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E_1931_Zeitung_Nr.040

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16 AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag, 12. Mai 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 40 Amerikanische Blitzlichter Von Willy Sundheimer. Wir entnehmen die folgende Skizze dem Bande « Wie ich die Welt sah » von Willy Sundheimer ,(C. Dünnhaupt, Verlag, Dessau), der — eine bekannte Persönlichkeit des deutschen Bank- und Finanzwesens — dieses Buch als Frucht einer Weltreise veröffentlichte. Die knappen, sprachlich sicher und eigenwillig geformten Schilderungen sollen, wie Sundheimer selbst sagt, « ein Spiegelbild der Auffassung eines Menschen sein, der, obgleich dem gewerblichen Beruf angehörend, nur aus Lust zu dem Unbekannten der Welt reiste ». Gerade diese Stellungnahme zu den Dingen bietet nach den ewigen Heisebetrachtungen des leeren Routiniers aber eine um so reizvollere Abwechslung. Der Band ist reich illustriert. Die Red. . . . Aus dem Lande des cheval homme — Japan — nach dem Lande des cheval auto — U. S. A. ! Gab's jemals grösseren Gegensatz? Dass ein Planet sie trägt, ein Himmel sie bedeckt, diese so unendlich verschiedenen Länder, einfach nicht glaubhaft ! Schon in Honolulu, dem gesegneten, springt Wohlstand sofort in die Augen. Eben erst fertiggestelltes Hotel hat fünf Millionen Dollars gekostet. Alles bisher Gesehene verblasst diesem Prunkbau gegenüber ins Lächerliche. Strassen, wie für die Ewigkeit gebaut, durchziehen unglaublich fruchtbares Land. Das spendet ohne besonderen Müheaufwand Bewohnern reichen Ertrag. Und zwölf Monate hindurch lacht Sonne einem Zustand, der durch unglaubliche Farbenpracht üppiger Flora zu traumhaft Schönem erhoben wird. Dazu Nächte, in denen in scheinbar Greifnähe uns ungewohnte Sternenzahl dem Himmelsbild besonderen Glanz verleihen. Wie man Kalifornien lieben muss, wundervolles, herrliches Land! Hat alles, aber auch alles, was Menschen begehren. Zeigt in seinem Klima jedwede Verfassung, auf seiner Oberfläche jedweden Charakter, trägt — dank einer nunmehr ausreichenden Irrigation — auf seinem Boden buchstäblich jedwedes Produkt gemässigter und subtropischer Zonen, weist reichlichen Viehbestand auf und birgt in seinem Innern unendliche Mengen an Erdöl, Gold und Silber. Auf seinen vierhundertzehntausend Quadratkilometern leben wenige viereinhalb Millionen Menschen. Mit seinem nationalen Wohlstand von fünfzehn Milliarden Dollars steht Kalifornien an fünfter Stelle innerhalb des Verbandes der Vereinigten Staaten. Von seinen fundierten Schulden im Ausmass von hundertzehn Millionen Dollars haben nicht weniger als zwei Drittel für Wegebau und sechs Millionen für Errichtung öffentlicher Gebäude Verwendung gefunden. Das ist die Erklärung für das Vorhandensein dichten, prachtvollsten Strassennetzes, das ist der Grund dafür, dass die öffentlichen Schulen Palästen vergleichbar sind. Auf jeden vierten Kopf der Bevölkerung kommt ein Auto, in einem Land, wo die Bohrtürme jährlich über ein Fünftel der Gesamtrohölproduktion der Erde, ein Drittel der Vereinigten Staaten fördern, wo aus der Erde jährlich an Gold beinahe ebensoviel als in Mexiko, mehr jedoch als in Nord- und Südrhodesien zusammen entnommen wird und wo der Jahreswert der AgrarprOjdukte einschliesslieh des Viehs einen Betrag von einer Milliarde Dollars darstellt. Von einer angezeigten schmalen Gesamtbevölkerung nehmen Los Angeles und San Francisco reichlich die Hälfte in sich auf. Und hiervon entfallen wiederum zwei Drittel auf Los Angeies. Wild hat diese Stadt sieh entwickelt, wild hat Phantasie die Bodenpreise gesteigert, wild ist hier Leben bei Tag und bei Nacht. Sonnenschein während des ganzen Jahres, Treibhausatmosphäre hervorbringend, begünstigt diesen Zustand, lässt der Farben Vielheit in besonderem Glanz, der Frauen Schönheit in besonderem Lichte erscheinen, und hat Hollywood entstehen lassen, dessen klare Luft dreihundertfünfzig Tage im Jahr die Durchführung von Aufnahmen gestattet. Und für all das hat die Natur wundervollen Rahmen geschaffen. Beverly Hills, Pasadena- und all die anderen Suburbs schliessen das Ganze harmonisch ein. Und dort wo der Boulevard nach Hollywood hinausführt, dort, wo nächtliches Leben am stärksten pulsiert auf kahler Anhöhe, hält riesengrosses, bei Nacht grell erleuchtetes Kreuz einsame Wacht. Die. dort unten ständig vorüber fahren, haben sich hieran längst gewöhnt, der Neuling steht staunend diesem Anblick gegenüber. Gewaltiger Verkehr wird vorzüglich automatisch geregelt, eine uns unbekannte Technik ist in den Dienst von Handel und Industrie gestellt, uns fremde Methoden versuchen dem Tempo des kommerziellen Fortschritts zu folgen. Outcome of national wealth. Die Fahrt nach San Francisco hinauf ein unendlicher Genuss. Ein unendlicher Genuss, wie unter der Sonne Wirkung der Natur Farben zu Grossartigem gesteigert werden. Grundverschieden sind jedoch San Francisco und Los Angeles. Trotz grosser Wolkenkratzerzahl hat diese Stadt ruhiges, vornehmes Aussehen bewahrt, dem südlichen Rivalen es überlassend, dem Zeittempo sich anzupassen. Führt dann der Weg hinüber nach Yosemite Valley, dann gelangt man in jenen Bezirk, wo vieltausendjährige Riesenbäume die Entwicklung drüben im Tiefland mit Erstaunen betrachten.. Doch langsam beginnen einzelne unter der Last gewaltigen Alters zusammenzubrechen, und sind sie dann umgestürzt, dann strekken sie, wie um Hilfe suchend unglaublich dünne Wurzeln dem Vorübergehenden entgegen. Aber drunten, wo von schroff abstürzenden Felswänden das Tal bewacht wird, nimmt wohltuende Ruhe auf inmitten satter Farbenpracht. Grand Canyon. In einer Ausdehnung von über dreihundert Kilometern und einer Breite von durchschnittlich achtzehn Kilometern ist hier die Erdkruste geborsten, in sich zusammengesunken, hat innerhalb /dieses gewaltigen, stellenweise eineinhalb Kilometer tiefen Abgrunds Täler und Höhen in Erscheinung treten lassen, alles wild zerrissen, eine Welt innerhalb der Welt darstellend, dem Betrachter • • Was geschieht, wenn der Führer eines in voller Geschwindigkeit fahrenden Automobils ein Hindernis auf der Sfrasse erblickt? Nur wenn man sich diese Frage klar zu beantworten sucht, erkennt man die gewaltigen Gefahren, die das Autofahren in sich birgt. Ein englischer Physiologe beschreibt die Vorgänge, die sich beim Fahrer abspielen, wie folgt: Zunächst bildet sich auf der Netzhaut ein Bild des vor dem Auto auftauchenden Hindernisses. Der Sehnerv überträgt das Bild in die oberen Gehirnzentren, wo auf Grund der Meldung ein Beschluss gefasst wird. Dieser wird den motorischen Zentren übermittelt, die mit Hilfe der Nerven auf die Muskeln des Führers einwirken und die zweckmässigen Bewegungen auslösen. In einem normalen Körper werden alle diese Vorgänge in einer Fünftelsekunde vollzogen. Diese kleine Zeitspanne wird die «Reaktionszeit» genannt. Nun sind wissenschaftliche Experimente gemacht worden, um fesfzustellen, wie die verschiedenen Reizund Betäubungsmittel auf die Länge der in wechselnder Beleuchtung immer erneut ansprechende Farbtöne präsentierend. Unerhörter Anblick, unerhörtes Schauspiel, Ausfluss der Gewalt uns unbekannter Macht. Wie hier muss die Erde aussehen am Tage des jüngsten Gerichts, so muss sie aussehen, wenn der apokalyptischen Reiter wild verwegener Ritt sein Ende erreicht hat. Dreieinhalb Tage beanspruchen wir dann, um durch die Prärien Arizonas und New Mexikos, durch die Weizenfelder Kansas nach Chicago zu kommen. Dort utmost an Mechanisierung, Hochburg des homme automate. Grausames laufendes Band hat hier den Menschen vollkommen bezwungen, hat ihn, seinen Erfinder, selbst zum Automaten gemacht, zwingt ihm seinen gefühllosen, nur vom Minutenzeiger der Uhr diktierten Willen auf. Kommandiert selbst den Tod in Chieagos Schlachthäusern, wo l'homme automate vom grässlichen, ununterbrochenen Todes- «Ich möchte Ihnen nicht rief der Schauspieler Slavart mit seinem dröhnenden Basse dem Kollegen Lasar zu, «ich halte die Stimme, des Mimen für sein grösstes Wirkungsmittel!» «Slavart, ich sage Ihnen, mein ganzer Ruhm stützt sich auf meine Maske! » entgegnete Lasar. «Ich wäre schauspielerisch ein Nichts, wenn ich nicht die Möglichkeit hätte, Gestalt und Gesicht durch Hilfsmittel so zu verändern, dass ich auch äusserlich meinen Helden gleiche.» « Aber die Stimme —», fiel Slavart ein, doch David Krug unterbrach ihn: «Deine Stimme, Slavart, ist dein Talent, du hast gut reden! Du bist ja nahezu mit einer phänomenalen Stimme begabt. Aber hat Immer mit und Kaffee Hag! geschrei der Sehweine, vom brechenden Auge des Grossviehs schon längst nicht mehr berührt wird. Treibt ihn, den Nigger, dazu, im Gleichtakt dieses schauderhaften Uhrzwangs, zum ununterbrochenen Ausführen des Todesstosses, zum ununterbrochenen Ausführen betäubenden Keulenschlages, bis der Besucher mit masslosem Ekel sich von einem Platz entfernt, wo the most human kind ob slaughter sich vollzieht. Bevor New York dann in seinen Bann zwingt, noch ein letztes Mal Gelegenheit, an den Niagara-Fällen der Natur Grosse auf sich wirken zu lassen. Aufrüttelnd und aufpeitschend, zum Nachdenken herausfordernd, wenn der Wassermassen gewaltige Mengen sich in die Tiefe ergiessen. Von amerikanischer Seite absolut enttäuschend doch jenseits der Brücke, die-nach Kanada hinüberführt, zeigt sich das Riesenschauspiel in vollem Umfange. Eine Schauspielerwette Von Frank Smetana. beipflichten!» Bassermann vielleicht eine Stimme in deinem Sinne? Das, was wir eine Theaterstimme nennen? Weich, melodiös, wandlungsfähig? Nein, gib es zu, das ist keine rechte Theaterstimme. Und doch schafft Bassermann aus diesem Stimmaterial so Gewaltiges, weil er ein Künstler ist. Lasar hat recht, die Maske, das Aeussere des Schauspielers ist von so eminenter Bedeutung — ». «Na,» fiel Slavart geringschätzig ein, « mir sagt selbst die beste Maske nichts. Ja, wenn einer so gut Maske machte, dass man ihn auf drei Schritte nicht als den ursprünglichen Menschen erkennen könnte, dann wollte ich diese Kunst anerkennen, aber bei den grossen Entfernungen zwischen Schauspieler und Publikum, noch dazu beim Rampenlicht, da halte ich das für kein besonders grosses Können.» « Nun». lächelte ihn Lasar an, ich glaube wohl, dass ich mich äusserlich so verwandeln kann, dass Sie mich nicht erkennen, Slavart! » « Das können Sie nicht, da wette ich zehn gegen eins!» schrie Slavart und schlug mit der Faust auf den Tisch, dass die Gläser tanzten. Die sechs Theaterleute, die mit den Dreien am Stammtisch ihres Lokales sassen, fingen an, sich für das Thema zu interessieren. Einer schlug vor, die Wette auszutragen', um dem unfruchtbaren Gerede ein Ende zu machen. «Gut!» sagte Lasar, «ich nehme die Wette an, ich setzte fünfzig Franken! » «Hm», sagte Slavart, « das Zehnfache ist mir ein bisschen viel, aber ich setze zweihundert dagegen.» «Und ein Abendbrot für uns alle!» rief jemand. Reaktionszeit einwirken. Dabei erwies es sich, dass eine Dosis Alkohol, die iy 2 d\ Whisky entspricht, die Reaktionszeit verdoppelt und verdreifacht. Aber nicht nur der Alkohol ist für den Automobilisten sehr gefährlich, sondern auch «.Auch das!» sagte Slavart. «Aber Lasar muss das Essen auch zahlen, wenn er der Kaffee und Tee, wegen des darin enthaltenen Coffeins, denn diese Droge verliert! » ruft ähnliche nervöse Störungen hervor. « Selbstverständlich », lachte Lasar und Das bedeutet, dass nach dem Genuss schlug vor, die Bedingungen festzusetzen. von wenigen Gläsern Wein, resp. Tassen Nach einigem Hin und Her einigte man sich dahin: am nächsten Montag, abends um Kaffee, der Autoführer zwei oder gar sieben Uhr, wollte man in dem kleinen Restaurant « zum frischen Anstich » zusam- drei Fünftelsekunden brauchen kann — statt einer — um gegen die drohende menkommen. In der Zeit von sieben Uhr Gefahr zu reagieren. Bei einer als massig zu bezeichnenden Geschwindigkeit mal versuchen, die kleine Gesellschaft durch abends bis ein Uhr nachts durfte Lasar drei- von 35 km legt aber ein Auto in zwei seine Maske zu täuschen. Er sollte die Fünftelsekunden mehr als 3,8 m zurück. Tafelrunde ansprechen und musste «entlarvt » werden, noch ehe er das Lokal wie- Sehr oft ist das Hindernis erst auf 3 bis 4 Wagenlängen zu erkennen, besonders der verlassen hatte. Gelang ihm dies nicht in Kurven oder Strassenkreuzungen. beim dritten Male, so hatte er die Wette verloren! » Wenn nun der Autoführer unter der Wirkung eines guten Trunks auch nur Lachend schied man, nachdem man noch eine Wagenlänge verloren hat, kann der lange über die Möglichkeiten einer guten winzige Zeitverlust — die Fünftelsekunde — das Leben kosten I schauspielerischen Verwandlungskunst gesprochen hatte. Der Montag war gekommen. Es ging schon auf neun Uhr zu. In dem kleinen verräucherten pittoresken Lokal « zum frischen Anstich » sassen die Theaterleute um einen grossen Tisch in einer besonders gut beleuchteten Ecke. Gespannt warteten sie und musterten die Eintretenden. Slavart grinste. «Es wird Zeit, traut er sich nicht mehr?» Ein junger Mann trat an den Tisch. Er war lang, schmalbrüstig und trug einen dün-