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E_1931_Zeitung_Nr.053

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unsachliches

unsachliches Herunterreissen der Konkur- .renz zu wirken sucht, wie es im Zusammenhang mit dem Problem der Bahnübergänge in der Mainummer der S. B. B.-Revue versucht wurde. Von der massgebenden Tagespresse ist seitdem unser Standpunkt unterstützt worden. Nun glaubt der «Eisenbahner» die S. B. B.- Revue womöglich noch übertrumpfen zu sollen. Schreibgewandte Kollegen, meint das Organ der Eisenbahnangestellten, sollten jede Gelegenheit benützen, um die Oeffentlichkeit über gewisse, zu wenig bekannte Punkte des Verkehrswesens aufzuklären. Wie diese Aufklärungsarbeit gemeint ist, erfahren wir in einem längeren Artikel «Das Auto und •wir".». Es lohnt sich immerhin,,diese, Ausführungen etw^s geöaüer unter die Lupe! zu nehirten. Sie beweisen, -imif, welcher -••Leichtfertigkeit von gewisser Seite immer wieder gegen ! das Automobilwesen Stimmung gemacht wird. Der Eisenbahner stellt .nämlich den Lehrsatz auf, dass das "Automobil erstens allgemein auf, Kosten der übrigen Steuerzahler, •zweitens aber insbesondere auf Kosten der •Eisenbahn fährt. Die Begründung liest sich fast wie ein Roman : c Der Winter mit den ungeheuren Aufwendungen für Schneebracharbeiten, die man auf Gemeinde- und Staatskosten zum grossen TeiPnur Benaineinfuhr Benzoleinrahr dem Auto zuliebe bei Tag und Nacht ausgeführt 1931 1030 1931 1930hat, ist 'nun vorbei. Ein oberflächlicher Beob- und die Baisse durch den auf dem deutschen Markt geführten Preiskampf noch verschärft wurde. Für die Bedarfsentwicklung bis zum Jahre 1930 sind folgende Iniportziffern massgebend : n /• Jahr Benzinu.,Ben&ol Jahr Benzin u: Benzol« zusammen .. zusammen 1925 481318 ,1928 1ÖÖ1022 1926 623 089 1929 1230918 1927 844 824 1930 1614470 Aus der Auf Stellung geht eine ununterbrochen gesunde Entwicklung hervor, wobei die hohe Benzineinfuhr von 1930 die gegen Jahresende einsetzende Könsumschrumpfung noch nicht erkennen lässt, Vergleicht man afoeT die Importziffern der ersten vier Monate des laufenden Jahres mit denjenigen des Vorjahres, so zeigt sich ein ganz anderes Bild. Januar 182 405 290 935 12 899 12139 Februar 80115 149120 5 838 17 662 Mära 26870 71465 5 255 30051 April 166192 162 043 14 967 49 107 Januar-April 455 582 673563 38 959 109 959 Auch wenn man die stärkeren Voreindekkungen in der Vergleichsperiode des Vorjahres in Betracht zieht, so ist der Importrückgang bereits sehr auffallend. An dieser schwerwiegenden Tatsache ist die neue Notverordnung vorübergegangen. Der Benzin-, Benzol- und Petroleumzoll wurde um 7 RM. auf 17 RM. und inkl. TaTazuschlag auf 21,93 Reichsmark, bzw. 21,25, pro 100, kg erhöht, d. h. der Liter Benzin wird mit 16,11 Pfennig belastet Rechnet man die Spiritusbeimischung hinzu, dann gibt dies eine öffentliche Gesamtbelastung von 18 Pfennig pro Liter Benzin. Damit haben sich die Wertverhältnisse wie folgt umgelagert: Der cif-Preis für Benzin beträgt gegenwärtig bei einer fob-Golfnotiz für 64/66 Be-Benzin von 5 Cts. pro Gallone 6,3 Pfennig pro Liter. Fast das Dreifache davon bezieht also das Reich von den Import- und Vertriebsfirmen an Abgaben aus deren Verkauf. Auf den Pumpenpreis von durchschnittlich 38 Pfennig bezogen bedeutet dies eine Beteiligung des Fiskus am Bruttodetailerlös von 48,8% und am Gesamtabsatz von ca. 52%. In absoluten Ziffern ausgedrückt zieht das Deutsche Reich heute schon aus dem Betriebsstoff absatz allein einen Abgabenertrag in Form von Zoll und Spirituszwang von über 360 Mill. RM. heraus. Dass eine derart hohe Belastung an der Grenze des wirtschaftlich Tragbaren liegt, dürfte sich sehr bald zeigen. Früher oder später wird man irotz allen Notverordnungen um einen Abbau kaum herumkommen. Schaltet man die Möglichkeit einer Ertragssteigerung durch weitere Preiserhöhung unter allen Umständen aus, so ist nicht zu ersehen, wie ein Monopol zu höheren Einnahmen kommen soll. w. « Elsenbahner »-Unsachlichkeit. Wir haben uns erst kürzlich veranlasst gesehen, der Geschäftsleitung der Schweizerischen Bundesbahnen eine bessere Reklame zu empfehlen, eine Reklame, die nicht durch achter glaubt vielleicht auch, dass damit die eidgenössischen, kantonalen und kommunalen Unterstützungen des Autogewerbes aufgehört haben. Aber "weit davon entfernt! Es werden Autostrassen auf Kosten der Kantone gebaut, Brücken verstärkt, Kurven überhöht, Hügel der Uebersichtlichkeit wegen abgegraben, Zäune und Bäume angestrichen, Signale aufgestellt, Häuser abgebrochen, Graben aufgefüllt, Beleuchtungen verbessert, Strassen asphaltiert etc. etc. Alles dies nur, damit die Geschwindigkeit erhöht und ... die Gefahren für die übrigen Strassenbenützer vergrössert werden können. Geschätzte Kollegen, habt Ihr auch schon darüber nachgedacht, dass all da« nicht ohne euren Steuerbeitraz gemacht wird? » Daraus folgt nach dem « Eisenibahmier » der logische Schluss: Kampf, Abbau, gesetzliche Einschränkung der AutomobilkonkuTrenz.. «Nur dadurch, dass ihm die gleichen gesetzlichen Vorschriften auferlegt werden wie der Eisenbahn, wird dem Automobil derjenige Verkehr belassen, der ihm eerechterweise zukommt.» Man höre und staune! Aber es ist natürlich sehr einfach, ohne Zahlen zu nennen mit derartigen billigen Tiraden dem unbefangenen •Leser Sand in die Augen zu streuen. Immerhin dürften die statistischen Erhebungen des Verbandes Schweizerischer Strassenfachmänner Herrn Bratschi ebenfalls zugänglich sein, und da ergibt sich denn, dass die Zahlen ein ganz anderes Bild aufdecken als die tendenziösen Verdrehungen des «Bisenbah-, ner ». .Nach den, Aufstellungen dieses, meistens aus kantonalen Ingenieuren bestehenden, also gewiss nicht einseitig, automobilistischen Verbandes, betragen die Jährlichen Aufwendungen der Kantone für Strassenver-; besserungen Fr. 36,56 Mil'.' strengen Winter und die dadurch hervorge- Saisonverschiebung bedingt und Die Einnahmen der Kantone .. -1rufene aus Automobilsteuern und •anderseits durch das-«Bestreben »des., Auto- Gebühren' sowie' "der"Ben- """' * '""** "2Xftandels, die in den letzten Monaten stark re- zfnzoll betragen dagegen Fr. 34,32 MfllL Dazu kommen die jährliehen Abgaben, die der Automobilverkehr an den Bund abführt. Dieselben belaufen sich an Eingangszöllen für Motorfahrzeuge und Bestandteile auf 21 Mill. Franken, aus der Benzineinfuhr verbleiben dem Bund 36 Millionen Franken, total 57 Millionen Franken. Dank den Strassenverbesserungen, die mit den, Abgaben der Automobilisten in den letzten Jahren finanziert wurden, war es auch möglich, den internationalen automobilistischen Touristenstrom zu einem schönen Teil der Schweiz zuzulenkeri. 167,000 fremde- Motorfahrzeuge haben im Jahre 1930 die Schweiz besucht und über 60 Millionen Franken im Lande gelassen. Wir sehen also, wie es mit der unverfrorenen Unterstellung des «Eisenbahner », der Automobilverkehr gehe auf fremde Kosten, in; Wirklichkeit steht. Das Automobil bleibt nicht nur nichts schuldig, sondern liefert alljährlich noch einen runden Hundertmillionertbeitrag zugunsten unserer gesamten wege sind selbst für den kleinsten Hanomag reden. Der alte Hüttenwart lieferte eingehsame Flüssigkeiten dazu, die Vögel und unfahrbar und Alpenrosenfelder pflegen nicht längs der Hauptstrassen zu blühen. So blieb Grammophone sangen, ein Ruderboot plätscherte über den See und alles war so schön denn nichts anderes übrig, als sein eigenes Schuhzeug zu gebrauchen; niemand ging dabei zugrunde, niemand blieb erschöpft am Dichten anfiel und folgende Verse entstehen und.lieblich und friedlich, dass einem das Wegrand liegen, als es über Fels und Geröll, mussten: durch Wald und Matten hinauf zum 1910 m «Geh' an den See! Doch mach's per pedes, hoch gelegenen Cavlocciaseelein ging, von Ein Saumweg ist nichts für Mercedes!» dem das schweizerische geographische Lexikon nur wenig zu melden weiss. ,Wir, sein: Mit einer zweiten Kostprobe möge es genug die wir droben waren, werden aber sein Loblied nunmehr in allen Tonarten singen. Fürwahr: ein Idyll, ein goldener Winkel zwi- Wo der Mensch nicht hinkommt mit «Die Welt ist vollkommen an jedem Ort, schen dräuenden Bergen, ein Märchensee in seinem Ford!» dunkelgrüner Färbung; an seinen Gestaden Da plötzlich grollte der Donner und eine herrscht ein Blumenreichtum, der zur Verschwendung führen muss. Hier lagerten wir, migsten Zürcher bekamen ihren Wasserreich- bösdunkle Wolke winkte zur Flucht. Die säu- hier genossen wir die Schönheiten eines ländlichen Sonntages, hier freuten wir uns unseres nach einem Hochwasser kamen sie in Maloja tum kräftig zu spüren; nass wie die Ratten Lebens und hier schnabulierten wir, allen an, sehnsüchtig eine stille Ecke suchend, wo jenen herzlich dankend, die uns hier oben sie sich, ihre Kleider und eventuell die holde unser Dasein wonnig und behaglich zu gestalten verstanden. Ein ganz besonderer Dank aber ging es heimwärts; Julier und Lenzer- Seenachbarin trocken legen konnten. Dann gebührt dabei dem Sektionsmitglied und Chef heide bildeten die Fahrbahn, der Ricken das der Grossmetzgerei O. Ruff in Zürich, der als Endstück. Ein letzter Schluck, das letzte Lied, zunftgetreuer Berufsmann in weissem Kittel der letzte romanische Satz, der letzte Händedruck. Der Platzregen hatte gut Staub ge- die Honneurs machte; was er und seine Getreuen im Gebiet der Baumgrenze in kalter saugt zwischen St. Moritz und Zürich, so dass und warmer Atzung boten, war allererster in glatter, angenehmer Fahrt auch der bedächtigste Zürcher Wagen, blumenpflückend und Klasse; schon das Büfett und die Roste zu betrachten, war ein Genuss, von den dadurch wohlbehalten, wieder in Zürich ankam. darauf gebotenen Herrlichkeiten gar nicht zxx Dr. W o Bierbaum. AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N ü 53 Volkswirtschaft ab, die immer noch mit den viel zu hohen Tarifen unserer Bahnen schwer belastet ist. Der «Eisenbahner» weiss selber auch am besten, woher diese hohen Tarife und die ganze BahnmiseTe kommen. Die Löhne der S. B. B. bedeuten gegenüber unsern Chauffeuren, die allermindestens dasselbe leisten an Arbeit und meist eine viel grössere und ununterbrochene Verantwortung tragen, eine völlig ungerechte und einseitige Bevorzugung, wie sie heutzutage gar nicht mehr möglich sein sollte. Nicht das Automobil, sondern die Eisenbahnen mit ihren hohen Personalausgaben leben heute auf Kosten der Allgemeinheit, und das Automobil hilft die Bahnen unterhalten. So sieht der wahre Sachverhalt aus. • Die Frage muss daher einmal gestellt werden: Ist es nicht im höchsten Grade unsachlich, wenn aus diesen privilegierten Kreisen immer und immer wieder der Kriegsruf nach gesetzlicher Einschränkung und weiterer Belastung des Automobilverkehrs angestimmt wird, ohne daran zu denken, dass damit die Existenz von Tausenden vom Staatssäckel nicht Begünstigten leichtfertig erschwert würde ? * Einfuhr und neue Verkehrsbewilligungen im Mai 1931. Die Erhebungen des eidgenössisch statistischen Amtes stellten sowohl bei der Einfuhr an Motorfahrzeugen als bei der Erteilung neuer Verkehrsbewilligungen gegenüber dem Mai 1930 nur schwache Veränderungen fest. Bei der Einfuhr zeigte sich gegenüber dem Mai 1930 eine Zunahme von 1573 auf 1673, währenddem aus der Erteilung neuer Verkehrsbewilligungen ein Rückgang von 2110 auf 2033 resultierte. In beiden Fällen ist auch gegenüber dem Vormonat April ein Rückgang zu verzeichnen, bei der Einfuhr von 1686 auf 1673 und bei der Erteilung der Verkehrsbewilligungen von 2170 auf 2033. Vom April auf den Mai ist jedes Jahr regelmässig eine Verminderung der Einfuhrziffern zu erkennen. Diesmal tritt aber diese Erscheinung nur undeutlich in Sicht. Der April dominiert zwar wiederum mit seinem Einfuhrergebnis. Wenn der Mai 1931 im Vergleich zum Mai 1930 eine höhere Einfuhrziffer aufweist, so mag das einerseits durch den duzierten Lagerbestände zu ergänzen, begründet sein.; ' Die relativ hohe Einfuhr während des Monats Mai stützt sich eigentlich nur auf eine Vermehrung des Bestandes an Personenund Lastwagen. In' der gleichen Zeit konstatierte man bei der Motorradeinfuhr einen relativen Rückgang, denn im Monat Mai 1931 wurden nur 361, gegenüber 492 Motorrädern im Monat Mai 1930, eingeführt. Die Automobilleinfuhr vermehrte sich hingegen von 1081 im Mai 1930 auf 1312 im Mai 1931. Die Gesamteinfuhr an Motorfahrzeugen während den fünf ersten Monaten dieses Jahres betrug 6746 gegenüber einer Einfuhrziffer von 7570 für die entsprechenden fünf Monate des Vorjahres. Im vergangenen Jahre konstatierte man bei der Erteilung neuer Verkehrsbewilligungen eine absteigende Bewegung für den Monat Mai. Der Monat April konnte als Höhepunkt im Frühjahr angesehen werden. Es scheint nun, dass im vergangenen Frühling die eigenartigen Witterungsverhältnisse eine Verlegung der Saisongeschäfte des Autohandels mit sich brachten. Der kulminierende Punkt des Saisongeschäftes im Monat April kam nicht mit der gleichen Intensität zum Ausdruck wie früher. Die Ziffer der Verkehrsbewilligungen erklomm im Monat April die Höhe von 2170 und fiel im Monat April um 137 Einheiten auf 2033 hinunter. Die entsprechenden Zahlen im Jahre 1930 betrugen 2590 und 2110. Die Differenz war für das Jahr 1930 viel grösser. Der Rückgang in der Einfuhr Perionenwagen u. JHotorbastwagen räder 1930 Einheiten Januar 855 405 Februar 794 434 März 1123603 April .-.. 1262 521 Mai 1081 492 Juni 902 299 Juli 847 258 August ........ 645 184 September 544 104 Oktober 543 107 November...... 500 92 Dezember 727 207 Total 9823 3706 Januar-Mai 5115 2455 1931 Januar 812 269 Februar 653 342 März 883 428 April ;.. 1291 395 Mai .: 1312 361 1260 1228 1726 1783 1573 1201 1105 $29 104 650 592 934 13539 7570 1081 »93 1311 10.80, 1673 Januar-Mai .... 4931 1795 6746 Erteilung neuer Verkehrsbewillligungen ist auffallend, denn in den ersten fünf Monaten wurden nur 7964 Motorfahrzeuge zum Verkehr zugelassen, währenddem die entsprechende Ziffer des Jahres 1930 sich auf 9748 belief. Genauer besehen, gelangt man beim Vergleich der einzelnen Ziffern dazu, dass der Rückgang zu mehr als 60 Prozent auf das Konto der Motorräder fällt. Alber auch die Personenwagen hatten einen Rückgang bei den Inverkehrssetzungen zu notieren. Bei den Lastwagen ist hingegen, wie in den Vormonaten, eine kleine Zunahme zu buchen. Aus der kantonsweisen Uebersicht der neuen Verkehrsbewilligungen ergibt sich für die Kantone Schwyz, Glarus, Zug, Baselland, St. Gallen, Graubünden, Tessin und Waadt eine Zunahme der neu in den Verkehr gesetzten Fahrzeuge. Alle andern Kantone tragen somit den Rückgang allein. Sonderbarerweise steht der Kanton Genf, der doch die grösste Dichte an Motorfahrzeugen zu verzeichnen hat, an erster Stelle der Kantone mit verminderten Ziffern. Die Kantone St. Gallen und Graubünden weisen als einzige Kantone ein höheres Ergebnis an erteilten Verkehrsbewilligungen gegenüber dem Vorjahr auf. Der Bedarf an Motorfahrzeugen •muss dort gegenwärtig stärker sein als in andern Kantonen vielleicht kommt dabei eine nachträgliche Steigerung der Entwicki lune zum Ausdruck. U, Eine erfreuliche Wahl. Dtrrch den Hinschied von Herrn Nationalrat Odimga ist ein Sitz in der Zürcherischen kantonalen Verkehrskommission freigeworden. Diese letztere hat sich bekanntlich mit allen kanton*. len Verkehrsfragen, wie Eisenbahn^, ScMfffahrts-, Motorfahrzeug- und Strassenwesen* zu befassen und spielt daher in vielen Verkehrsfragen eine gewichtige, wenn nicht ein© ausschlaggebende Rolle. Die Mitglieder dieser 11 Köpfe zählenden Kommission werden vom Regierungsrat ernannt Der Zürcherische Regierungsrat ha? mm beschlossen, an Stelle von Herrn Nationalrat Odinga Hrn. Dr. E. Stadler, Uster, den Vizepräsidenten des A. C.S. und Vorstandsmitglied der Sektion Zürich des A.C.S. zum Mitglied dieser Kommission zu ernennen. Da die Motorfahrzeuginteressenten sowieso sehr stiefmütterlich in dieser Kommission vertreten sind, darf diese Neuwahl als eine überaus glückliche, bezeichnet werden, erhält -doch die Kommission in der Person von Herrn Dr. Stadler einen sehr kompetenten Verkehrsfachmann. R. Eisenbahndefizit und Automobil In Frankreich. Nach Pariser Meldungen soll der oberste Eisenbahnrat, der mit der Ueberprüfung der Lage der französischen Eisenbahnen beauftragt worden war, seine Arbeiten abgeschlossen haben. Er befasste sich vor allem mit der Frage der Deckung des B'etriebsdefizites, das auf rund 1400 Millionen Fr. angewachsen ist. Zu diesem Zweck sollen die Personentarife der Eisenbahnen um 25 Prozent erhöht werden, währenddem bei den Warenstransportansätzen nichts geändert würde. Ferner soll eine Konsolidierungsanleihe aulgenommen werden. Sogar eine Erhöhung der Benzinsteuer ist vorgesehen, um die Automobilisten, Ursache allen Uebels (!), auch zur Sanierung der Eisenbahnfinanzverhältnisse heranzuziehen. Die Regierung hat die Vorschläge bereits entgegengenommen und dürfte sie nächstens den kompetenten Kammerausschüssen unterbreiten, ß Automobilverbände und Strassenbau. Die mächtige amerikanische Automobilvereinigung (A.A.A.) hat im Prinzip beschlossen, für die Verbesserung der amerikanischen Strassenverhältnisse ihrerseits einen Betrag von mehreren Millionen Dollar auszusetzen. Personen- Lastwagen Motor- Tot«! wagen räder 1930 1931 Zürcher Notizen 1060 740 750 1234 901 741 1192 735 648 643 357 277 9038 4685 945 463 654 1063 1003 AUSLAND Neue Verkehrsbewilligungen Zahl 196 152 163 152 ISP 13* 21.-> 137 5OS 133 96 7K 1760 S49 237 151 189 209 200 506 632 849 1204 1023 729 1151 598 441 266 120 7591 4214 Z35 270 517 898 830 D 1762 1524 1762 2590 2110 1606 2556 1470 1070 942 573 424 18389 974S 1517 884 1360 2170 2033 412S 986 2850 7964

N°53 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE 3 Sportnachrichten Am Sonntag: Rheineck-Walzenhausen Die grossen schweizerischen Autosportveranstaltungen folgen sich auf dem Fuss. Acht Tage nach dem Gurnigelrennen treffen sich die Fahrer zum friedlichen Wettkampf auf der Bergstrecke Rheineck-Walzenhausen- Lachen. Alle Vorarbeiten der organisierenden Sektion St. Gallen-Appenzell des A. C. S. für den jedes Jahr sich steigender Beliebtheit erfreuenden Sportanlass, der für die Schweizerische Automobilmeisterschaft gilt, sind erledigt. Die Teilnehmer der früheren Rheineck- Walzenhausen - Lachen - Bergprüfungsfahrten sind sich schon längst daran gewöhnt, von diesem Rennen jeweils einen schönen sportlichen Erfolg zu erwarten. Es ist nur zu hoffen, dass der Wettergott seine Schlappe vom Qurnigel am kommenden Sonntag so gut als möglich wettmacht, damit sich die ideale Bergstrecke im Rahmen einer prächtigen Voralpenlandschaft wiederum so ausgezeichnet wie letztes Jahr darbietet. Das Bergrennen Rheineck-Walzenhausen wird auch dieses Jahr seine bekannte grosse Anziehungskraft nicht verfehlen; man wird nicht bereuen, dem hübschen Schweizerstädtchen Rheineck und dem Rennen einen Besuch abgestattet zu haben. Die folgenden Kriegsjahre brachten auch für das Rennen Rheineck-Walzenhausen einen grossen Unterbruch. Erst im Jahre 1921 widerhallten die Hänge von Walzenhausen wieder von dem Motorenlärm; 40 Fahrer nahmen an dem Rennen teil; der Tagessieger A. BöhleT vermochte indessen den von Herrn Walser im Jahre 1914 aufgestellten Rekord nicht zu schlagen. Im nächsten Jahre verband man das Rennen mit einem Kilometer-Lance auf der Strecke Speck-Bauried. Beide Anlässe ergaben einen vollen Erfolg. Der Sieger des ersten Klausenrennens, Nieth, drückte den bestehenden Rekord der Bergstrecke Rheineck-Walzenhausen-Lachen auf T4,2" herunter. Weniger zufrieden waren die Organisatoren mit dem fünften Rheineck-Walzenhausen-Rennen vom Jahre 1924; die ganze Veranstaltung wurde schwer verregnet, so dass es auch nicht möglich war, den von Nieth aufgestellten Rekord zu schlagen. Sensationellen Erfolg hatte der schweizerische Meisterfahrer Kracht auf Bugatti. der im Jahre 1925 den neuen, vielbestaunten Rekord von 6'32,4" aufstellte. Im nächsten Jahre bewies Kracht sein meisterliches Können aufs neue, indem er den eigenen Rekord auf & 11,4" reduzierte. Die Rekorde hatten nun keine lange Lebensdauer mehr; Jahr für Jahr wurden sie neu gesenkt. 1927 stellte Merz auf Bugatti wiederum einen neuen Rekord mit 5'58%" auf, Das Jahr 1928 brachte lediglich eine geschlossene Veranstaltung der Sektion St. Gallen des A.C S. auf der Strecke Rheinesk-Walzenhausen-Lachen. Im nächsten Jahr wurde jedoch der Anlass wieder als offenes Rennen durchgeführt; seine steigende Bedeutung ging schon daraus hervor, dass er zum erstenmal als Lauf für die schweizerische Automobilmeisterschaft zählte. Sieger wurde Hans Stuber auf Bugatti, der die 6H Kilometer mit der neuen Bestzeit von 5'42&" erledigte. In der Sportwagenkategorie gelang es Dr. Karrer, einen neuen Rekord mit 5'55" aufzustellen. Das Rennen im vergangenen Jahre bedeutete einen ganz grossen Erfolg. Das Wetter zeigte sich in bester Laune, so dass sich auch die Strecke für die Aufstellung neuer Rekorde in denkbar be- Echo vom letzten Sportsonntag Die beiden gefürchtetsten Gegner beim Gumigel-Rennen: H.Stuck (1.) und H. Stuber (r.) bei einem friedlichen Hock in einet Txainingspause. (Photo «Automobil-Revue».) Die Sieger des Zehnstunden-Rennens um dem Grossen Preis TOO. Frankreich: Chiron (1.) und Varzi (r.). (Photo Meurisse.) Im Nachfolgenden veröffentlichen wir die genauen Angaben des Programms: Freitag, den 26. Juni 1931 6—S Uhr: Training. 16—51 Uhr: Training. Samstag, den 27. Juni 1931 5—8 Uhr: Training. 15—18 Uhr: Abnahme der Fahrzeuge bei der Waage in Rheineck. Nachher Parkierung der Fahrzeuge in der Garage der Besitzung Freibach, zwischen Rheineck und Thal. Sonntag, den 28. Juni 1931 6 Uhr 30: Besammlung sämtlicher Konkurrenten auf dem Parkplatz zur Empfangnahme der Wagen und Erteilung der letzten Instruktionen. Nachher Abfahrt in Beschlossener Kolonne in Reihenfolge der Startnummern nach Rheineck. •fO Uhr: Beginn der Bergprüfungsfahrt für Motorräder, veranstaltet vom Motorclub St. Gallon (geschlossenes Rennen). 10 Uhr 30: Beginn der Bergprüfungsfahrt für Automobile. — Die Bergstrecke ist ab 9 Uhr für «amtlichen Verkehr vollständig gesperrt. 18 Uhr 30: Bankett im «Kurhaus» mit anschliessender Preisverteilung. Der Beginn der Bergprüfungsfatirt -wird durch Abfahren der Strecke mit grosser gelber Fahne, der Schluss mit weisser Fahne bekanntgegeben. Die Geschichte. Das Rheineck-Walzenhausen-Rennen, jedes Jahr in vorzüglicher Weise von der Sektloh St. Gallen-Appenzell des A. C. S. organisiert, kann sich bereits einer schönen Vergangenheit rühmen. Bereits im Jahre 1910 fuhren die Wagen zum ersten Male die Kurven der schönen Bergstrecke hinan nach Lachen. Gleich- 40 Fahrer stellten sich dem Starter; als Sieger ging Karl Hoff er mit M'23" aus dem harten Kampf hervor, eine Zeit, die fast dreimal so gross ist wie der heutige Rekord! Das zweite Rennen wurde Im Jahre 1914 durchgeführt. Als Sieger triumphierte der heutige Präsident der organisierenden Sektion St. Gallen-Appenzell des A. C. S., Herr Traugott Walser. Seine Zeit von 8' 25" musste schon als sehr beachtenswert notiert werden. -RENNEN Alle 40 ausgerüstet mit den berühmten Firestone Gum-Dipped-Reifen Braucht es mehr Beweise des Zutrauens? Eine Marke, die von den besten Reifenkennern der Welt bevorzugt wird, dürfte auch Sie zufriedenstellen können. Reifenabschnitte stellen wir Ihnen gerne kostenlos zur Verfügung. stem Zustand präsentierte. Sämtliche bestehenden Kategorienrekorde wurden deshalb über den Haufen geworfen*; in der Tourenwagenkategorie triumphierte Zwimpfer auf Chrysler mit der guten Zeit von 6'40", bei den Sportwagen holte sich Dr. Karrer mit 5'51,8" neue Lorbeeren. Den Vogel schoss aber der bernische Meisterfahrer Hans Stuber auf Bugatti ab, der mit 5' 28,8" einen neuen, absoluten Streckenrekord aufstellte, der heute noch gilt. Die ganze Veranstaltung klappte unter der gewohnten umsichtigen und' guten Organisation der Sektion St. Gallen des A. C. S. bis in alle Einzelheiten. Ob die Rekorde den nächsten Sonntag überdauern werden? Man wird auf diese Frage übermorgen Antwort erhalten. Zu hoffen ist nur, dass nicht ein widriges Wetter und dadurch verursachte schlechtere Strassenverhältnisse die Anstrengungen der Organisatoren und der Konkurrenten zunichte machen. Bis zum Redaktionsschluss sind folgende definitive Meldungen für das Rennen eingelaufen : Wagenam Start! Tourenwagen: Verlangen S!e deshalb künftig Frau Dold-Uster (Zürich), auf Bugattf Alfred Keller (Zürich), .auf Alfa Romeai Paul Walser (St. Gallen), auf Fiat Alois Muff (Hellbühl), auf Chrvsler Cb. Estler (Bruggen), auf Nash W. Rösli (Bern), auf Nash Frl. Minartz (Nürnberg), auf Stoewer Paul Müller (Rheineck), auf Fiat Maag (Zürich), auf Bugatti G. Pedrazzini (Locarno), auf Studebaker Traugott Walser (Herisau), auf Bugatti A. Müller (St. Gallen), auf Ford A. Steinlin (St. Gallen), auf Peugeot. Sportwagen: E. Sahneider (Zürich), auf Derby Dr. J. Karrer (Zürich), auf Bugatti Clemenz Graf (Konstanz), auf B.M.W. F. Caflisch (Neapel), auf Mercedes JV Widler (St. Gallen), auf Derbv K. Eugster (St. Gallen), auf Amilcar. Rennwagen: M. Markiewicz (Genf), auf Austin H. Kessler (Zürich), auf Amilcar Frl. Münz (Zürich), auf Bugatti K C. Täuber (Zürich), auf Alfa Romeo Hans Stuber (Bern), auf Bugatti Ausser diesen definitiven Meldungen erwartet das Organisationskomitee noch eine Anzahl von Fahrern, deren Meldung noch ausstehend ist. Tabelle der bestehenden Rheineck-Walzenhausen-Rekorde siehe Seite 5 ! (Siehe weitere Bilder vom Gurnigel- Rennen auf Seite 14)