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E_1931_Zeitung_Nr.030

E_1931_Zeitung_Nr.030

sen im Sinne der

sen im Sinne der geltenden Gesetze und Verordnungen zur Straseradisziplin angehalten werden. Die Fahrzeuge, die die Landstrasse in Anspruch nehmen, müssen laufend hinsichtlich ihres Zustandes und ihrer Ausrüstung überwacht werden. Es ist klar, dass mangelhafte Ausrüstung an sich schon geeignet ist, gewisse Gefahren im Verkehr heraufzubeschwören. Die Prüfung der Durchführung der Beschilderung durch Warnungstafeln, Ortstafeln, Wegweiser und dgl, ferner die Kontrolle, Tafeln bei Strassenurnbauten. Gerade diese Massnahmen werden — wenn es nicht nur bei der Prüfung und der Kontrolle bleibt — geeignet sein, die heute noch vielerorts bestehende Verkehrsunsicherheit durch mangelhafte Beschilderung zu verbessern. Im einzelnen ergeben sich aus diesen Aufgaben folgende Zwecke der Verkehrsstreifen: 1. Bei den Fussgängern: Die Fahrbahn dient ausschliesslich dem Verkehr der Verkehrsmittel. Fussgänger, die sich durch unvorschriftsmässiges Ueberqueren der Fahrbahn, durch Auf- und Abspringen während der Fahrt in Gefahr bringen und damit auch noch andere Strassenbenützer gefährden, sollen durch die Patrouillen festgestellt, gewarnt, bzw. der Bestrafung zugeführt werden. 2. Bei den Radfahrern: Die Kontrollen müssen darauf sehen, dass die vorschriftsmässigen Bremsen, Glocken, Laternen und Katzenaugen vorhanden und wirksam sind. •Sie haben weiterhin dafür zu sorgen, dass die Unsitte des Kunst- und Rennfahrens auf der Strasse aufhört, dass die Fahrregeln betr. des Ueberholens, des Verfahrens und des Einbiegen« beachtet, dass das sogenannte Korso- 'fahren nebeneinander aufhört und dass die sehr gefährliche Beförderung einer zweiten Person auf dem Fahrrad aufhört. Diese Forderungen werden auch von disziplinierten Radfahrern begrüsst. 3. Bei den Fahrwerken: Die Kenntlichmachung gefährlicher Ladungen, langer Stangen, Sperrgüter und dergleichen mehr ist zu überwachen. Hinsichtlich der Beleuchtung und der Forderung des Schlusslichtes werden durch die Verkehrskontrollen, zumal in der ersten Zeit noch, sehr viele Feststellungen erfolgen. 4. Bei Motorfahrzeugen: Lastwagen werden vielfach noch stark überladen; überladene Fahrzeuge sind verkehrsbehindernd und tragen zu Strassenschäden bei. Die Unsitte des Schneidens, des Rechtsüberholens, der verkehrshindernden Aufstellung, der Geruchsbelästigung, der übermässigen Geräuschentwicfclung, des Qualmen«, der Verwendung überlauter Signale und dergleichen mehr wird durch Verkehrspatrouillen bekämpft werden. Weiterhin ist die Bereifung der von Zugmaschinen beförderten Lasten und ihrer Einwirkung auf die Strassen laufend zu kontrollieren. Es ist zu hoffen, dass die Verkehrskbntrollen auf Landstrassen mit dazu "beitragen, verkehrsfördernd und verkehrssichernd zu wirken. Sollten die Verkehrsstreifen jedoch zu neuen Belästigungen und Beschränkungen des Ueberlandverkehrs beitragen, so wird diese neue Verkehrseinrichtung noch manche scharfe Kritik finden. Neben der Ueberwachung der Verkehrsbestimmungen auf Landstrassen werden die Verkehrsposten noch auf einem anderen Gebiet Arbeit leisten können: auf dem der Unfallverhütung. Wenn auch zugegeben werden soll, dass viele Unglücksfälle durch die Verkehrsmittel selbst veranlasst werden, so trägt anderseits der Zustand vieler Verkehrsstrassen und insbesondere die oft mangelhafte Wegmarkierung zu der hohen bei. Unfallziffer Die in einzelnen Kantonen der Schweiz, z. B. in Zürich und Bern organisierten fliegenden Verkehrskontrollen haben unseres Wissens leider kein Pflichtenheft, das sich an die obenskizzierte Kontrolltätigkeit anlehnen würde. Soviel aus der Praxis bekannt ist, werden diese Patrouillen ausschliesslich für Kontrollen der Motorfahrzeugführer verwendet, wobei die Geschwindigkeitskontrollen immer noch die technische Ueberprüfung des Fahrzeuges überwiegen. Wenn sich unsere Verkehrspatrouillen leider auf diese Tätigkeit beschränken, so ist dies allerdings auch dadurch begründet, dass der Mangel an verfügbarer Mannschaft und an modernen Fahrzeugen den Polizeibehörden nfcht gestattet, das Wirkungsfeld der Patrouillen zu erweitern. Man wird aber auf die Dauer auch bei uns nicht um eine bessere verkehrspolizeiliche Beträuung der Landstrasse herumkommen, wobei die Rolle der betreffenden Organe allerdings immer mehr eine erzieherische und präventive und nicht nur anzeigende Rolle zu übernehmen werden. haben Interparlamentarische Touristikkommission. Ueber ihre Tagung und deren Beratungen haben wir bereits in Nr. 28 der A. R. kurz berichtet. Von maßgebender Seite erhalten wir nachstehende ergänzende Mitteilungen: Die Gruppe befasste sich in der Hauptsache mit zwei Verhandlungsgegenständen: einmal mit der Stellungnahme zum Resultat der ersten Lesung des Automobilgesetzes und sodann mit der Frage des Postautomobilbetriebes und der damit Zusammenhang genden Fragen. Da die Behandlung des Bundesgesetzes über den Automobil- und Fahrradverkehr bereits am 1. Sitzungstage einsetzte, hatte die Gruppe keine Gelegenheit, «Nein! Aber es liegt ein Irrtum vor. Es war mein Plan, Sie hierherzubringen. Ich habe das Auto geschickt.» «Dann lassen Sie es, bitte, sofort wieder vorfahren, damit ich an mein Ziel gelangen kann!» Er schüttelte langsam den Kopf. «Nein!» Wie eine Ebenholzfigur stand an der Haustür der Schwarze als Schildwache. «Bitte, befehlen Sie Ihrem Diener, dass er mich vorbeilässt!» stammelte sie. Said Hussein trat näher heran. «Joan, ich habe Sie hierhergebracht, weil ich mit Ihnen sprechen muss. Wenn Sie alles gehört haben, was ich Ihnen sagen möchte, können Sie gehen, wohin Sie wollen!» Ihre Hände waren eiskalt, aber eine Welle rasenden Zorns verdrängte ihre Furcht. «Wie können Sie es wagen, mich gegen meinen Willen hier festzuhalten?» fragte sie und stampfte mit dem Fuss. « Oeffnen Sie sofort die Tür!» Er kam mit einer flehenden Geste auf sie zu. «Ich weiss, dass mein Benehmen sehr unpassend ist und Sie vielleicht erschrecken muss. Aber ich hatte das Bedürfnis» Sie wiederzusehen, und es blieb mir keine andere Wahl.» Der einschmeichelnde Ton seiner Entschuldigung vermochte Joan nicht zu täuschen. Sie kannte jetzt den Orientalen, der unter dem glatten Aussehen lauerte. «Ich jedenfalls wünsche nicht mit Ihnen zusprechen und hoffte, Sie nie mehr wiederzusehen!» rief sie voller Wut. «Merken Sie sich das ein für allemal!» Und nun lassen Sie mich gehen!> Er rührte sich nicht — betrachtete sie unausgesetzt mit seinen gelben Hyänenaugen. Verzweiielt faltete sie die Hände. «Wir waren einst befreundet», stammelte sie. «Wenn Sie der Gentleman sind, der zu sein Sie vorgaben, so lassen Sie mich endlich in Ruhe! Ich bitte Sie darum...» Seine Augen glitzerten rötlich. Wieder trat er einen Schritt näher. «Oeffnen Sie!> schrie sie ausser sich. «Oder ich rufe um Hilfe!» «Das nützt Ihnen gar nichts. Es gibt im Umkreis von einem halben Kilometer nur noch ein Haus, und das steht seit Monaten leer.» Ein Vorhang teilte sich am Ende der Halle, AUTOMOBIL-REVUE 103t - N° 30 zum vorliegenden Entwürfe der Kommission Stellung zu nehmen. Der Vorstand der Gruppe hat sich allerdings sofort besammelt, um seiner Auffassung zum Entwürfe Ausdruck zn geben und den Präsidenten m beauftragen, in der Eintretensdebatte diese Auffassung des Vorstandes zum Ausdruck zu bringen. Es lag nach durchgeführter Beratung der ersten 35 Artikel sehr nahe, den Mitgliedern der Gruppe nun Gelegenheit zu geben, sich zum Resultat der parlamentarischen Beratungen zu äussern und allfällige Wünsche zuhanden der Kommission für die Fortsetzung der Beratungen zum Ausdruck zu bringen. In einem kurzen Expose hat Herr Dr. Meuli als Vorsitzender der Gruppe das Resultat der Beratungen kurz zusammengefasst und auf diejenigen Punkte hingewiesen, die vom Standpunkte der Bestrebungen besonders wichtig und von der Kommission in ihren weiteren Beratungen zu beachten wären. Es wurde speziell darauf verwiesen, dass es nötig sein werde, in der Frage der Arbeitszeit und Ruhebestimmung eine mittlere Lösung ungefähr im Sinne der bundesrätlichen Vorschläge zu suchen, da sonst angesichts der gegenwärtigen durch die Abstimmung über den Artikel 17 hervorgerufenen Sachlage die Gefahr bestehe, dass von Seite der sozialdemokratischen Partei das Referendum ergriffen werde, was gleichbedeutend mit der Verwerfung des Gesetzes wäre. Der Vorsitzende beantragte dann weiterhin, dass der durch eine ZufallsmehTheit gestrichene Artikel 34 von der Kommission wieder zur Diskussion gestellt werden sollte, und dass die Kommission im ferneren darnach trachten sollte, für die Lösung der Haftpflichtbestimmung im neuen Gesetze eine Formel zu finden, auf der sich die Kommission und mit ihr der Rat möglichst einmütig finden könne. Der vom Rate mit so grosser und unerwarteter Mehrheit angenommene! Geschwindigkeitsartikel sollte dagegen als erledigt betrachtet und gar nicht mehr zum Gegenstand der Diskussion gemacht werden. Diesen Ausführungen wurden in der Hauptsache seitens verschiedener Votanten zugestimmt. Es kamen aber auch andere Stimmen zum Wort, die speziell an der Regelung der Geschwindigkeits-Vorschriften Uebersiohtsskizze znm Projekt der Piorastrasse (siehe Leitartikel) und hastig trat ein Mann hervor. Er hatte stechende Augen, die unter dichten Augenbrauen blitzten, und jenes Vogelgesicht, das Joan am Abend zuvor in der Kasinobar aufgefallen war. Er musste wohl gehört haben, dass Rachel Hannington ihr vorgeschlagen hatte, sie mit dem Wagen holen zu lassen. So also war es Hussein möglich gewesen, sie in dies Haus zu locken. Der Neuankömmling blieb stehen, als er Joan erblickte. Er schien von draussen zu kommen, denn er trug eine Tuchkappe und über der Schulter einen Mantel. «Ist alles in Ordnung, Voronian?» fragte der Prinz. Der Armenier nidkte. «Das Motorboot Hegt vor dem Felsen am Fusse des Weges, jenseits des Geleises. «Haben Sie nach Golf Jouan telephoniert?» «Ja. Sie sind dort seit vier Uhr klar ZUT Abfahrt.» «Sie können gehen! Ich werde läuten,wenn 5ch Sie brauche.» Der Mann legte die Hand an die Stirn und keine besondere Freude empfanden; doch waren diese Stimmen völlig vereinzelt und haben sichtlich keinen Eindruck gemacht. Das Thema: Postautomobil, Bahn und Automobilgewerbe wurde auf Wunsch eines Vorstandsmitgliedes zur Behandlung gebracht, das hierüber ein einleitendes Votum abgab und dabei speziell auf die Frage der Einführung des Postautomobil - Betriebes durch die Schöllenen zu sprechen kam; dies mit Rücksicht auf eine Konferenz, die in dieser Angelegenheit folgenden Tages unter verschiedenen an dieser Frage interessierten Verbänden und Privaten in Bern stattfinden sollte. In der Diskussion wurde nicht mit Unrecht gegen diese geplante Neuerung von verschiedenen Seiten Einsprache erhoben. Es geht nicht wohl an, der Schöllenenbahn ihren Sommerverkehr mehr oder weniger wegzunehmen oder zum mindesten stark zu beeinträchtigen und sie dafür auf den wenig einträglichen, wenn nicht gar verlustreichen WinterverkehT zu reduzieren, da ja das Postautomobil im Winter auf die Führung der Kurse von Göschenen nach Andermatt verzichtet; auch die dadurch bedingte neuerliche Konkurrenzierung des Automobilgewerbes würde sehr ungern gesehen. Zu dieser Stellungnahme ist orientierend über die Gruppe selbst anzufügen, dass diese nicht nur die Interessen des Automobilverkehrs, sondern diejenigen des schweizerischen Verkehrswesens und der Hotellerie im allgemeinen umfasst. Es gilt deshalb, neben den automobilistischen Interessen innerhalb der Fragen des allgemeinen Verkehrs auch diejenigen der Verkehrsanstalten und Verkehrsmittel zu wahren, die in ihrer Weise für unsern schweizerischen Fremdenverkehr und für die Hotellerie ebenfalls von grosser Bedeutung ^ind. Dazu gehören insbesondere die Neben- und Bergbahnen etc., die eine ganz wichtige Funktion im schweizerischen Verkehrsleben erfüllen und die daher nicht ohne weiteres preisgegeben werden können. Hier hat auch die schweizerische Postverwaltung bei Einrichtung ihrer Automobilkurse etwelche Rücksichten zu nehmen, namentlich dort, wo die Verhältnisse so liegen wie bei der Schöllenenbahn, die unter Aufwendung erheblicher öffentlicher Mittel erstellt wurde und der man nicht ohne schwerwiegende Gründe die weitere Existenz verunmöglichen sollte. Die Bundesbahnen befinden sich als ausserordentlich finanzkräftiges Staatsunternehmen in einer andern Lage, sie vermögen jedwelche Konkurrenz des Automobiis sehr wohl auzuhalten; anders die vielen kleinen und zumeist finanzschwachen Nebenbahnen, die schliesslich auch ein ganz bedeutendes Nationalvermögen repräsentieren. Das ist, wie ich annehmen darf, der Standpunkt der Gruppe in dieser Frage. Sie wäre zur Ohnmacht und Bedeutungslosigkeit verurteilt, wenn sie sich nur ganz einseitig auf das eine oder andere Verkehrsmittel einstellen würde. Die Gruppe wird sich nach wie vor allen Bestrebungen anschliessen und dieselben aufs kräftigste fördern, die dahin gehen, dem Automobil und insbesondere den im Dienste des allgemeinen Verkehrs stehenden Motorwagen die ihnen heute gebührende Stellung im Verkehrsleben der Schweiz zu verschaffen und alles zu tun, um diesen Verkehr von Fesseln dieser oder jener Art zu befreien. Dies alles jedoch mit der gebotenen Rücksichtnahme auf gewisse andere mannigfaltigen Interessen, die mit der Förderung des Verkehrswesens in der Schweiz ebenfalls zusammenhängen. > Zur Frage der Postautokurse über die Furka. sei noch abschliessend gemeldet, dass in der Angelegenheit am 27. März bereits eine Besprechung der Interessenten mit Herrn Bundesrat Pilet in Bern stattgefunden hat Der verschwand hinter dem Vorhang. Said Hussein wandte sich zu Joan. «Kommen Sie!» Sie wich zurück. «Was wollen Sie von mir?» «Ich sagte es Ihnen schon. Ich habe mit Ihnen zu sprechen. Hier können wir nicht reden. Gehen wir in mein Zimmer hinauf!» Sie schüttelte den Kopf. «Sagen Sie inir hier, was Sie zu sagen haben, und lassen Sie mich dann frei!» «Kommen Sie!» wiederholte er. Sie rührte sich nicht. Aber er fühlte, dass er gewonnen hatte. Ohne zu sprechen wandte er sich und ging die Stufen empor. Schluchzend und zitternd folgte sie ihm. (Fortsetzunz im «Autler-Feierabend».) Demnächst beginnt unser neuer Roman „Blitz:« Der Roman eines Wolfshundes. Von H. 0. Evarts.

30 - 1931 Chef des Post- und Eisenbahndeparteraentes erklärte, in der Angelegenheit noch keine definitive Stellung bezogen zu haben, dass für ihn aber auf alle Fälle das Gesamtinteresse ausschlaggebend sei, selbst wenn Sonderinteressen darunter leiden müssten. Die Konferenz zeigte, wie sehr sich in urnerischen Kreisen eine weitgehende Opposition gegen die Absichten der Oberpostdirektion gebildet Dem schweizerischen Grand Prix entgegen. Vergangene Woche hat das Organisationskomitee die Strecke inspiziert, um vorabden geeignetsten Platz für die Tribünen zu bestimmen. Diese werden an der StrasseBouchet-Meyrin aufgestellt werden, und zwar am gleichen Ort wie seinerzeit für den europäischen Grand Prix der Motorräder. Gegenüber den Tribünen werden natürlich die Bösen der einzelnen Rennställe sowie die Zeittafel aufgebaut. Das Departement der öffentlichen Bauten Tiat sich bereit erklärt, das für den Circuit bestimmte Strassendreieck tadellos herzurichten und das Trasse überall zu verbessern, wo es bei hohen Geschwindigkeiten zu irgendwelchen Schwierigkeiten für die Fahrer Anlass böte. Das Reglement ist nunmehr definitiv bereinigt und wird in den nächsten vierzehn Tagen publiziert werden. Das Organisationskomitee, das von Herrn Cuendet präsidiert wird und dem bislang acht Herren angehörten, wird noch erweitert werden, Je mehr die Vorarbeiten fortschreiten. Was das Reglement anbetrifft, so ist gegenüber der von uns bereits gemeldeten und damals vorgesehenen Fassung eine kleine Äenderung eingetreten. Ursprünglich war beabsichtigt, die drei Bestplazierten jeder Kategorie zu einem gemeinsamen Endlauf starten zu lassen. Mit Recht wurde diesem Vorschlag entgegengehalten, dass dieser Schlusslauf für die Wagen unter 1100 ccm zu einer hoffnungslosen Sache werde, da sie natürlich in keinem Falle gegen die Drei- bis Fünfliter-Typen aufkommen könnten. Aus diesem Grunde wurde die Ausschreibung eines besonderen Grand Prix für Kleinwagen beschlossen, der den Kleinikalibern die Möglichkeit zu einem interessanten sportlichen Austrag bei gleichen Waffen gibt. Dank dieser besonderen Berücksichtigung der Kleinwagen wird ihnen alsdann der Start zum gemeinsamen Endlauf mit den « Grossen» keine Bedenken mehr machen. Was die Nennungen anbetrifft, so konnte bisher natürlich noch wenig Positives verlauten, nachdem das Reglement den Interessenten noch nicht einmal bekannt ist. Es scheint aber schon heute die Beteiligung unseTer erfolgreichsten Fahrer wie Stuber, Dr. Karrer und. Zwimpfer sicherzustehen. Die Beteiligung einer Equipe Austin und einer Rally-Mannschaft ist auch schon fast sichergestellt. Die Bildung einer Chryslerequipe wird allen Ernstes studiert. Ausser allem Zweifel steht auch eine recht vielversprechende Beteiligung von Seiten ausländischer Fahrer. Auf alle Fälle wird das Organisationskomitee alle Hebel in Bewegung setzen, um die massgebenden autosporttreibenden Nachbarnationen recht zahlreich an diesem Rennen vertreten zu haben. Die Beteiligung von Italien mag vielleicht etwas unter dem römischen Grand Prix leiden, der gleichzeitig zur Durchführung gelangt, doch werden die ialienischen Marken sicher in stattlichem Masse vertreten sein. So kann heute schon mit dem Start eines Maserati gerechnet werden, den der bekannte Tes- hat. Sie erblicken darin eine schwere Schädigung der Interessen der Schöllenenbahn, der Furkabahn, sowie des gesamten Urserntales. Die Besprechung hat wohl Gelegenheit geboten, die verschiedenen Standpunkte im Detail kennen zu lernen, eine Abklärung hat sie dagegen nicht gebracht. Der Vertreter des Bundesrates behielt sich seinen Entscheid auf Ende des Monates vor. Sportnachrichten siner Herrenfahrer Pedrazzmi führen wird, der sich schon verschiedentlich an grossen ausländischen Rennen bemerkbar gemacht hat. Auf alle Fälle besteht begründete Hoffnung, dass der eTste schweizerische Grand Prix ein stattliches Feld vereinigen wird. B. Zur internationalen Alpenfahrt. Vergangene Woche vereinigten sich die Delegierten der verschiedenen organisierenden Länder zu einer wichtigen Sitzung in Mailand. Anwesend waren die Vertreter von Frankreich, Deutschland, Oesterreich, Italien und der Schweiz,, deren Interessen bekanntlich durch Herrn J. Decrauzat, dem Präsidenten der N. S. K., vertreten werden. Wie wir bereits früher mitgeteilt haben, wurde in A. C. S.-Kreisen der Wunsch ausgesprochen, die auf 36 resp. 38 und 45 km festgesetzten Durchschnittsgeschwindigkeiten herabzusetzen, um zu vermeiden, dass die Alpenfahrt neuerdings zu einem Alpen- Autorennen ausarte. Dieser von unserm Delegierten mit Nachdruck vertretene Standpunkt fand leider bei den übrigen Nationen nicht den nötigen Anklang. Immerhin erklärte sich das Komitee bereit, den berechtigten schweizerischen Interessen Rechnung zu tragen und wird die Bestimmung betreffend der Kontrollen im Reglement so abgeändert, dass anstatt drei feste Kontrollen kurzerhand mehrere vorgesehen werden. Dies ermöglicht den Organisatoren, auf der schweizerischen Strecke so viel Kontrollen als nur wünschenswert erscheinen, einzuschalten. Auf diese Weise wird einer übersetzten Geschwindigkeit auf unseren Alpenstrassen ein •wirksamer Riegel gestossen, und die Teilnehmer, welche zahlreiche Strafpunkte vermeiden wollen, dazu zwingen, ihr Tempo auf dasjenige eines gewöhnlichen Autotouristen herabzumindern. Was die beiden schweizerischen Etappen' anbetrifft, haben wrc bereits darauf hingewiesen, dass die Route durch Graubünden auf Ersuchen der dortigen Behörden vereinfacht werden wird. Diese Massnahme war in Anbetracht des unzulänglichen Zustandes verschiedener Strassen notwendig, während anderseits die für diesen Sommer vorgesehenen Bauarbeiten auf anderen Strassen die Konkurrenten stark behelligt hätten. Aller Voraussicht nach wird sich deshalb die zweite Etappe so gestalten, dass der Eintritt in die Schweiz bei Poschiavo erfolgt, die Route dann über die Bernina nach Pontresina und von da nach St. Moritz, dem Etappenort, führt. Am nächstfolgenden Tag, der dritten Etappe, geht's von St. Moritz über den Maloja ins Bergeil, um von dort nach Chiavenna und Como zu gelangen. Der Wiedereintritt in die Schweiz erfolgt bei Chiasso und Lugano und wird ^er Tessin wiederum bei Locarno verlassen werden. Von da geht die Fahrt weitet nach Gravelona und Turin, dem Ziel der dritten Etappe. Am Tage der sechsten und letzten Etappe wird die Karawane bei Morgins neuerdings Schweizerboden betreten, um das Rhonetal bis nach Aigle zu befahren. Von dort führt die Route nach dem hochgelegenen Sepey hinauf, wo eine Kontrolle eingerichtet ist; von dort weiter über den Pillon, hinunter nach Gstaad (Kontrolle), durch das Pays d'Enhaut nach Bulle und über den Bruch. Eine weitere Kontrolle wird in Boltigen etabliert sein, und der letzte Posten befindet sich in der Gegend von Thun. Die beiden Bergstrecken, welche chronometriert werden, sind nunmehr auch festgelegt. Es handelt sich um die Stelviostrasse auf der Trentinerseite, und zwar die 7,5 km lange Strecke vom Hotel bis zur Passhöhe und den Anstieg auf den Galibier, einen der stattlichsten Bergrecken Savoyens. Dort wird die Strecke vom Dorfe Lautaret bis zur Passhöhe chronometriert. Die Preise für Einzelfahrer haben eine wesentliche Bereicherung erfahren, indem nämlich in jeder Klasse anstatt zwei nunmehr drei Preise zur Verteilung gelangen sollen. Dem Sieger winkt der sogenannte Gletscherpokal (Coupe des Glaciers), der Zweitplazierte erhält die goldene Medaille und dem Dritten wird eine goldene Plakette zugesprochen. Im übrigen bleibt die Bestimmung in Kraft, wonach jeder Konkurrent, welcher die Fahrt vollständig absolviert, die Erinnerungsmedaille erhält. Das endgültige Reglement wird voraussichtlich innert den nächsten zehn Tagen in Druck gehen, so dass mit dessen Versand bis spätestens Ende des Monats gerechnet werden kann. III. Grosser Preis von Monaco. Im Weichbild von Monte Carlo, durch die Strassen und über die Boulevards der Stadt selbst, wird sich am kommenden 19. April der Kampf um den Grossen Preis von Monaco abspielen. Die Art der Strecke und der Umstand, dass an der Konkurrenz nur Fahrer der Preis auf 5000 Fr. Nicht klassierte Fahrer, die aber noch mindestens 20 Runden innert einer Zeit von 48 Minuten herausgefahren haben, erhalten eine Prämie von 2000 Fr. Eine Prämie von 5000 Fr. wird ferner an alle Konkurrenten ausbezahlt, die die 318 km des Rennens in weniger als 4 Stunden erledigen. Bis jetzt weist die Liste der Gemeldeten folgende prominente Namen auf: Deutschland. Caraociola (Mercedes). Von Morgen (Bugatti). Prince Leiningen (Bugatti). Burggaller (Bugatti)^ •Lord Earl Howe (BugattiX Penn Hughes (Bugatti). BLrkin (Maserati). Oesterreich. Ackeri (Bugatti). Frankreich. Chiron (Bugatti). Varzi (Bugatti). Divo (Bugatti). Bouriat (Bugatti). Etancelin (Bugatti). Czaykowski (Bugatti). Lehoux (Bugatti). Ivanovsky (Mercedes). Dribus (Peugeot). Zanelli (Bugatti). Italien. Nuvolari (AlfasRomeo). Arcangeli (Alfa-Romeo). Borzacchini (Alfa-Romeo). Zehender (Alfa-Romeo). Dreyfus (Maserati). Biondetfi (Maserati). Fagioli (Maserati). Schweiz. Stuber (Bugatti). Pedrazzini (Maserati). Wie man sieht, kann aus dem Grand Prix de Monaco eine richtige Völkerschlacht werden. Die verschiedenen Länder haben ihre Ueberblick «ur Stadtrundstrecke in Monte Carlo, auf -welcher der Grosse Preis von Monaco zum Austrag kommen wird (19. April). teilnehmen, die vom Automobilclub von Monaco ausdrücklich eingeladen sind, geben dem Rennen ganz besonderen Reiz. Schon jetzt mächt sich in Monte Carlo ein starker Zustrom von Automobilisten und Sportleuten aus den verschiedensten Ländern Europas bemerkbar; es ist vorauszusehen, dass die 6000 Tribünenplätze an der Rennstrecke in wenigen Tagen ausverkauft sein werden, und dass man das erstemal ein Rennen «hinter geschlossenen Schaltern» wird durchführen müssen. Die Rundstrecke von Monte Carlo misst 3,18 km und müss lOOmal umfahren werden. Zur Konkurrenz zugelassen sind Fahrzeuge von 1100 ccm bis 8 1. Das Generalklassement umfasst Preise in der Höhe von 205,000 Fr., wovon 100,000 Fr. und die Couipe des Prinzen von Monaco auf den Ersten entfallen. An Speziaipreisen sind ausgesetzt ein Zehnrunden-Preis von 10,000 Franken, der dem Führer jeweils einer Kategorie zufällt, sowie ein Preis von 3000 Fr. für den Fahrer mit der höchsten Rundengesch-windigkeit. Wird mit der höchsten Rundengeschwindigkeit der letztjährige Rundenrekord von Dreyfus (mittlere Geschwindigkeit 90,141 km/h.) geschlagen, so erhöht sich England. besten Kämpen auf dem Plan, und als ganz besonders erfreulich darf festgestellt werden, dass unser Land durch Stuber und Pedrazzini ausgezeichnet vertreten ist. -at- Neue Angriffe auf Campbeils Weltrekord. Campbells gelungener Weltrekord lässt den Ehrgeiz der Fahrer nicht ruhen. Zu den vielen Weltrekord-Aspiranten, die der von Campbell aufgestellten Gewaltsleistung zu Leibe rücken wollen, ist ein weiterer Engländer gekommen. Lord Ridley, der in Blagdon Hall bei Newcastle seit Monaten mit einer ganzen Schar von Zeichnern und Mechanikern in aller Stille einen Rennwagen erstellen Hess, mit dem er demnächst die grossen Rekorde anzugreifen versucht, mb. (Weitere Sportnachrichten Seite 5 und 15.) Touristische Auskünfte. wenn Sie Auskunft über eine touristische Frage wünschen, fragen Sie bitte möglichst frühzeitig an, da es uns dann eher möglich ist, jede Anfrage eingehend zu beantworten. Touristikbureau der «Automobil-Revue», Bern, Breitenrainstrasse 97, (Bollwerk 39.84)