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E_1931_Zeitung_Nr.034

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 34 Sie? Mir ist es nicht egal. Ich habe die Unruhe im Haus. Das blaue Auto ist ein Friedensstörer. Wir sitzen z. B. abends mit einem Buch unter der Lampe. Die Strasse schweigt. Plötzlich jubelt die Hupe. Meine Frau hebt die Augen: «Das blaue Auto». Wir lesen nicht weiter. Ich sage etwa: «Wie leichtsinnig.» Darauf meine Frau: «Wie duldsam du bist.» Das reizt mich natürlich. Trotzdem sage ich begütigend: «Was wissen wir denn eigentlich? Vielleicht kommt er doch nur als Freund, vielleicht sogar im Einverständnis mit dem Manne, vielleicht ist er ihr Bruder.» Ich glaub's ja nicht und meine Frau weiss, dass ich das nicht glaube. Sie sagt, und schon zuckt ihr Mund: «Du verteidigst die Person? So sind die Männer.» Ich drehe lächelnd bei: «Nein, so sind sie nicht!» und hasche nach ihrer Hand. Zu spät. Eine Verstimmung brütet auf, der Abend ist zerrissen. Wir lesen wieder, aber wir lesen nicht, unsere Gedanken kreisen um das Paar. Meine Frau erhebt sich nervös: «Eben hast du dir das Zusammensein der beiden lüstern vorgestellt, das ist schon beinahe Ehebruch.» ..Ich werde wild: «Da hört denn doch alles' auf. Ich verbitte mir das. Ich kenn die Frau doch gar nicht.» Ohne Zweifel ist Frankreich augenblicklich der reichste Staat Europas. Sein Reichtum stammt nicht bloss von dem für ihn günstigen Ausgan? des Krieges, über dessen Bezeichnung als «Sieg» man wohl einige Worte verlieren könnte, hatte doch dieses Land eines überaus sparsamen Volkes schon vor dem Krieg den Ruf, der Bankier ganz Europas zu sein. Fremdenverkehr, Naturschätze und Luxusindustrie hatten Frankreich zu seinem Reichtum verholten, nicht zu schweigen von der stets egoistischen Politik aller seiner Kabinette. Heute, wo in den Panzerkellern der Banque de France fünfzig Milliarden an Gold aufgehäuft sind und wo die Arbeitslosigkeit die geringste Ziffer von allen europäischen Staaten aufweist, steht Frankreich wieder allen voran, verzichtete aber gerne darauf, als Bankier Europas zu gelten. Engherzig in der Gewährung ausländischer Kredite, scheint es den Wirtschaftshorizont seiner zahllosen Kleinrentner angenommen zu haben. Wer ist nun der reichste Mann in Europas reichstem Land? Diese Frage wird jetzt häufiger erörtert. Früher gab man sich beim «Oh, du wirst sie schon kennen.» Und so. Wort© von Neid, Mangel an Sinn für Anstand. Es plänkelt und brodelt weiter. Die Luft bleibt geladen. Wir tragen die Last des Schweigens und sausen doch auf einer Gedankenjagd. Zwischen meiner Frau und mir ist eine psychische Kluft. Das verruchte Paar rüttelt an unserem Glück. In den anderen Villen mag es ähnlich so zugehen, mit Entrüstung, Duldsamkeit und Zwist. Dasselbe Wissen begleitet das Paar. Zwei Unbekannte drängen sich in unseren Frieden, sitzen mit am Tisch und hetzen auf. Neugierig bin ich nur, wie lange das so weitergeht. Gesetzmässig gehen alle Krüge zum Brunnen, bis sie brechen. Eines Tages wird das blaue Auto nicht mehr hupen. Eines Tages erzählen die Mädchen von Ueberraschung und Ehescheidung, oder es knallt ein Revolver. Eines Tages. Nachts im Bett denke ich dran, ich muss. Alle Möglichkeiten erwäge ich, es ist nicht lustig. Es wäre mir wirklich lieb, wenn der Himmel ein Einsehen hätte und dafür sorgte, dass die beiden sich höllisch verkrachten oder dass ihre Leidenschaft an Uebersättigung stürbe.» *

- 1931 AUTOMOBIL-REVUE BDB VE EDffEDP Der Schönheitssinn der Frau In diesen Tagen einer vollständigen Moderevolution steht die Frau nachdenklich vor dem Spiegel und ficht Kämpfe mit sich selbst aus. Ihr handelt es sich längst nicht mehr um die Beantwortung der Frage, ob sie eine neue Mode gut kleidet oder nicht, sondern darum, wie sie ihr Aeusseres zu verwandeln hat, damit sie eine Mode kleidet. Darin, in dem Wunsche, mit dem Zeitempfinden, dessen Ausdruck die Mode ist. Schritt zu halten, liegt ein so gewaltiger Fortschritt, dass die Frauen stolz darauf sein müssten, wenn es nicht zum Wesen dieser Tatsache gehörte, sie als selbstverständlich hinzunehmen. Auch die reifere Frau der Gegenwart wird sich niemals eigensinnig gegen eine neue Mode wehren, sie wird sie nicht mit der Begründung ablehnen, dass sie ihrer Wesensart nicht entspricht. Man kokettiert nicht mehr — diesen bemerkenswert gescheit geschriebenen Artikel lesen wir im «N. W. J.» — mit dem Begriff einer Individualität, um eine Ausrede dafür zu haben, unmodern bleiben zu können, sondern passt sich neuen Anforderungen möglichst restlos an. Der stark entwickelte Schönheitssinn der modernen Frau duldet das Stehenbleiben nicht, wenn alle anderen sich in einer irgendwie unerkennbar, aber genau vorgezeichneten Richtung fortbewegen. Es ist vielleicht für die Allgemeinheit kein welterschütterndes Problem, dass die Frau gegenwärtig den Hut mit Freilassung der Stirn aufzusetzen hat, die Frau berührt es aber doch eigenartig, wenn sie zum erstenmal ein ihr fast fremd anmutendes Gesicht mit dem neuen Hut im Spiegel sieht, ein Gesicht, das unbedingt verän-' dert wirkt. Gefällt sie sich in dieser neuen Aufmachung nicht, dann wird sie jetzt nicht mehr sagen, dass sie sich zu dieser Umgestaltung ihrer äusseren Erscheinung nicht entschliesst, sondern sie wird sich bemühen, durch die geänderte Haartracht und selbst durch eine Aenderung des Gesichtsausdruckes die Voraussetzung für die Befolgung der neuen Modevorschriften zu schaffen. Der Schönheitssinn der Frau ist der Wegweiser, der sie immer mitten hinein ins Zeit- Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. Altbekannter Landgastliof an der Durcngangsstrasse. - Prima Küche und Koller. — Freundl. Zimmer. — «araee. — Benzintank. — Toi 27 geschehen führt. Er muss allerdings so ausgeprägt sein, dass sie sich auf ihn verlassen kann. Ist er träge, so dass er zu spät erkennt, was ihr frommt, dann wird sie in einer Weise nachhinken, die nicht nur ihre Kleidung ungünstig beeinflusst, sondern auch ihr Gemütsleben verdüstert, denn nichts bedrückt eine Frau peinlicher, als das Bewusstsein, altmodisch zu wirken. Sie wird dann in Gesellschaft unsicher, ihr Gesichtsausdruck verliert die Frische, und bis sie sich entschliesst, nur einem äusseren Zwange, nicht dem eigenen Geschmack folgend, sich zu einer neuen Mode zu bekehren, ist- es meist schon zu spät, die ewig Wechselnde hat ihre nächste Phase erreicht, bevor die Frau sich zur vorigen durchgerungen, und niemals wieder ist sie bei diesem Wettlauf einzuholen. Umgekehrt darf jedoch auch eine Frau ohne Gefühl für das wirklich Schöne nicht einfach sklavisch für sich in Anspruch nehmen, was sie bei einer anderen gesehen hat, sonst wird sie leicht zur Karikatur, sie unterscheidet vor allem nicht mehr, was für ihr Alter noch passt und was sie bereits meiden muss. * Nicht Geschmack oder Takt allein, nur der wirklich tief innerlich verankerte Schönheitssinn einer Frau verhelfen ihr dazu, auch zeitlose Schönheit mit unbedingter Sicherheit zu erkennen. Man wundert sich oft darüber, dass gerade die oberflächlich erscheinende Modedame mitunter ein künstlerisches Verständnis entwickelt, das mit ihrer beispielsweise kunstgeschichtlichen Kenntnis oder vielmehr dessen Mangel nicht im Einklang steht. Aber sie erfühlt das absolut Schöne, sie bewundert es und lässt ihm gleichzeitig seinen Museumswert, denn eine mit echtem Schönheitssinn begabte Frau wird es ablehnen, ihre zarte, schlanke Gegenwartserscheinung in einem Renaissancezimmer, in das mächtige Frauengestalten, oder in einem Biedermeiersalon, in das die molligen Weibchen von einstmals gehören, zur Geltung bringen zu wollen. Schönheitssinn löst Stilgefühl aus und nur dann wird eine richtige Aesthetik sich in Räumen mit alten Möbeln wohlfühlen, wenn sie darin aufgewachsen ist, rAüilerAusiIugsziele aus derMinelschweizj HOTEL und KURHAUS SCHLOSS BRESTENBERG die Perle des Hallwylersees — die Sehnsucht jedes Automobilisten. Modernster Komfort, grosses Terrassen-Restaurant, schöne Räumlichkeiten für Anlässe, wunderuolle Lage mit schattigem Park, Strandbad, prima Küche und Keller. Neuer Besitzer und Leiter: F. CANDRiAN (früher Hotel Valsana, Arosa). Hotel Rössli A.G.S. T.C S. das Haas fUr ruasige HchweUEerwefue. 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Schönheitssinn hat aber auch einen gewissen Sinn für Ordnung und Nettigkeit im Gefolge. Scheinbar kontrastiert damit die Tatsache, dass Malerinnen sehr häufig indem Rufe stehen, unordentlich zu sein. Bei ernstlich begabten Künstlerinnen stimmt jedoch diese Behauptung nicht. Eine Malerin mag ihre eigenen Ansichten über das Arrangement ihrer Möbel haben, Schmutz und Staub wird sie ebensowenig in ihrer Umgebung ertragen Heirat Damen, welche glfickl Heirat wünschen, sofort kostenlose Auskunft. Stabrey, Berlin, Stolpiscliestrasse 48. Chauffeur- Anzüge Cord, braun u. grau Fr. 68.50 und 80.— Staub-Mäntel weiss, m.blauem Kragen und Manschetten Fr. 17.50 und 25.- beige Fr. 15.- u. 25.- Auto - Hauben Fr. 7.50 9.-12-15- Combinaison Fr. 15.— und 16.— empfiehlt Sporthaus HALDER MOhlegasse 5 Zürich 1 verlangen Sie illustrierten Katalog wie unordentlich zusammengeknüllte Kleidungsstücke. 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