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E_1931_Zeitung_Nr.030

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18 AUtÖMOBIL-REVUE

18 AUtÖMOBIL-REVUE 1931 - N° 30 Bummel mit Charlie Chaplin Von Rut Landshoif. Charlie Chaplin, der grösste Künstler des Theater und die blonden Mädchen mit Ausgang und die paar Schuljungens und alle. Films, der bekanntlich anlässlich der Uraufführungen .seines neuen Films «City Lights > zur • Zeit in Europa weilt, hielt sich in Berlin mehrere In der Pause wurde es dann sehr eng und «Hören Sie mal. Herr Polizist, wegen dieses kleinen Unfalles brauchen Sie Tage auf. Der folgende Bericht einer Berliner heiss an unserem Tisch, weil so viele Leute Mitarbeiterin entwirft ein hübsches Bild vom herumstanden und immer mehr wurden, und doch kein solches Aufheben zu machen. Schliess- Privatmenschen Chaplin. Die Red. Melnitz zitterte, wie um sein liebstes Kind: Manchmal gibt es Schutzengel, manchmal Würde es nicht zuviel werden für Charlie? lich bin ich heute zum ersten Male ausgefahren, werden Wunschträume und Märchen wahr. Aber Charlie nahm aus der Menge das und das nächste Mal geht Der Schutzengel machte es möglich, im Berliner Hotel Adlon einfach aus dem Fahrstuhl begriff: ein kleines blondes Baby, das ihm licher ab 1» einzigste Wesen, das ihn auch ohne Worte es sicher schon viel glimpf- heraus in ein gewisses Zimmer zu kommen: der Vater hinreichte, und das sass nun still («Passing; Show>.) Gharlie Chaplin stand auf und sagte mir und lieb auf seinem Schoss, patschelte ihm «Guten Tag», so nett, als ob wir uns am selben Tag erst vor der Schule zum letztenmal fremdes Englisch redete, war das Baby ins Gesicht, und obwohl der fremde Onkel so gesehen, hätten, so wie ein Junge, wie ein kolossal zufrieden, und als es genug hatte an iarter, netter Junge mit blauen Augen, hellem Gesicht und silbernen Haaren. schen, gab es sie vertrauensvoll dem Charlie der Blume, die es im Munde hatte zum Lut- „ Wer hatte doch gesagt, dass seine Stimme zum Weiterlutschen. nicht schön sei? Eine ruhige, sanfte, tiefe, Als wir weggegangen waren, sagte er im sehr modulierende, musikalische Stimme, mit Wagen: «Oh, ja, den verstehe ich, den Carow der. er schnell und lebhaft spricht wie ein —' so sind wir Komödianten und so ähnlich Bunte Chronik aus aller Welt junge (schon wieder wie ein Junge!) wie sein Schluss ist meiner.» Sein Sekretär ist da, der Karl heisst, und Und dann musste er schlafen gehen; er Chinesische Luftkonzerte. Das höchste Haus der Welt. der Dichter Vollmöller, mit dem er von sagte: «Gute Nacht» und «Danke schön» zu Um die Tauben, die in China 'beliebt sind, Dasselbe wird am 1. Mai 1931 bezogen Hollywood her befreundet ist, und Curtius mir, und ich sagte ihm: «Gute Nacht» und vor den Raubvögeln zu schützen, bedienen werden können. Dieser Goliath der Wolkenkratzer steht natürlich in New-York, und Melnitz. Und während die drei ernsthaft beraten, was mit Charlie zu tun sei an diesem — und seitdem also glaube ich an Schutztung. An die Flügel der Tauben bindet man zwar in der 5. Avenue, an der Stelle des «Danke schön» sich die Chinesen einer sonderbaren Einrich- seinem ersten Tage in Berlin, fangen wir an engel, und dass Märchen manchmal doch nämlich kleine leichte Flöten aus Bambus ehemaligen Waldorf-Astoria-Hotels. Das Empire State Building misst 1248 Fuss (375 m) zu spielen. Es steht unter den andern vielen wahr werden. Z. B. das Märchen vom wirklichen, lebendigen, unvergesslichen Charlie. die Tauben fliegen, die Luft durch die Pfei- und überragt alle seine Konkurrenten um oder Hörn, was zur Folge hat, dass, wenn Geschenken,, die ihm zeigen sollen, wie sehr man sich über seine Ankunft freut, ein Spiel fen streicht und sie zum Erklingen bringt. den stabilen Höhenrekord beträchtlich. Zum im Zimmer, ein neues Spiel, das man mit Wir müssen über den Rinnstein hüpfen. Die Töne, die auf diese Weise hervorgebracht werde«, sind zwar nicht immer schön Das Woolworth Building ist 230 m hoch, der Vergleich mögen folgende Zahlen dienen: zwei Stöcken, einem Brett und bunten Scheiben spielt. Die Regeln stehen aufgeschrieben nischen Korridor» geschaffen.. An der Ecke und klingen oft mehr wie ein Heulen, manch- Eiffelturm 300 m, das Chryslerhaus 315 m. Nun hat man auch in Berlin einen «Pol- auf einem Blatt, und obwohl Charlie sie nicht Jahn- und Rungiusstrasse ist ein für 40 Familien berechnetes Wohnhaus errichtet wor- aufeinander abgestimmte Pfeifen an den Flü- Stockwerke über, zwei unter der Erde. Es mal aber, namentlich dann, wenn mehrere Das Empire State Building besitzt 102 lesen kann und das Spiel schrecklich schwer ist (finde ich), schlägt er mich korrekt und den, in das die Bewohner nur gelangen können, wenn sie über einen 50 cm breiten nicht übel. bedeutet : die elftgrösste Stadt der Schweiz, geln sitzen, klingt das « Luftkonzert » gar wird 25,000 Mieter aufnehmen können. Das elegant in fünf Minuten. Und es war das erstemal in meinem Leben, dass ich nicht Streifen vor dem Hause hüpfen. Nachdem Neuenburg (1930: 23,073 Einwohner), würde wütend war, verloren zu haben, sondern stolz das Gebäude nämlich fertiggestellt war, meldete sicH jemand und behauptete, ein kleiner Eine grosso Seifenfabrik hatte ein ungeheu- Riesen unterbringen können ! Die tägliche Wahre amerikanische Anekdote. seine Bevölkerung mühelos im Bauch dieses war auf. einen so geschickten Partner. Mittlerweile ist der Tisch gedeckt, und es Streifen vor dem Grundstück gehöre ihm res, sehr schönes und buntes Werbeplakat Besucherzahl wird auf 40,000 Personen geschätzt. Ganz Biel (1930: 37,856 Einwohner) gibt gutes Abendbrot mit schrecklich viel und müsse mit 2000 Mark bezahlt werden. malen lassen. Es stellte eine junge Frau beim Blumen ringsherum, und vielen Kellnern, die Ein Blick in das Grundbuch bewies die Richtigkeit dieser Behauptung; aber der Haus- Wäsche flatterte lustig im Winde und neben site kommen. Aufhängen blendend weisser Wäsche dar. Die könnte also im Verlauf eines Tages auf Vi- alle einen so zärtlichen Ausdruck ins Gesicht bekomtnen, 'wenn sie Charlie servieren. Das wirt weigert sich, die 2000 Mark zu bezahlen. Aus diesem Grunde müssen die Bewoh- der Frau spielte im Grase ein reizender, pausbäckiger, kleiner Junge. Da kam die Sitten- ist überhaupt so rührend, alle Menschen behandeln Charlie gleich wie ihr allerliebstes ner über den Streifen springen; dagegen 62 Aufzüge dienen — mit einem Steigvermögen von über 200 m in der Minute — der polizei und Hess das Plakat überall entfernen Kind. steht noch nicht fest, was sie tun werden, raschen Beförderung innerhalb des Turmbaues. Daneben steht eine Anzahl Express- und nahm den Fabrikanten wegen Erregung Und er spricht so kluge Sachen, ich verstand gar nicht alle die klugen Dinge, die er einen mannshohen Bauzaun zieht, wozu er wenn der Besitzer des Streifens um diesen öffentlichen Aergernisses in Strafe. Denn der wagen im Betrieb. Das für die Konstruktion vergessliche Plakatmaler hatte nicht daran sagte, von seinen Gesprächen mit Lloyd zweifellos berechtigt ist, und Wodurch er die des Empire State Buildings verwendete gedaoht, der jungen Mutter auf dem Bilde — George und Snowden, von seiner Theorie ganze Bewohnerschaft aushungern könnte. Stahlmaterial wiegt die Kleinigkeit von einen Trauring zu malen ! über die Behebung der Arbeitslosigkeit, die 58,000 Tonnen. Für die Arbeiten waren täg-r sicher das Vernünftigste ist, was man je darüber gehört hat. lieh zumindest 2500 Menschen tätig; ihre Zahl stieg zuweilen bis 4000. Das bewohnte Haus wird stündlich 375,000 Kilowatt elektrischen Strom benötigen. Zwei Millionen 'Gerührt ist er von dem Empfang, den ihm die'Jubeinde Menge bereitete. Er sagt ganz ernsthaft, und es ist beileibe keine Koketterie Fuss Telephon- und Telegraphendraht und dabei, er begreife gar nicht die Dankbarkeit -kabel durchziehen das Empire State Building. Wenn man dazu noch die elektrischen der Leute für so wenig, was er ihnen gebe. Nach dem Essen gehen wir ins «Weisse Leitungen rechnet, so erhält man einen Draht, Rössl». (Eine in grosse Dimensionen übertragene Modernisierung des alten Stückes, WOHN- und SCHLAFZIMMER in einem vereinigt der beinahe zweimal rund um die Erde reicht die in Berlin sensationelle Erfolge erzielt. Ein Gummidenkmal. Die" Red.). Kaum sass Charlie in der Loge, Eine passende Erinnerungstafel an den Erfinder der Gummireifen, den irischen Arzt als das ganze Publikum ihm zujubelte und klatschte. Es gefiel ihm gut, vor allem die Tänze fand er schöner als irgendwo. Allen Dunlop, ist kürzlich in Belfast enthüllt worden; sie besteht aus einem 270 Pfund schwe- da auf der Bühne merkte man an, wie gerne nur sie spielten und wie gut und gerne sie lachten. ren Block aus Hartgummi, der unter einem Hanseh fand, Chaplin singe prachtvoll, und Druck von 250 Tonnen 110 Stunden lang gehärtet wurde. Aus diesem Material ist ein der kleine Gstettenbauer sei ein so nettes Kind, wie selten ein Theatefkind, und die Reliefbild des Erfinders geschaffen worden, Winkelstern sei bezaubernd und die Spira ein Dasselbe In Nussbaum nur* . . ; ; i ; ; Fr. 985.— unter dem eine Inschrift angebracht ist. Der Herz. Stoff soll sich dabei sehr bewährt haben, Nachher ging er hinter die Bühne und sagte und so besteht die Möglichkeit, dass die allen guten Abend, und dann machte er in Welt mit noch weitern Gummidenkmälern einer Garderobe die Türe auf, und da sass die beglückt wird. kleine, schöne Tamara Desni in einem Gazeröckchen und neben ihr auf dem Sofa sass Eine Operation vor 1500 Zuschauern. der Kaiser Franz Josef und streichelte seinen In einer der grossen Newyorker chirurgischen Kliniken wurde vor einigen Tagen eine Bart, und da lachte Chaplin so erschüttert, wie sonst nur in Chaplin-Filmen wir lachen. ungewöhnliche kosmetische Operation ausgeführt. Der Professor für chirurgische Kos- Dann kam was anderes. Der junge Seh. hatte nachmittags zufällig mit Arbeitern auf metik, Dr. Krumm, operierte das Gesicht der einem .Bau gesprochen, die gerade im «Tempo» von Chaplin lasen. «Der müsste mal zu würdigste dabei war, dass bei der Opera- Filmschauspielerin Martha Petel. Das Merk- uns in' Lachkeller kommen,» sagte einer der tion 1500 Zuschauer anwesend waren, die Arbeiter. Und Peter ging hin und bombardierte das «Adlon» mit einem Dutzend deut- chirurgischen Instrumente verfolgten. Wäh- mit grösster Spannung jede Bewegung der scher und englischer Telegramme, an Charlie, an die Sekretäre; die Berliner erwarteten Gesichtes der Schauspielerin beschäftigt war, rend der Chirurg mit der Verschönerung des Charlie in «Carows Lachbühne». Das fiel spielte auf dem Balkon ein Jazzorchester Charlie im «Weissen Röss'l» ein, und so und Filmoperateure drehten an ihren Kameras. Die Operation ist glänzend gelungen. fuhren wir noch zu «Carows Lachbühne». (Ein sehr bekanntes Berliner Lach-Kabarett. Der Film gleichfalls. Das Publikum war begeistert ! Die Red.) Auch einzeln beziehbar: Elche Nussbaum ß M * m Da brüllten die Leute noch froher und lauter als im «Grossen Schauspielhaus». Und Schreibtisch, 135X76 Fr. 215.— Fr. 250.— ztOrlger Schrank . . Fr. 260 Fr. 290— plötzlich riss ein ganz starker Mann Charlie Waschkommode . . Fr. 175.— Fr. 195 Luthers Nachkommen. Tisch oder Servierboy Fr. 7ö.— Fr. 85.— einfach aus unserer Mitte heraus und trug ihn Von dem grossen deutschen Reformator Bettchaiselongue • • Fr. 165.— Fr. 165.— wie einen Raub auf die Bühne. Und da war Martin Luther leben heute noch 646 Nachkommen, die meisten davon in Thüringen und der herrliche Clown Carow und zitterte nur Komplett Fr. dt#O. - Fr tJ85. - so vor Aufregung und Glück, dass er kaum Sachsen, mehrere im Rheinland. Sie stellen sprechen konnte. MÖBEL BÖTTIE, BASEL die zwölfte und dreizehnte Generation dar, Und es war wirklich hübsch, was er sagte, nur wenige stammen noch aus der zehnten. dass die ganze Welt zu Charlies Füssen läge, Von Luthers Tochter Margaretha lebt schon und er auch, «der kleine Carow auch zu Ihren das fünfzehnte Geschlecht. Unter den 178 Mech. Möbelschreinerei Leonhardstr. 9 Nähe Barfüsserplatz Füssen,» sagte er, und dann schmiss er sich Männern der lebenden Nachkommenschaft wirklich zu Charlies Füssen hin, und alle sind alle Berufsarten vertreten. verstanden das, die netten, dicken Mamas im

wo an — I«31 AUTOMOBIL-REVUE 19 DDIEIDQ HDB QE Eine grosse amorikanisohe Zeitschrift brachte ftp Ansobluss an eine ausgedehnte Rundfrage einen afoschliessenden Aufsatz über dio Möglichkeit, Frauenherzen zu erobern. Diesen interessanten Beitrag möchten wir auch unsorn Lesern aus leicht begreiflieben Gründen nicht vorenthalten. «Eine berühmte Frau hat mit Recht bemerkt, dass Schönheit für einen Mann ein fast unnützer Schmuck ist. Sie sei nur eine Art vorläufiger Vorteil, ohne ernstlichen Einfluss auf das Endergebnis. John Wilke, der aussergewöhnlich hässlich war, kannte das Herz der Frau sehr gut, als er sagte: «Man gebe mir nur eine halbe Stunde Vorsprung und ich werde den hübschesten Jungen Englands nicht fürchten. > Die Frauen können einen Mann nicht leiden, der in seiner Toilette zu anspruchsvoll ist, aber sie lieben auch eine vernachlässigte Haltung nicht. Sie können schliesslich einem Genie ein übertriebenes Sichgehenlassen verzeihen, aber sie müssten sich selbst Gewalt antun, sich wegen des Fehlens äusserer Korrektheit nachsichtig zu 'zeigen, das sie als Zeichen eines ernsten Fehlers in den Gewohnheiten oder dem Charakter betrachten. Sie wollen, dass ein 'Mann ein geschmackvolles, sehr gepflegtes Aussehen habe, ohne anscheinende Geziertheit, als ob die Eleganz der Kleider und der Meinen Einzelheiten der Toilette das Ergebnis einer natürlichen Gabe wäre. Sie können einen Verschwender lieben, aber ein Geizhals wird ihnen immer eine unüberwindliche Abneigung einflössen. Die Knauserei, die Gewohnheit, das Geld zu zählen, die Manie, im voraus den Preis aller Dinge abzuschätzen, erregt in ihrem Herzen 'tiefste Verachtung, nichts in der Welt erscheint ihnen widerwärtiger. Die Frau hüllt sich gern in den Luxus ein, wie eine Katze in den Papierkorb. 1 Die Frauen lieben einen sorglosen Gefährten, der über die kleinen Sorgen und Mühen des Lebens lacht, Sachen von mittelmässiger Bedeutung keine Aufmerksamkeit schenkt und eine prächtige Verachtung für jene Regeln der Lebensart bekundet, die bei allen zivilisierten Menschen allgemein anerkannt sind. Wenn die Männer die Bewunderung der Frauen erregen wollen, genügt es nicht, ganz genau die tausend und aber tausend Artikel jener Gewohnheitsgesetzgebung zu kennen, die um so obligatorischer ist, als sie nirgends geschrieben steht und die sich das Gesetz der guten Gesellschaft nennt. Ihr müsst so aussehen, als ob ihr euch überall wohlbefindet und genug Takt und besonders Kaltblütigkeit besitzen, um euch aus einer misslichen Lage mit Grazie und Höflichkeit zu ziehen. Die Selbstbeherrschung gehört zu den von den Frauen am meisten geschätzten Talenten. Verdoppelt jene zarten, kleinen Aufmerksamkeiten, die viel oder sehr wenig Bedeutung haben können. Lernt gründlich die Kunst, Gäste zu empfangen und ein Diner zu 'arrangieren. Wenn ihr an der Spitze einer Vergnügungsgesellschaft marschiert, achtet darauf, dass alles wie auf Rollen geht. Der Wagen muss zur Zeit ankommen, die Blumen müssen geschmackvoll angeordnet sein, die im voraus im Theater bestellten Plätze ohne Hindernis von euren Gästen eingenommen werden können. Vermeidet überhaupt alle Widerwärtigkeiten und Hindernisse. Die Frauen haben es nicht gern, dass man sich täuscht, und sie halten einen Mann dor grössten Dinge für fähig, wenn er ein gesellschaftliches Unternehmen zu einem guten Ende führen kann. Es ist hart, es zu gestehen, und dennoch ist es wahr, dass die Frauen am meisten Männer lieben, die imstande sind, grausame Handlungen zu begehen! Eine Frau wird niemals für einen Mann eine schrankenlose Liebe empfinden, die solange wie das Leben dauert, wenn sie nicht glaubt, EB vm Wege zum Frauenherzen am Llnthescherplatz, nächst Hauptbahnhof, beim Pestalozzidenkmal and Unthescherschulhaus Erstes Spezial-Geschäft für Woll-, Kamelhaar- und Steppdecken. dass er im Grunde seines Herzens eine verborgene Falte hat, deren Geheimnis sie niemals kennen lernen wird. Sie muss im Charakter dessen, den sie liebt, ein unlösbares Rätsel ahnen und selbst in der völligsten Hingabe niemals vergessen dürfen, dass es in der Seele ihres Helden ein unverletzliches Heiligtum gibt, in das sie niemals dringen wird...» Diese Behauptungen haben sicher nicht nur in Amerika ihre Berechtigung. Bei einiger Aufrichtigkeit muss man gestehen, dass auch wir europäischen Männer aus diesen « Lehrsätzen» lernen können, dass wir also schauspielerisches Talent haben müssen, um Frauenherzen zu erobern. Freilich mit Liebe hat das nicht immer etwas zu tun... S- s. >> Albrecht-Schläpfer&Co.,Zürich1 AUTO IFDP/OSX Reisedecken, Kühlerdecken von P* 16.— an von P» 4.60 an Nichts weitersagen!..." Zur Psychologie des Klatsches. Von Hildegard G. Fritsch. Der Hausfrau wird nachgesagt, dass sie die geborene Dienerin des Götzen Klatsch ist und jede Gelegenheit wahrnimmt, ihm zu huldigen. Sei es beim Bäcker, beim Gemüsehändler, auf dem Markt, auf der Treppe, an der Wohnungstür, sei es mit Dienstboten, der Nachbarin, mit dem Briefträger, dem Friseur oder mit der Freundin. Das unverantwortlichste Zeug wird von ihr — so meldet die Fama «öffentliche Meinung»! — kolportiert und in der Tat ist es so, dass aus einem Elefanten durch Klatsch kein Floh wird! Also weil jede Frau das weiss, aber vom Klatsch nun einmal nicht lassen kann, wird ein «Riege!» vorgeschoben, um die unangenehmen Folgen ein für allemal zu bannen, wie «böse Geister» durch eine Beschwörungsformel gebannt werden! Und diese Beschwörungsformel flüstert man dann dem Partner mit wichtigster Miene und suggestivem Blick hinter vorgehaltener Hand ins Ohr: «Aber nicht weitersagen...!» — «Diskretion Ehrensache!» heisst das schöne Fremdwort dafür. Aber so einfach lassen sich die «bösen Geister» nun nicht bannen und gewöhnlich «schreitet das Unglück schnell». Eine psychologische Erfahrung bekundet, dass Dinge, die man unter dieser Zauberformel weitergibt, gewöhnlich mit Ausdauer im Gedächtnis haften, im Unterbewusstsein der zweiten Person rumoren und hinaus wollen, bis — ja, bis eben der Bann gebrochen ist, das Schweigen unendlich schwer fällt und Dritte, Vierte, Fünfte usw. die Neuigkeit — meistenteils auch noch entstellt— weitertragen, so dass bald alles unter dem Siegel der Verschwiegenheit davon weiss. Wo liegt nun aber der Fehler? Meistenteils werden grosse Nebensächlichkeiten unter diesem Siegel weitergeben; es werden aber bald Riesenphantomie daraus und eines Tages kommt diese Nichtigkeit als Elefant dem, den es eigentlich angeht, zu Ohren: der Beleidigungsprozess ist dann fertig! Warum behandelt man Nebensächlichkeiten nicht als solche und Hauptsachen für sich? Es wäre das Einfachste. Die obige «Formel» hat keine Wirkung im beabsichtigten Sinne, sondern kehrt sich gewöhnlich zum Gegenteil: es wird nun erst recht weitererzählt! n Die Dinge, die stets unter der Formel «Nicht weitersagen!» erzählt werden, sind an sich schon meistenteils unverantwortliches Gerede. Man- sollte sie mit grösster Vorsicht aufnehmen und sich hüten, sie weiterzuerzählen. Sachen, die verantwortet werden können, brauchen nicht unter dem Siegel der Verschwiegenheit weitergegeben zu werden und fallen niemals der Steigerung anheim. Achtzig Prozent aller Beleidigungsprozesse, die vor dem Einzelrichter ausgetragen werden, sind unter diesem Deckmantel weitergegeben worden. Sollte sich das nicht vermeiden lassen? — Es lässt sich vermeiden! Dazu ist nur erforderlich, dass das Verantwortungsbewusstsein stärker in Tätigkeit tritt und in zweiter Linie Selbstzucht an die Stelle der Selbstsucht und des falschen Geltungsbewusstseins treten. Unter dem Siegel der Verschwiegenheit sollte niemand etwas weitererzählen und sich überhaupt hüten, etwas zu erzählen, was durch ein solches Siegel gebunden werden müsste. Das behalte man schön für sich, bis man positive Beweise hat oder das Erzählte verantworten kann. Das "Auierlegen dieses Siegels bewirkt' bestimmt das Gegenteil, denn der andere muss immer daran denken: «Darfst du das weitersagen oder musst du darüber schweigen?» Lässt man diese Zauberformel aber fort, so ist das Erzählte bald vergessen und die Hausfrau trägt ein gut Teil dazu bei, den Klatsch zu bekämpfen. Wie die Venus von Milo um ihre Arme kam? Die Venus von Milo, die heute das kostbarste Prunkstück des Pariser «Louvre» ist, hat bekanntlich keine Arme. Die Archäologen des 19. Jahrhunderts haben sich gestritten, welche Haltung die Arme der Aphrodite ursprünglich gehabt und welche Geste sie ausgeführt haben mögen. Wahrscheinlich hat die Aphrodite mit dem linken Arm triumphierend den Apfel des Paris gehalten, während sie mit der rechten Hand ihr Gewand davor bewahrt hat, dass es noch weiter herabglitt. Darüber waren sich die Gelehrten schliesslich einig geworden; aber auf welche Weise die Aphrodite ihre Arme verloren hatte: das wusste man nicht. Jetzt macht nach der «Frankf. Ztg.» ein französischer Historiker, Camüle Vergniol, darüber Angaben, die geradezu sensationell anmuten. Er hat soeben ein Buch über den bekannten Forschungsreisenden Dumont d'Urville erscheinen lassen, der im Jahre 1842 bei einem Eisenbahnunglück umgekommen ist. In diesem Buch bringt er ausserordentlich interessante Mitteilungen darüber, wie es gekommen ist, dass die Venus von Milo heute keine Arme mehr hat. Itti Jahre 1820 hatte ein Bauer auf der Insel "MeTos auf seinem eigenen Boden die Statue der Göttin gefunden. Sie bestand aus zwei Stücken, war aber sonst ziemlich unversehrt. Auf den Rat eines Mönches beschlossen die Inselbewohne, das Bildwerk der Göttin zu kaufen und es dem türkischen Gouverneur, dem Prinzen Morüsi, zum Geschenk zu machen, Der Bauer forderte damals für die Statue 750 Piaster. Man verhandelte noch über die Höhe des Preises, als ein französisches Geschwader die Insel Melos anlief. Auf diese Weise erhielten verschiedene Marineoffiziere Gelegenheit, die Statue zu bewundern. Einer der am meisten Begeisterten von ihnen, Dumont d'Urville, fasste zusammen mit einem andern Kameraden den Plan, das Kunstwerk zu kaufen. Als der Bauer sah, wie sehr die Göttin geschätzt wurde, erhöhte er den Preis auf 1200 Fr.; diese Summe konnten die beiden jungen Offiziere jedoch nicht aufbringen. Das Geschwader kam schliesslich nach Konstantinopel. Dort unterhielt sich Dumont d'Urville mit seinem Freund De Marcellus — Attache an der französischen Gesandtschaft — über die Statue. Durch seine eigene grosse Begeisterung und durch eine Skizze der Aphrodite, die er selbst gezeichnet hatte, und die — wie ausdrücklich bemerkt sei — beide Arme aufwies, gelang es ihm auch, seinen Freund für die Angelegenheit zu begeistern. Der Attache* ging zu seinem Chef und schlug ihm vor, die Statue zu erwerben. Der französische Gesandte, der. Marquis de Riviere, hatte zwar keinerlei künstlerisches Interesse und ging Konzerthaus Uhler St. Gallen Modernst eingerichtetes Gesellschaftsbaus am Platz, ff. Küche und Keller. Zürcher Löwenbräu. Günstiger Aufstellungsplatz. Täglich Künstler-Konzerte. Mit höflicher Empfehlung: Telephon 31.36. A. Bommer-Ledergerber. Neue Modeschöpfungen Apartes Nachmittagskleid, in achwarz und weissein Satin gehalten, das durch seine eigenwillige Linienführung auffällt. Handschuhe und Hut in entsprechend getöntem Leder. ganz in der Politik auf, aber gerade deshalb war er mit seinem Posten bei der hohen Pforte gar nicht zufrieden. Er suchte schon lange nach einer Gelegenheit, sich bei seinem König beliebt zu machen . Die Aphrodite schien ihm dazu eine treffliche Gelegenheit, und er beschloss, sie seinem Fürsten zu schenken. Der Attache wurde auf einem Schiff des französischen Geschwaders nach Melos geschickt, damit er die Aphrodite erwerbe. Als das Kriegsschiff bei Melos ankam, sahen die Passagiere ein kleines Boot, das an der Quaimauer angebunden war und auf Ladung zu warten schien. Tatsächlich bewegte sich ein kleiner Zug auf den Hafen zu. Eine Anzahl wild aussehender, mit Knüppeln bewaffneter Männer trugen eine Bahre, auf der die mit Stricken festgebundene Statue der Göttin lag. Sie sollte dem Prinzen Morusi zugestellt werden, der geruht hatte, das Geschenk als Schmuck seines Serails aufzunehmen. — Als der junge De Marcellus den Zug sah, zögerte er keinen Augenblick. Er nahm 20 Matrosen, ruderte mit ihnen an Land und überfiel die Träger. Es kam zu einem heftigen Kampfe, bei dem die Franzosen die Oberhand behielten. Sie schleppten die beiden Teile der Statue über Felsen in das Boot und brachten sie nach dem Kriegsschiffe. Als man die Aphrodite näher betrachtete, stellte es sich heraus, dass ihr beide Arme verloren gegangen waren. Sie waren entweder zwischen den Felsen" oder in den See verschwunden, man konnte sie trotz sorgfältigem Suchen nicht wieder finden. Der französische Attache hatte die Göttin also nicht gekauft, sondern geraubt. Sein Chef ZÜRICH Waldmannstrasse 10 färben, reinigen bügeln, stopfen Ami ümAAXuhm alm j^mlivk ( Sorgfältige Postablieferung-'