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E_1931_Zeitung_Nr.028

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2 AUTOMOBIL-REVUE - NO

2 AUTOMOBIL-REVUE - NO 28 stellenweise werden sogar auf eine Zementunterschicht genau gleichförmig gegossene Betonpflastersteine peinlich genau hergesetzt, deren Zwischenräume hernach mit Zement ausgegossen werden. Was jedem, wenigstens jedem ans der Schweiz stammenden Spanienfahrer, auffällt, ist etwas Negatives: der dortige Stmssenbauer kommt ohne Umleitungen aus, von ganz wenigen Ausnahmen abgesehen, aber diese bloss da, wo bequeme Varianten vorhanden sind. Hier wird der Beweis geleistet, dass jede Belagart gestattet, auf einmal bloss die eine Strassenseite in Angriff zu nehmen. Das gilt sogar für Betonstrassen! Wer die spanischen Strassen befuhr, erinnert sich wohl an die seltsamen Wassertümpe! auf der einen, im Umbau befindlichen Strassenhälfte, von Lehm umrandete, etwa einen Dezimeter hoch mit Wasser gefüllte Bassins, von den Spaniern «balsas» genannt, oft einen, oft zwei oder drei Quadratmeter umfassend. Sie dienen dazu, den Beton, wenn man so sagen darf, «ausreifen» zu lassen. So viel wir wissen, steht Spanien mit dieser Methode allein da. Eine soeben erschienene Arbeit von Ingenieur Jaime Font Mas orientiert über die spanischen Betonstrassen. die in Spanien nicht bloss als das Modernste, sondern auch als das Rationellste gelten. Zwar brachten die ersten auf etwa 10 Jahre zurückgehenden Versuche ein Fiasko, weil man sich nach dem Franz Moor'schen Re- Irländer wackelte begeistert mit dem Kopfe, als stumme Anerkennung ihrer zarten Schönheit Joan ging geradewegs ins Reiseburean. In der Tür stiess sie mit Molly Dalton und ihrem Vater zusammen, einem alten Herrn mit Sportmütze und Shagpfeife. Joan errötete schulbewusst Denn die Freundin war schon seit drei Tagen in Kairo und hatte bereits zweimal im Hotel angerufen. « Joan, Liebling », rief Molly und umarmte die Wiedergefundene, «ich habe mir schon den Kopf darüber zerbrochen, was aus dir geworden sein mag ! Wie lange bleibst du noch ? Wir haben eben Karten gelöst für den Mittwoch-Dampfer nach Marseille.» « Ist das das Europaschiff ? » « Ja », sagte Vater Dalton. « Also», bemerkte Joan gelassen, « werrn ich Noch Platz- bekomme, so möchte Ich gern Mittwoch mit euch zusammen reisen!» « Oh. Joan — wie herrlich !» jubelte Molly entzückt «Colin wird morgen in Kairo sein und speist abends mit uns. Mach uns die Freude und komme auch ! * « Mit grösstem Vergnügen ! Doch Jass uns erst meine Fahrkarte holen ! > zept «nicht mit Kleinigkeiten abgab». Für die Bauten der letzten Jahre, denen eine wissenschaftlich fundierte Arbeitsmethode zugrunde liegt, lautet das Urteil überaus günstig, auch in Hinsicht auf die Unterhaltungskosten. Wohl jeder Spanienfahrer kennt die 1928 erstellte, sieben Meter breite Betonstrecke bei Lirida an der grossen Route La Junquera-Madrid. Die vorher stark bombierte Makadamstrasse wurde seitlich mit Schotter aufgefüllt, eingewalzt und in dieser Form ein halbes Jahr dem Verkehr überlassen. Darauf liegt nun eine 22 cm dichte Betonschicht, die das Entzücken aller Fahrer bildet. Wenn fceute die Strasse Cädiz-Sevilla nicht mehr über Utrera geführt wird, sondern über Dos •Hermanas, so haben dafür zwei grössere Betonstrecken den Ausschlag gegeben, die letztes Jahr längere Zeit vom Guadalquivir überschwemmt waren, aber selbst in jenen Tagen befahren werden konnten, und die •«Wasserprobe» ohne Schaden überstanden. Im Circuito Nacional de Firmes Especiales gelangt nun die Betonstrasse zu immer grösserer Bedeutung. Wie Jaime Font Mas anangibt, betrugen die Kosten für Betonstrassenanlagen im letzten Jahr 13—14 Pesetas für den Quadratmeter. Was die spanischen Betonstrassen vor denen aller europäischen Länder, auch denen der Schweiz, auszeichnet, ist der frisch-fröhliche Wagemut der Ingenteure in den Kurven, die so stark überhöht sind, dass der Wagen beim Anhalten darin fast beängstigend schief steht. Uebrigens gilt dieses vom Fahrer höchst angenehm empfundene Prinzip auch für die gepflasterten Strassen. Aber noch ein Weiteres sei genannt, mit dem Spanien unseres Wissens einzig dasteht. An der Kliippenstrasse am Golf von Vizcaya> die durch mächtige Randmauern vor dem Abgrund über dem Ozean gesichert ist, gibt es sens tmique-Steilen: Sowie eine Felsnase eine scharfe Biegung aufzwingt, stehst du vor einem Doppelweg, der Innere durch einen Felstunnel gelegt, so dass gerade an den am meisten kritischen Stellen jeder Unfall ausgeschlossen wird. Dieses Rezept verdient die Beachtung unserer Strassentechniker, wenn sie einmal vor die Aufgabe einer Erweiterung der Axenstrasse gestellt werden. Ueberhaupt dürfte nach dem Eindruck des Laien, der mit offenen Sinnen sich auf den Strassen der verschiedensten Länder Europas bewegt, in keinem andern Staat so viel Interessantes für den Strassentechniker zu sehen sein, wie in Spanien. Denn Spanien baut Strassen, ohne von Irgend einer Tradition beschwert zu sein, für den Automobil verkehr der Zukunft, für den Automobilverkehr, der heute, abgesehen von wenigen Zentren, noch herzlich unbedeutend ist, so dass man auf den grossen Strassen des Circuito 50 Kilometer fahren kann, ohne einem Wagen zu begegnen. Wir in der Schweiz dagegen haben erst das Motorfahrzeug fast zum Allgemeingut werden lassen und suchen nach und nach nun die Strasse dem Verkehr anzupassen. Deshalb erreicht wohl kein anderes Land heute Spanien in der Grosszügigkeit des Strassenbaus. Entwicklung der amerikanischen Automobilindustrie Im Jahre 1931. Seit dem Dezember 1930 hat die amerikanische Automobilproduktion wieder eine steigende Tendenz zu verzeichnen. An Personenwagen wurden im Februar 1931 181 740 Einheiten produziert, gegen 139810 im Januar, wogegen im Februar 1930 die Produktion immer noch auf 275 810 Wagen stand. Die Zah! der hergestellten Lastwagen stieg im Januar 1931 mit 31 580 auf 58 160. Sie ist im Gegensatz zur Personenwagenproduktion noch grösser als im Februar des Vorjahres, wo nur 47 120 Lastwagen hergestellt wurden. In der Zeit vom Dezember 1930 bis Februar 1931 hat sich die Produktion ungefähr um 45% erhöht. Wenn vielfach aus dieser beachtenswerten Produktionssteigerung auf eine Konjurakturbesserung im amerikanischen Automobilgeschäft geschlossen wurde, so ist eine derartige Voraussage zum mindesten verfrüht, denn die Zunahme der Automobilfabrikation in den letzten Monaten ist eine saisonmässig durchaus normale Erscheinung. Zudem darf nicht vergessen werden, dass die Produktion immer noch hinter dem entsprechenden Vorjahresiimfange zurückbleibt. Im Rahmen der steigenden Gesamtproduktion hat sich die Entwicklung der einzelnen Automobilunternehmen während den letzten Monaten auffallend uneinheitlich gestaltet, was besonders deutlich beim* Genera] Motors- und Ford-Konzern hervortritt. Die General Motors Corp. hatte im Februar gegen*; über dem gleichen Monat des Vorjahres eine Abnahme des Automobilversandes an Händler um nur 24%, die Ford Motor Co. einen Produktionsrückgang um rund 43% zu verzeichnen. Vergleicht man hingegen die Produktionsziffern des Februars mit denjenigen des Januars 1931, so hat die Ford-Produktion um 47%, die des General Motors-Versandes um 7H% gegenüber dem Vormonat zugenommen. Die verfrühte Auszahlung an die Kriegsteilnehmer hat die Nachfragenach gebrauchten Ford-Autos ansehnlich verstärkt, so dass die vorhandenen Vorräte dieser Wagenklass« beträchtlich zurückgegangen sind, was natürlich indirekt der Produktion zugute kommt. Eine auffallend ungleichmäßige Entwicklungstendenz zeigt sich auch bei den kleinern amerikanischen Automobilfabriken. ^_^ Wy. Amerikanische Autosalons 1932. In den Vereinigten Staaten von Amerika werden nächstes Jahr die nachstehenden beiden Automobilaussteilungen stattfinden: Der Salon von New York vom 9.—16. Januar und der Salon von Chicago vom 30. Januar bis zum 6. Februar. lt. Lady Rachel Hannlngton schlenderte durch die Spielsäle. Es war ein Galaabend und das Kasino überfüllt. In einer Hand hielt sie ein Paket neuer Tausendfrankennoten, die unter der Bankschleife knisterten, in der andern Geldtäschchen, Zigarettendose und Taschentuch. Sie gehörte für eine gewisse Zeit des Jahres zum ständigen Inventar von Cannes, und alle Weit wusste das. Wenn ihr Auto unter •den herbstlichen Farben der Promenadenstrasse erschien, öffneten die Hoteliers ihre Fensterläden, füllten die Blumenständer und sagten : * Sieh da — Fräulein Hannington 1 Die Saison kann beginnen !» Wenn ihre grosse Nase unter der Strahlemkrone ihres Goldhaares in der Drehtür der Spieg©lsä!e auftauchte, so verlieh dies Ereignis dem Abend ein besonderes Gepräge. Sogar von den Gesichtern der Croupiers wich bei ihrem Erscheinen der gewohnte Ausdruck eingestampfter Melancholie. In dem Gedränge kam sie nur lanesam vorwärts. Gut die Hälfte all der eleganten Besucher, die sich um den Spieltisch scharten, schien sie persönlich zu kennen. Alle paar Augenblicke blieb jemand stehen, um sie zu begrüssen. Ein wahrhaftiger König — Strassenbahnbetrleb oder Autobusdienst? Verkehrsverhältnisse am rechten Thunerseeufer. Die Frage der Traktionsänderung der rechtsufrigen Thunerseebahn wirft in Thun und in den betroffenen Seegemeinden viel Staub auf. Wir haben in Nr. 25 die Frage gestellt, ob durch den Beschluss der Thuner Stimmberechtigten über die Durchführung der Korrektion der Hofstettenstrasse' die Traktionsänderung in negativem Sinne beeinflusst würde. Unsere Antwort lautete: Durch die Korrektion der Hofstettenstrasse wird die Traktionsänderung nicht verhindert. Wenn auch die Stadt Thun der Strassenbahn rund 80 000 Fr. für Baukosten beim Umbau der Hofstettenstrasse garantiert, so würde der Neubau bzw. Korrektion der gesamten Strassenbahnlinie zwischen Thun und Interlaken eine derart hohe Summe verschlingen, dass die 80000 Fr. bei den endgültigen Erwägungen niemals eine entscheidende Rolle spielen könnten. Wir wiesen damals darauf hin, dass sogar der kantonale Baudirektor die Thuner warnte, in das Umbauprojekt der Hofstettenstrasse den Einbau neuer Schienen mitzurechnen. Die berechtigte und kluge Warnung ist aber in den Wind geschlagen worden. Die kantonale Baudirektion hat nun in der Tagespresse ihre Auffassung mehr präzisiert. Wir entnehmen diesen Erklärungen auszugsweise ein paar wichtige Punkte, die für das weitere Vorgehen der Verkehrsinteressenten dieser Gegend und für die Abklärung des Fragenkomplexes von Bedeutung sind. Der kantonale Baudirektor stellt fest, dass an der Konferenz vom 18. Februar mit den Thuner Verkehrsinteressenten verschiedene grundlegende Fragen nicht genügend geprüft waren. Das Gutachten der Experten Dr. Zehnder und Zipfel lag wohl fertig vor, hingegen fehlte eine Stellungnahme der Bahnverwaltung der S. T. I. Im weitern habe man die rechnerischen Grundlagen für den Fall der Beibehaltung der Strassenbahn (Kapitalaufwand und Verzinsungsaussichten) wie für den Fall der Aenderung der Traktionsart ermangelt. Für die beiden möglichen Lösungen ist der Kapitalaufwand und die Zinsenpflicht genau zu berechnen. (Für die Traktionsänderung ist die Berechnung bereits im Gutachten vorgenommen, für die Geleise-Konsolidierung erwartet man seit Jahren die genauen Ziffern von der Tramdirektion. Red.) Wenn die beiden Berechnungen auf ihre Grundlagen geprüft sind, wird es möglich sein, Schlüsse zu ziehen für die Wahl der einen oder andern Befriebsvariante. Der kantonale Baudirektor, Herr Reglerungsrat Bösiger, legte dann der Bahnverwaltung nahe, sie möchte durch bestimmte Massnahmen helfen, die eine oder andere Lösung der Frage zu beschleunigen. So wurde von der Tramverwaltung vorerst eine Vernehmlassung zum Expertengutachten Zehnder- Zipfel zuhanden der Oeffentlichkeit gefordert, dann die Ausarbeitung und Veröffentlichung eines detaillierten technischen Erneuerungsprojektes für die Strassenbahn, unter Berücksichtigung der Subventionen, die der Staat als Eigentümer der Strasse geben würde. Schliesslich verlangte die Baudirektion noch die Ausarbeitung und Veröffentlichung eines genauen Kostenvoranschlages nebst dem dazu gehörigen Finanzierungsplan. Zu guter Letzt erhielt die Tramverwaltung den Auftrag, mit den Obligationären in sofortige Verhandlungen zu treten, damit der Zinsendienst der Bahn entlastet werden könne (Umwandlung eines Teils der Obligationen in Prioritätsaktien, in Verbindung mit einer Reduktion des Zinsfusses für den Restbetrag des Darlehens). und ein nichtenthronter noch dazu — beugte sich über ihre Hand, als sie vorüberschwebte, und fragte nach ihrem Befinden. Ein russischer Grossfürst, der sich mit dem Familienschmuck ins Privatleben zurückgezogen hatte, küsste ihr die Fingerspitzen und wagte die originelle Bemerkung, dass der Sonnenschein an der Riviera zauberhaft köstlich sei. Ein griechischer Bankier winkte ihr vom Zwanzigtausend-Louis-Tisch herüber und wies auf einen frein Platz neben sich. Ein eleganter Italiener mit weisser Kamelie im Frackknopfloch, der eifrig mit einer schlanken Erscheinung in Grün plauderte, verbeugte sich ehrerbietig. c Wie geht's, Marchese ? » sagte Lady Rachel und reichte ihm Im Vorüberschreiten die Hand, c Schon aus Aegypten zur.. ? » Sie hielt mne. « Joan Averil! » rief sie überrascht. Beim Klan? Ihrer Stimme sah die junee Frau auf. « Rachel ! » c Marchese», befahl Lady Hannington, «Sie sind entlassen! Ich entführe Ihnen Frau Averil. Oder warten Sie — : Sie könnten uns zwei nette Plätze in der Bar verschaffen, vielleicht am Fenstertisch, wo man ungestört plaudern kann ! Und kommen Sie Sind die genannten Massnahmen durchgeführt, so werden di« beteiligten Gemeinden angesichts einer klaren Situation den Beschluss fassen können, ob sie bei der Traktionsänderung mithelfen wollen oder ob sie die Sanierungsmassnahmen zur Konsolidierung der Geleise gutzuheissen gedenken. Die kantonale Bau- und Eisenbahndirektion erteilte die bestimmte Zusicherung, sie werde den Umbau der rechtsufrigen Thunerseestrasse sofort in Angriff nehmen, wenn die Tramgeleise aus dem Boden genommen sind bzw. die Konsolidierung der Geleise durchgeführt wird. Aller Augen und alle Hoffnungen sind nun auf die Tramverwaltung gerichtet, von der man eine beförderliche Behandlung der Aufträge erwartet, die sie von der kantonalen Bau- und Eisenbahndirektion erhalten hat. Es liegt durchaus im eigenen Interesse der Bahnverwaltung, hier gründliche, rasche und ehrliche Arbeit zu leisten, selbst dann, wenn sie dem Strassenbahnbetrieb das Grab schaufeln müsste. La. N«»tf Erweiterte Konzession der städtischen Strassenbahnen von Zürich genehmigt Der Nationalrat erteilte in seiner Sitzung der erweiterten Konzession für die Strassenbahnen der Stadt Zürich seine Zustimmung, wonach die Linie Zürich—Oerlikon—Seebach und die Limmattallinie der gleichen Konzession unterstellt werden. Mit der neuen Konzession ist die Strassenbahwdirektion der Stadt Zürich berechtigt, einzelne unrentable Aussenstrecken des bisherigen Netzes durch Automobilisten zu ersetzen. go. Zürichs Beteiligung an den Projekileningskosten der Wallenseestrasse. Der Gross© Stadtrat wird demnächst über einen Antrag des Stadtrates zu beschliessen haben, der ihm empfiehlt, an die Projektierungsarbeiten der Wallenseestrasse einen Beitrag von 2000 Franken zu zeichnen. Bekanntlich ist •die Aufgabe der Projektierung des Stückes Murg—Wallenstadt dem Aktionskomitee für eine Wallenseestrasse zugefallen, nachdem sich keiner der nächstinteressierten Kantone St. Gallen und Giarus dazu entschliessen konnte. Für Planaufnahmen wurden bisher 7000 Franken ausgegeben, Die Projektierungsarbeiten werden weitere 12—15 000 Fj» beanspruchen. An Beiträgen der Kantone Graubünden, Zürich und Giarus, sowie der Automobilverbände und der Gemeinde Wallenstadt, wurden über 13 000 Franken zusammengebracht. Es handelt sich also noch darum, 5000 Fr. aufzubringen. Obwohl die Stadt Zürich ein erstes Gesuch um einen Beitrag im Jahre 1930 aus prinzipiellen Erwägungen abgelehnt hat, will die Stadt nun doch auf ein erneutes Gesuch des Aktionskomitees eintreten. Für Zürich wäre an und für sich ja nach wie vor der Standpunkt begreiflich, dass die Stadt an ausserkantonalen Strassenbauten nicht mitzuwirken hat. Der kleine Stadtrat bemerkt aber sehr richtig, dass es für den Fremdenverkehr der Stadt nicht gleichgültig sein könne, ob von ihr aus nach Graubünden und dessen Kurorten eine tadellose und direkte Verbindung in Form einer modernen Autostrasse besteht oder nicht. Deshalb soll die Stadt die ihr zugemuteten 2000 Fr. als Beitrag an die Projektierungskosten gutheissen mit dem Hinweis darauf, dass eine Mitwirkung am Strassenbau se-lbst natürlich nicht in Frage kommen könne. Es ist zu hoffen, dass das städtische Parlament den Beitrag gewährt, da Zürich zweifellos ein eminentes Interesse an der baldigen Verwirklichung einer direkten Autostrassenverbindurar mit Graubünden hat. z. morgen zum Souper zu mir — halt — nfcht morgen ! Uebermorgen erst, am Donnerstag ! In der Villa Egiantine, um neun, nicht wahr ? Ich werde Frau Averil auch einladen. Da können wir uns alle miteinander hübsch über Aegypten unterhalten. Auf Wiedersehen ! » Der Marchese verneigte sich nnd schritt zur Bar hinüber. Etwas, was in der Höhe ihres Ellbogens wie ein Hund schnüffelte, veranlasste Rachel, sich umzusehen. Es war ihr Freund, der griechische Bankier, ein um tersetztes braunes Individuum mit einer Nase wie Cyrano de Bergerac und einem Gesicht wie ein Aufseher von Galeerensträflingen. « Ich habe Ihnen Ihren Platz aufgehoben », grunzte er auf französisch. « Später ! » winkte sie ab und wandte sich ab. Dann hängte si« sich an Jonns Arm und führte sio in die Bar. « Und nun », frart« sie, als sie remütlich sassen, « erzähle mir, woher du so plötzlich kommst Wo wohnst du ? Und warum hast du mich noch nicht besucht ? » «Ich bin erst seit gestern abend hier. Heute wollte ich dich übrigens anrufen.» 'Fortsetzung folgt.)

28 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE a M&*»wm$^wn Einen Schritt weiter. Neue Beschlüsse der Strassenverkehrskonferenz In Genf. Die zweite Woche der Verhandlungen in der europäischen Strassenverkehrskonferenz in Genf hat endlich ein paar Fortschritte gebracht und den Willen zur Einigung auf bestimmte den Verkehr erleichternde Massnahmen gefestigt Die Steuerfreiheit ausländischer Fahrzeuge. Die bisherigen Verhandlungen ergeben folgende Regelung: Die Motorfahrzeuge sind auf eine Dauer von 90 Tagen von Abgaben befreit. Diese 90 Tage können entweder hinter einander, oder zu verschiedenen Malen ausgenützt werden, wobei jeder angeschnittene Tag von Mitternacht zu Mitternacht gezählt wird. Sind die 90 Tage völlig abgefahren, so hat der ausländische Staat das Recht, seine Verkehrs- und Strassenabgaben zu erheben. Dieser Vergünstigung werden alle privaten Tourenfahrzeuge zuteil. Dieselben müssen in einem der vertragsschliessenden Staaten immatrikuliert sein. Zudem muss der Besitzer des Wagens ein Steuerheft (Carnet fiscal) mit sich führen, das jeweilen für einen bestimmten Wagen für die Dauer eines Jahres ausgestellt wird. Jeder Grenzübertritt ist in diesem Steuerheft durch das kompetente Zollorgan mit einer Eintragung zu versehen. Die betreffende Kommission hat alle Taxameter, Mietwagen, sowie alle Personen- und Lastwagen, die gegen Entgelt zur Beförderung von Personen und Waren dienen, von dieser Sterbefreiung ausgeschlossen. Erfreulicherweise machte die Schweiz bei diesen Verhandlungen den Vorbehalt, sie werde diese 90 Tage Steuerbefreiung entsprechend ihrem System so auffassen, dass ein fremder Fahrer diese Frist auch mehrere Male hintereinander beanspruchen kann. Diese Auffassung lässt sich mit den Voraussetzungen des Abkommens gut vereinbaren, da ja diese Bestimmungen nur als Minimalvorschriften gedacht sind. Die Frage der Triptykregelung wurde nicht durch ein Abkommen, sondern durch eine Resolution vorläufig geregelt Es wird den partizipierenden Staaten vorläufig empfohlen, den Konsularschein, der die Gültigkeit eines Triptyks bis heute zu bestätigen hatte, durch einen Zollschein zu ersetzen, der durch die Behörden des Heimatlandes des betreffenden Wagens auszustellen wäre. Die Verelnheltflchunjj der VerkehrsslgnaÜslerung. Anch Wer zeigen sich am fernen Horizont Hoffnungen auf eine bevorstehende Einigung der verschiedenen Auffassungen. Eine Verständigung über die Form der Signale hat bereits stattgefunden, indem für die Gefahrensignale ta Zukunft die Dreieckform in Vorschlag kommt Signale zur Bekanntgabe Ton Geschwindigkeiten in Ortschaften werften rechteckige Form erhalten. Für Signale der Polizei für Parkplätze, Einbahnstrassen, Strassensperrungen ist die bei uns bereits übliche Scherbenform vorgesehen. Gewerbliche Antotransporte. Die Konferenz hat im grossen und ganzen öach zwei vollen Sessionswochen das Pensom erledigt, wobei aber der wichtigste, der Entwurf: Die Regelung der gewerblichen Autotransporte, auf der Strecke blieb, weil einzelne Länder eine schärfere Konkurrenz zwischen Auto und Eisenbahn nicht aufkommen lassen wollen. Dieser Auffassung sind die Bestrebungen zur Befreiung der internationalen gewerblichen Transporte von Abgaben und lästigen Verkehrsvorschriften zum Opfer gefallen. Die Unterzeichnung der bereinigten Abkommen ist auf heute Montag vorgesehen, lt. $«h ehe Nationalratskommission für das Verkehrsgesetz. Die nationalrätliche Kommission wird erneut in Montreux, Montag, den 4. Mai, zusammentreten, um den zweiten Teil des Verkehrsgesetzes zu behandeln. Sie hat sich dort mit dem dritten bis fünften Titel zu befassen, worin die Haftpflicht und die Versicherung, die Strafbestimmungen, sowie die Anwendungs- und Einführungsbestimmungen geregelt sind. Dieser zweite Teil besteht aus den Paragraphen 36—38, wozu noch diejenigen Artikel kommen, die in der vergangenen Session des Nationalrates an die Kommission zurückgewiesen wurden. Von besonderer Bedeutung ist hierbei der Artikel 17, betreffend die Arbeits- und Ruhezeitgesetzgebung. Eine Wiederauferstehung muss unseres Erachtens auch der Fussgänger-Artikel 34 erleben. Es geht nicht an, dass eine derart fundamentale Bestimmung einfach durch eine Zufallsmehrheit von einer einzigen Stimme während einer schwach beschickten Sitzung des Nationalrates aus dem Gesetz herausgestrichen wird. Wie alle anderen Strassenbenützer, wird sich auch der Fussgänger bestimmte Vorschriften für sein Verkehrsverhalten gefallen lassen müssen. Wir nehmen an, die Kommission werde die erneute Aufnahme dieses Artikels in die Wege leiten. Die nationalrätliche Kommission wird in Montreux ganze Arbeit leisten müssen, wenn sie den schwierigeren Teil des Verkehrsgesetzes in geeignete Vorschläge zusammenfassen will. lt. Die letzte Tagung der Interparlamentarischen Touristikkommission. Vergangenen Donnerstag besprach die Touristikkommission der eidgenössischen Räte unter Vorsitz von Nationalrat Meuli die durch die Nationalratsverhandlungen über das Verkehrsgesetz geschaffene verkehrspolitische Lage, nachdem verschiedene Forderungen der Verkehrsinteressenten nicht im vollen M^sse berücksichtigt worden sind. Eine spezielle Diskussion wurde den Fragen gewidmet, die den Bahnbetrieb, den Postbetrieb und ihr Verhältnis zum Automobil berühren. An einem speziellen Beispiel prallten dann die verschiedenen Auffassungen über diesen Fragenkomplex aneinander. Die Postverwaltung hegt die Absicht, von Göschenen nach Andermatt im kommenden Sommer einen kursgemässen Autobusdienst durchzuführen, damit Andermatt als Zentral- Ausgangsstelle für die Furka-, die Gotthardund die Oberalproute auch mit dem Reusstal und speziell der Gotthardlinie direkt verbunden ist Die geplante Äutopostlirrie Göschenen- Andermatt scheint der vor wenigen Jahren erstellten Schöllenen-Bahn an den Lebensnerv zu gehen, was auch in einzelnen Voten innerhalb der Touristikkommission zum Ausdruck kam. Die Bahn wehrte sich deshalb durch ihre Vertreter mit Händen und Füssen gegen eine Konkurrenzlinie des Postautodienstes. Eine Konferenz zwischen der Schöllenen- Bahnverwaltung und der Postverwaltung soll zur gegenseitigen Abklärung der Ansprüche dienen. g 0 . Sportnachrichten Varzi Sieger des Grossen Preises von Tunis. Der Grosse Preis von Tunis wurde am letzten Samstag mit einem Sechsstundenrennen eingeleitet, aus dem Castelbargo auf Maserati bei den grossen Wagen und Pietrangeli auf Alia Romeo in der Klasse der mittleren Wagen als Sieger hervorgingen. Am Sonntag folgte der eigentliche Grand Prix von Tunis, der sich des schönsten Wetters erfreute. Wie zu erwarten war, spitzte sich gleich von Anfang an das Rennen zu einem Duell zwischen Maserati und Bugatti zu. Während des Rennens schieden Etancelin, Dreyfus, Marret, Boucly, Martin, Eberhardt und Castelbargo aus. Ueberlegener Sieger des scharfen Kampfes wurde der neuengagierte Bugattifahrer Varzi, der somit schon bei seinem Debüt mit einem Volltreffer abschliesst! Die Resultate: Sechsstundenrennen vom Samstag: 1. Kategorie (grosse Wagen) : 1. Castelbargo (Maserati). 707,200 km; 2. Corsini (Alfa Romeo), 699,395 km. — 2. Kategorie (mittlere Wagen): 1. Pietrangeli (Alfa Romeo). 622,492 km; 2. Golay (Bugatti), 621,252 km. — 3. Kategorie (kleine Wagen) 1. Marret (Salmson), 584,720 km; 2. Gaillard (Ckenaxd-Walker), 570,666 km. Grand Prix von Tunis vom Sonntag: Kategorie bis 1500 ccm : 1. Maserati (Maserati), in 3:40:02 (Stundenmittel 128,216 Std.-km); 2. Veyron (Bugatti), 3:51:20; 3. Scaron (Amilcar), 3:53:38; 4. Giraud-Cabantous (Gaban Special). 4:01:20. Kategorie über 1500 ccm: 1. Achille Varzi (Bugatti), 3:23:39 (Stundenmittel 138,796 Std.-km), absolutei Erster; 2. Fa^ioli (Maserati), 3:25:26; 3. Lehoux (Bugatti), 3:25:41; 4. Biondetti (Maserati), 3:28:29; 5. Von Morgen (Bugatti), 3:30:21; 6. Czaikowski (Bugatti), 3:38:18; 7. Klingler (Maserati), 3:38:27; 8. Micruel (Bugatti), 3:55:43. x Internationale Tourist Trophy. Für die Austragung der internationalen Tourist Trophy dieses Jahr war bekanntlich zuerst die Motorradrundstrecke auf der Insel Man vorgesehen. D'ie Sportbehörde des königlichen englischen Automobilclubs entschloss sich indessen, das Rennen wiederum bei Belfast durchzuführen. Die grosse Veranstaltung wird am 22. August stattfinden. Das Rennen ist für Sportwagen reserviert. Die gesamte Rundstrecke misst 20,320 Kilometer. Es müssen total 30 Runden gefahren werden, zusammen ungefähr 610 Kilometer. An Preisen werden ausgerichtet: Dem Sieger eiir Ehrenpreis des königlichen englischen Automobilclubs im Werte von zirka 22,000 Franken, dem Zweiten zirka 10,000 Franken, dem Dritten zirka 7000 Franken usw. Es können maximal 70 Fahrer an dem Rennen teilnehmen. Die Veranstaltung wird bekanntlich mit Handycap ausgetragen, so dass die kleineren Klassen ziemlich grosse Vorteile erhalten. Sieger wird derjenige Fahrer, der die Strecke in der absolut kürzesten Zeit zurückgelegt hat. Die Anmeldungen sind bis zum 2. Mai mit einfachem und bis zum 29. Juni mit doppeltem Nenngeld an den königlich englischen Automobilclub zu richten. bo. Rund um Sizilien. Die Rundfahrt um Sizilien kommt dieses Jahr, am 2. und 3. Mai, zum achten Male zum Austrag. Das Reglement der Veranstaltung nennt als Organisatoren neben dem Automobil-Club von Sizilien noch andere Automobil-Clubs und die Vereinigung der Gemeinden, durch die die Rennstrecke führt. Der international offene Geschwindigkeitswettbewerb gilt für die italienische Sportwagenmeisterschaft Die Preise im Gesamtwerte von 130,000 Lire werden folgendermassen verteilt: 92,000 Lire für die Wagen über 1100 ccm, 30,000 Lire sind davon für den Sieger reserviert; 13,000 Lire für Fahrer mit Wagen bis 1100 ccm und 15,000 Lire für Teilnehmer mit schweren Wagen. Die 975 Kilometer lange Strecke beginnt in Palermo und führt über Messina, Catania, Siracusa nach Ragusa und über Agrigento und Trapani nach Palermo zurück. Die Maximalzeit für Wagen über 1100 ccm ist auf 20 Stunden und für Wagen bis 1100 ccm auf 24 Stunden festgesetzt worden. Die Meldungen werden bis zum 25. April von dem Automobil-Club von Sizilien (Via Catania 2, Palermo) entgegengenommen. Für den Transport der Wagen nach Sizilien gelten reduzierte Speziaipreise. bo. Automobil-Schönheitskonkurrenz in Monte- Carlo. Vorletzten Sonntag fand in Monte- Carlo die 23. internationale Auto-Schönheitskonkurrenz statt, die von einem prachtvollen Wetter begünstigt wurde. 46 Wagen stellten sich der Jury, die keine leichte Arbeit zu bewältigen hatte. Bekanntlich sah das Reglement dieses Jahr zum ersten Mal die einschränkende Bestimmung vor, nach der nur Wagen über 100,000 fr. Fr. Wert zugelassen wurden. Der grosse Ehrenpreis aller Kategorien wurde einem Hispano-Suiza mit französischer Karosserie zugesprochen, mb. Rundstreckenrennen in Norwegen. In Norwegen fand kürzlich auf dem zugefrorenen See von Giersioen ein Rundstreckenrennen statt, das über 5 Runden von je 3,2 km führte. Die beste Zeit wurde von Eugen Byörnstad auf Fiat in 9 Minuten 41 Sek. 2/10 gefahren. Die beste Zeit der Tourenwagen stellte Leif Mathisen auf Graham-Paige auf. Bei den Rennwagen siegte ein von Cederwa!l-Larsen gefahrenen kleinen « Triumph », den zweiten und dritten Platz belegten zwei Fordwagen. mb. Grosser Preis von Argentinien. Auf der Strecke Buenos-Aires-Rosario-Cordoba und zurück fand kürzlich die Austragung des Grossen argentinischen Preises der Nation statt (1500 km). Die Resultate: 1. Carlos Zatuszeek (Mercedes), in 15 h. 44' 40" %; 2. Alberto Ansaldo (Hudson). 17 h. 58' 58" %; 3. Ernesto H. Blanco (Reo). 18 h. 20' 26" %. Wiesbadener Automobilturnier. Das Wiesbadener Automobilturnier (9.—13. Mai) umfasst auch dieses Jahr wiederum die beliebten Sternfahrten (Langstrecken sowie Kreuzund Ouerfahrten), die Schönheitskonkurrenz, die Geschicklichkeitsprüfung, die Geschwindigkeitspriifung «Rund um den Neroberg», eine Gesellschaftsfahrt und eine F!u.gzeugverfolgung. Der Geschwindigkeits-Wettbewerb « Ramd um den Neroberg 1 > wurde auf die 4,6 km 'lange Hauptschleife beschränkt. Die Strecke mit den besonders erhöhten Kurven befindet sich in gutem Zustande, x. Erscheinungsweise der nächsten Nummern. Der Osterfeiertage wegen erscheinen unsere nächsten Nummern an den nachfolgenden Tagen: Nr. 29 : Donnerstag, den 2. April; Nr. 30: Dienstagabend, den 7. April (mit «Autler-Feierabend). Wir bitten höflich am Beachtung dieser veränderten Erscheinungsweise. Die Redaktion.