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E_1931_Zeitung_Nr.042

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18 AUTOMOBIL-REVUE 1O5I1

18 AUTOMOBIL-REVUE 1O5I1 — TJ0 ±9 «Wozu? Ich habe den Schwindel schon oft genug erlebt, und keine Lust, ihn noch einmal mitzumachen!» Sie lächelte ungläubig. «Das sagen Sie wohl nicht im Ernst. Ich habe mich die ganze Zeit gewundert, wie jemand bei einem so herrlichen Sonnenschein so schlecht aufgelegt sein kann. Das Leben ist doch so schön. Auch wenn man, wie ich, täglich acht Stunden in einem stickigen Bureau sitzen muss!» Jetzt war die Reihe aufzulachen an ihm. Er tat es mit dem Hohn der Verzweiflung. «Dafür haben Sie in Ihrer Tischlade kein halbes Dutzend unaufgeführter Theaterstücke und ebensoviele Romane liegen, um die sich kein Teufel kümmert. Und dann sind Sie noch jung!» «Sie auch!* unterbrach Sie ihn, sein Gesicht mit ihren Augen überleuchtend. Da riss er den Hut herunter. «Sehen Sie her, ich bin ganz grau !» «Das bisschen!» rief sie. «Uebrigens ist jeder noch jung genug, um an das Kommen eines neuen Frühlings zu glauben. Aber jetzt muss ich ins Bureau.» Sie nickte ihm zu und eilte die Allee hinab. Er sah ihr nach, bis nichts mehr von ihr zu sehen war. Er hatte ja Zeit. Wenn einer seines Zieles so sicher ist, bedarf es keiner Beschleunigung. Plötzlich horchte er auf. Was war das? Ein Kuckuck? In seine Züge trat ein erwartungsvoller Ausdruck. Wieviele Minuten also noch? Fünf... zehn... zwanzig... Hört er noch immer noch nicht auf?... Jetzt fängt noch ein zweiter an... Unwillkürlich kam es ihn an, zu lächeln.. So vie) Zeit blieb ihm noch. Ueberhaupt wäre es besser, noch ein paar Stunden zu war-, ten. Vielleicht würde er von einer zu toderschrockenen jungen Frau oder einem Kind, das seinem Reifen nachlief, gefunden. Wie heiss die Sonne schien! Aber es ist ja wahr. Unter den Sträuchern stand alles voll Veilchenblättern. Frühlingswind wehte weich und stossweise. Wie verklärt das Mädchen aussah, als sie sprach. Schöne Augen, blonde Haare... Armes Ding! Dass sie dieses jubelnde Lachen behalten konnte, in dem finstern Loch, in dem sie schreiben musste! Acht Stunden. Tag für Tag. Herrgott, wie sollte man dies aushalten!? Er nickte gerührt vor sich hin. Vielleicht wäre sie die rechte Frau für ihn gewesen mit dieser fröhlichen Zuversicht. Nach dem Schritt eines solchen Kameraden könnte man sich wohl richten, ohne zu merken, wie mühselig es weitergeht. Er seufzte und versank in Träume. Ob denn das Sterben auch mühselig war? Ihm war, als wäre es schon vorbei, so weltenfern fühlte er sich von allem, was er ersehnte und entbehrte und ihn verzweifelt und unglücklich gemacht hatte. Er blickte staunend um sich. Woher kam es, dass er auf einmal wieder soviel Schönheit um sich sehen konnte? War er aus einem Grab auferstanden? Und kann das Leben überhaupt nur lieben und erfassen, wer schon einmal gestorben ist? Er strich sich verwirrt über die Stirn. Noch einmal leben? Er war doch so fest entschlossen gewesen, sich durch nichts mehr zurückschmeicheln zu lassen. Was war es, das ihn hielt? Ein fremdes Mädchen, von dem er nichts wusste, als dass sie lachen konnte? Ratlos glitten seine Augen zwischen Himmel und Erde hin und her. Dabei tappte er ins Gras und gewahrte, wie durch ein Wunder hergeweht, zarte Wiesenblumen. Er bückte sich und pflückte ein Blume mit einer Andacht, als berühre er ein Heiligtum. In ihren Anblick versunken, ging er dahin. Dann blieb er stehen und schrieb lange in sein Taschenbuch. «Frühling! > murmelte er erschüttert. «Frühling!» Um sechs Uhr stand er bei der Strassenbahn. Von allen Seiten strömten die Arbeiter aus den Betrieben. Angstvoll musterten seine Augen die Wartenden an der Haltestelle. Auf einmal lachte sie ihn an. «Guten Abend!» rief sie. «Ich habe die ganze Zeit an Sie gedacht.» Dann warf sie einen entzückten Blick auf die Blumen in seinem Knopfloch. «Sie Glücklicher, was haben Sie Schönes gefunden?> «Fräulein!» süess er atemlos hervor und langte mit einer Heftigkeit nach ihrer Hand, wie es einstmals die Flüchtigen um ein rettendes Asyl getan haben mochten. Sie errötete und stieg in den Wagen. Dort sassen sie einander gegenüber und sie sah ihn verlegen an, als warte sie, dass er zu sprechen anfange. Aber was konnte er ihr vor allen diesen Leuten sagen? Plötzlich riss er sein Taschenbuch hervor und hielt es ihr hin. «Ich habe ein Frühlngsgedicht gemacht. Wollen Sie es lesen?» Apollo Ein Wandertag am VIerwaldstättersee. Von Hermann Hesse. Der Wandrer lag allein, abseits des Weges, in der warmen Sonne. Sein Blick ging dem Spiele des Lichtes auf den gelben Felsen nach, sein Ohr ruhte im Geräusch des rückwärtigen Sturzbaches aus, welches aus der Ferne noch eben heranreichte, leis und stetig. Seine Seele, in leichtem Halbtraum, ruhte wie ein Vogel mit ausgebreiteten Flügeln über dem lichten Lande seiner Kindheit. Ein brauner Falter flügelte langsam über der Strassenmauer und durchschnitt mit der unruhigen Linie seines Fluges die Umrisse der schmalen Seefläche, die dem Liegenden ins Auge leuchtete. Auf dem dunkelgrünen glänzenden Grunde spiegelte die matte Farbe der Falterflügel heller und reicher, die zarten Flügelränder zitterten wechselnd in einem weisslichen Licbtstreif, als ob der bewegte scharfe TJmriss das Licht anzöge. Im Gedächtnis des Buhenden stiegen die • • Was geschieht, wenn der Führer eines in voller Geschwindigkeit fahrenden Automobils ein Hindernis auf der Strasse erblickt? Nur wenn man sich diese Frage klar zu beantworten sucht, erkennt man die gewaltigen Gefahren, die das Autofahren in sich birgt. Ein englischer Physiologe beschreibt die Vorgänge, die sich beim Fahrer abspielen, wie folgt: Zunächst bildet sich auf der Netzhaut ein Bild des vor dem Auto auftauchenden Hindernisses. Der Sehnerv überträgt das Bild in die oberen Gehirnzentren, wo auf Grund der Meldung ein Beschluss gefasst wird. Dieser wird den motorischen Zentren übermittelt, die mit Hilfe der Nerven auf die Muskeln des Führers einwirken und die zweckmässigen Bewegungen auslösen. In einem normalen Körper werden alle diese Vorgänge in einer Fünftelsekunde vollzogen. Diese kleine Zeitspanne wird die «Reaktionszeit» genannt. Nun sind wissenschaftliche Experimente gemacht worden, um festzustellen, wie die verschiedenen Reizund Betäubungsmittel auf die Länge der leidenschaftlichen Wonnen der Knabentage auf, die erregte Lust der sommerlichen Schmetterlingsjagd auf grossblumigen Gartenbeeten und auf windstillen duftenden Matten, über denen die heisse Luft in glänzenden Wellen zitterte. Dem Träumer glitten unvermerkt die schwer gewordenen Lider über den ermüdeten Blick. Sein Traum lief in atemloser Lust falterjagend über heimatliche Matten und Hänge, und aus der entschleierten Tiefe ferner Erinnerungen überkam den Schläfer eine lang vergessene Sehnsucht aus Kinderzeiten — einen Apollo zu sehen. Das Ziel begieriger Knabenwünsche, schneeweiss mit roten Flecken, hing das Bild des schönen Falterkönigs vor ihm im Blauen. Vertraut und leise anklingend traten andere seltsam liebe Melodien aus vergangenen Jahren heran. Ueber den Schlafgedanken des Wanderers wölbte sich wundervoll und zart der Himmel seiner Kinderzeit in sehnlicher Bläue empor. Ein leichter Wind flog kühl vom jenseitigen Gebirge her und traf die gesenkte Stirne des Schlafenden. Lächelnd und langsam schlug er die Augen auf, von der Klarheit der reinen Seeluft und von den fröhlich leuchtenden Farben der Landschaft erquickt. Er richtete sich wohlig auf. Da glitt ein weisser Schein an ihm vorüber. Er hielt inne, er blickte lauschend auf. Unhörbar und ruhig senkte sich ein heller Schmetterling in elegantem Bogen aus der Luft herab, flog am Boden hin, flatterte, Umschau haltend, und blieb an der abschüssigen, sonnbeglänzten Fläche eines Felsens hängen. Er schien zu lauschen, er bewegte die feinen Fühlhörner, und dann breitete er all© vier Flügel weit und ruhig im warmejQ Liebte aus. Apollo! Auf den seidenen, weissen Flügeln traten dunklere Adern in zarten Linien mit metallischem Glanz hervor. Der Apollo schlug die Flügel zusammen, dass ihre vornehme, längliche Form mit der untadeligen Rundung der Oberflügel deutlich sichtbar ward, breitete sich noch einmal wohlig, wie atemholend, in voller Dehnung aus und flog auf. Er flog vom Felsen auf die Spitze einer hohen, violetten Distel, von da gegen den See in die dunklere Tiefe. Dann erhob er sich wieder, schwebte einen Augenblick unschlüssig, tat plötzlich eine Eeihe jauchzender Flügelschläge und verschwand nach oben in den tiefen, leuchtenden Himmel. Reaktionszeit einwirken. Dabei erwies es sich, dass eine Dosis Alkohol, die 1Y 2 dl Whisky entspricht, die Reaktionszeit verdoppelt und verdreifacht. Aber nicht nur der Alkohol ist für den Automobilisten sehr gefährlich, sondern auch der Kaffee und Tee, wegen des darin enthaltenen Coffeins, denn diese Droge ruft ähnliche nervöse Störungen hervor. Das bedeutet, dass nach dem Genuss von wenigen Gläsern Wein, resp. Tassen Kaffee, der Autoführer zwei oder gar drei Fünftelsekunden brauchen kann — statt einer — um gegen die drohende Gefahr zu reagieren. Bei einer als massig zu bezeichnenden Geschwindigkeit von 35 km legt aber ein Auto In zwei Fünftelsekunden mehr als 3,8 m zurück. Sehr oft ist das Hindernis erst auf 3 bis 4 Wagenlängen zu erkennen, besonders in Kurven oder Strassenkreuzungen. Wenn nun der Autoführer unter der Wirkung eines guten Trunks auch nur eine Wagenlänge verloren hat, kann der winzige Zeitverlust — die Fünftelsekunde — das Leben kosten I immer mit Ruhe und Kafffee Hag! Mai Rufst da doch wieder Duft und Traum über Land Blauwelsse Seligkeit: Flieder Schaukelt am Strassenrand. Goldregen tropft aus dem Grün Sinnender Gartenwege. Alles wird Liebe und Blühn Im dunklen Gehege. Wolken wandern und fliegen Nah' an des Himmels Herzen. Lust wird kommen und siegen Ueber Leid, über Schmerzen. Tod wird nur leise, Süsse Verklärung seint Alles Grosse geht weise Ins Unendliche ein —. Gertrud Bürn. Chaplins neue Filmprojekte. Chaplin ist aus Algier, wo es ihm zu heiss wurde, wieder nach Nizza zurückgekehrt und gedenkt, nach einer Meldung der «B. Z.», hier bis auf weiteres zu bleiben. Den ihn belagernden Reportern hat er erob und deutlich sagen lassen, dass er Ruhe haben will, weil er an seinem nächsten Film zu arbeiten wünscht. Er machte eine unwiderruflich letzte Erklärung über seine Absichten. Neun verschiedene Projekte hat er gleichzeitig in Arbeit, und auf eines von ihnen wird nach langen Versuchen und Ueberlegungen seine Wahl fallen. Zunächst: Hamlet: Die Geschichte Charlies, "der dn grosser Hamletdarsteller wird, seinen Verstand verliert, sich schliesslich für Hamlet hält, bis ihn ein Mädchen, das sich für Ophelia ausgibt, zu einer gesünderen Betrachtungsweise der Welt zurückbringt. Napoleon: Dieser oft totgesagte und. dementierte Stoff beschäftigt Chaplin neuerdings. Gelegentlich seines Aufenthaltes in Paris hat Chaplin das Grab Napoleons besucht und sich auch noch sonstige Napoleon- Erinnerungen zeigen lassen. Charlies Tod. An diesem Film arbeitete Chaplin zur Zeit seines Zerwürfnisses mit seiner letzten Frau. Auch darin geht Charlie am Schluss ins Unbekannte, nur etwas anders als sonst — er wird auf die grausamste Weise von einem glücklicheren Rivalen getötet. Eine Fortsetzung von «City Lights*. Darin finden sich alle Hauptfiguren des früheren Filmes wieder. Charlie und der nächste Krieg. Der Zukunftskrieg in satirischer Beleuchtung. Charlie fürchtet nicht die langen Kisten. Ein Film von 600 Metern, der die Manier der früheren Kurzfilme wieder aufnehmen soll, die durch einfache und schlagkräftige Mittel ohne jede Hinterabsicht grosse Wirkungen anstrebten. Schliesslich: Drei SprechfUme, in denen Chaplin nur Regie führen will, ohne selbst als Darsteller mitzuwirken. Brieftauben im Dienste von Erpressern. Die New Yorker Polizeibehörde ist einer Erpresserbande auf der Spur, die als eine Neuheit im Gebrauch verbrecherischer Mittel Brieftauben verwendet. Das Opfer erhält in einem Postpaket eine Brieftaube zugeschickt, die in einem Beutel um den Hals den Befehl überbringt, eine Anweisung über eine bestimmte Summe in dem Beutel zu deponieren und die Taube unverzüglich in Freiheit zu lassen. Trotz allen Nachforschungen der Polizei ist es bisher nicht gelungen, den Bestimmungsort dieser Tauben festzustellen. Die Polizei schätzt die Einnahme dieser Erpressergesellschaft bisher auf über 500.000 Dollar.

N"42 - 1931 ÄUTOMOBIL-REVUE Reisefieber - Saisonauftakt! Das blühende Meublement des Frühlings wird von den Winden und Stürmen rasch verschleudert und in den Bächen schwimmt der Frühling lustig einher. Der Frühling ist ein kurzes Saisongeschäft, er ist keine richtige Jahreszeit, nur ein Uebergang, ein flüchtiges Spiel zwischen Winter und Sommer, wobei der hitzig leidenschaftliche Partner, der Sommer, gewinnt, indes im Herbst der Winter, der kalte Partner, die Chancen ausnützt. So ist nun der Steckbrief des Sommers überall affichiert, im menschlichen Gemüt und an den Plakatsäulen. Reisen gehört heute so zwingend zu unserem Zeitgeist, wie das Seefahren zu den Wikingern, das Reiten zu den Kosaken. Preist man die Sesshaftigkeit, so klingt das wie ein Lob der Faulheit und der Bequemlichkeit. Alles Herumzigeunern verrät einen Mangel an Kultur — sagt man... Man betrachtet das Volk der Zigeuner von weitem und mit eiriem gewissen Schauer. Aber das geschieht wohl mehr aus Angst vor ihren vielen Läusen und aus Abscheu vor ihrem unappetitlichen Aussehen. Wir zigeunern heute in der Welt herum mit einem Geist voll Unruhe, Neugierde, einer neuen Gier. Allerdings greifen nicht nur die geistigen Ansprüche entscheidend in die Reisepläne ein, sondern auch der Geldbeutel, der oft eine Meerreise a priori zu Wasser werden lässt. Nichtsdestoweniger sind die schönen Tage mit Gefühlsausbrüchen verstopft. Wir stehen bald in der Saison des Abschiedwinkens. Die Hierbleibenden wünschen den Wegreisenden alles, was sie selbst gerne haben würden: Erholung, Glück und Erheiterung, und sie haben es auch in nicht minderem Mass im Moment, wenn die anderen weggefahren sind, obwohl sie zunächst ein merkwürdiges Gefühl der Vereinsamung überfällt, aber bald haben sie sich in die Situation gefunden und bald pfeifen sie munter ihr Liedchen: «Auch du wirst mich einmal betrügen»... Das Reisen ist heute in dem Mass individuell, dass es kaum mehr Rezepte geben kann. Im Zimmer dessen, der eine Reise plant, häufen sich Lichtbilder, Abbildungen etc. Man kauft Bücher und gräbt verstaubte B LU M E N - PAN E LLA, ST. GALLE N Marktplatz 14 - Telephon 2887 Das gute Blumengeschäft am Platze /^JD Schmöcker hervor; man bereitet sich somit, genau wie in früheren Zeiten, gewissenhaft und sorgfältig vor und verkürzt sogar seine Nachtruhe. Nur die Snobs reisen ahnungslos, unbeschwert von Bücherweissen, saugen aus den millionensamen Eindrücken irgendwelche Oberflächlichkeiten heraus und zu Hause mengen sie dann beim Erzählen ein paar ästhetische Schluchzer ein; nochmals horchen sie in ihrem Erinnerten, will sagen: in ihrer Erinnerung, auf die Stimme der Wüste, spüren nochmals den Gletscherwind wie eine kalte Kompresse die Stirne kühlen und geben dem übrig Geschauten kräftige Farben und überstreichen das skelettartige dürre Erlebnis mit Romanlack und phantastischer Politur. Indessen verweilen die gewissenhaften Reisenden mit einem Spezialistentum bei den alltäglichsten Eindrücken und betrachten zum Beispiel einen Baum als botanisches Spezi- wechseln den herben Ernst der Alpenwelt men, als Holz, als Farbenfleck, als Sil-mihouette, als lebendigen Organismus. Und fashionablen Kurorten, und lieben so das dem heiteren Süden und verweilen an alle Landstriche, durch die sie kommen, werden mit einemmal für sie unerhört wichtig. Leben in kontrapunktischer Form, in dem prickelnden Spiel der Gegensätze. Sie leben Jeder kleine Fleck Erde gewinnt an Bedeutung, an dem man auf der Karte sonst achtlos vorbeiglitt. am Strand, wo der Tag eingeteilt ist in Spaziergänge, Aperitifs, Lunch, Schlaf, Einkauf, Cocktail, Umkleiden, Diner, Theater, Nun ist es kein Wertmassstab, wenn ein Tanz, Feuerwerk, und wo man nie allein Mensch von irgendeinem Teil der Natur un-herumläuft, sondern immer vom Urteil und berührt bleibt. So erzählt Wassermann von Hugo von Hofmannsthal: «Wir lachten oft, wenn er auf einem Gipfel angekommen, sich sogleich mürrisch gegen die Ferne setzte und den Lodenmantel fröstelnd zuzog. Das Tal in der Tiefe sah er in rohe Fragmente zersetzt, die Felsstriche und Schneewiesen rings in weitem Bogen waren ihm zu heftig, zu nah, sie brüllten ihn an. Er gab vielleicht zu, dass es grossartig sei, aber das geschah aus Courtoisie, um die Begeisterten nicht vor den Kopf zu stossen.» Wir sehen: die Schönheit der Landschaft und ihr abwechslungsreicher Reichtum packt nicht immer nur grosse Menschen, für kleinere Menschen ist oft keinj Anlass übertrieben, kein Wort laut genug, um bewegten Herzens wie von einem Geheimnis oder Wunder zu sprechen. Viele steigen die Schluchten hinauf, durch das Grün des Laubwaldes, bis zum Schnee, unter Wo nicht erhältlioh, zu bezieben beii Roll A C Rqcol dem der Bach sprudelt, Schritt für Schritt klettern die Schneeblumen der Schneeschmelze nach; man lernt Menschen kennen, Söhne der Alpen, die selbst ein Stück Gebirge sind, aber abgekorkt und unzugänglich, und man spürt, dass die Alpen, wie auch die Meere, genügend Kraft haben, die Menschen nach ihreT Art zu bilden und ihnen ein unverlierbares Gepräge zu geben, wie die Mücke dem Bernstein. Nicht alle Menschen sind so mit der Landschaft verwurzelt, nicht jeder Fleck hat diese Kraft. Viele Menschen bleiben heimatlos oder besser: sie fühlen sich überall zu Hause; es sind Romantiker, von denen Novalis spricht: «Sie gehen immer nach Hause.» Es sind Menschen mit verblüffenden Mimikritalenten, die sich überall und hurtig akklimatisieren, sowohl in Steinkanälen wie auch in Wäldern und Wiesen, als Salonlöwen wie als Naturburschen, die ebenso gut auf den Komfort verzichten können, um wie Diogenes in der Tonne zu leben. Sie reisen herum und wechseln ihre Orte wie ein steckbrieflich Verfolgter sein Domizil, sie wandern an Küsten, durch fruchtbare Täler, an Getreidefeldern entlang, an Gärten und Bergwiesen vorbei, Genörgel der Menge begleitet und wo der Speisesaal zur Lästerallee wird, und wo die Gesellschaft einem Kompott gleicht: stark gemischt, und der Grundsatz regiert: «Aergere deinen Mitmenschen wie dich selbst. C. B. Tanz-Tee Stille Beobachtungen. Der Herr auf der Durchreise: «Ich habe mir gedacht, weil man doch zuhause, in ScMeimstadt, so was nicht hat, sehe ich mir mal so 'n richtigen Grossstadtbetrieb an, ein bisschen mondän und so... Alber was sie da tanzen, das ist ja ein ganz anderer One step als man in Schleitnstadt gelernt hat, und ob man wohl hier eine Dame engagieren darf...? Na, lieber nicht... Schliesslich dankt sie... Da ,Mit vollen Segeln.. spielt man lieber den stillen, aber Kühlen Beobachter ! » Der « Fabel »hafte! «...Diesen Tanzschritt Gnädigste, habe ich auch auf der InseJ Bali in der Südsee beobachtet. Wir haben da unten Riesenplantagen liegen. Im März bin ich erst zurückgekommen, bisschen Tiger geschossen, ja... Sollten mal mit hinunterkommen. Fabelhaft interessant diese Südsee... Wi© meinen ? Ja natürlich : Nur Harems hat man da...» Die nicht-engagierte Freundini: « Nä, über Für die Ausführung individueller Formung bei mod. 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