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E_1931_Zeitung_Nr.041

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£ AUTOMOBIL-REVUE

£ AUTOMOBIL-REVUE 1931 - Erschwerungen Im Verkehr mit Oesterreich. Durch ein neues österreichisches Bundesgesetz vom 28. Januar 1931 mit Wirkung ab 1. Mai ist beabsichtigt, die verschiedenartigen lästigen Abgaben, die den Verkehr mit Kraftfahrzeugen belasten, einzustellen und damit vor allem die einzelnen österreichischen Länder zu verpflichten, Strassen- und Brückenmauten auf öffentlichen Wegen aufzuheben. Wir haben in Nr. 39 der «Automobil- Revue» mitgeteilt, dass leider die Brückenzölle an der schweizerisch-österreichischen Grenze, trotz des klaren Wortlautes des Gesetzes, am l.Mai nicht in Wegfall gekommen sind. Aus Kreisen rheintalischer Automobilisten wird jetzt gemeldet, dass eine weitere, ganz unverständliche Erschwerung des Grenzverkehrs eingetreten sei, indem von österreichischen Grenzzollstellen der bisher übliche Vormerkschein für Grenzanwohner nicht mehr anerkannt werde. Es wird nunmehr verlangt, dass sie jeden einzelnen Grenzübertritt eintragen lassen. Da sich unter den Automobilisten viele befinden, die wöchentlich mehrmals die Grenze zu passieren haben, hat die Kontrolle den Zweck, festzustellen, wer sich in einem Kalenderjahr mindestens 60 Tage in Oesterreich aufgehalten hat, oder wenigstens 60 Grenzübertritte verzeichnet Für diese Fälle ist eine Automobilsteuer vorgesehen, wie sie von Automobilisten auf österreichischem Boden zu entrichten ist. Diese Vorkehrungen stützen sich auf das oben erwähnte Gesetz, welches Bestimmungen über eine neue Verbrauchssteuer auf Betriebsstoffen und eine Kraftwagenabgabe enthält, und in § 25, AI. 2 folgenden Wortlaut hat: «Der gleichen Abgabe unterliegen Personenkraftfahrzeuge, die ihren Standort im Auslande haben, wenn ihr Aufenthalt im Inland in einem Kalenderjahre 60 Tage überschreitet; bei unterbrochenem Aufenthalt werden die Aufenthaltstage zusammengezählt) Teile von Kalendertagen gelten als-volle Tage. Nach Eintritt der Abgabepflicht (Ablauf des abgabefreien ßOtägigen Zeitraumes) ist die Kraftwagenabgabe gleich wie für inländische Kraftfahrzeuge zu entrichten. » Diese Erschwerung des Grenzverkehrs kann nicht mit Gegenseitigkeit begründet werden. Die Automobilisten jenseits des Rheins gemessen den freien Verkehr ohne jegliche Abgaben. Im Wiener Verordnungsblatt des Bundesministeriums für Finanzen wird unterm 22. April 1931, betreifend Bundesgesetz vom 28. Januar 1931 über die Besteuerung von Benzin und anderen Betriebsstoffen von Kraftfahrzeugen (Benzinsteuer) und über die Erhebung einer Abgabe von Kraftfahrzeugen (Kraftwagenabgabe) unter § 36 ausgeführt: « Der Bundesminister für Finanzen ist ermächtigt, im Einvernehmen mit dem Bundeskanzler und dem Bundesminister für Handel und Verkehr, unter der Voraussetzung der gewährleisteten Gegenseitigkeit, für ausländische Kraftfahrzeuge Abweichungen von den Bestimmungen dieses Abschnittes anzuordnen, » Unter Hinweis auf den eben angeführten Paragraphen hat die Sektion St. Gallen- Appenzell des A.C.S. sich an die zuständigen Instanzen gewendet, um gleiche Rechte für die Automobilisten beidseits des Rheins zu erlangen. Dabei ist sie natürlich der Meinung, dass nicht allein die im Grenzrayon wohnenden Automobilisten von der Kraftwagenabgabe befreit sein sollen, sondern auch solche, die über der 15 km-Zone wohnen und regelmässig die Grenze zu überschreiten haben. Zu den lästigen, schon seit einiger Zeit bekämpften Einrichtungen gehört auch die Erhebung von Gebähren für österreichische Abfertigungen ausser Bureaustunden (8—12 und 2—6) und an Sonntagen. Für jede Ein- satz, bloss von dem Verlangen getrieben, diese Gegend wiederzusehen, erklomm er die erste Kette des Gebirgszuges. Als er einen Pass kreuzte, drang plötzlich von unten ein Geräusch scharrender Hufe und knarrender Sättel an sein Ohr. Auch den fernen Klang von Stimmen glaubte er zu vernehmen. Er blieb stehen und lauschte. Es war eine Seltenheit, dass Menschen in tragung bei Ein- und Austritten wird eine Abfertigungsgebühr von 1 Schilling erhoben. Von dieser Gebühr waren bis anhin die mit Vormerkschein versehenen Automobilisten der Grenzgemeinden verschont geblieben. Seit 1. Mai werden aber auch von den Grenzanwohnern diese Gebühren verlangt, weil ihre Ein- und Austritte zum Zwecke der Feststellung des 60tägigen Aufenthaltes eingetragen werden. Es ist begreiflich, dass darob einige Unstimmigkeiten herrschen und man nach Gegenmassnahmen ruft. Die Erhebung von solchen Gebühren, ob von Grenzbewohnern oder weiterhergereisten Automobilisten, erscheint als lästige Verkehrsmassnahme. Die von der vorerwähnten Sektion des A. C. S. zur Beseitigung dieser Gebühren bisher unternommenen Schritte blieben leider ohne Erfolg. In der letzten Antwort auf die bezügliche Eingabe hin wurde bedeutet, dass die Zollbeamten seit der Einführung der achtstündigen Arbeitszeit in Oesterreich eine Entschädigung für Dienste ausser der Bureauzeät im Betrage von 1 Schilling zu erheben berechtigt seien. Es musste demgegenüber festgestellt werden, dass es sich nicht um freiwillige Funktionen ausserhalb der Bureauzeit handelt, und dass die Abfertigung stets von Beamten besorgt wird, die regelrecht im Dienste stehen und deren Bureaustunden eben ausserhalb der üblichen Tageszeiten liegen, weil die Brücken nicht abgeschlossen werden können, und der Grenzübertritt deshalb Tag und Nacht erfolgen kann, und zwar nicht nur mit Fahrzeugen, sondern auch zu Fuss. Der Zolldienst ist deshalb kontinuierlich. Wo es sich nur um Ein- und Austrittsvermerke ohne weitere Formalitäten handelt, ist der diensttuende Beamte zu diesen Funktionen ermächtigt. Es konnte ferner festgestellt werden, dass die Einnahmen einen ziemlich hohen Betrag erreichen und nicht etwa den diensttuenden Beamten, sondern dem betreffenden Zollamtsvorsteher und dem Staate zukommen. Es soll gelegentlich vorkommen, dass gewisse Zollamtsvorsteher es am Platze finden, den diensttuenden Untergebenen auch etwas von dieser Einnahme abzutreten, doch besteht dazu offenbar keine Verpflichtung. Triftige Gründe, die die Erhebung solcher Gebühren rechtfertigen, sind bis jetzt keine bekannt geworden. Man hat es also auch hier mit einer Abgabe zu tun, die im Interesse eines modernen, geregelten Verkehrs verschwinden sollte, und es ist'Zu hoffen, dass die neuen Anstrengungen" zur. Beseitigung auch dieser Verkehrserschwerun'- gen nicht nutzlos sein werden. E. B. dieser Gegend bei Nacht ritten. Langsam hörten die Geräusche auf, nur das leise Summen ferner Menschenstimmen hielt noch an. Es dauerte nicht lange, da knirschte der Schnee unter den schweren Tritten dreier Männer, die sich zu Fuss den steilen Abhang hinaufarbeiteten. Die Frühlingssonne hatte den tiefen Schnee zu einer ziemlich festen Masse zusammengeballt, die so weit tragfähig war, dass ein Mensch mit einiger Mühe weiterkommen konnte, während für die scharfen Hufe und das schwere Gewicht des Pferdes keine Möglichkeit eines Vorwärtskommens bestand. Blitz wartete, bis die drei in seiner Nähe waren, dann eilte er weiter. Als er mit Moran hier gewesen war, hatte man von Menschen keine Spur gesehen, dafür hatte die Gegend von aller Art Wild gewimmelt. Nun war es umgekehrt. Das Wild war verschwunden, aber nahe dem Two Ocean-Pass traf er fortwährend auf Menschenspuren. Er konnte nicht fröhlich sein ohne Gefährten. Mit Moran hatte er ein zufriedenes Leben geführt und während der kurzen Ehezeit mit Silber war er ganz und gar glücklich gewesen. Er musste Gesellschaft haben, wenn nicht die seinesgleichen, so wenigstens die der Menschen. In den einsamen Nächten hörte er nichts als den Ruf der grauen Rieseneule. Im weiten Umkreis der Berge schien alles tot und Benzinzoll — bei uns und anderswo. Die englische Budgetdebatte ist in europäischen Behörde- und Verkehrskreisen grossem Interesse begegnet, da der Schatzkanzler eine Erhöhung der Benzinsteuer in Vorschlag gebracht hat. Der Antrag, welcher mit beträchtlichem Mehr im Unterhaus genehmigt wurde, setzt diese Steuer von vier auf sechs Pences per Galone hinauf. Verschiedene Zollbehörden anderer europäischer Staaten mögen darin eine weitere Rechtfertigung der in ihren Ländern erhobenen Abgaben auf Benzin erblickt haben. Sollte der Beschluss auch in der Schweiz in diesem Sinne ausgelegt werden, so möchten wir doch auf den zahlenmässigen erheblichen Unterschied in der Auswirkung der beiden Zollänsätze hinweisen. Die Neuregelung in England, welche sofort in Kraft tritt, bedeutet eine Belastung des Benzins mit ca. 13. Rp. pro Liter. Dieser Ansatz bleibt noch bei weitem hinter dem unsrigen zurück, der eine Abgabe von 18 Rp. pro Liter erfordert. Wir stehen damit immer noch weitaus an erster Stelle in ganz Europa, obwohl die Motorisierung unseres Landes eine weit fortgeschrittenere und der Motorfahrzeugbestand im Vergleich mit der Bevölkerung ein bedeutend dichterer ist als in den meisten übrigen Ländern. Weiterhin darf wohl daran erinnert werden, dass England nur unter dem Druck einer ganz gewaltigen wirtschaftlichen Depression, die in ihren Ursachen noch auf den kostspieligen Weltkrieg zurückgeht, diese Massnahme gutgeheissen hat, welche übrigens vom Parlament sanktioniert werden musste. Auch die gewaltigen Lasten, welche durch das immer noch wachsende mehrfache Millionenheer an Arbeitslosen dem Staat entstehen, riefen dringend nach neuen Einnahmequellen. Der Entschluss ist dem Parlament deshalb leichter gefallen, als der Benzinpreis zur Zeit ausserordentlich niedrig steht. Man wird sich bei uns kaum auf ähnliche kritische Finanzverhältnisse des Staates berufen können. Zudem stand in England kein Artikel 29 der Bundesverfassung, wie wir ihn kennen, einer Mehrbelastung entgegen, der nach seinem Wortlaut, wonach die für inländische Industrie und Landwirtschaft erforderlichen Stoffe im Zolltarif möglichst gering zu taxieren seien, eine exorbitante Besteuerung des Benzins hätte verhindern sollen. Während die englische Regierung den Entscheid dem Parlament überlassen musste, um eine Zollerhöhung von 50 Prozent zu erhalten, hat der schweizerische Bundesrat, gestützt auf die damaligen ausserordentlichen Vollmachten von sich aus gehandelt, um den Automobilverkehr mit einer hundertprozentigen Mehrbelastung zu bescheren ! ß Au de Das Pragelstrassen-Proiekt im Vormarsch. Im grossen Ratssaale zu Schwyz tagte am 10. Mai. eine Konferenz von Vertretern des Staates Schwyz und der Korporationen, die am Bau einer Prageistrasse interessiert sind. Aus den Orientierungen geht hervor, dass die Oberallmendkorporation auf ihre Korporationsgemeinde 1931 die fertigen Kostenberechnungen für eine Güterstrasse, mitsamt dem dazugehörigen Projekt, vorlegen will. Es wurde beschlossen, den Bund für den Ausbau Prageistrasse zu interessieren^ sowie die Stellungnahme der Kantone Schwyz und Glarus zum fertigen Projekt zu erforschen. 'Die- Konferenz äusserte sich einstimmig, daSs nur der Bau einer Güterstrasse, die bis 'Rfcnisau in der vorgesehenen Breite errichtet werden solle, in Betracht kommen könne. Wichligi ist dabei das Versprechen, sämtliche Brücken, und Kurven' so zu bauen, dass eine spätere Erstellung einer "richtigen Passstrasse keine grossen Schwierigkeiten mehr bieten würde. Wir werden in einer der nächsten Nummern auf diese Konferenz zurückkommen, lt. Wünsche der Genier Verkehrsinteressenten. Eine von der Sektion des T. C. S. einberufene Versammlung, an der sämtliche Automobil- und Motorradverbände, sowie verschiedene gewerbliche Gruppen und Versicherungsgesellschaften vertreten waren, behandelte eine Reihe aktueller Verkehrsfragen. Vor allem wurde die Wünscbbarkeit einer Revision der Motorfahrzeugbesteuerung behandelt. Es soll der Regierung nahegelegt werden zu prüfen, ob es nicht möglich sei, die Steuer nicht nur für das ganze Jahr, sondern für kleinere Zeitabschnitte zu erheben, eine Reduktion von 25 Prozent der Steuertaxe auf sämtliche Wagen, welche sich mindestens fünf Jahre im Verkehr befinden, eintreten zu lassen, sowie die Ansätze für Leichtmotorräder zu verringern. Frelburgs Strassenanlelhe angenommen. NO« Man will weiterhin darauf tendieren, dass auch die obligatorische Versicherung gleich wie die Steuer für kürzere Zeitabschnitte als ein Jahr entrichtet werden kann. Endlich wird der Wunsch geäussert, dass der Staat die beiden in Aussicht genommenen neuen internationalen Ausweise zusammen zum nämlichen Preis von Fr. 5.— wie der bisherige internationale Fahrausweis abgeben möchte. Es wurde eine Kommission aus Vertretern des T. C. S., A. C. S., der Aspa, sowie der Motorradfahrer gebildet, welche eine diesbezügliche Eingabe an die Behörden ausarbeiten und einreichen wird. B. 4,5 Millionen-Kredit für 6 Jahre Strassenbau. Der Grosse Rat des Kantons Freiburg hat die auch in Nr. 39 unseres Blattes genau besprochene Strassenanleihe einstimmig angenommen. Die Vorlage wurde durch den Regierungsrat gebührend fundiert, so dass Widerstand zum vorneherein nicht zu erwarten war. Der Wettbewerb unter den Kantonen, der durch Verteilungsschlüssel für das Benzinzollviertel angeregt wird, indem eben die Leistungen im Strassenbau für spätere Jahre als Grundlage für die Zuteilung eines höheren Benzinzollbetrages in Betracht fallen, beginnt auch hier seine Wirkungen zu zeigen. Die Freiburger Automobilisten haben die Walzung von rund 120 km des freiburgischen Netzes gefordert, währenddem die beiden vom Regierungsrat bestellten Experten den Ausbau von rund 200 km Staatsstrassen als notwendig befunden haben. Da nun die Anleihe glatt angenommen wurde, kann die Regierung ohne eine Belastung des regulären Budgets die Korrektion folgender Strassen durchführen: Freiburg-Le Bry-Bulle-Montbovon; Bulle-Charmey; Bulle-Chätel-St-Denis;' Freiburg-Courtepin-Murten; Murten-Kerzers-Fräschels; Murten-Löwenberg-Sugiez-Vallamand; Freiburg-Belf aux; Freiburg-Männens-Payerne;' Estavayer-Font-Yvonand. Da nun der Kanton die Strasse Murten- Kerzers-Fräschels instand setzt, so wäre es angebracht, wenn auch das freiburgische Stück der Bern-Neuenburgstrasse, das im äussersten Ostzipfel des Kantons liegt, im Einverständnis mit der Berner und Neuenburger Regierung in Ordnung gebracht würde. Das Stück misst ca. 5 km und stellt eine kleine Teilstrecke der Fernverkehrsstrasse Pontarlier - Bern - Luzern - Pfäffikon- Buchs dar. Sowohl Bern wie Neuenburg haben Interesse am Ausbau dieser wichtigen Route. Warum sollte Freiburg in diesen sechs Jahren nicht auch Hand bieten können, die Bedingungen für den Fernverkehr günstiger zu gestalten. Die «Direkte Neuenburg-Bern», die jedem Franzosen, der von Pontarlier in die Schweiz einfährt und auf der «Route nationale» nach der Bundesstadt gelangen will, als unglaublich vorkommt, würde durch die Erstellung des freiburgischen Teilstückes einen neuen Aspekt erhalten. Der Kanton Bern seinerseits wird die Bereitwilligkeit und das Verständnis haben, das Trasse auf dem Plateau von Gurbrü abzunehmen und die Strasse zweiter Klasse über Jerisberg- Vogelbuch nach Ritzenbach bei Gümmenen zu einer Fernverkehrsstrasse umzuwandeln. Ein altes Projekt würde damit seiner Verwirklichung entgegengehen. lt. erfroren. Das hohle Schweigen bedrückte sein Gemüt und ein Gefühl weltweiter Leere erfüllte ihn mit Bangigkeit. Alles was er an Liebe und Hass erlebt hatte, hatte untilgbar seinen Eindruck in ihm hinterlassen und sein Leben geformt. Doch seine Erinnerungsbilder verdunkelten sich rascher als es beim Menschen der Fall ist, und seine Liebe für Moran und Silber äusserte sich nicht mehr in einem ausdrücklichen Verlangen nach einem von beiden, sondern bloss in dem gebieterischen Bedürfnis nach Kameradschaft überhaupt. Deshalb hielt es ihn dort oben fest und erwartungsvoll lungerte er in der Gegend des Two Ocean-Passes herum. Bei Tag vermied er die Nähe der Menschen, nachts aber, wenn seiner zufällig seinen Weg kreuzte, folgte er ihm vorsichtig, und Nase und Ohr erforschten eifrig alles Wissenswerte. Schlecht besteilt war es mit der Nahrung und er musste ein kärgliches Leben führen. Kaninchen und Hühner waren die einzigen Lebewesen, die er oben fand. Er wurde immer dünner und schlanker, seine Weichen magerten ab, und scharf trat seine gewölbte Brust hervor. Aus seinen tiefliegenden Augen sprach die Not. Die Tage wurden wärmer und in der zweiten Maiwoche sah man schon grüne Flecken unter dem Weiss hervorkommen. Der Schnee war noch uicht ganz geschmolzen, als schon die spitzen Gräser neugierig durch das kalte Erdreich drangen und ihre Köpfe zeigten. In wenigen Tagen hatten die weiten Matten des Thouroughfare und Yellowstone ihr munteres grünes Frühlingskleid. Blitz entschloss sich, dieses Land der Einsamkeit und der kargen Nahrung zu verlassen. Im flinken Marsche strebte er der Gegend des Yellowstone zu. Auf den schneeigen Abhängen des Rampart-Passes, die in der Ferne blinkten, bot sich ihm ein ungewöhnliches Schauspiel. So weit sein Auge reichte, waren die ungeheuren Schneeflächen von braunen Flecken übersät. Blitz eilte rüstig vorwärts, um dieses Wunder näher zu betrachten. Es war der Elch, der seine Frühjahrswanderung angetreten hatte, der aus den tieferen Tälern der Shoshonen, wo er überwintert hatte, nun wieder hinaufzog ins Hochland des Yellowstone, in sein Sommerparadies. Vorbei war die Hungerzeit! Noch ein paar Stunden — und das «Land der vielen Flüsse» war wieder das Land der Fülle. Schon traf Blitz die ersten braunen Wanderer und in ungestümem Angriff holte er sich sein erstes Opfer. Zum erstenmal nach langer Zeit wurde festlicher Schmaus gehalten. Eine Woche hindurch waren es bloss vereinzelte Gruppen, die dem Yellowstone zuströmten. Nun aber kamen auch die mächtigen Herden, die in Jacksons Hole überwintert hatten, und die sich nun mit den Zuzüglern aus dem Gebiet der Shoshonen vereinigten. Jetzt gab es. überreiche Nahrung. Nach wenigen Tagen hatte Blitz wieder sein« alte Fülle. (Fortsetzung folgt.)

N»41 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten Vor der 10,000 km-Fahrt. Die grösste aller bisherigen Tourenfahrten, die internationale 10,000-Kilometerfahrt des A. v. D., die bekanntlich die schöne Zahl von hundert gemeldeten Wagen verzeichnet, wird jn wenigen Tagen von Berlin aus ihren Anfang nehmen. Die Ziffer der konkurrierenden Fahrzeuge war anfänglich höher, allein, die genaue Sichtung der Eingänge und die Anerkennung nur jener Meldungen, die ordnungsgemäss mit allen geforderten Dokumenten belegt waren, beschränkte die Bewerber auf genau 100. Man darf keineswegs annehmen, dass bei der merkwürdig genauen Zahl von 100 Wagen eine mehr als zufällige Hand im Spiele war. Der Arbeitsausschuß ® Zeit Kontrollen o Nummernnontrollen, Die Streckenführung der 10 000-Kilometer-Fahrt den festgesetzt. Ueber den 30. und 31. Mai haben die Fahrer in Rom einen obligatorischen Halt von 28 Stunden. Um den Kolonnen unterwegs behilflich zu sein, werden Sportkommissäre des A. v. D. an verschiedenen Orten der Strecke anwesend sein. Es ist von Interesse, einen Blick auf die Verteilung der Wagen nach Ursprungsland und Nationalität der Bewerber werfen zu können. Von den 100 Eintragungen stammen 74 Wagen aus deutschem Besitz. Auch die Wagen deutschen Fabrikates sind in der Majorität: 51 deutsche Maschinen stehen 41 ausländischen gegenüber. In der ersten Gruppe wurden total 42 Wagen gemeldet, in BERLIN der Sportkommission des Automobilclubs von Deutschland bereinigte in seiner letzten Sitzung vor einigen Tagen die grosse, bisher nicht erreichte Meldeliste streng und unparteiisch, wobei alle nachträglich eingelaufenen Anmeldungen strikte zurückgewiesen wurden. Die Organisation der 10,000-Kilometerfahrt erfordert selbstverständlich einen riesigen Apparat, der reibungslose Funktion garantiert Schon allein die Tatsache, dass 17 Qrenzübertritte zu vollziehen sind, gibt einen Begriff von der Schwierigkeit dieser grossen organisatorischen Arbeit. Einschliesslieh der Startorte werden in den verschiedenen Ländern 15 Kontrollen die Regelmässigkeit der Fahrt prüfen. Der enge Zusammenschluss der in der A. I. A. C. R. vereinigten Automobilclubs wirkte sich bei der Vorbereitung für die Fahrt sehr günstig 'aus. Dazu kam von Anfang an noch, dass das sportliche Interesse in allen Ländern, die von der Fahrt berührt werden, ausserordentlich gross ist. So hat sich in den für mitteleuropäische Fahrer weniger bekannten Gebieten, wie beispielsweise Portugal, ein Strassendienst gebildet, indem in den an der Strecke gelegenen kleineren Orten deutschsprechende Auskunftgeber zur Orientierung und eventuellen Hilfeleistung zur Verfügung stehen. Das Reglement ist von uns seinerzeit schon eingehend besprochen worden. Bekanntlich wurde die Linienführung noch einmal nachträglich modifiziert, so dass die Strecke alle die Orte berührt, die auf dem kleinen Plan in dieser Nummer der «A.-R.» ersichtlich sind. Die Aenderungen beziehen sich gegenüber dem bisherigen Verlauf nur auf zwei Abschnitte. Die Strecke San Sebastian-Lissabon, die bisher mit 1080 Kilometer bestimmt war, wird jetzt über Madrid führen, so dass die Streckenlänge nun 1165 Kilometer beträgt. Die weitere Aenderung betrifft den Zeitabschnitt Budapest-Berlin (930 km). Hier wurde neu die österreichische Haupstadt als Durehfahrtskontrolle eingeschaltet. Das Ausmass der Gesamtstrecke ist durch die Aenderungen von 10,170 auf 10,255 km angewachsen. Die nur für TouTenwagen offene Veranstaltung sieht eine Klasse der Wagen bis 2000 cem und eine Klasse über 2000 cem VOT. Das Stundenmittel für die erste Gruppe beträgt 28 Kilometer, während es für die Maschinen der zweiten Gruppe auf 35 Kilometer erhöht ist. Jeder Wagen kann mit mindestens zwei Personen besetzt sein, die gegenseitig mit der Führung abwechseln können. Die Abfahrt in Berlin wird in zwei Gruppen erteilt. Die kleineren Wagen werden die deutsche Hauptstadt am 21. Mai, 5 Uhr morgens, verlassen und dürfen die ganze Strecke in 15 Tagen und 7 Stunden zurücklegen, während die Gruppe der Wagen mit grösserem Zylinderinhalt BeTlin erst am 24. Mai verlassen wird. Die maximale Zeit bis zur Wiederankunft in Berlin wurde für die zweite Gruppe auf 15 Tage und 5 Stun- ALv.D. der zweiten 58-Wagen. Das Verhältnis zwischen deutschen und ausserdeutschen Meldungen liegt in der ersten Gruppe so, dass 28 Wagen aus Deutschland und 14 Wagen aus dem Ausland gemeldet wurden. In der Gruppe 2 sind es 45 deutsche und 13 aus-; ländische Wagen. Unter den total 51 deutschen Wagen befinden sich 24 in der Gruppe der kleinen und 27 in der Gruppe der grossen Wagen. Wie wir bereits mitgeteilt haben, befinden sich unter den Teilnehmern auch Schweizerfahrer. Der schweizerische Sportsmann Otto Probst von Oberrieden bei Thalwil wird ein Spezialkabriolet Horch 470 führen. Hans Stuber konkurriert als Teilnehmer der Peugeot-Equipe, die aus den bekannten Fahrern Boillot, de Lavalette und Stuber zusammengesetzt ist. H. Kramer von Genf wird neben zwei anderen ausländischen Beifahrern als zweiter Fahrer ebenfalls konkurrieren. Stubers Begleiter ist Eugen Morillon, einer der Teilnehmer an der Peugeot-Equipe durch die Sahara. An besonders interessanten Meldungen sind u.a. zu nennen: sechs D.K.W. (Fabrikmeldung), Mrs. Montague-Johnstone (Riley), drei B. M. W., Berliner Polizei-Sportverein (zwei Adler), K. Kappeier (Wanderer), D. M. Healey (Riley), vier Brennabor, Graf Spiegel-Diesenberg (Praga), B.Turek (Aero), zwei Adler, acht Ford, Adolf Friedrich Herzog zu Mecklenburg (N. A. G. Prothos), Prinz Ferdinand Andreas von Liechtenstein (Steyr), drei N. S. U. usw. An der Fahrt werden neben vielen neuen Wagen auch solche teilnehmen, die bereits mehr oder weniger lange Zeit im Besitze ihres Fahrers sind. Der A. v. D. wird deshalb diejenigen Teilnehmer, die mit den mehr als zwei Jahre in ihrem Besitz befindlichen Fahrzeugen die vorgeschriebene Durchschnittsgeschwindigkeit einhalten, mit einer besonderen Ehrengabe prämiieren. bo. Sturme Gber dem Targa-Florlo-Rennen. Nachklänge. iDie diesjährige Targa Floriö ermangelte keiner dramatischen Umstände. Der gewaltige Kampf in Sizilien nahm dieses Jahr Formen an, wie sie selbst eingefleischte Targa Florio-Kämpfer noch nicht kannten. Das Rennen vom letzten Sonntag gehört jedenfalls zu den ganz grossen Ereignissen des internationalen Autosportes, das über Jahre hinaus noch in der Erinnerung lebendig sein wird. Das Seltsame an dieser Tatsache ist, dass nicht der Kampf zwischen den einzelnen Fahrern dieses Jahr besonders scharfe Formen annahm, sondern dass die Umstände, unter denen das Rennen vor sich ging, die Targa, Florio 1931 zu einem besondern Ereignis stempelten. Wenn die ersten Zeitungs- Hand in Hand mit der Entwicklung des Automobils hat die Reifen-Industrie ihre Produkte vervollkommnet. Firestone hat dabei wiederum eine führende Rolle gespielt, und seine letzte Schöpfung, der Beifen mit Ooldstrciien ist ein neuer Triumph der modernen Reifentechnik. Er wurde gebaut für Ihre Sicherheit und wird die Wünsche nach besseren Leistungen erfüllen. Verlangen Sie Querschnitte unseres neuen Reifens und bilden Sie sich selbst ein UrteiL berichte meldeten, die erosse Veranstaltung sei unter dem Regen vor sich gegangen, so konnte man das gelassen hinnehmen; in. Tatsache aber stürmten gewaltige Sturzregen über die Madonie, die Strecke verwandelte sich in Kot und Schmutz, in den die Räder tiefe Furchen zo^en, und Nebel lagerte sich über die Gegend, dass die Fahrer bei den 2000 Kurven einer Runde ganze 30 Meter vor sich hin die Strecke erblicken konnten! Neun Stunden hindurch fuhren die Konkurrenten durch das wütende Wetter, kotbespritzt, durchnässt, jeden Augenblick mit der Gefahr einer 'unvorhergesehenen Kurve rechnend. «Seit acht Jahren habe ich die Targa Florio miterlebt, einen schrecklicheren Kampf habe ich nie erlebt», schreibt der bedeutende italienische Sportjournalist Giovanni Canestrini. Während die Blitze über Sizilien zuckten, ging das Rennen zu Ende. Den dramatischen Umständen des Rennens kamen dann die der Bekanntgabe des Sieges gleich. Ganz Italien, das der Resultat© harrte, wurde zuerst mit der Nachricht von Varzis neuen Sieg geäfft. Diese Meldung drang sogar bis in die Schweizer Presse /or. Auch unser römischer Korrespondent unterlag diesem Irrtum. Er telegraphierte zuerst : «Ueber Süd- und Mittelitalien gingen am Nachmittag und Abend des Sonntags schwere Gewitter nieder, die gegen Abend schon jede telephonische Verbindung mit Sizilien unterbrachen. Bis nachts um zwei Uhr waren nur kurze telegraphische Nachrichten durchgedrungen. Bekannt ist nur Varzis Sieg...» In Tatsache aber wurde der an dritter Stelle liegende Varzi, der bis gegen die vierte Runde hin sicher an der Spitze fuhr, ein Opfer seiner Einzelgängerei. Während er anfänglich mit glänzender Bewältigung gegen die ungeheuren Schwierigkeiten der Strecke kämpfte, musste allgemach seine Kraft erlahmen. Der entsetzliche Strassenschmutz hinderte ihn am Durchbruch. Die Alfa Romeo-Equipe hatte dank der ausserordentlich intensiven Vorarbeit, an der der technische Leiter Vano grossen Anteil hat, für alles sich gerüstet. So waren Nuvolari und Borzacchini mit Kotflügeln an den Hinterrädern ausgerüstet, während der Solofahrer Varzi bis zur letzten Minute andere wichtige Arbeiten an seiner Maschine zu erledigen gehabt hatte und diese Sicherung nicht besass. Durch den aufgeweichten Boden wurde deshalb Varzi so stark beeinträchtigt, dass er entscheidend zurückfiel. Seine Fahrleistung war ausserordentlich, doch fuhren auch Nuvolari und Borzacchini eine ebenso grosse Fahrt, deren Hauptmerkmale schnelle Ueberlegung und rasches Ergreifen der gegebenen Situation war. Mit seinem eindrucksvollen Fahrstil überwältigte Nuvolari in der letzten Runde den gewaltigen Gegner Varzi sicher, so dass er verdient mit seiner vorzüglichen neuen Maschine als Erster abschnitt. Von ausgesprochenem Pech verfolgt war die Maserati-Equipe. Der noch erholungsbedürftige Fagioli landete schon nach fünfzig Kilometern an einer Mauer, glücklicherweise ohne sich schwerer zu verletzen, während Arcangeli am Auge durch einen Stein so schwer getroffen wurde, dass der bedauernswerte Fahrer sofort aufgeben und seinen Wagen Zehender überlassen musste, der dann als Sechster am Ziel eintraf. Der auf reine Schnelligkeit spezialisierte Dreyfuss hielt auf der mörderischen Rundstrecke "während dreier Runden durch, nachher zog er sich vom Kampf zurück. Die Tatsache, dass die grössere Rundstrecke weitaus schwieriger zu bewältigen ist, als die sonst gefahrene kleinere Rundstrecke der Madonie, besteht als sicher Vincemzo Florio wird sich jedenfalls, wenn immer möglich nächstes Jahr, wieder für den kleinen Circuit entscheiden. Die Strasse der grossen Strecke befindet sich trotz den fieberhaften Ausbesserungsarbeiten der letzten Wochen in nur mittelmässigem Zustand. Beim Training, das sich unter gutem Wetter vollzog, machte sich eine andere Unannehmlichkeit bemerkbar: jeder Wagen wirbelte dicke, hohe Staubfahnen auf, die dem Verfolger beim Rennen ebenfalls sehr unangenehm hätten werden können. Der Ergänzung halber veröffentlichen wir nachstehend noch das gesamte Klassement der ankommenden Konkurrenten: 1. T&zio Nuvolari (Alfa Romeo). 584 im in 9 Std. 00'27" (Stundenmittel 64,834 km). 2. Baconin Borzacchini (Alfa Romeo), in 9 Std. 02* 44". 3. Achill« Varzi (Bugatti), 9 Sta. 07 53 M . 4. Giuseppe Campari (Alfa Romeo), in 9 Std< 08' 11" 5. D'Ippolito (Alfa Romeo), in 9 Std. 29* 11". 6. Arcangeli (Zehender) (Alfa Romeo) in 9 StdL 45' 13". Berner Äutavia. Bilder von der Berner Autavia können zum Preise von 1 Fr. das Stück bezogen werden bei der Redaktion der .« Automobil- Revue ».