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E_1931_Zeitung_Nr.034

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14 AUTOMOBIL-REVUE -N°

14 AUTOMOBIL-REVUE -N° 34 während die schweren Wagen auf recht schwierige Absatzverhältnisse stossen. Allerdings hat die leichte und mittelschwere Klasse unter einer starken Auslandskonkurrenz zu leiden. Auch bei den Personenwagen konzentriert sich die Nachfrage auf leichtere und mittlere Typen. Wy. Weitere Gummibaisse. Trotz mehrmonat- Hchen Versuchen müssen die Bemühungen der führenden holländischen Gummiinteressenten, mit den britischen Produzenten eine Einigung in der Restriktionsfrage herbeizuführen, als gescheitert angesehen werden. Den nach vor nicht langer Zeit lancierten Gedanken, die Gummibäume auszurotten und sie durch andere Kulturen, wie z. B. Reis, zu ersetzen, hat man aufgegeben, nachdem in Indien wie in China eine Beruhigung in den innerpolitischen Verhältnissen Platz gegriffen hat und dort mit einer Zunahme des Reisanbaues zu rechnen ist. Nicht zuletzt kalkulieren die Gummiproduzenten damit, dass sie beim Uebergang zum Reisanbau vom Regen in die Traufe gelangen würden. Da infolge der internationalen Depression in der Automobilindustrie der Abruf an Kautschuk überdies sehr minimal ist und von den Eingebornen nach wir vor beträchtliche Quantitäten auf den Markt gelangen, senkten sich die Preise an der Londoner Börse in den letzten Tagen auf ein Rekordniveau von 3 1 /! d pro Ib. Selbst wenn die verarbeitende Industrie wider Erwarten mit grössern Abrufen an den Markt herantreten sollte, ist mit einem Tendenzumschwung nicht zu rechnen. Wie bei Kupfer und Blei, sowie allen übrigen Welthandelswaren sind die Gummivorräte in der Union und in England so gross, dass jeder irgendwo auftretende Bedarf überreichlich befriedigt werden kann. Wy. Errichtung einer Automobilfabrik in Jugoslawien durch Citroen. K.K. Nachdem sich die Verhandlungen, die Henry Ford mit der jugoslawischen Regierung bezüglich Errichtung einer Automobilfabrik in Jugoslawien seit längerer» Zeit geführt hat, endgültig zerschlagen haben, hat die Firma A. Citroen diesbezügliche Verhandlungen mit der jugoslawischen Regierung aufgenommen. Wie verlautet, sind die von Citroen gemachten Zugeständnisse etwas grösser, so dass mit der Errichtung einer Automobilfabrik durch Citroen zu rechnen ist. CHEIflARD WAICKER (ALTBEWÄHRTE, FRANZ. MARKE) Luxusausführung, 18 PS, 6 ZyL, Innensteuer, 4 Türen, wunderbar erhalten, billig zu verkaufen. Ev. wird kleinerer Wagen in Tausch genommen. Anfragen unter Chiffre 11599 an die 8611 8-Plätzer, 6 Zyl., ra Seitenverglasung, Allwetter, absolut zuverL u. rassiger Wagen. Preis Fr. 3600.- g-eg. Kassa. Ryser, Aemtlerstr. 102, Zürich 3. 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KLE NE CtiRON Die Bedeutung des automobilistischen Hilfsdienstes, wie er bekanntlich durch die englische Automobile Association in hervorragendem Masse organisiert worden ist, hat sich besonders während den Osterfeiertagen gezeigt. Obwohl auch in England das Osterwetter zu wünschen übrig Hess, war doch ein Rekordverkehr auf den Ueberlandstrassen zu verzeichnen. Die Hilfspatrouil-len der A.A. haben in diesen Tagen nicht weniger als 239,000 Mitgliedern in irgendeiner Form Hilfe geleistet. So trmsste gegen 2000 Fahrern mit Betriebsstoff, der ihnen unterwegs ausgegangen war, ausgeholfen werden und bei rund 4000 Fahrzeugen waren grössere oder kleinere Störungen zu beheben. Im weitern wurden rund 233,000 Auskünfte über den einzuschlagenden Weg und die Strassenverhältnisse erteilt. Erfreulich ist endlich der Bericht der Patrouillen, dass dieses Jahr dank verbesserter Strassendisziplin und obwohl keine Geschwindigkeits-Vorschriften mehr bestehen, weniger Unfälle zu verzeichnen waren als im Vorjahre. ß Asien-Expedition mit Automobilen. Dieser Tage macht sich die grösste wissenschaftliche Expedition nach Asien auf den Weg, welche je mit Automobilen ausgerüstet worden ist. Finanziert wurde die Forschungsreise durch den französischen Auto-Magnaten A. Citroen und einer französischen Filmgesellschaft, welche die photographische Ausbeute der Expedition auswertet. Die Expedition, welche unter der Leitung des bekannten französischen Geographen Georges M. Haardt steht, ist mit sieben besonders ausgerüsteten Citroen-Raupenautos dotiert. Die Schweizi Geva Autoverkaufs A.-G., Basel (vorm. Martini Auto-Verkaufs A.-G.) Telephon Safran 42.58 Es werden noch einige Kantonsvertreter gesucht niasier Gebr. Grell, Rheinfelden Spezialwerkstätte für Automobil-Zahnräder Telephon 06 CHRYSLER Mod. 70 Automobil-Revue. Bern. Austro-Daimler ranze A vendre STUDEBAKER, 28 HP Cond. int., mod. 28, dtal de neuf, pour cause depart. Ve>itable occasion. — S'adresser 48493 Grd. Hotel Diabterets %. Ainle. BEHLI2T- Lastwatien 1800 ka Nutzlast In tadellosem Zustande, billig abzugeben. 4848« II International Harvtslir Company A.-Q, Hohlstrasse 100. Zürich. Dilz Reise beginnt in Syrien. Nach Durchquerung von Kleinasien, Afghanistan und Tibet wollen die Forscher nach China vordringen, um weiter nach Indochina und Siam zu gelangen. Die Expeditionsmannschaft umfasst ein zahlreiches technisches Personal, Chauffeure, Mechaniker, Ton- und Filmoperateure, sowie Funktechniker, da zwei der Autos für den Radiodienst vollständig eingerichtet sind, ß Neugrundungen: Aktiengesellschaft für Garage-Einrichtungen, Zürich. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 50.000 Fr. gegründet. Zweck der Unternehmung ist Einrichtung von Garagen sowie Fabrikation und Handel von Garageartikeln und technischen Neuheiten. Der Verwaltungsrat besteht aus C. Dübi, Rechtsanwalt, Präsident, und \V. Fischer, dipl. Ing., beide in Zürich. Sie führen Kollektivunterschrift. Kollektiv- Prokura wurde an Alb. Huber, Zürich, erteilt. Geschäftsdomizil: Löwenstrasse. Auto-Piaces S. A., Genf, Zweigniederlassung Zürich. Gemäss Verwaltungsratsbeschluss ist eine Zweigniederlassung in Zürich, Talstrasse, errichtet worden. Auf dieselbe beschränkt wurde an A. Härder und P Kappelli Kollektivprokura erteilt. Personelles: Kessler & Cie., Automobile, Zürich. Der Gesellschaftor H. Teuber führt Einzelunterschrift, während die Unterschriftsberechtigung des Jakob Kessler erloschen ist. Die Kollektivprokura von Josef Kessler ist in eine Einzelprokura umgewandelt worden. Einzelprokura wurde auch erteilt an E Meier. Fisk-Pneumatik A.-G.i Zürich. Die Verwaltungsratsmitglieder G. H. Fenton, S. B. Jakobson, Dr. A. H. Wach, Dr. H. Pestalozzi und E. Meier sind zurückgetreten und deren Unterschrift erloschen. Einziger Verwaltungsrat mit Einzelunterschrift ist Max Hunziker, Kaufmann, Zürich. Kapitalsrhöhung: Nouvelle Socie'ie Anonyme des Automobiles Martini, St. Blaise. In der ausserordentlichen Generalversammlung wurde das Aktienkapital von Fr. 720,000 auf Fr. 180,000 reduziert durch Reduktion des Aktien-Nominalbetrages von Fr. 20.— auf Fr. 5.— Das reduzierte Kapital wurde hierauf auf Fr. 800,000 erhöht durch Ausgabe von Aktien der Serie C zu Fr. 5.—, welche voll liberiert sind. Die Generalversammlung nahm Kenntnis von dein Rücktritt von W Steiger und R. Simon-Sarasin als Mitglieder des Verwaltungsrates. Neu in den Verwaltungsrat wurde F. Bosshard-Bühler, Fabrikant, gewählt. Der Verwaltungsrat setzt sich wie folgt zusammen : F Allemann, Präsident, R. Steiger und F Bosshard. Einstellung des Konkursverfahrens: Maire-Bader, Autogarage, Grenchen. Das Verfahren ist mit Verfügung des Konkursrichters am 7 April mangels Aktiven eingestellt worden. Firmenauflösung: G. Max Hunziker, Autopneus, Zürich. Die Firma ist infolge Aufgabe des Geschäftes erloschen. U. Vital, Zentralgarage, Schills. Die Firma ist infols-e Aufeabe des Oesohäftshptriebflg erloschen Die flarke für zuverlässige Qualität. Es gibt nur ein Spritzverfahren, du jedoch für Nltrozellulos*-Fat>ben aller Marken gemeinsam iat, aber es gibt wenige Mapken, mit denen erstklassige Resultate erzielt werden, unter diesen wenigen ist eine Marke: DITZ-LAC diejenige, welohe dnroh Schönheit der Farben and hervorragende Qualität entzüokt. Die bedeutendsten Automobilfabriken Amerikas viei Paokard,Chrysler, Lincoln,Dodge a.8.w. benutzen DITZ-LAO, Dltzier Automobiltarben. Auskunft and Beratung durch die GENERALVERTRETUNG Lac AUTOCOLOR A.-G., ZÜRICH 8 Dntourstrasse 197 Telephon 49.569 CAR ALPIN SAURER Typ 3 BLP moderne 30pl. 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Etzolstrasse im obersten Abschnitt immer noch vereist und für Autos unpassierbar, auf der Seeseite ist die Strasse schneefrei bis über Luegoten hinaus. Wäggital schneefrei Ġlarncrland: Talstrasse schneefrei bis Linthal, ebenso Sernftal und Kerenzerberg. Graubünden: Prättigau schneefrei bis Klosters; Uebergang nach Davos (Wolfgang) stellenweise vereist, wird mit und ohne Ketten befahren. Westliche Zufahrt nach Davos via Lenzerheide-Wiesen durchgehend aper. Oberhalbstein befahrbar bis Marmorera, die Freilegung der Juliorstrasse bis Bivio o Stalla wird auf nächste Woche erwartet. An der Oeffnung der eigentlichen Passstrasse wird alsdann weitergearbeitet. Albulastrasse schneefrei bis Preda (Ausweichstellen). Strasse Thusis-Sankt Bernhardinpass ohne Ketten befahrbar bis Hinterrhein. (An der Freilegung des Bernhardin- und Splügenpasses arbeiten bereits die Wegmacher.) Inntal, Engadin und Maloja durchgehend geöffnet und ohne Ketten befahrbar; der Lawinenniedergang auf der Strasse Schuls-Ardez konnte inzwischen wieder freigeschaufelt worden. Strasse Chur-Flims- Oberalp schneefrei bis Disentis, weiters mit Ketten befahrbar bis Tschamut. Lukmanierstrasso nur befahrbar bis Platta. Goithard: Die Zufahrten zu den Einladestationen Göschenen und Airolo sind überall schneofrei. Innerschweiz: Brünigstrasse seit 14. April dem Automobilverkehr geöffnet. Zufahrt nach Engelberg schneefrei. Bürgenstock und Seelisberg schneefrei. Berner Oberland: Grimsolstrasse ohne Ketten befahrbar bis Guttannen. Borgsti-asson um Intorlaken und Spiez nach Grindelwald. Lauterbrunnen, Kandersteg und Adelboden ohne Ketten befahrbar. Simmental und Saanenmöser schneefrei. Jaunpass gesperrt. Saanetal schneefrei ab Gsteig bei Gstaad. Schallenberg, zwischen Emmontal und Aare, offen; mit Ketten wegen Vereisungen. Westschweiz: Rhonetal schneefrei bis Fiesch. Befahrbar sind ohne Ketten die Seitenstrassen Aigle-Les Diablerots, Monthey-Champe>y, Martigny- Champex und Sierre-Montana. Die Forclazstrasso ist auf eine Breite von 1 m durchgeschaufelt, nur für Motorräder befahrbar. Col des Mosses öffnet voraussichtlich in 14 Tagen. Oesterreich. Ab 1. Mai 1931 tritt die Benzinsteuer in Kraft. Diese beträgt 13 Groschen pro kg, das ist pro Liter 9,7(33 Groschen. Die Benzinsteuer wird beim Verschleisse des Brennstoffes zum Handelspreis hinzugerechnet; sie bezweckt vor allem den Unterhalt der Strassen und Wege aus Bundesmitteln. Mit dem gleichen Datum tritt eine neue Verkehrssteuer für Automobile in Kraft. Ausländische Kraftfahrzeuge unterliegen erst nach 60- tägigem Aufenthalt der Abgabepflicht zu den gleichen Ansätzen wie einheimische Anfertigung für jeden Zweck nach Zeichnung und naoh Wunsch in moderner Ausführung garantiert staubfrei und wasserdicht aus prima Stahlblech. Sämtliche Auto-Spenglerarbeiten in fachmännischer Ausführung. 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Bern, Dienstag, 21. April1931 IV. Blatt der,,AutomoUUReoae "N°*M Opferwilligkeit ? Es gibt Menschen, die dazu bestimmt zu sein scheinen, von anderen ausgenutzt zu werden. Ihre Gefälligkeit verleitet dazu, Dienste zu erbitten; ihre Geduld und Teilnahme zieht ihnen endlose Gespräche auf den Hals, ihr Entgegenkommen lockt Gäste an, ihr Geld befindet sich, abgeborgt, andauernd auf Wanderung in ihrem Bekanntenkreise — kurz, ihre Zeit, ihre Kraft, ihre Lebensfreudigkeit verbraucht sich zugunsten anderer Leute. Brauchen sie selber jedoch einmal eine Gefälligkeit, so werden sie mit Staunen wahrnehmen, welche Wichtigkeit gerade diejenigen daraus machen, die ihre Hilfsbereitschaft so oft und gern in Anspruch nahmen. Ja, sie werden in vielen Fällen die Erfahrung machen, dass man all die kleinen Opfer, die sie gebracht haben, beinahe selbstverständlich gefunden hat. Warum? Weil sie za schnell damit bei der Hand waren, sie vielleicht sogar angeboten haben und aus Zartgefühl oder Güte nicht merken Hessen, dass es Opfer für sie waren. Auch werden wir die Beobachtung machen, dass solche hilfsbereiten Menschen wohl beliebt sind, aber gar nicht sonderlich hochgeachtet werden. *Man lobt sie so — halb aus Erbarmen.» Das ist nicht so merkwürdig, wie man beim ersten Hinsehen glauben möchte. Die andere am meisten ausnutzen, sind robuste Egoisten, und dass die für das Feine, Zarte, Selbstlose nicht Erkenntnis noch Wertschätzung haben, liegt auf der Hand. Auch gehört es zum Zuge der Zeit, überall Ellbogenfreiheit für sich za beanspruchen, und wer bereitwillig zurücktritt, wird schwerlich gebeten, sich hervorzutun. Namentlich die heutige Jugend, die mehr auf Kraft als Rücksicht, mehr auf den Kampf als auf Sichbescheiden eingestellt ist, erwartet Selbstbehauptung auch von anderen und hat eine leichte Geringschätzung da, wo sie fehlt. Es sind ja meist auch nur die Ueberlebenden einer frühem Epoche, in der Opferfreudigkeit als sittliches Ideal galt, die letzt so bereitwillig ihr eigenes Ich hintenanstellen. Sie sollten nur ruhig etwas umlernen. 'Denn wenn es auch für alle Zeiten als edler Vorzug gelten wird, wenn man nicht nur an sich denkt, sondern auch für seine Mitmenschen etwas übrig hat, so zieht man doch die Selbstsucht gross, wenn man ihr allzu bereitwillig entgegenkommt. Dem Bedrängten, der in schmerzlicher Verlegenheit am ein Darlehen bittet, dem Kranken, Gebrechlichen, dem wir Pfleger and Stütze sind, dem mit Arbeit Veberhäuften, dem wir etwas von seiner Last abnehmen- dem ehrlich und angestrengt, aber vergeblich Ringenden, dem wir emporhelfen können: sie alle werden wir nicht merken lassen, dass unsere Hilfe uns Opfer kostet. Aber wer unsere Gefälligkeit gar zu leichtfertig in Anspruch nimmt, der kann gern einmal fühlen, dass sie uns auch etwas kostet. Wir lehren ihn dadurch nur nachdenken, bringen ihn ohne Vorwurf vielleicht in diesem Punkte zur Selbsterkenntnis und dienen ihm dadurch besser, als wenn wir seinen Wunsch ohne weiteres erfüllt hätten. Es kommt ja natürlich auch immer darauf an, wer unsere Zeit und Kraft verlangt: ein wertvoller Mensch, an dessen Werk wir vielleicht mitschaffen, indem wir uns ihm zur Verfügung stellen oder irgendwie seine Kraft zu schonen suchen — oder ein eitler, gedankenloser, unbescheidener Mensch, der für seine eigene Person überall mehr Raum beanspruchen möchte, als ihm zusteht. Sollten wir ihn dabei noch unterstützen? Auch hier muss man gerecht sein, ehe man gütig ist. Wenn wir also zugeben, dass der Hilfsbereite selber ein wenig schuld ist an der Ausnutzung, die ihm widerfährt, so soll dies natürlich keine Entschuldigung für die sein, die ihn missbrauchen. Kultur entsteht and besteht durch Selbsterziehung. Der Bescheidene hat die Vorbedingung dazu voraus, dass er zur Erkenntnis eigener Fehler von Natur aus veranlagt ist. Der Selbstsüchtige sollte in ihn wie in einen Spiegel hineinsehen, aus dem ihm seine Robustheit entgegentritt. Und mit der grösseren Kraft, die ihm eigen za sein pflegt, müsste er danach streben, den Feineren und Schwächeren za unterstützen, anstatt Forderungen an ihn zu stellen. Dadurch bildet sich auch bei ihm Zartgefühl und Milde aus und jene Wechselwirkung edler Kräfte tritt ein, wie sie der Angler im Frühjahr. Verkehr unter Kulturmenschen mit sich bringen müsste. M. Gerbrandt (M. F.). Das blaue Auto Von Rudolf Geck. Eine kleine Leseprobe ans einem klagen und •unterhaltsamen Büchlein: «-ck. erzählt zum zweiten Mal von Frauen, Kindern und Käuzen> (Societätsverlae, Frankfurt a. M.) maj; unsern Lesern Kunde geben von den lebenswahren Erzählungen, eines geistreichen Beobachters. Wir werden uns bei nächster Gelegenheit eingehender mit dem Büchlein befassen. Red. «Sie haben recht,» sagte der Besucher aus der rheinischen Grossstadt, «wenn Sie sagen, man könne das Wort Nachbar aus unserer Sprache streichen. Nachbarn im Sinne von Claudius, der dem kranken Nachbar eine ruhige Nacht wünscht, kennt unser Leben nicht mehr. Wir wissen kaum die Namen der Mitbewohner und Anwohner und hören nur beiläufig durch die in unserer Strasse verbündeten Hausangestellten oder durch den Metzgerburschen, den Briefträger oder Milchmann von Geburt und Tod im Nebenhaus. Doch kommt es vor, dass Menschen in unserer Strasse, die uns völlig unbekannt sind, irgendwelchen Anteil fordern und unser Denken in ihr Schicksal einbeziehen.» «Sie meinen: bei Unglücksfällen oder Jubiläen, die in der Zeitung stehen?» «Nein, nicht so. Ich denke an Nachbarn, die uns ohne ihr Wissen zwingen, sich mit ihnen zu befassen, ja die uns erregen.» «Wieso das? Welche Kräfte könnten das bewirken?» rln meiner Strasse tut das der helle schmetternde Ton einer Autohupe.» «Aha, das Auto eines Arztes, das Ihnen kranke Nachbarn meldet?» «Nicht doch, obgleich das möglich wäre. Das Auto gehört einem Herrn, der eine junge Frau besucht!» «Woher wissen Sie das?» «Die Hausangestellten haben es herausgebracht und herumgetratscht. In unserer einsamen Strasse, am Rande der Stadt, stehen in zwei Reihen acht Villen. Die Mädchen, die sich beim Einholen begegnen, erzählen sich die Neuigkeiten aus den Häusern. Das blaue Auto wird bemerkt, wenn es auch vorsichtig den Standort wechselt. Der Schmetterton tut das übrige. Sobald er durch die Stille jubelt, sind die Mädchen «im Bilde», Gardinen bewegen sich, die Kontrolle hebt an. Die Mädchen passen auf, wie lang «er» bleibt; langst wissen's auch die Gnädigen, man beobachtet, lacht und entrüstet sich.» «Es ist Shakespeares Gerücht, das auf dem Winde reitet.» «Mehr: Gewissheit. Nun geht einen die Sache ja nichts an, aber was wollen Sie: man beschäftigt sich doch damit. Und dann: die Frauen sind höllisch interessiert. Man kann es tadeln, aber es ist so. Ein Tropfen Gift dunstet durch die Zimmer. Die jung« Frau und ihr Liebhaber werden zum Hausgespräch. Das blaue Auto hat verschiedene Besuchszeiten, kommt aber immer zur rechten Stunde. Der ahnungslose Gatte (immer ist er ahnungslos) ist dann in seiner Fabrik oder im Theater oder auf dem Kegelabend. Die Mädchen, von «ihr» gut behandelt, halten dicht. Mir könnte es egal sein, meinen ßinfommcnö ßeöeutd f\tvAt füc Bklt Ott Böffgang flet /Jinfen nu f flfottpapieten unfl obgctucnöct fluttft eine Bcntcnüccfidicrunö 9iefe öträinöti In einzigartige* JUeife tyerüorrogenöe uiMmlenanftcft acntctiDccßct)crun00onftah