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E_1931_Zeitung_Nr.039

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 8. Mai 1931 €elfoe Liste Nummer 20 Cts. 27. Jahrgang. — N° 39 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint laden Dienstag und Freitag Monatlich »Gelb« Liste" HaTbJihrtieh Fr. 5.—, Jihrlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portoiuschlag, REDAKTION o. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern •ufern nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postarntllche Baotellung 30 Rappen. * Postcheck-Rechnun» HI/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern Gleiche Ellen Wie in unserer vorletzten Nummer im Artikel « Die Zusammenarbeit Bahn-Auto » zu lesen war,, befassen sich die Schweizerischen Bundesbahnen einlässlich mit dem Problem, jhren Wirkungskreis auch auf die Strassen auszudehnen. Die Schiene ist zu eng und zu starr im heutigen Wirtschaftsleben. Es bedarf zum Erfolge der freien Strasse. Das Problem ist, wie wir vernehmen, einem einlässlichen Studium unterworfen. Zweifellos wird der Gedanke realisiert werden. Die Eisenbahn geht auf die Strasse. Sie rückt damit je länger je mehr in den Mittelpunkt alles wirtschaftlichen Geschehens. Einen Nachteil hat sie allerdings, diese Strasse. Sie hält nicht jahrzehntelang fest, ihr Unterhalt kostet Millionen und diese Millionen aufzubringen ist für die Besitzer keine so leichte Sache. Die Strassen sind Eigentum der Kantone. Die Leser der «Automobil- Revue» wissen, welche gewaltige Summen unsere kantonalen Baudirektoren für den Unterhalt und die Ausbesserung des Strassennetzes aufbringen müssen. Von der Eidgenossenschaft erhalten sie hierfür nur eine bescheidene Unterstützung. Die gewaltigen Summen, welche die Zölle auf Benzin, Automobil und Automobilzubehören abwerfen, iliessen in den eidgenössischen Beutel. Dieser ist äusserst dickwandig; nur ein Viertel des Benzinzolles geht an die Kantone zurück. Wenig genug, angesichts der grossen Aufgaben, welche die Kantone im Strassenwesen .heute zu bewältigen haben. Sie greifen deshalb in erster Linie auf denjenigen zurück, der die Strasse heute am meisten bevölkert •— auf den Automobilfahrer. Die Lasten, welche dieser heute zu tragen hat, sind, wir dürfen den Ausdruck wohl gebrauchen, enorm. Zahlenmässig ist erwiesen, dass heute die Automobilisten zum guten Teil für den Strassenunterhalt aufzukommen haben. Die Frage drängt sich dabei auf, ob dies eigentlich immer so bleiben darf. Das Automobil ist heute kein Luxusvehikel mehr, .es steht im Dienste der Volkswirtschaft und damit der Volkswohlfahrt. Je länger je mehr wird es zum unbedingt notwendigen Hilfsmittel unseres wirtschaftlichen Lebens. Industrie, Handel und Gewerbe können das Automobil nicht mehr entbehren. Der Rhythmus der Zeit verlangt rasche und möglichst angenehme Bedienung. Nur mit dem Automobil ist es heute möglich, den Aktionsradius seines Betriebes zu erweitern. Blitz; Der Roman eines Wolfshundes. Von H. G. Evarts. (Verlag Georg Müller, München.) 6 Fortsetzung) So oft der Verfolger ausser Sicht kam, erlahmte sein Schritt, aber es dauerte nie lange, bis knapp hinter ihm wieder der zähe Rotfuchs erschien, wie ein Teufel auf seinen Fersen. Erblickte er den Rauch oder die niedrigen Gebäude einer Farm vor sich, so bog er nach rechts oder links ab, um solchen gefährlichen Punkten im weiten Bogen auszuweichen. Nach abermals zwanzig Meilen kam er an einer Farm vorbei, er blickte zurück — der Reiter war verschwunden. Endlich schien er seinen Verfolger abgeschüttelt zu haben. Er war todmüde und verlangsamte seinen Schritt. Noch etliche Meilen trabte er weiter, dann warf er sich auf einem kleinen Hügel lang ausgestreckt in den Schnee; doch kaum waren einige Minuten verstrichen, da erschien schon der Verfolger frisch beritten in Die hohe Belastung des Automobils bedeutet deshalb eine Belastung der Wirtschaft. Diese jedoch ist an der Grenze ihrer Tragfähigkeit angelangt. Infolge der allzu starken Belastung durch direkte und indirekte Steuern, durch Abgaben verschiedenster Art steigen die Unkosten der wirtschaftlichen Betriebe derart, dass auf der ganzen Linie ein Sinken des eigentlichen Reineinkommens festzustellen ist, was nicht wesentlich zur heutigen Wirtschaftskrise beigetragen hat. Soll es tatsächlich in dieser Beziehung wieder besser werden, so muss eine fiskalische Entlastung eintreten. Auf alle Fälle, dürfen nicht wirtschaftliche Hilfsmittel derart mit Steuern belegt werden, dass ihr Dienst illusorisch wird. Der Augenblick muss; kommen, wo von Seite der Kantone eine Senkung der Automobilsteuer ins Auge zu fassen ist. Unverkennbar ist die Tendenz, unsere heutigen staatlichen Regiebetriebe auf Kosten INSEimONS-PItEIS; Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundielle od« deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Cts. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inseratenscblnss 4 Tnae TOT Erscheinen der Nummern zu lösenden Problems keineswegs. hilft gerne mit, unserem Lande ein modernes, Unsere Regiebetriebe werden uns ent-gugegenhalten, dass sie im Dienste der All- Dagegen darf sie wohl mit Fug und Recht ausgebautes Strassennetz zu sichern. gemeinheit stünden und nicht in der Lage verlangen, dass bei allen Strassenbenützern wären, noch besondere Tribute den Kan-die zu bezahlen. Sie stünden überhaupt gleiche Elle angesetzt wird. ©• der Privatwirtschaft auszudehnen und ihrtonen sogar eine gewisse Vorzugsstellung einzuräumen. Wir erwähnen die Post. Sie hat Brückenzölle in Vorarlberg. dem Automobilwesen gewiss in mancher Beziehung anerkennenswerte Pionierarbeit geleistet. Dies sei ihr dankbar anerkannt. Aber mit einer Tatsache konnten wir uns nie befreunden, nämlich mit derjenigen, dass unsere zu Hunderten im ganzen Lande verkehrenden Postautomobile zum Unterhalt der" Strassen keinen Rappen beizutragen habeni Unsere Post fährt heute nicht nur ihre Kursstrecken, sie übernimmt sehr gerne und dazu noch zu starken Konkurrenzpreisen Ueberlandfahrten, wohin man nur will. Sie konkurrenziert derart das freie Automobilgewerbe in empfindlicher Weise. Dieses ist mit den bekannten Steuern reichlich bedacht worden. Wir vermissen hier von Seite des Staates die gleiche Elle. Die Post soll ihre Fahrten ausführen, aber wenigstens an den Unterhalt der Strassen entsprechend ihres grossen Wagenparkes das ihrige beitragen. Glücklicherweise wäre sie dies gemäss ihren sehr erfreulichen Abschlüssen in der Lage zu tun. Etwas Aehnliches ist von den konzessionierten Automobil-Gesellschaften im ganzen Schweizerland herum zu sagen. Auch diese Gesellschaften stehen gewiss im Dienste des Volkes. Früher vom Verkehr abseits gelegene Gebiete haben sich diesem erschlossen. Man möchte sie nicht mehr missen. Allein auch sie stehen in einer Vorzugsstellung. seinem Rücken. Kinney hatte auf die Farm zu gehalten und Pferde gewechselt. Er warf seinen Sattel auf das beste Tier in der Hürde. Diesmal war es ein flinker Pinto, der wie ein Windhund die Wolfsspur verfolgte. Das verzweifelte Rennen begann von neuem. Nach einem Dutzend Meilen hatte Blitz wieder eine kurze Atempause. Ein zäher Buckskin hatte den Pinto abgelöst und in ruhiger Gangart rückte der neue Verfolger stetig auf. Blitz' kraftvolle Muskeln schienen ihre Spannkraft verloren zu haben. Sein Körper war wie Blei, fast zu schwer für seine Beine. Nur das stets lebendige Bewusstsein, dass der Tod hinter ihm her sei, zwang ihn, sich aufrecht zu halten. Er rannte verzweifelt, besinnungslos Hess er sich von seinen Muskeln vorwärts treiben, immer weiter und weiter. Von einer Welle der «Wind Rivers- Berge sandte er wieder einen Blick zurück. Ein massiger Brauner arbeitete sich mit lang ausgreifenden Schritten die Höhe hinauf. Mit bebenden Flanken jagte Blitz dahin, sein Atem ging stossweise und keuchend, die gelben Augen waren blutunterlaufen, Schaum troff aus seinem Maul und bespritzte Brust und Flanken. Als die Dunkelheit anbrach, gab Kinney die Verfolgung auf und nächtigte in einem Farmhaus. Aus dem unbestimmten Verdacht, der ihn den ganzen Tag verfolgt hatte, war feste Gewissheit geworden. Die Form der Fussspuren, die Tatsache, dass kein Mensch diesen Lobo je heulen gehört Ihre Kurswagen, wenigstens im Kanton Bern, sind von der Automobilsteuer befreit. Ihre Reservewagen zahlen nur die halbe Steuer. Warum sollten sie nicht auch das ihrige für die ihnen zur Verfügung stehende Fahrbahn beitragen? Die gleiche Frage wird sich stellen in dem Augenblick; da die Schweizerischen Bundesbahnen ihren Haus-Haus-Dienst ausbauen werden. Wie wir zu wissen glauben, beabsichtigen sie, diesen Dienst allerdings in Finanzdirektion heranmachen, unterstützt von sämtlichen weitblickenden und gerechtdenkenden Vertretern im Parlament, so glauben wir, dass der zweite Benzirizoll-Viertel leichter und in kürzerer Frist den Kantonen zufliessen müsste als dies beim' ersten der Fall war. Es handelt sich, wie gesagt, hier nicht nur um eine Teilfrage, sondern um eine Angelegenheit, die unser ganzes Wirtschaftsleben angeht. Mit Jammern und Klagen allein Verbindung mit den bereits bestehenden ist es nicht getan. Unsere wirtschaftliche Automobil-Cammioneuren zu bewerkstelligen. Entwicklung steht und fällt unserer Ansicht Tatsache jedoch, dürfte sein, dass in demnach mit einer starken Reduktion der heute Augenblicke unsere Strassen noch stärker zu hohen Unkosten. Wir müssen wieder in benützt werden als vordem. Wir glauben die Lage kommen, billiger arbeiten und produzieren zu können. Dazu trüge wesentlich deshalb, dass eine Extra-Entschädigung an die Kantone wohl erwogen werden dürfte. eine fiskalische Entlastung auf der ganzen Wir t verkennen dabei die Schwierigkeit des Linie bei. Die grosse Automobilistengemeinde unter eidgenössischer Oberhoheit und hätten sich nicht nach den Bedürfnissen der Kantone zu richten. Dieser Grund wäre allerdings nicht stichhältig. Auch unsere Privatwirtschaft steht im Dienste des Volksganzen, ein finanzieller Ausgleich muss herbeigeführt werden .können. Hierzu stünden unserer Ansicht nach zwei Wege offen. Entweder lösen -unsere Regiebetriebe, heissen-sie nun so oder so, bei den kantonalen Zuständigen Behörden ihre Automobil-Kontrollnummern oder dann entschliesst sich der Bund, den Benzinzoll allermindestens zur Hälfte denjenigen Instanzen zukommenzulassen, denen er eigentlich gehört, den Kantonen. In diesem Sinne hat sich die «Automobil- Revue» seit Jahr und Tag eingesetzt und den Grundsatz verfochten, dass der Benzinzoll den Kantonen zukommen sollte. Es wäre dies jedenfalls eine billige Entschädigung für die freie Strassenbenützung unserer eidgenössischen Regiebetriebe und der verschiedenen Verwaltungszweige. Wir sind uns dessen wohl bewusst, dass unser Wunsch nicht über Nacht in Erfüllung gehen wird. In der schweizerischen Demokratie mahlen die Mühlen sehr langsam. Und nur schrittweise werden berechtigte Forderungen erfüllt. Es ist lange gegangen, bis der Benzinzoll-Viertel erkämpft war. Wenn aber unsere kantonalen Finanz- und Baudirektoren mit der nötigen Geschlossenheit und Festigkeit sich an die eidgenössische hatte, das Gefühl der Vertrautheit mit dem Anblick dieser mächtigen grauen Gestalt, die den ganzen Tag vor ihm her geflohen war, die regelmässigen Raubzüge, die zeit- Jich stets mit der Abwesenheit von der Bar TFarm zusammenfielen: all dies deutete auf Blitz. Fünf Meilen entfernt lag Blitz ausgestreckt im Schnee. Vor Tagesanbruch machte er sich auf nach der vermeintlichen Sicherheit der Bar T Farm. Dort angelangt, beobachtete er unausgesetzt die Höhe, über die er zur Farm herabgestiegen war. Kein Wind hatte sich tagsüber erhoben, der seine Spur verwischt hätte und spät am Nachmittag sah er ein Pferd diesen Höhenrücken erklimmen — es war Kinney, der in schwerfälligem Trab auf die Farm zuritt, noch immer auf der Spur des Wind River-Wolfes. Blitz kratzte an der Tür des Wohnhauses, man Hess ihn ein. Aus dem Fenster beobachtete er Kinneys Heranreiten, und als der Alte eintrat, wusste Blitz sofort, dass dies der Mann war, der ihn verfolgt hatte. Mit gesträubtem Haar zog er sich in einen Winkel zurück und fletschte wild die Zähne. «Eine böse Geschichte, Blitz,» sagte Kinney. «Tut mir wirklich leid, dass es so weit hat kommen müssen!» Blitz wollte hinaus, aber man hielt ihn zurück, bis alle Bewohner der Farm im Zimmer versammelt waren. Ein österreichisches Bundesgesetz vom 28. Januar 1931, mit Gültigkeit ab 1. Mai, sieht eine Verbrauchssteuer auf jeglichen Betriebsstoff für Motorfahrzeuge und eine Motorwagenabgabe vor. Das Erträgnis dieser beiden Bundessteuern wird zwischen Bund und Ländern geteilt. Die österreichischen Länder mussten sich verpflichten, anderweitige Abgaben, die den Verkehr mit Motorfahrzeugen belasten, einzustellen, was die Aufhebung aller Strassen- und Brückenmautert auf öffentlichen Wegen ab 1. Mai bedeutet. Aus dem Wortlaut des Gesetzes geht klar hervor, dass alle Brückenzölle dahinfallen müssen, und es war deshalb begreiflich, dass auch vom Wegfall der Brückenmauten an der schweizerisch-österreichischen Grenze als erfreuliche Kunde noch kürzlich geschrieben werden konnte. Die Brückenzölle ander schweizerisch-vorarlbergischen Grenze werden leider am 1. Mai nicht in Wegfall kommen. Die Sektion St. Gallen-Appenzell des A. C. S. tritt seit Jahren beharrlich für die Abschaffung dieser lästigen und veralteten Brückenzölle ein. Obschon die schweizerischen Gesetze Brückenmauten längst abgeschafft haben, duldet man hier die Erhebung der Brückengelder auf österreichischer Seite und lässt auch gewisse schweizerische Gemeinden davon profitieren. Brückenzölle werden heute noch auf nachstehenden Brükken erhoben : Kinneys Beweis war einwandfrei; harte Männer waren es, die da zu Gericht sassen. Hatte ein Freund sich vergangen, so bedauerten sie es und — führten sein Pferd unter den verhängnisvollen Baum. Auch Blitz war ihr Freund, aber die Gerechtigkeit musste ihren Lauf nehmen. Der Wolfshund lauschte dem Urteil. Wenn er auch die Worte nicht verstand, so erkannte er doch das Drohende, das in Ton und Blick dieser Männer lag. Er wusste, es ging um sein Leben, und kalte Todesfurcht schüttelte ihn. Die Männer zogen Lose aus einem Hut. «Ist mir gar nicht recht, dass es mich getroffen hat,» sagte einer. «Ich will ihn hinausrufen und die Sache rasch erledigen.» Langsam lud er sein Gewehr und öffnete die Tür. «Komm, Blitz, alter Bursche,» sagte er. Da — ein einziger mächtiger Satz und Blitz war im Freien. Wie ein grauer Strich huschte er schnell über die Mondlandschaft hin, eine Büchse bellte gehässig hinter ihm her — Blitz war verschwunden. «So ein Pfiffikus!» sagte der Mann mit der Büchse. «Der hat's erraten! Fast wär's ihm auch geglückt, doch er hat sein Teil!» Die Männer drängten aus der Hütte; fünfzig Yard vom Hause fanden sie die Stelle, wo Blitz gestürzt war. Der Schnee war blutig. «Morgen finden wir ihn,» sagte Kinney. «Er kommt nicht weit.» Aber am folgenden