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E_1931_Zeitung_Nr.048

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 48 faltigen Augenlidern, welche schwirren. Karriere, an ihrem Aufstieg, an ihrem Erfolg. Ich sehe ihn im Wasser. Ich habe ihn dem Gitta ist das Mädchen von heute. Das Mädchen, das gezwungen ist, ihre Neigung Saisonbeginn... Tode überantwortet. Das ist gewiss kein Gewinn. zurückzustellen, um Ziele zu erreichen. Ich reise. Gita ist orientiert Von Fred A.Colman. Gitta, bitte, weiss Bescheid. Gitta ist über alle Gebiete des sie umwaltenden Lebens orientiert. Gitta kann tanzen, Gitta kann singen, schreiben, springen, rudern, turnen. Sie pflegt nur den Umgang mit denen, die ihr ein Wissen bringen, das retrospektiv Gittas Freunde und Freundinnen erstaunen Jässt. Ja, wenn Gitta einmal unterrichtet wurde, dann weiss sie Bescheid. Dann weiss sie auch zu sondieren, zu werten und nur die Bekannten beizubehalten, die ihr auf jeden Fall Vorteile bringen. Sie bittet nicht, sondern lässt sich bitten. Sie schenkt nicht, sondern lässt sich mit Gunst beschenken. Sie arbeitet nur an ihrer Promenadenkonzert. Promenadenkonzerte kommen auf rührende Weise den Bedürfnissen des abgehetzten Städters entgegen, der sein Herz sentimentalerweise in der Brust schlagen hören möchte. Das Stimulierungsmittel der Musik lässt sein Entzücken über die abendlichen Freuden des Lebens* wachsen, über das intensiv grüne Laub der Bäume, das sich zärtlich über den Platz des öffentlichen Konzertes wölbt, über das verheissende offene Lächeln der jungen Mädchen in den verflatternd süss-lieben Kleidern, über das leise Flüstern des warmen Abendwindes, der sich irgendwo aufgemacht hat und schaukelnd dahergetrieben kommt. Wenn die Glocken der Kirchen nach acht Uhr am Abend ihren letzten Laut von sich gegeben haben, hallen plötzlich von den Häuserwänden die festen, sichern Takte einer Blechmusik, und wie nun diese wache, frische Musik, die das Rasseln der Tramwagen und Hupen der Autos übertönt, näherkommt, springen ihr die Kinder entgegen, und die Erwachsenen machen sich auf, scheuen Schrittes die Musikanten zum Promenadenkonzert zu begleiten. Dann zieht diese merkwürdige Prozession durch die abendlieh frohen Gassen dahin, laut wirbelt der helle Ton, der Trompete empor, die Pauke dröhnt mächtig widerhallend bis in die finstern Hausgänge der Häuser, in denen es von verbrannten Kartoffeln und schimmelnden Wänden riecht. Und wie die Musikanten in die sinkende Nacht hinein ihr Repertoire herunterspielen, dass der Schall über das Laub der Bäume aufsteigt in die samtene blausöhwarze Nacht, promenieren vor dem Podium die jungen Bureaulisten mit dem Stock unter dem Arm, die Gymnasiastinnen und Ladenfräuleins, Arbeiter und Künstler, Mütter mit breiten Leibern, Kinder mit fromm-frechen Augen, alte Männer und Frauen. Junge Hunde treiben umher und jagen sich. Alle die Menschen spazieren auf eine lässige, unüberlegte Weise umher, es seheint als verlange ihre Stimmung diese Bewegung. Sie werden getrieben von der wunderbaren Gleichgültigkeit dieser Stunde, die nichts, nichts verlangt, sie sind unsagbar froh über diese Musik, diese warme Abendluft, diese spielenden Lichter über den hohen Bäumen. Ziele, um die es geht, gleichviel, ob Gitta Künstlerin, Verkäuferin, Sekretärin, Telephonistin oder Zeichnerin ist. Freilich entgeht Gitta eine einzige Freude; die Freude, mit der tollen Besessenheit der Jugend sich in Abenteuer, in Rausch, in Begeisterung zu stürzen. Gitta bleibt stets nüchtern, kann nie das Leid oder die Freude verstehen. Sie ist nur orientiert, sie weiss immer Bescheid. Gitta — eine selbstbewusste, exzentrische kleine Persönlichkeit, die sich durchsetzt, durchsetzen muss, die durch ihren ästhetischen Anblick Stadt am Abend HL Freude bereitet, aber nie selbst Freude ausstrahlt. Es ist schwer, Gitta für die Ideen anderer zu gewinnen. Sie ist nie liebenswürdig, sondern höflich, sie ist nie erregt, immer gleichmassig kühl, sie geht durch das Leben und dennoch am Leben vorbei. Die einen ringen vergebens um den Sinn des Lebens und warten, warten ein Leben lang, bis einer kommt, dem sie ihr Unglück herausbrüllen können, jetzt aber vergessen, verdrängen sie es, die andern sind grob genug organisiert, um sich durchzuschlagen, sie glauben sich behaupten zu können. — O — allen gemeinsam aber ist, dass sie den Alltag vergessen haben, diesen grauenhaften Alltag, der da ist im Dunste des Bureaus, im schalen Lächeln der Mitmenschen, in sehweissigen Händen, in tausend abgenützten Redensarten, im faulenden Geruch aus dem Munde des nächsten Menschen. Es ist nicht Rossini, es ist nicht Wagner, es ist nicht Schubert, deren Musik die Menschen des Promenadenkonzertes einlullen lässt in die sanften Träume der Vergessenheit, es ist die ganze ausgefallene, feierliche Stimmung, es ist das Geständnis des Suchens aller nach dieser Illusion, die mit den wehenden Winden und dem Duften des grünen Laubes gekommen ist. bo. „HabSonne im Herzen "... Frohsinn und Heiterkeit sind Gaben, denen man nicht allzu häufig begegnet. In unserer sehnellebigen Zeit, wo kein Mensch eine Minute Zeit für den anderen hat, findet man sehr, sehr oft eine Gereiztheit, die unangenehm wirkt. Wo ein guter Wille ist, da ist auch ein Weg. Man kann sich, wen man ernstlich will, dazu erziehen, immer fröhlich, freundlich und heiter zu sein. Wohl ist oft der Wunsch vorhanden, aber es fehlt meist der Wille. Gerade wir Frauen sollten uns bemühen, immer ein heiteres Gesicht zu zeigen; das Heim wird dadurch erhellt. Frohsinn wirkt auf alle ermunternd und anregend. Unsere ganze Umgebung wird uns dafür dankbar sein. Viel Aerger und Verdruss können vermieden werden, wenn der Mann auf seinem Wege zur Arbeit ein frohes Wort seiner Frau mitnimmt. Auch Schulkindern kann eine fröhliche Mutter unendlich viel Wertvolles mit auf den Lebensweg geben. Viel Kindertränen können mit ein paar frohen Worten getrocknet werden. Sofort ist die Welt wieder schön, und das Traurige hat sich in Lustiges verwandelt. Der Mann kommt mit Berufssorgen nach Hause; findet er zu Hause bei seiner Frau liebevolles Verständnis, ein paar vergnügte Worte — schnell sind die Unmuts- falten auf der Stirn wieder verschwunden, und helle Sonne scheint wieder. Es ist auch vernünftig, sich mit fröhlichem Personal zu umgeben. Eine mürrische Hausangestellte fällt einem mit der Zeit auf die Nerven. Wenn der Mensch zufrieden ist, geht jede Arbeit doppelt so flink vonstatten, und schon deshalb sollte man versuchen, Angestellte in bezug auf den Gehalt zufriedenzustellen. Immer sollten wir an den Spruch Flaischlens denken: «Hab' Sonne im Herzen, ob's stürmt oder schneit.» Isabella. Begegnung Seit einer Stunde streife ich ziellos durch den Wald. Alle Wage habe ich verlassen. Dies stille Plätzchen, das ich jetzt gefunden, hat wohl kaum ein Mensch vor mir betreten. Ich lasse mich am Fusse einer schlanken Buche nieder. Die Amsel, die vorhin bei meinem Nahen erschrocken geflüchtet ist, setzt sich wieder in das Geäst und flötet weiter. Ich antworte ihr, ihr Pfeifen nachahmend und bald ist ein hübsches Frage- und Antwortspiel im Gange. Da knistert es vor mir im Unterholz. Drei Schritt vor mir steht eine ausgewachsene Rehgeiss. Mein Amselpfeifen hat sie getäuscht. Nun steht sie starr, erschrocken und neugierig zugleich. Ihre guten, grossen, braunen Augen suchen die meinen: Wer bist du? Und ich suche ihr mit meinen Blicken zu bedeuten: Habe keine Angst, ich tue dir nichts. Das scheue Tier beruhigt sich tatsächlich und kommt gar einen kleinen Schritt näher. Ich bin namenlos glücklich darüber. 0, jetzt werde ich aufstehen und das Reh streicheln. Es wird seinen Kopf an mich schmiegen und ich werde ihm erzählen von der Traurigkeit meines Herzens, es wird mich verstehen und mir zuhören. Eine kleine Bewegung mache ich, um mich aufzusetzen, da schnellt das zierliche Tier erschreckt empor, macht rechtsumkehrt und stiebt in rasendem, elegantem Lauf davon. Ich aber stehe nachdenklich und traurig allein im Wald. Warum? Ernest. Aberglauben. Sind Sie abergläubisch? Vielleicht glauben Sie in ihrem tiefsten Innern uneingestanden doch noch an Winke, die aus dem Geisterreich kommen und ein gutes oder schlechtes Ereignis ankündigen. Oder sind Sie über solche unmoderne Anwandlungen hinweg? In der Sammlung volkskundlicher Handwörterbücher wird demnächst ein «Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens» erscheinen. Nachstehend folgt eine Reihe von Beispielen: Zerbricht ein Spiegel im Haus, so gibt es sieben Jahre lang Unglück. Der zerbrochene Spiegel in der Theatergarderobe aber bedeutet eine Katastrophe; der betreffende Schauspieler verliert sein Engagement. Wer das letzte Stück Kuchen vom Tisch nimmt, bleibt ledig. Drei brennende Lichter in einem Hause bedeuten, dass es bald eine Hochzeit in diesem Hause gibt. Mit einem Streichholz dürfen nur zwei Zigarren oder Zigaretten angezündet werden. Nimmt ein Dritter Feuer, so stirbt einer der Drei im gleichen Jahre. Beim Kartenspiel kann der Verlierende seinen «bösen Stern» dadurch verscheuchen, dass er seinen Stuhl einmal herumdreht. Noch besser ist es, wenn er aufsteht und einmal um seinen Stuhl herumgeht. Der Strandkorb ist etwas verblasst. Das wird nicht schön empfunden. Drum schwinge ich den Pinselquast, Das nennt man: «Dienst am Kunden!» Unser Seebad ist nicht gross, Doch kennen wir die Welt. Bei uns ist immer etwas los! Wir bieten was fürs Geld. Wir haben eine neue Strasse, Mit Bäumen schön geziert. Das Dach von unsrer Kurterrasse, Ist auch jetzt renoviert. Ihr bekommt in unserm Ort (Beschluss vom Ersten Dritten!) Betriebsstoff für den Autosport Nebst allen Requisiten. Wir haben eine «Ozean-Band» — Die haben etwas los. Wer diese Künstler erst mal kennt, Der findet sie famos. Wir haben auch in unserm Ort Drei Radios nebst Antennen, Und einen Platz für Tennissport. — Das alles hier zu nennen, Ist unmöglich und führt zu weit. Doch kommt für eure Ruhetage, Als trefflichste Gelegenheit, Nur unser Ort in Frage! Will. Pfeift ein Schauspieler im Theatergebäude, dann gibt es Pech bei der Aufführung, zumindest wird er unweigerlich stecken bleiben. Beim Verschütten von Salz muss man ein paar Körner über die Schulter werfen, um Streit zu verhüten. Das Hufeisen ist ein Glücksbringer, man muss es aber über der Haustüre mit den Schenkeln nach unten hängen, damit das Glück nicht aus dem Hause kann. Wenn man eine Nadel nicht vom Fussboden aufhebt, sticht sich der Engel des Friedens daran. Wer unter einem Gerüst oder unter einer Leiter hindurchgeht, fordert die bösen Gei« ster heraus. Humor am Tage. Ein Bauer hat sein Anwesen versichert. Nachdem alles unterzeichnet ist, will er von dem Versicherungsagenten noch eine Bestätigung haben und fragt : « Was bekomme ich, wenn mein Haus morgen abbrennt ? — < Mindestens drei Jahre. » ACAM UNTERNEHMUNG FÜR OELFEUERUNG A.-G. Telephon 1363 NEUCHATELTerreaux 0 ACAM STE ANONYME D'ENTREPRISE POUR LE CHAUFFAGE A L'HUILE LOURDE Telephone 1363 NEUCHATELTerreaux 9 Ein junger Mann schenkte seiner Braut zum Geburtstag einen Lippenstift. Er wusste, dass dies der einzige Gegenstand war, bei dem er das Geschenkte restlos zurückerhielt. Eine Installation „AEROL" (Abbildung nebenstehend) bietet das MA- XIMUM AN BEFRIEDIGUNG, dank seiner AUSSERSTEN EINFACH- HEIT, seines REGELMASSIGEN UND SICHEREN BETRIEBES und seines VORTEILHAFTEN PREISES. AUTOMATISCHE REGULIERUNG SORGFALTIGSTE KONSTRUKTION Der „AEROL" lässt sioh an alle Zentralheizungskessel anschliessen. 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- 1931 AUTOM OB1L-EEVUE CD HE EP Sie ist in unserer Zeit eine bedeutsame Erscheinung, ungefähr so charakteristisch, wie es der Backfisch oder der Blaustrumpf in verklungener Zeit waren. Sie hat nichts mit dem amerikanischen Flapper und auch nichts mehr mit dem französischen Garconnetypus gemeinsam: sie ist nicht nur auf Trenchcoatsilhouette und Garconneprofil zugeschnitten, sondern hat mitunter sehr frauliche reizvolle Züge und darüber hinaus in ihrer ganzen Erscheinung eine durchaus individuelle Note, die nicht nur im Gesicht zum Ausdruck gerät, sondern auch noch durch eine entsprechende äussere modische Orientierung. Der Krieg hat bereits im fraulichen Wesen einen Umschwung gebracht. Mit einer Menge konventioneller Vorurteile wurde gründlich aufgeräumt, und wenn wir auch nach wie vor moralische Scheuklappen tragen, so haben wir seit dem Krieg einen eminent grossen Fortschritt gemacht, zumal wir vor dem Krieg kaum mehr Freiheit als die Frauen in mohammedanischen Ländern besassen. Es gab europäische Mädchen und junge Frauen, die sogar am taghellen Tag nicht allein auf die Strasse gehen durften. Nun ist die Freiheit der Frau inzwischen oft zur Libertinage geworden und in der sozialen Sphäre kaum mehr ein fesselnder und faszinierender Gedanke, sondern schlechthin Selbstverständlichkeit. Allerdings gibt es verschiedene Grade von Freiheit, und der Begriff Liberty ist sehr dehnbar. Aber unsere heutigon jungen Mädchen sind vom Leben besser erzogen als die Vorgängerinnen, die mit all ihrer Prüderei weit schamloser waren als die heutigen Mädchen mit ihrer natürlichen Freiheit. In diesem Sinn ist der Verlust gewisser süsser Träumereien von einst, des Gretchentums, kaum zu beklagen. Die heutigen jungen Mädchen können sich selbst schützen, und sie sind vom Mann nicht mehr so abhängig wie ehemals. So hat sich ein Typus des alleinstehenden, alleinreisenden Mädchens, das in allen Weltstädten auftaucht, gebildet; mitunter bezieht es Zuschüsse aus dem elterlichen Hause oder es gewinnt aus irgendeinem Erwerb seinen Unterhalt. Junggesellin eine gewichtige Stellung im wirtschaftlichen und kulturellen Leben, sie ist nicht nur eine ernste Konkurrentin des Mannes, sondern vielfach schon hat sie es zur Superiorität gebracht, und sie sieht im Mann nicht mehr als den geschlechtlich differenzierten Rivalen im Lebenskampf. BDBOa SCaiTE Massgebend bei der Junggesellin ist ein Verlangen nach Prosperity, dem Wohlstand. Ist die Jnnggesellin eine Künstlerin, CP/^ Die Junggesellin so braucht sie selbstredend Förderung, und die geschäftlich tätige Frau braucht Beziehung und Menschenkenntnis. Sie hat in vielen Städten vielleicht Bekannte oder gewinnt solche durch Empfehlungsbriefe. Zuweilen ist sie auch in ihrem Wesen werbsam und schmiegsam, und die Menschen haben ja für einmalige originelle Erscheinungen immer eine Neugier, eine neue Gier, und sind dafür so zugänglich wie die Landschaft dem Mondschein. Natürlich schafft eine solche individuelle frauliche Erscheinung auch ein Eldorado für Klatsch. Doch dieser echte originelle Zauber bei Frauen ist ja sehr selten, und der. angetiinchte Sex Appeal ist oft nur für den Augenblick verblüffend. In Berlin fällt man zwar auf den Bluff herein wie Vögel auf gemalte Früchte, während man in Wien und Paris im allgemeinen eine sorgsamere Auswahl trifft; zumindest hat es eine Junggesellin in Paris sehr schwer, auf die Dauer einen Typus zu mimen, den man nicht in sich trägt und der nur gleichsam eine Politur ist. Der Typus Junggesellin hat keine Scham und wirkt dennoch nie schamlos. Er ist frei von aller Konvention und verletzt doch Sekretärinnen stehen verlegen mit leeren kein sittliches Gefühl. Er spricht von den Unterschriftsmappen vor ihren Chefs, während die Post noch auf der Schreibmaschine körperlichsten Dingen und tut es weit aufrichtiger, als jede prüde Frau es vermeidet, liegt, und ein Prokurist sucht den Schlüssel davon zu sprechen. zum Kassenschrank mit eingeschlossenem Die Junggesollin will die ganze Welt fühlen und das ganze Leben leben, und Blankoscheck, während der Wechsel zu Pro- so bleibt sie beim Mann, der ihr im Leben begeg7iet, nicht stehen: er ist oft mehr Episode als Epoche und Schicksal. Es handelt sich hier aber nicht um eine Anarchie des Gefühls, sondern um ein einmaliges Erlebnis, mit dem man fertig wird und von dem man nur in Erinnerung, im Er-Innerten, bequem weiterlebt. Sie ist aber auch nie so geschmacklos, in der Liebe nur Biologie zu sehen. Sie ist keine Debütantin der Sinne und weiss aus dem Diletantismus des Körpers eine Kunst zu machen. Sie ist nicht mehr die seelisch frigide Frau vom Stamme Ibsen, die seelisch unterernährt war, sondern für alle Vollgefühle empfänglich. ,C. B. Dann hat die Ein Haus ohne Möbel. Eaumsparende Möbel sind im Zeitalter der Kleinwohnungen die grosseMode und auch ein dringendes Erfordernis. Einen eigenartigen Weg, der allerdings nicht von jedem beschritten werden kann, hat ein eigenbrötlerischer irischer Gelehrter gewiesen. Zum Ruhen und Schlafen geben in diesem Bau Ruhestühle Gelegenheit, die niedriger sind als unsere Chaiselongues. Tische, Stühle nnd dergleichen sind in die Wände eingebaut. Trotzdem machen die Räume einen überaus behaglichen Eindruck. Gr. Was denken die Vergesslichen ? Elisabeth Roseniels. Wenn man etwas zu erledigen hat, legt man sich am besten zuvor die nötigen Massnahmen, sowie die zu Hilfe zu nehmenden Utensilien denkend zurecht. Hat man aber dann doch etwas vergessen, so «war man nicht ganz bei der Sache,» sondern hat an etwas anderes gedacht. Nun gibt es ganz komplizierte Aufgaben, die so schwer sind, so vielerlei Nachdenklichkeit erfordern, oder auch nur so lange dauern, dass man sich durch eine kleine Vergessliehkeit entschädigen muss. Aber es gibt auch andere Angelegenheiten, deren Erledigung so einfach wäre, wenn die Leute sich darauf konzentrieren würden. Warum haben Frauen, trotz des vorher zurückgelegten weiten Weges, im Spezialgeschäft nie das Stoffmuster bei sich, nach dem sie Seide kaufen wollen? Warum lassen Männer die notierte Handschuhgrösse zimmer. grösstmöglichste Pflege angedeihen lassen. Das Badezimmer soll der Schmuckraum der Wohnung sein. Dieser Raum ist dazu da, die Kultur der Familie zu heben, Sauberkeit und Gesundheit zu spenden. Deshalb Trachten Trachten kleiden oft sehr gut. wenn sie auf dift Trägerin abgestimmt sind. Die rumänische Nationaltracht. muss er tadellos gehalten sein. Aber in sehr vielen Häusern ist das Gegenteil der Fall. Vielfach dient das Badezimmer zur Aufbe- einer Dame immer in der Weste des An-wahrunzuges, den sie beim Einkaufen nicht tragen? schmutziger Wäsche usw. Ein grauenerre- von Besen, Bürsten, Schrubber, Blumensträusse welken einsam, während ihr gendes Durcheinander herrscht. Käufer vor der Dame des Hauses sich seiner Das Badezimmer darf keinem anderen leeren, grossen Hände schämt, und. eine Zweck dienen als nur dem Bad und der Köchin hat kein Fett mehr im Hause, wenn Körperpflege. Es muss hell und luftig sein, sie den zweiten Eierkuchen backen will. ein freundlicher Aufenthaltsort, in dem man gern länger verweilt. Es wirft auf die Hausfrau ein sehr schlechtes Licht, wenn das Badezimmer eine Rumpelkammer ist, die Wände beschmutzt und die Wasserhähne ungeputzt sind. Natürlich kann jetzt durch die noch immer test geht. Es gibt Leute, die die Hausnummer ihres Gastgebers unterwegs ver- sein, wie man es gern haben möchte. Geld herrschende Wohnungsnot nicht alles so gessen und dann mit Zündhölzern die Namenschildchen ableuchten, und es gibt andere, Sauberkeit kann man immer verlangen; für ist auch hier der springende Punkt. Doch die den Ort ihres Rendez-vous nicht merken ein unhygienisches Badezimmer ist Geldknappheit kein Entschuldigungsgrund. Jede können. Es sind immer ganz einfache Sachen, die Hausfrau sollte bestrebt sein, gerade das die Leute vergessen. Doch weshalb diese Badezimmer so freundlich herzurichten wie Vergessliehkeit? Es muss schon etwas sehr nur irgend möglich. Wichtiges sein, das diese Vergesslichen so Herrscht in der Wohnung Raummangel ganz erfüllt, etwas Erhabenes, das keinen und ist man dazu gezwungen, gebrauchte Platz mehr lässt für die kleinen Alltäglichkeiten. Ich habe Ehrfurcht davor, aber wis- schaffe man sich dafür einen runden Wäsche im Badezimmer unterzubringen, so sen möchte ich trotzdem: «Was denken alle Wäschekorb mit festschliessendem Deckel diese Leute?» an. Ueble Gerüche werden dadurch abgehalten. Die Wände streiche man mit einer haltbaren, hellen Oelfarbe an. Hat der Fuss- Das Badezimmer "»!!•. *, In keiner Wohnung, und sollte sie noch boden keine Fliesen, so belege man ihn mit so klein sein, darf das Badezimmer fehlen. Linoleum oder Stragula. Der Baderaum Lieber auf alle Bequemlichkeit verzichten, muss immer repräsentabel sein; die Badewanne und die Hahnen müssen zu jeder aber nicht auf das so unentbehrliche Bade- Diesem Raum sollte man dieTageszeit blinken. Bademäntel und Bade-* Die bestbekannten R.HEUSSER TAPETENGESCHÄFT ST.GALLEN WEBCROASSES UlEfHONIO» I ff Waldmannstrasse 10 | fl 1 f ZÜRICH färben, reinigen bügeln, stopfen tücher müssen fleissig gewechselt werden; dass jedes Familienmitglied sein eigenes Badetuch hat, ist wohl selbstverständlich. In jedem Badezimmer muss eine Entlüftungsmöglichkeit sein. 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