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E_1931_Zeitung_Nr.042

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20 AUTOMOBIL-REVUE den

20 AUTOMOBIL-REVUE den Geschmack von Lilli lässt sich streiten. Mit so einem Blödling tanzt sie. So ein fader Jüngling! Ich wäre mir wahrhaftig zu gut dazu, mit jedem hergelaufenen Portokassenkavalier ... Lächerlich, diese Tanztees ! ... Durchaus gemischtes Publikum... Wie sie nur tut, die dumme Gans !... > Gedanken beim Engagement. Sie : « Ein bisschen Adolphe Menjou — eigentlich ganz mein Typ ! Auf junge Männer übe ich doch eine starke Anziehungskraft aus... Ich muss doch gleich Lulu nachher anrufen...» Er : «...Eigentlich ganz mein Typ... Wenn die erst ein bisschen zutraulich ist, das kann unter Umständen eine Geschäftseinlage von 20—30 Mille bedeuten. > Der Dicke : « Gnädiges Fräulein, es ist statistisch nachgewiesen, dass gerade die Dicken gute Tänzer sind und rhythmisch kolossal veranlagt... Ich, beispielsweise, habe geradezu eine Spezialbegabung für moderne Tänze. Wir wirken dabei auch viel leichter und graziöser als sonst. Finden Sie nicht auch ?...» Damenhüte, aufgeputzt Das Zollkomitee, das m Genf an einer einheitlichen internationalen Zollnomenklatur arbeitet, hat die Streichung der Position «Damenhüte, aufgeputzt» beschlossen. Motivenbericht hiezu : Aufgeputzt, nämlich mit Federn, Blumen, Früchten garniert, gibt es gar nicht mehr; und es besteht auch wenig Aussicht, dass es solche Hüte jemals wieder geben wird. — FJS braucht die Deliberationen eines Zollkomitees, um die Augen wieder auf etwas zu bringen, was sie vor lauter Nichtmehrsehen ganz vergessen haben. Nein, aufgeputzt gibt es nicht mehr; nicht mehr die Krähenschwingen und die Kolibribestandteile und keine Gärtnerin biegt mehr um die Ecke, und keine Pomona lässt ihre Gaben über einem Mittagskorso wackeln. Aus ist es mit allen täuschenden Aprikosen, neckischen Radieschenbündeln, fruchtschweren Pflaumenzweigen und dem sonstigen Gemüse. Ganze Industriezweige sind eingegangen, weil es keine Kirschblütenzweige mehr gibt. Einst gab es sie reichlich, es ist noch gar nicht so lange her, dass niemand sich hätte träumen lassen, das oberste Stockwerk des Arsenals könnte bestritten werden von Filz, Stroh, Band und Agraffe. Damals kamen sie uns obstinat mit den Küsnacht am Zürichsee Hotel sonne Rendez-vous der Automobilisten. Butterküche. Stets lebende Fische. Qualitätsweine. Gesellschaftssaal. Oarage (Einzelboxen). Schattiger Garten direkt am See. Zimmer mit fliessendem Wasser. E. Gugoenbühl-Heer. Telephon 910.201 Kindern Floras und den Fruchtgaben der gemässigten Zone ; heute nur noch mit einem gemalten Bande, das nicht einmal bemalt ist. Und in Genf kassiert eine löbliche Kommission eine Zollposition, weil die Trägerinnen eine neue bezogen haben. Vom Operettenstar zur Zeitungsverkäuferin Therese Abadie war einst die bekannteste und beliebteste Schauspielerin der Pariser Boulevards. Ihr Name hatte solche Zugkraft, dass man Zigaretten bis zu Parfüms, alle möglichen Dinge nach ihr benannte. Heute verkauft sie in einer kleinen Bude gegenüber dem Pariser Bahnhof Saint- Lazare Zeitungen. Ihre Lebensgeschichte ist aber dennoch kein typisches Beispiel für die Laufbahn eines gesunkenen Sternes, da sie sich ihren heutigen BeTuf freiwillig gewählt haben soll und gerade durch diese Wahl eine gewisse Berühmtheit geniesst. Therese Abadie gehörte zu den ersten grossen Operettenstars. Sie trat im Theatre des Nouveautes und im Theatre Albert auf und verdiente Summen, die für ihre Zeit unerhört hoch waren. Aber sie lebte auch auf entsprechend grossem Fusse und gab ungeheure Gelder aus. Dennoch legte sie sich mehr zurück, als ihre Kollegen gedacht hätten, und zog sich eines Tages von der Oeffentlichkeit zurück, um der neuen Generation den Weg freizugeben: «Wir Alten machen einen Fehler, wenn wir nicht einsehen wollen, dass wir genug haben. Ich habe meine grossen Tage erlebt und trat freiwillig zurück, um der jungen Generation Platz zu machen,> erklärt sie. Es muss allerdings ein sehr merkwürdiger Entschluss gewesen sein, der Frau Abadie, die über ein hübsches kleines Vermögen verfügt, dazu führte, statt eines friedlichen Rentnerdaseins die Rolle einer Zeitungsverkäuferin zu übernehmen. Sie wollte offenbar nicht ganz von der Welt abgeschnitten sein und wollte auf der andern Seite ihre damaligen Kollegen nicht belästigen. Deshalb Hess sie sich gegenüber vom Bahnhof nieder, wo den ganzen Tag ein reger Verkehr vorbeiflutet und wo es immer etwas Neues zu sehen gibt, und sie ist mit ihrer Wahl durchaus zufrieden. Auch in diesem neuen Beruf hat sie sich eine grosse Zahl von Anhängern geschaffen. Sie hat ihre feste Kundschaft, von der viele nicht die geringste Ahnung haben, wer die alte Frau mit den klugen Augen ist, die ihnen täglich mit einer andern witzigen Bemerkung ihre Zeitungen überreicht. Es gibt aber auch viele, die sie kennen, vor allem viele Schauspieler, die sie von Zeit zu Zeit besuchen, um auf der Strasse stehend ein paar •Minuten mit ihr zu plaudern. Diese Gespräche sind immer lustig, und nach ihrer guten Laune befragt, hört man Frau Abadie immer wieder sagen: «Ich bin als Komödiantin geboren, und wenn Gott will, so werde ich auch als Komödiantin sterben.> Grosse und Verfall George Little ist gestorben. Verarmt, halb verhungert, in der elenden Dachkammer einer Mietskaserne in Chicago. George Little...? Lassen Sie den Brockhaus oder den Gotha der internationalen Prominenten im Bücherschrank stehen. George Little steht nicht darin. Fragen Sie einen älteren, ausgedienten Boxweltmeister (falls Sie solche Herren unter Ihren Bekannten haben!). Dem werden die Augen leuchten. Ja, George Little — das war doch Anno dazumal der berühmte Manager des ebenso berühmten Negerboxers Jack Johnson, dessen himmelstürmende Laufbahn von einem anderen Jack, nämlich Jack Dempsey, durch einen Faustschlag jäh unterbrochen wurde! George Little hatte schon viele Siege mit seinem schwarzen Schützling erfochten. Man wird reich dabei. In seinen Glanzzeiten trug George Little für etwa eine Million Mark Schmucksachen an seinem robusten Leibe herum! Das ist authentisch! Alle amerikanischen Blätter berichteten seinerzeit darüber. Und nun stirbt der gleiche Mann, halb verhungert, in einer jämmerlichen Mansarde in Chicago?! George Little war noch mehrfacher Millionär, als Jack Johnson unterlag. Die gleiche Faust, die den geschäftigen Neger k. o. schlug, gab auch dem Glück des Managers den Todesstoss. An noble Passionen gewöhnt, fand George Little sich nicht mehr mit seinem nunmehr bescheidenen Dasein ab. Es ist weniger schwer, Geld zu verdienen, als es zu behalten; eine banale Wahrheit. Zuerst kamen die mit Brillanten geschmückten Manschettenknöpfe daran, dann die herrliche Krawattenperle, und schliesslich die berühmte Armbanduhr. Alles wanderte den Weg in das Leihhaus. In wenigen 1931 - No 42 Pnngstnacht in der Vorstadt Von Iwan Heilbut. Viele kleine Häuser schlafen auf Parzellen, neugegründet. Ferne wacht der Flagzeughafen, rotes Licht, das blinkt und schwindet. Mandelbäumchen, tapfrer Strauch, hält dem Nachtwindrütteln stand. Ueberm Bahndamm nebelt Rauch. Hund bellt übers stille Land. In der Püngstnacht flimmern Sterne. Glüh'nde Raupenglieder zieh'n helle Fenster in die Ferne: Eisenbahnen stampfen hin. Dunkelheit und Licht und Laut schweigt ums Haus, vor dem ich stehe, dass Musik mir altvertraut in die tote Seele wehe. Monaten verlor George Little das Riesenvermögen, das ihm sein Neger mit harten, treuen Fäusten erboxt hatte. Und nachdem der letzte, knisternde Dollarschein sich in greifbare Genüsse umgesetzt hatte, zog sich George Little in seine Mansarde zurück, unfähig zu wirklicher Arbeit. Bald darauf holte ihn der Tod. Nicht einen Cent fand man in der schmutzigen Kammer. Der Neger Jack Johnson, der klüger als sein Meister war und sein Geld sicher anlegte, hat grosszügig die Beerdigung bezahlt. Nun hat nicht jeder heruntergekommene Prominente seinen hilfreichen Neger. Mancher muss sich glücklich schätzen, einen auf Staatskosten gelieferten Sarg als Dach über seine letzte Wohnung zu bekommen. Es gibt noch eine ausgleichende Gerechtigkeit. Wird die gegenwärtig gefeierte Filmschauspielerin in ihrer Villa in Hollywood oder im Nachtasyl sterben? Werden wir den jetzt berühmten Sänger in zwanzig Jahren vielleicht als Leierkastenmann in einem Vorstadthof wiedererkennen? Es ist nichts unmöglich. Das Leben führt die phantastischste Regie und schreibt die ergreifendsten Abenteurergeschichten; aber auch die grauenhaftesten und ausnahmsweise einmal wahren Hintertreppenromane. B. M. V. BERNER HANDELSBANK BERN, Binifesgasse 14 BERN, Bundesjasse 14 Telephon •ollwerk 31.11 Telephon Bollwerk 31.11 '*0 R.HEUSSER TAPETENGESCHÄFT ST.GALLEN WE8EROASS6» lELEPHONKM Touristikbureau und Triptykstelle des A. C. §., Sektion Bern Itineraires, Karten, Führer, Abzeichen, Geldwechsel. Versicherungen. Auskünfte und Prospekte gratis Bestellen Sie Jetzt schon Ihren leyenburger beim 1930er Comptoir Vinicole Romand Gh. Mader-Keller. Dietikon Telephon 106 Lieferbar sofort In Fässern von 16, 20, 30, 60 u. 1U0 L. ä Fr. 1.60 oder per Flasche ä Fr. 1.40 franko Keller, Im ganzen Stadtrayon, sowie Zürich-Umgebung. :: Probeflasebe gratis zurVerfiigung IDEALES AUSFLUGSZIEL. Kantons - Hauptort. Viela Sehenswürdigkeiten. Passanten- u. Kurhäuser. Ausgezelchnet in Küche und Keller. 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N»42 - 1931 Bunte Chronik aus aller Welt Mit der Dampfwalze gegen den Aberglauben. Die Menschen sind nun einmal mehr oder weniger abergläubisch, auch wenn es niemand zugeben mag. Das zeigt sich immer wieder. Bei Portsmouth, dem grossen englischen Kriegshafen, soll ein Weg verbreitert werden. An einer Stelle dieses Weges befindet sich ein etwa 200 Jahre alltes Grab. Ein berüchtigter Räuber soll hier begraben sein. Eine Inschrift auf dem Grabstein besagt, dass derjenige, der es jemals wagen sollte, diesen Stein zu berühren, von dem Tage an vom grössten Unglück verfolgt sein würde. Nun aber muss der Stein doch entfernt werden. Eine Versammlung der Arbeiter beschäftigte sich mit der Angelegenheit. Es wurde von allen Seiten betont, dass von irgendwelchem Aberglauben selbstverständlich nicht die Rede sein könne. Aber es brauchten sich ja nicht gleich so und so viele Leute um die Entfernung des Steines zu bemühen. Einer genügte. Und dieser eine sollte durch das Los bestimmt werden. Der Vorschlag fand allgemeinen Beifall. Es wurde gelost und es wurden dabei viele Scherze gemacht. Denn niemand mochte zugestehen, dass er der Inschrift des Steines irgendeine Bedeutung beilegte. Auch der Arbeiter, der das schwarze Los gezogen hatte, verbarg das ungeahnte Gefühl, das er hatte, hinter einem Lachen. Am nächsten Tage aber erklärte er, er wolle mit dem Stein doch lieber nichts zu tun haben. Er selbst wäre natürlich ja nicht im geringsten abergläubisch. Aber seine Frau, die hätte, als sie das hörte, laut gejammert und ihn angefleht, um Himmels willen den Stein nicht anzurühren. Sie wären jetzt 13 Jahre glücklich verheiratet — ausgerechnet 13 ! — Weshalb also mutwillig ein Unglück heraufzubeschwören ? Sie könnte keine Nacht mehr ruhig schlafen. Und deshalb.... wie gesagt, nicht er, aber seine Frau... Vielleicht ein Unverheirateter... Aber davon wollen wieder die Unverheirateten nichts wissen. Und nun soU der Stein mit einer... Dampfwalze einige Meter beiseitegeschoben werden. Wut als ideales Abmagerungsmittel. Modisch schlank zu werden ist der Wunsch wohl jeder stark beleibten Dame. In manchem Falle versagt indes auch das beste Mit- AUTOMOBIL-REVUE tel. In Zukunft wird es aber nur noch erfolgreiche Kuren geben. Interessenten brauchen nicht einmal Geld für .irgendwelche Mittel auszugeben, sondern sie erreichen die erwünschte Schlankheit in kürzester Zeit ohne jede Kosten. Sie brauchen sich nur tüchtig zu ärgern! So behaupten jedenfalls die amerikanischen Wissenschaftler. Sie sperrten, um zu beweisen, dass Zorn und Furcht das Fett verzehren, einen fetten Hund und eine iette Katze in einen Käfig, und je wütender die Tiere wurden, je mehr sie sich anbellten und anfauchten, desto schneller magerten sie ab. Nun sollen diese Experimente auch auf Menschen ausgedehnt werden. Allerdings verraten die Amerikaner nicht, wo sie die « Medien » hernehmen und wie sie diese ständig in fettverzehrender Wut erhalten wollen. Es scheint doch, als hätte die Sache einen Haken. gr. Der Wüstensand als Schulheft In Mesopotamien ist kürzlich eine Schule eröffnet worden, die von den Teilnehmern einer amerikanischen Forschungsexpedition in den Ruinen der alten Städte Akschak, Opis und Seleucia geleitet wird. Unter den arabischen Arbeitern, die von dieser Expedition beschäftigt werden, hatten nämlich viele den Wunsch geäussert, Lesen und Schreiben zu lernen, und um diesen Wunsch zu erfüllen, wurden von den Amerikanern verschiedene Schulgruppen gebildet, die jede Woche am Morgen einmal und auch zur mittäglichen Ruhezeit im Lesen und Schreiben unterrichtet werden. Alles, was sonst zur Einrichtung einer Schulstube gehört, fehlt freilich hier, wie etwa Wandtafel und Bänke, Schwamm und Kreide, und ausserdem sind Papier und Federn in diesen abgelegenen Wüstengegenden viel zu wertvoll, als dass man sie den jungen Arabern zu ihren ersten Schreibversuchen in die Hände geben könnte. So benutzen denn die dunklen Wüstensöhne den Sand als « Schulheft >. Jeder von ihnen hat einen kleinen Sandhaufen vor sich, in den er die auf einem Bogen vorgeschriebenen Buchstaben mit vielem Eifer und grosser Mühe nachmalt. Diese primitive Schreibart hat immerhin den Vorzug, dass jeder Fehler leicht ausgelöscht werden kann, ohne irgendwelche Spuren zu hinterlassen. Wie in dem Bericht eines der Forscher hervorgehoben ist, wird durch diesen Schulunterricht nicht nur die geistige Regsamkeit der arabischen Arbeiter gefördert, sondern es entwickelt sich auch zwischen Lehrern und Schülern das Gefühl einer persönlichen Zusammengehörigkeit. Frauen, die warten... Man kann jetzt in den Hallen der grossen eleganten Hotels und in etlichen Luxuscafes meist zu den Nachmittagsstunden, eine auffallende Zahl hübscher, sehr hübscher, ja sogar schöner Frauen sitzen sehen, die, vereinsamt und melancholisch, zu warten scheinen. Jede von ihnen erweckt den Eindruck, als ob sie nur dasässe, um schon im nächsten Augenblick mit sanftem Lächeln den Freund zu begrüssen, der sich ob seiner Verspätung tausendmal entschuldigt. Allein dieser Eindruck ist trügerisch : denn es kommt niemand und die Frauen warten vergeblich. Es handelt sich bei ihnen um Gotteswillen nicht etwa um jene Sorte von Damen, die irgendwie etwa auf tägliche Anknüpfung harren — davon kann hier nicht im entferntesten die Rede sein. Sondern die Einsamen sind verlassene Freundinnen, die Gefährtinnen von Leuten, deren wohlgefüllte Brieftasche imstande war, recht hochgestellten Ansprüchen nach allen Richtungen zu genügen — doch diese Brieftaschen sind jetzt leer und auch die Scheckbücher funktionieren sehr mangelhaft. Die unerquickliche BÖr" sensituation, verbunden mit sonstigem, keineswegs rosigem Geschäftsgang, hat zur Folge gehabt, dass all diese Frauen, von wenigen glücklichen Ausnahmen abgesehen, ihren « Mäzen » verloren haben und sich nun auf dem Trockenen befinden. Es ist sogar sehr trocken dort, wo die Damen augenblicklich weilen, und eine Besserung der Lage zeigt sich nicht am Horizont: denn ihre Pleite ist allgemein. Der Schmied von Gretna Green. Das schottische Dorf Gretna Green an der englischen Grenze ist seit alten Zeiten der Zufluchtsort englischer Liebespaare, die ohne Zustimmung von Eltern und Vormündern den Bund fürs Leben schliessen wollen. Das Amt des Friedensrichters fällt dort meist dem Dorfschmied zu. Die Brautleute reichen sich über den Amboss die Hand und der Friedensrichter « schmiedet» den Bund fürs Leben. Diese schöne Sitte, die gar oft zum Unfug wird, ist schon vielfach angefochten worden, und 1857 erliess England ein Gesetz, das die Gültigkeit einer solchen schotüschen Ehe von dem Umstände abhängig machte, dass die Brautleute mindestens 21 Tage in Schottland gelebt haben müssen. Innerhalb dieser Zeit können nämlich die entführten Mädchen wieder eingeiangen werden. Dieser Schmied nun macht in der englischen Gesellschaft wieder von sich reden. Der 20jährige Sohn des unter dem Pseudonym Valentine besser bekannten englischen Schriftstellers Pechey ist mit der 24jährigen Tochter des Vizeadmirals Wemyss nach Gretna Green gereist und hat sich nach traditioneller Art trauen lassen, wobei er wohl eher der Verführte als der Verführer war. Wie dem auch sei: Die Eltern beider Verlobten hatten sich der Trauung widersetzt und frühere Versuche zu verhindern gewusst. Die Jungen lieferten den Beweis, dass wahre Liebe alle Hindernisse überwindet. Nach der feierlichen Trauung telegraphierten sie nach Hause: «Getraut in Gretna Green. Keine andere Lösung». Der Admiral, als wäre ein Krieg ausgebrochen, sprang in ein Auto, sauste nach Norden und begegnete dem leichtsinnigen Pärchen. Eine peinliche Szene, etwas gemildert durch die gute englische Erziehung der Beteiligten, trat nun ein und endigte damit, dass der Vater die ungehorsame Tochter mit nach Hause nahm. Juristen werden nun die Nottrauung auf ihre Gültigkeit hin untersuchen. Am meisten zu bedauern ist der junge Hochzeiter. Seirife Frau hat man ihm weggenommen, und sein Vater will auch nichts mehr von ihm wissen. Denn seine Mutter sei vor Kummer über den Streich ihres Sohnes ernstlich krank geworden. Die Jugend von heute hat es doch nicht immer so leicht, wie vielfach behauptet wird. Der liebevolle Gatte. Der Botaniker hatte der Köchin eine Schüssel voller Pilze gebracht, die er selbst gesammelt hatte, und ihr aufgetragen, diese zuzubereiten und seiner Frau zum Abendbrot zu geben. Am folgenden Morgen begrüsst er seine Frau vorsichtig : « Na, gut geschlafen, Schatz ? — « Ausgezeichnet! » — « Hast du dich nicht etwa schlecht gefühlt in der Nacht ? Keine Schmerzen oder so ? > — « Natürlich nicht.» — « Gut 1» schrie er, «ich habe eine neue Art Pilze entdeckt, die nicht giftig ist! » • * • Zweideutig. «Hat denn die Kartenlegerin den Tod Ihrer Frau vorausgesagt ? > — «Sie sagte nur, ich würde bald bessere Tage sehen 1» Basler Weekend-Karte. Von zahlreichen Automobilisten und Motorradfahrern in Basel und Umgebung wurde häufig der Wunsch ausgesprochen, wir möchten eine Automobilltarte herausgeben, welche den besonderen Verhältnissen der Fahrer dieses Gebietes Rechnung trägt. In der soeben zur Ausgabe gelangenden « Baster Weekend-Karte» ist diesen Wünschen in vorbildlicher Weise entsprochen. In der Mitte des Kartenbildes figuriert Basel; von diesem Zentralpunkt aus umfasst die Karte im Nordwesten das ganze Gebiet der Vogesen bis Lune'viUe-Sarreboiirg und weit über Strasbourg hinaus. Im Nordosten der Schwarzwald bis Baden-Baden, Wildbad, Rottweil usw.; im Südwesten Beifort, Montb&liard, die prächtige Landschaft des Doubs, dazu, vom Baselbiet ausgehend, die lange Kette des Jura, von der Rheingrenze bis Ste. Groix, den Bieler-, Murfen- und Neuenburger-See hinunter bis zum Mont Jorat in der Waadt, sowie den grössten Teil des Kantons Fribourg. Im Osten jene Teile unseres Landes, die zwischen Schaffhausen, Winteithur, Züricher-, Zuger- und Vierwaldstätter-See liegen, bis hinauf zum Gotthardpass, nach Andermatt. Südlich angrenzend der grösste Teil des Kantons Bern mit Thuner- und Brienzer-See, der Grimsel- und Brönigstrasse bis zum Simmcntal. Das Format der Karte beträgt 71X98 cm, als Massstab wurde das für Touristenausflüge bestgeeignete Detailmass 1 :250.000 benützt; in fünffarbiger Ausführung ist diese Karte mit der aus 25jähriger touristischer und kartographischer Er- * fahrung des Verfassers und seiner Mitarbeiter hervorgegangenen Sorgfalt und Genauigkeit gezeichnet. Trotz des grossen Ausmasses der Karte ist dieselbe unterwegs leicht verwend- und lesbar; das während der Fahrt notwendige Teilstück liegt stets offen vor dem Fahrer, also kein umständliches Hin- und Herfalzen. Einen weiteren Vorzug bieten wir dadurch, dass sowohl über Vogesen als Schwarzwald ein knapper, aber erschöpfender Text als kleine Broschüre der Karte beigefügt ist, welche diese ausländischen Touristengebiete auf Grund neuester Informationen an Ort und Stelle erschliessen. Diese Karte darf als ideale « Basler Weekend- Karte • gelten. Bisher musste der Fahrer aus Basel und Umgebung für seine Autoausflüge mindestens 3 Karten verschiedener Länder konsultieren, jedo nach anderem Massstab und Gesichtspunkten bearbeitet; hier ist das Basel umsohliessende Dreiländer-Gobiet in einheitlicher, mustergültiger Form dargestellt. Ob Sie im Heimatland fahren oder für Ihrp A-asflüse französische oder deutsche Touristikgebiete wählen, stets können Sie sich auf diese Einheitskarte verlassen. Der Preis dieser Karte beträgt nur Fr. 3.20, getreu unserer Devise: «Das Beste zu billigstem Preis ». HALLWAG A.-G., BERN - Abteilung Automobilkarten rrrrrrrrr Bahnhofbuffet Zürich Die Konferenz-Zimmer im ersten stock sind rings um die Eingangskuppel des Zürcher Hauptbahnhofes eingerichtet worden. 10 bis 100 Personen können in aller Ruhe geschäftliche Angelegenheiten durchsprechen. Moderne Beleuchtung und Ventilation sorgen für Annehmlichkeit. 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