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E_1931_Zeitung_Nr.028

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m AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag, 31. März 1931 IV. Blatt der „Automobil-Revue" Nr. 28 Abendlich Im Zimmer glänzt die weisse Wand Und kleine Kerzen flackern und grüssen. Ich sitze einer schönen Frau zu Fassen Und küsse hingegeben ihre Hand. Die Kerzen breiten einen süssen Glimmer Auf ihren roten Mund, auf ihre Haut. In ihre Augen steigt ein weicher Schimmer, Der mir aus vielen Stunden so vertraut. Wir beide fühlen unsre Seelen Sich in des Lebens Strömen schon verfehlen, Ganz leise können sie sich jetzt noch spüren • Um sich, schon bald ganz zu verlieren. Ko. Politik und Liebe Von Guarnerius. In der kleinen Weinstube sassen nur wenige Menschen. Der Abgeordnete Ratter soupierte einsam an einem kleinen Tischchen. Seine Stirn war umwölkt und sein Blick irrte von seinen Hors-d'oeuvres weg über die vor ihm liegenden Zeitungen. Kein Zweifel, die politische Lage war schlecht, war gefährlich, war katastrophal. Das Ministerium musste in einer der nächsten Sitzungen gestürzt werden — dann kamen wieder die schrecklichen Tage der Ungewissheit, vielleicht eine Regierung die... Mein Gott! die Folgen waren nicht abzusehen! Und diese Folgen konnten sehr gut auch sein, des Abgeordneten Ratter, Geschäft treffen .. In derselben Weinstube aber, am Nebentisch, sass eine entzückende junge Dame mit blondem Haar, das von einer modischen kleinen Seidenkappe kaum verdeckt wurde. Ratter legte die Zeitungen weg und sah hinüber. Den Nachtisch assen sie zusammen. «Nehmen Sie mich jetzt noch ein wenig mit,» schmiegte sich die Kleine an ihn, 1. «Unmöglich, mein Kind. Ich habe zu Hause Gäste — ich kann meine Frau nicht jtriehr länger warten lassen. ,Auch die Ausreden von Regierungsgeschäften haben ein Ende, wenn sich unter diesen Gästen Kollegen von mir befinden, die sehr wohl bemerkt haben werden, dass ich mich von der Sitzung gedrückt habe.» Ratter war entschlossen, heimzugehen. Er hatte wirklich schon jetzt ein schlechtes Gewissen. Aber als er den betrübten Kinderblick seiner Begleiterin sah, wurde er weich. Sie besuchten zusammen noch eine Tanzbar. Angewärmt von viersternigem Kognak und animiert durch den Anblick der gleitenden Paare, erhoben sie sich, um zu tanzen. Beinahe schien es, als ob der Tangorhythmus es Ratter so antue, dass er auch weiter seine Hausherrnpflichten vergessen könnte. Aber eine vorbeikommende Zeitungsverkäuferin störte das sich schon recht hübsch anlassende Idyll. «Nachtausgabe! Nachtausgabe! Das Ministerium in der Abendsitzung gestürzt!» Ratter machte einen Sprung, kaufte das Blatt und überflog es. Dann wandte er sich mit bedauernder Gebärde an seine Freundin: «Entschuldigen Sie mich jetzt! Wer weiss, ob nicht einer von meinen Freunden, für einen Ministersitz — ja, ich selbst... Darf ich Ihnen einen Taxi kommen lassen... Wo wohnen Sie, bitte? So! Ach, dann können wir ja zusammen fahren...» Im Taxi aber, seiner reizenden Begleiterin so nah, war Ratter nicht weit davon, Gesellschaft, Rücksichten und Ministeraussichcen dranzusetzen, um einiger Stunden in Gesellschaft dieses reizenden Geschöpfes willen. Und sie fühlte das. «Hören Sie,» sagte sie, «wollen Sie wirklich mit mir Zusammensein?» «Ja, Sie wissen ja jetzt...» Gut! Passen Sie auf. Ich werde in einer Stunde etwa anrufen, dass man Sie im Regierungsgebäiide dringend verlangt... die Ministerkrise — neue Männer... Einverstanden?» «Ja Kindchen! Sie sind ja...!» Als Ratter nach Hause, kam, war die Gesellschaft in bester Stimmung. Einige anwesende Abgeordnete hatten den Sturz des Ministeriums in all' seinen einzelnen Phasen zum besten gegeben — niemand schien sich Sorgen zu machen. Auch Ratter beruhigte sich. Plötzlich der schrille Ton der Telephonglocke. Etwas Grosses geht vor. Alle empfinden es. Und der Diener kommt und meldet, bleich vor Erschütterung: Frühling im Süden mmmmmmm Mokka- Kaffee wird heuie allgemein ein besonders starker Aufguß von sehr gutem Kaffee verstanden. An den Mokka-Kaffee orientalischer Herkunft, von dem die Ernte nur gering ist und der an sich dem heutigen verfeinerten Geschmack wenig entspricht, denkt dabei selten noch jemand. Der beste Mokka-Aufguß wird aus Kaffee Hag, dem coffeinfreien Bohnenkaffee, hergestellt. Kaffee Hag ist wundervoll aromatisch. Auch Im stärksten Aufguß werden die feinen Geschmacksstoffe niemals von Bitterstoffen übertönt. Bereiten Sie einen Mokka Hag, und Sie werden überzeugter Hagfreund sein. Dabei kann auch stärkster Mokka Hag niemals Schlafstörungen oder Gesundheitsschaden hervorrufen. Kaffee Hag ist coffeinfrei und völlig unschädlich für jedermann. Gesundheit ist alles. Alles ist gar nichts Ohne Gesundheit Kaffee-Hag schont sie. (Photo Rüedi. Lugano.) Unter «Der Herr Doktor werden dringlichst ins Regierungsgebäude gebeten.» Tu.mult, Bestürzung, Gratulationen . . . Ratter schmunzelt und geht. Die folgenden Stunden gehören < nicht zu unserer Geschichte. , Ratter verliess seine Freundin gegen vier Uhr morgens. Sie schmollte, dass er sie nicht heimbegleiten wollte. «Aber Kindchen, versteh' doch, dass? ich jetzt endlich gehen muss. Ich kann doch meiner Frau nicht erklären, dass ich so lange mit dem Präsidenten ' zusammen war ...» Ratter wird von seiner Frau empfangen. Sie sitzt aufrecht und sehr wach im Bett und faucht: «Du bist also nicht im Regierungsgebäude gewesen!» «Wie beliebt? Was fällt dir denn ein?» «Du bist nicht im Regierungsgebäude gewesen; denn man hat dich von dort viermal dringlichst verlangt!» Ratter: Kreuzhimmelfahnenbataillonmalefizdonnerwetterschlag». Erste Meise im Frühling Von Johannes Schlaf. Obgleich Frühlingsanfang schon vobei ist, hat es nojh einmal geschneit-, der Schnee ist liegengeblieben, und über Nacht friert es nicht unbeträchtlich. Doch den Tag über gibt es blauen Himmel, und es herrscht eine mildere Temperatur. Und wenn man im Park spazierengeht, fühlt sich der Schnee, so schön sein klares, in der Sonne schimmcrndea Weiss zu den Flecken des braunen Erdreiches und den hervorlugenden Grasflächen stimmt, nachgerade deplaciert, denn überall wollen oder sind schon die grünen Knospen hervorgekommen, hängen in schönen, senkrechten graugrünen und gelblichen, magisch regungslosen, langen Tropfen die «Schäfchen» hernieder und, sg^meicheln die samtig weissgrauen cKätzchehv Man geht den Parkweg am etwas angeschwollen dahertreibenden Fluss v entlang, auf dessen bräunlichem Dunkel Sonnenlichter glitzern. Zwischen dem Gekrissel der Baumkronen steht der bläue Himmel, und in dem Geäst und Reisigwerk einer riesigen schmalen Pappel gleisst.wie eine in ihm gefangene grosse Radiolarie, zukkend das Sonnenrund. Ein leichter, erfrischender Wind geht, lockt das metallisch feine «Pink-pink> der Meisen hervor; überall ist es zu hören. Da huscht eine vom Baum herunter. Der zierlich kleine, blau-gelb-weiss-graue, in seiner Form so köstlich prall geschlossene Körper mitten in der Schicht des weissen, besonnten Schnees. Obwohl man, ihr zuzuschauen, am Wegrand dicht steht, lässt sie sich nicht beirren; ist über einem orientiert. : Das gibt ein so angenehmes Gefühl. Ihr huschender, - drollig-munterer Lauf, die Art, wie sie ab und zu verweilt, die reizend-zierlich nach etwas pickenden Bewegungen ihres bunten Köpfchens, ihre quippen kleinen Wendungen, mit denen sie manchmal ein Miniaturwehchen in die Höhe wirft, das ist alles, mit all seinen kleinen und kleinsten Einzelheiten empfunden,- wie eine Liebkosung, bei der man stillhält. Die Oelsardinenbüchse Von J. K. Hesse. Herr Butgereit kam gegen 19 Uhr vom Bureau nach Hause und betrat die Stube, allwo er den gedeckten Abendbrottisch vorfand. Es war noch kurz nach dem Monatserstea und auf der Tafel befand sich eine stramme Büchse mit ölsardinen. Die Büchse war verschlossen, vernietet, zugeschweisst. Oben auf der Büchse lag ein längliches Instrument, ein Oelsardinen-Büehsenschlüssel. Herr Butgereit zwängte den an einer Eck« der Büchse hervorragenden Blechzipfel in den Schlitz des Schlüssels und begann zu drehen. Ein Tröpfchen Oel quoll bereits hervor, da streikte irgendetwas, das Blech Hess sich nicht mehr aufspulen. «Nun mach' doch schon das Ding auf!>: sagte Frau Butgereit. «Olga,» erwiderte Herr Butgereit mit nn higer Würde, «glaubst du, ich wäre so dämlich, dies nicht zu tun, wenn da nicht irgendein geheimer Widerstand wäre?»