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E_1931_Zeitung_Nr.043

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Kläger diesen Punkt

Kläger diesen Punkt auch in der Korrespondenz vorher nie geltend gemacht hat. Der Käufer wird somit, den Vertrag halten, den Lastwagen entgegennehmen und bezahlen müssen. Hat ein Kaufsinteressent Zweifel über das Vorhandensein eines Ersatzteillagers und legt er hierauf Gewicht, so wird er gut tun, sich durch eine bezügliche Klausel im Kaufvertrag in dieser Hinsicht sicherzustellen. Wp. Oeffnung der Alpenstrassen auf Pfingsten. Erst zwei Breschen sind in die winterlichen Schneewälle geschlagen, die die Alpenstrassen versperrten und nun einen durchgehenden Verkehr quer durch die Alpen erlauben. Bemerkenswert ist, dass einer der quer durch die Alpen gehenden Strassenzüge im Westen, der andere im Osten des Landes liegt. So ist es möglieh, aus dem Berner Oberland durchs Simmental über den Col des Mosses nach Aigle und von dort über Monthey und den Col de Morgins Savoyen zu erreichen. Im Osten ist es die Julier-Maloja-Route, die den durchgehenden Verkehr von Norden nach Süden gestattet. Auch der Ofenpass ist dem Verkehr geöffnet, leider fehlen aber noch seine beiden Fortsetzungen Flüela im Norden und Umbrail im Süden. Damit ist auch schon der- grössere Teil der heute geöffneten schweizerischen Alpenstrassen aufgezählt. Im Berner Oberland ist es noch der Jaunpass und Brünig, die für den Verkehr offen stehen. Alle übrigen Bergstrassen werden auf Pfingsten kaum schneefrei, trotz den Versuchen, sie auf maschinelle Art (z.B. am Klausen und St. Gotthard) doch noch zu öffnen. So sind also die Perspektiven für Alpenfahrten an Pfingsten noch recht geringe. Aber die wenigen Punkte, die im Hochalpengebiet erreichbar sind, lohnen deshalb einen Besuch um so mehr. Von den wichtigeren Pässen des Auslandes, die für den. Verkehr geöffnet sind, seien folgende erwähnt: In Italien, besser im engern und weitern Dolomitengebiet: Colle d'Apriea, Brennerpass, Mendolapass und Rollepass. In den französischen Alpen: Col de ,1a Croix-Haute, Mont Cenis und Mont, Genevre. Die Hauptsaison für Alpenfahrten beginnt erst;Mitte Juni. .Bis zu diesem,Zeitpunkt können wir annehmen, dass die sämtlichen Strassen für den Verkehr geöffnet seien, und zwar auch diejenigen, die ususgemäss zu den letzten gehören, die befahren werden-können, wie zum Beispiel Grimsel, Furka, Gotthard. Lr. (Tourismus siehe S. 13 und 14.) Die englische Strassenverkehrsgesetzgebung. Nachdem im Schosse der nationalrätlichen Kommission und bald auch wieder im Nationalrat selbst die Beratung über ein neues einheitliches Strassenverkehrsgesetz für die ganze Schweiz und für alle Strassenbenützer weitergeführt wird, mag es angezeigt sein, auf die gleichartigen Bestrebungen des Auslandes hinzuweisen. Wie schon in der « Automobil-Revue » erwähnt, ist letztes Jahr in England ein neues Strassenverkehrsgesetz in Kraft getreten (Road Traffic Act, 1930), das einen weiteren Fortschritt auf diesem Gebiet gebracht hat. Die Geschwindigkeitsgrenze für Personenautomobile wurde ganz aufgehoben, dafür schärfere Strafbestimmungen geschaffen und Das blutige Ende des Schenkels war ganz beschmutzt von Erde und Tannennadeln. Angewidert wich sie zurück. Sie konnte nicht wissen, dass Blitz diesen Elch eigens für sie getötet hatte, und musste vermuten, er habe irgendwo ein Aas gefunden. In ihren Augen funkelten Tränen, während sie den Treuen anerkennend streichelte. «Bist ein guter Versorger, Blitz,» lobte sie ihn. «Du willst nicht, dass ich bei Bohnen und Reis verkomme!» Er schwelgte zwar in dem Bewusstsein, seiner lieben Herrin eine Freude gemacht zu haben, gleichzeitig aber erkannte er auch, dass sie sich vor seiner jüngsten Gabe einigermassen ekelte. Dass sie Fleisch gerne ass, wusste er. Also hatte er gewiss nicht das Richtige gebracht. Er verübelte es ihr keineswegs, dass sie so wählerisch war und wollte versuchen, ihren Geschmack besser zu treffen. Für ihn bestand die Tierwelt, so weit sie zum Frässe diente, aus zwei Gruppen. In die erste und weitaus wichtigste gehörten die grossen Exemplare, irt die zweite alles Kleintier und Geflügel. In dieser Gruppe gab es einige Tiere, deren Fleisch er gar nicht mochte und nur im äussersten Fall berührt hätte. Seine Herrin nun schien' das Fleisch der kleineren Gattung zu bevorzugen. Die die Versicherungspflicht erweitert; daneben wird eine weitgehende Regelung des öffentlichen Personen - Automobiltransportwesens angestrebt. Ohne auf diese Einzelheiten einzutreten, sei auf eitlen ganz neuartigen Weg hingewiesen, der dabei eingeschlagen wurde und der verdient, auch bei unserer Gesetzgebung in Erwägung gezogen zu werden. Im Gesetz ist neben einer Aufzählung von grundlegenden Verkehrsregeln noch die Aufstellung eines «Highway Code» vorgesehen. Diesem «Code» kommt aber nicht dieselbe Bedeutung zu wie z.B. in Frankreich. Hier werden damit nur «Empfehlungen» bezeichnet, die vom Staat aus den Strassenbenützern bekanntgegeben werden. Sie enthalten detailliertere Regeln als das Gesetz, die aber nicht den Charakter von Gesetzesbestimmungen haben, sondern mehr an die Höflichkeit und an den gesunden Menschenverstand der Strassenbenützer appellieren. Eine Missachtung der Code-Bestimmungen kann an sich nicht bestraft werden; wenn aber ein Unfall passiert, so kann jede Partei in einem allfälügen Ziviloder Strafverfahren deren Missachtung als Beweismittel zur Ueberbindung oder Ablehnung der Haftpflicht herbeiziehen." Ein Entwurf für diesen Strassen-Code ist vom Transportministerium den lokalen Behörden und den interessierten Verbänden zu-; gestellt worden mit der Bitte, ihre Bemerkungen dazu zu machen. Nunmehr ist der «Highway Code» in seiner definitiven Form erschienen. Die Einleitung enthält ein Vorwort des Verkehrsministers, der wir folgende Ausführungen entnehmen: «Schon während der Beratung des Verkehrsgesetzes im Parlament wurde allseitig die Meinung vertreten, dass zwar modernere Vorschriften als sie das bisherige Gesetz enthielt, viel zur Verminderung der Verkehrsgefahren auf der Strasse beitragen können. Ein noch besseres' Resultat würde aber durch die Aufklärung und Erziehung aller Strassenbenützer über ihre gegenseitigen Pflichten erreicht. Das Gesetz und die dazu gehörigen Ausführüngsbestimmungen enthalten eine Reihe von Vorschriften und strikte Verbote, deren Nichtbeachtung als strafbare Verfehlung beurteilt wird. Der Strassencodex soll ein ergänzender Führer zum korrekten Verhalten auf der Strasse darstellen und wird erwartet, dass er als Leitfaden für den guten Ton auf der Strasse von allen höflichen und rücksichtsvollen Personen entsprechend beachtet und befolgt wird. Der Code tritt keineswegs an die Stelle "der gesetzlich festgelegten VerboteT noch entbindet er von der Verpflichtungf diese streng zu beachten. Soll dieser LeUfaden seinen Zweck erreichen, so muss er in allen Teilen sorgfältig studiert werden und soll sich keine Gruppe der Strassenbenützer ausschliesslich auf die Kenntnisnahme jener Bestimmungen beschränken, die speziell für sie Gültigkeit haben.» Die Zusammenstellung -enthält besondere Abschnitte für Automobilisten, Motorradfahrer, Fuhrleute, Tierhüter, Velofahrer und Fussgänger. In einer allgemeinen Uebersicht wird allen Strassenbenützern folgende goldene Regel nahegelegt: «Sei stets vorsichtig und rücksichtsvoll anderen gegenüber. Als verantwortlicher Bürger hast du der Allgemeinheit gegenüber die Verpflichtung, andere weder in der ihnen rechtsmässig zustehenden Benützung der Strasse zu behindern, noch zu gefährden. Denke stets daran, dass alle Personen, ob Velofahrer, Fussgänger oder Fahrzeugführer, ein Recht auf die Strasse und die Verpflichtung haben, das Recht der andern zu respektieren. Gute Manieren und Rücksichtnahme auf andere sind auf der Strasse ebenso wünschbar ün3 folgenden zwei Tage war er unermüdlich auf Jagd, so wie seinerzeit für Silber und die Jungen. Die Höhle musste mit Fleisch ver- 7 sorgt werden. Das Mädchen wusste nicht, ob sie lachen' oder weinen sollte, angesichts der ständig, wachsenden Auswahl von Wild, das sich in der Hütte häufte. Waldhühner, Kaninchen, Murmeltiere, ein Marder, eine Wanderratte und eine ganze Familie von kleinen gestreiften Backenhörnchen waren auf der Liste der kleinen Kreaturen, deren Leben seiner Liebe für das Mädchen zum Opfer fiel. Seine Intelligenz gab der eines Menschen nichts nach. Deshalb zögerte sie, seine Geschenke wegzuwerfen, um ihn ja nicht zu beleidigen. Erst wenn er auf der Jagd war, warf sie die unerwünschten Stücke in tiefe Spalten des Felsengerölls. Doch wie die meisten Menschen unterschätzte auch sie weitaus den Geruchsinn des Tieres. Blitz witterte die Spur eines Huhnes, auch wenn sie zwei Stunden alt war. Ein Kaninchen trägt ein halbes Zoll Haar auf den Füssen und doeh konnte des Hundes Nase seine Spur auf gefrorenem Boden, ja sogar auf glattem Eis auffinden, mit derselben Leichtigkeit, wie der Mensch eine Fährte im weichen Schnee verfolgt. Er hatte nur dreissig Schritte weit zu AUTOMOBIL-REVUE 1931 -r N° 43 geschätzt als irgendwo anders. Vergegenwärtige dir stets die Schwierigkeiten, der ändern und trachte darnach, sie nicht noch zu vergrössern. Sei auf der Hut vor den Irrtümern der andern. Riskiere nichts im Verkehr in der Erwartung, dass der andere das Nötige vorkehren wird, um die Konsequenzen deiner Rücksichtslosigkeit zu vermeiden. Sei besonders bei schlechtem Wetter aufmerksam und sorgfältig, denn alle Strassenbenützer haben dann eine geringere Kontrolle über ihre Bewegung.» Die dem Code zugrunde liegende Absicht ist klar: Einerseits wird der Engländer an die ihm sonst geläufige Höflichkeit erinnert, die leider in den letzten Jahren bei der Verallgemeinerung des Automobilbesitzes auch dort auf der Strasse etwas in Vergessenheit geraten ist. Anderseits lässt sich der Engländer, ebenso wie der Schweizer, nur sehr ungern Vorschriften machen; die Empfehlungen dagegen muss er nicht befolgen, man sagt ihm nur, er habe es sich dann eben selber zuzuschreiben, wenn er bei einem Unfall zu kurz komme. In seinem eigenen Interesse wird er dazu kommen, auf der Strasse ein möglichst ordnungsgemässes Verhalten anzustreben, im Bewusstsein, dies freiwillig zu tun, weil es die Regierung von ihm als «Gentleman» erwarte. br. Studenten als Autolotsen. Aus akademischen Kreisen geht uns die nachfolgende Anregung zu, der wir gerne Raum geben. Den Autolotsen-Dienst haben eiMelne deutsche Grossstädte ja bereits als ständige Institution eingeführt, wo er allerdings durch geeignete Leute vollberuflich besorgt wird. Der hier gemachte Vorschlag ist einer näheren Prüfung wohl wert. Grundbedingung ist sorgfältige Auswahl der Studenten auf ihre diesbezügliche Eignung. Alljährlich kommen Tausende von Automobilisten in unser Land, um seine landschaftlichen Schönheiten zu gemessen. Beinahe alle kommen aus Ländern, wo nicht derart schwierige Geländeverhältnisse das Eeisen im Automobil zu einer gewissen Kunst machen, besonders, wenn man an die Alpenstrassen denkt, wo tatsächlich oft ein Können vom Automobilisten verlangt wird, das nicht jeder ausländische Fahrer sich angeeignet hat. Es bestehen zudem so viele Spezialvorsehriften für einzelne Strecken (Alpenpoststrassen, Geschwindi gkeitsbeschränkungen,' Sonntagsfahrvorschriften usw.), dass gewiss hie nnd da ein selbstfahrender AtftömoBilist- aus Ländern"'mit leichtern •Strassenverhältnissen 'und einfachem Vorschriften es begrüssen würde, auf einzelnen Fahrten von einem strassenkundigen Lotsen begleitet zu werden, dessen Entlohnung übrigens oft schon durch eine einzige nicht zu bezahlende Busse aufgewogen würde. Ein solcher Lotse hätte auch die Möglichkeit, die fremden Gäste auf besonders lohnende Abstecher aufmerksam zu machen und ihnen mit mancher Auskunft über unser Land und Sitten zu dienen. Tatsachen, die dem Besucher sonst sicher entgehen, will er nicht ständig den Baedecker konsultieren. Als solche Lotsen würden sich wohl besonders Studenten eignen, die eben neben einer blossen Fahrertätigkeit auch einigen Ansprüchen in bezüg auf Auskünfte über Land und Leute genügen könnten. Dazu trifft es sich, dass gerade in die Zeit der Hochsaison die Hochschulferien fallen, wodurch den Studierenden eine Gelegenheit zu einem kleinen Nebenverdienst geboten würde, verbunden mit der Möglichkeit, aus der Studierstube hinauszukommen. gehen, um ganz genau den Ort festzustellen, wo das Fleisch hingekommen war. Als er noch mit Silber lebte, hatte er selbst an einem Dutzend Stellen in der Nähe der Höhle Fleisch vergraben, wenn die Familie nicht damit fertig werden konnte. Dass diese Verstecke nie wieder geöffnet wurden, verschlug nichts. Es waren Reserven für den Fall einer Hungersnot, die zum Glück nie eintrat. Es schien ihm deshalb ganz natürlich, dass auch das Mädchen den Ueberschuss versteckte. Doch zog er für diesen Zweck Erde den Felsen vor« Daher holte er die Stücke, die er erreichen konnte, aus dem Geröll heraus und trug sie an einen Ort, den er hiezu gewählt hatte; dort vergrub er sie tief im Boden, scharrte das Erdreich wieder darauf und stampfte es mit der Schnauze fest. Zehntes Kapitel. Im Frühjahr, wenn alle anderen Tiere ihr Winterkleid ablegen, ist der Pelz des Bären am stärksten und schönsten. Während des langen Winterschlafes wird sein Haar dicht und seidig. Im Hochland oben verlässt der Bär seine Höhle manchmal erst gegen Anfang Mai, und auch um diese Zeit ist es dem Menschen noch unmöglich, zu Pferd über die hochgelegenen Pässe in diese Gegend zu gelangen. Die Organisation solcher Lotsendienste würde am besten von den Studenten-Arbeitsvermittlungsstelleri in Verbindung mit den lokalen Touristikbureaux der Automobilistenverbände durchgeführt. Es,, dürften sich genügend Anwärter melden, so dass eine richtige Auswahl vor allem in der Hinsieht getroffen werden könnte, dass die Lotsen auch wirklich den Gästen etwas Landeskenntnisse vermitteln könnten und dabei mehr zur Keisegesellschaft gerechnet würden als blosse Fahrzeuglenker zu sein. Der Einwand, dass bisher ein solcher Lotsendienst von den Fremden nicht ver^ - langt wurde, ist nicht überzeugend; ist die Institution erst einmal geschaffen und ? im Ausland bekannt geworden, so werden _ sich ganz sicher Anfragen einstellen. Wie uns von Zürich mitgeteilt wird, hat ., sich übrigens die dortige Arbeitsvermitt- ••• lung beider Hochschulen, Universität,. Zimmer 2, bereit erklärt, einstweilen versuchsweise bis zum Beginn der Ferien Adressen von fahrkundigen Studenten zu vermitteln. b-r. cfl»o Die Beseitigung der Niveauübergänge. Dem Geschäftsbericht S.B.B.'für das Jahr 1930 ist zu entnehmen, dass auf dem Bundesbahnnetz im abgelaufenen Jahre 32 Niveauübergänge aufgehoben worden sind. Davon wurden 6 Uebergänge durch Ueber- und 18 durch Unterführungen ersetzt. 8 Uebergänge sind ohne Ersatz aufgehoben worden. Eine grosse Zahl Niveauübergänge wurde mit Warnzeichen entsprechend der bundesrätlichen Verordnung vom 7. Mai 1929 ausgerüstet, wodurch eine gleichartige Kennzeichnung der unbewachten Wegübergänge erreicht wurde. W. Versammlung der schweizerischen Stras- : senfachmänner. Die schweizerischen Strassenfachleute tagen vom 12. bis 14. Juni in Vevey anlässlich ihrer XIX. Generalversammlung. Der Waadtländer Staatsrat Simon hat das Ehrenpräsidium übernom,- men und die Teilnehmer auf Freitag nachmittag nach Lausane eingeladen, von wo aus die Gäste im Auto nach Vevey beför> dert werden. Bei dieser Gelegenheit sollen die an der Strasse Lausanne-St. Maurice ausgeführten wichtigen Bauarbeiten, besichtigt. werden. Am Samstag, an welchem Tag auch eine Ausstellung für, Strassenbau-Maschinen eröffnet wird, halr ten die Kantonsingenieure eine Sitzung ab, an welcher über die Schneeräumungsarbeiten im vergangenen Winter berichtet wird. Gleichzeitig versammeln sich auch die behördlichen Strassenbaufaehleute. Die gemeinsame Generalversammlung vom Sonntag sieht neben den statutarischen Geschäften drei Vorträge vor, und zwar von Prof. de Lannoy aus Chambery, der über die savoyischen Strassen refe- : riert und Referate der Herren Schaub aus Biel und Prof. Dr. Schläpfer, Zürich, über neue Verfahren zur Herstellung vort Strassendecken aus kaltem Teer-Makadam. z. Erscheinungsweise. Die näcliste Nummer der «Automobil- Revue » erscheint der Pfingstfeiertage wegen erst Dienstag abend. Dem Mädchen war es bekannt, dass diese Tatsache im engen Zusammenhang mit Va-- ter Kinneys Plänen stand. Im vergangenen- Herbst hatte er Lebensmittel in der Hütte zurückgelassen, um im Frühling zu Fuss herüberkommen zu können und eine tüchtige Menge dieser Frühjahrspelze zu erbeuten, die er später, wenn die Pässe einmal schneefrei waren, fortschaffen wollte. Die Tage verstrichen — Kinney kam noch immer nicht. Oft unterhielt sich das Mädchen hierüber mit Blitz. «Er sollte schon längst hier sein!» Tag für Tag wiederholte sie diese Worte. «Auch wenn er seine Pläne geändert haben sollte, hätte er doch unverzüglich kommen müssen, sobald ihn mein. Brief erreicht hat. Er hat sich etwas ver-, spätet, anders ist's nicht zu erklären. Morgen ist er sicherlich hier!» Und obwohl Nacht für Nacht verging, ohne dass sich die geringste Spur von Kinney zeigte, hatte sie doch den Mut, dem Hunde jedesmal zu versprechen, dass der nächste Tag den Erwarteten bringen würde. Mancherlei Zweifel waren in ihr aufgetaucht. Möglicherweise hatte er ihren Brief, nicht erhalten, oder war vielleicht dem alten Mann auf seinem langen Weg über die verräterischen Schneekämme des Gebirges etwas zugestossen? (Fortsetzung folgt.)

N»43 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Am Vorabend des Grossen Preises von Italien Am Pfingstsonntag in Monza. Das Autodrom von Monza bietet in diesen Tagen wiederum ein Bild fieberhafter Tätigkeit. Die Fahrer für den Grossen Preis von Italien, der am nächsten Sonntag wiederum in Monza ausgetragen wird, trainieren bereits seit einigen Tagen abwechselnd auf der Rundstrecke, die in kurzer Zeit wiederum eines der spannendsten Schauspiele des internationalen Automobilsportes erleben wird. Bekanntlich hat der Grosse Preis von Italien dieses Jahr etwas Unruhe in den internationalen Sportkreisen verursacht, da der Königliche Automobilclub von Italien das anfäng- Mch festgesetzte Datum des 6. Septembers «ffflullderte und das Rennen auf den 24. Mai Ettore Bugatti ordnete nach Monza zwei seiner starken neuen Modelle 2300 ccm mit doppelter Nockenwelle ab, die paarweise von Chiron-Varzi und Divo-Bouriat geführt werden. Allein die Versicherung des Startes von Varzi und Chiron zusammen als eine Mannschaft spricht für die Schwere und Bedeutung des Kampfes! Von Alfa Romeo ist im letzten Moment die sicher erwartete Meldung von drei Wagen eingelaufen. Die Mailänder Firma wird mit zwei der neuen Achtzylindermodelle 2300 ccm starten, mit denen vor vierzehn Tagen Alfa Romeo durch Nuvolari an der Targa Florio Sieger wurde. Ein weiterer Alfa Romeo-Sechszylinderwagen wird ebenfalls offiziell von der Firma in den Me 7,2 km lange Rundstrecke des Autodroms von Monza, auf der am nächsten Sonntag der Grosse Preis von Italien ausgetragen wird. vorschob. Verschiedene Umänderungen und neue Einstellungen der Fahrer zum Siportkalender waren dadurch nötig; es scheint nun indessen, dass alles einem guten Ende entgegengegangen ist. Durch die frühzeitige Ansetzung des Rennens wurde denn auch später als andere Jahre die offizielle Nemnliste bekannt, da man den Fahrern so lange wie nur möglich Gelegenheit zur Einschreibung einräumen wollte. Die nun offiziell verbreitete Meldeliste weist indessen wiederum eine grosse Anzahl der hervorragendsten .internationalen Fahrer auf, die sich in Moraza zum Kampf um die vielumstrittene Trophäe des Grossen Preises von Italien treffen werden. Das Reglement ist gegenüber dem letztjährigen völlig verändert. Die verschiedenen Teilläufe des letzten Jahres mit dem Höhepunkt des Finals wurden fallen gelassen. Die ganze Veranstaltung wurde dem Reglement für den Internationalen Grossen Preis, den Monza am Sonntag eröffnet, untergeordnet. Die Fahrer, deren Rennwagen in die zwei Klassen bis 1100 und 1500 ccm eingeteilt sind, werden nach der absoluten Länge der durchfahrenen Strecke gewartet. Ursprünglich — als Spanien seinen Rückzug vom Internationalen Grand Prix noch nicht verkündet hatte — wurde als Dauer des Rennens 10 Stunden festgesetzt. Durch das modifizierte Reglement des Internationalen Grand Prix erhöhte man nun die Dauer der Läufe auf 12 Stunden, so dass trotz den immer noch gegenteiligen Amgalben der meisten Sportszeitungen fest mit der Dauer eines 12stündigen Rennens zu rechnen ist. Irgendwelche Limitationen für die Rennwagen sind keine vorgesehen. Nach der dritten, der sechsten und der achten Runde werden besondere Zwischenwertungen vorgenommen, die dazu angetan sind, während des halben Tages des Rennens das Publikum ständig in Spannung zu halten. Der absolute Erste erhält nach seinem Sieg 40,000 Lire, der Zweite 25,000 Lire usw. Da der Grosse Preis von Italien In der Gesamtbewertung des Internationalen Grossen Preises — zusammengesetzt aus den Grands Prix von Italien, Frankreich und Belgien — gilt, haben zudem die Erstklassierten Aussicht auf günstige Plazierung in der Gesamtbewertunig für die höchste Trophäe, die dieses Jahr erstmals im internationalen Autosport zur Verteilung kommt. Die Rundstrecke wurde bekanntlich letztes Jahr bedeutend erweitert, indem auf der Ostseite ein neues Trasse von 1,5 km Länge gebaut wurde, so dass die gesamte Länge der Rundstrecke im königlichen Park von Monza nun 7,2 km beträgt. Bis zum Redaktionsschluss Ist die Einschreibung von 25 Wagen bekanntgeworden. Wie zu erwarten stand, wird stich der Kampf auf das Trio Bugatti, Alfa Romeo und Maserati konzentrieren, die alle mit ihren neuen Modellen und stärksten Fahrern antreten werden. Dass das Rennen durch die Teilnahme der berühmten Fahrer dieser Firmen eine Sensation garantiert, braucht wohl kaum noch besonders betont zu werden Kampf geführt. Als voraussichtliche Fahrer von Alfa Romeo — die Namen wurden noch nicht bekanntgegeben — nimmt man mit Sicherheit Nuvolari, Borzacchini, Arcangeliund Campari an. Alfa Romeo startet in Monza übrigens im neuen Zwölfzylinder - Mod'eli (3500 ccm), das beim Training schon vorzügliche Zeiten ergeben hat. Maserati wird auch in diesem Jahre wiederum in Monza neben Alfa Romeo offiziell vertreterj sein v; denn noch ist der sensationelle Maserati-Sieg des letzten Jahres nicht vergessen. Auch die Fahrer von Maserati sind noch nicht bekanntgeworden, immerhin ist zu bemerken, dass der an der Targa Florio leicht verunglückte Maseratifahrer Fagioli bis zum Sonntag noch nicht wieder hergestellt sein dürfte. Mercedes ist durch di Equipen Ivanowsky - Stoffel und Maino- Strazza vertreten; bis zur Stunde hoffen die Organisatoren immer noch auf die Teilnahm des aus Spanien heimkehrenden Caracciolas, Unter den Einzelfahrern befinden sich eben falls bedeutsame Namen; so wird dergrosse Rennfahrer Senechal auf Delage starten, ebenso der von der Mille Miglia her bekannt« Klinger und der Schweizer Pedrazzini au Maserati. Als einzelner Buigatti-Fahrer nimmt auch Lehoux am Kampfe teil, ebenso auch das Paar Max Fourny-Wimille. Auf Ma serati konkurriert weiter noch der Siege des Sechsstundenremnens von Tunis, Castel barco. Monza wird mit der genannten vorzügli chen Mannschaftsbesetzung am Sonntag wiederum ein grandioses Schauspiel bieten, dessen Resultate in ganz Europa mit fieber haftem Interesse erwartet werden. Wir veröffentlichen im folgenden die bis heute geltende Nennliste mit den Startnummern (die X bedeuten noch nicht genau bezeichnete Fahrer): Schönheit und ausserordentliche Preis - Würdigkeit fallen Ihnen am nenen Horch, Modell 4OO, zuerst auf. Ihr Tertranen in diesen Achtzylinder wächst, wenn er seine Ijcistnngen auf einer Probefahrt entfalten kann. Er nimmt anstrengungslos unsere steilsten Strassen und liegt tadellos in der Kurve. Moderne Karosserien solcher Bequemlichkeit und Gediegenheit bietet in dieser Preislage nur c/Xlofferbeck; V BASEL-ZÜRICH Y Die Resultate des Grossen Preises von Italien 1930. Das letztjährige Rennen um den Grossen Preis von Italien in Monza setzte sich aus K R E L L Schöne Cabriolets und Sedan mit „Ciel ouvert*' BASEL .beim Bundubohnhof 2. Maserati I X 4. Maserati II X 6. Maserati III X 8. Maserati Klinser 10. Maserati Pedrazzini 12. Busatti I Varzi-Chiroh 14. Busratti II Divo-Bouriat 16. Bugatti Lehoux 18. Btisatti Foumy-Vimille 20. Delapre Senechal 22. Mercedes Ivanowsky-Stoffel 24. Mercedes Maino-Strazza 26. Alfa Romeo I X-X 28. Alfa Romeo II X-X 30. Alfa Romeo III X-X 32. Alfa Romeo Pirola-Lurani 34. Alfa Romeo Lettieri 36. Maserati Castelbarco 38. Talbot Ruesreri 40. Talbot Di VeccMo 42. Talbot X 44. Italia Facchetti 46. Bugatti X 48. Busratti X 50. Alfa Romeo X •nr ZDRICH drei Vorläufen, einem -Hoffnungslauf und einem Final der aus den vorangegangenen Läufen hervorgegangenen Sieger zusammen. Der Kampf endete mit einem grandiosen Sieg Maseratis. Die Resultate nach dem Final 1930 (250 km)- 1. Varzi (Maserati), 1 Std. 35' 46,2" (Stundenmittel 150.444 km). 2. Arcangeli (Maserati). 1 Std. 35'46.4" 3. E. Maserati (Maserati), 1 Std. 36' 10.4". ho. Wie erreiche ich Monza? Für Schweizer Automobilisten, die dem «Grossen Preis von Italien» in Monza am 24. Mai beiwohnen möchten, kommen folgende Routen in Betracht: Von Zürich und dem Gebiet der Zentralschweiz ist die Route über Luzern bis Göschenen (wo der Wagen durch den Gotthard nach Airolo verladen wird) und weiter über Biasca, Bellinzona, Lugano, Como und Mailand nach Monza am ehesten zu empfehlen. Für A. C. S.-Mitglieder fährt am Samstag 14 Uhr 08 ein Extrazug für den Wagentransport ab Göschenen. Sofortige Anmeldung beim Sekretariat, Zürich, notwendig. Für Frachtgutverlad verkehren ab Göschenen folgende Züge: 8 h 37 15 h 15 Für di« Rückfahrt ab Airolo: 7 h 41 15 h 09 Die übrigen fahrplanmässigen Züge könneh für Gepäck- oder Eilgutverlad benützt werden. Für die Ostschweiz kommt die Route über Chur, Tiefenkastei, Julier, Silvaplana, Maloja, Chiavenna, Gravedona, Menaggio, Como, Mailand, Monza in Frage. Eine Umbaustelle der Strasse befindet sich vor Chiavenna. Der Westschweizer fährt am besten durch das Wallis nach Brig, verlädt dort durch den Simplon bis Domodossola und erreicht Monza via Gravellona, Arona, Sesto Calende, Mailand. Eine weitere Möglichkeit bestände in der Route über Chambery, Mont Cenis, Turin, Alessandria, Mailand nach Monza. Züge für Verlad als Frachtgut: Die übrigen fahrplanmässigen Züge können ab Domodossola: 5; h 30 17 h 23 Ab Brig: 5 h 40 20 h 55 für Express- oder Eilgutverlad benützt werden. Selbstverständlich lassen sich alle diese Routen auch für Hin- und Rückfahrt kombinieren. Auch kann man von Zürich aus gut die Route über Julier-Maloja, oder von der Zentralschweiz aus diejenige durch den Simplon benützen. Durch die Oeffnung des Col des Mosses hat der Automobilist aus der Westschweiz auch einen kürzeren Weg nach der Gotthardroute offen. Br. Grosser Preis von Casablanca. Sieg von Graf Czaikowski auf Bugatti. Der Grosse Preis von Casablanca vom letzten Sonntag (dessen Berichterstattung leider durch eine Störung des Kabels Marokko- Frankreich für ganz Europa verspätet wurde) galt als Ersatzlauf für den fallengelassenen Grossen Preis von Marokko. Zum erstenmal wurde dieses Jahr die neue Rundstrecke von Anfa bei Casablanca benutzt, die am letzten Sonntag ihre Eignung für grosse Automobilrennen vorzüglich bewies. Auf der breiten Strecke und in den gut ausgebauten Kurven konnten die Fahrer die Geschwindigkeit ihrer Wagen voll spielen lassen. Die Uebersichtiichkeit des Circuits für das Publikum war ideal gut. Alle Vorbedingungen für ein gelungenes Rennen waren deshalb von vorneherein gegeben. Ein gewaltiges Publikum wohnte den spannenden Kämpfen bei, die bei prachtvollem Wetter ausgetragen wurden. Der Sultan von Marokko war als Ehrenpräsident der Veranstaltung anwesend. Genau um 14 Uhr 30 stoben die Wagen vom Start los, um ihre Fähigkeiten über die 55 Runden der total 369 km'langen Strecke zu erproben. In der Klasse der Wagen bis 1500 ccm starteten zwölf, in der Klasse über 1500 ccm zehn Wagen. Der Eingeweihte erwartete von Anfang an ein scharfes Duell zwischen Lehoux und Graf Czaikowski, die beide als Favoriten galten. Lehoux kam es in erster inie darauf an, in Nordafrika, wo er durch seine «Gastspiele» grosse Sympathien gewonnen hatte, sein Können neu zu beweisen; Czaikowski anderseits rückte mit dem siegewohnten neuen Bugatti-Modell 2300 ccm mit doppelter Nockenwelle an. Der vorzügliche französische Fahrer Etancelin, der ein älteres Bugätii-Modell fuhr, kam als Dritter im Bünde der aussichtsreichen Fahrer noch in Frage. Gleich von Anfang an entspann sich ein leichtes Geplänkel zwischen Lehoux und Czaikowski. Wenige Sekunden trennten ber die ersten Runden hinweg Lehoux von lern französischen Herrenfahrer. Etancelin ielt sich tapfer.hinter.den beiden, und passte uf den Moment, um entscheidend eingreifen zu können. Die beiden Spitzenfahrer legten miteinander die schnellste Runde des Tages mit der Stundengeschwindigkeit von 142,022 Kilometer zurück. Nach 10 Runden trennte Lehoux und Czaikowski noch ein zeitlicher Unterschied von einer Sekunde. In der 20. Runde hatte Lehoux mit aller verzweifel-