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E_1931_Zeitung_Nr.032

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20 AUTOMOBIL-REVUE

20 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N° 32 Kurzschluss einmal aber in der Seele eintritt? ... Ist es denn so undenkbar, dass der Apotheker Gift in die Salbe mischt, aus Freude an einer anonymen Macht? Dass der Soldat zu schiessen beginnt, mitten auf der Strasse, berauscht vom Besitz der Waffe? Oder dass der Chirurg weiterschneidet, mitten durchs Leben, das wehrlos vor ihm liegt? Oder dass der Lokomotivführer die Kessel platzen lässt, einmal in seinem mageren Leben Herr über Schicksale zu sein?... An tausenden menschlichen Knotenpunkten liegt Explosivstoff der Seele, — Kurzschlussgefahr, meine Herren! Warum seid ihr denn so sicher? Warum denkt ihr denn nie daran? Leichtsinnig seid ihr alle, liebe Leute, furchtbar leichtsinnig!» Seine Hände krampfen sich um das Rad des Volants. «Ich habe Macht!» Er dachte das und in den Hals klopfte ihm das Blut hoch. Er wehrt sich noch. «Herrgott! Bin ich denn verrückt? Ich bin doch zum Teufel der Franz Maurer, 38 Jahre alt, und ich fahre bloss ins Bureau!» Aber er ist nicht mehr der Franz Maurer, nur noch ein Bündel von Tollheit und Wünschen. Eine unkontrollierte Bewegung — er wollte sie ja nicht! — und der Wagen schiesst mit einem Ruck nach vorne, saust die gerade Strasse hinab. «Weg da, wer noch kann!» schreit und lacht der Mann am Volant. «Ich kann töten, ich habe Macht über euch!» Das ist ein Rausch, der Kurzschluss der Seele. Einem Mann, einem durchschnittlichen, gewöhnlichen Mann, sind die Sicherungen durchgebrannt, die Widerstände des Bewusstseins. Ein Amokläufer sitzt am Volant. Schreie, Signalpfiffe. Der kleine Wagen fegt alles Lebendige aus der Strasse. Maurer kauert am Volant, blass, die Augenlider aufeinandergepresst, wie ein Jäger das beim Zielen tut. Ein Mann geht dort flber den Damm — los!... Zu weit, den erreicht er nicht mehr. Aber Jetzt — auf den Gehsteig hinauf, Menschen stehen vor den Haustoren. Los, los! Teufel, liebe Leute, das bin ich, ich, verstanden?! Das Maschinchen funktioniert tadellos, nur der Mensch drin hat sich endlich einmal erlaubt, euren selbstverständlichen Erwartungen zu entspringen!.., Los! Immer wieder wagen sich Schutzleute auf den Damm, gestikulieren verzweifelt gegen das rasende Auto hin; Warnungsschüsse knallen in die Luft Und immer wieder, wenn der Wagen nur dreissig, nur noch zwanzig Meter weg ist, springen die Polizisten mit einem hastigen Satz zur Seite, im letzten Augenblick sich rettend. Franz Maurer sieht nicht mehr die Einzelheiten des Strassenbildes. Er saust In einen vagen Nebel hinein. Am Gaumen klebt die Zunge, die Hände pressen sich um die Kerben des Volants, schmerzen. «Nie hab' ich's als 1 Bub gewagt, den Gashahn im Badezimmer aufzudrehen,» denkt er, «aber Immer hab' ich's doch wollen!» Eine Arbeiterfrau, die Einkaufstasche am Arm, biegt aus einer Quergasse ein. Vielleicht ist sie schwerhörig, vielleicht hat sie, Nüchternheit packt ihn; ohne dass er es in trübe Sorgen versponnen, nicht gemerkt wollte, drückt seine Rechte einen Hebel nieder. Der Wagen wirft sich herum, schleu- Komisch isfs manchmal im Leben eingerichtet: Glück in der Liebe was um sie vorgeht, sie geht gleichmütig vom Trottoir herunter, ist auf dem Damm, dert zur Seite, steht. — Alles geht erstens anders als man zweitens sieht nicht zur Seite nach dem rasenden Wagen, geht ruhig geradeaus. Aus den geöff- Franz Maurer noch: «Gott sei Dank, es ist jaWer beinah' schon aaf eine Frau verzichtet, Den Polizisten, die zu ihm stürzten, sagte meint. neten Fenstern schreit man ihr hilflos zu, das kein Unglück geschehen. Eine plötzliche Wird doch zuletzt noch mit ihr vereint. Auto rennt sie an, noch eine halbe Sekunde . Herzschwäche, meine Herren, ich habe die Franz Maurer sieht nichts mehr. Ihm istHerrschaft über den Wagen verloren.» Er Wer aber hinginge nnd strebend sich mähte, nur so, als schaltete sich plötzlich eine ganz lächelte, sehr verbindlich, dann wurde er Würde bestimmt vereinsamt sterben; fremde Kraft in sein Tun. «Da ist. ein ohnmächtig. Und erst um elf Uhr kam erDenn mit Hingebung und Güte Mensch.» durchströmt es ihn. Unsägliche damals ins Bureau. Lässt sich heut' w keine Frau mehr erben... Aphrodite, dies ränkevolle Weib, Treibt gar seltsam ihr Liebesspiel. Neigung lohnt sie mit Zeitvertreib Und spielerische Lust führt sie oft zum Ziel Ko. Eine Wolke im fernen Süden Von Hermann Hesse. Ein quirlender Luftwirbel hatte den Rest der Gewitterwolken vertrieben, auf dem beruhigten Meere glühte die Mittagssonne klar und heiss. Nur eine einzige Wolkenbank war dageblieben. Von ihr löste sich aufwärtssteigend ein zarter weisser Schleier, und dieser weisse Dunstschleier hing, als die ganze hellgraue Wolkenbank verraucht und verflogen war, allein mitten im tiefblau glänzenden Himmel. Flockig und zerblasen trieb sie empor und langsam nordwärts, und im langsamen Dahintreiben sammelte sie ihre wehenden Enden und Spitzen, gewann Umriss und Wölbung, nahm an Weisse und Klarheit zu und erfreute das Auge des Schiffers, der eilig ein durchnässtes braunes Dreiecksegel wieder aufzog. Wer sie so leuchtend, einsam und ruhig durch die grosse Bläue gleiten sah, dem erschien sie wie ein von einer fernen Frauenstimme gesungenes Lied. Und die Wolke sansr wirklich: sie sang und flog, war Sängerin und Lied zugleich. Nur die grossen Meervögel und der salzige Seewind konnten ihr Lied verstehen. Vielleicht wäre es auch von einem Dichter verstanden worden, der sie nahe genug erblickt hätte, vom änssersten Leuchtturm von Livorno aus oder von den Höhen der Insel Korsika. Es war aber kein Dichter da. Und wäre einer gekommen, er hätte Möhe gehabt, das Lied der Wolke in unsere Sprache zu übersetzen. Langsam segelte die schöne weisse Wolke über die Buchten von Spezia und Sestri tmd über die graugelben Strandfelsen von T?apallo hinweg. Sie sah schwarze Schiffe über den Horizont hinaus ins Bodenlose gleiten, wie Tropfen, die vom Rund einer Domkuppel triefen. Sie sah braune Fischer In dunklen Barken mit roten und gelben Segeln fahren. Sie sah die Sonne über Frankreich glühend sich neigen. Und sie sang und träumte vom Abend, vom scharlachroten Abend, von der Stunde der Glut, des Schweigens und der Liebe. O Sonne, o goldene Sonne! Sie sang immer dasselbe Lied — vom blauen Meer, von der Sonne, von ihrer Liebe, von ihrer Schönheit und vom Abend, vom glühenden, farbigen, schwelgerischen. Genua stieg empor, die helle, steile Stadt am runden Golf, und hinter Genua der Festungskranz und dahinter die Hügel und das weite, weite hellgrüne Land, und ganz am äussersten Rand weiss, kühl und fremd der kühle Zug der Alpen. Die Wolke schauerte und suchte langsamer zu schweben. Was sollte sie dort, die warme, schöne, vom Meer geborene. Was sollte sie dort bei den kühlen, kahlen Höhen des Nordens? — O Sonne, Sonne, liebst du mich ? — Ein Läuten drang aus der grossen Hafenstadt herauf, das Abendgeläute von San Stefano. Die östlichen Berge wurden seltsam klar und nah, über den bläulichen französischen Hügeln neigte die Sonne zum Untergange. Die Sonne ! Sie brannte tief scharlachfarben und streute eine wunderbare, traurige Schönheit über die Erde, und das Meer wurde rotgolden und lila. Da traf der dunkelglühende Bück der Sonne die sehnsüchtige Wolke. In heissen Schauern brannte ihr weisses Gefieder auf, so rot, so rot, dass sie über den Genueser Hügeln wie eine lodernde Fackel hing. Das Meer verglühte und die Erde wurde grau, auch auf die Kuppeln der Kirchen und auf die Festungswerke und Alleen der Hügel stieg die Dämmerung. Darüber aber brannte hellrot die einsame Wolke fort, schöner als alle Dinge, die auf der Erde, im Meer und in den Lüften sind. Sie wurde rosafarbig, sie wurde lilablau, sie wurde violett. Dann wurde sie grau und wurde unsichtbar. Niemand konnte mehr sehen, wie sie beim zagen Scheine der frühesten Sterne „schnei! und schneller flog, über Novi, Pavia und Mailand hinweg, gegen die kühlen fremden, weissen Berge des Nordens. Bunte Chronik Intelligenz eines Hundes. Schäferhunde gelten mit Recht als besonders klug. Der Schäferhund eines Brauereibesitzers in Luxemburg hat den Ruhm seiner Rasse um ein neues Blatt vermehrt Dieser Hund ist der erste Hund, der selbständig Strassenbahn fährt Er trägt am Halsband ein Strassenbahn-Abonnement, springt auf den Vorderperron einer Linie, die er kennt, lässt das Abonnement kontrollieren, fährt zum Garten seines Herrn, der vor der Stadt liegt, springt dort über den Zaun und bewacht tagsüber den Garten gegen die Kinder, die in dem abgelegenen Bezirk lange viel Unfug angestellt hatten. Abends kommt der Hund dann auf demselben Wege in die Stadtwohnung seines Herrn zurück. Ein Mittel gegen Ermüdung. Der französische Arzt Dr. Drouineau gibt allen, die sich körperlich besonders anstrengen müssen, ganz gleich, ob sie an einem Lauf- oder Fahrwettstreit teilnehmen oder einen langen Marsch vor sich haben, deü Rat, ungefähr 8 Tag© vorher täglich 100—200 g Zucker zu essen. In welcher Form man den Zucker nimmt, ist ganz gleich. Er kann so genommen werden oder auch in Kaffee, Milch, Tee oder auch in Wasser. Dies ist gewiss für alle Sportler höchst interessant Natürlich wird man mit einem kleinen Quantum anfangen müssen und dann immer etwas mehr nehmen, bis man die oben angegeben« Menge erreicht hat. Der günstige Einfluss des Zuckers ist besonders gut wahrzunehmen, wenn man in Zwischenpausen jedesmal eine kleine Menge nimmt. Trunksucht, eine Folge Vom Naschen. Bei einer kürzlich in London stattgefundenen Zusammenkunft von Aerzten behauptete einer der Herren in einer Rede, dass die Eltern, die ihren Kindern zuviel Süssigkeiten geben, den Grundstock zur sipätern Trunksucht legen. Er führte aus, dass zuviel Zukker den Gaumen an einen eigenen Reiz gewöhne, mit der Folge, dass dieser Reiz im späterh Leben im Alkoholgenuss gesucht würde. Der Mensch als Uhr. Der 52jährige Uhrmacher B. Jenny ist kürzlich von einer englischen medizinischen Gesellschaft eingehend auf seine weitbekannte Eigenschaft des Erratens der Uhrzeit hin geprüft worden. Auch nach reichlichem Alkoholgenuss irrte er sich nicht am einen Teil einer Minute. Er hat diese Eigenschaft an sich schon immer besessen und erweiterte sie durch seine berufliche Tätigkeit als Uhrmacher. • Watiwi Hotel Stefan! Am Bahnhof. Vollständig neu renoviert. I.Haus am Platze. Zimmer mit Bad und fliess. Wasser. Terrasse u. grosses Garten-Restaurant Vorzügl Küche u. Keller. Or. Parkplatz. Oarage. Tel. 87 Prospekte durch den Besitzer: E. STEFANI Küsnachf am Zürichsee Hotel sonne Rendez-vous der Automobilisten. Butterküche. Stets lebende Fische. Qualitätsweine. Gesellschaftssaal, üarage (Einzelboxen). Schattiger Garten direkt am See. Zimmer mit fliessendem Wasser. E. 6uggenbühl-Heer Telephon 910.201 f?f!iti9nchni*n (sJottae). 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32 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE EDEEEQ EFEQyO&IDJ Launen der modischen Stoffwelt In Paris, dem Sitz des Geschmacks, treibt man mit der Mode nie Inzucht: man hat dauernd Sinn für Entwicklung u. für Individualisierung der Modelle. Die Kleider werden immer kleidsamer und vielleicht gab es im •Zeitalter der Sachlichkeit nicht in dem Qrad anspruchslose Modelle, so einfach, wie ein Quell, wie heute. Indes beschränkt sich diese Einfachheit einzig auf die grosse Linie, während die Modelle selbst mit einer verwirrender Vielfalt von Details behängt sind. Unübersehbar beinah ist die Fülle der Stoffe, die lanciert wird. Nicht zu allen Zeiten war das Kleid vom Stoff in dem Mass abhängig Lerche für Gott. Mit Wollgeorgette errang man dann einen erwähnten Höhepunkt in der Transparenz der Wolle. Die Modehäuser geraten aber immer auf neue bizarre Rezepte. Denn die Mode ist nicht nur um der Eitelkeit willen der Damen da, sondern schliesslich auch wegen der Textilindustrie und Stoffabrikanten, genau wie auch die Krankheit nicht nur die Menschen zu bessern, sondern auch die Geldbeutel der Aerzte zu füllen hat. Und die Damen bezeugen natür-lich immer eine Bereitschaft für neue originelle Stoffe und Formen und wechseln ihre Modelle so gern und rasch, wie ein Fieberkranker seine Kissen. Nun gelingt es auf eine gewisse Ferne auch dem sonst modisch geübten Falkenblick nicht immer klar und deutlich zu unterscheiden, ob es sich um Wolle oder um Seide handelt. Er glaubt Seide zu sehen und es ist Wolle, und umgekehrt. Die Mixerie scheint auf dem Höhepunkt zu sein; man mixt Goctails wie auch Stoffe, wie Kaffee und Milch. Und diese gemixten Stoffe erfüllen die denkbar idealsten Ansprü- gehören hieher. Die Musterungen sind klein wie ja diese Kleinmusterung überhaupt eine wesentliche Charakteristik der Herbst und nächsten Wintermode zu sein scheint. Heute handelt es sich noch um Streifen, Punkte, zumeist hell auf dunklem Grund, womit der Eindruck des Einfarbigen vermittelt wird. Nicht selten liegt das Muster im Gewebe. Die Mantelstoffe sind körnig anzufühlen. Sie haben dicke Noppen und Knoten. Die Kleiderstoffe sind durchscheinend; in ihrer dichtesten Art werden di« Jerseys zu Kostümen bevorzugt, die ä jour-gewebten nur zu Kleidern. Die dünnste Webart von Jersey wird in einem Jerseytüll erreicht, der unleugbar an den Seidentüll erinnert und sich vorzüglich zu einem eleganten Nachmittagskleid zuschneiden lässt. Auch die durchscheinenden Mischgewebe, mit winzig kleinen Karos, eignen sich zu diesem Zweck. Sie lassen sich härter als Wollgeorgettes anfühlen, fallen demnach aber auch schwerer und besser. Weicher und auch sportlicher wirken dann wieder die Wollspitzenstoffe. Hier handelt es sich um die verschiedensten ä jour Strickmuster in allen Farben, weiss und braun sind hier Favoriten. Bemerkenswert sind die Wollstoffe in Reliefmustern, zum Beispiel Karos, Zacken, Waben oder Waffelmuster. Grosse Sympathie herrscht für Shantung aller Art. Besonders elegant sind die wollenen Stoffe mit einem Seidenzuschuss. «Sinelic» nennt Rodier ein dünnes Wollleinen, das für sportliche Kleidchen sich eig- wie heute. Heute bestimmt der Stoff das Kleid und der Stil und die Linie ist von ihm che der Frau: sie sind leicht, durchscheinend, net. In farbenfrohen Baumwollstoffen gibt so abhängig, wie ein Gehängter vom Strick. und fallen doch schwer, genau wie es die es eine grosse Fülle, wie ja überhaupt im allgemeinen im heutigen Modebild Farben- Es sind zudem längst verklungene Zeiten, Drapierung der neuen Mode will. Möglich, wo man Wolle in den Vormittag und diedass Wolle deshalb zum Favoriten lanciert orgien vorherrschen: Korallenrot, Gelb und Seide in den Nachmittag verwies. Es gibt wurde, weil sie gegen den tropischen Einfall Grün, sowohl in grellen wie auch in opalisierenden Tönen. Zu den farbenfrohen Baum- hier keine Grenzen mehr, sondern sie ver-dewischen sich. Zudem: wenn man ehemals Einfluss fremder Völker ist oft sehr aufwollstoffen gehören die Pikees, die Toiles, Wärme abwehrender ist als Seide. Der von Wolle sprach, hatte man sofort ein be-schlussreichunruhigendes Gefühl: der ganze Körper war Marokkaner, die sowohl in Farbe und Form sogenannten Broderie anglaise. MuH, Or- die Mäntel und Burnusse der die Batiste mit und ohne Lochstickerei, der davon unangenehm berührt. Inzwischen aber auf unsere Kleider nicht ohne Einfluss blieben, sind hierin vorbildlich. wendet, die in hübschen Formen vorrätig gandi, Baumwollbatist wird für Bluse ver- hat sich der Begriff Wolle stark gewandelt. Heute gibt es die denkbar dünnsten Stoffe Der Begriff « Wolle» ist eminent dehnbar. sind. Lange glockige Kasaks werden aus aus Wolle, genau wie aus Seide, Baumwolle Es gibt hier Grad- und Artunterschiede. schwerem Crepe Satin gemacht, in weiss, und Kunstseide. Der Siegeslauf begann vor Diese Familie der Wolle erhält immer mehr gelbgrün und sanftem rosa. Knappe Ein- Jahren bereits mit dem Tweedstoff. Die Damenwelt machte für ihn Reklame, wie dieGeorgette, Jersey, Shantung, Tüll, Zuwachs und Grenzerweiterungen: Tweed, Spitze steckblüschen mit kurzen Aermeln, Handajours oder flachen Schleifen als Garnierung, sind beliebt. Graziöse kleine Lingerieblusen mit vielen Biesen und Fältchen, gestickt.; Tupfen und Rüschen gibt es eine Menge; Andeutung der Aermel und solche, die vom Ellenbogen ab weiche mit Valenciennes verzierte Volants haben. Kurze geschweifte und vorn geteilte Schösschen, durch Gürtel und Schleifen betont, sind sehr charakteristisch für diese Musselinegebilde von märchenhafter Zartheit. Elegante Flanellblusen zum Sport und nette dünne Sweater aus gestrickter Frauen einzufrieren durch die Welt... von Josef Robert Harrer. ... Und auf den Strossen, den langen, geraden Sausen die Autos singend dahin. Lächelnd gleich einer Siegerin Steuert Madame ihren Wagen. An Kurven, Gestaden Hält sie fester ein wenig die Hände An den Volant... Weit in das Gelände Blickt sie mit klaren Augen.., Die Winde saugen Verliebt sich an ihre Wange»... Schneller treibt sie das jähe Verlangen, Bäume neigen sich schiel, Ein Vogel, der schlief, Flattert auf, wenn der Motor singt... Ueber Ebenen hin, durch Wälder erklingt Die Jazzmelodie der tollen Fahrt... Schlank ist ihr Leib, ihre Hände sind zart, Ihr Lächeln ist glücklich und frei. Schlau und schnell wie ein Leopard Springt der Wagen an Städten vorbei. Schneller, als Wolken am Himmel fliehen, Lenkt sie ihr Auto durch die Welt. Und wie die Gegenden scheu sich verziehen, Nähert sich neue Stadt, neues Feld... Stunden verwehn, doch die schöne Frau Denkt nicht der Zeit; das Himmelsgezelt Lächelt ihr frühlingssonnenblau... Und Madame chauffiert durch die Welt. Wolle in einem Spitzenmuster sind erwähnenswert. Das elegante Ensemble besteht aus reiner Seide. Hier gibt es tausendsame Muster, die Chinakrepps mit ihren kleinen flächigen Zeichnungen; die Muster sind oft gross und eigenartig: man sieht Schnecken, allerhand Getier, Blätter, Blüten und Rankenwerk und phantastisch unregelmässigen, doch sehr grossen und weitläufigen Zeichnungen. bL LiebesgeSlüster. «Liebling, würdest da mich auch lieben, wenn du fern von mir wärest ?» — « Aber gewiss, mein Engel. Je ferner du von mir wärest, um so mehr würde ich dich lieben. > M. A. JUCKER-PETITPIERRE in allen modernen Farben und 31, Bahnhofstrasse 26, Rathausquai Ausführungen von Fr. 5.—an ZÜRICH die Osischweiz Solbad Rhein£elden SalinenSiotel im Park Familienhotel in bevorzugter, ruhiger und sonniger Lage, mit jedem modernen Komfort, das bevorzugte Absteigequartier der Automobilisten auf der Durchfahrt, wie für längeren, nutzbringenden Kuraufenthalt. Terrassenrestaurant. Orchester. Garage. Massive Preise. Pension von Fr. 14.— an. Telephon Nr. 15. Eröffnung 19. April. 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