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E_1931_Zeitung_Nr.046

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Bern, Dienstag, 2. Juni 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 46 Die Kuckucksuhr Von Otto Michel. Das Leben ist noch lange nicht so triste, •wie es scheint. Es ist heiter, manchmal ruft sogar der • Kuckuck. Der Wald ist da: Gräser, Buchen, Moos, Farne, und die frische Quelle rauscht verheissend in die entgötterte Zeit. Da sitzen die Burschen und Fräuleins, melden, tippen und wippen. Die Waage der Zeit wird ausgewogen. Das Geld rollt ins Haus und wieder hinaus, und die Sonne fährt sacht, ganz sacht über die Tausende und lächelt. Aber es hat nirgend Käst. Eastlos rollt das Geschick dieser lauten, leisen Welt des Geschäfts in den Strom des Ewigen. Dort hinter der Tür thront der Lenker des Ganzen. Kunden kommen und gehen. Das Hauptbuch des Lebens liegt aufgeschlagen, und ein Mensch schreibt das Konto seines Geschicks voll. Nicht aber ist es immer so. Zuweilen ist eine kleine, vergnügte Stille. Man hört dann eigentlich nur das Tippen der Maschine. Vielleicht schweigt auch sie. «Kuckuck!» Das war etwas so Frohes, dass für eine Sekunde die ganze Mannschaft anhält und lauscht. «Kuckuck! Kuckuck!» Es lockt, ruft, spricht, und plötzlich tönt das Bauschen des Waldes, Vogelsang und Blumentraum. — Man sieht rasch nach der Taschenuhr. Sie stimmt. Oder sie stimmt nicht. Gestellt? Weiter schreibt, klappert, redet das Geschäft seine unartikulierte Sprache, und der Rhythmus der Zeit donnert aus der Nachbarschaft mit Motoren. «Kuckuck! Kuckuck!» — Mitten ins Getöse, mitten ins rollende Geld, mitten in die Hast des Augenblicks. So fällt der Ruf immerfort, mit jeder halben und vollen Stunde in das Bureau der Zeit. «Kuckuck!» — Sie lächeln, seht, alle lächeln: Sie nehmen das Rufen in sich hinein. Die ganze Mannschaft und der Chef. — Weiter eilt der Ruf übers Land, durch alle Kontore, in die ratternde Zeit. Geselligkeit im eigenen Heim Wer über eine kleine Wohnung oder gar nur über ein möbliertes Zimmer verfügt, wer in einer Pension wohnt oder nur ein Atelier als Wohnraum besitzt, hat es schwer, Leute einzuladen. Und doch gibt es gerade Frauen — wir denken hier an Junggesellinnen —, die die Fähigkeit haben, durch ihre besondere Art, ihren eigenen Stil, auf die graziöseste Art Gastfreundschaft zu üben. Eine Junggesellin darf sich über manches lit-z Der Roman eines Wolfhundes. Von H. G. Evarts. (Verlag Georg Müller, München.) fFortsetzune aus dem HauntblatO Immer wieder umkreiste er die Stelle, wo sein Herr, auf einem Baumstumpf sitzend, nach ihm ausschaute. Wieder gelang es Moran, für einen Augenblick den schleichenden Schatten zu erspähen, in der Tat, es war Blitz! Enger wurden die Kreise, Blitz hörte den freudigen Ton in des Mannes Stimme; Moran trug kein Gewehr, doch eine Pistolentasche hing an seiner Hüite, und Blitz hatte alle Feuerwaffen fürchten gelernt. Schliesslich stand er in voller Sicht aufgereckt und steif inmitten einer Lichtung. Schritt für Schritt glitt er näher; er winselte, und es war das erstemal, dass Moran diesen Laut von ihm hörte. Als er nur mehr zehn Fuss von Moran entfernt war, wurden die widerstreitenden Gefühle in ihm so übermächtig, dass sein Kopf von einer Seite zur hinwegsetzen; sie darf einladen, wen sie will, wann sie will und wozu sie will. Im Gegensatz zu der verheirateten Frau, die auf vieles Rücksicht nehmen muss. Bewohnt sie zum Beispiel eine Sechs-Zimmer-Wohnung, so kann sie nicht zu einem improvisierten Picknick einladen; man verlangt, dass alles «tipp-topp» ist, dass gut serviert wird und dass alle Gäste aus demselben Milieu stammen. Nicht so bei der Junggesellin. Sie kann einladen, wen sie will; kein Mensch wird an ihren Gästen etwas auszusetzen haben. Alles darf hier persönlich wirken, originell, improvisiert. Ein grosser Tisch wird in die Mitte gestellt, gedeckt, mit hübschen Blumen verziert. Zigaretten und Aschenbecher stehen überall herum; die Hausfrau reicht selbst Mokka und Likör herum. Sind junge Mädchen da, so helfen sie gern. Gibt man ein kleines Abendbrot, hat aber keine Bedienung, so gibt man am besten kalte Platten. Jeder bedient sich selbst; das gibt frohe und vergnügte Stimmung. Männliche Gäste sorgen für die Getränke. Auch ein Abend in «Pick- Bill Burton wusste, was er wert war: nicht viel. Er war aus einer Serie von mehreren Millionen junger Burschen, gut gewachsen, meist vergnügt, hatte täglich Sandwichs zum Lunch und Bier am Abend; viel Arbeit und etwas Kino. Und wie alle anderen jungen Leute dieser Erde liebte er G. G. Das einzige Besondere an dieser Angelegenheit war, dass Bill Glück hatte, ein verzwicktes Glück, ein Glück um die Ecke, aber doch eben Glück. Es fing an mit einem Traum, der keiner war. Als Bill eines Abends (eines wunderbaren, gesegneten Abends) vom Studio wegfuhr, sah er vor sich G. G. gehen, richtig zu Fuss auf dem Washington-Boulevard, unverkennbar G. G. mit ihrem nachlässigen Gang auf den wunderbaren Beinen. Schon dass sie zu Fuss ging, war traumhaft, und dass sie allein war, unwirklich. Bill fuhr ganz nahe heran, und da geschah das Unerhörte. G. G. drehte ihren schönen Kopf und lächelte ihn an, ganz offensichtlich. Bill war bekannt geistesgegenwärtig, beim Rugby konnte ihn so leicht keiner bluffen. Aber in diesem Moment verlor er den Kopf und jede Haltung und bremste so, dass er den Motor abdrosselte. Mit rotem Kopf stieg er aus zum Kurbeln. G.G. war stehen geblieben und lachte noch, als sie sagte: «Natürlich Starter kaputt. Wie?» Bill drehte wie verrückt und dabei dachte er: bloss nichts merken lassen, bloss was antworten, komisch, sie spricht ohne Akzent, wie eine Amerikanerin. Und plötzlich hörte er, wie er fragte: «Nach Hause bringen?» — «Nein, aber gern zum Santa-Monika-Boulevard.» Bill konnte kein Wort sagen. G. G in seinem Wagen! Davon hätte er tra träumen nie gewagt. War ihr Wagen kaputt? Hatte sie sich gezankt? Nur nicht fragen. Hatte sie Kummer? Wahrscheinlich, andern schwankte und seine Zähne in wildem Schnappen zusammenschlugen. Zähnefletschend vor Erregung kam er auf Moran zu. Jetzt endlich berührte ihn die Hand seines Herrn und jeder Zweifel war vorbei. In der rasenden Freude des Wiedersehens vergass er alle seine Würde und warf sich mit seinem ganzen Gewicht so rücksichtslos auf Moran, dass er ihn fast über den Haufen geworfen hätte. Er musste den Hund umklammern, um nicht hintenüber zu stürzen. Nach Verlauf einer Stunde brach Moran wieder auf und Blitz hielt sich so eng an seiner Seite, dass er ihn fast berührte. Als sie an eine Stelle gelangten, wo mehrere enge Schluchten abzweigten, lief Blitz voraus und blieb an einer Oeffnung im Felsengewirre stehen, durch die sich ein schmaler Wildpfad hinzog. Erwartungsvoll blickte er Moran an. «Du denkst, es ist am besten, diesen Weg zu nehmen, alter Bursche?» sagte Moran. «Nun gut, wir wollen es versuchen!» Und Moran verfolgte den schwindelnden Pfad. Nach einer Meile Weges sah Moran eine Unzahl Wolfsspuren. «Du alter Räuber treibst dich schon lange Zeit hier herum,» sagte er. Blitz bog ab und strebte durch das niedere Gehölz den Abhang hinan. Moran war nicht überrascht. Eine plötzliche Vermutung war in ihm erwacht, dass Blitz beweibt sei und ihn zu seiner Höhle führe. Er hielt zwar die Zeit schon für zu vorgerückt, als dass die Jungen noch in der Höhle sein sollten, auch war dies kein rechter Platz für eine Wolfshöhle, doch nichts war ausgeschlossen. Gespannt wartete Blitz ab, ob sein Herr ihm folgen werde. Moran tat, als merke er nichts und ging weiter. Blitz winselte hinter ihm her, lief vor seine Füsse und wandte sich abermals den Abhang hinauf. mck-Form» kann sehr gemütlich sein. Jeder Gast stiftet etwas; er setzt sich vorher mit der Hausfrau ins Einvernehmen, was erwünscht ist. Natürlich erfordert so ein Abend gute Organisation. Alles muss von der Hausfrau zuvor überlegt werden, damit alles klappt. Auch das Abdecken wird von allen zusammen besorgt, was meistens sehr lustig vor sich geht und gern ausgeführt wird. Ist dann noch ein Grammophon oder Radio zur Stelle, so dass ein bisschen getanzt werden kann, so wird jeder mit Vergnügen an einen so wohlgelungenen Abend zurückdenken. Auch für die Junggesellin selbst ist es ein schönes Gefühl, Menschen zusammengebracht zu haben, die sich sympathisch sind und einander anregen. Sie hat mal wieder gezeigt, dass sie das Recht und die Fähigkeit hat, Geselligkeit zu üben. Isabeüa. Wie Bill eine Frau bekam Von Hut Landshoff. sie sah so traurig aus. Als er ihr half aussteigen, flüsterte er vor sich hin: «Unsäglicher Dank.» Das konnte sie nun hören oder auch nicht, wie es ihr passte. Und erst als er weiterfuhr, kam ihm zum Bewusstsein, dass sie etwas gesagt hatte. «Morgen wieder? Am Studio? Etwa um dieselbe Zeit?» Morgen wieder. Bill war krank vor Glück. Es war ungeheuer wunderbar, und ach, wie er sie liebte. Aber er sagte ihr kein Wort davon. Er fuhr G. G in seinem Auto, jeden Tag, wohin sie wollte, und war glücklich, und schwieg. Tagsüber dachte er sich aus, was er zu ihr sagen wollte, aber abends schwieg er. Sein Glück und seine Sehnsucht klemmten ihm den Hals zu. Er versuchte gar nicht zu begreifen, was geschah. Nie kam er auf die Idee, dass G. G ihn etwa nett fände oder besonders. Alle Jungen auf der—Welt, schien ihm, waren dazu da und bereif, jeden Wunsch G. G. sofort zu eriüllln". Nun, sie wünschte sich eben gerade eine alte Limousine mit einem schweigsamen Jungen, um den sie sich nicht zu kümmern brauchte. Sie sass neben ihm mit ihrem herrlichen Profil, das er anschauen durfte, und war freundlich und gelassen. Sie sprach nie von sich, und er hütete sich zu fragen. Wenn sie ihn sonst traf, zufällig, sah sie über ihn weg wie Luft. Das schmerzte ihn das erste Mal sehr, aber er gab es sofort auf, nach einem Grund zu suchen. Alles schien ihm natürlich von G. G., mochte sie tun oder lassen, was sie wollte. Es war höchste' Freude für ihn, dass sie existierte. Es war Premiere des neuen G. G.-Films, und Bill hatte durch einen Zufall ein Billet erwischt. Eben hatte er G. G., die einen Trenchcoat getragen hatte und recht müde aussah, in die Nähe von D. F.s Bungalow gefahren — nun war sie hier in gleissen- «Was gibt s denn dort oben, Blitz?» fragte Moran. «Was willst du mir denn zeigen?» Er lachte in sich hinein, als er sich vorstellte, in welche Bestürzung sein Erscheinen die Wölfin versetzen musste, wenn wirklich die Höhle dort oben war. Er folgte Blitz den Abhang empor; nach wenigen Minuten blieb er stehen und starrte ungläubig auf die Hütte. Sie war alt und moosbedeckt. Von Bewohnern keine Spur! Sie musste der Zufluchtsort eines Einsiedlers sein — irgendeines Flüchtlings, der die Menschen mied. Zwölftes Kapitel. Von dem Augenblick an, da Teton Jackson sich von der Polizeieskorte losriss und aus dem rollenden Zug sprang, blieb er spurlos verschwunden. Das abgeschiedene Gebirgstal im Schatten der Tetons, von wo er als halbwüchsiger Bursche mit seine'r Robin Hood-Bande ausgezogen war, um in drei Staaten ein wildes Räuberleben zu führen, trägt noch immer seinen Namen. Er selbst aber blieb seit seiner Flucht verschollen. den Stoff gehüllt. In einem hohen Kragen, der ihren strahlenden Kopf einschloss und halb verbarg wie ein Gitter. Sie sah Bill, sie musste ihn sehen; sie ging direkt an ihm vorüber, aber sie tat, als kenne sie ihn nicht. Kein Lächeln bekam er, kein Augenhlinzeln, nichts. Kühl sah G. G. an ihm vorbei, und am nächsten Tag im Auto fragte sie: «Wo waren Sie gestern abend?» Sonderbar war es. Dann geschah das Merkwürdige, das Märchenhafte, das, womit Bill nicht gerechnet hatte und niemand. S-ein Freund Huxler starb. Er zerschlug seinen 500 PS, als er den Rekord des «Golden Flash» brechen wollte. Bill bekam Huxlers Hausnind ziemlich viele Dollars. Er war so im Trance, dass er kaum merkte, wie schrecklich es für ihn war, den Freund verloren zu haben, und wie wenig angenehm, auf diese Weise zu Geld zu kommen. Es war natürlich nicht genug, um G G heiraten zu können, aber genug, ihr täglich Blumen zu schicken, •wunderbare und viele. G. G kam jeden Abend, lächelnd und lieb, aber dankte nie. Als Bills Tuxedo fertig war — kein Junge in Los Angeles hatte einen schöneren — wagte er es. «Wir wollen bitte im Ambas- Sador heute abend essen,» bat er G. G zauderte, aber er sah, dass sie es gern wollte. «Ich habe meinen Job aufgegeben,» sagt© er dann, aber G. G. fragte nicht weiter. Im Ambasisador hatte Bill einen Tisch bestellt, mit mehreren hundert Rosen geschmückt. Im Film hatte er gelernt, wie man das macht — «ausgehen» Er nahm G. G den Mantel ab und starrte verzaubert auf ihr schwarzes Kleid. Sie trug einen der hochstehenden Kragen, für die sie berühmt war, wie für ihre märchenhaften Augen. Bill starrte bezaubert auf ihren blassen Hals und wusste plötzlich schmerzhaft genau, wie viel zu klein sein hübsches Haus war für G.G und wie viel zu wenig alles Glück der Welt für sie. Jemand fasste ihn an der Schulter; er merkte erst nach Sekunden, dass man etwas von ihm wollte,, Ein ernst aussehender, schwarzgekleideter Herr bat ihn, ihm einen Augenblick zu folgen. «Ich muss sie beide bitten, mein Lokal zu verlassen,» sagte der Herr, und Bill stürzte aus allen Himmeln krachend hinab. «Dadurch, dass sie zwanzig Dollar täglich erhält den Autofahrer frisch Münsterhof, ZÜRICH Verlangen Sie Preisliste A ebenso rätselhafte Weise verschwunden blieben. In den Gefängnissen erzählte man sich oft, dass diese Männer sich vereinigt hätten, auch tuschelte man von einem geheimnisvollen Zusammenkunftsorte, genannt die «Höhle». Niemand wusste etwas Bestimmtes über die Lage dieses Ortes, doch die Gerüchte erhielten sich hartnäckig, auch war es aufgefallen, dass die meisten dieser Verschollenen richtige Räubernaturen gewesen waren. Schliesslich neigten sogar die Autoritäten zu dem Glauben, dass sich eine Anzahl dieser Männer irgendwo ausser Reichweite des Ge setzes zusammengeschlossen hätte. Als Moran die Hütte erblickte, fuhren ihm diese alten Geschichten durch den Kopf. Er erinnerte sich auch, von Lichtsignalen gehört zu haben, die man von einer Bergspitze zur andern hätte aufblitzen sehen. Einer, der mit dieser Art Signalsprache vertraut war, hatte sogar behauptet, das Bruchstück einer Depesche aufgefangen zu haben. Unter den Worten, die er gelesen hätte, wären die Na- Nach und. nach hatte sich das Tal, dasmen zweier Männer gewesen, die vor Jahren seinen Namen führte, dicht besiedelt, und entsprungen waren und zu den verwegensten Verbrechern gehörten. Aber diese Ge- nur die ältesten Farmer erinnerten sich noch seiner. Böses konnten sie ihm nich nachsagen, denn niemals hatte ein armer Teufel, Verknüpfung schien ihm zu absurd, wenigdanken wies Moran von sich, eine solche der schwer zu kämpfen hatte, von seiner stens insoweit, als sie diesen Ort betraf. Die Bande etwas zu erleiden gehabt. Hütte konnte nur das Heim eines Einsiedlers Unter den Verbrechern, die während der folgenden fünfundzwanzig Jahre entsprangen, waren vielleicht zwei Dutzend, die auf Leichte vollhaltige sein. Nahrung (Fortsetzung folgt.)