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E_1931_Zeitung_Nr.042

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W AUTOMOBIL-REVUB

W AUTOMOBIL-REVUB 1931 — N° 42 Diese Tatsache zeigt, wie sehr das Automobil immer mehr' für zahlreiche Qeselischaftsreisen die Schiene ersetzt Diese Abwanderung bedeutet zwar keineswegs einen glatten Verlust für die Bahnen, benützen doch Tausende von diesen Gästen, welche sich ja längere Zeit in der Schweiz aufhalten, die Bahnen, hauptsächlich Bergbahnen, oder auch Dampfschiffkurse, um ihr Ferienprogramm auch in dieser Richtung zu bereichern. Es kam ans kürzlich eine Touristenkarte mit den gebräuchlichsten Automobilexkursionen in die Dolomiten zu Gesicht. Bekanntlich ist in Italien die Konkurrenz zwischen Bahn und Auto bedeutend schärfer ausgeprägt als bei uns. Zahlreiche Autobuslinien führen vollständig parallel zum Schienenstrang. Eine ähnliche Politik wird auch in Frankreich, dort aber hauptsächlich durch die P. L. M. selbst betrieben, wo ein ausgedehnter Autoreisedienst durch die Alpen, die Pyrenäen und nach der Bretagne organisiert ist. Im Sommer letzten Jahres haben wir den Vorschlag für einen Expressdienst in Form einer Rundreise gemacht, welcher die Verbindung zwischen der Riviera und der schweizerischen Alpenwelt herstellen sollte. Die Idee ist leider nicht weiter verfolgt worden. Wollen wir solange warten, bis eine der unternehmenden Reiseagenturen des Auslandes das Projekt verwirklichen? Wie uns mitgeteilt wird, hat Herr Savary, Direktor des ersten S.B.B.-Arrondissements, eine Studienreise nach Amerika angetreten, um die dortigen Verkehrsverhältnisse und hauptsächlich die Beziehung zwischen Bahn und Auto zu studieren. Die Generaldirektion war bei der Entsendung einer leitenden Persönlichkeit wohlberaten. Es wird sich auf Grund der Beobachtungen sicher feststellen lassen, dass alle rührigen Eisenbahngesellschaften sich einen bedeutenden Verkehr sichern konnten, weil sie sich rechtzeitig die grossen Vorteile des Autoreiseverkehrs zunutze gemacht haben, wie das z. B. für Frankreich bei der P. L. M. der Fall war. Diese letztere hat ihren Autoverkehr zwölf unabhängigen Gesellschaften abgetreten, welche den Dienst der Autocars unter der Kontrolle der P. L. M., aber auf eigene Rechnung und Gefahr hin, versehen. Die Autocars der P. L. M. bedienen allein in den Alpen 324 Ortschaften. Sie verbinden fünf Regionen zwischen Genf, Nizza und Marseille, und zwar ' Hochsavoyen, Savoyen, die Hautes- Alpes, die Bässes-Alpes und die Alpes Maritimes. Zwölf Stunden, nachdem man Nizza verlassen hat, erreicht man im P. L. M.-Auto schon Grenoble, von wo aus Linien nach Chamonix, Evian, Annecy und Aix-les-Bains abzweigen. Anderseits bedienen die Autobusse der nämlichen Eisenbahngesellschaft den ganzen Süden von Nizza bis nach Marseille. Von dort werden die Touristen nach Korsika übergesetzt, wo die P. L. M sie wieder übernimmt und die Insel durch vier verschiedene Linien bereisen lässt. Der Transporttarif für die Autocars P. L. M. ist ungefähr der nämliche, wie die Taxe der ersten Klasse bei der Eisenbahn. Bei kombinierten Eisenbahn- und Autobülets wird ein Rabatt von 20—25 Prozent gewährt. 30 Kilogramm Gepäck können gratis mitbefördert werden. Eine ähnliche Zusammenarbeit zwischen Schiene und Autocar in der Schweiz hätte zudem noch eine bedeutsame Auswirkung auf den Geschäftsgang bei unseren schweizerischen Fabriken für Autocars und deren Karosseriea M. Och. Die Juttisession der Bundesversammlung, welche am 1. Juni eröffnet wird, steht vor der Tür. Dem Entwurf zum Verzeichnis über die Verhandluiigsgegenstände ist zu entnehmen, dass auch das Gesetz über den Motorfahrzeug- ond Fahrradverkehr zur weitem Behandlung in Aussteht renommen ist Weiterhin interessieren dürfte die Verkehrskreise event noch die Behandlung des Geschäftsberichtes und der Rechnung d!er SJBJB., die wohl Gelegenheit zur Diskussion Auto-Eisenbahn bieten wird. Auch steht die Beratung über den schweizerischen Zolltarif in Aussicht, wo einige Positionen, die sich auf Automobilzubehör beziehen, ein© Aendenmg erfahren könnten. Die genaue Traktandenliste wird m der Präsidentenkonferenz vom 22. Mai festgelegt B. Slrak tlb Die Passwangstrasse. Der Baubeginn. Ende Mai 1930 stimmte der solothurnische Kantonsrat einem Strassenbauprogramm zu, worin auch der Ausbau der Passwangstrasse, die den nördlichsten Teil des Kantons Solothurn mit dem übrigen Kanton verbinden soll, vorgesehen war. Zwischen dem Laufental (längs der Birs) und den bekannten Städten Biel, Solothurn und Ölten bestehen nur ungenügende Passverbindungen. Will man beispielsweise von Herzogenbuchsee oder Langenthai nach Laufen oder gar nach Breitenbach ins Tal der Lüssel gelangen, so ist man genötigt, über Balsthal den Weg nach Gänsbrunnen, Münster und Dels'berg zu nehmen und damit einen Umweg von rund 35 Kilometer zu machen. Benützt man hingegen von Balsthal aus die Strasse nach Liestal, um über Waidenburg nach Oberdorf zu gelangen und wählt von dort aus die Strasse über Reigoldswil, Nunningen nach Breitenbach, so hat man ebenfalls einen Umweg von rund 20 km zu machen. Es ist ohne weiteres klar* dass mit der neuen Passwangstrasse das nördliche Kantonsgebiet von Solothurn erst recht dem Ver^ kehr erschlossen wird und damit eine bessere wirtschaftliche Situation erhält. Der Bau der Passwangstrasse wurde als Notstandsarbeit kürzlich begonnen und- soll bis spätestens Frühjahr 1933 zum Abschluss kommen. Die Fahrbahn soll eine Breite von 5,8 m erhalten, die aber im Zinggelen-Tunnel» im obersten Teil der Strasse, auf 5,25 m eingeschränkt wird. Als maximales Gefälls wurde zehn Prozent angenommen. Der Tunnel erhält eine Länge von 175 m. Auf einer Seite läuft ein Streifen für Fussgänger, der von der Fahrbahn aus, gut erreichbar ist. Im Tunnel selbst ist ein Betonbelag vorgeseKe£,' Eine zweckmässige Beleuchtung wird daritt' die Sicherheit erhöhen. Aus der neuen Strasse erwachsen den Gemeinden Mümliswil und Ramiswil auf deT Südseite und Beinwil und Neuhäusli wesentliche Vorteile für die landwirtschaftliche und forstwirtschaftliche Bebauung. Aber auch den Gemeinden im Laufental und im Aaretal entstehen durch die neue Passwangstrasse überaus günstige Verkehrsmöglichkeiten, die neue wirtschaftliche Beziehungen in die Wege leiten werden. K- Zaivcke»* N»t en Bezug der internationalen Fahrausweise in Zürich. Die Neuregelung der internationalen Verkehrsausweise, die mit dem Inkrafttreten der Internationalen Automobilkonventibn vom Jahre 1926 auch für die Schweiz zur Anwendung gelangt, bringt, wie bekannt, anstelle des bisherigen Fahrausweises zwei Dokumente, eine internationale Verkehrsbewilligung für den Wagen und eine Fahrbewilligung für den Fahrer. Da die Abgabe dieser Ausweise wohl für Anfang Juni 1931 zu erwarten ist, haben die Sektion Zürich des A. CS. und die Autosektin Zürich des T.C.S. eine gemeinsame Eingabe an die kantonale Polizeidirektion Zürich gerichtet, worin gestützt auf ein kürzlich erlassenes Kreisschreiben des Eidg. Justiz- und Polizeidepartementes an die kantonalen Polizeidirektionen folgende zwei Anträge gestellt werden: 1. Es soll die Austeilungsgebühr fflr die beiden neuen internationalen Ausweise auf maximal Fr. 2.50 pro Ausweis angesetzt werden, so dass die beiden Bewilligungen zusammen nicht höher zu stehen kommen als der bisherige internationale Fahrausweis. 2. Es sollen die beiden Sekretariate mit der Ausstellung und Abgabe der neuen internationalen Fahr- resp. Verkehrsbewilligungen beauftragt werden. Nachdem diese bereits von der Oberzolldirektion zur Ausfertigung und Abgabe der Zolldokumente ermächtigt sind und diese Arbeit seit vielen Jahren mit grösster Sorgfalt und Zuverlässigkeit ausgeführt wird, ist wirklich nicht einzusehen, wieso diesem berechtigten Begehren, das den Automobilisten viel unnütze Gänge ersparen würde, nicht Folge gegeben werden sollte. Die Antwort der kantonalen Polizeidirektion Zürich auf die Eingabe steht noch aus; es wäre sehr zu wünschen, dass den beiden sicherlich berechtigten Begehren entsprochen wird und so der internationale Automobilreiseverkehr wieder etwas von formalistischem Ballast befreit werden kann. s. Das Zürcher Strassenwesen. Vom zürcherischen Strassenwesen und den dafür gemachten Aufwendungen gibt der neue Jahresbericht der Direktion der öffentlichen Bauten wiederum eine gute Orientierung. Die Länge des Netzes, welche sieh gegenüber dem Vorjahre nicht verändert hat, weist total 2248,7 km Strassen auf, wovon 736,6 km Strassen 2. Klasse und 1512 km Routen 1. Klasse. In dieser Kategorie sind die Hauptverkehrsstrassen enthalten, deren Totallänge um 61 km auf 375 km angewachsen ist, da sieben weitere Strassenzüge neu eingereiht wurden. Die auf die beiden wichtigsten Städte Zürich und Winterthur entfallenden Strassenanteile haben sich mit 11,3 km und 86,3 km nicht geändert. Als wichtigste Bauarbeiten des Jahres seien erwähnt: die Neuanlage der scharfen Kurve oberhalb Kemptthal, wo die Fahrbahn bis gegen Tagelwangen auf 9 m verbreitert und der Fahrrad- sowie Fussgängerstreifen angegliedert wurden. Die Korrektion der beiden Zürichseestrassen mit gleichzeitiger Trottoiranlage schreitet vorwärts. Da die Strassen meistens durch bewohntes Gebiet führen, ist das Tempo in der Vollendung der Projekte stark verlangsamt. Die vor zwei Jahren in Angriff genommene Verlegung der Seestrasse bei Horgen unter Umgehung eines Niveauüberganges ist beendet. Die Nettoausgaben für den laufenden Strassenunterhalt beliefen sich auf 3,3 Millionen Franken, was pro Kilometer 1504 Franken entspricht. An Hauptverkehrs- und Strassen 1. und 2. Klasse wurden im Berichtsjahre total 62 km ausgeführt, wovon der Hauptteil auf Teerungen entfiel. In Nachbehandlung kamen 96 km. Haupteinnahmequelle zur Finanzierung der Arbeiten an Hauptverkehrsstrassen ist der Strassenfonds, dem 4 Millionen Franken an Motorfahrzeugsteuern und 0,9 Millionen Franken an Benzinzollanteil zugeführt wurden. Die Bauausgaben pro abgelaufenes Jahr beliefen, sieb, auf 6,7 Millionen Franken, so dass mehr als zwei Drittel der Ausgaben ohne Beanspruchung von anderweitigen Steuereinnahmen gedeckt werden konnten. (Diese Zahlen allen jenen ins Stammbuch, welche immer noch behaupten, dass der Motorfahrzeugführer auf Kosten der Allgemeinheit die Strassen benütze!) In den Jahren 1920 bis 1930 sind auf Kosten dieses Strassenfonds 18,5 Millionen Franken verbaut und 373 km Strassen neu angelegt worden. Die neuerdings angeordneten Verkehrszählungen ergaben eine weitere Erhöhung der Strassenfrequenz. Den dichtesten Verkehr wiesen folgende drei Strassen auf: Personen- Handwagen Wagen Fahr- und Strossen Lastauto« Motorräder Zürieh-Winterthur 310 3113 446 Zürich-Eichterswil 276 1163 709 Zürich-Eapperswil 259 1973 831 Diese Zahlen stellen einen täglichen Durchschnitt von drei, aufeinanderfolgenden Zähltagen in der Zeit von morgens 6 Uhr bis abends 20 Uhr dar. An Strassenwärtern waren 366 festangestellte Funktionäre tätig. Durchschnittlich kommen auf einen Wartbezirk 4,4 km Strassenlänge. s. Unser Motorfahrzeug -Aussenhandel im April 1931 Rückgang der Transaktien um 1,76 Million Franken. — 1,09 Million Franken entfallen auf die Einfuhr und 0,67 Million Franken auf die Ausfuhr. Die rückgängige Bewegung in unsern MotorfahTzeug-Aussenhandelsziffern hält an. Die in letzter Zeit häufig gemeldeten optimistischen Anzeichen zur Besserung der Lage im Automobilhandel haben sich noch nicht bestätigt Die April-Einfuhr. Die Einfuhr an Motorfahrzeugen im Monat April schliesst mit einem Gesamtwert von 8,05 Millionen gegenüber FT. 9,1 Millionen im April 1930 ab. Das Kontingent des vergangenen Monates beträgt nur 88,07 Prozent des vorjährigen April-Kontingents. Eine Zunahme der Einfuhr zeigte sich nur bei Automobilen und Chassis, deren Stpckgewicht 800 Kilogramm nicht überschreitet und bei den Traktoren ohne Karosserien. Wir führen nachstehend in einer Tabelle einen Vergleich der Anteile jeder Kategorie an der Gesamteinfuhr in den beiden Monaten April 1930 und April 1931: • 1930 1931 a) Motorräder mit zwei oder drei Rädern, ohne Ledersitz 8,29% 5.86% i) Motorräder mit zwei oder drei 'Rädern, mit Ledersitz 0.19% 0,10% c) Automobile und Chassis, deren Stückgewioht 800 kg nicht übersteigt 1,91%, 3,17% d) Automobile nnd Chassis im Stückgewicht zwischen 800 und 1200 kg Z1SOX 28,06« e) Automobile und Chassis im Stiickgewicht zwischen 1200 und 1600 kg 33,77% 88,89« f) Automobile und Chassis fen Stückgewicht über 1600 kg 22,88% 16.30% g) Karosserien aller Art für Automobile 0,52« 0.01% h) Elektrokarren 0,05% 0.04% i) Traktoren ohne Karosserien' 0.37% 0.73% 100.00% 88,07% Aus dieser Tabelle ist zu ersehen, dass Automobile und Chassis, deren Stückgewicht 1600 kg überschreitet, den stärksten Rückgang zu verzeichnen haben. Die April-Ausfuhr. Um einen anschaulichen Begriff über 3ie Ausfuhrverhältnisse des April 1931 und des April 1930 zu erhalten, haben wir auch hier eine der obenstehenden entsprechende Tabelle berechnet. Im Monat April 1931 wurden 71,31 % des Gesamtausfuhrwertes im April getroffen hatte. Erst als mit deT Freude über seine Anwesenheit auch etwas von ihrer früheren Heiterkeit wiederkehrte, war er völlig beruhigt. Sie konnte lange nicht einsehlaifen. Blitz kauerte sich an ihrer Seite nieder. Das Gefühl der Verantwortlichkeit, das sich eben seiner bemächtigt hatte, hielt alle seine Sinne wach. Jedes ferne Geräusch beantwortete er mit einem misstrauischen Knurren; das Bellen einer Elchkuh Hess ihn aufspringen und davonrasen. Er vertrieb den Störenfried und kehrte stolz zu dem Mädchen zurück. Er wusste sehr gut, dass der Elch harmlos war wie eine Maus. Doch er tat dies nur, um dem Mädchen zu beweisen, dass niemand ihr weh tun dürfe, solange er bei ihr war. «Ach, es wäre doch schön, wenn du bei mir bliebest, Blitz!» seufzte sie. «Die Einsamkeit würde nicht so schrecklich sein wie früher, da ich dich nicht hatte.» Endlich schlief sie ein. Der Wolf hielt Wache. Neuntes Kapitel. Ihr Ruheplatz war ein Felsblock, in des- sen Nähe ein kleiner Gebirgsbach rauschend in die Tiefe stürzte. Zu beiden Seiten ging es steil aufwärts. Die schroffen Abhänge waren von struppigem Nadelgehölz besetzt, das von einer geradezu tropischen Dicht!" war. Es gab ein Gewirr von Baumstämmen, die der Sturm geknickt und zur Erde geworfen hatte; manche, die keinen Platz am Boden gefunden hatten, lehnten schräg an ihren aufrechten Nachbarn. Ein dicker Teppich von Moos bedeckte Erde und Felsen und hing in wirren Fetzen von den Bäumen. cDas schien mir der schönste und friedlichste Fleck auf Erden, als ich zum erstenmal hier weilte.» Ein leises Zittern überlief das Mädchen, während sie umherblickte. «Nun ist alles so dunkel und traurig. Ich muss nicht bei Sinnen gewesen sein, dass ich mich zu so etwas entschlöss. Doch ich hatte ja keine Zeit, zu überlegen; ich war zu sehr verwirrt, um klar denken zu können. Es gab keinen Menschen, der mir hätte raten wollen und ich handelte, so gut ich es eben verstand.» «Schliesslich bin ich froh, dass wir so weit sind!» Sie zeigte auf den Abhang. «Dort müssen wir hinauf, in einigen Minuten sind wir oben. Ich fühle mich recht schwach, habe seit drei Tagen nichts Warmes gegessen und knapp war es auch. Ich konnte mich nicht mit viel Gepäck abschleppen.» .. Sie hing die Reisetasche um, in der ihre bescheidenen Vorräte untergebracht waren; die gerollte Decke legte sie übeT die Schulter; dann begann sie den Abhang zu erklimmen. Zweihundert Yard ging es sehr steil aufwärts. Mühsam arbeiteten sich das Mädchen und der Hund durch das Gewirr übereinanderliegender Baumstämme, als Blitz überrascht haltmachte. Vor ihm zeigte sich plötzlich eine kleine Senkung, in deren Mitte eine Hütte stand. Er konnte es sich nicht erklären, dass seine Nase ihn nicht vorher gewarnt hatte. Ungläubig starrte er hin, er wollte seinen Augen nicht trauen. Die Hütte war seit langer Zeit unbewohnt und hatte allen menschlichen Geruch verloren. Misstrauisch und widerwillig folgte er dem Mädchen. Jedes Haar an seinem Körper war gesträubt, jeder Nerv zuckte in seinen Gliedern, deren Muskeln gespannt und zu sofortiger Flucht bereit waren. Er hatte ein Gefühl wie ein Knabe, der ein verwunschenes Schloss betreten soll. Das Mädchen hob einen schweren hol-' zernen Türriegel und trat ein; Blitz weigerte sich, ihr nachzufolgen. Er schlich rund um die Hütte, beroch jeden Pflock, und voller Aufregung suchte er das seltsame Geheimnis dieses Hauses zu ergründen, auf das er so ungewarnt gestossen war. Es war eine roh gezimmerte Blockhütte, deren Tür aus Tannenholz in elchledernen Angeln hing; überdeckt war sie mit fünf Zoll starken Pfosten, auf die eine Schicht Erde gehäuft war. Nachdem Blitz sich überzeugt hatte, dass dieser sonderbare Ort keine Gefahren berge, folgte er dem Mädchen in das Innere. Der Herd bestand aus flachen Steinen, die durch hart gebrannten Lehm zusammengehalten wurden. Das mehr als bescheidene Mobiliar, aus Fichtenbrettern roh zugehauen, stand auf Beinen von verwittertem Eschenholz. (Fortsetzunz im «Autler-Feierabend»./

W¥i - 1031 AUTOMOBIL-REVUE Die schweizerische Automob ilmeisterschaft 1931. Wir veröffentlichen im Nachstehenden das Klassement der schweizerischen Automobilmeisterschaft, wie es sich nach der ersten obligatorischen Veranstaltung des Kilometerarrete in Genf präsentiert: Tourenwagen (2. Serie) A. Muff (Chrysler) 0. Zwimpfer (Chrysler) R. Duval (Chrysler) Frau Dold-Uster (Bugatti) r. G. Avondet (Bugatti Kompr.) Mlle Mnnz (Bugatti) L. Witwer (Bugatti) Sportnachrichten 100.00 99.55 94.93 89.48 88.15 53.81 100.00 Punkte 95.85 » 71.72 48.15 > 100.00 Punkte 100.00 Punkte 90.53 90.37 66.32 > Dem Genfer Grand Prix entgegen. Punkte Die Aussichten für einen vollen Erfolg des ersten schweizerischen Rundstrecken- Rennens, des Grand Prix von Genf bei Meym am 7. Juni, werden täglich grösser. Wie wir noch kurz in letzter Nummer melden konnten, befinden sich unter den definitiven Nennungen eine ganze Anzahl erstklassiger Fahrer, die einen spannenden Kampf garantieren. Das Organisationskomitee ist noch immer bemüht, weitere Meldungen zu er- > halten, und man daTf wohl annehmen, dass die komplette Liste der Fahrer für den ersten schweizerischen Grand Prix 1931 einen vollen Erfolg bedeutet. Unter den neuen Meldungen seien erwähnt: Markiewiz (Austin), der französische Fahrer Schlumberger (Salmson), der beim Rundstreckenrennen de L'Esterel Zweiter wurde; ferner der bekannte französische Rennfahrer Doucet (Amilcar), ein Habitue der grossen Automobilrennen, ferner der auch in der Schweiz bekannte italienische Graf Lurani (Alfa Romeo), weiter der bekannte, in Neapel ansässige Schweizerfahrer Caflisch (Mercedes), der sich als neuesten Erfolg anlässlich der Sternfahrt nach Rom eindrucksvolle Siege 'holte, der Deutsche Jellen auf Bugatti, Marret (Salmson), Romano (Bugatti), der vorzügliche Schweizerfahrer H. Kessler auf Amilcar, Gaupillat (Bugatti), weiter der in den ersten Reihen der internationalen Rennfahrer rangierende Senechal (Delage), Wimille (Bugatti), dann der alte Routinier des Autosportes Lepicard (Donnet), der Berner Wittwer (Amilcar), Graf Czaikowski (Bu- £atti), Graf d'Arnoux (Bugatti), Angwerd (Bugatti) und Verrand (Bugatti). Man erwartet ferner mit Sicherheit die Nennung von Lehonx (Bugatti) und eines offiziellen Vertreters der Firma Bugatti aus dem berühmten Trio Divo, Bouriat, Chiron. An weiteren aussichtsreichen Meldungen sind noch die Nennungen von Scarron (Amilcar), Giraud- Cabantous (Caban), Bourlier (X...), drei Alfa Romeos der Equipe Ferrari, ein 0. M., eine Meldung von Mercedes usw. zu erwähnen; Die Besucher 8es Rennens werden, wie es sich heute schon voraussehen lässt, bei dem spannenden Kämpf voll auf ihre Rechnung kommen. Längs der 9,3 Kilometer langen Strecke bietet sich manche Möglichkeit, interessante Einblicke in den Verlauf desRennens zu erhalten. Ungefähr in der Mitte der grossen Geraden wird eine 1200 Personen fassende Tribüne errichtet, unmittelbar den Verpflegungsboxen und den Zeittafeln gegenüber. Die Errichtung eines zweiten Circuits innerhalb der Rundstrecke wurde indessen wieder fallen gelassen. mb. Aenderungen beim internationalen Grand Prix 1931. Rückzug Spaniens. Durch die Intervention der Sportkommission der A. I. A. C. R. beschlossen bekanntlich Ende des letzten Jahres die Sportkommissionen der Automobil-Clubs von Italien, Frankreich, Spanien und Belgien die Durchführung eines internationalen Grand Prix 1931, der als Gesamtbewertung von mehreren Rennen gelten soll. Es wurde beschlossen, dass jeder Club das internationale Rennen seines Landes zu einem Teilrennen für den internationalen Grand Prix ausweite, um auf dieser Basis den Sieger der vier Rennen der Grands Prix von Spanien, Belgien, Italien und Frankreich zu ermitteln. Wie wir bereits vor einiger Zeit mitteilen konnten, meldete indessen Spanien eingetretene Schwierigkeiten der Organisation, die die Teilnahme an der internationalen Veranstaltung verunmöglichen würden. Die nationalen Sportkommissionen der Automobil- Clubs von Belgien, Italien und Frankreich stellten daraufhin ein bereinigtes Reglement zusammen, das den ursprünglich vorgesehenen vierten Lauf in Spanien für den internationalen Grand Prix ausschaltete. Nach den Bestimmungen dieses neuen Reglementes wird nun der internationale Grand Prix über folgende Rennen ausgetragen : Grand Prix von Italien in Monza am 24. Mai, Grand Prix von Frankreich in Linas-Mont- Ihery am 21. Juni und Grand Prix von Belgien in Spa am 12. Juli. Die Dauer der Rennen wurde von je zehn auf zwölf Stunden erhöht. Die Gesamtdotierung der Preise für den internationalen Grand Prix beträgt 300,000 Franken, von denen jeder organisierende Club einen Drittel als Beitrag leistet. Von dieser Summe erhält der absolute Sieger des internationalen Grand Prix 150,000 Franken, der Zweite 70,000 Fr., der Dritte 40,000 Fr., der Vierte 24,000 Fr. und der Fünfte 15,000 Fr. Für die ersten vier Klassierten gilt die totale Länge der an allen drei Rennen gefahrenen Strecken als ausschlaggebend. Für die nachfolgenden Konkurrenten gilt je nach der Klassifizierung die Bedingung, dass sie entweder % oder ^ oder Vi der gesamten Strecke des Siegers zurückgelegt haben. bo. Grosser Preis von Italien in Monza. Am nächsten Sonntag erlebt das sportliche Italien wiederum das klassische Automobilrennen von Monza um den Grossen Preis von Italien, der gleichzeitig als Teillauf für den internationalen Grossen Preis der Automobil- Clubs von Italien, Belgien und Frankreich gilt. Als erste Mannschaft ist die komplette Maserati-Equipe in die Meldeliste eingetragen worden. Auch Alfa-Romeo wird am Starte des grossen italienischen Rennens sein. Obwohl die offizielle Nennung der Mailänder Firma noch nicht eingelaufen ist, darf mit Bestimmtheit mit deren Teilnahme gerechnet werden. Bugatti wird — wie bis jetzt bekannt ist — offiziell durch Varzi vertreten sein. An bedeutenden Einzelfahrern sind bis jetzt auch Lehoux (Bugatti), Klinger und Pedrazzini (Maserati), Etancelin (Bugatti) und Senechal (Delage) genannt. Besonderem Interesse begegnet in Italien die mit ziemlicher Sicherheit zu erwartende Meldung des Siegers der Mille Miglia, Caracciala auf Mercedes-Benz. x. Vor dem Grossen Preis von Frankreich. Der Grosse Preis von Frankreich am 21. Juli, wird dieses Jahr als 25. Lauf auf dem Autodrom von Montlhery ausgetragen. Das Rennen, das als Teilbewertung für den Internationalen Grand Prix gilt, dauert 12 Stunden. Das Klassement errechnet sich nach der Grosse der durchfahren en Strecke wähernd dieser Zeit Das Rennen ist reich dotiert, So erhält der Sieger des Laufes 50 000 Fr. Die Nennungen lassen bereits einen grossen Kampf in Montlhery erwarten. Bis jetzt sind folgende Meldungen bekannt: Senechal (Delage), Lord Howe (Bugatti), Scott (Delage), Williams (Bugatti), Lehoux (Bugatti), Kaye Don (X...), Ivanowsky-Stoffel (Mercedes), Chiron (Bugatti), Varzi (Bugatti), Divo (Bugatti), Bouriat (Bugatti), Caracciola (Mercedes), Ferrant (Peugeot, Dunfeo (Sunbeam), Birkin-Eyston (Maserati), Edouard Brisson (X...), X... (Peugeot), Wimille-Gaupillat (Bugatti), L. Pesato-Felix (B. N. C), Fagioli (Maserati), Dreyfus (Maserati), Biondetti (Maserati), X... (Alfa Romeo), X... (Alfa Romeo), X... (Alfa Romeo), X... (Delage), d'Arnoux (Bugatti), Vicente Monteiro (Demo). Das Littorio-Autodrom in Rom. Das römische Littorio-Autodrom wird am 24. Mai offiziell eingeweiht werden. Mit dieser Neuschöpfung wird Rom eines der grossartigsten Autodrome der ganzen Welt erhalten. Die Bedeutung, die diesem Werk entgegengebracht wird, zeigt sich schon deutlich darin, dass der Duce vor einigen Tagen offiziell den Stand der Bauten besichtigte. Als erstes automohilistisches Rennen soll am 7. Juni — 2 Wochen nach der Eröffnung — der Grosse Preis von Rom ausgefahren werden, dem am folgenden Tag ein Journalistenrennen folgt. Bekanntlich bildet die Renbahn die Umfassung des grossen römischen Flugplatzes. Die Bahn ist 12 m breit und weist 3 Kurven und 2 Gerade auf. Die Kurven sind hervorragend ausgebaut. Jede der 3 Biegungen besitzt ihre Eigenheiten; während die eine Höchstgeschwindigkeiten bis zu 150 km erlaubt, kann eine andere Kurve, die überhöht gebaut wurde, bis zu 250 km Geschwindigkeit befahren werden. mb. Europafahrt « Zu Ford am Rhein ». Anlässlich der Eröffnung der neuen deutschen Fordwerke, deren eigentlicher Einweihungsakt auf den 12., 13. und 14. Juni gelegt wurde,' schreiben die Fordwerke eine internationale Europafahrt für Motorfahrzeuge aller Märken aus. Ein niegesehener Aufmarsch von Motorfahrzeugen aller Länder und Marken soll Köln in diesen Tagen erleben. Die internationale Zielfahrt stellt nicht allein eine autotouristische Veranstaltung dar, sondern sie soll womöglich auch automobil- und bautechnisch neue interessante Einblicke vermitteln. Teilnahmeberechtigt ist jeder Automobilist und Motorradfahrer aller Marken in Europa, dabei können die Konkurrenten als Wageninhaber oder als Fahrer starten. Fahrerwechsel ist gestattet. Nenniberechtigt sind Einzelfahrer, geschlossene Clubs und Vereine. Die Nennungen müssen bis spätestens 3. Juni bei dem Bureau der Europafahrt «Zu Ford am Rhein» abgegeben sein, oder bei dem Fordhändler des Bezirkes vorliegen. Eine besondere Wertung der teilnehmenden Fahrzeuge wird nicht vorgenommen, lediglich die Fahrzeuge, welche die weitesten Strecken zurückgelegt haben, erhalten besondere Anerkennungspreise. Der Start ist so vorzunehmen, dass das Eintreffen in Köln frühestens den 12. Juni nachmittags 8 Uhr, spätestens Sonntag den 14. Juni vorm. 10 Uhr, an der kenntlich gemachten Kontrollstelle an der Henry-Fordstrasse in Köln erfolgt. Jedes Fahrzeug erhält am Ziel eine Erinnerungsplakette der Europafahrt « Zu Ford am Rhein >. Es kommen eine ganze Reihe von Preisen mit Fahrtkostenzuschuss zur Verteilung, auch haben die Organisatoren für verschiedene Veranstaltungen besondere Vergünstigungen erwirkt. Zuschriften sind zu richten an das Europafahrtsbureau, Messegebäude Köln-Deutz, Messeplatz, Zimmer 208-9. mb. Sechs neue Weltrekorde. Auf der Rennbahn von Montlhery wurden in der Klasse 5000 cem mit einem Bentley, der abwechslungsweise von den Fahrern Budley, Froy, Rachael, Norton und Mrs Stewart gefahren wurde, folgende neue Weltrekorde aufgestellt : 1000 Meilen: 10 Std. 13' 44" 97/100 (Stundenmittel: 157 km 328). 2000 km: 12 Std. 40' 39" 53/100 (Stundcnmittel: 157 km 758). 3000 km: 19 Std. 13' 26" 93/100 (Stundenmittel: 156 km 055). 2000 Meilen: 20 Std. 41' 15" 75/100 (Stundenmittel: 155 km 574). 12 Stunden: 1888 km 916 (Stundenmittel: 157 km 758). 24 Stunden: 3608 km 307 (Stundenmittel 150 km 346). Ein « Monte-Carlo - Sternfahrt-Club ». In englischen Automobilsportkreisen wird die Gründung, eines Monte-Carlo-Sternfahrtclubs vorbereitet. Der Beitritt ist allen aktiven Automobil sportfahrern gestattet, die schon einmal an einer der Monte-Carlo-Sternfahrten teilgenommen haben. mb. Bau einer Autorundstrecke in Nancy. Bei Nancy wird zurzeit an der Erstellung einer Automobilrundstrecke gearbeitet. Der Circuit wird eine Länge von 5,5 km aufweisen. Die Initiative für den Bau liegt beim Automobilclub von Lothringen. Eine besondere Tribüne bietet für 2000 Zuschauer Platz. Das Eröffnungsrennen ist auf' den 28. Juni vorgesehen, es soll als reine Geschwindtgkeitsprüfung über 330 km zum Austrag gelangen. x. Lückendorfer Bergrennen. Beim Lückendorfer Autobergrennen am Sonntag wurden in allen Kategorien die Rekorde verbessert. Bei den Rennwagen stellte v. Morgen auf Bugatti mit 2 Minuten 06,7 Sekunden (Stundenmittel 113,6 Kilometer) die beste Zeit des Tages auf und schlug den bisherigen Strekkenrekord Stucks (2 Minuten 12,4 Sekunden). x Internat. Sportkalender 1931. Mal. 22. Mai—4. Juni: 10.000-Kitometerfahrt des A. v. D. 30.: Grand Prix von Indianapolis. 31.: VI. Königspreis von Rom. 31.: Bergrennen von Zbraslav-Jiloviste (Tschechoslowakei). Juni. 1.—8.: Internationale Tourenwagen-Woche in Rumänien. 5.—6.: Grosser Preis von Irland. 7.: Rundstreckenrennen in Lwow (Polen). 7.: Bergrennen von Malchamps (Belgien). 13.—14.: 24-Sfundenrennen von Le Mans. 14.: Kesselbergrennen. 21.: Grosser Preis von Frankreich. 21.: III. Coupe Bianchi (Italien). 21.—28.: Internationale Tourenwagen-Konkurrenz in Polen. 24.-26.: Autowettbewerbe in Baden-Baden. 28.: Sternfahrt in die tschechische Hohe Tatra. 28.: VII. Grosser Marne-Preis. Juli. 3 4.: 24-Stundenrennen in Belgien für Typen» wagen. 5.:; Grosser Preis von Belgien. 5.:: Bergrennen von Susa-Mont-Cenis (Italien). 11.:: Bergrennen von Shelsley Walsh (England). 12.:: Rennen Toul-Nancy. 19. : Grosser Preis von Deutschland. 26.:: A. D. A. C.-Bergrekord (Freiburg i. Br.). 31. Juli—7. August: Internationale Alpenfahrt (Schweiz, Deutschland, Oesterreich, Frankreich, Italien').