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E_1931_Zeitung_Nr.046

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18 AUTÖMÖBIL-REVUE

18 AUTÖMÖBIL-REVUE 1931 - NO 46 kriegt, um die Film-G. G. zu doubeln, hat sie doch kein Recht, nachher im Privatleben so auszusehen und die Leute irrezuführen. Als sie das letztemal hier bei mir war, beklagten sich die Leute. Sie hatten G. G. eine Ovation bringen wollen, klatschten und riefen, als dies Mädchen hereinkam, und sie hatte den Mut, zu lächeln und zu danken, als ob sie glaubte, dass es ihr gelte. Und zehn Minuten später kam G. G. selbst, und da hatten wir die Blamage. Nehmen Sie es nicht tragisch, mein Herr, aber wir müssen unsere Prinzipien haben.» Eine' Sekunde später hielt der ernste schwarze Herr Bill für verrückt. «Danke,» hatte der gebrüllt, «danke tausendmal, Sie werter Herr, Gott segne Sie, Sie und Ihre Kinder!» und dann war er fortgerast. Bill wusste, was ein Double war. Irgend eine Person, die aussah, wie eine Berühmtheit und die engagiert wurde, um den Star zu ersetzen bei anstrengenden Einstellungen, Beleuchtungsproben und manchmal auch bei gefährlichen Szenen. Kein schöner «Schlaue Geschichten aus Aberdeen» ist die wortgetreue Uebersetzung der schottischen vier Worte «Canny tales fal Aberdeen» zugleich der Titel eines kleinen Büchleins, das die besten Witze der Aberdeener umfasst, dieser Schotten vom reinsten Wasser, über deren Geiz viele teils wahre, teils erdichtete Anekdoten in Umlauf sind. Schlägt man das Büchlein auf, so findet man als erstes eine Photographie: die Ansicht der Hauptstrasse und des Hauptplatzes von Aberdeen. Beide wie ausgestorben. Kein Mensch, kein Tram, kein Auto. Und unter dem Bilde steht geschrieben: «Aberdeen am Tage einer öffentlichen Sammlung. Und nun einige Beispiele aus der Sammlung: An der schottischen Küste wird eine Flasche ans Ufer gespült. Sie enthält einen Zet- -tel mit Namen und Adresse und folgenden Zeilen: Auf diesem Wege gebe ich bekannt, dass ich Schiffbruch erlitten. Sollte meine Leiche nicht ans Ufer gespült werden, nur diese Flasche^ so bitte ich den Finder, die Flasche beim Krämer More gegen Auszahlung des Zwei-Penny-Einsatzes abzugeben und den Betrag meiner verwaisten Familie Eukommen zu lassen.» Leid und Unglück ist schon über manchen Automobilisten und seine Familie gekommen, weil die Nerven für einen Augenblick versagten. Wenn Sie durch eine schlaflose Nacht od. langes Fahren übermüdet sind, einer bewegten Konferenz beiwohnten, Kopfweh oder Ihren schlechten Tag haben, dann nehmen Sie eine halbe oder ganze Citan-Tablette. Sie gibt Ihnen in kurzer Zeit und für den ganzen Tag klaren Kopf und seelisches Gleichgewicht ; Citan beseitigt ferner die Folgen von Nikotin- und Alkoholgenuss. Ein Röhrchen mit 12 Stück Fr. 2.50. Bei 2Röhrchen portofreier Versand durch VICTORIA-APOTHEKE Zürich, Bahnhofstrasse 71 Comptoir Vinicole Romand Cti. Mader-Keüer, Di&tikon Beruf, anstrengend und sehr, sehr traurig, denn immer wenn der Kameramann anfing zu kurbeln, in diesem allerschönsten Moment musste das Double verschwinden. Als Bill vor die Tür kam, streichelte die falsche G. G. seinen Wagen und weinte verzweifelt, und Bill, der nicht mehr schüchtern war, riss sie in seine Arme, vor allen Chauffeuren auf dem Parkplatz vom Ambassador küsste er sie, ihren Hals, ihre Hände und ihren zauberhaften Mund. «Ich danke dir so, so nett von dir, nicht G. G. zu sein. Bitte, willst du mich heiraten?» «So gern, Bill,» sagte das Mädchen und schluchzte noch etwas beim Küssen. «Wie heisst du eigentlich?» fragte Bill, als er angekurbelt hatte und wie viele seiner Kameraden in besonderen Momenten versuchte, mit einer Hand zu schalten und zu lenken, weil die andere so wunderbar beschäftigt war. Und das Mädchen schmiegte sich ganz nahe an ihn und schluchzte leise: «Auch Greta.» Schlaue Geschichten aus Aberdeen „CITAN-TABLETTEN" H. Feinstein vormals C. Haerlin Zuverlässiger Stadt- und Postversand Bestellen Sie Jetzt schon Ihren Neuenburger 1930er Telephon 106 Lieferbar sofort In Fässern von 16, 20, 30, 60 u. 100 L. & Fr. 1.60 oder per Flasche ä Fr. 1.40 franko Keller, im ganzen Stadtrayon, sowie Zürich-Umgebung. i: Probenasehe gratis nirVerfügnne Ein Schotte war eine Woche lang Gast seines Freundes in der Stadt und wurde von seinem Gastgeber sehr verwöhnt. Als er Abschied nahm, versprach er zum Dank von zu Hause eine Henne zu schicken. Es vergingen Monate, das versprochene Geschenk kam nicht an. Da trifft eines Tages der gastliche Freund den Schotten und kann es sich nicht verbeissen, ihn an die Henne zu erinnern. Ohne Verlegenheit antwortet der Schotte: «Stimmt, ich wollte dir immer die Henne schicken, bis heute aber ist sie noch nicht krepiert.» Der lebensüberdrüssige Schotte beschloss, sich mit Gas zu vergiften. Da es ihm um den Gasverbrauch seiner eigenen Leitung leid tat, schlich er sich in die Wohnung seines abwesenden Nachbarn. Dort öffnete er den Hahn, wartete aber vergebens auf das ausströmende Gas. Schliesslich entdeckte er, dass beim Nachbarn ein Gasautomat installiert ist, der nur gegen Einwurf eines Pennystückes Gas spendet. Da ging der Schotte tieftraurig heim und blieb am Leben. Eine junge Heilsarmeeschwester kommt mit der Sammelbüchse zu einem betagten Schotten und bittet um eine kleine 1 Gabe-'für den Herrn. Der Schotte fragt sie nach ihrem Alter, und als er hört, dass sie erst 18 ist, meint er: «Ich dagegen bin schon 75. So werde ich den Herrn viel früher sehen als Sie, liebe Schwester. Bei dieser Gelegenheit kann ich ihm die gewünschte kleine Gabe persönlich überreichen.» In Aberdeen wurde der Trambahn-Tarif ermässigt. Darüber herrschte allgemeine Aufregung. Ueberall hörte man Klagen: «Unerhört, wie man einem das Leben verteuert. Bisher hat man drei Penny gespart, wenn man zu Fuss ging, statt zu fahren, jetzt spart man nur zwei. So wird einem das Geld aus der Tasche gezogen!» Die Frau des geizigen Schotten verreist Sie verabschiedet sich mit den Worten: «Sobald ich ankomme, schreibe ich dir einen Brief.» Einen Brief?» Der Schotte schüttelte den Kopf. «Sei doch nicht so verschwenderisch!» «Du hast recht. Eine Karte genügt auch, das kostet nur die Hälfte,» meint die Gattin. «Nein;» erklärt nach kurzer Ueberlegung der Gemahl. «Ich weiss noch eine bessere Lösung. Spare dir das teure Briefpapier, adressiere nur einen leeren Briefumschlag an mich und schreibe auch keinen Absender hinten drauf. Dieses Kuvert lass ohne Marke an mich abgehen. Wenn man es mir dann gegen Strafporto aushändigen will, so verweigere ich die Annahme. Unser Zweck ist ja dann erreicht: ich weiss, dass du glücklich angekommen bist.» In einer schottischen Provinzstadt veranstaltete ein Hungerkünstler ein kurzes Gastspiel. Der pekuniäre Erfolg war äusserst massig, aber mehr als hundert Jungfrauen haben ihm Heiratsanträge gemacht. Ein kleiner schottischer Junge fällt ins Wasser. Seine verzweifelte Mutter verspricht fünf Schilling Belohnung für seine Rettung. Ein Matrose wirft sich in die Fluten, rettet den Jungen in ohnmächtigem Zustande. Die Wiederbelebungsversuche glücken, der Junge gewinnt die Besinnung wieder. Die Mutter überreicht dem Matrosen zweieinhalb Schillinge. Der Matrose meint, sie hätte doch fünf versprochen. «Ja,» entgegnete sie, «aber nur für den Fall, dass er lebend gerettet wird. Der Junge war aber halbtot, als er aus dem Wasser gezogen wurde.» Ein schottisches Ehepaar lauscht Sonntags am Radio den Gottesdienst. Plötzlich beginnt Die Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagners CH Tourlng, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. S. Laufenburg Bestbekannter Kurund Ausflugsort Prospekte d. d. Vcrkehrsrerein. 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Der Buchenast, der Haselstrauch, Sie sind schon grün getüpfelt... Es singt in mir, ich grüne auch, Mein altes Herze hüpielt. s. der Mann zu lachen, zur grossen Empörung seiner andächtigen Frau. Der Schotte erklärte seine gute Laune: «Mir fiel nur ein, dass man dort die Leute mit dem Klingelbeutel belästigt und wir sitzen hier.» Ein Radiobesitzer in Newyork versucht vergebens die schottische Station Aberdeen zu erhalten. Aber trotz genauer Einstellung der Wellenlänge ist kein Ton zu hören. Verärgert will er den Apparat schon abstellen, da erscheint sein schottischer Freund, dem er sein Leid klagt. Dieser bittet ihn um einen Augenblick Geduld, zieht zwei Centstücke aus der Tasche und lässt sie in der hohlen Hand laut vernehmbar klirren. Im selben Augenblick ertönt klar im Lautsprecher eine Stimme: Hallo, hier Aberdeen!» Die Nobelpreise steigen wieder. Seit der schwedische Steuernachlass eingetreten ist, steigt der Wert der Nobelpreise ständig. Im Jahre 1926 betrug die Steuer noch über eine halbe Million, jetzt ist sie auf weniger als ein Drittel herabgesetzt. Ihren Tiefstand hatten die Preise 1924 mit 116 718 Kronen erreicht, 1928 hatten sie sich dem Anfangsbetrage (1901) von rund 150 000 Kr. wieder genähert. Sigrid Undset und Prof. Windaus in Göttingen erhielten u. a. diesen Betrag. Thomas Manns Preis (1929) betrug bereits 172 760 Kr., Sinclair Lewis erhielt im vorigen Jahre 172 946 Kr. und in diesem Jahre wird jeder Preisträger 173 206 Kr. und 26 Oere erhalten. Für Picknick und Dessert iscu SO ein in erstklassiger Qualität Büchsen von 2 kg Nettoinhalt zu Fr. 7.- und 11.- franko, Verpackung inbegriffen Seil 20 Jahren bin ich bekannt für feinste Confeklmischungen. Machen Sie einen Versuch! Sie werden zufrieden seint Fortuna-BisEisits- u. Waffelnfabrik r C\aotr E. 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46 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 19: EDCEI HDaQE Es gab immer Zeiten, in denen sich die Frauen dem Mann anzunähern mühten, sowohl auf der modischen wie auf der geistigen Ebene. Erinnern wir hier zum Beispiel an die Virargo, die vermännlichte Jungfrau der Renaissance, an die kriegerischen Jungfrauen, die sich in der Literatur und im Leben in Rüstungen steckten, um =o in Kampf und Abenteuer zu ziehen. Auch im romantischen Zeitalter gefielen sich die Frauen in Hosenrollen. In Eichendorffs «Ahnung und Gegenwart» wird das Tragen von Männerkleidern zu einer Art Sport. Die romantischen Romane wimmeln von Frauen in Männerkleidern. Der unabänderliche Zug des Menschen zur Illusion, zur Täuschung anderer und zur Selbsttäuschung ist besonders dem weiblichen Geschlecht eigen. Das Problem der Geschlechtsverwandlung hat nicht nur auf der Bühne, sondern auch im Leben und innerhalb des gesellschaftlichen Daseins seine Geschichte. Die Geschichte der Hosenrolle ist einmal die Geschichte der Emanzipation von der weiblichen Kleidung, dann wieder die Geschichte der Verneinung alles Weiblichen und die Betonung alles dessen, was männlich ausdruckshaft ist. In diesem Sinn lief die Suffragette durchs Dasein, durchaus männlich orientiert in Geist und Mode, womit sie die verschärfte Unabhängigkeit vom Mann beanspruchte und damit prompt in eine Sackgasse lief, wo sie sich in unfreiwilliger Komik wie ein Gewitter drehte, das keinen Abzug findet. Dazumal, zu Beginn der Frauenbewegung, geriet man auch auf die naive Idee, dass allein Mode und Erziehung daran schuld seien, dass im Lauf der Zeit weibliche Wesen geboren wurden. Man war unbeirrbar überzeugt, dass man im Lauf von einigen Generationen unbedingt wieder alles männliche Wesen erhalten würde, wenn man den Mädchen eine durchaus harte Erziehung angedeihen liesse und sie knabenhaft kleiden würde. Damit fand man den Anschluss an den bereits verklungenen Mythos, demzufolge man ehemals glaubte, dass man im Fell eines Tieres selbst Tier sein würde. Man reihte ursprünglich Zähne und Klauen starker Tiere um den Leib, weniger um geschmückt zu sein, als um stark zu werden wie das Tier. Im Fell eines Panthers wird man selbst zum Panther Die Bemalung und Tätowierung macht den Menschen dem Tier gleich, und in schmerzhafter Prozedur wurde dem Jüngling das Bild des Totemtiers in die der Schneiderkönig Paul Poiret, der die Dame in eine Odaliske zu verwandeln suchte. Was man aber befürchtete, trat ein. Das weibliche Geschlecht vor dem Krieg war keineswegs geneigt, dieser modischen Diktatur zur Beute zu fallen. Inzwischen ist nun wohl die Frauenbewegung mit ihren emanzipierten Auswüchsen durchaus männlicher Orientierung hereingebrochen. Doch die heutige Dame, die in Hosen herumläuft, ist keineswegs ein Produkt dieser Emanzipationswelle; sie strebt damit nicht Gleichberechtigung im ehelichen Binnendasein oder in der wirtschaftlichen Weltgeschichte an. Vielmehr will sie gerade durch die Hosenrolle ihren bizarren weiblichen Charme erhöhen und steigern. Auch der Sport hat natürlich in der modischen Entwicklung eine Zäsur gemacht. Im Schnee, am Strand, auf dem Tennisplatz, überall läuft die Dame in Hosen herum. Es hat lange genug gebraucht, bis das Pyjama einen makellosen Ruf errang. Aus dem Persischen übernommen, hatte es zu Beginn Anklang an das persische Beinkleid. Die Hosentracht fand bei den Frauen sofort eine Menge Lieblinge: Cowboys- und Zimmermannshosen wurden nachgebildet. Dle Zufahrtsstrassen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich In O. R. Wagner« CH Touring, Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. C. 8. Die weisse Farbe ist unabhängig von der Mode. Auch jetzt sieht man neben den ausgesprochenen Modefarben wieder entzükkende Modelle in Weiss. Besonders abends bei hellem Licht wirken diese blütenweissen Toiletten fabelhaft. Crepe Satin, weichfallend, sieht herrlich aus; gleichfalls sehr duftig und zart sind Chiffonkleider mit dem passenden Unterkleid. Bei hellem Licht, im Tanzsaal, macht so ein duftiges Gebilde von weisser Seide einen eleganten Eindruck. Sehr jugendlich und dabei vornehm wirkt nach wie vor der weisse Schal aus Crepe de Chine mit handgeknüpften, langen Seidenfransen. Natürlich müssen Schuhe und Strümpfe mit der weissen Toilette harmonieren. Dunkles Schuhwerk ist unmöglich. Ganz zartfarbene Strümpfe und Silberbrokat- Krone- Schweizerhof Hensail, Hotel Stordien Bekannt für reelle, gute Bedienung aus Küche u. Keller. — Schöne Gesellschaftsräume. Garage. Tel. 65. E. SEEMANN. Appiill Wal7PnhaiiQPti WaiZUllliaUbCII Frone Aussicht Altbekannt gntburgerliehes Hans. Herrliehe Ausstellt auf ßodensee. Neue Terrasse. 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Im gesellschaftlichen Leben hat die Verkleidung nicht immer den tiefen Sinn, sich Saison, und nun soll auch das Pyjama als als Strassenkleider sahen wir bereits letzte im Wesen zu verwandeln. Man will mir Abendkleid sich im modischen Bezirk ansiedeln. Wir haben ein «verschämtes» Py- an der Oberfläche ein anderer Mensch sein und in diesem Sinn haben zum Beispiel jama, das beinah an ein gewöhnliches auch die Braut© und jungen Frauen in früheren Zeiten beim Empfang der Liebhaber haben das «offen-zynische» Pyjama, das die weibliches Abendkleid erinnert, und wir und Eheherren einen Bart umgelegt. Die Hosen form betont. tollsten Wagnisse erlaubten sich die römischen Frauen hinsichtlich der Verkehrung nem Wesen alles, was irgendwie den mora- Das verschämte Pyjama verdeckt von sei- der Geschlechter lischen Kredit der Dame gefährden könnte. In unserer Gegenwart war es zunächst Die Dame stolziert mit breiten Ho:sen einher, und jede einzelne Röhre ist so weit wie ein gewöhnlicher Rock. Als Material verwendet man Mousseline oder Stein. Der Oberkörper ist so straff wie möglich mit Lame oder Crepe Georgette umspannt; der Stoff reicht bis unter die Achseln, so dass er durch Spangen aus Strass über die Schulter befestigt werden muss. Dieses «verschämte Pyjama» hat wahrscheinlich mehr Durchschlagskraft' als das «offenzynische». Es ist den Pariser Modeschöpfern gelungen, Männerkleidung in verführerische, kokette Frauengewandung zu wandeln. Im Zeitalter der Verkehrsextase, der Weekend- Vergnügen, der Sportfreuden ist dieses neue modische Modell das denkbar Praktischste, das neben der Zweckmässigkeit noch bizarr und originell wirkt. Im Pyjama ist die Frau zeitgemass gekleidet. Darüber hinaus belässt dieses Modell der Frau ein Höchstmass an Beweglichkeit und Behaglichkeit und sichert alle hygienischen Valeurs. In diesem Sinn ist die Psychologie der heutigen Mode jener von früheren Zeiten entgegengesetzt. Ehemals war das Kleid allein herrschsüchtig und der Körper hatte sich dem Kleid unterzuordnen. Im Mittelalter Chauffeur-Anzüge Cord, braun und grau Fr. 68.50 und 80.— Chauffeur-Kappen blau, Fr. 7.50 und 8.50 Staub-Mäntel weiss, mit blauem Kragen und Manschetten Fr. 17.50 und 25.— beige, Fr. 15.— u.25.— Auto-Hauben Fr. 7.50 9.-12.-u.15.- Auto-Handschuhe Ia. Nappa, Fr, 9.50 u. 10 Lavable, Fr. 12.- 14.50 und 15.— Combinaisons Regen-Mäntel Fr.35.-,40.-,45.- u.50.- empfiehlt Sporthaus HALBER Muhlegasse 5 ZÜRICH 1 verlangen Sie illustrierten Katalog WiRKTIl.l 7iiBiPH inFUFNMB«;i Inserieren Sie im .Autier-Feierahend' Eine neue, modische Kombination, die in Amerika kreiert wurde: Die Uhr auf der Handtasche. empfand man ja auch den Körper sündhaft und als Madensack, und man hüllte ihn in bauschige und faltige Gewänder Heute gewinnt das Linien- und Formenspiel menschlicher resp. weiblicher Körper wieder an Bedeutung, aus dem einfachen Grund, weil der Körper seelische oder geistige Valeurs ausdrücken muss. G.B. Lob der weissen Mode Die bestbekannten Schuhe Fr. 15.— und 16.— Damen- und Herrenfür gesunde und empfindliche Fasse in grosser Auswahl im Ia. handgenähte 3fir/cfi I fiovcficngaffa 6