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E_1931_Zeitung_Nr.059

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10 AUTOMOBIL-REVUE

10 AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N" 59 Neue Brennstoffe. In Frankreich will man dem feuersichern, aber trotzdem in jedem Automobil- oder Flugmotor ohne weiteres verwendbaren Brennstoff einmal mehr auf die Spur gekommen sein. Angeblich hat sich der Brennstoff schon seit mehreren Monaten bei Flugzeugen, die auf der Linie Paris-London Dienst tun, gut bewährt. Der Brennstoff wird wie Benzin aus Erdöl hergestellt. Durch ein besonderes Destillationsverfahren soll er jedoch von allen niedrig siedenden Bestandteilen befreit sein. In England wird versuchsweise ein neuer Brennstoff, « new-petrol » gennant, vom Chemischen Versuchsinstitut der Gaswerke Belfast hergestellt. Dieser Brennstoff, ein Kohlenteer-Produkt, soll billiger sein als Benzin und Benzol. Sein hoher unterer Flammpunkt macht allerdings erforderlich, dass die Motoren zuerst mit Benzin oder Benzol angelassen werden. New-petrol ist fast schwarz, riecht wie Benzol und soll von jedem grösseren Gaswerk hergestellt werden können. -s, Lastautobetrieb mit Methan. Das Kohlenwasserstoff gas Methan (CH 4 ) ist in einem Anteil von etwa 24 Prozent in den Abgasen der Koksöfen enthalten und wurde bisher nur teilweise weiterverwertet. In der Ruhr, wo es in grossen Mengen entsteht, wurden nun Versuche unternommen, mit diesem Gas auch Motorfahrzeuge anzutreiben. Das Methan wird dabei unter einem Druck von 150 Atmosphären in Stahlflaschen abgefüllt und so auf dem Motorfahrzeug mitgeführt. Wegen des beträchtlichen Gewichtes der Stahlflaschen kommen allerdings vorläufig nur Lastwagen für den Gasfoetrieb in Frage. Der Uöbergang von Benzin- auf Methanbetrieb soll keine weitere Abänderungen als den Einbau eines Mischventils erfordern. Im Ruhrgebiet und auch sonst überall dort, wo mit keinen grossen Versandspesen gerechnet werden rnuss, sollen sich mit Methan die Brennstoffkosten pro Fahrkilometer gegenüber Benzin um etwa 30 Prozent verringern lassen. -s, Warnsignal bei CO-Vergiftungsgefahr. Die Gefahr einer Vergiftung durch das Kohlenoxyd der Auspuffgase, die mit Recht im Automobilismus immer grössere Beachtung erfährt, besteht auch für die Piloten und Passagiere von Flugzeugen. So erinnert man sich, dass seinerzeit der Absturz eines der bekanntesten englischen Schneiderpokalsiegers nicht anders erklärt werden konnte, als dass dieser Pilot in der Luft durch Gasvergiftung das Bewusstsein verloren hatte. Seitdem angestellte systematische Versuche haben ergeben, dass die gefährlichen Gase unter Umständen auch dann noch in den Bereich der Atmungsluft des Piloten gelangen können, wenn das Auspuffrohr des Motors weit nach hinten geführt ist. Diese Tatsache erklärt sich aus den Wirbeln und teilweisen Luftleeren, die im Führerraum des Flugzeuges auftreten und ein Nachvornströmen der Gase bewirken können. Die Luftfahrtabteilung der amerikanischen Behörde gedenkt nun, dem Vorkommen des gefährlichen Kohlenoxydes mit allen Mitteln der modernen Wissenschaft zuleibe zu rükken. Sie hat gegenwärtig ein Anzeigegerät in Erprobung, das noch bei Kohlenoxydgehalten bis hinunter zu 0,0002 Prozent reagiert. Sobald der Kohlenoxydgehalt in der Luit grösser ist ,leuchtet am Gerät eine rote Warnungslampe auf. Wenn sich der Apparat weiter bewährt, soll er auch in der Automobilabteilung des amerikanischen Marinedepartementes eingeführt werden. -s. Piald ! sch«» nke Beleuchtung zum Rückwärtsfahren. Kommt man in den Fall, in dunkler Nacht auf unbeleuchteter Strasse längere Strecken rückwärts fahren zu müssen, so kann man sich die Sicht um vieles verbessern, indem man die Schlusslampe aus ihrem Gehäuse herausnimmt. Wo ein Herausnehmen der brennenden Lampe nicht möglich ist, ergibt auch schon das Entfernen des roten Glases eine bessere Beleuchtung nach hinten. -at- Abdtchten eines Vergaser-Schwimmers. Eine kleine Undichtigkeit im Schwimmer des Vergasers kann behoben werden, indem man die betreffende Stelle mit zwei Schichten eines Nitrozelluloselackes bestreicht. Der Anstrich trocknet sehr schnell und wird dann durch Benzin nicht mehr aufgelöst. Gegenüber dem Verlöten der undichten Stelle hat das Verfahren den Vorteil, dass der Schwimmer praktisch nicht schwerer wird. Er braucht also im Anschluss an die Reparatur auch nicht neu ausbalanciert zu werden. -at- Praktische Unterbringung des Wischlappens. Gewöhnlich beschmutzt man sich schon beim kleinsten Handgriff unter der Motorhaube' die Hände. Damit der Schmutzt nicht weiter verschleppt wird, sollte man für solche Gelegenheiten immer rasch einen Wischlappen zur Hand haben. Die bisherigen Unterbringungsorte für Wischlappen, z. B. die Innentaschen der Türen, sind aber gerade in dieser Beziehung meist sehr un- Die Wischlappen- Haltoklammer unter der Motorhaube praktisch gelegen. Hängt man den Wischlappen aber unter der Motorhaube selbst auf, sei' es, indem man ihn an einem Drahthaken aufspiesst, oder, besser noch, indem man ihn, wie beistehend skizziert, an einer an der Spritzwand festgeschraubten Wäscheklammer aufhängt, so kann man an ihn herangelangen, ohne vorher irgendeinen Teil berühren zu müssen. -s. Abschleifen von Kolbenringen. Neue Kolbenringe müssen manchmal auf ihren Stirnflächen etwas abgeschliffen werden, um in die Nut des Kolbens hineinzupassen. Es geschieht das gewöhnlich dadurch, dass man den Ring auf einem auf eine glatte Unterlage gelegten Blatt Schmirgelleinwand abreibt. Beim Halten des Ringes mit den Fingern verletzt man sich aber leicht die Fingerspitzen. Ein Halter für den Kolbenring, der solche Verletzungen ausschliesst, ist ganz leicht herzustellen, indem man in einen Holzklotz oder in ein Brettchen von etwa 2 cm Mindestdicke mittels eines alten, glühend gemachten Kolbenringes eine ringförmige Vertiefung einbrennt. Der neue Ring wird in diese ringförmige Vertiefung eingelegt, und das Brettchen oder der Holzklotz bilden seinen Halter. -at- T«rf. s» Frage 7989. Oeldrucck sinkt beim Bremsen. Woher kommt es, dass der Oeldruck in einem Aufomobilmotor plötzlich sinkt und fast auf Null zurückgeht wenn stark gebremst wird? Es scheint sich dabei nicht etwa um eine Störung des Oelmanometers zu handeln, denn ein zweites Instrument, das ich ansehloss, zeigte genau das gleiche Verhalten. Der Motor wird immer bis zum vorgeschriebenen Niveau mit der vorgeschriebenen Qelsorte beschickt. E. K. in F. Antwort Das beobachtete Abfallen des Oeldruckes beim starken Bremsen hängt wohl damit zusammen, dass beim Verzögern des Wagens der im Kurbelgehäuse befindliche Oclvorrat nach vorn geworfen wird und dann die Einlaufmündung der Oelpumpo nicht mehr bedeckt. Sie werden dann auch feststellen können, dass der Druckabfall eher beim Bergabfahren als beim Bergauf fahren auftritt. Bleibt der Druck länger als einige Sekunden aus. so sollte die Sache nicht auf sich beruhen gelassen werden, denn es bestände dann die Gefahr, dass infolge ungenügender Schmierung Motorschäden entstehen. Der Druckabfall Messe sich wahrscheinlich ziemlich einfach vermeiden, indem dafür gesorgt würde, dass die Pumpe das Oel anstatt aus dem hinteren Kurbelgehäuseteil aus dessen Mitte oder noch weiter vorn entnimmt. —at— Frage 7990. Wann wird die Entrussung notwendig? Kann von vornherein eine Kilometerzabl angegeben werden, innerhalb der eine Entrussung bei Automobilmotoren stattfinden muss? Ich habe von Fällen gehört, in denen eine Entrussung schon nach je 2000 km vorgenommen wurde, während ich mit meinem Wagen schon 9000 km gefahren bin, ohne dass ich irgendwelche Anzeichen einer Verrussung gemerkt hätte. Der Motor läuft immer noch gleich weich und ruhig wie am Anfang und hat noch bei keiner Steigung geklopft. E. G. in K. Antwort: Die Entrussung wird erst dann notwendig, wenn sich Anzeichen einer Vorrussung des Motors in seiner Wirkungsweise bemerkbar machen. Eine feste Regel bestellt nicht. Normalerweise sollen Anzeichen einer Verrussung nicht vor etwa 8000 km auftreten; es kann sogar vorkommen, dass bis gegen 20 000 km gefahren werden können, ohne dass die Notwendigkeit zu einer Entrussung" besteht. Je besser der Kolben und die Kolbenringe abdichten, je sparsamer die Schmierung und je besser das Gasgemisch ist, desto weniger zeigt der Motor Neigung zum Verrussen. Frage 7991. Abdichtung der Pedalscblitze. Wie kann man verhindern, dass durch die Pedalschlitze im Sommer Hitze und Staub und im Winter Kälte in das Wageninnere einströmen? Ist eine Abhilfe mit einfachen Mitteln möglich oder erfordert sie grössere, kostspielige Massnahmen? K. M., in R. Antwort: Es ist weder schwierig noch mit nennenswerten Koston verbunden, die Schlitze für die drei Fusspedale so auszuführen und abzudichten, dass sie auch bei schneller Fahrt keine Zugluft mehr durchlassen. Hierzu bedarf es lediglich einer präziseren Bearbeitung der Bodenbretter, so dass Länge und Breite der Schlitze so knapp als möglich bemessen werden, und ferner eine Abdichtung dieser Schlitze durch auf- oder untergenagelte schmale Filzstreifen. Wenn der normalerweise vorhandene Fussbodenbclfig dann ebenfalls eine Filzuntcrlage erhält, die die Pedale eng umschliesst, so sind auch die Füsse des Fahrers ein für allemal gegen die Unbilden der Witterung ausreichend geschützt. + Harmonisch, vibrierend und deutlich wird das elektrische Tenor The newr Straight AVIBVJRIM Ihrem Wagen vorauseilen IM. A Smtmt-Ia «I und die Strasse freimachen, vorüberfahren. bevor Sie Es erspart Ihnen die so häufigen Zeltverluste und verhindert die so zahlreichen Unfälle an den gefährlichen Kurven und Kreuzungen. — In Anbetracht des immer wachsenden Verkehrs u. der unerfahrenen Lenker ist es unvorsichtig, die Strasse ohne zuverlässiges und starkes Hörn zu befahren. — Ihre Sicherheit erfordert ein elektrisches Tenor „CICCA". Sein eindringlicher Ruf macht die Fahrt In der Stadt leicht und auf der Landstrasse ruft sein klarer Ton die Zelten der Postkutsche in die Erinnerung zurück. — Schnelle und leichte Montage in jeder Garage. *n ChMiM-EI»««. . 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