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E_1931_Zeitung_Nr.032

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ÄUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag 14. April 1931 III. Blatt der „Aatomobil-Revae" No. 32 Gekränkt! Wie oft steht ein Mensch erstaunt vor der Tatsache, dass sich ein anderer durch ihn beleidigt fühlt. «Aber ich wollte ihn doch nicht kränken!* meint er achselzuckend. Gerade dies Erstaunen enthüllt mehr als Worte, wie gedankenlos der Mensch am Menschen vorbeilebt. Wie wenig sich der eine in die Wesensart des anderen zu versetzen vermag! Und welch ein Abgrund den Menschen vom Menschen trennt! Gewiss gibt es viele, die auf die sogenannte «empfindliche» Seite gelallen sind, die förmlich darauf zu lauern scheinen, dass man ihnen zu nahe tritt, um sich dann gekränkt und beleidigt zu fühlen. Von diesen übelnehmenden Menschen soll hier natürlich nicht die Rede sein. Vielmehr von jenen, die achtlos gekränkt und unnötig in ihrem berechtigten Empfindungsleben verletzt werden. Zu ihnen kann man in erster Linie die grosse Schar einsamer Menschen rechnen, deren Gefühle gerade durch auferzwungene Einsamkeit besonders empfindlich werden. Denn nur wenige von denen, die umfriedet vom Familienkreis im Leben stehen, ahnen etwas von den stummen Daseinstragödien der Einsamen! Und ein trauriges Kapitel in diesen Tragödien spielen die unverdient zugefügten Kränkungen der Mitmenschen. «Wie aber können wir wissen, was einen anderen kränkt, was ihm weh tut?» wird hier mancher fragend einwerfen. Da kann man nur die eine Antwort geben: Es gibt ein Wissen, nicht des Verstandes, sondern des Herzens, und dieses Wissen weiss um des Nächsten Sorge und Nöte, genau wie um die eigenen. Wir pflegen es Herzenstakt zu nennen! Diese Eigenschaft, die nicht nur angeboren, sondern auch durch die Erziehung gewonnen werden kann, gehört mit zu den wertvollsten sozialen Tugenden. Der Herzenstakt ist das erfreuliche Resultat jener Jugenderziehung, die wir in dem bezeichnenden Ausdruck der guten Kinderstube zusammenfassen. Wer eine gute Kinderstube genossen, besitzt eben diesen Herzens* takt. Im Grunde genommen ist er nichts anderes als ein Sinn äusserster Verfeinerung, der es uns ermöglicht, Dinge zu erfühlen, die anderen unverständlich bleiben. Menschen, begabt mit Herzenstakt, kränken keinen. Sie erzählen weder der Mutter, die vom Grab des Kindes kommt^ vom Wohlergehen der eigenen Kinder — sie prahlen nicht mit ihrer wirtschaftlich glücklichen Lebenslage gegenüber denjenigen, die persönlich viel oder alles verloren haben — sie tenommieren nicht mit ihrer Gesundheit bei denen, die körperlich krank sind — sie sagen den Leuten nicht ungebeten allerlei Unangenehmes zwecklos ins Gesicht! Doch wird sich die Liste solcher Taktlosigkeiten wohl jeder aas persönlichen Lebenserfahrungen ergänzen können, denn diese und ähnliche Vorfälle sind ja nur zu alltäglich! Sie begegnen uns auf Schritt und Tritt und geben ein trauriges Zeugnis von dem grossen Mangel an Herzenstakt, der leider in last allen Schichten des Volkes herrscht. Vermeiden aber Hesse sich dies alles, wenn Amok am Lenkrad Von Stefan Kot. VorfrüMin* am Col de Pillon« der Mensch in wahrem Sinne des Wortes mehr Mitmensch wäre und als solcher fühlte. Man kann über diese Erde gehen, ohne andere zu kränken! Man kann notwendige Wahrheiten sagen, ohne zu verletzen! Man kann sich unterhalten, ohne Dinge zu berühren, die einem anderen peinlich sind! Dies alles kann man aber nur, wenn die Worte, die wir zu anderen sprechen, von unserem Verstande aus den kleinen Umweg über unser Herz machen! (Von J. Adams. K.F.) Als Franz Maurer an jenem Morgen ins Bureau fuhr, war er so gleichmässig uninteressiert, so unbekümmert wie immer. Grau und feucht glitten die Strassen an seinem kleinen Wagen vorbei, eine der anderen zum Verzweifeln ähnlich; beängstigende Vorstellung, dass alles Leben und alle Hoffnung der Menschen dieser Stadt in solche blutlose Landschaft gezwängt war. Aber Franz Maurer hatte lange nicht mehr seinen Gedanken zugehört, beinahe besass er schon eine eigene Technik seelischen Uninteressiertseins. Zwölf Jahre langweiliger Dienst am Kassenschalter einer Bankfiliale (Photo W. Risch, Zürich.) April Das diese Sonne wieder wärmen wiu, nicht nur in Wolken steht, ein trübes Schemen! Und dass, was krank und klagend, endlich still dem neuen Werden sich will einbequemen! Dass wieder Blumen zwischen Gräsern spriessen und Wiesen sich im seligen Drange weiten I Dass müde Herzen froh den Tag geniessen und jeder Tag beglückt noch im Entgleiten! Gertrud Bürei. — da wird man dann träge und stumpf, der eigenen Bedeutungslosigkeit bewusst Einfältige Höhepunkte solchen Lebens! Dieses und jenes neugierige Mädel; die Urlaubsreise in dem kleinen Wagen, den man von einer verkrachten Bankkundin billig gekauft hat; nun ja, und manchmal vielleicht eine kurze Melodie, ein fremdartiges Buch, ein greifendes Bild... Da hatte man als Junge aufs Leben gelauert, überzeugt, zur schöpferischen Höhe, zur Macht berufen zu sein... Das geht wahrscheinlich vielen Menschen so, die dann, wie Franz Maurer, im Schatten landen. Und ihn brannte das schon lange nicht mehr, er konsumierte gleichmütig die lerren Tage in ihrem zähen Ablauf. Fuhr morgens ins Bureau, tat seinen Dienst, fuhr nach Hause zurück, manchmal um sich fürs Ausgehen umzuziehen, öfter um über einem Buch einzuschlafen. Wer Franz Maurer kannte, musste ihn für den Musterfall eines ruhig geordneten Menschen halten, und er selbst sah sich nicht anders. Doch das Privatbild, das er von sich hatte, stand vor dem Hintergrund eines deprimierenden Bewusstseins von ungerechten Enttäuschungen. Als Franz Maurer an lenem Morgen ins Bureau fuhr, fiel ihm zum erstenmal der Verkehrspolizist bei der Gutenbergstrasse auf. «Komisch eigentlich,» dachte Maurer und plötzlich hörte er seinen Gedanken zu, »das ist doch wirklich lächerlich! Man stellt einen Mann hin, zahlt ihm, sagen wir, zweihundert Mark im Monat, weiss weiter gar nichts von ihm. Aber gibt ihm ungeheure Macht Wenn er im letzten Augenblick ein falsches Zeichen gibt, sind vielleicht ein paar Leute für immer um die Ecke... Dumm und leichtsinnig, auf ihn so felsenfest zu bauen! Er könnte doch einmal die Macht andersherum gebrauchen, nicht aus Nachlässigkeit oder Uebermüdung, — nein, aus Freude an der Macht über Menschen und Tod. Macht ist ein eigenes Ding, liebe Leute! Warum denken wir denn nie an die Unverlässlichkelt der Seele? Warum sieht man sich nur bei Maschinen um Sicherungen um? Wie, wenn der Der Mann der Mitte Die meisten Fahrzeuge, denen du auf der Landstrasse begegnest, fahren, wie es Sitte und Brauch ist, auf der rechten Strassen- «eite; sie weichen sichtbar aus, wenn sie sehen, dass du entgegenkommst, und nur selten wirst du rücksichtslos weit an den Rand gedrückt. Ueberholst du einen Fahrer, der es weniger eilig hat wie du, so mächt auch er auf dein Signal hin gewöhnlich eine deutliche Schwenkung nach rechts, um dir zu verstehen zu geben, dass er dich gehört und dass du ruhig vorfahren kannst. Bei einer solchen Gelegenheit lernst du einmal den Mann der Mitte kennen, von dem hier die Rede sein soll. Er fährt, und das hat ihm seinen Namen gegeben, prinzipiell in der Mitte der Strasse, und er ist nur äusserst schwer zu veranlassen, von dieser Linie abzuweichen. Nur dann nämlich, wenn zwischen ihm und der linken Strassenseite wirklich kein Platz mehr ist. damit das Fahrzeug, das ihn überholen will, vorbeikommen kann. Auf einer unserer grossen, breiten, geteerten Ueberlandstrassen kann ihn höchstens ein Lastautomobil oder vielleicht noch ein besonders breit gebautes Personenauto dazu bewegen, nach rechts auszubiegen. Alle kleineren Fahrzeuge scheitern bei diesem Versuch an seiner Charakterfestigkeit. Trifft man ihn das erste Mal und hupt wiederholt vergeblich, so hat man den Eindruck, dass man es mit einem Menschen zu tun hat, der entweder schwerhörig ist oder boshaft. Keins von beiden ist der Fall! Er hat am Signal gehört, dass ein Motorradfahrer vorbei will, und er sieht, dass der Anstand zwischen ihm und dem linken Strassenrand gross genug ist. Damit ist das Problem für ihn erledigt, und er wartet in aller Ruhe, bis sich der Nachkommende endlich entschliesst, sein Vorhaben, das er mit viel unnötigem Lärm angekündigt hat, auszuführen. Fährst du schliesslich vorsichtig an ihm vorbei, nachdem du dich eine Zeitlang über ihn geärgert und gewundert hast, und wirfst du bei dieser Gelegenheit einen strafenden Blick auf ihn, so siehst du in ein Gesicht voller Unschuld und Zufriedenheit. Er versteht den Vorwurf in deinen Blicken nicht, er ist ihm ein Rätsel und mehr oder weniger einfach ein Ausdruck schlechter Laune. Vielleicht lächelt er sogar freundlich, winkt dir einen Gruss zu, weil er denkt, du werdest dann vielleicht weniger brummig in die Welt schauen; wahre Herzensgüte leuchtet aus seinen Augen, es tut ihm weh, dass du verdrossen bist und er dich nicht anders trösten kann als mit einer liebenswürdigen Gebärde. Dein Aerger verpufft irgendwie in die Luft, denn du siehst, dass du einen guten und harmlosen Menschen vor dir hast, der dich durchaus nicht ärgern wollte, als er nicht aus dem Wege ging, und der auch nicht schwerhörig ist, sonst wäre er wohl bei deinem unvermuteten Auftauchen etwas erschrocken. Davon war aber keine Rede. Ein Sonderling — denkst du! Und dann triffst du gelegentlich wieder einen solchen Sonderling und im Laufe der Zeit noch ziemlich viele, die sich in ihrem Verhalten gleichen wie ein Ei dem andern, so verschieden sie auch sonst voneinander sein mögen. Es sind die Männer der Mitte... Warum ein solcher Mann der Mitte eigentlich prinzipiell in der Mitte der Strasse bleibt, wenn du ihn überholen willst, wird nie ganz zu ergründen sein. Wahrscheinlich handelt es sich bei diesen Leuten um einen im Unbewussten verankerten Hang, dem der Betreffende zwangsläufig nachgibt. Wie der normale Fahrer auf ein Signal, das in seinem Rücken ertönt, instinktiv seine Maschine ein wenig nach rechts steuert, so bleibt der Mann der Mitte instinktiv so lange auf seiner bevorzugten Linie, als er daraus keine Gefahr für sein Leben erwachsen sieht. Muss er aber hie und da beträchtlich von seiner Bahn abweichen, so empfindet er das gewissermassen als eine Störung seines seelischen Gleichgewichts. Die Strasse könnte für ihn nicht breit genug sein, und er fährt lieber auf einem schlechten, aber breiten Weg, als auf einem schmalen und guten. In der Stadt fährt er wahrscheinlich nur mit einem Gefühl chronischen Unbehagens, weil er sich hier rechts halten muss. Um es noch einmal zu sagen: der Mann der Mitte ist weder unhöflich, noch boshaft, noch schwerhörig! Er tut nur das, was er nicht lassen kann, und er wird sich niemals bewusst, dass er denen, die ihm zum ersten Male begegnen, zuweilen ein heftiger Stein des Anstosses ist. Später, wenn man ihn einmal als eine typische Erscheinung der Landstrasse kennen gelernt hat und er einen nicht mehr wesentlich stört, versucht man, ihm sogar ein menschliches Verständnis entgegenzubringen, und wenn man an ihm vorbeifährt, wirft man ihm keine tadelnden Blicke mehr zu. Eine Tasse starken Kaffees nachts 12 Uhr kann auch bei Personen mit guten Nerven die Wirkung haben, dass sie erst um 3 Uhr oder noch spater einschlafen. Ein« Tasse' starken Kaffees, hergestellt aus coffelnfrelem Kaffee Hag, verzögert das Einschlafen nicht Im geringsten und ist in Geschmack und Aroma jedem anderen guten Kaffee zum mindesten gleich. Darum Ist es In Gesellschaften üblich, dass zum Schlussnur Kaffee Hag serviert wird. Der Gastgeber Qbt eine Rücksicht gegenüber seinen Gasten dadurch, dass er ihnen zu allen anderen Freundlich« keiten, die er Ihnen erwiesen hat, auch ein« gute Nachtruhe schenkt. Kaffee Hag Ist In Jedem Lebensmittelgeschäft zu haben und wird auch In Cafes und Hotels auf Wunsch serviert.