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E_1931_Zeitung_Nr.044

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18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N« 44 Stadt am Abend Plätze, Strassen, Gassen und Menschen. Man müsste eine abendliche Stadt eigentlich nach den besonderen Gefühlskomplexen ihrer Bewohner einteilen. Während sie den Tag hindurch ein ziemlich wesenloses Bild darbietet, erhalten gegen den späteren Abend hin in jeder Stadt besondere Plätze, Strassen, Gassen, Parks und Wälder ihre höchst schicksalhafte Bedeutung. Man braucht nicht einmal eine besondere Eignung der bestimmten Gegenden wahrzunehmen, um ihre Bestimmung herauszufinden; es scheint vielmehr aus Tradition und ungeklärten Geiühlstrieben heraus eine "Vorliebe Sür diese besonderen Oertlichkeiten und Strecken einer Stadt vorhanden zu. sein. Der Volksmund bemächtigte sich instinktiv dieser Schwächen der ganzen Bevölkerung und taufte Plätze und Wege in zartdeutende Namen um, die einem Fremden einen ersten Anhaltspunkt vermitteln. Jede Stadt kennt ihre Plätze, die als offi- Asienforscher Dr. Trinkler seinen Tod gefunden hat. Nun will man der Ursache dieser rätselhaften Erscheinung auf die Spur gekommen sein. Zwei erprobte, gebildete Wünschelrutengänger haben ganz unabhängig von einander und ohne von einander zu wissen, das fragliche Gelände untersucht und festgestellt, dass hier sehr starke radioaktive Strahlungen vorhanden sind, auf die die Wünschelrute sehr stark reagiert und von denen man annimmt, dass sie, besonders bei feuchtem Wetter, auf den Autolenker, in dessen Händen das Steuerrad des Autos dann wie eine Wünschelrute sich betätigen würde (?), im Sinne einer unwillkürlichen Muskelreizung, also eines falschen Steuerns, einwirken. Gesteigert werde die Radioaktivität dieser Stelle anscheinend noch durch die dort über die Landstrasse hinwegführende Hochspannungsleitung. Es wäre deshalb zu wünschen, dass man sich einmal von dieser Seite her mit der geheimnisvollen Angelegenheit beschäftigen wollte, der sich bereits der Volksaberglaube bemächtigt hat, denn irgendeine Ursache müssen diese Unfälle natürlich haben; aber vielleicht untersucht man zunächst einmal den Zustand der Strasse selbst, denn Schlaglöcher, schmierige Oberfläche und starke Wölbung der Strasse haben schon viele ii. Unfälle verursacht. Unerklärlich bleibt allerdings, dass sich die Unfälle gerade ausgerechnet nur beim Kilometerstein 23,9 häufen. zielle Rendez-vousorte sämtlicher Liebespaare, Studenten, Fussballclubs und Altherrenfreundschaften gelten. Der Name des Platzes gilt wie ein Zauberwort, durch das man den Eingang in die gewünschten Vergnügen des Abends findet. Er braucht nicht einmal mitten im Zentrum zu liegen, auch die Zugangswege bedürfen nicht besonders günstig zu sein; allein er appelliert an das Gefühl einer Bevölkerung, die von diesem Platz nicht abzubringen ist. Man konstatiert mit Leichtigkeit in jeder Stadt, dass gerade jene Plätze, deren zentrale und offene Lage sich am besten für den Treffpunkt eignen sollte, verächtlich beiseitegelassen werden, weil sie nicht jene Gefühlsbereitschaft in sich bergen wie die Lieblingsplätze der Stadt. Da bemerkt man gegen den späteren Abend hin Dutzende von jungen Damen und Herren, die, den Mantel oder eine Zeitschrift unter dem Arm, unruhig hin und her spazieren, der Blick schweift ständig von der Armbanduhr weg in die Runde, um der Erwartung Ausdruck zu geben. Sie stehen als eine Ausordnete Schar, alle erwarten von dem Abend und dem Leben noch etwas und sind in einer uneingestandenen Unruhe, weil es immer ein schönes Gefühl ist, jemanden für den Abend erwarten zu dürfen. Denn wie traurig ist es, vom Fenster seines Zimmers aus die knallgelbe Scheibe des Mondes besehen zu müssen, die aus dunkelblauem Himmel glänzt, mit dem bitteren Gefühl im Herzen, ihr keinen Tribut zahlen zu können! Hier zu warten bedeutet Spannung und Lebensgenuss, das Schicksal hat einem eine kleine Freude in die Hand gespielt, auch wenn sie nur in der Erwartung des Freundes, der Freundin, des Bekannten besteht. Mit neidischen Augen betrachtet das ganze Heer der Wartenden die Glücklichen, denen Erlösung wurde, auf die ein holder Kaufhaus-Engel im neu£s"ten Fähnchen oder ein junger Bureauangestellter» mit den neuesten ausländischen Zeitungen unter dem Arm, zugeeilt kommt. Die Fremden, die Eindringlinge, die der Zufall in diesen Viertelstunden über den Platz weht, betrachten etwas erstaunt und zugleich traurig diese wartende Mannschaft des Abends. Das Ausschwärmen von den bestimmten Plätzen der Stadt aus geht ebenfalls wieder nach besonderer Methode vor sich. Man darf jene Gruppen als für heute eliminiert betrachten, die in einem Kino, einem Kaffee, einem Restaurant oder gar zu Hause untertauchen. (Wir begegnen ihnen später wieder!) Die Strahlungen haben jene Tendeazen, sich nach Gegenden zu verziehen^-in denen möglichst wenig vom Fieber der Stadt zu bemerken ist. So konzentriert sich denn der Blick ganz automatisch auf jene bestimmte Frühlingserscheinung, die vor allem in dieser Zeit sich wieder bemerkbar macht, der Blick auf jene ewigen Zwei, denen zu begegnen einem Alleingänger dringend abzuraten ist. Sein Herz wird plötzlich vom wildesten Weh der Einsamkeit erfasst werden, von der man oft spricht, und er wird so lange sich als ein armer Ausgestossener vorkommen, bis er aus diesen lan- Der Ertrinkende (verzweifelt): «Wollt Ihr mich eigentlich retten oder lieher das Wölgaüed singen? > (Passing Show.) gen, dunklen Parks, diesen Wegen heraus ist, deren Belebung durch seltsame Doppelwesen erfolgt und die nichts von sich geben an hörbaren Lebensäusserungen als ein Flü- . stern und Schmalzen, das die Tiefe des harmlosen Doppelglücks im Mai umso mehr erahnen lässt. Bestimmte Strassen und Wege der Stadt kommen der seriösen Freude junger Arbeiter, Familienväter, Intellektueller, Mütter und' höherer Töchter entgegen, die «noch einen Bummel machen möchten ». In ein intensives Gespräch versunken, beginnt der abendliche Gang; er führt sodann durch die stilleren Vorstadtquartiere, in denen die Villen geheimnisvoll im Halbdunkel ruh'n und kulminiert an irgendeiner Stelle, da einer der Teilnehmer des Ganges sich seufzend an einen Baum oder ein GeländeT lehnt und in die nächtliche Stadt und übers atmende Land hin blickt, dabei jene sentimentale Anwandlung kriegt, die zu jedem Spaziergang im Frühling gehört. Dann rauschen so feierlich die jungen Blätter der Bäume, und der Nachtwind trägt von unten den intensiven Duft der abgelebten, ausdünstenden Stadt herauf, die sich jetzt in tausend Lichterzuckungen windet... bo. Der Tagesfilm Ach, Leute haben eben Sorgen... Die jüngste Tagung der amerikanischen Kosmetiker setzte folgenden Grundsatz fest: « Jedem Backfisch sein Grübchen ! » Man hat nämlich ein künstliches Grübchen erfunden. Diese Grübchen sehen genau so aus, wie jene bekannten Heineschen Spucknäpfe für Engelchen, die den Damen der liebe Herrgott selbst geschenkt hat... « Ein natürliches Grübchen», erklärte ein ausserordentlich prominenter Kongressteilnehmer, «ist gewiss etwas Schönes, aber es kann unter Umständen an einer Stelle sein, an der es keinen Wert hat (?). Wenn sich die Mode ändert, ist vielleicht ein Grübchen, das in der vergangenen Saison noch zu sehen war, bereits verborgen. Das neu© künstliche Grübchen kann man aber überall anbringen, wrji man will: Auf Wangen, Armen, Schultern, Kinn usw...» Mein Gott, wird das ein© Wohltat sein für die •noch auf der Welt übriggebliebenen Romantiker. Das Haar im Vogelnest. Ein Knabe in einem kleinen Ort Polens findet ein Vogelnest und nimmt die Eier aus. Dabei fällt ihm auf, dass in das Nest ein hellblondes Menschenhaar verwoben ist. Er nimmt das Haar mit nach Hause und zeigt es seinem Vater. Dieser überlegt und begibt sich sofort zu seinem Nachbarn, dem er das Haar zeigt. Der Nachbar bestätigt, dass das Haar igenau die gleiche Farbe habe wie das Haare seiner Tochter, die vor wenigen Monaten auf rätselhafte Weise verschwunden ist. Man begibt sich nun nach dem Ort, wo der Knabe das Haar gefunden hat, und entdeckt nach längerem Suchen schliesslich den Leichnam seiner Tochter in einem alten, verlassenen Bergwerksschacht. Der Mann, den man des Mordes verdächtigte, gestand die Tat ein, angesichts des überraschenden Fundes, und es stellte sich heraus, dass er seinem sich wehrenden Opfer die Haare ausgerissen hatte, die dann vom Vogel zum Nestbau benutzt worden waren. Lärm zerbricht Geschirr. Die Hotels und Gaststätten rechnen damit, dass sie ihr Geschirr in jedem Jahre viermal erneuern müssen. Ein führendes Grossstadt- Hotel und ein vielbesuchtes Speiserestaurant haben vier Wochen hindurch Lärmkontrollen durchgeführt, mit dem Ziele, festzustellen, worauf das Zerbrechen des Küchengeschirrs zurückzuführen ist. Die Lärmkontrollen haben zu interessanten Ergebnissen geführt. Es hat sich herausgestellt, dass an dem übermässigen Geschirrverschleiss lediglich die Nervoität des Küchenpersonals schuld ist, die wieder auf den fortwährenden Lärm, der die Nerven unnötig in Anspruch nimmt, zurückzuführen ist. In den beiden Betrieben ist daraufhin an den Küchenschaltern eine optische Signaleinrichtung angebracht worden, mit deren Hilfe die Kellner dhre Wünsche übermitteln. Welch günstige Wirkung die lautlose Speisenbestellung auf die Nerven des Personals ausübt, geht daraus hervor, dass nur mehr ein Viertel des Geschirrs zerbrochen wurde als im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. gr. «neues^lTlodett) die Königin der Qfleinschreibmaechinen, Ausführt. 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1931 AUTOMOBIL-REVUE 19 Im Frühjahr werden die Hausfrauen vom Stöberbazillus befallen. Alle Jahre wieder kehrt das grosse Reinemachen. So geschah es bereits im Mittelalter, wo der König und alle Welt einmal im Jahr das Bad nahm. Die Hausfrauen geraten im Frühling in einen Furor hinein. Mit einer Monomanie entstauben sie die Wohnungen und es sieht drin aus wie nach einem Mord zu einer Tatbestandaufnahme. Alles irgendwie Bewegliche wird auf den Kopf gestellt, was nicht niet- und nagelfest ist, wird verrückt, und da der Ehemann auch zum beweglichen Mobiliar gehört... Der Mann muss hinaus und geniesst ein bis zwei Tage eine artige Junggesellen- Reminiszenz. Es genügt also nicht, dass die Hausfrau täglich oder stündlich einmal die Zimmer entstauben lässt oder selbst die Reinigung vornimmt. Der hygienische Fimmel kommt einmal im Jahr besonders stark zum Ausbruch. Allein durch «Abstauben» wird der Staub ja gewöhnlich erst recht aufgewirbelt und setzt sich nachher wieder hartnäckig nieder, so dass die Arbeit von neuem beginnen kann. Allerdings leben wir in den Steinkanälen, im Zeitalter des Asphalts, und die Staubbildung ist weitaus geringer als in romantischen Zeiten, da das Wandern des Müllers Lust war. Weniges wird heute zu Staub, mit Ausnahme des Menschen, der laut Bibel immer noch zu Staub wird und sich deshalb, gleichsam als symbolische Gebärde, immer den Staub von den Füssen schüttelt. Indessen ist das Abstauben heute auch mechanisiert worden: es hat nicht mehr den Reiz wie Anno dazumal, als der Hausherr in Pantoffeln die Zofe nahm... An Stelle der entzückenden Staubwedel, mit denen die Zofen kokettierten, ist der Staubsauger getreten, der finanziell zunächst immer viel Staub aufwirbelt, bis er abbezahlt ist. Das Eldorado der Staubbazillen ist somit grausam zerstört. Mit einem ohrenbetäubenden Lärm beginnt das Gesumm, als ob eine Riesenfliege aufsteigen würde. Im Frühjahr erfährt der moralische Standard eine Wandlung. Die Neuordnung des moralischen Kräftespiels macht sich bei Ledigen und Verheirateten wirksam geltend. Freiheit in der moralischen Sphäre ist nicht zu allen Zeiten von einer faszinierenden und fesselnden Gewalt. Zumeist zählt sie im Frühjahr zu den revolutionären Idealen. Wir durchschlendern die Strassen und beobachten, dass jung und alt an einem Kopfwendebazillus leiden. In den Parkanlagen, auf den Strassen, an Strassenbahnhaltestellen: überall wenden sich die Männer nach den Frauen, die durch grazilen Gang wunderbarer Raubtiere Blick und Atem der beschaulich Betrachtenden anhalten. Der vom Bazillus Frühjah rs bazillen yORCJ Infiszierte verrät einen Geist voll Aufruhr, nervöser Wallung und Reizbarkeit. Sein Auge ist zunächst weit genügsamer als sein Verstand, der erst später und somit zu spät die Kontrolle über den Blickfang wagt. Die Pupille des Auges erweitert sich, der Pulsschlag vermehrt sich in stets wachsendem Mass, wenn eine Frau, unberührt von dem suggestionskräftigen FMdum an einem Herrn, wie Parsifal am Gral vorbeiläuft. Studenten, die soeben aus einer Vorlesung über Kant kommen, betrachten mit Liebe und Andacht die schönen Frauen nach dem kantischen Grundsatz: «Schön ist, was ohne Interesse gefällt.» So singen sie das Lob der Schönheit, des begierdelosen Wohlgefallens. Sie begnügen sich mit der Betrachtung der harmonischen Linienspiele, ohne die erotische Reizstärke zu empfinden. Möglich auch, dass sie in ihrem Pubertätsqualm Minderwertigkeitskomplexe haben, wenn sie sich im Spiegel betrachten: sie wagen nicht ein Mädchen, in dem Sex appeal und Schönheit eine Fusion eingingen, zu umschwärmen und zu umknien, wie denn überhaupt schöne Mädchen viel weniger belästigt werden als unschöne, um nicht zu sagen hässliche Frauen. Aus dem einfachen Grund, weil jeder Mann immer beim Anblick eines schönen Mädchens glaubt, sie sei bereits ein unveräusserliches Besitztum und kein herrenloses Gut mehr. Und deshalb gibt es oft so viele schöne Mädchen und junge, schöne Frauen, denen die Schönheit zum Fluch wird. C.B. Die „gute Kinderstabe " Ihr Wert in der Neuzeit. Noch vor 40, 50 Jahren war es etwas ganz Selbstverständliches, dass Menschen, die im öffentlichen Leben eine Rolle spielten, eine «gute Kinderstube» hatten. Damals war ja bei uns in Europa der Typ der self-mademen nur äusserst selten. Heute ist aber diese Frage eine recht heikle und überdies nicht leicht zu beantworten. Aber dennoch. Auch noch heute existiert diese Frage. In der «Münch. Tel- Ztg.» äussern sich in interessanter Weise einige erfolgreiche Männer und Frauen zu diesem Thema: Eine Dame, die grosse gesellschaftliche Erfolge aufzuweisen hat und dabei Mutter von zwei Kindern ist, die sie selber erzieht, sagt folgendes: «Eine gute Kindestube ist auch heute noch notwendig. Aber.... wir dürfen nicht des Guten zu viel tun. Die Erziehungsgrundsätze unserer Zeit sind grundverschieden von denen unserer Grossmütter. Damals wurden die Kinder mit lauter Verboten und auch Strafen erzogen. Zu jener Zeit genossen die Kinder, ganz besonders die Mädchen, gar keine Selbständigkeit. Eine 18jährige Haustochter durfte zum Beispiel bei Anbruch jder Dunkelheit nicht allein auf die Strasse gehen. Das Alleinausgehen galt damals als höchst ungeschickt, ja als unsittlich. Und dass ein Mädchen, selbst wenn es schon 22, 23 Jahre alt war, in ein Kaffee oder gar in ein Dancing mitgenommen wurde, war ganz unmöglich. Diese Ansichten sind heute schon glücklicherweise veraltet, und wir gewähren unseren Kindern eine ziemlich grosse Freiheit (allerdings oft eine zu grosse). Die heutige gute Kinderstube soll dem Menschen dazu verhelfen, sich im Leben zurechtzufinden. Dies kann jedoch durch Verbote und allerlei Schranken nicht erreicht werden. Auch viele Anstandsregeln der damaligen Zeit wirken wie eine Erzählung aus uralten Zeiten. Der junge Mann musste zum Beispiel andauernd sogenannte Anstandsbesuche machen. Dies gehörte Anno dazumal zum guten Ton, während heute... Natürlich gibt es auch noch heute allerlei Anstandsregeln, die zu beachten, von grossem Vorteil ist, und deren Nichtbeachtung allerlei Nachteile mit sich bringt. Meine Ansicht ist also, dass eine gute Kinderstube auch noch heute notwendig ist, denn sie bildet ein unzerstörbares Kapital. Allerdings kann sie auch in späteren Jahren erlernt, angeeignet werden. Man muss sie sich aber auf jeden Fall einmal aneignen.» Ein self-made man sagte folgendes: ' «Wie Sie wissen, bin ich ein sogenannter self-made man. Ich habe mich von der Pike auf heraufgearbeitet. Vor dreissig Jahren war ich noch ein armer Handwerksbursche. Ich will es offen bekennen. Damals hatte ich keine gute Kinderstube, ja überhaupt keine. Meine Eltern waren bettelarme Menschen, und ich wuchs auf der Strasse auf. Und für Anstandsunterricht ist bekanntlich die Strasse kein gutes Terrain. Aber die guten Umgangsformen, die kultivierten. Daseinsmöglichkeiten habe ich mir später angeeignet, allerdings erst, als ich schon gewisse Erfolge zu verzeichnen- hatte. Ich muss Ihnen offen bekennen. Es tut mir nicht leid, dass es so geschehen ist. Ich machte eine harte Schule durch, doch diese gereichte mir zum Vorteil. Allerlei Hemmungen, die Leute mit sogenannter guter Kinderstube haben, hatte ich eben nicht; ich tat immer das, was mir recht erschien, und dies war das beste. Ich folgte eben meinem gesunden Verstand, und die angenommenen Konventionen bedeuteten für mich keine Schranke. Aber, eine gewisse Kinderstube ist dennoch notwendig, zumal wenn man unter dieser kultivierte Umgangsformen versteht und nicht allerlei konventionelle Vorurteile.» Eine Filmschauspielerin äusserte sich über dieses Thema folgendermassen: Sie werden wohl wissen, dass ich ganz klein begonnen habe, und dass ich in meinen Jugendjahren von dem Segen einer guten Kinderstube nichts wusste. Aber wir Frauen sind ungemein anpassungsfähig, ja sogar, ich möchte es behaupten, eine intelligente Frau hat all das, was man gemeinhin eine gute Kinderstube nennt, in sich. Ich habe auch ein 8 Jahre altes Töchterchen. Und bei meinem Kinde achte ich schon selber darauf, dass es die Grundsätze einer guten Kinderstube mit sich in das Leben nimmt. Aber, diese gute Kinderstube darf nicht übertrieben werden. Alles mit Mass. Mehr Lebenserkenntnis und weniger Konvention.» Mit einem Worte: Eine gute Kinderstube tut auch noch heute not; doch, sie darf nicht übertrieben werden. Schönheitspflege im Altertum Liessen sich die galanten Römerinnen in vorchristlicher Zeit, um ihren Teint frisch und rein zu erhalten, nach den Angaben Juvenals, vor dem Schlafengehen einen in Eselsmilch gesättigten, feinen Brotteig auf das Antlitz legen, so herrschte bei den Frauen vieler germanischer Stämme, den Ueberlieferungen des Geschichtsschreibers Plinius zufolge, die Sitte, Bierhefe für diesen Zweck zu verwenden. Von den benachbarten Galliern hatten die Germaninnen die Sitte angenommen, ihre an und für sich schon blonde Haarfarbe in eine noch hellere zu verwandeln. Dies wurde erreicht durch Waschungen mit einer Seife, die aus Ziegentalg und Buchenasche verfertigt wurde. Eine Bleichung wurde durch ausgiebige Verwendung von Kalkwasser erzielt. Die so behandelten Haare sollen eine hochgelbe Färbung angenommen haben. Die eitlen Römerinnen hatten natürlich nichts Eiligeres zu tun, als schleunigst die Gepflogenheiten ihrer nördlichen Mitschwestern nachzuahmen. Sie verschrieben sich sogar durch die in Germanien weilenden römischen Kauflcute, die hausierend durch die Gaue zogen, diese Ziegentalgseifen. Blonde Haare zu besitzen, war eine Zeitlang das Schönheitsideal der römischen Damen. Man trug die Haare sogar nach germanischer Art aufgesteckt und Hess sich Perücken, die aus echtem, nordischem Blondhaar hergestellt waren, auf das Haupt setzen. — Eine allgemeine Veränderung der Haartrachten der Römerinnen bewirkte die Unterjochung der germanischen Volksstämme in Belgien und am Rhein. Die Römerinnen ahmten sogar die männliche Haartracht unserer Vorfahren, Die bestbekannten Schuhe für gesunde und empfindliche Füsse in grosser Auswahl im 3«r/di f atorchengaf/ß 6 ia. handgenähte Berg-Schuhe Die verebrlichen Leser werden gebeten, bei Bedarf die hier vertretenen Firmen zu berücksichtigen and bei Bestellungen, Anfragen etc. sich ausdrücklich auf die < Automobil-Revue > beziehen zu wollen. Zwejpleispiele aus meiner ' Kollektion feiner Costumes, die auch dieses Jahr wieder sehr abwechslungsreich ist. Eleganz und Preiswürdigkeit war von jeher die Spezialität meiner Firma. H. BRANDU .Zum Leonhardseck* 7 II D I P U Ecke Seilergraben/ im U III ll II Zähringerstrasse F.Spilzüartti-GrieUüPicliB SILBERSCHMIED BEfflKEN Sportpreise Feldeggstrasse 58 — Telephon 27.464 SPEICHER (App.). 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