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E_1931_Zeitung_Nr.048

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20 AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag, 9. Juni 1931 IV. Blatt der „Automobil-Revue" No. 48 Höfliche Unwahrheiten ? Das Wort Lüge klingt hart. Unwillkürlich gleitet ein schwarzer Schatten vorüber. Der aufrechte, der gewissenhafte Mensch schreckt davor zurück und seufzt, schimpft oder sträubt sich, je nach Temperament, selbst da, wo man ihm auch nur eine sogenannte Höflichkeitslüge zumutet. Die Berechtigung solcher Höflichkeitslügen kan bestritten werden. Ganz gewiss stände es besser um die Einsicht, Selbsterziehung und Willenskraft des Metischen, wenn wir nicht stets so schnell damit bei der Hand gewesen wären. Wie viele gesellschaftliche Unarten werden dadurch grossgezogen, wieviel weibliche Unaufrichtigkeit und Selbstüberschätzung wächst durch sie ins Uferlose, wieviel Künstlereitelkeit wird auf unberechtigte Bahnen gelenkt! Wo Höflichkeit eine Lüge zu erfordern scheint, da überlege man, ob man nicht durch Schweigen ausweichen kann, und vor allem glaube man nicht, um so liebenswürdiger zu sein, je lebhafter man von der Wahrheit abweicht. Aber es kann gar kein Zweifel bestehen, dass die Lüge mitunter Pflicht wird, nämlich wenn Mitleid, Zartgefühl oder drohende Gefahr ein Verhüllen der Wahrheit erfordern. Der Arzt am Krankenbett, die Pflegerin des Alters wenden die Unwahrheit als wohltätiges Beruhigungsmittel an. Oft ist eine Panik verhindert worden, indem man der bedrohten Menschenmasse über die Grosse einer Gefahr falsche Angaben machte. Man kann das alte Mütterchen, das seinen Taugenichts von Sohn für einen Helden ansieht, ruhig in seinem Glauben lassen, falls keine Gefahr besteht, dass es dadurch geschädigt wird oder die Wahrheit von anderer Seite erfährt. Ja, aber ist der Dichter, der uns sein schwaches Werk vorliest, das eitle Mädchen, das von Erfolgen berichtet, die alternde Frau, die den Verfall ihrer Schönheit nicht merkt, nicht in ähnlicher Lage? Fügen wir ihnen nicht einen grossen Schmerz zu, wenn wir ihnen ihre Täuschung rauben? Nun, es werden in vielen dieser Fälle nicht Welturteile von uns gewünscht, sondern nur das Dulden der Selbsttäuschung. Es lässt sich von Fall zu Fall entscheiden, ob wir die Berufenen für die Aufklärung sind und ob wir damit Nutzen stiften. Fragen wir uns nur, wie bei allem Unliebsamen, das wir von andern sagen; Warum spreche ich es aus? Weil die Torheit mich reizt oder weil ich sie zu heilen verpflichtet bin? Wo wir aber um unsere Meinung, befragt werden, da haben wir nicht bloss das Recht, sondern die Pflicht, gegen' Eitelkeit anzukämpfen. Die Folgen müssen wir tragen, auch wenn sich der Betroffene noch so verzweifelt gebärdet und sich durch Feindschaft rächt. Aber eigentlich wollte ich diese Zeilen zugunsten gewisser Lügen schreiben. Wenn uns jemand in der Arbeit stört und, es zu spät bemerkend, sehr erschrocken und verlegen ist; wenn jemand gar so F E U I L L E T O Blitz: Der Roman eines Wolfhundes. Voa H. G. Evarfs. (Verlag Georg Müller. München.) (Fortsetzung ans dem Hauotblatt.) Und eben deshalb sicherlich das gefährlichste RaubtieT auf fünfhundert Meilen im Umkreis! Blitz hat die ganze mörderische Kraft eines Lobo, doch ohne die blinde Menschenfurcht eines Wolfes. Seine Menschenfurcht verbindet sich mit Klugheit, die die Macht des Feindes richtig einschätzt. Er kennt- unsere Listen. Anstatt bei der geringsten Spur von Menschengeruch in sinnlosem Schrecken zu fliehen, prüft er ihn. Und dann weiss er genau, was er zu tun hat! Blitz wird niemals einen Menschen unüberlegt anfallen — es sei denn, dass er gegen jemand einen starken Ha'ss empfindet —, und Gott schütze mich, ich möchte nicht der Mensch sein, den Blitz unter solchen Umständen irgendwo überrascht oder dem er nachts in den Bergen begegnet. » «Ist es denn möglich, dass er einem Menschen ernsten Schaden zufügt, da er doch keine anderen Waffen hat als seine Zähne,» erwiderte das Mädchen, das hartnäckig bei ihrem Zweifel blieb. wenig Selbstgefühl besitzt, dass er allzu schwer an Fehlern und Misslingen trägt; wenn einer unsere Gesellschaft sucht, der uns vielleicht keine Bereicherung bringen, aber solche von uns empfangen kann; wenn dem Freunde eine Hoffnung schwinden will, deren Zerstrümmerung noch gar nicht gewiss ist, ihm ein liebster Mensch schuldig erscheint, während er ohne den Glauben an ihn nicht leben kann; wenn Härten, die Finsternis des Lebens solange wie möglich von ihm abhalten, ja, ihn vielleicht daran vorüberführen, wo er allein zu Fall gekommen wäre. « Zum Guten reden », loie es der Volksmund nennt, ist noch nicht lügen. Und wenn die Wahrheit ein klein wenig dabei gefärbt wird, wenn eine Beleuchtung zustande kommt, in der das Leben rosiger erscheint als es ist — der Hauptpunkt bei es gilt, einen Zaghaften anzuspornen, einem Belasteten das Leben zu erleichtern; dem Beweggrund: Mitleid oder Schwäche? solchem Tun ist immer die Frage nach dann dürfen wir das goldene Gespinst un-Sorgseres Zartgefühls um ihn hüllen und die sucht? um den andern oder eigene Beifall- Fw. Ich habe ihm auf die Hände geschlagen... Locarno... Die heutige Eintragung nach so vielen Monaten hat einen ausserordentlichen Grund. Ich bin einem Menschen begegnet, den ich vergessen hatte. Dieser Mensch aber hatte mich in den acht Jahren nicht vergessen; das ist zu verstehen. Gegen Abend sitze ich vor dem Cafe Scheurer. Am Nebentisch ein dunkelhäutiger Mann, bartlos, von sehr gepflegtem Aussern; er raucht eine Zigarre. Ich sehe ihn an und bemerke, dass er mich fortgesetzt mustert. Eine Zeit vergeht. Plötzlich erhebt er sich, tritt lächelnd an meinen Tisch (niemand war in meiner Nähe), lächelnd, wobei die sehr faltigen Lider, seiner Augen vor Aufregung schwirren, und der ganze Mann von einer krankhaften Heiterkeit durchschüttelt scheint... Und noch immer erkenne ich ihn nicht. Es ergibt sich, dass wir beide Passagiere des St. Thome gewesen sind und beide (das ist wirklich selbstverständlich) zu den Geretteten dieser damals; vielbesprochenen Schiffskatastrophe gehörten. Es ergibt sich aber noch mehr, und diese Tatsache ist wichtig. Am wichtigsten aber vielleicht, dass ich in all den Jahren nicht an « diesen Augenblick » gedacht habe und dass anderseits er (das ist der Mann mit den sehr faltigen Lidern, er heisst, wie er mir. heute mitteilte, Signor Wallis) so sehr oft an ihn gedacht hat. Kurz gesagt: ich habe ihm auf die Hände geschlagen, damals, ich war schon im Boot, er schwamm neben diesem Boot. Der St. Thome lag mit starker Schlagseite, in Rauch gehüllt, und konnte jeden Augenblick in die Tiefe gehen. Das Boot, in dem ich stand, war bis zum Sinken überladen. Frauen und Kinder darunter, zwei Knaben darunter, mit denen ich mich auf der Reise angefreundet hatte, Hermann und Herwarth, Kinder eines deutschen Ingenieurs. Man hatte einige Männer, die ins Boot klettern wollten, wieder zurückstossen müssen; wir waren immer in Gefahr, zu kentern; zudem befahl es der Seemann am Steuer. Plötzlich gelingt es «Nur seine Zähne!» rief Moran aus. «Gewiss, er hat keine anderen Waffen, aber Sie ahnen nicht, was- diese Zähne imstande sind. Wie Messer schneiden sie durch Muskeln, Fell und Flechsen- des Elchbullen. Ich habe seine Arbeit kennengelernt und gesehen, wie er unter Elchen, Antilopen und Bergschafen gewütet hat. Vor wenigen Monaten erst hat man einen Preis von fünfhundert Dollar ausgesetzt für den Skalp des schlimmsten Lobo, der die Gegend des Wind River je geplagt hat. Fragen Sie nur Kinney, der hat auf den Wind River-Wolf gejagt und ihn bei Neuschnee über hundert Meilen weit verfolgt, und wen hat er schliesslich gefunden? '"— Blitz. Ausser uns beiden weiss kein Mensch, dass er noch am Leben ist. Glauben Sie mir, ein Mann ohne Feuerwaffen hätte verflucht schlechte Aussichten gegenüber diesem Gesellen.» Das Mädchen dachte an jene abenteuerliche Nacht zurück, da sie mitten in die böseste Gefahr hineingestolpert war. Sie erinnerte sich an die Schreie und Flüche, während Blitz das halbe Dutzend Männer in Schach hielt und ihr so die Flucht ermöglichte. Wie furchtbar muss er dieser Bande zugesetzt haben, wenn er ihr alle Lust benahm, die nächtliche Verfolgung fortzusetzen. «Wollen ,Sie Blitz verkaufen?» fragte sie. Ein Tagebuchblatt von Georg von der Vring. einem Schwimmer, dem die schwarzen Haare lang und streifig über die Augen hängen, zu entern; seine Hände liegen neben mir auf der Bootskante, er hebt sich ein wenig aus dem Wasser — ich aber, ohne ein Zeichen des Seemanns abzuAvarten, schlage auf seine Finger, ich trommle mit beiden Fäusten darauf, nehme sodann ein Holz — er lässt los und sinkt zurück. Sein Gesicht habe ich mir nicht gemerkt... Wir entfernen uns rudernd und werden vier Stunden später geborgen. Dieser Mann, Signor Wallis, hat mich gestern vor dem Cafe Scheurer angesprochen. Er leitete klug ein, fragte: «Sind wir nicht Schicksalsgenossen vom Saint Thome ? » « Ja. » Und da war es der Mann, den ich zurückgestossen hatte. Das Wunderliche und furchtbar Aufregende ist nun, dass er mir nichts nachträgt. Er sagt: «Sie haben mich nicht schlagen wollen, nicht mich als Wallis, als Einzelwesen, sondern Sie haben mich zurückgestossen, um dafür sich zu retten, vielleicht sogar, um jene anderen im Boot zu retten, Ihre Frau, die* Kinder...» « Nein,» sage ich, « ich reiste allein, und ich habe es wohl getan, um mich selber zu retten, denn ich weiss bestimmt, dass ich damals nicht gern ertrunken wäre, es lag mir ziemlich viel am Leben...» Er sagt: « Merkwürdig, Sie sind mir all die Jahre die Verkörperung des Bösen gewesen, die Bestie; ich habe mir Ihr Gesicht damals genau eingeprägt. Sie sahen nicht viel anders au» als heute. Auch ich wollte nicht gern mein Leben verlieren, so kämpfte ich; Sie schlugen zu, Ihr Gesicht war wie heute, und beförderten mich wieder ins Wasser. Ich bin kein guter Schwimmer, oh, das konnten Sie nicht wissen, und wurde nur durch mein gutes Glück gerettet. Vorhin aber habe ich Sie die ganze Zeit sehr genau beobachtet...» Ich sagte: «Ich bin keine Bestie...» Er dagegen: « Ganz gewiss nicht! Und das ist gerade das Reizvolle unseres Zusammentreffens für mich, dass ich jetzt Ihr Gesicht, das mir ala das Gesicht des Bösen immer erschienen ist, anders ausdeuten kann, dass «Nein,» antwortete Moran rasch. «Er gehört Ihnen. Ich habe kein _Recht mehr auf ihn, seit ich ihn im Stiche gelassen. Das Leben in der Stadt, dachte ich mir damals, werde für Blitz unerträglich sein, auch glaubte ich, in spätestens zwei Wochen zurück zu sein. Ich blieb einige Monate fort, und Blitz war inzwischen ein richtiger Bandit geworden. Da er hier aufgetaucht ist und sich Ihnen angeschlossen hat, ist mein Anspruch auf ihn erloschen, er ist ihr Eigentum.» Das Mädchen streckte ihm die Hand entgegen: «Kinney hat mir erzählt, dass alle Welt Ihnen gut ist,» sagte sie. Nun verstehe ich, warum. Und seien Sie versichert, noch nie war mir ein Geschenk so lieb und teuer wie dieses!» «Ihre Freude entschädigt mich reichlich,» erwiderte er herzlich. «Und wie dankbar bin ich Ihnen, dass Sie zu mir sprechen — anstatt mich auszufragen Sie werden nicht bezweifeln, dass meine Anwesenheit hier bestimmte Gründe hat, die ich Ihnen so gern verraten wollte, wenn ich nur dürfte. Jetzt weiss ich auch schon, wie Sie mir helfen könnten, falls Sie noch immer die Absicht haben. Wenn Sie so lange in dieser Gegend bleiben, bis Vater Kinney Dieses war mein kleiner Wagen, Der mich schon seit zweien Jahren Viele Wege schon gefahren Und an manchen schönen Fleck getragen. Er war so leichtbeschwingt, als wie ein junges Reh, Und glänzte, wenn geputzt, wie Schnee; (Denn er war weiss lackiert) und war kapriziös Und hatte Launen, Wie eine Frau Sie staunen? Ich mein' es ganz seriös, Denn, ach! Eliane ist dahin — Das Betreibungsamt hat sie — und den Sinn Meines Lebens damit. Wahrhaftig, die Leute sollten sich schämen, Meine letzte Freude mir auch noch zu nehmen. Grad jetzt, wo der Wagen so glänzend lief, (Selbst wenn das Terrain wellig war) Und einem Klausensieg förmlich rief! Und das alles, weil wieder mal 'ne Rate fällig war... Jochen. ich das frühere los werde und das neue erhalte; dass also ein Wechsel geschehen ist, ein Tausch zweier Ausdeutungen von einem und demselben Gesicht, zu meinem Gewinn!...» Ich: «Es gab Augenblicke an jenem 21. Juni, wo ich nur an mich dachte. Aber im Boot habe ich wirklich auch an zwei Knaben gedacht, die neben mir sassen, allerdings bei ihren Eltern-— und so schlug ich zu.» So etwa lief unser Gespräch. Wir schieden als «Versöhnte», wie er sich ausdrückte. Morgen aber will er mich seiner Frau vorstellen. Wie wird das sein? Ich denke, ich werde es nicht ertragen können, Signora Wallis vorgestellt zu werden. Denn sie hat ein so grosses Recht, mich zu hassen und zu verachten. Vielleicht reise ich in der Frühe. Das wird Wohl nötig sein. Es scheint mir übrigens, dass es mir umgekehrt gehen wird wie Wallis: ich glaube, dass ich jetzt, heute, acht Jahre nach St. Thome, das Gesicht dieses Mannes zum Geschenk erhalten habe, das Gesicht eines durch mich zum Ertrinken Verurteilten, dieses Gesicht mit den sehr Leichte volthaltige Nahrung erhält den Autofahrer frisch Eliane Münsterhof, ZÜRICH verlangen Sie Preisliste A kommt, so schicken Sie ihn zu mir. Ist das zu viel verlangt?» Ich hatte ohnedies die Absicht, einige Meilen von hier mein Lager aufzuschlagen,» lächelte er. «Sie verlangen von mir, was ich auf jeden Fall getan hätte. Nur eine Frage gestatten Sie mir!» Sie nickte zustimmend. «Wenn ich hier bleibe — wie soll ich Sie nennen, zur Erleichterung des Verkehrs natürlich!» «Ich wünsche nicht, dass Sie meinen Namen erfahren,» erwiderte sie offenherzig. «Zumindest nicht den vollen. Einer der Gründe, warum ich hieher kam, ist — vergessen zu lernen, wer und was ich bin! Deshalb mag ich auch meinen Namen nicht hÖren, doch— zur Erleichterung des Verkehrs — Betty heisse ich! Es ist der Teil meines Namens, den ich noch hören mag. Rufen Sie mich Betty, wenn Sie es unbedingt haben wollen!» «Ich danke Ihnen,» sagte Moran. Er nahm seine Decken auf. «Ich will mich draussen niederlegen.» «Wenn das Wetter schlecht wird, kommen Sie herein,» sagte sie ausdrücklich. «Man muss jeder Situation Rechnung tragen und ich bin durchaus nicht prüde. Gute Nacht!» (Fortsetzung folgt.)