Aufrufe
vor 4 Monaten

E_1931_Zeitung_Nr.057

E_1931_Zeitung_Nr.057

Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Freitag, 10. Juli 1931 Nummer 20 Cts. 27 Jährgang. - N° 57 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Erscheint jeden Dienstag und Freitag Monatlich „Gelb« List«" Halblfihrlleb Fr. 4.-, jährlich Ft. 10.-. Im Ausland unter Portosrochlag, Mfcrn nicht postamtlich bestellt. Zuschlag für postamtliche Bestellung 30 REDAKTION u. ADMINISTRATION: Breitenralnstr. 97, Bern Rappen. Posteheck-Rechnung 111/414. Telephon Bollwerk 39.84 Telegramm-Adresse: Autorevue, Bern INSERTIO\S-PHEIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grundzelle ade» deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Ctl> Grrtssere Inserate nach Scitentarif. Inseratenschlus* 4 Tage vor Erscheinen der Nnmmern Verkehrserziehung der Jugend Immer wieder folgen sich die Meldungen über Verkehrsunfälle, denen Jugendliche zum Opfer fallen und vielfach ergibt die Untersuchung den nämlichen Tatbestand. Die Kinder verlassen unvermittelt das Trottoir und springen achtlos in die Fahrbahn ohne sich umzuschauen und sich zu vergewissern, ob die Strasse auch frei ist. Diese Opfer des Strassenverkehrs sind doppelt zu bedauern, indem sie durch den Unfall nicht nur für ihre Unachtsamkeit, sondern auch für den Mangel an Aufklärung und Verkehrserziehung büssen, welche ihnen eigentlich angesichts des beschleunigten und intensivierten Strassenverkehrs zuteil werden müsste. Wir haben vor kurzem den Stand der Verkehrserziehung unserer Jugend näher betrachtet (« A.-R.» Nr. 42), wobei wir zum Schluss kamen, dass deren systematische Aufklärung nicht einfach Sache der privaten Initiative bleiben könne, sondern unbedingt von behördlicher Seite für die Schulen übernommen werden müsse. Wie erinnerlich, hat dieses Frühjahr der T.C.S. mit dem Plan zu einer grosszügigen Campagne in den Schulen überrascht. Es erfolgte die Verteilung von ca. 5 'Mill. Bilderserien an die Schulen aller Unterstufen, welche dort als Anschauungs- und Erziehungsmaterial Verwendung finden sollen. Zur Orientierung der Lehrerschaft wurden über 15,000 Anleitungen ausgegeben und man rechnete, mit dieser Campagne über eine halbe Million Schüler zu erreichen. Obwohl diese Initiative von höchsten Magistraten, so vom Bundespräsidenten, sehr begrüsst wurde, ist es in der Zwischenzeit in dieser Angelegenheit sehr ruhig geworden. Wir wissen nicht, in welchem Umfange die verschiedenen kantonalen Erziehungsdepartemente dem T.C.S. den Weg in ihre Schulen geöffnet haben, aber es scheint fast, als ob der Enthusiasmus, mit dem die Bewegung begrüsst worden ist, nicht im gleichen Ausmasse auf die Erzieher und die ihnen übergeordneten Behörden übergegangen wäre. Umso erfreulicher ist die Kunde, dass wenigstens in der welschen Schweiz die meisten Schulen das Material übernommen haben. Als einer der ersten deutschschweizerischen Kantone ist nun Baselstadt gefolgt, dessen Erziehungsdepartement an die Schulvorsteher folgendes Zirkular erliess : «Der Touring-Club der Schweui wird auch im Jahre 1931 eine Kampagne für die öffentliche Sicherheit durchführen und erbittet dazu die Mit- ' Blitz Der Roman eines Wolfshundes. Von H. G. Evarts. (Verlag Georg Müller. München.) (22. Fortsetzung) «Von Vermont?> fragte Moran mit übertriebener Höflichkeit. Ein ärgerliches Fluchwort entfuhr dem angeblichen Vermonter. «Wollen Sie tauschen?» sagte er kurz. Moran schüttelte den Kopf. «Den Hund verkaufe ich nicht.» Einer der Männer sprang plötzlich auf und lief nach dem Weideplatz der Pferde. Er kehrte in grosser Hast zurück, nahm ein Pferd, das in der Nähe angepflockt stand, beim Zügel und führte es zu dem Baumstamm, auf dem die Sättel lagen. «Reissen die Pferde aus?» fragte Moran, während der Mann einen Sattel auf das Pferd warf. «Nicht mehr zu sehen,» rief der Mann aus «Hab' völlig vergessen, dass an mir die Reihe war, die Pferde zu überwachen.» «Ich kann euch die Mühe ersparen,» bot sich Moran an. Er ging mit Blitz eine Anhöhe hinauf und zeigte mit dem Arm talaufwärts. hilfe der Schulen. Er beabsichtigt, der Lehrerschaft eine Wegleitung für den Unterricht auszuhändigen, die als Anregung dienen soll. Gleichzeitig stellt er Bildermaterial zur Verfügung, und zwar für jeden Schüler eine Serie von 12 resp. 6 Bildern, die dann im Unterricht ausgewertet werden sollen. Die Bilder tragen absichtlich keine Legende, damit es dem Schüler überlassen bleibt, nach Einkleben derselben in den Schulheften unter der Kontrolle des Lehrers die geeigneten Erklärungen, selber zu finden. Auf diese Weise ist ein intensives Studium der Bilder notwendig, und die dafür aufaewendete Unterrichtszeit * soll möglichst reichlich bemessen sein. Die Petenten haben angeregt, der Lehrerschaft zu empfehlen, in einer Unterrichtsstunde jeweilen nur ein Bild zu behandeln. Wir sehen von einer Verfügung ab und überlassen es der Lehrerschaft, in dieser Frage nach Gutdünken vorzugehen. Die Bilder sollen an die Schüler der Kindergärten, an Primarschüler und an die untern Stufen der Sekundär-, Realschulen und der Gymnasien abgegeben werden. Mit Ausnahme der Schüler der Kindergärten erhalten alle eine Serie von 12, die Kindergartenschüler eine solche von 6 Bildern. Obwohl wir einigen Zweifel haben, ob das Material für die Kindersrärten wirklich geeignet ist. glauben wir doch, einem Versuch zustimmen zu sollen. Es muss eben den Kindergärtnerinnen überlassen bleiben, den Kleinen den Sinn der Bilder zu erklären. Es wird weiter ein Plakat zur Verteilung gelangen mit dem Titel: «Kinder! Achtung auf die Gefahren des Strassenverkehre! » Dieses Plakat soll auf der Innenseite der Ausgansstiiren der Schulen der ganzen Schweiz angebracht werden, um die Kinder in dem Moment, da sie im Begriffe sind, die Strasse zu betreten, auf die Gefahren, denen sie sich dort aussetzen, aufmerksam zu machen. Das Material, wird im Laufe dieses Monats bei uns eintreffen. Wir werden es an die betreffenden Schulen verteilen und ersuchen Sie hiermit, wenn möglich noch vor den Ferien mit der. unterrichtlichen Auswertung zu beginnen. Die Rektorate selbst sind ersucht, das Plakat des Touring-Club an den Zugängen anzuschlagen. > Aus der Vernehmlassung geht zwar hervor, das auch hier die weitere Verarbeitung der Unterlagen dem Gutdünken der Lehrerschaft überlassen bleibt. Immerhin darf angesichts der Wichtigkeit der Materie gehofft werden, dass die Volkserzieher den Verkehrsunterricht nicht einfach als eine Mehrbelastung oder gar Ueberlastung ihres Pensums betrachten und die Behandlung des Materials darnach einrichten. Es wird sicherlich nicht am notwendigen Verständnis für die Tatsache fehlen, dass durch die Intensivierung des Verkehrsunterrichtes manche Gefahr für Leib und Leben der Schülerschaft abgewendet werden kann und der Erzieher dadurch eine ebenso hohe Aufgabe übernimmt, als wenn es gilt, das Wissen der Schülerschar zu mehren. «Pferde! Pferde!» sagte er. «Geh, bring sie, Bursche! Bring sie zurück!» Blitz raste fort. Wir haben aus zahlreichen Korrespondenzen aus Lehrerkreisen, welche sich mit unserer Redaktion wegen der Durchführung oder Ausgestaltung einer Verkehrsstunde in Verbindung gesetzt haben, mit grosser Befriedigung entnehmen können, dass es vielerorts bei den Lehrern nicht am nötigen Verständnis, sondern nur an den geeigneten Unterlagen mangelt. In diesem Zusammenhang verdient wohl ein Lehrprogramm alle Eeachtung, das uns kürzlich ein Zürcher Se kundarlehrer zur Verfügung gestellt hat. Obwohl er selbst nicht Automobilist ist, hat er seit mehreren Jahren den Verkehrsunterricht in sein übriges Lehrprogramm eingefügt. Wie demselben zu entnehmen ist, geht das Pensum weit über das hinaus, was der T. C. S. von der Lehrerschaft erwartet. Aber es wird damit der Beweis geliefert, dass sich bei gutem Willen und geschickter Ausnützung der zur Verfügung stehenden Zeit im Rahmen des Lehrplanes manches in Sachen Verkehrsorientierung leisten lässt. Es ist dies um so eher möglich, als der Verkehrsunterricht nicht unbedingt als separates Fach behandelt werden muss, sondern sehr leicht in Zusammenhang mit anderen Fächern gebracht werden kann. Verkehrsunterricht. Plan für dessen theoretische und praktische Gestaltung in den Schulen. Von A. S. A. Theoretischer TeH I, in der Schule. Die theoretische Belehrung umfasst: a) Mündliche und schriftliche Behandlung und $,*_. Wiederholung; b) Skizzieren von Lageplänen, Figuren, Fahrzeugen; c) Betrachtung und Erklärung von Bildern; d) Licntbildervorführung Und -erklärung; e) Winkzeichenübungen. 1. Besprechung der Gefahren im heutigen Strassenverkehr, unter Benützung von Erfahrungen der Schüler von Zeitungsberichten und Polizeimeldungen. 2. Belehrung über die Strassenverkehrsregeln auf Grund von Gesetzen, Konkordatsvorschriften Polizeiverordnungen. a) Fussgängerverkehr, b) Fahrzeugverkehr. c) Tram verkehr. 3. Belehrung über die Verkehrszeichen-Tafeln. und 4. Belehrung über die Handwinkzeichen und Richtungszeiger a) Fahrzeuglenker-Zeichen, b) Verkehrspoljzei-Zeichen, c) Strassenbahn-Zeichen. 5. Belehrung über Unfallverhütung. 6 Richtige« Verhalten des Fussgängers: a) auf Gehwegen, b) auf der Fahrbahn, c) auf Plätzen dl auf Landstrassen. 7 Richticps Vorhalten des Radfahrers, des Handwagenf'ihrers. 8. Vorbereitung der Schüler auf den Verkehrsunterricht auf Strassen und Plätzen, auf den «Verlcehrsausgang» a) Planskizze des Beobachtungsortes; Sowie eines der Tiere zurückzubleiben versuchte, war Blitz gleich hinter ihm her und Die zahlreichen Pferdespuren auf dem Wiesengrunde führten alle in eine Richtung. Eine Vierteilmeile talaufwärts fand Moran viele Stellen, an denen das hohe Gras flach niedergepresst war Hier hatten die Pferde nach dem Weiden gerastet. Eine breite Fährte führte von hier die Talsohle hinauf. Er folgte ihr. Die Männer blickten dem Hunde nach, der sich bald nur mehr wie ein huschender Schatten von dem Grün der Wiesen abhob. Je höher es hinauf ging, desto mehr verengten bewaldete Hügel das Tal, bis auch die letzte schmale Zunge des Wiesengeländes vom Walde verschluckt war. Der Schatten verschwand unter den Bäumen. «Dort führt ein Steig in die Berge hinauf,» erklärte der unaufmerksame Wächter. »Der Hund ist richtig auf ihrer Spur Wir sind von dort herabgekommen und die Pferde laufen denselben Weg zurück Keine Sekunde darf man diese Biester aus den Augen lassen, will man nicht eines Tages das Vergnügen haben, zu Fuss weiterzu7iehen.» Zwanzig Minuten später brachen die Pfer de in schneller Flucht aus dem Gehölz hervor und stürmten die Wiese hinab, wohlgeordnet und im regelmässisren GaloDD. Es war ein Anblick, wie kaum ein anderer angetan, das Herz dieser Männer zu erfreuen. versetzte ihm einen Biss in den Ballen Scheu legten sie die Ohren zurück und feuerten aus. wenn sie die Zähne zu spüren bekamen. Als Blitz das Rudel in die Höhe des Lagers getrieben hatte, fiel er nach rechts ab, stürmte dann vorwärts und steuerte auf Hie vordersten Pferde zu, um sie nach links abzudrängen. In weitem Bogen umkreiste er das Rudel, immer enger und enger wurden die Kreise, bis die Tiere zusammengedrängt waren und endlich stillstanden. Blitz wirbelte noch immer in rasendem Tempo um die verschüchterten Pferde, um jede widerspenstige Regung sofort zurückzuweisen. Alle Männer hatten sich erhoben und waren Zeugen dieses Schauspiels. In ihren Mienen drückte sich begeisterter Beifall aus. «Jetzt weiss ich alles,» sagte der angebliche Vermonter, sich Moran zuwendend. «Ihr seid Clark Moran! Ich sehe diesen Hund heute zum erstenmal mit eigenen Augen, aber ich habe schon manches schöne Stückchen von ihm gehört, von Farmern, die seine Leistungen kennen. Ich weiss auch, dass er am Wind River zu räubern begonnen und dass ein Wolfsjäger seine Spur einwandfrei bis zur Bar T. am Grevbull zurückverfolgt b) Aufgabenstellung für die einzelnen Schftlergruppen, c) Einteilung und Aufstellung der Schüler, d) Einzeichnen der Planskizze ins Notizbuch, e) Einzeirhnen der Tabulatur ins Notizbuch für Beobachtungen. B. Praktischer Teil, auf Strassen und Plätzen. I. Beobachtungen. 1. Die Schüler begeben sich auf die vorbezeichneten Posten, unauffällig, ohne Verkehrsstörung zu veranlassen. Jeder hat sein Notizbüchlein mit Planskizze, Aufgaben und Tabulatur.* 2. Die Schüler notieren und skizzieren gemäss ihrer Aufgabe a) Verkehrsfehler, sachlich, während bestimmter Zeit; b) Verkehrsfehler, zahlenmässig, während bestimmter Zeit; c) Handzeichen des Verkehrspolizisten; d) Beachtung dieser Zeichen durch die Fahrer; e) Beachtung dieser Zeichen durch die Fussgänger; f) Handzeichen der Fahrer; g) Beachtung dieser Zeichen; h) Richtungszeiger. Der Lehrer macht unauffällige Kontrollrunden bei den Schülern Er notiert für die spätere Besprechung in der Schule 3. Schulwegaufgabe: Die Schüler notieren und skizzieren Verkehrsunfälle und Verkehrsfehler, auf die sie ihr Augenmerk :zu richten haben. — Besprechung in der Schule, beschreiben, skizzieren. II. Hebungen. Sie erfolgen nach vorbestimmtem Plan. 1. Die Schüler haben die Strasse einzeln zu überschreiten, unter genauer Beachtung der Vorschriften. Die Stillstehschüler überwachen den Uebersehreiter und notieren unrichtiges Verhalten. 2. Die Schüler haben einen Platz einzeln zu überschreiten, wie vorhin. C. Theoretischer Teil II, in der Schule. 1. Besprechung der Ergebnisse -des Verkehrsaflsganges. Lob. Tadel. VerbesseTuagsvorschläge.. 2. Verwertung im Schulunterricht: a) Vortragsübungen, ' b) Aufsatz, c) Skizzieren, und Zeichnen. d) Rechnen und Geometrie, e) Physik Unser Gewährsmann hat uns ermäentigt, den obigen Lehrplan zur allgemeinen Diskussion zu stellen. Wir nehmen gerne an, dass dessen viele hundert Kollegen vom Fach Veranlassung nehmen, um sich eingehender mit diesen Fragen zu beschäftigen und ihre Schülerschaft von dem gesammelten Material profitieren lassen. Vergessen wir nie, dass die heutige Schülerschar die Generation von morgen darstellt. Es gilt nicht nur, ihre geistige Ertüchtigung durch Vermittlung von Wissen zu erreichen, sondern sie auch für das praktische tätliche Leben vorzubereiten. Und in wessen tägliches Leben spielt nicht das heufisre Verkehrswesen hinein ? Sorgen r da?ür dass die Jugend rechtzeitig auf alle Verkehrse:efahren aufmerksam gemacht wird und sie zu meiden lernt, auf dass keiner später ihrethalber sein Wissen nicht In die Praxis umsetzen könnte! b. hat. Dort hat man ihn angeblich erschossen, aber wahrscheinlich nicht gut getroffen und er ist entwischt. Dieser Loböblick, sein gleitender Gang, die gelben Augen und die prächtige Art seiner Arbeit — nein, es gibt nur einen solchen Hund, und ich wette meinen Kopf, es ist der Meister vom Greybull — Blitz!» «Sie haben es erraten,» gab Moran zu. «Es ist doch unglaublich, dass solche Geschichten bis in ein so entlegenes Nest wie Vermont dringen.» «Es ist schon so,» erwiderte der andere verlegen. Moran hatte die ganze Zeit darüber nachgedacht, in welcher Absicht eigentlich diese acht Männer, die angeblich Bären jagen wollten, hiehergekommen seien. Nun glaubte er der Sache auf den Grund gekommen zu sefn. «Gestatten Sie mir eine einzige Frage, Vermont,» sagte er. Der Mann hörte bereitwillig auf diesen neuen Namen. Solcherart erwirbt man sich in dieser Gegend, die keine Förmlichkeiten liebt, rasch seinen Spitznamen. «Ich will antworten,» versprach Vermont. «Ich bin kein Menschenjäger,» sagte Moran. «Aber ich glaube zu wissen, was Ihr hier sucht und kann Euch vielleicht gute Dienste leisten. Sie sind entweder Polizeibeamter. Forstwart oder Richter. Wollen Sie :