schon verschwunden — nur ich hatte ihn gesehen und war glücklich. Wen ich gesehen habe? Warum wir gerannt sind? Ach so, ich muss erklären: Denn Osterhasen sind wir nachgerannt. Denn das war so: Alle Jahre an Ostern kam die ganze Verwandtschaft (das heisst, Onkels und Tanten zählten nicht, nur die kleinen Cousins und Cousinen) zusammen bei Onkel Wilhelm. Bei Onkel Wilhelm gab es neben dem Haus einen kleinen Schuppen mit geheimnisvoll geschlossener Türe und einem ganz kleinen Schlupfloch mit Falltürchen, durch das ein Osterhasen gerade noch durchschlüpfen konnte. Dieses Falltürchen blieb an Ostern offen. Wir kleine Leute wurden In die Stube ver- nrxDrxorxirxaxi • !•