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E_1931_Zeitung_Nr.045

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 29. Mai 1931 Nummer 20'Cts. 27. Jährgang. — N° 45 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und ABONNEMENTS-PREISES Erscheint Jeden Dienstag and Freitag - Monatlich „Galb* Liste* RaibJIhrlleh Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter Portososchlag, Mlem nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtllche BMtellung SO REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Rappen. Postcheck-Rechnung 111/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adreue: Autorevue, Bern INSERTTONS-PREIS: Die aehtgespaltene 2 mm hohe Grandzene oder deren Raum 45 Ct». für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 CU. Grftssere Inserate nach Seitentarif. Inseratensehluss 4 Tage vor Erseheinen der Nnimnern Die Hauptinteressenten Das Ibündnerische Strassennetz ist bei allen Näturschönheiten, namentlich seiner Alpenpässe, noch recht ausbaufähig und verbesserungsbedürftig. Das überlegt man sich auch ernsthaft im Kanton selber, wobei naturgemäss die Finanzierungsfrage so ziemlich die Hauptrolle spielt. In diesem Zusammenhang hat kürzlich eine B.-Korrespondenz in der Bündnerpresse die Runde gemacht, idie wir nicht unwidersprochen lassen möchten, weil sie für die offenbar nicht umzubringende Einstellung gewisser Kreise geradezu typisch ist, die da immer noch iglauben, das moderne Verkehrsproblem sei die Angelegenheit einer Handvoll «Hauptinteressenken» von unbeschränkter finanzieller Leifstungsfähigkeit, die ihr Privatvergnügen selber zahlen sollen. Der betreffende Korrespondent macht daher aus diesem Gesichtswinkel heraus für den Ausbau der Bündner fVerkehrsstrassen in allem Ernst folgenden Vorschlag: « Die grossen .Automobilgeschäfte und diejenigen (Fremdenplätze, denen ein den Leistungsmöglichkeiften des Kantons angepasster Ausbau nicht rasch genug yonstatten geht, mögen einen Betrag von 10 Millionen Franken zusammenlegen, der vom Kanion mit 2% (!) zu verzinsen und innert 50 Jahren eurückzubezahlen ist, aber nicht als Anleihen, sondern als eigene Beteiligung. Als Verpflichtung des Kantons bestünde dann nur eine jährliche Leistung von 100.000 Fr, aus der Verwaltungsrechnung, bis «iie Aktien zurückbezahlt sind, und er könnte den "Wünschen der Dränger entgegenkommen, ohne dass er deswegen andere Aufgaben .zurückstellen oder den Steuerdruck vermehren müsste.» Der Urheber dieses hier zitierte« Vorschlages ist offenbar über die neuere Bündjner Verkehrsstatistik schlecht orientiert. Eine lim vergangenen Jahr für die hauptsächlichsten Verkehrsrouten durchgeführte offizielle (Zählung ergibt in schlagender Weise den iBeweis, auf welcher Seite die grosse Allgemeinheit tmd auf welcher Seite die immer [mehr verschwindende Ausnahme steht. Es massierten nämlich im Tagesdurchschnitt J Route Motorfahrzeuge Fuhrwerke IChui-Maienfeia 525 23 tjulierstrasse im Ober-» halbstein 282 23 tPrättigauerstrasse 192 7 Oberengadinerstrasse 708 210 Unterengadinerstrasse 14ß 31 Oberläaderstrasse 103 15 1955 309 •gJHiBULJLJ*J&.3r i» Blitz Üer Koman eines Wolfshundes. Von H. G. Evarts. '(Verlag Georg Müller, München.) (12. Fortsetzung) Der nächste stürzte über ihn; während er sich hastig aufraffte, spannte er seine Büchse. Er machte einen Satz vorwärts — Wa packte schon mit tödlichem Griff das 'Wolfsgebiss sein Bein. Mit einem Ruck war er rückwärts zu Boden geschleudert, quer über einen liegenden Baumstamm hin. Im Sturz entlud sich seine Waffe, einen Augenblick lang erhellte das rote Aufflammen die Nacht. Der Mann knapp hinter ihm fluchte mörderisch, der Schuss war knapp an seinem Gesichte vorbeigegangen. Die Liebe war stärker als die Furcht und In seiner Wut über diese Männer, die dem Mädchen ein Leid antun wollten, überwand Blitz seine Scheu vor Feuerwaffen. Immer war es der vorderste, der seine Zähne zu spüren bekam. Menschlicher Mut versagte gegenüber diesem schweigenden, unsichtbaren Feind, der Wunden schlug und verschwand. Der Kühnste war noch keine siebzig Yard vom Feuer entfernt, als alle wie auf Verabredung kehrt machten. Der Rückzug artete in Flucht aus, da Blitz 'die Verfolgung aufnahm. Nach jeder flinken rast 2000 Motorfahrzeuge stehen also nur noch 300 Pferdefuhrwerke gegenüber, 86% gegen 14%. Für das laufende Jahr stehen entsprechende Zahlen noch nicht zur Verfügung. Zweifellos wird sich aber das Verhältnis noch ausschliesslicher zugunsten des motorisierten Verkehrs verschoben haben, der Pferdeverkehr noch weiter in die Ausnahmestellung gedrängt werden. Diese Zahlen zeugen mit aller Klarheit dafür, wie schief heutzutage jede Theorie ist, die aus dem Automobilwesen ein Spezialinteresse einer besondern Klasse ableiten möchte. 167 000 fremde Motorfahrzeuge haben im Jahre 1930 die Schweiz besucht und haben über 60 Millionen Franken im Lande gelassen. Wieviele davon fallen allein auf den Kanton Graubünden! Automobilfragen sind heute gleichbedeutend mit Landesfragen und können nicht in kleinlicher Weise erledigt werden, indem man die finanzielle Verantwortung dem zur Zeit gewiss nicht auf Rosen gebetteten Garage-Gewerbe und der Hotellerie als «Hau'ptinteressenten» zuschiebt. Als ein Musterbeispiel im Gegensatz zu dem einseitigen Aniza'pfungsversuch des oben erwähnten Bündner Korrespondenten, verdient 'das grösszügige Vorgehen des Kantons Bern hervorgehoben zu werden, der kürzlich, wie 1 bereits berichtet, einen Extra-, kredit von fünf« Millionen zur Verfügung? Attacke sprang er zur Seite, um dem gefürchteten Schuss auszuweichen, der zu erwarten war. Sie schössen blindwütig Ihre Büchsen ab und brachten sich selbst mehr in Gefahr als den Hund. Den letzten Mann biss er in die Ferse, als hätte er eine Kuh vor sich, und brachte ihn zu Fall. Entsetzt flohen sie zum Lagerfeuer zurück. Dort sass Harte auf einem Felsblock und rauchte in aller Ruhe seine Zigarette. «Ihr seid ja prächtig zugerichtet!» sagte er gemütlich. «Das ist ein Hund, wie ich ihn gern haben möchte.» Einer streckte seine linke Hand aus, die eine böse Fleischwunde zwischen Daumen und Zeigefinger trug. «Einer von euch Kerlen hat mich angeschossen!» knurrte er. «Es war entweder Seely oder Cole.« Beide verwahrten sich unter wüsten Schimpfworten gegen diese Anschuldigung. Harte lachte voll Verachtung, während er sie musterte. «Bedauerlicher Irrtum!» höhnte er. «Clay Siggens, angeschossen von einem Kameraden, der ihn irrtümlich für einen Hund ansieht. Also geschehen in der Schlacht ,Zur blinden Kuh'.» Sie warfen wütende Blicke auf den Spötter. «Wolltest ja selbst das Mädchen haben,» sagte Cole. «Hätte dir auch nicht übel gepasst, dich an einem stillen Plätzchen mit ihr allein zu vergnügen.» «Was sollen diese Dummheiten,» sagte Harte achselzuckend. «Wenn's auch so wäre, von -euch hätte ich mir nicht hineinpfuschen stellte, zum 'beschleunigten. Ausbau ; des Strassennetzes. Dieser Betrag wird ausschliesslich verzinst und amortisiert aus einem Teil der ordentlichen Automobilsteuern und Benzinzollanteilen, die dem Kanton aus dem Automo'bilverkehr zufliessen, belastet also den Kanton in keiner Weise. Gleichzeitig werden aber auch den ohnehin schwer belasteten Automobilisten keine neuen Auflagen zugedacht. Sehen wir zu, wie es in diesen Beziehungen mit den' finanziellen Voraussetzungen im Kanton Graubünden steht, so glauben wir, dass es auch hier sicher nicht an zur Verfügung stehenden Mitteln fehlt, auch wenn der Kanton mit seinem grossen Strassennetz und geringerer Bevölkerungsdichte ipunkto Automobilsteuern und Benzinzollanteil nicht so günstig abschneidet, wie andere Kantone. 'Immerhin betragen die entsprechenden Einnahmen im Jahre 1928 Fr. 1670 000.— und für 1929 1,35 ,MiIl. Fr. Schon ein Teil dieses jährlich noch steigenden Betrages würde also ohne weiteres genügen, um einen einmaligen Kredit von 10 Mill. Fr. angemessen zu verzinsen und zu amortisieren, statt ihn in kleinlicher und ungerechter Weise dem Automobilgewerbe und dier Hotellerie aufhalsen zu wollen. Damit würde nicht nur beiden Teilen in grosszügiger und tragbarer Form geholfen, sondern gleichzeitig in wirksamer Weise der Arbeitslosigkeit entgegengewirkt. «fr Die neuen internationalen Ausweise. Ausgabe ab 15. Juni. Bekanntlich treten die beiden neuen Ausweise, 1 mit denen die Automobilisten an Stelle der bisherigen internationalen Fahrbewilligung «bedacht» worden sind, am 24. Oktober 1931, d.h. ein Jahr nach der Ratifikation der internationalen Konvention, in Kraft. Die Schweiz hat die übrigen Vertragsländer ersucht,- ihr die Einführung der neuen Dokumente bereits früher zu gestatten und beabsichtigte, die Neuausgabe ab l.Mai in die Praxis umzusetzen. Da die Antworten der Vertragsstaaten aber nicht rechtzeitig eingingen, musste eine Verschiebung' vorgenommen werden. Nachdem sich zwar noch nicht alle Staaten geäussert haben, dagegen aber keine Einwendungen gegen den Vorschlag erhoben worden sind, hat sich das Eidg. Justiz- und Polizeidepartement entschlossen, nicht mehr -länger zuzuwarten. In 'einem Zirkularschreiben an die Kantone wurde als Ausgabedatum für die neuen Ausweise der 15. Juni bekanntgegeben. Von diesem Zeitpunkt an werden an Fahrer, welche ins Ausland reisen wollen, nurmehr die internationale Verkehrsbewilligung, sowie der internationale Fahrausweis abgegeben. Inhaber des bisherigen Ausweises können denselben aber noch bis.24. Oktober benützen. Von diesem Datum ab erlischt seine Gültigkeit. Die Umständlichkeit, nunmehr zwei Ausweise an Stelle eines einzigen für Fahrten ins Ausland mitführen zu müssen, wird wenigstens teilweise kompensiert durch die weitgehendere Verwendungsmöglichkeit der beiden Dokumente, indem beim Wechsel des Wagens oder des Fahrers das eine der beiden Ausweispapiere auch weiterhin gültig bleibt. Die Automobilverbände, haben aber mit Recht sofort die Kostenfrage aufgeworfen und einmütig die Erwartung ausgesprochen, dass die beiden Bewilligungen zum nämlichen Preis wie bisher das eine Dokument abgegeben werden. Das Departement schlägt nun in seinem Zirkular, in Berücksichtigung dieser Wünsche, einen Preis von Fr. 6.—, d^ h. Fr. 3.— für jeden der Ausweise, vor. Die Kompetenz des Departementes beschränkt sich leider auf die Aeusserung dieses Wunsches, da die Kantone selbst die Ausgabe-' gebühr festsetzen können. Im allgemeinen wurde der internationale Fahrausweis von den Kantonen zu Fr. 5.— abgegeben. Nachdem die Inhaber dieses Dokument nur noch bis Mitte Oktober benützen können und von diesem Zeitpunkt ab ebenfalls die neuen Ausweise zu beziehen verpflichtet sind, wäre es sicher gerechtfertigt, diesen Bezügern einen entsprechenden Rabatt einzuräumen, nachdem sie nicht in der Lage waren, ihren für ein ganzes Jahr gültigen Ausweis während 12 Monaten zu verwenden. Am erstrebenswertesten ist natürlich eine künftige Abmachung, wonach der nationale Fahrausweis auch für das Ausland Gültigkeit hätte. Die schweizerischen Instanzen arbeiten erfreulicherweise darauf hin und versuchen, auf dieser Basis wenigstens mit einzelnen Ländern Abkommen zu treffen, nachdem eine internationale Uebereinkunft noch nicht in Frage .kommen kann. Dies wird beispielsweise der Fall sein im interstaatlichen Ver-, kehr Schweiz—Italien, sobald die Ratifikation durch die italienische Kammer, welche bereits erfolgte, der Schweiz offiziell bekanntgegeben worden ist. Die Genehmigung auf schweizerischer Seite ist, wie erinnerlich, schon längst erfolgt. Gerade diese Verzögerung in. der Ratifikation einer Uebereinkunft mit einem benachbarten Staate zeigt, mit welchen Schwierigkeiten wir in der Schweiz mit unseren Bestrebungen zur Vereinfachung des internationalen Automobilreiseverkehrs zu rechnen haben. ß Walenseestrasse und Projektversuche. Wie bekannt sein dürfte, bestehen hinsichtlich der Notwendigkeit des Baues einer Uferstrasse entlang dem Walensee keine Zweifel mehr. Sowohl bei Verkehrsinteressenten und Behörden als auch in weiten Volkskreisen der Walenseegegend überhaupt ist man vom absoluten Bedürfnis einer Walenseeuferstrasse überzeugt, und es dürfte nur mehr noch eine Frage der lassen! Flickt eure Haut und dann heisst es rasch verschwinden.» «Verschwinden?» rief Cole. «Wohin verschwinden!» «Ganz gleich wohin,» sagte Harte. «Habt ihr armseligen, hirnlosen Affen vielleicht die Absicht, euch jetzt niederzulegen und zu schlafen? Des Mädchens Freunde — sicherlich eine Gesellschaft von Jägern — müssen in der Nähe lagern. Wenn die hören, was sich hier abgespielt hat, werden sie schleunigst unsere Bekanntschaft suchen. Wie Ratten werden sie uns zusammenfangen, wenn wir so dumm sind, die Nacht hier beim Feuer zu verschnarchen.» Seine Logik war zwingend wie immer. Rasch und notdürftig verbanden sie die ärgsten Wunden. Während sie zum Aufbruch rüsteten, umkreiste Blitz das Feuer mit geiferndem Rachen; er lauerte, ob nicht einer der Männer sich in die Nacht hinauswagen würde. Sie brachen auf und zogen flussabwärts, entgegengesetzt der Richtung, die das Mädchen eingeschlagen hatte. Blitz verfolgte sie nicht weiter, er wollte das Mädchen wieder erreichen. Er folgte ihrer warmen Spur nahezu eine Meile weit, ehe er sie einholte. Sie hielt Blitz für tot. Sie hatte gesehen, wie verzweifelt er gekämpft hatte, damit sie ihren Verfolgern entkommen könne. Nach den Schüssen war er verschwunden. Entsetzt fuhr sie zusammen, als plötzlich eine kalte Schnauze ihre Hand berührte. Aber das aufgeregte Winseln sagte ihr, dass es Blitz sei, lebend oder heil. Sie fiel auf die Knie, zog den Hund an sich und innige Dankesworte kamen mit Schluchzen vermengt über ihre Lippen. Doch rasch erhob sie sich wieder, um wei-* ter zu eilen. Sie wagte nicht anzunehmen* dass die Verfolgung zu Ende sein. Endlich, endlich schloss sie die Tür der Hütte hinter sich ab. Ein heftiger Regen ging jetzt von neuem nieder, der ihre Spur vollkommen verwischte. Sie legte sich erschöpft nieder und horchte angstvoll auf einen Laut ihrer Verfolger. Aber es war nichts zu hören als das eintönige Rauschen des Regens und erst gegen Morgen fand sie Schlaf. Als sie die Augen öffnete, war es schon heller Tag. Blitz lag ruhig und friefllich in einer Ecke, also konnten die Männer unmöglich in der Nähe sein. Er kratzte an der Türe, sie Hess ihn hinaus. Sogleich eilte Blitz an den Schauplatz des gestrigen Kampfes. Er umkreiste vorsichtig den Ort, seine Nase war in lebhafter Tätigkeit. Nichts als der unangenehme Geruch des erstickten Lagerfeuers war zu spüren. Der Regen hatte auch die geringste Andeutung menschlichen Geruches weggewaschen. Als er ganz herangekommen war, roch er das Blut, das nachts vorher hier vergossen worden war und den feuchten Waldboden befleckte. Eine Meile weit folgte er der Fährte, dann beruhigte er sich und machte sieh auf, Nah- l