Aufrufe
vor 5 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.052

E_1931_Zeitung_Nr.052

18 AUTOMOBIL-REVUE

18 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 52 les, wo jeder mit dem Sportmass des Rekordes gemessen wird. Vielleicht handelt es sich nur um eine kleine Störung. Sie meinen, ich sollte einen Psychiater zuziehen? Aber bitte, mit Vergnügen. Am liebsten auch noch einen Chirurgen. Und wenn das hohe ärztliche Konsilium beisammen ist, liefere ich Ihnen meine Maschinerie aus, und Sie beginnen, Organ für Organ zu zerlegen; bitte,vor allem der Magen, denn nicht nur die Träume, die ganze seelische Uebelkeit kommt aus dem Magen. Man ist verstimmt, weil man eine Verstimmung hat; man ist unverdaulich, weil man nicht gut verdaut. Ich bitte, auch die Gehirnganglien tüchtig zu ölen. Seit zehn Jahren geben sie ununterbrochen ihr Aeusserstes her, es ist ja nicht viel, aber für manchen ist schon das wenige das Aeusserste. Auch das Herz müssen Sie gründlich vornehmen. Teils ist es zu kalt, teils zu heiss; es reagiert auf die heftigsten Attacken mitunter gar nicht und auf die leiseste Berührung zu stark. Es ist so schrecklich unberechenbar geworden. Es wäre herrlich, wenn Sie es, verehrter Herr Professor, für ein paar Monate zum völligen Stadt am Abend IV. Der Bummef. Von Guarnerius. Nun wartete sie schon seit 10 Minuten bei der Bahnhof ecke Ob er noch kam? Sie betrachtete die Auslagen und studierte ihr Spiegelbild in den Scheiben. Der lange Rock stand ihr wirklich gut, fand sie, und wie recht hatte sie doch getan, in jenen Ausverkauf zu gehen, wo sie diesen hübschen, breitrandigen Strohhut so billig hatte erstehen können ! — Nun war es doch fast, als wollten sich ihre hübschen Augen mit Tränen füllen, weil er, er, der immer zu spät, oder überhaupt nicht kam, das nicht sah... Doch, da war er endlich. Zerstreut, aufgeregt und schlacksig. Er war im letzten Moment aufgehalten worden. Ein Freund. Kolossale Sache. Was der wieder für ein Ding drehte! Also ein Geschäftsgeist, einfach unerhört! Er legte eben Wert auf solche Gespräche, denn man konnte immer etwas lernen, und wenn er dann erst... Da standen nun die zwei und redeten miteinander. Der Junge, noch ganz erfüllt von dem Gespräch und von seinen Plänen, und das Mädchen, etwas enttäuscht, dass er «so» war. Dass er -nie einfach nur nett sein konnte. Und wo sollte man denn jetzt hingehen? In ein Kino ? in die Gartenwirtschaft oder bummeln? Der Junge entsann sich wieder seiner männlichen Führer- und Galanteriepflichten mä entwarf pilf Stillstand bringen könnten — natürlich unbeschadet der Wiederaufnahme seiner Tätigkeit. Ich meine, so ein hübscher, kleiner Tod, so ein Tod auf Probe, würde mir sehr gut tun — ist da nichts zu machen, meine Herren Kapazitäten?'* Bitte, setzen Sie mich ausser Betrieb! Mit einem soliden Dauerschlaf von einigen Monaten, von dem man rosig und regeneriert aufsteht, wäre mir sehr gedient. Ein bisschen steinachen könnten Sie mich auch. Ueberhaupt, tun Sie mit mir nur alles, was gut und teuer ist. Schicken Sie mich nach Aegypten, dann an die Riviera, dann nach Biarri-tz, dann nach Karlsbad. Lassen Sie mich von allen guten Lüften umwehen und von allen guten Wässern durchspülen. Wenn ich aus der Reparatur komme, will ich mich selber nicht wiedererkennen. Ich möchte dann zu mir sagen können • Hergott, ist das ein Kerl! Frisch generalüberholt ist halb neugeboren. Sie meinen, das wird ein teures Vergnügen? O bitte, ganz meinerseits. Mein Verleger, der grosse Stücke (die ich ihm schreiben soll) von mir hält, zahlt alles. der Abend am genussreichsten zu verbringen sei. < Ich weiss eigentlich nicht», sagte sie, « mir ist es gleich. > Es hätte für sie nichts weiteres bedurft als einiger Stunden in der Nähe dieses jungen Menschen, dem sie recht zugetan war. Nur bei ihm sein und neben ihm sein, seine Stimme hören und wissen, dass jemand gut zu einem war. An die Zukunftspläne mochte sie noch nicht denken, sie besass noch nicht die Energie und Klarheit des mütterlichen Weibes — sie verlangte nur nach einem kleinen Endchen Glück. Sie bummelten. Der Junge, er war Buchhändlergehilfe, redete von neuen Büchern und von den Menschen, die sie geschrieben hatten. Aber er redete nun nieht mehr so ganz nur für sich. Er war sich bewusst geworden, dass er für seine Freundin sprach und mühte sich, ihr erklärlich zu machen, was ihm an diesen Büchern gefiel und warum sie ihn mitrissen. Und sie hörte zu und fühlte die Veränderung in seiner Stimme und war froh, von ihm geführt zn werden. Hie und da blieben sie vor den schönen Kaufläden der Hauptstrasse stehen. Das Mädchen wünschte Strümpfe, seidene Wäsche und leichte helle Schuhe zu besehen und zog ihren Freund am Arm mit. Dann stand er an ihrer Seite und blickte lächelnd auf die Herrlichkeiten nieder, die ihr junges Hera erfreuten und sprach anerkennende Worte über die seidene Wäsche, die langen, glänzenden Strümpfe und die schmalen Schuhe mit hohen Absätzen. Dann lächelte das Mädchen, schmiegte sich noch enger an ihn und horchte aufmerksam, und es war das Weib in ihr, das zum erstenmal eines Mannes Geschmack in sich aufnahm. Auf der Promenade, in die sie nun einbogen, bummelten viele elegante Menschen, langsam und geniessend, die Zigarette im Mundwinkel und den Hut im Nacken. Man sah sich die Vorbeigehe.iden an. Lange Blicke aus stark rückwärts gedrehten Köpfen folgten den schönen Frauenbeinen, und originelle oder verwegen blickende Männer kokettierten mit glänzenden Mädchenaugen, welche sich hinter grossen Hüten geschickt drapierten. Auch unser junges Paar schloss sich von diesem Treiben nicht aus : Vor allem der Junge nicht, der seine Büchermähne zurückwarf und herausfordernd um sich blickte. Aber auch er begann, sich mit dem Mädchen als Ganzes zu fühlen und sie ging in seinem Schatten und Schutz : mit triumphierendem Stolz blickte sie aus gesicherter Stellung auf ihre Freundinnen, und er befand sich unversehens schon mehr im Fahrwasser des anerkannten Beschützers, als er sich eingestehen wollte. Das Promenadenrestaurant lockte mit fröhlichen Klängen. Sie waren müde und setzten sich gerne. Das kühle Bier, das der Buchhändlergehilfe aus Sparsamkeitsrücksichten bestellte, verwirrte ihre jungen Köpfe. Als sie aufstanden, waren sie leicht und schwer zugleich. Er gab ihr den Arm und schlang ihn, als sie durch die stillen Strassen gingen, um ihre Hüfte, und sie wandte ihm ihr Gesicht voll zu. Gelöstheit und Ruhe war darin und ein wenig Trunkenheit. In den dunkeln Gassen kiissten sie sich und sprachen von der Zukunft. Lange blieben sie vor der Haustür des Mädchens sitzen. Sie küssten sich und küssten sich immer wieder, und dann lachten sie leise zusammen. Endlich ging er. Psychoanalyse. Erwin X., der Sohn des schwerreichen Industriellen X., hat einen kleinen Defekt: er kommt mit seinem Taschengeld, wieviel es auch sei, niemals aus. Und dann pumpt er einfach den nächsten Bekannten an. Und da jeder weiss, dass der alte X. für dj« Schulden seines Sohnes gut ist, pumpt ihm auch jeder. Vor einem halben Jahr wurde es Erwins Angehörigen aber doch zu bunt. Ein erregter Familienrat, zu dem auch der Hausarzt zugezogen war, beschloss, den verschwenderischen Jüngling psychoanalytisch behan- Ein altes Bild Aus einer Lade fiel mir heute ein altes Bild. Ich kann? es gleich, doch scheute sich lang mein Herz, es wirklich zn erkennen, um dann in lautem Pulse wild and rasch zu schlagen, in lang verhalt'nem Schmerz und Wehmut zu entbrennen. Ko. dein zu lassen, um ihn von der Pumpkrankheit zu kurieren. Nach der Behandlungszeit von fünf Monaten erklärte Dozent R. den Patienten ais geheilt. Der alte X. hat jetzt die Honorarnote des Arztes erhalten. Da steht: 20 Sitzungen ä 50 Fr. 1000 Fr. Ihrem Herrn Sohn bar geliehen 1500 Fr. Summe : 2500 Fr. Tragödie eines Ausgestossenen. Ein Mann aus Winnipeg namens John König verübte vor kurzem unter sehr merkwürdigen Umständen Selbstmord. Der 40 Jäher alte Mann war einer der unglücklichsten Menschen : er war hässlich. Er war so hässlich, dass bei seinem Anblick die Kinder erschraken. Wer ihn nicht kannte, glaubte, der Mann trage eine Maske. Er hatte ein kleines und ein grosses Auge, seine Nase war winzig, er hatte überaus grosse, abstehende Ohren, er war klein, dick und bucklig. Die Schüler nannten ihn Quasimodo, nach dem Helden des Romans von Viktor Hugo « Notre Dame de Paris •». Eines Tages fand man den Bettler — der übrigens deutscher Abstammung gewesen zu sein scheint — in seinem Zimmer erhängt vor. Die Leute, die die Leiche entdeckten, konnten sich vorerst nicht nähern, weil ein Hund, der einzige Freund Königs, unter der hängenden Leiche lag und jedesmal bedrohlich knurrte, wenn jemand seinen toten Herrn berühren wollte. Man musste den Hund zuvor mit einem Revolverschuss erledigen. In der Tasche des Selbstmörders fand man einen Brief und eine ziemlich grosse Summe Geld. Quasimodo schrieb, er könne das Leben nicht mehr ertragen, er hasse die Menschen genau so wie die .Menschen ihn. Das Geld sollte einem 20jährigen Mädchen gegeben werden, das er angeblich jahrelang mit seiner Liebe quälte. An dem Tage seines Todes wollte ihn gerade die Polizei verhaften, weil er einen Schaubudenbesitzer, der ihn als Sehenswürdigkeit engagieren wollte, derart verprügelte, dass er ins Krankenhaus eingeliefert werden musste. Hag ELsa HOTEL LERCHE denussr. Autotour durchs romantische Taminatal nach Vättiw mit schönen Fusstonren in die A'pentäler Kunkels n. Cal(eisen. Ur schattiger üSarten. Aato-Garage. Tel. 429. Geschw Zimmermann Restaurant REBSTOCK Spezialität: ff. Bachforellen u. Qualitäts-Weine. iCivile Preise. Tel. :.O1 >\ SCHNEEBKL1 Riciilerswii Hotel 3 Könige Spezialität: Fischküche und Qualitätsweine. H. Flöhr-Frlgerlo, Küchenchef. Tel. 8. Solbad Rheinf elden Salinenhotel im Park Familienhotel in bevorzugter, ruhiger und sonniger Lage, mit jedem modernen Komfort, das bevorzugte Absteigequartier der Automobilisten *uf der Durchfahrt, wie für längeren, nutzbringenden Kuraufenthalt. Terrassenrestanrant. Orchester. Garage. Massige Preise. Pension von Fr. 14.- an. Telephon Nr. 15. E. PflOger-Dletsohy. HERRLIBERG HOTEL RABEN Bestempfohlen für Hochzeiten nnd Vereine, gutgeführte Küche und Keller (Fischküche). Herrlicher schattiger Garten am See. Tel. 201. Neuer Besitzer: LOUIS ZÜND. IDEALES AU8FLUQ8ZIEL. Kantons - Hauptort. Viele Sehenswürdigkeiten. Passanten- u. Kurhäuser. Ausgezeichnet in Küche und Keller. Brünig-Sarnen- Stans-Luzern oder Luzern - Stans - Beckenried -Autofähre - Gersau. Landschaftlich reizvolle, abwechslungsreiche Rundfahrten. Stans, Hotel Adler STANS, Hotel Engel Grösste Säle, efgene Garage. STANS, Hotel Krone ehe. Garage. neben Stanserhorn- u. Selbstgeführte Butterküche. Am Hauptplatz. Bekannt für leine Kü- Frau Dr. BUCHER, Bes. STANS, Hotel Stanserhof Garten. O. GABRIEL. Garage. ACAN1 UNTERNEHMUNG FÜR OELFEUERUNG A.-G. Telephon 1363 HEUCHATEL Terreaux 9 ACAM STE ANONYME D'ENTREPRISE POUR LE CHAUFFAGE A L'HUILE LOURDE Telephone 1363 NEUCHATELTerreaux g Eine Installation „AEROL" (Abbildung neoenstenend) bietet das MA- XIMUM AN BEFRIEDIGUNG, dank seiner &USSERSTEIM EINFACH. HE IT seines rtEGELMÄSS IGEN UND SICHEREN BETRIEBES und seines VORTEILHAFTEN PREISES. AUTOMATISCHE REGULIERUNG SORGFÄLTIGSTE KONSTRUKTION Der „AEROL" lässt sich an alle Zentralheizungskessel anschliessen. Une Installation „AEROL" (vue clcontre) donne le MAXIMUM DE SA- TISFACTIONgräceäSON EXTREME SIMPLICITE, ä sa MARCHE REGU- LIERE et SURE et ä SON PRIX * AVANTAGEUX. REGLAGE AUTOMATIQUE CONSTRUCTION SO IG NEE L'AEROL s'adapte ä toutes les chaudieres de chauffage central.

N°52 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE EDiEtre Der Untergang des Sex-Appeal Sex Appeal — ein Trostpreis für Männer. Bei der sogenannten schaumgeborenen Venus hat sich keiner den Kopf darüber zerbrochen, ob sie sex appeal besass oder nicht. Vielleicht fehlte ihr das « gewisse Etwas». Sie hatte dafür das undefinierbare Alles. Es fiel auch dem guten Paris nicht schwer, den berühmten Apfel loszuwerden. Er reichte ihn schlechtweg der schönsten unter den drei Bewerberinnen. Ob die sex appeal hatte ? Aber schon diese erste Schönheitskonkurrenz verlief nicht ohne Komplikationen. Die grössten Unannehmlichkeiten hatte dabei selbstredend die Jury. Die abgewiesenen Kandidatinnen vermuteten eine Schiebung. Schworen Rache. Und führten ihr grausames Vorhaben im Trojanischen Kriege rücksichtslos durch. Jahrtausende später kamen die durch Paris' hartes Schicksal eingeschüchterten Schiedsrichter auf die Idee, Trostpreise einzuführen. Von Frauen, die so hässlich waren, dass man ihnen nicht einmal ein Scheibchen des Paris-Apfels zuteilen konnte, hiess es dann : «Sie ist eine rührend-gute Tochter» — oder « eine ausgezeichnete Hausfrau >. Verlangen Sie überall DAS ERFRISCHENDE TATRWA3SER DER ALPINEN AUNERAk» ft «URQUELLEN ELM. MIT NATURREINEM FRUCHTSyRUP, «BEB1T (E EFEJP/OSXID Schliesslich kam man auf den erlösenden sex appeal. Den Begriff kreierten natürlich die Herren. Sie sagten : «Eine Schönheit äst sie nicht... aber sie hat sex appeal. > Gewisse Frauen waren begeistert. Je unregielmässiger ihre Züge, je grösser der Mund — um so mehr redeten sie sich ein, aus dem Rahmen zu fallen. Anders zu sein, als die andern. Kurzum — über sämtliche sex appeals zu verfügen! Man fragte nicht, ob eine Frau blond oder brünett, dick oder dünn, jung oder alt sei. Man wollte lediglich wissen, ob sie sex appeal besass. Theaterkritiken, Revueschlager, Inserate — alles wimmelte von « sex appeal ». Die Rettung — •wie einstmals das Uefoel — kam von den Männern. Auf die Dauer wurde ihnen bei dem vielen sex appeal etwas ungemütlich. Eine Frau, ganz auf sex appeal eingestellt, ist wie eine Tapete mit zu ausgesprochenem Muster... Erst ist man begeistert. Sieht sie sich aber leicht über... Und es passte den Männern auch nicht, dass von ihnen so viel mehr verlangt wurde als von den Frauen. Natürlich gibt es auch beim Mann ein « gewisses Etwas», das auf Frauen wirkt Aber die Frauen begnügen sich ja nicht mit d»m gewissen Etwas. Es muss schon ein ganzer Kerl sein, der ihnen gefällt. Der auch gut aussieht. Und m!t dieser Ungerechtigkeit konnten sich die Herren nicht aMinden. Aus Amerika kam zuerst die Nachricht, dass für Warenhäuser hübsche Verkäuferinnen ohne sex appeal gesucht werden... Immer häufiger tauchen Angebote auf, in denen nach schönen Mä'dchen ohne das gewisse Etwas verlangt wird. Es scheint aus zu sein mit dem sex appeal... Die Herren haben gegeben — die Herren haben genommen ! Ein kleines Ereignis auf der Schallplatte. Sie sind im Bilde, nicht wahr? Oder nicht? Bedauere Ihren geistigen Tiefstand, mein Herr. Aber halten Sie sich darauf gefasst: es kommt Ihnen einmal unversehens zugeflogen, in einer Bar vielleicht, vorgeschluchzt durch ein im Kehlkopf missstimmtes Saxaphon. Oder in einem kitschig-seriösen Sketsch. Es kann auch sein, dass es Sie in einem schmissigen Zeitungsfeuilleton entzückt. Bestimmt aber weiss ich, dass der nächstneueste Schallplattenschlager im Radio tönen wird: Sweetie, mein Sweetie, wie lieb ich dich... Obschon diese Mischung nicht richtig gemixt ist. Ein zu wenig geschüttelter Flip mit einem zu starken Schuss Himbeersaft. Denn Sweetie liebt man nicht. Liebe ist für Sweetie eine zu heftige Emotion. Eher schon: Eine Sweetie, so goldig wie da... Sehen Sie, da haben wir's... so goldig wie du... Sweetie ist goldig, Sweetie ist schnussig — mit einem Wort: Sweetie ist süss. Und das wissen wir nun: Sweetie ist das «süsse Mädel», das früher einmal im Operettentext herumgeisterte. Aber wozu hätten wir eine Frauenmanzipation gehabt. Mädel hat sich also emanzipiert und «geniesst» die Freiheit, die Freiheiten, die Freiheiteleinchen t (um mit Max Pallenberg zu reden),, wie sein männlicher Typ, der süsse Junge, der Filmjunge, der Barjüngling, der Dancing-Romeo. die Königin der Klein. «chralbmaschiniin. Konkurpanzioa In QualU Ml und Leistung. Fabel, halt leichter Anschlag. Gi-atls-Prospeit, durch den Generalvertreter W. Häusler-Zepf. Ölten „Sweetie" EL SOL heisst: Die Sonne. Sonne ist Leben Leben ist Elektrizität Hoch-Frequenz-Violettstrahlen bringen neue Gesundheit und Leben. Unerreicht bei Rheumatismus, Gicht und fehlerhafter Blutzirkulation. Aber aus Gründen der Qualität, wegen Erfüllung der Garantiepfiicht, und aus SolidaritatsgrQnden wählen Sie nur einen Apparat schweizerischer Fabrikation, den EL SOL- Apparat. — Prospekte gratis. Mädel ist die nnbewnsste neue Generation der Vierzehn- bis Neunzehnjährigen. Doch verzeiht Wenn wir über die Naturgeschichte des süssen Mädels von heute nachdenken, lachen die Götter. Sweetie hat keine Naturgeschichte, Sweetie ist Eintagsfliege. Sweetie ist wie die Sterne, die nachts erscheinen und morgens verblassen... • Ob Greta Garbo ein Sweetie ist? — Ein boshaft aufrichtiger Kritiker schrieb von ihr, dass sie die dümmste Gans von Hollywood sei. Worauf Greta die Beleidigungsklage erhob. Aber wie will Greta Garbo beweisen, dass es noch dümmere Gänse in Hollywood gibt? Man ist der einhelligen Ansicht, dass Greta Garbo die typische Vertreterin des Sex appeal ist Von wieviel snobistisch gespitzten Lippen hüpfte dieses mystische Sex appeal. Wieviel geistreichelnden Schreibfedern entschlüpft es. Wer im Handwörterbuch die richtige Aussprache nachgelesen hatte, schmiss es mit verwegener Sicherheit dem minder Begabten in die Visage. Und wer es nicht nachgelesen hatte, tat so, als sei erVSy neuer, origineller Hamischuhschnitt. der der auch schon in der Kultur so weit vorgeschritten. anf d«r ömarn Seite dies Ellbogens der Arm frei Trägerin, vermehrte Bewegungsfäbigkeit erlaubt, da. bleibt. Da man sich schon etliche Monate hn Sex appeal entzückt hat and es auch schon weniger geläufige Zungen nachsprechen, sieht man sich nach einer neuen, natürlich ausländischen Wortmünze um. Ich schlage also Sweetie vor. Sweetie darf nämlich auch eine Gans sein, und zwar ohne nachfolgende Beleidigungsklage. Wie «ihr» Sweetie beschaffen sein soll, darüber haben sich einige männliche Filmstars geäussert: «Wenn ich sie wünsche, darf sie kommen. Wenn ich allein sein will, soll sie gehen.» «Sie darf anspruchsvoll sein, aber keine Ansprüche machen.» «Klug — nicht unbedingt nötig, ausserdem nicht erwünscht, doch Charme muss sie haben, nur Charme, ausschliesslich Charme.» Und nun sage noch einer, dass es eine Unehre ist, die dümmste Gans von Hollywood zu sein. „Auf diesem nicht mehr ungewöhnlichen Wege" Heiratsgesuche, gesammelt von Frank Smetana. Zu den ältesten deutschen Heiratsinseraten gehören zwei Anzeigen vom 16. Mai 1789 aus der Zeitschrift «Gespräche aus dem Reiche der toten ». Das erste lautet: « Es wird eine Frau gesucht zum Heiraten, die 20,000 Gulden im Vermögen hat. Der J. TH. FONTANA EL SOL-Fabrikation IQIS (QraubQnden) Nette Modeschöpfungen Weibsuchende verspricht alle erdenklichen Gefälligkeiten, jedoch bittet er, dass die Tafel alle Tage wohtbesetzt sei und der Wein von guter QuaUtät. Dies ist eine Conditto sine qua non. Er ist 32 Jahre alt und leidet an Gliederlähmung.» Das andere Inserat fst das einer Frau : « Es wird ein Ehemann zu einer vorteilhaften Heirat gesucht. Er muss Wasser trinken gelernt haben. Die Dame gibt ihm alle sieben Tage sieben Kronen zum Spielgeld und alle drei Jahre ein Kleid. Die Schuhe kann er sich selbst flicken, sie hat das ganze Schusterwerkzeug dazu. Auch muss er Feuer machen können, weil die Dame keine Magd hat, um den Skandal zu vermeiden, welche die Mägde in einer Haushaltungt wo eine alte Frau ist, zu geben pflegen. Liebhaber können sie besehen.* Diese knappen, bestimmten Heiratsgesuche können kaum übertroffen werden. Wieviel Poesie und Stimmung im Heiratsgesuch eines japanischen Mädchens liegt, zeigt ein Inserat, das in einer Tokioer Zeitung erschien und in freier Uebersetzung lautet: ^Ich bin eine hübsche Frau mit dichten Haaren, die wie Wolken wogen. Mein Gesicht hat den Seidenglanz einer Blume, mein Wuchs ist biegsam wie die Weide und meine Augenbrauen haben die Krümmung des wachsenden Halbmondes. Ich habe genug Vermögen, um Hand in Hand mit dem Ge- HUG & CO. ZÜRICH HEtMHAttt Kaim Kallovsiio Schiffländeplatz 22-Zu rieh Parkplatz beim Hause Eine Person ohne Lebensversicherung gleicht dem Schiffer ohne/teuer u. Pude/: Versichern Sie sich daher rechtzeitig zu gunstigen Tarifen bei LA SUISSE LEBEN5-U. UNFALL-VERSICHERUNOS - GESELLSCHAFT Gegr.iasa - GoranMemiftel Ober fr.120Millionen Auskunft, Prospekte und Tarife durch Subdirektion Berni Theo Kannengieser, Bahnhofplatz 1, Tel. Bw. 42.44.