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E_1931_Zeitung_Nr.046

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26 AUTOMOBIL-REVUE

26 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N«46 Die neuen internationalen Verkehrszeichen Die Schweiz und das Abkommen Das eidgenössische Justiz- und Polizeidepartement und die neuen Verkehrssignale. Protokoll und die bereinigte Zusammenstellung der von der internationalen Verkehrskonferenz in Genf befürworteten Verkehrssignale sind Anfang Mai erschienen. Die wichtigsten Punkte des Protokolls, sowie die Signaltafeln geben wir im folgenden wieder. Wir hatten Gelegenheit, uns mit Herr Dr. Rothmund, welcher bekanntlich die schweizerische Delegation in Genf anführte, über die Arbeiten und Ergebnisse der Beratungen zu unterhalten. Wir wiederholten dabei unser bereits früher geäussertes Bedauern, dass das äusserst zweckdienliche und gut orientierende bisherige OrtssignaJ (Dreiecktafel mit Häusergruppe), sowie auch die Tafel für Schule und Spital fallengelassen worden sind. Es geschah dies hauptsächlich deshalb, weil die Dreiecktafel, welche ausschliesslich im neuen System für Gefahrenzeichen verwendet wird, für die Bezeichnung von Ortschaften auf keinen Fall mehr in Frage kommen kann und die neue blauweisse Ortsanschrift bestimmt auch ihren Zweck erfüllen wird. Es ist übrigens vorgesehen, jeweilen auf der Rückseite der Tafel den Namen der nächsten Ortschaft anzugeben, so dass man bei der Ausfahrt aus einem Ort zum voraus orientiert ist. Als Ersatz für die speziellen Zeichen, welche die Nähe von Schule oder Spital meldeten, ist auf Antrag der schweizerischen Delegation das neue Warnungssignal, das blaue Quadrat mit weissem Gefahrendreieck im Zentrum, aufgenommen worden. Zur besseren Verständlichkeit könnte ja in den freien Raum noch durch Text auf derartige Gebäulichkeiten hingewiesen werden. Für die bereinigten Signaltafeln ist besonderen Wert daraufgelegt worden, durch Zeichnung, Farbe und Form den Sinn des Zeichens augenfällig zu machen, ohne dabei den Text zu Hilfe nehmen zu müssen. In der Tat enthält einzig das Signal für Zollposten die Worte «Zoll» und «Douane», wäh- rend in allen übrigen Fällen mit Zeichen oder Zahlen der Zweck erreicht werden konnte. Unsere Delegation hat ihr Hauptaugenmerk darauf gerichtet, den übrigen Staaten möglichst die Verkehrszeichen beliebt zu machen, welche bereits in der früheren- Empfehlung des Völkerbundes vorgesehen und die zu einem beträchtlichen Teil aus dem System des schweizerischen Städteverbandes übernommen waren, welches ja in manchen Städten unseres Landes bereits verwirklicht wurde. Dem Berichte der Delegierten ist zu entnehmen, dass sie mit ihrer Aufgabe vielfach keinen leichten Stand gegenüber den zahlreichen anderweitigen Vorschlägen anderer Nationen hatten. Wie gestaltet sich nun das weitere Vorgehen bei uns? Das Justiz- und Polizeidepartement will mit Recht nicht einfach zuwarten, bis es die gesetzliche Kompetenz hat, die Zeichen als verbindlich zu erklären. Um zu verhindern, dass Ortschaften oder Kantone, welche die Strassensignalisierung ergänzen wollen, sich noch unnötige Ausgaben machen durch Aufstellen veralteter Tafeln, welche nach der Genfer Konvention keine Gültigkeit mehr haben, soll ihnen möglichst bald die definitive Signalsammlung, wie sie die Schweiz übernehmen will, vorgelegt werden. Vor endgültiger Beschlussfassung sollen massgebende Instanzen wie Städteverband, Baudirektorenkonferenz und Strassenfachmänner noch begrüsst werden, um eventuelle Differenzen noch beheben und ausgleichen zu können. Das definitive System wird dann in die Vollziehungsverordnung zum eidg. Verkehrsgesetz übernommen, und damit deren einheitliche Anwendung durch alle Kantone gewährleistet. Da eine baldige einheitliche Signalisierung von grösster Bedeutung und die Verwirklichung der Genfer Beschlüsse durch die Schweiz als internationales Reiseland von besonderer Wichtigkeit ist, will das Justiz- und Polizeidepartement die Arbeitin möglichst fördern, so dass es bei uns auf alle Fälle bei weitem nicht die als Frist angesetzten fünf Jahre benötigen wird, um die Beschlüsse in die Praxis umzusetzen. Dafür werden alle Verkehrsinteressenten dem Departement und hier wiederum besonders Herr Dr. Rothmund grossen Dank zollen. Sehr zu begrüssen ist die von ihm vertretene Auffassung, dass bei der Aufstellung der Zeichen ganz besondere Sorgfalt zu verwenden sei. Die Auswahl des Standortes soll nicht nur punkto guter Sicht, sondern hauptsächlich hinsichtlich der Bedürfnisfrage erfolgen. Es muss dabei unbedingt darauf gehalten werden, dass nicht für jedes unbedeutende Hindernis, das für den achtsamen Fahrer überhaupt kein solches sein kann, Gefahren- und andere Tafeln aufzupflanzen. Dadurch wird der Wert dieser Signale gewaltig beeinträchtigt und niemand wird sie ernst nehmen. Die Aufmerksamkeit des Führers soll durch Signale wirklich nur dort in Anspruch genommen werden, wo es die Umstände auch tatsächlich erfordern. Auch in dieser Hinsicht ist eine Neuorientierung bei der Durchführung der Strassensignalisation nur am Platze. So scheint die Genfer Tagung denn bald ihre Früchte für die Schweiz zu tragen und deren rasche und konsequente Ernte wird us wohl auch den Skeptikern und Kritikern — deren Zahl sicher schon beträchtlich geschrumpft ist — erleichtern, ihre Bedenken und Wünsche im Interesse einer endlich erlangten Vereinheitlichung fallen zu lassen. b. Inhalt des Abkommens Die umfassende Vereinheitlichung der Strassenverkehrssignale auf internationalem Boden ist nach jahrelangen Bestrebungen endlich zur Wirklichkeit geworden und ein altes Postulat der Automobilisten damit in seinem wesentlichen Teil in Erfüllung gegangen. Die vom Völkerbund einberufene Strassenverkehrskonferenz hat in Genf vom 16.—30. März getagt, worüber wir seinerzeit sukzessive referierten. Die knappen Ergebnisse der Verhandlungen sind in Nr. 31 unseres Blattes durch die Wiedergabe des offiziellen Bulletins festgehalten worden. Nachdem nun in der Zwischenzeit das Abkommen in seinem deiiiiitixcn Wortlaut (in Englisch und Französisch, beide als authentische Sprachen) festgestellt und der Oeffentlichkeit übergeben worden ist, veröffentlichen wir nachstehend einen Auszug mit den wichtigsten Bestimmungen der Konvention über die Vereinheitlichung der Strassienverkehrssignale: Auszug aus der Konventi on. Die hohen Parteien nehmen durch' die Unterzeichnung des Abkommens das Siystem der internationalen Signalisierung der Strassenverkehrszeichen an, das beigefügt ist, and verpflichten sich, dasselbe auf ihre m Territorium so rasch als möglich durchzuführen. Die unterzeichnenden Staaten haben die neuen Signale sukzessive einzuführen und die alten Signale den neuen anzupassen. Die Ersetzung aller Strassensignale, die nicht dem angenommenen System entsprechen, hat bis spätestens fünf Jahre nach (dem Inkrafttreten dieses Abkommens zu er'folgen. Die nachstehend beschriebenen und abgebildeten Signale sollen als einzi'ge Verkehrszeichen zur Anwendung kom,men. Sollten dennoch neue Signale notwendig sein, so wären dieselben in das nachstehend beschriebene System einzuordnen. 'Die Vertragsparteien haben darüber zu wachen, dass in ihrem Verkehrsgebiete keine Verkehrssignale aufgestellt werden, die geeig.net sind, Verwirrungen anzurichten oder Verwechslungen zu verursachen. Sie haben jene Signale enlfernen zu lassen, die schlecht leserlich sind. Die Vertragsparteien sind ferner gehalten, diesem Signalisationssystem zur vollen Wirksamkeit zu verhelfen und die Zahl der reglementarischen Signale auf das notwendige Minimum zu beschränken. Sie verpflichten sich, keine Abänderungen an den beschlossenen Signalen vorzunehmen, die deren Sichtbarkeit vermindern oder deren Charakter entstellen. Entsteht zwischen zwei Vertragspartsien eine Differenz in der Auslegung oder Anwendung der nachstehenden Konvention, so soll der Streitfall zur konsultativen Begutachtung der «Technischen und konsultativen Kommission des Völkerbundes für Verkehr und Transit» vorgelegt werden. Die Konvention kann durch jeden Völkerbundsstaat bis 30. September 1931 und durch jeden Mitgliedsstaat, der an der Konferenz beteiligt war, sowie durch jeden Staat, dem der Völkerbundsrat ein Exemplar dieser Konvention zugesandt hat, unterzeichnet werden. Nach dem 1. Oktober 1931 können weitere MARMON 70 Ein Hervorragender 8 Zyfincfer Fr. 12,400.- Generalvertretung: TITAN A.G., Stauffacherstraße 45, Telefon 58.633, ZÜRICH Monbijoustraße 30 Telefon Boiiw. 33.66 BERN

No 46 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 27 Staaten dem Abkommen beitreten. Die Konvention wird sechs Monate nach Empfang von mindestens fünf Ratifikationsakten dmch den Generalsekretär des Völkerbundes in Kraft treten. Jede Vertragspartei kann auch jederzeit Vorschläge für Abänderungen oder Ergänzungen einreichen. Dieselben müssen dein Generalsekretariat des Völkerbundes übermittelt werden, welches dafür sorgen wird, dass alle andern Vertragsstaaten davon Kenntnis erhalten. Sind alle Kontrahenten mit einem Vorschlag einverstanden, so wird derselbe in die Konvention übernommen. Das Abkommen wird acht Jahre, vom Zeitpunkt des Inkrafttretens angerechnet, in Wirkung bleiben, wobei aber eine Revision nach diesen acht Jahren ohne Verzug vorgenommen werden muss, wenn dieselbe von mindestens drei Staaten verlangt wird. Beschreibung der Signale. Das internationale System der Strassensignalisierung umfasst die untenstehend beschriebenen Signale. Wird eine anzuwendende Farbe als fakultativ angegeben, so hat jeder Staat dafür zu sorgen, dass in seinem Gebiete ein- und dieselbe Farbe zur Anwendung gelangt. I. Gefahrensignale. Die Signale dieser Kategorie müssen dreieckige Form aufweisen. Sie haben den Zweck eine herannahende Gefahr dem Automobilisten anzukünden. Es gehören dazu: 1. Die 5 Signale, die durch die internationale Konvention vom 24. April 1926 für den Automobilverkehr erlassen worden sind (Figuren 1—5). 2. Ein Signal zur Ankündigung von allen Gefahren, die unter Ziffer 1 nicht berücksichtigt sind (Figur 6). Erlauben die athmosphärischen Verhältnisse die Anwendung von vollen Dreiecktafeln nicht, so können dieselben ausgeschnitten werden. In diesem Falle fällt der senkrechte Balken weg (Figur 7). Dieses Signal steht in einer Distanz von wenigstens 150, höchstens aber 250 m vor der Gefahrenstelle. Erlauben die Umstände nicht, das Zeichen mindestens 150 m vorher anzubringen, so müssen besondere Dispositionen getroffen werden. Frühling im Tessin — Printemps au Teasin 3. Ein Signal zur Bezeichnung der Priorität des Durchfahrens (Kreuzen). Dieses auf dem Kopfe stehende Dreieck wird je nach den Umständen placiert (Figur 8). Signale, die in der Nachbarschaft von Niveau-Uebergängen der Eisenbahnen angebracht werden müssen, sind nicht in dieser Vorschrift inbegriffen. II. Signale mit Verbots-Vorschriften. Diese Signale haben Scheibenform aufzuweisen. Sie enthalten entweder ein zu respektierendes Verbot oder eine durchzuführende Verpflichtung, die beide von den kompetenten Behörden erlassen wurden. A. Verbots-Signale. * In diesen Signalen soll die rote Farbe vorherrschen und die allgemeine Form des Signales herausheben. Die andern Farben sind fakultativ, ausgenommen die nachstehenden Aufschriften Ascona di Piazza (Photo E. Steinemann, Locarno) a) Verkehrsverbot für alle Fahrzeuge: Innerer Teil weiss oder helles Gelb (Fig. 1). b) Verbotene Fahrrichtung oder verbotene Einfahrt (Figur 2): Horizontalbalken weiss oder helles Gelb. c) Durchfahrtsverbot für Automobile: Kombination des Zeichens a mit Angabe der entsprechenden Verbotszeiten. (Figur 3, 4, 5.) d) Gewichtseinschränkilng: Kombination der Zeichen a oder c mit einer Ziffer, welche die maximale Tonnenzahl angibt. (Figur 6, 7.) e) Geschwindigkeitsbeschränkung: Verwendung des Zeichens a in Verbindung mit der Zahl, die die Maximalgeschwindigkeit ausdrückt. (Figur 8.) f) Stationierungsverbot: Das Verbot betrifft diejenige Strassenseite, auf der das Signal aufgestellt ist. Dasselbe kann durch Angaben über die Stationierungszeit vervollkommnet werden. (Figur 9.) g) Parkierungsverbot: Prinzipielles Verbot für das Aufstellen von Motorfahrzeugen. (Figur 10.) B. Signale zur Markierung einer auszuführenden Verpflichtung. h) Einbahnverkehr: Der Pfeil gibt die Richtung des Verkehrs an.(Figur 11). Die Wahl der Farben ist fakultativ, unter der Bedingung, dass die rote Farbe nicht dominiert oder ausgeschlossen ist, wenn für den Hauptteil blau verwendet wird. i) Ankündigung einer Zollstation: An den Verkehrsadern in der Nähe von Zollstationen werden diese Zeichen angebracht mit Aufschriften in der Sprache der beiden Grenzstaaten. (Figur 12.) III. Orientierungssignale. Diese Signale müssen eine rechteckige Form haben. Die Wahl der Farben ist freigestellt, hingegen darf die rote Farbe niemals vorherrschen. a) Autorisierter Parkplatz: Diese Signaltafel kann mit ergänzenden Aufschriften versehen werden (Stunden für die Parkierungsbewilligung). (Figur 1.) b) Mahnung zur Vorsicht: Dieses Zeichen wird in der Nähe von Schulhäusern und Arbeitsstätten angebracht, um auf die Möglichkeit erhöhter Gefahren hinzuweisen. Eine Aufschrift zur Bezeichnung der Gefahr ist erlaubt. (Figur 2.) c) Bezeichnung einer Hilfsstelle (Sahitätsposten für erste Hilfe): In der Nähe dieses Zeichens wird sich stets eine Hilfsstelle eines Strassenverkehrsverbandes befinden. Das weisse Viereck im Innern muss mindestens 30 cm Seitenlänge haben. d) Ortstafeln und Wegweiser: Sie dienen zur Bezeichnung einer Ortschalt oder zur Bezeichnung der Richtung nach einem bestimmten Ort mit oder ohne Kilometerangabe. Richtungstafeln können mit einer pfeilartigen Verlängerung versehen werden. (Figur 4 und 5.) vtrn E'-'iA, >ti •>' «' - ; UNANIMITE! Les cort8truoteurB les plus importants de tous les pays, apres des essais severes, ont reconnu qu'elle seule assure le meilleur rendement de leur moteur et par suite, l'ont preferee: Citrogn, Delage, Hispano Suiza, Hotchkiss, Voisin, Mercedes, Adler, Alfa Romeo, Fiat, Austin, Minerva, Steyr, Ford, Graham- Paige, Packard, Studebaker, Willys Knight, etc., etc- Le8 coureura les plus celebres, apres leurs experiences propres et celles de leurs predecesseurs, lui confie leur gloire et gagnent; GRAND PRIX D'EUROPE sur Bugatti, TARGA FLORIO sur Alfa Romeo, MILLE MILES BRESCIA sur Alfa Romeo, 24 HEURES DU MANS sur Talbot, GRAND PRIX DE LA MARNE sur Bugatti, etc. etc. Lea 2/3 des autornoblllates du monde entier, quelle que soit la marque de leur voiture, 1 ont adoptee. TOUS ONT RECONNU LA SUPfiRIORITfi INCONTESTABLE DE LA BOUGIE CHAMPION la seule qui possede un isolant en sillimanite naturelle, puisque l'uniquo mine connue de cette matiere est la propriete de la Maison CHAMPION Kn vontp clans tons ls nnrncjos. HUHilftli LA flm.i H i' SECURITE ^tf" 11 mini r *n l'l'*~mi mW j\ n tfi " AVANT 11 m»f' ]. " f\" *• **-* -v r -sft TOÜT La nouvelle vous l'offre. FAITES UN ESSAI avec cette merveilleusevoiture. VOUS SEREZ ETONNES de sa tenue de route de ses reprises foudroyantes de sa Suspension agr&able, de son elegance. BERNE: Mr. Fankhauser,12, Lager weg BALE: Ruot A Buol, 14, Spalonring,; AGENCE EXCLUSIVE: GARAGE METROPOLE THEO SARBACH S.A. 6, rue d'ltalie GENEVE Telephone44.022 VEVEY: Autostand S. A., 27, Avenue de Plan CORTAILLOD: Vega S. A., Atelier* de Mecanlque DUOINQEN: Mr. Walter, Garage