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E_1931_Zeitung_Nr.054

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«weiter Wischerarm am

«weiter Wischerarm am ersten anschliessen, so dass dann auch die vor dem Nebenmann des Führers liegende Zone der Windschutzscheibe gereinigt wird. Als weiterer Vorteil wird diesen Wischern TOllständig geräuschloses Arbeiten nachgerühmt. Frage 7962. Abnützung der Vorderradreifen. Die Vorderradreifen meines Wagens nützen sich seit einiger Zeit aussergewöhnlich stark a^b. wobei mir noch besonders auffällt, dass sich die Abnützung hauptsächlich an den Aussenseiten des Laufstreifens zeigt, trotzdem die Räder senkrecht stehen. Die Abnützung ist ausserdem nicht gleichmässig über d«h Umfang der Reifen verteilt, vielmehr kann man an den Reifen von 5 zu 5 cm stärkere Abnützungsetellen erkennen, die Abnützung scheint also irgendwie wellenförmig vor sich zu gehen. E. T. in G. Antwort. Die übermässige Abnutzung der Vortterreifen wird in Ihrem Fall dadurch entstehen, dass die Räder in der Laufrichtung nicht richtig stehen. W«nn die Räder genau parallel stehen und demgemäss genau parallel laufen, so rollen sie auf dem Erdboden einfach ab; stehen sie aber im Winkel zueinander, so ergibt sich eine fibermässige Reibung, die um so grösser wird, je grösser di« Abweichung von der Parallelstellung der Räder ist. Nehmen wir an. der Wagen läuft auf einer schnurgeraden Strasse und das linke Vorderrad laufe genau parallel zur Längsachse des Wagen«, so wird bei diesem Rad eine einfache Abroltang auf der Strasse erfolgen. Dieses rechte Vorderrad dagegen hat das Bestreben, nach links xu läuten. Dieses Bestreben ist so deutlich, dass bei 100 Umdrehungen des Rades und bei einem Zentimeter Winkelstellung mehr als 3 m Trieb nach links entsteht. Dieser Trieb nach Hnks wird gewaltsam verhindert, weil das Rad durch die Achse nnd die Lager in seiner örtlichen Stellung gehalten wird. Die Wirkung des Triebes wird aber nicht verhindert, sondern äussert sich in einem Schleifen den Reifens in der Querrichtung des Strassenlaufes. Dieses Schleifen bzw. übermässige Reibung von 3 Metern bei 100 Umdrehungen des Rades ruft den übermässigen Verschleiss hervor. + Frage 7963. Motor klopft nach Entrussung. Der Motor meines Wagens, der schon an die 50000 km hinter sich hat, wurde letzthin wieder entrusst und allgemein gründlich gereinigt. Auf den Ersatz von Teilen konnte jedoch noch verzichtet werden, da übermässiges Spiel noch nirgends festzustellen war. Nachdem der Motor nun aber wieder zusammengebaut war, lief er merkwürdigerweise bedeutend weniger geräuschlos als vorher. Anscheinend klappert es im Innern des Motors an verschiedenen Stellen. Um Zündungsklopfen kann es sich dabei nicht handeln, da Veränderung der Zündeinstel- 3ung nichts ausmacht und Verwendung eines klopffesten Brennstoffes auch nicht. Andererseits bin ich sicher, dass alle Gelenke und Verbindungsstellen im Innern des Motors fest angezogen wurden. Woher könnte dann dieses plötzliche Klopfen und Klappern kommen? I. I. in T. Antwort: Ein wenig Klopfen in einem älteren Motor nach der Reinigung braucht man nicht ernst zu nehmen, solange es nicht stark ist. Irgendeine Gefahr besteht jedenfalls dabei nicht. Mit der Zeit setzt sich wieder Schmutz zwischen Kolbenringe und Zylinderführung und zwischen Kolbenbolzen und ihre Lagerung, so dass das Klopfen nachlässt. Eine Erneuerung der Kolbenbolzen und -ringe ist erst erforderlich, wenn der Betriebsstoffund Oelverbrauch übermässig gross geworden ist. •• Frage 7964. Zurückschlagbares Dach. Ich beabsichtige, an meinem Chrysler-Wagen ein zurückschlagbares Dach machen zu lassen. Ich wähle zwischen den beiden Systemen «Arbenz-Sunsaloon» und «Gangloff» und wäre ich Sportkollegen sehr zu Dank verpflichtet, wenn sie mir mitteilen wollten, welche besonderen Eigenschaften diese beiden Systeme haben, sowie die Vorteile jedes Systems. L. G. in S. s» Anfrage 1040. Kaufvertrag und Provision. Mein Lieferant eines neuen Wagens hat sich verpflichtet, einen Occasionswagen halbteilig mit Fr. 3000.— in Zahlung zu nehmen. Dabei war vertraglich beiden Kontrahenten, also dem Lieferanten und mir, für den Verkauf dieses Wagens eine Provision von 10 Prozent zugestanden. Nun hat der Lieferant diesen Wagen verkauft, und zwar eigenmächtig, ohne mich vorher anzufragen, einige hundert Franken unter dem vereinbarten Preise. Auch hat er von sich aus Reparaturen am Wagen (Karosserie) ausgeführt. Meines Erachtens bin ich nun berechtigt, auf dem abgemachten Preise von Fr. 3000.— (halbteilig) zu beharen, indem ich für den Mindererlös und die Reparaturkosten nicht haftbar bin, da ich diesbezüglich nichts wusste und deshalb auch meine Einwilligung nicht gegeben habe. Der Lieferant hat mit dem Käufer des Oceasionswagens einen Vertrag abgeschlossen, wonach dieser Fr. 1500.— Anzahlung geleistet hat und das weitere in monatlichen Abzahlungen getilgt werden soll Ṅun verrechnet der Lieferant die ganze Provision von der Verkaufssumme mit der Anzahlun&i AUTOMOBIL-REVUn 1931 — Auf meine Vorstellung, dass dieselbe erst nach gänzlicher Tilgung der Abzahlung oder eventuell jeweils von den geleisteten Abzahlungen verrechnet werden dürfe, erklärt der Lieferant, dass es auch bei einem Abzahlungsgeschäft im Automobilhandel allgemein üblich sei, die volle Provision mit der Anzahlung zu verrechnen. Meines Erachtens kann dies, auch ohne vertragliche Vereinbarung, nicht zu Recht bestehen, denn es geht doch nicht an, die Provision einzustecken, bevor der Wagen bezahlt ist. Die Hauptfrage für mich ist die, ob der Verkäufer des Wagens berechtigt ist, seine ganze Provision von der geleisteten Anzahlung in Abzug zu bringen, und ob ich für den Mindererlös und Reparaturkosten, welches beides ohne mein Wissen getan wurde, mithaftbar bin. Von der Tätigung des Kaufes hatte ich Wissen, hingegen war mir der Preis unbekannt, und wusste ich auch von den vorgenommenen Reparaturen an der Karosserie nichts, bis ich vor kurzem eine Abrechnung verlangt habe. F. (A.) Antwort: Nach Ihrer Darstellung wurde an den Kaufpreis des neuen Wagens die Hälfte des Preises eines von Ihnen in Tausch gegebenen Occasionswagens verrechnet, d. h. Sie blieben zur Hälfte Eigentümer des Occäsionswagens, während Ihr Lieferant des neuen Wagens ebenfalls zur Hälfte Miteigentümer am Occasionswagen ward. Ihre gegenseitigen Rechte am Wagen richten sich somit nach den Vorschriften des Miteigentums. Demnach wäre der Lieferant befugt gewesen, gewöhnliche Verwaltungshandlungen vorzunehmen, wie z. B. Ausbesserungen, solange Sie mit ihm keine andere Abmachung getroffen hatten. Sie wä- ren deshalb pflichtig, für die Auslagen solcher gewöhnlichen Verwaltungshandlungen im Verhältnis Ihres Miteigentumsanteiles aufzukommen. Für die Vornahme wichtigerer Verwaltungshandlungen hätte der Lieferant Ihre Zustimmung einholen» sollen. Hätte er dies unterlassen, so hätte er seine Kompetenzen überschritten und müsste die Auslagen selber tragen, dürfte aber einen allfälligen Wehrwert, den das Auto durch die Reparatur erworben hat, für sich beanspruchen. Ob es sich bei den vorgenommenen Reparaturen um gewöhnliche Verwalhingshandlungen oder um wichtigere handelt, geht aus der von Ihnen gegebenen Darstellung nicht hervor. Je nach Abklärung dieser Tatbestandsfrage sind Sie gehalten, ebenfalls daran zu bezahlen, oder berechtigt, diese abzulehnen. Zum Verkaufe des im Miteigentum stehenden Autos unter dem vereinbarten Preise hätte der Lieferant, sofern nicht etwas anderes abgemacht war, Ihre Zustimmung einholen sollen. Er wird Ihnen deshalb für sein eigenmächtiges Vorgehen schadenersatzpflichtig, d. h. Sie können verlangen, dass er Ihnen den Wert Ihres Miteigentumsanteiles ausbezahle. Was nun die Provision betrifft, so ist der Lieferant berechtigt, dieselbe zu verlangen, wenn das Geschäft zur Ausführung gekommen ist. Nach herrschender Meinung ist die Provision nicht schon mit dem Abschlüsse des Geschäftes mit dem Dritten verdient, sondern erst, wenn der Kaufpreis bezahlt oder doch ein wesentlicher Teil davon erlegt worden ist. Beim Verkaufe Ihres Occäsionswagens wird es sich somit fragen, in welchem Verhältnisse die Anzahlung zum gesamten Kaufpreise steht. Je nachdem ist die Provision bereits geschuldet und dürfte deshalb verrechnet werden auf die Anzahlung oder wird erst nach Eingang weiterer Ratenzahlungen fällig. * Anfrage 1041. Verrechnung. Ein gewisser L. glaubt, bei uns ein Guthaben von Fr. 30.— zu besitzen, das ich jedoch mit eingeschriebenem Brief regelrecht bestritt, worauf L. nichts gegen mich unternommen hat, auch auf den Brief nicht antwortete. Anstatt durch den Richter sich event. sein Recht zusprechen zu lassen, wendet er folgenden Trick an: Er lässt einen mir unbekannten Chauffeur mit Lastwagen zu meinem Benzintank fahren, welcher 60 Liter Benzin einfüllen lässt. Im Momente, wo die Füllung beendet ist, erscheint von der nächsten Strassenecke her, wo er sich versteckt hielt. L. und erklärt, dieses Benzin sei für ihn, er wolle es mit seinem Guthaben an mich verrechnen. Ich weigere mich, protestiere, kann aber nicht verhindern, dass der Chauffeur ankurbelt und die beiden mit dem Wagen und dem Benzin wegfahren. Was kann ich hier tun? Antwort- In Ihrem Falle wird nach der uns von Ihnen gegebenen Darstellung Ihnen wahrscheinlich nichts anderes übrig bleiben, als den Klageweg zu beschreiten, d. h. dass Sie Ihr Guthaben für die Benzinlieferung vor Richteramt 3 Bern einklagen; sofern Sie Zeugen für Ihre Lieferung haben oder sofern Herr L. dies zugibt, dürfte dies weiter keine Schwierigkeiten bereiten. Herr L. wird dann seine Forderung von Fr 30.— Ihnen gegenüber geltend machen; besteht diese nicht zu Recht, wie Sie in der uns gegebenen Darstellung ausführen, so wird seine Widerklage resp. Verrechnungseinrede abgewiesen werden, und Sie kommen zu Ihrem Guthaben. Es wäre vielleicht gut. wenn Sie Herrn L. einen Brief des Inhaltes schreiben würden, dass Sie ihn einladen, den Preis für die Benzinlieferung zu bezahlen, da Sie sein Guthaben und deshalb eine Verrpchnung ihm gegenüber nicht anerkennen können. Weist er in dipsem Antworfschrpibnn Ihr Ansinnen ab, so liegt vielleicht in dessen Abfassuns eine-Bestätigung des Benzinkaufes und seines Vorgehens, was als Beweisstück für Ihren. Prozess nützlich sein könnte. * Die Fahrtechnik. Herausgegeben im Auftrage des A. D. A. C Von Stephan Dietl. Ziv -Ing. 373 Seiten, 258 Abbildungen, 1 Tafel. Verlag Richard Carl Schmidt & Co., Berlin W 62., Lutherstr. 14, 1931. Preis in Ganzleinen Mk. 9.80. Aus jeder Zeile spricht die Erfahrung des alten Praktikers, der genau weiss, wo den automobilistischen Nachwuchs der Schuh drückt. Dietl versteht es, nicht mit lehrhaft erhobenem Zeigefinger, sondern mit dem Herzen zu dozieren. Nach der Einführung in die Organe des Wagens, deren Kenntnis für den Fahrer notwendig ist, nimmt die Fahrtechnik als solche den breitesten Raum ein. Ein reiches Material ist hier klar und übersichtlich verarbeitet «Die Lanrlstrasse». «Das StiAtfahren» «Das Gebirge». «In Schnee und Eis». «Nachtfahrt und Beleuchtung». «Das Kurvenfahren» «Das Schleudern», diese wenigen Beispiele der Kapitelüberschriften zeigen schon, wie eingehend Fahrtechnik und Fahrkunde behandelt JEDER AUTOMOBILIST SOLL E AN SEINEM WAGEN DAS KOMFORTABLE, IM PREIS KON- KURRENZLOSE PATENT • SCHIEBEVERDECK HABEN — LIZENZEN WERDEN VERGEBEN - Karosseriewerk H. Lange, Erlenbach (Zürich) LA MARQUE BELGE Sl REPUT&E presente ses nouveaux modetes 1931. Voltur« de cfites par excellence et d'an confort exceptlonnel CAMIONS OMNIBUS CARS ALPINS les meilleurs 4 CYLINDRES - 8 SU CV. 6 CYLINDRES - 12 CV. PER SPORT, 6 CYLINDRES ÜNE VISITE DANS NOS USINES VOUS CONVAINCRA Demandez essals aux Agencesi GEftUVE: L. MARTINET, 14, rue du Lac LAUSANNE: L. HUMBLET, AvenueVulliemln ZÜRICH: W. STOCKER, 36, Gasometerstrasse BERNE: H. REICHE N, Aarberg LUGANO: A. DE FILIPPIS. 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N°54 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE -Au« dorn Kanfonen Der Kanton Wallis ändert erneut seine Verkehrsvorschriften. Nachdem der Kanton Wallis am 17. April ein neues Reglement über den Verkehr der Motorfahrzeuge und Fahrräder erlassen hatte, sah er sich zwei Monate später gezwungen, diese Vorschriften wieder abzuändern. Die Bergstrassen werden nunmehr in acht Kategorien klassiert (früher waren es 10) gemäss den Zulassungsvorschriften, die auf der Sitzplatzzahl und dem Gewicht und der Breite der Wagen basieren. Die Bergstrassen Gletsch-Grimsel, Gletsch- Furka und Brig-Simplon-Gondo dürfen mit Wagen zu 30 Plätzen, 9000 kg und 2,2 m Breite befahren werden. Für den Grossen St. Bernhard gelten: 18 Plätze, 8500 kg und 2,2 m; für die Talstrasse Brig-GIetsch: 18 Plätze, 7500 kg und 2,1 m, ebenso für die Strasse von Visp nach Stalden. Die Strasse von Martigny nach Chätelard über den Col de Ja Forclaz ist nur geöffnet für Autobusse bis zu 12 Plätzen, .4000 kg Gewicht und 2,05 m Breite. Auf mehreren Strassen kommt der Einbahnverkehr zur Durchführung. Anhänger sind auf sämtlichen Bergstrassen des Kantons Wallis untersagt. Alle Automobilisten, die Tourenfahrten ins Wallis unternehmen und speziell Betriebe, die mit Gesellschaftswagen Fahrten in die Walliser Seitentäler planen, werden gut tun, sich vorher mit dem Reglement vertraut zu machen, lt. Die Strasse Splez-Relchenbach-Frutigen ist für den Verkehr wieder geöffnet. Das schwere Unwetter vom Samstagabend hatte im Reichenbach schwere Verwüstungen angerichtet und die Strasse mit Schutt und Schlamm überführt.' Das tatkräftige Eingreifen der Feuerwehren alber hat die Strasse in kürzester Frist wieder freigelegt. Auch die Kientalstrasse, die vorübergehend unterbrochen war, kann vom Postautomobil wieder befahren werden. Dagegen ist diese Strasse nach wie vor, für Privatautomobile verboten. Oeffnung der Staatsstrassenstrecke Ebnat- Krummenau. Am 28. Juni wurde die Staatsstrassenstrecke Ebnat-Krummenau dem allgemeinen Verkehr wieder erschlossen. Gewiss^ar es 'begreiflich, dass ntan in der Oeffentlichkeit wie in der Presse wegen der Umleitung über die ungenügende Strasse Brandholz-Blomberg reklamierte und den durchgehenden Einbahnverkehr auf der zu bauenden Strecke verlangte. Die kantonale Strassenverwaltumg ihrerseits, das darf zugegeben werden, hat ihr Möglichstes getan, um den Belag noch vor Einsetzen des grossen Fremdenstromes ausbauen zu können und brachte deshalb den ganzen Maschinenpark an die Baustelle. Aus diesem Grunde musste die Strecke gesperrt werden. Ein einhälftiger Einbau hätte nach ihrem'Dafürhalten nicht nur Verkehrsstockungen und Gefahren mit sich gebracht, sondern es wäre auch kaum möglich geworden, einen soliden Belag herzustellen. Man wird sich nun freuen, dass wieder ein Stück unserer toggenburgischen Hauptstrasse tadellos für den sich stets steigernden Autoverkehr umgebaut worden ist. Seh. Bah Sonderbare Tarifpolitik der Elsenbahn. In der letzten Ausgabe des « SBß-Nachrichtenblattes » lesen wir folgenden Passus : « Wir machen darauf aufmerksam, dass die Taxreduktion für Warenmuster nicht auf den Automobilpostverkehr im Surbtal ausgedehnt wird. Sie kommt deshalb nicht in Frage bei der direkten Spedition von Mustern, welche von Automobilpoststationen des Surbtales stammen oder für solche bestimmt sind. Die Sender, welche in den Genuss der Tarifreduktion zu kommen wünschen, sollen ihre Waren nur an die Eisenbahn-Transitstation aufgeben, bei welcher der Umlad auf das Auto erfolgt.» Nachdem die Bundesbahn selbst auf den Ausbau einer Eisenbahnlinie in der dortigen Gegend verzichtet und den Transport dem PostautomoMI überträgt, ist es kaum verständlich, aus welchen Gründen eine Differenzierung in der tarifarischen Behandlung der Güter erfolgt. Es scheint, dass man in Eisenbahnkreisen einfach eine furchtbare Mühe hat, um selbst in solchen Fällen, wo das Automobil von der Eisenbahn herangezogen wird, in diesem Traktionsmittel ausnahmsweise keinen Erbfeind und Konkurrenten zu sehen. Anders können wir uns diese unmotivierte Vorzugsbehandlung der ausschliesslich per Bahn beförderten Mustersendungen wirklich nicht erklären ! B AUSLAND Die rücksichtsvollen Fahrer vereinigen sich. Unter dem Namen «Gemeinschaft Deutscher Kraftfahrer zur Förderung der Verkehrssicherheit» hat sich eine Gruppe Kraftfahrer zusammengeschlossen. Diese Gemeinschaft ist als Ehrenkammer der Kraftfahrer innerhalb des Deutschen Reiches gedacht und sie will für eine Hebung der öffentlichen Verkehrssicherheit eintreten. Mitglieder können alle im Deutschen Reich wohnenden Kraftfahrer werden, soweit sie bisher wegen Verletzung ihrer Pflichten als Kraftfahrer nicht verurteilt sind und sich verpflichten, freiwillig durch korrektes und darüber hinaus rücksichtsvolles Verhalten nach Kräften zur Unfallvermeidung beizutragen. ' K. K. Schach dem Alkoholiker am Lenkrad. In Schweden wird gegenwärtig ein scharfer Kampf gegen den Alkoholmissbrauch durch Autolenker geführt. Kürzlich gab die schwedische Eegierung eine 32seitige Broschüre unter dem Titel: «Alkohol und Verkehrssicherheit» heraus, in der zwei Aerzte schildern, in welchem Mass der Alkoholgenuss vor und während .der Fahrt die Selbstkontrolle ausschaltet und die Eeaktionszeiten verlängert. lt. ' Autodiebstähle in Amerika. Wenn auch bei uns die Klagen über die steigende Anzahl von Automobildiebstählen immer lauter und dringlicher werden, so sind doch die kontinentalen Verhältnisse geradezu paradiesisch zu nennen im Vergleiche mit den Vereinigten Staaten. Nach der Kriminalstatistik, welche die Behörden der amerikanischen Metropole über die dort verübten Verbrechen herausgibt, erreichte die Zahl der im Laufe des vergangenen Jahres auf der Strasse entwendeten Automobile die bis unerreichte Rekordziffer von 12 735. —1. Die Blinden im Strassenverkehr. Ganz besondere Rücksicht im Strassenverkehr verdienen alle jene Personen, welche durch irgendein Gebrechen, sei es Blindheit, Schwerhörigkeit usw. körperlich stark behindert sind. In den Ländern mit Kriegsinvaliden hat man sich vorab bemüht, diesen Bedauernswerten die Benützung der Strasse möglichst zu erleichtern, ohne sie erhöhten Verkehrsgefahren auszusetzen. In England ist nun auf Veranlassung des Königlichen Ätttemobil-Oltib 1 ein neuer Versuch, welcher den Blinden zugute kommt, durchgeführt worden, der in London sehr gute Ergebnisse gezeitigt hat. Es werden nämlich an die Blinden blendendweisse Spazierstöcke abgegeben, die von weitem gut sichtbar sind und den Träger des Stockes als Invaliden kennzeichnen. Die Massnahme soll auch auf weitere Städte ausgedehnt werden und ist allseitig sehr vorteilhaft kommentiert worden. ß Sinkende Unfallkurven können aus den meisten Gegenden Englands für das erste Vierteljahr 1931 gemeldet werden. Dieser erfreuliche Erfolg wird zum grössten Teil den Bemühungen der Safety. First-Bewegung gutgeschrieben. Für den Riesenbezirk von London ist ein Rückgang von 10 Prozent zu vermerken, während über 200 weitere Bezirke eine durchschnittliche Reduktion von IS Prozent melden. Diese Ergebnisse sind umso bedeutungsvoller, als die Verkehrsintensität und die Zahl der neu in Verkehr gekommenen Fahrzeuge gegenüber der gleichen Periode des Vorjahres wiederum wesentlich gestiegen äst. Diese erfreulichen Tatsachen ermutigen natürlich die Promotoren der Sicherheitsbewegung, ihre unermüdliche Campagne im Interesse der gesamten Bevölkerung weiterzuführen. Bedauerlich ist nur, dass wir uns dieses gute Beispiel so wenig zu nutze machen ! ß Englische Geschwindigkeits-Vorschriiten. Bekanntlich hat das zu Beginn dieses Jahres' in Kraft gesetzte neue englische Verkehrsgesetz die Geschwindigkeitsrnaxima für Personenwagen beseitigt. Dagegen bestehen immer noch zahlenmässige Vorschriften für die Nutzfahrzeuge, wobei die Grenzen aber gegenüber dem früheren Gesetz wesentlich erhöht worden sind. Besondere Bestimmungen bestehen auch für jene Personenwagen, welche mit Anhänger ausgerüstet sind. Es handelt sich dabei hauptsächlich um die sogenannten Weekend-Wagen, welche vom Automobilisten mitgeführt werden, und die alles erdenkliche Material für das Kampieren im Freien enthalten. Für diese Fahrzeugkombinationen ist die maximale Geschwindigkeit in einer Vollzugsverordnung zum neuen Gesetz von 20 auf 30 Meilen pro Stunde heraufgesetzt worden. B. $i» Internat. Alpenfahrt 1931. A. Toendury, Zürich, amtiert als Kennleiter. Die nationale Sportkommission, welche bekanntlich dieses Jahr als verantwortliche Instanz für die internationale Alpenfahrt zeichnet, hat Herrn A. Toendury, ihrem Vizepräsidenten, das Mandat des Rennleiters übertragen. Der Vorgenannte hat sich als Organisator und Rennleiter bereits an internationalen Veranstaltungen, wie Klausenrennen und Berninarennen glänzend ausgewiesen, so dass der N.SiK. zu ihrer Wahl nur gratuliert werden kann. Wie wir vernehmen, wird aller Voraussicht nach Ing. Brieger, offiz. Chronometreur des A.C.S., das verantwortungsvolle Amt der Rechetistelle (Ausrechnung der täglichen Punktierung und des Schlussklassements) übernehmen und dabei wahrscheinlich von seinem Kollegen, Herr Poulin, unterstützt werden. Als Chef des technischen Komitees wird ziemlich sicher Herr Ing. Brüderlin, Zürich, gewonnen werden können. Die Liste der gesamten Rennleitung wird wohl nicht mehr allzulange auf sich warten lassen. ß Englische Nennungen für die internationale Alpeniahrt. England wird an der internationalen Alpenfahrt, die vom 31. Juli bis 7. August dauert, voraussichtlich sehr gut vertreten sein. Drei englische Automobilfirmen werden, wie mit ziemlicher Sicherheit zu erwarten steht, ihre Meldungen für die grosse Veranstaltung abgeben, auch Privatfahrer werden sich an der Fahrt beteiligen; so plant beispielsweise der Cambridge University Auto-Club ein oder zwei Privatteams zu stellen. Die genauen Meldungen werden in den nächsten Tagen bekannt werden. mb D.K.W, bei der internationalen Alpeniahrt. An der internationalen Alpenfahrt dieses Jahres wird D. K. W. ebenfalls offiziell vertreten sein; die Firma hat zwei Frontantriebswagen und einen Vierzylinder gemeldet. bo. Die internationale Meisterschaft nach dem Grand Prix von Frankreich. Nach dem Grossen Preis von Frankreich, der neben den Grands Prix von Italien und Belgien für die internationale Automobilmeisterschaft 1931 zählt, hat sich die Klassierung der einzelnen Fährer wieder stark geändert. Bekanntlich wird dem Ersten jedes Rennens ein Punkt, dem Zweiten 2 Punkte usw. zugesprochen, .^^^^esem, System ^'berechnet, ergibt sich jetzt folgende Zusammenstellung: Gampari: 3 Punkte. Minoia: 6 Punkte. ' Chiron, Varzi, Bouriat, Divo: 7 Punkte. Wirnille, Gaupillat: S Punkte. Senechal: 9 Punkte. Ivanowsky, Stoffel: 10 Punkte. Nuvolari, Biondetü, Parenti: 11 Punkte. Pirola, Ruggeri, Birkin, Dreyfus, Ferrant, Pesato, Howe: 12 Punkte. ., Klinger, Di Vecchio, Lehoux, Cäracciola: 13 Punkte. Baden-Badener Automobilturnier. Das:.Baden-Badener Automobilturnier begann am Mittwoch mit der Ankunft der Teilnehmer am «Europa-Preis von Baden-Baden», einer neuartigen Konkurrenz, bei der die Teilnehmer vier Tage lang mindestens 600 Kilometer absolvieren und dabei möglichst viele europäische Landeshauptstädte berühren mussten. Absolute Siegerin in diesem Wettbewerb wurde die Engländerin Peternella Whitaker auf Willys, die in Riga gestartet war. Erster Preisträger der Klasse bis 1500 cem wurde C. Hansberger auf Mathis, der mit seinem Wagen Belgien, Frankreich und Holland befahren hatte. Die am Mittwoch ebenfalls eintreffenden Kreuzund .Querfahrer mussten in zwei Tagen mindestens 1200 Luftlinienkilometer ' gefahren haben. Es wurden gleichmässige Ehrenpreise verteilt. Die am Freitag folgende Schönheitskonkurrenz verzeichnete einen schönen Erfolg, es wurden 60 erste Preise verteilt. Leider wurde das Bergrennen' auf der Strecke Geroldsau-Plättig vom letzten Samstag zu einem ausgesprochenen Unglücksrennen. Der auch vom Klausen her bekannte österreichische Fahrer Graf Hardegg auf Bugatti verunglückte tödlich. Ferner verunglückten der Sportwagen-Konkurrent Klopfer mit seinem Mechaniker beim Training schwer. Wir lassen im nachfolgenden unserer in Baden-Baden anwesenden Berichterstatterin über das Rennen das Wort: Der « Lorcher Unglücks-Kalender ». Man soll nicht abergläubisch sein. Aber der Suggestion dieses Dämons kann man sich schwer entziehen. Als am Samstagmorgen beim Training Prinz Leiningen von dem «Lorcher Kalender» erzählte, nach welchem der 27. Juni besonders ungünstig für sportliche Veranstaltungen sei — es würden besonders in den Nachmittagsstunden viele Unglücksfälle und Katastrophen vorkommen — lächelten wir alle, aber glaubten nicht recht daran. x Die erste Schreckensnachricht ereilte uns kurz vor Schluss des Trainings. Da war ein Tourenwagen — ein Graham-Paige— auf der Rennstrecke zur Bühlerhöh in einen 10 m tiefen Abgrund gestürzt. Klopfer .und sein Mechaniker wurden hoffnungslos schwer verletzt. Nun wusste man, dass das diesjährige Baden-Badener Rennereignis unter keinem günstigen Stern stand. Vielleicht hätte- die durch die Autowoche sonst überlastete Rennleitung Training und Rennen nicht an einem Tag ansetzen sollen. Ein einziges Training ist für diese unerhört schwere Strecke viel zu wenig! Die Fahrer, die noch unsicher waren, traten nach der 3-Stundenpause, innerlich nervös, am Start an. Bullenhitze. Man lagert unter grünen Eichenbäumen. In heiterster Laune kommen eine Stunde vor dem Rennen Graf Arco, Hardegg, Yellen. Ohne Training besteigen sie lachend den Re'nnleitungswagen! «Wir wollen uns die Strecke einmal von hier aus ansehen!» Die erfahrenen Routiniers schütteln den Kopf! Das ist keine Vorbereitung,,, zu einem Sport, bei dem es auf Leben und ; -, Tod geht! -•- Mit % Stunden Verspätung Rennbeginnf^ Das Publikum, schon reichlich nervös und enttäuscht durch Caracciolas Absage, setzt seine Hoffnungen auf das Duell von Morgen- Stuck. Kohlrausch schiesst, wie üblich, d&r'" Vogel ab. Ueberlegen — wie immer — in seinen, wie er sagt « feuersicheren Asbest-' hemd» belegt Burggaller den 1. Platz in der Sportwagenklasse. Hardegg und Yellen — ausgelassen — be*-..' lustigen die Fahrer und Zuschauer. Kein-?, ernstes Zureden hilft. Morgen fleht Hardegg an, in dieser Stimmung bei völliger Unkennt-;^ nis der Strecke auf einen Start zu verzichten. \ Stuck und ich bitten die Rennleitung, die < «Youngsters» zum Verzicht zu bewegen. Man hat vom Vormittag genug. Die Renn- ... leitung befindet sich in einer schwierigen:, Lage. Fast alle Fahrer sind ausgefallen —;, jeder weitere Rennwagen steigert das In-- teresse. Aber es geht ja hier um mehr... Hardegg wird gestartet. Wir erheben uns ängstlich. 50 Meter nach dem Start — schon' mit Vollgas — nimmt er beide Hände vom Steuer und winkt uns lachend zu. 5 Minuten ' später ist es geschehen. Fast an derselben Stelle, wie der Graham-Paige. Nur noch fünf Meter tiefer, noch aussichtsloser auf Rettung. Die Zuschauer geraten in Erregung. Eine unüberwindliche Depression legt sich auf uns alle, als der- Sanitätswagen mit dem tödlich Verletzte«weg- ^ fährt. Wer hat jetzt noch Lust zum Fahren?.'; Am Sonntag früh verschied Hardegg, ohne' das Bewusstsein wieder erlangt zu haben. Ein wenig blass steigt Leiningen in seinen ... Bugatti. Eine alte Frau aus dem Publikum löst sich. « Hier haben Sie meine Medaille », , stottert sie, «das ist eine Unglücksstrecke,' Sie sind der nächste nach dem Unfall — die. Medaille wird Sie schützen — geben Sie sie , mir nachher.... !». Stimmungslos, geht das Rennen zu Ende. 1 Bei Morgens-Abfahrt flammt noch... einmal das Interesse auf. Der Deutsche ist $chnell und gewandt. An den bösen Kurven ist er vorüber, ehe man es .sich versah. Stuck wird zum Schlauch geschoben. Acht Minuten später jagt er mit aufheulendem Kompressor von' dannen. Doch noch nicht 700 Meter nach dem Start — man folgt ihm mit den Glä-j. sern — ein erschreckendes Quietschen der Bremsen — eine riesige Staubwolke — der. Wagen steht. Was ist los? Da meldet auch schon die nächste Telephonstelle: «Stuck; kehrt zurück — wegen Behinderung. Eine, alte Frau mit Blaubeereimer kreuzte äeri : Weg und der Deutsche konnte mit Müh und Not bremsen!» Am Start langes Hin und Her. Vorn' Ziel kommt die Meldung: «Ehe Stuck startet, soll er die Zeugin selbst oder andere Zeu-.' ; gen feststellen!» Eine Unmöglichkeit. Jetzt auf die .Strecke die Leute suchen — Wieder 15 Minuten Verzögerung — alles flutet auf- die Strecke und dann einen Start, der noch aussichtsloser füi; freie Bahn -r- als der vorhergehende. Und- Stuck verzichtet. P. von Rezhicek. < Die Resultate des Bergrennens : Sportwagen. i ' Bis zu 750 com: 1. Kohlrausch (Eisenach) auf B.M.W., 9:05,3. — Bis 1100 cem: 1. Briem (LudwiirsU hafen) auf Amilcar, 9:30,1. — Bis 3000 cem: 1'.' Burggaller (Berlin) auf Bugatti, 7:51,5. - * Rennwagen. Bis 1500 cem: 1. Ollendorf (München) auf Bu* :• gatti, 7:55,3. — Bis 2000 cem: 1. Prinz von-LeininVgen (München) auf Bugatti, 7-47,2. — Ueber 2006^' cem: 1. Von Morgen (Berlin) auf Bugatti. 7:27,'ff (beste Tageszeit). '. • verantwortliche Redaktion: ' Dr. Arnold Bucht. ; . Walttr Mathys. — Hugo Labhart. Telephon der Redaktion: Bollwerk 39.84 (Hanw*t) : r < AusserhaU) Geschäftszeit: Bollwerk 32.95. ,* Redaktion für die Ostschweiz: Dr. Arnold Büchi. — Sprechstunden nach Vereinbarung mit der Cta>' schäftsstelle ?ürich (Lpwen.str. 51, Telephon^t-OfS) ' h