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E_1931_Zeitung_Nr.032

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tls ein Defekt der Wasserpurnpe den fast untröstlichen Kempen zur Aufgabe zwang, untröstlichen Kämpen zur Aufgabe zwang. Zum gleichen Entschluss verurteilt war auch das glänzend qualifizierte Fahrerpaar Strazza und MainOj welche zusammen den zweiten im Rennen liegenden Mercedes-Benz führten. Sie mussten wegen Durchbrennen der Dichtungen ausscheiden. Zur Vervollständigung der Liste der Unglücksraben sei noch ergänzt, dass der Bugatti-Wagen der Baronin Avanzano verbrannte und sich die Amazone rechtzeitig aus dem Fahrzeug retten konnte. Mit ihrem und Varzis Ausscheiden waren auch die Aussichten für Bugatti vollständig erledigt Endlich kollidierte das Team' Foresti-De Laurenti mit einer Mauer und Foresti musste mit einem Rippenbruch ins Spital transportiert werden. : Die Begeisterung am Ziel kannte keine Grenzen. Caracciola war sofort von einem dichten Ring von Gratulanten umgeben; die darauffolgenden: Campari, Morandi, sowie auch der Sieger der Nutzfahrzeug-Kategorie, Dilitto, der einen Fiat 514 steuerte, wurden unter frenetischem Jubel im Triumph fortgetragen. Nachstehend die ersten Resultate? ' Renn- und Sportwagen: 1. GaracdolarSebagtiaa (Mercedes 8000 ecin). 16: 10:10 (Stundenmittel 101,147 km, neuer Rekord). 8. Campari-Marinoni (Alfa-Romeo 2300 ccm). 16: 21:17 (100,001 ton). 8. Morandi-Rosa (O.M. 8000 cem), 16:28:35 (99,262 km). 4 Garzabini-M*tt* (Alfa-Romeo 2000 ccm), 17:47:08 (91,956 km). 6. Cortese-Balestrieri (Alfa-Romeo 2000 ecm}, Nutzfahrzeuge: 1 DUitto-Ricceii auf Fiat in 20:05:18 (StundenmitUl 80,943 km, neuer Rekord). Bwttr Herrenfahrtr: Com. U. Klinker auf Alfa-Romeo in 17:07:57 (Stun- * deamltte) 94,46 km). Orientieren wir noch über die Ergebnisse 8er Renn* und Sportwagen der beiden Vorjahre: 1929: Campari-Ramponi auf Alfa-Romeo, 18:04:23 s= 89,688 km Stundenmittel. ttSO: Nuvolari-Guidotti (Alfa-Romeo), 16:18:59,2 = 100,45 km Stundeninittel. 19S1: Caraeciola^Sebastian (Mercedes-Benz), 16:10: 10 as 101,147 km Stundenmittel. Wer hat Reserrerad bei Möhlln verloren? Der Strassenhilfsagent des T. C. S. meldet, Üass zwischen Möhlin und Rheinfelden ein Reserverad gefunden worden sei, das nun ider Polizeiposten in Möhlin in Verwahrung habe. Internationales XI. Wiesbadener Automobil-Turnier 1931. 9. bis 14. Mal Das vom Wiesbadener A.C. in Verbindung mit der dortigen Kurverwaltung und dem Mittelrheinischen Verein für Luftfahrt durchgeführte Autotournier wird ki der zweiten Maiwoche in elfter Auflage durchgeführt. An Veranstaltungen sind eine Sternfahrt, die weitbekannte Schönheitskonkurrenz, eine QeseMschaftsfahrt, das sportlich interessante Rennen «Rund um den Neroberg >, eine Flugzeugverfolgung und endlich eine Geschicklichkeitsprüfung vorgesehen. Die Sternfahrt wird in drei verschiedenen Gruppen durchgefühlt, nämlich: a) «Die Deutsche Sternfahrt» ist für Fahrer, welche die grösste Luftlinienentfernung mit dazwischen liegenden Landes-Scheitelpunklen zwischen Startort und Wiesbaden zurückgelegt haben. Die Anfahrt in Luftlinie vom Wohnort zum Startort wird dabei mit 50 % in Anrechnung gebracht. b) Die t Kreuz- und Querfahrt» ist für Fahrer, welche die grösste Gesam.tstrecke in Luftlinienentfernung, berechnet nach iEiruolstrekken zwischen dem bescheinigten Stärtort, den bescheinigten Scheitelpunkten und Wiesbaden zurückgelegt haben. c) Die «Plakettenfahrt» ist für Besucher des Automobil-Turniers, welche die Zielfahrt von ihrem Startort nach Wiesbaden ohne Zeitbebeschränkung zurücklegen wollen; sie wird jedoch nur gewertet, wenn mindestens 75 km. Luftlinienentfernung von einem bescheinigten Startort aus zurückgelegt sind. Für die Preisverteilung ist bei den Gruppen a und b eine Unterteilung für Wagen bis zu 1,5 1 Zylinderinhalt der Motoren vorgesehen. Auf diese Weise ist es Konkurrenten auch möglich gemacht, ohne zuerst grosse Strecken zu einem bestimmten Startort zurücklegen zu müssen, beträchtliche Distanzen abzufahren, •welche in Berechnung gezogen werden. DuTch die Unterteilung der Wagen nach Zylinderinhalt ist auch die Beteiligung für Kleinwagen recht aussichtsreich. Die Schönheitskonkurrenz, welche am Sonntag, den 10. Mai im Kurgarten ausgetragen wird. Sehr begrüssenswert ist die Klasseneinteilung nach Alter der Wagen, wobei eine besondere Gruppe für Fahrzeuge, welche vor dem 1. März 1930 in Verkehr kamen, vorgesehen ist. Damit ist die Konkurrenz nicht ausschliesslich auf neue Fahrzeuge beschränkt und haben auch ältere aber schöne Wagen Anspruch auf eine Anerkennung.. An Preisen werden -wiederum goldene, silberne und bronzene Plaketten abgegeben. Das Rennen «Rund um den Neroberg» wird auf" der bekannten 4,6 km langen Rundstrecke mit •wechselndem Gelände ausgetragen, wobei die SpoTt- und Tourenwagen wenigstens 10, die Rönnwagen mindestens 15 Runden zu absolvieren haben. Die endgültige Rundenzahl wird noch bekanntgegeben. Für Sport- und Tourenwagea bestehen fünf WertunssmiTVDGn. eingeteilt in neiin : AUTOMOBIL-REVUE 1931 .— Klassen, die zwischen 350 und 8000 ccm und mehr Zylinderinhalt rangieren. Die Rennwagen sind in drei Wertungsgruppen und den nämlichen Klassen eingeteilt. Für das Training ist einzig der ganze Montag vormittag reserviert. Das Rennen ist auf die sogenannte Hauptschleife beschränkt, ein Circuit, der drei lauge Geraden umfasst. was einerseits den Wagen die Entwicklung hoher Geschwindigkeiten erlaubt und den Zuschauern eine möglichst übersichtliche Beobachtung des Rennverlaufes gestattet. Die Bewertungen erfolgen für jede Veranstaltung getrennt, so dass keineswegs eine Verpflichtung besteht, mehr als eine der ausgeschriebenen Konkurrenzen zu absolvieren, sofern dies nicht gewünscht wird. Die ganze Veranstaltung verspricht wiederum das interessanteste und gesellschaftlich bedeutendste Ereignis der deutschen Frühjahrssportsaison zu werden. ß Eröffnung der Schweizer Mustermesse. Am letzten Samstag, den 11. April, bei schönstem Frühlingswetter öffnete die 15. schweizerische Mustermesse ihre Tore. Als die Pressevertreter des In- und Auslandes die Hallen betraten, mochte sie ein vertrauenerweckendes Gefühl beherrschen, vielleicht ein Gefühl wie nach Frühlingseinzug auch im schweizerischen Wirtschaftsleben. Als sie dann aber die markanten Ausführungen des Direktors der Messe, des Herrn Dr. Meile, mitanhörten, und als sie daran anschliessend einen ersten Gang durch die Ausstellungshallen taten, da wurde wohl mancher davon überzeugt, dass es am Wirtschaftshorizont aufhellen müsse. Einen Markstein nannte der unermüdliche Organisator, Herr Dr. Meile, die 15. Messe, einen Markstein in der historischen Reihe vor allem deshalb, weil ihr trotz Krisenzeit eben ein voller Erfolg zuteil wurde und sie so richtig das wiedererwahete Vertrauen in die Zukunft veranschaulicht. 1110 Aussteller gegenüber 1090 im Vorjahre, eine belegte Fläche von 10,800 m 2 gegnüber 10,360 im Vorjahre, ziemlich dieselbe Zahl von Einkäufer- und Empfehlungskarten wie letztes Jahr — das darf sich gewiss sehen lassen. An den 15 Mustermessen haben seit dem Jahre 1917 total 15,473 Aussteller ihre Stände gemietet und eine Platzmiete von insgesamt rund 6 Millionen Fr. bezahlt. Bei niedriger Berechnung haben wenigstens 2 Millionen Personen die Messen besucht. Der Pressetag nahm Samstag mit Bankett, Fahrt nach der geschleiften deutschen Festung Istein und Vesperbrot in Funeidingen einen ausgezeichneten Verlauf. Mustermesse und Presse bilden Faktoren aktiver Krisenbekämpfung. Ihre Zusammenarbeit ist von hoher Bedeutung. Das Automobil an der 15. Mustermesse. Erst vor vier Wochen hat der Genfer Autosalon seine Tore geschlossen. Jene interessante Schau der Automobile aller Herrenländer ist noch in bester Erinnerung. An der schweizerischen Mustermesse verkörpert das moderne Transportmittel ausschliesslich schweizerischen Industrieileiss, den Qualitäts- und Quantitätsstand nationaler Autofabrikation. Für dieses Jahr haben in der Gruppe Transportmittel, die in Halle 4 des Messegebäudes untergebracht sind, nur unsere beiden führenden Lastwagenfirmen Saurer A.-G., in Arbon, und Berna A.-G., in Ölten, fertige Wagen ausgestellt. Saurer führt die gleiche Kollektion vor wie am. Genfer Salon, einen Car-Alpin für 17 Sitzplätze mit elektrisch betätigtem Rollverdeck (Patent Saurer). Es ist der Typ, wie ihn die schweizerische" Oberpostdirektion für die Alpenfahrten in Verwendung hat Als zweites, eine wahre Augenweide, die schon in Genf grosses Aufsehen machte und dem schweizerischen Lastwagenbau in der internationalen Konkurrenz so recht die Note « vorzüglich »' beibringt, das Sechsrad-Niederchassis, das für Cars-Alpin und Omnibusse bis zu 30 Plätzen bestimmt ist. Der Sechszylinder-Benzinmotor leistet 80 bzw 105 PS, je nach Grosse. Als drittes Schaustück prangt auf einer Säule der neue Vierzylinder-Diesel-Rohöl-Motor von 5 PS, bestimmt für Lastwagen von 2—2% Tonnen. Der Saurer-Stand kommt vorzüglich zur Geltung und übt in Halle 4 sehr zrosse Zugkraft aus Berna, in Ölten, stellt in Abweichung zu den Genfer Schauobjekten einen Sechszylinder-Diesel- Lastwagen der Schweiz. Armee aus. Ein imponierender, kräftiger Bau deutet ohne weiteres auf die sehr grosse Leistungsfähigkeit dieser Lastwagenart. Autobestandteilo werden vorgeführt von der Firma Oetiker & Co., in Albisrieden-Zürich. Sie zeigt unter anderem ihre Motorbremse « Oco» für Last- und Tourenwagen, den ScbeLbenradschutzring, der das Reinhalten des Rades vereinfacht, und den Gelenkbremshebel, sowohl als Fuss- und HancLbremshebel ausgeführt. Die Karosseriefirmen der Schweiz sind kollektiv vertreten durch eine bildhafte Darstellung ihrerhervorragenden Leistungen im modernen und eleganten Karosseriebau. Ein unentbehrliches Objekt der Aufhaltung ist die Garage. Im Rahmen der Baumesse führt dio Firma G. Hunziker in Ins, Kt. Bern, im Freien, eine armierte Betongarage vor. Diese ist fest oder zerlegbar erhältlich und wird in verschiedenett Preislagen, mit und ohne Türen, auch ohne Plafond, jederzeit innert kürzester Frist geliefert Die Eternit A.-G., in Niederurnen zeigt ihr vorzügliches Rohmaterial für Eternitgaragen, die in vier Grossen geliefert werden. — Endlich werden. Garagetore in verschiedener Konstruktion und mit verschiedenen Vorzügen des verwendeten Materials gezeigt durch die Firmen Rolladenfabrik A. Grlesser A.-G., in Aadorf, Geilinner & Co., in Winter-" thur. und Held & Co.. in Montreux. hoch oder tief und stelllt ach in jede beliebige Höhe. BIBA ersetzt die mühsamen Kurbeln. Somit auch kein Hängenbleiben mit den Klein dem mehr. BIBA arbeitet zuveri lässig und sicher. BIBA lässt sich in alle bestehenden oder neuen Wagen einbauen. BIBA ist billig im Gebrauch, weil keine Reparaturen und Scheibenbriiche mehr. BIBA, der neue Komfort für alle Wagen. Verlangen Sie Offerte oder Prospekt Nummer C 1. Unser Telephon: 53837 das automatische FENSTER Durch Druck auf deil KnOpf geht das Fenster Gerhard & Schneider Schweizerg. 8, Zürich 1 Automobilstes, Eiectriciens, Garagistes! On a raison de vous mettre en garde contre tout produit donnant un coup de fouet h la batterie, mais prenez blen note que le «VOLTOX» ne proc&de pas de cette facon. 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N° 32 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE Strassenbau und Strassengesetzgebung Zum 5-Miliionen-Anleihen des Kantons Bern. Vortrag von Herrn Regierungsrat Böslger im Schosse des A.C.S., Sektion Bern. Herr Regierungsrat Bösiger, der verdienstliche spiritus rector des zur Zeit im Kanton Bern in Ausführung befindlichen zielbewussten Strassenbauprogramms und des Projektes einer 5-Millionen-AnIeihe, hat sich in erfreulicher Weise bereit erklärt, über die ganze Materie im Schosse des A.C.S. zu referieren. Wie gross das Interesse für Strassenbaufragen im Kanton Bern ist, ging nicht nur aus dem sehr guten Besuch des gestrigen Vortragabends, sondern auch aus der Tatsache hervor, dass verschiedene Landesgegenden, so unter anderm das Amt Laupen, ihn bereits vorgängig ersucht hatten, sie über diese aktuellen Fragen zu orientieren. Die betreffenden Versammlungen wiesen einen überraschend regen Besuch auf und ergaben in der jeweiligen Diskussion einstimmige Befürwortung des Anleiheprojektes. Der Referent erläuterte in unterhaltsamer Weise die Botschaft des Grossen Rates, auf welche wir bereits in Nummer 30 näher hingewiesen haben und belegte seine Ausführung durch ein interessantes Zahlenmaterial. In Ergänzung der in der Botschaft bereits niedergelegten Richtlinien sei noch folgendes Wissenswerte aus dem mit Beifall aufgenommenen Referate angefügt. Die Leistungen des Kantons für den Ausbau des Strassennetzes sind recht beträchtliche. So wurden im vergangenen Jahr total 9,6 Millionen ausgegeben. Es entspricht dies einer Ausgabe von 13 Fr. pro Kopf der Kantonsbevölkerung. Damit steht Bern ziemlich genau auf dem Niveau des gesamtschweizerischen Durchschnittes. Vergleichsweise wurde angeführt, dass ausländische Staaten folgende Ausgaben pro Kopf der Bevölkerung zu verzeichnen haben: U.S.A. 44 Fr., Deutschland 12,5 Fr., Frankreich 15,1 Fr., Grossbritannien 40,8 Fr. und Italien 8,3 Fr. Beim Vergleich der ausländischen Methoden für Strassenbau und -Finanzierung kamen dem Referenten die wertvollen Erfahrungen zustatten, welche er anlässlich einer Studienreise in Amerika im letzten Jahre sammeln konnte. Nach seinen Beobachtungen wird in den U. S. A. zur Zeit vorab der Betonstrasse das Wort gesprochen. Allerdings wird diese Bauart nur dann angewendet, wenn die Strasse eine Mindestfrequenz von 1500 Motorfahrzeugen pro Tag aufweist. Nach den Ergebnissen der regelmässig auch in Bern durchgeführten Verkehrszählungen kämen für diese Bauart nur zwei Strassen in Frage, nämlich Bern—Zollikofen mit 1828 Fahrzeugen pro Tag und Bern—Muri mit 1974 Fahrzeugen pro Tag. Die Frequenz auf allen übrigen beobachteten Strassenstrecken rangiert unter einem Durchschnitt von 1000 Fahrzeugen. Die beiden vorgenannten Routen sind ja bekanntlich mit Hartbelägen versehen. Der bernische Baudirektor ist im Prinzip der Verwendung von Zement als Strassenbaumaterial nicht abgeneigt und dies schon aus volkswirtschaftlichen Rücksichten, weil das Rohmaterial im Lande selbst hergestellt wird. Dagegen sind die Zementpreise noch derart, dass bei den zur Verfügung stehenden beschränkten Mitteln die Verwendung dieses relativ teuren Materials noch nicht in grösserem Umfange in Frage kommen kann. Was die Finanzierung des amerikanischen Strassenbaus von unseren schweizerischen Verhältnissen fundamental unterscheidet, ist der Umstand, dass der amerikanische Bundesstaat das Motorfahrzeug mit keinerlei Steuern belegt und trotzdem die Einzelstaaten mit grossen Subventionen bedenkt, während bei uns der Bund jährlich allein aus dem Benzinzoll ca. 36 Millionen Fr. zieht und davon bekanntlich nur ein Viertel an die Kantone weiterleitet. Die von den amerikanischen Einzelstaaten erhobene Betriebsstoffsteuer ist bedeutend geringer und steht in keinem Verhältnis mit dem von der Schweiz bezogenen Zoll. Was die Verwendung des zu votierenden 5-Millionenbetrages anbetrifft, so hat der Regierungsrat bisher davon abgesehen, ein genaues Programm für dessen Verwendung aufzustellen, da es wohl müssig ist, sich mit den zahlreichen Begehren nach Strassenbauten aus allen Teilen des Kantons auseinanderzusetzen, bevor der Kredit überhaupt bewilligt Ist. Hingegen ist die grundsätzliche Wegleitung festgelegt, wonach einmal der Spezialkredit innert drei Jahren zu verwenden ist. Die Mittel sollen die beschleunigte Verwirklichung des im Jahre 1924 genehmigten General-Bauprogrammes ermöglichen. Im weiteren sind vor allem die berechtigten Interessen der Fremdenindustrie zu berücksichtigen, deren Wohl und Wehe ja wiederum eng mit den wirtschaftlichen Verhältnissen bei Gewerbe, Handel und Landwirtschaft verknüpft sind. Endlich gilt es auch der stark zugenommenen Arbeitslosigkeit Rechnung zu tragen und Strassenbauten in jenen Kantonsteilen zu fördern, wo die grösste Zahl von arbeitslosen Händen beschäftigt werden kann. Wie notwendig eine Reduktion der Masse von Arbeitslosen geworden ist, mag aus folgenden Angaben hervorgehen, wonach die Zahl der verdienstlosen Arbeiter sich von 3270 Ende Oktober 1930 auf 10 300 zu Beginn des Monates März 1931 erhöht hat. Dazu kommt noch eine beträchtliche Zahl von teilweise Arbeitslosen. Wenn auch der Kredit von 5 Millionen die Ausführung einer Anzahl von Bauprojekten ermöglicht, so genügt natürlich die Summe bei weitem nicht, um allen Wünschen gerecht zu werden. Der Regierungsrat hat aber absichtlich von der Forderung eines höhern Kredites abgesehen, da das Anleihen bekanntlich aus den Erträgnissen der Motorfahrzeugsteuer und dem Benzinzollanteil verzinst und amortisiert werden muss. Die für den Zinsendienst benötigten Mittel gehen dem laufenden Strassenbudget verloren und sofern der Etat allzusehr geschwächt würde, müsste in einigen Jahren sogar der normale Unterhalt der Strassen, mangels der notwendigen Gelder, in Frage gestellt sein. Eine derartig kurzsichtige Anleihenspolitik liegt aber keineswegs im Interesse der gesamtbernischen Wirtschaft. Die wohldokumentierten Ausführungen fanden bei der Zuhörerschaft ein so grosses Interesse, dass wir auf den Verlauf der Versammlung in nächster Nummer nochmals zurückkommen werden. B. Moderne Strassengesetzgebung der Tschechoslowakei. Das vom Ministerrat zu Beginn dieses Jahres eingebrachte grosszügige Strassengesetz, über welches wir bereits berichtet haben («A.-R.» Nr. 17), wurde dieser Tage durch das Parlament genehmigt. Die am Regierungsentwurf durch die Kammern noch angebrachten Aenderungen zeugen von überragendem Verständnis für die moderne Verkehrswirtschaft. Der Entwurf bestimmte, dass 60 Prozent aus dem Ertrag der Mineralöl- Steuer dem Strassenfonds zu überweisen sei, aus dessen Mitteln der Strassen- und Brükkewbau auf Jahre hinaus bestritten werden soll. Das Parlament erhöhte diesen Ansatz auf 70 Prozent, um den Fonds möglichst rasch auf eine gewisse Höhe zu bringen. Parallel zur Errichtung eines Strassenfonds gingen die Bemühungen des Gesetzgebers, um für diesen auch gleichzeitig die notwendigen Mittel bereitstellen zu können. Aus diesem Grunde wurde eine Erhöhung der Benzinsteuer empfohlen. Das Parlament beschloss aber, die projektierte Benzinsteuer sei von 75 auf 60 Heller zu reduzieren, um den Motorfahrzeugverkehr nicht in unnötigem Masse zu belasten. Gleichzeitig wurde auch die Motorfahrzeugsteuer um 30 Prozent reduziert und die Steuerfreiheit der Spezialfahrzeuge für Feuerwehr und Sanität beschlossen. Trotz diesem ganz wesentlichen fiskalischen Entgegenkommen gegenüber den Motorfahrzeughaltern rechnet der Staat doch mit einer raschen Verwirklichung seines grosszügigen Strassenbauprogrammes. Von dem gesamten Staatsstrassennetz, das ca. 8500 Kilometer Länge umfasst, ist in den letzten Jahren bereits ein Drittel ausgebaut worden. Das vom Arbeitsministerium vorgesehene Frühjahrspensum, welches sofort in Angriff genommen wird, umfasst nicht weniger als 350 Kilometer Hauptstrassen, welche sehr wichtige Verbindungen in Böhmen, Mähren, und der Slowakei betreffen. Der längste in Angriff genommene Strassenzug, der von Bena nach Tiacevo in der Slowakei führt, ist über 70 Kilometer lang. Das Ausland und mit ihm die Schweiz hat alle Ursache, die Tschechoslowakei um ihr vorbildliches Strassengesetz zu beneiden, ß Die Strassenbauten !n der Tschechoslowakei. Die « Lidove Listy » veröffentlichen die Erklärungen des Ministers Dostalek über die Auswirkungen der Annahme des Strassenbaugesetzes, das sofort in Kraft treten wird. Dasselbe wird gestatten, Strassenbauten Im Betrage von 50 Millionen Kronen (1 Krön« entspricht 16 Rp.) zu unternehmen. Im weitern werden Arbeitsvergebungen im Betrage von 25 Millionen gemacht, so dass die Anteile schon gleich nach Ostern zugeteilt werden können. Ferner wird ein öffentliches Ausschreiben für Strassenkorrektiotien von 331 km im Betrage von 220 Millionen erlassen werden. Endlich sieht man noch 40 Millionen für Strassenausbesserunigsarbeiten vor, welchen noch 90 Millionen neuer Subventionen zuzufügen sind. T.P. SES CABRIOLETS, LE GRAND SUCCfiS DU SALON DE GEN£VE CELEBRES PAR LEUR ELE- GANCE ET LEUR HAUTES QU ALITfiS MfiC ANIQUES, SES MODfiLES: 14 CV, 18 CV, 25 CV, 40 CY RfiPONDENT AUX PLUS HAUTES EXIGENCES Gründlich und doch schnell arbeiten kann ein Betrieb nur, wenn er praktisch eingerichtet Ist. 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