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E_1931_Zeitung_Nr.054

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22 AUTOMOBIL-REVUE

22 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — m hoher Favorit an Charly verlor. Es war eine von Charlys hervorragendsten Eigenschaften, immer der Erste zu sein. Strahlende Sonne beschien den grossen Tag. Der tosende Beifall der Menge wollte kein Ende nehmen, als Charly mit Ethel in dem nun schon bekanntgewordenen roten Rennauto in Le Bourget erschien. Harry, der den Rücksitz einnahm, wurde ganz übersehen; scheinbar hielt man ihn für den Chauffeur oder Diener, und ehe er sich von diesem schnöden Verdacht reinigen konnte, hatte man ihm schon Ethels und Charlys Mäntel und Hüte aufgebürdet und ihn zur Garderobe geschoben. Charly bestieg siegessicher seinen kleinen Sperber und wollte ihn eben startbereit machen, als er Ethel vor sich auf der Tragfläche sitzen sah. Sie neigte sich zu ihm, und ihre Stimme klang noch zärtlicher als sonst, als sie ihm ins Ohr flüsterte: «Charly, wenn du heute den «Grand .Prix» gewinnst, dann...» Verheissungsvoll glänzten ihre Augen — und weg war sie. Sein Gesicht zeigte einen unbeschreiblichen Ausdruck. Der Startschuss dröhnte, und nach kurzem Anlauf schraubte sich der kleine Sperber rasch in die Höhe und hatte nach heissem Kampf die Führung gewonnen. Charly vertrug eben niemand vor sich, er musste Erster sein; das ging alles rein mechanisch vor sich, während seine Gedanken um ein Paar verführerische Blauaugen kreisten. «Lieber, armer Kamerad,» sprach er bedauernd zu seiner Maschine, streichelte sie wehmütig und gab Tiefensteuer... immer stärker Tiefensteuer. Fast senkrecht ging der Sperber nieder. Rasend schien die Erde näher zu kommen. Nur mehr hundert Meter vom Boden — jetzt fünfzig —- nun zwanzig — zehn — fünf, Charly sprang ab und der Apparat bohrte sich tief in die Erde und zerschellte in tausend Stücke. « Lieber, armer Kamerad, hast mir mehr als das Leben gerettet,» dachte er. Ein Rettungswagen raste heran und dann in ihrem Auto Ethel'und Harry. Charly sass noch ein wenig benommen im Gras, als sie aud*dem Wagen sprang. Kalt und abweisend war ihr Blick. «Mister Venloo, Sie haben den »Grand Prix' verloren. » Ihre Stimme klang nun ganz anders als vordem. Dann ging sie wieder zu ihrem Auto zurück; diesmal sass aber Harry am Steuer. Der Arzt, der sich um Charly bemühte, konstatierte einige Hautabschürfungen. « Sie haben Glück gehabt, Mister Venloo, es hätte schlimmer kommen können. » Der rote Wagen entschwand in der Ferne und Charly grinste glücklich: « Ja, ja, Sie haben recht, es hätte schlimmer kommen können.» Bergrennen im Nebel Eindrücke vom Gurnigelrennen. Irgendwelche höchst sonderliche Umstände führten es herbei, dass ich am frühesten Morgen des Qurnigelrennens in Dürrbach, am Starte des Rennens, auf der Strasse stand und in Gedanken dem verflixten Presseauto nachweinte, das längst nach dem Ziel unterwegs war und das ich bös ver- aber wurde das Schwimmen im Dreck, in das sich allmählich des Gehen verwandelte. passt hatte. Trotzdem, ich wünschte um jeden Preis das Ziel vor Rennbeginn zu er-weils melancholisch auf, wenn meine Schuhe Eine braune Brühe gurgelte und seufzte jereichen ! Der Regen nässte mein Programm, darin versanken. Selbst die Autos krochen ein unanständig kühler Morgenwind kroch langsam und schwer aufwärts; oft surrten mir die Beine empor, während ich beklemmten Herzens konstatierte, dass ich bis zumrer gab verzweifelt Gas. Ich folgte die Räder im dicken Schmutz, und der Füh- diesem Ziel — hm — 9 Kilometer zu gehen hatte. Die Feststellung des Höhenunterschiedes beraubte mich vollends meiner Sinne. Was für eine nette Bergtour... Doch — munter dem Zufall sich anvertraut! Eifrig stürmten die Leute am Start umher, und Wagen um Wagen fuhr langsam vorbei, dem Ziel entgegen! Die lange Aufschrift « Start» flatterte frech im Morgenwind. Nebel wallte in den Tälern; ein rieselnder Regen trieb Feuchtigkeit übers Gesicht. Laut schnurrten die Motoren. Es war sehr schön. Ich bummelte also los. Die Strasse schien zum wenigsten abwechslungsreich zu werden. Sie hatte den Vorzug, keine hundert Meter weit geradeaus zu gehen. Peinlicher wurde die unangenehm auffallende Neigung, ständig mehr anzusteigen. Am peinlichsten aufmunternden Beispiel und zog ebenfalls mit noch längeren Schritten los. ,j v Eine ununterbrochene Kette von Automobilen ratterte an mir vorbei. Eine blaue Wolke schwebte ständig wm .mein regennasses Haupt. Ich sperberte, irgehdwqjtieine journalistische Draufgängerei anbringen"" zu können. Aber was liess sich anfangen in Automobilen, in denen sie einander vor .-finge auf den Knien sassen, in denen auf gefährliche Weise aufeinandergestapelt war, was eben Platz hatte! Manche eingeklemmten Insassen sahen mit so wehem Blick auf meine Freiheit, dass ich glauben konnte, sie beneideten mich noch mehr, als ich sie. Vom neuesten Luxusmodell bis zum alten Klapperwagen kroch alles den Gurnigel hinan, sausend, brummend, knatternd, kreischend, eine Nebel-Bergprüfungsfahrt ohne Ende. Ah, endlich das Hotel ! Eine ungeheuerliche Flucht von Fenstern ! Menschen auf allen Terrassen, auf der Strasse und den Nebenwegen. Wütend widerhallten • die nahen Hänge von dem Lärm der Rennwagenmaschinen. Beschmutzte Mechaniker drängten sich um die kostbaren Renner. Es war morgens 7 Uhr, und schon häufte sich überall gewaltiges Publikum. Auf der obern Rennstrecke bedurfte es einiger Mühe, das Publikum zu entdecken. Es schien sich in Mimikry zu üben. Unter Tannen klebten in Pelerinen, in Wintermänteln enggedrängt ganze Trauiben von Menschen, idyllische Feuerlein rauchten überall. Ueber Zweige wurden Tücher gehängt, Zelte improvisiert. An den Hängen sassen sie frierend, eng nebeneinander. Der Regen rann melancholisch. Manchmal trieb ein V/indstoss Fetzen von Nebel herbei und deckte die ganze Herrlichkeit bis auf wenige Meter zu. Ganze Proviantsäcke wurden ausgepackt, Flaschen geleert. Es geht alles vorüber — selbst ein zweistündiges inoffizielles Bergrennen per pedes. Meine Kollegen empfingen mich ungläubig staunend, während ich selig auf eine harte Steinplatte niedersank. Mit einem halben Liter Milch, der noch aufzutreiben war, schwemmte ich meinen Kummer hinunter. Hurrah ! Bald jaulte es aus der Tiefe, es schwoll an, drang durch Regen und Nebel, ein Boschhorn warnte, das Rennen begann... Be! dieser scharfen Kurve stauten sich die Zuschauer besonders dicht. Bis in die unmöglichsten Höhen hinauf hatten sie sich postiert, in Tücher und Mäntel vermummt. Die langen Zwischenpausen hindurch unterhielt man sich von selbst. Die meisten Zuschauer rekrutierten sich aus Berggängern, die weiss Gott wann aufgebrochen waren, um morgens acht Uhr hier oben schon auszuruhen, dicke Büschel Alpenrosen in den Händen. Von Zeit zu Zeit wagte jemand einen kleinen Witz, der weiter ging, bis das Lachen anschwoll und laut losbrandete. Wehe dem, der vor den Augen dieser wartenden Menge seine menschliche Kleinheit offenbarte. Ich hätte das kleine Mädchen im weissen Kleid nicht sein mögen, das lange vor Rennbeginn die Strasse zu überqueren wünschte und in überquellender Angst vor den drohenden Rennungeheuern so schnell als eben möglich den Sprung wagte, dabei aber schrecklich in den braunen Strassenteig fiel. Das Jubelgeschrei der Masse konnte selbst bei Stuber und Stuck nicht überboten werden... Oder wie war jener gehetzte Velofahrer plötzlich im Mittelpunkt einer spottenden Menge, als er langsam bergauf gekrochen kam; so schnell als eben denkbar, entfloh er dieser Hölle! Was wird die alte, gute Lebkuchenfrau über die Boshaftigkeit dieser Welt gejammert haben, als sie plötzlich die Boschhörner aufheulen hörte und sie mitten auf der Strasse stand! Links Abhang, rechts steil ansteigender Hang. Was tun? Sie kroch und zappelte auf allen Vieren, hing an helfenden Händen an dem Hang, die Lebkuchen kollerten, das Publikum schrie! Dann von Zeit zu Zeit schwang sich ein Zuschauer zum Konferencier auf und unterhielt durch einen improvisierten Lautsprecher seine andächtigen Zuhörer. Alte Bauern standen ehrfürchtig unter der lustigen Menge. Sie pressten ihren Stock fester, wenn ein Rennwagen vorbeijagte t wandten langsam den Kopf, sahen sinnend drein und schienen sich sehr zu wundern. Panischer Schreck ergriff sie, wenn sie sich noch auf der Strasse befanden und ein Hörn ertönte. Dann begannen sie jämmerlich komisch zu hüpfen und zu fliehen als verfolge sie ein Dämon. So wartete man ergeben, bis sich aus den ziehenden Nebeln wieder der Ton eines Boschhornes löste. Bei den Rennwagen kündete das dumpfe Donnern schon lange vor den Signalen das Nahen an. Dann wächst aus der Tiefe dieser dunkle, surrende, wilde Ton; manchmal versinkt er wieder, um plötzlich lauter als vorher aufzubrechen. Wenn die Hörner hupen, dann geht ein Rauschen durch das Publikum. Besonders Gewitzte stürmen vor. Lauter und lau-- ter wird das Brausen; mit einem Male sehen die Vordersten den tollen Wagen um die Kurve schiessen. Bei Gott, der Fahrer sieht die Windung zu spät! Heulen, Brüllen, der Wagen rast in die Kurve; jetzt sieht man den Fahrer, im weissen Kleid, über und über mit Kot bespritzt, wie er sich hinauslehnt! Er reisst mit einem gewaltigen Schwung das Rad herum, sieh — wie er die Zähne zusammenbeisst! Sein Gesicht ist herrlich schön in dieser Ungeheuern Anspannung, mit der ihn diese Stunde erfüllt. Es gelingt! Man atmet auf. Mit elegantem Schwung dreht er den Wagen in der Richtung der "Strasse weiter, die sich oben gleich durch einen dicken Nebel den Blicken entzieht. Alles eilt nach der andern Seite; man sieht, wie Steine und Erde hoch aufspritzen, doch er hat den Wagen voll in der Gewalt und heulend verscjiwyidet er in dem weissen, dicken Nebeltreiben. T^och hört man den Motor von ferne. Man atmet auf, ein Spuk ist vorüber. Zwei Minuten lang reden noch alle darüber. Kritisch wird die Zeit auf der Tafel geprüft, dann ist der Fall erledigt. Nächster Herr, bitte! bo Älkohpfffefer Nicht verwechseln mit Mineralwasser-Limonadel STRANDBAD BONIGEN Hotels mit Restaurationsgärten GARAGEN - Direkt am See Prospekte durch VERKEHRSVEREIN BÖNIGEN STRANDBAD KÜSSNAGHT am Rigi 3 Minuten von der Landstrasse Küssnacht- Greppen (Wegeis). In senr schöner-, ruhteer Lage. Feinsandiger Grund. Für Nichtschwimmer sehr geeignet Strandbadschiffe, Kleider- und Liegestühle zur Verfügung. Restauration. Autozufatirt. Telephon Nr. 77. ENGELBERT FLOELBR. Wirt zur Seeburg. 5 Autominuten von Interlaken Weekend im Strandbad INTERLAKEN! Der Treffpunkt der eleganten Welt. Direkter Zugang vom Höheweg. Parkplatz neben Kursaal. Vornehmste Schwimm- und Strandbadanlage der Sohweiz. Prächtige Lage, ausgedehnte Basen- u. Sandplätase. 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54 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE EDEEEP BDB0E Ein ausserordentlich aufschliissreiches Geipräch zwischen einem deutschen Journalisten und einem modernen, denkenden Mädchen, das im Lebenskampf steht, wurde kürzlich von der « B. Z. » veröffentlicht. Es eröffnet tiefe Einblicke in die Tragik unserer jungen Generation, die ihr Brot schon früh selbst verdienen muss. Die Red. « Spät in der Nacht noch zogen wir in eine Weinstube, in der einige aus unserer Gesellschaft von Bekannten erwartet wurden. Eine grosse Tafelrunde nahm uns auf, jeder nahm dort Platz, wo zwischen zwei Stühlen sich ein dritter einschieben Hess. So kam es, dass meine Tischnachbarin ein blondes, junges Mädchen wurde, dessen Gesicht mir merkwürdig bekannt vorkam, obwohl ich sicher war, ihm nie vorher begegnet zu sein. Im Bemühen, mich auf eine Aehnlichkeit zu besinnen, produzierte meine Erinnerung ein bestimmtes Bild : ich sah dieses Mädchen auf einer sommerlichen Wiese liegen, überströmt von Sonne und vom Glück einer Feierstunde. Und nun wusste ich, wer meine Nachbarin war. « Sie haben doch vor mehreren Jahren in einem Film mitgewirkt, den ein paar junge Aussenseiter hergestellt hatten, .ohne Berufsschauspieler, mit jungen Menschen, die sie aus Läden, Büros, Werkstätten geholt hatten — -nicht wahr ? » — Ja, einer dieser jungen Menschen sei sie gewesen. (Es handelt sich um den Füm « Menschen am Sonntag.» Die Red.) « Und sind Sie inzwischen eine Filmschauspielerin geworden ? » — « Nein, ich habe auch nie eine werden wollen.» — «Das ist schade, denn dieser kleine «unkünstlerische » Film war ein grosser Erfolg.» Das blonde Mädchen schüttelte den Kopf. » « Sie irren : es war kein Erfolg. Die Kritiker haben gut über uns geschrieben und das Publikum hat geklatscht. Aber wir hatten S 0E. (1 V SE IFIDQXIX Gespräch mit einer Zwanzigjährigen Ein junges Mädchen, das nicht Film-Schauspielerin werden will nicht für sie gespielt, sondern für unsere Arbeitskollegen im Norden und Osten unserer Grossstadt. Und denen hat der Film nicht gefallen ! « Das erleben wir fast alle Tage », haben sie gesagt. Sie sehen sich lieber einen Kitschfilm an, und sie haben recht. Denn sie gehen ins Kino, um ihr eigenes Leben zu vergessen. > « Aber hat man Sie nicht « entdeckt » ? Würde es Ihnen nicht Freude machen, unter einem grossen Regisseur, an der Seite wirklicher Künstler zu filmen ? » — « Nein. Erstens habe ich keinerlei Ehrgeiz, und die ganze Filmerei ist mir zu künstlich und verkrampft. Ein natürlicher Mensch kann sich da, meine ich, gar nicht wohlfühlen. Und welche Erniedrigung muss man durchmachen ! Ich habe einige Zeit beim Film bleiben müssen, weil ich meine Stellung dadurch verlor, dass die Aufnahmen zu unserm Jugendfilm etwas länger dauerten, als mir Urlaub bewilligt war. Dann kamen natürlich auch Filmleute, die mic Engagements verschaffen wollten — aber zunächst wollten sie mich immer auf eine Reise mitnehmen. Schliesslich war ich bei einer Reklamefilmgesellschaft angestellt, machte die Arbeit einer ungelernten Arbeiterin, musste aber auch in den Propagandafilmen mitspielen — ohne einen Rappen dafür zu bekommen. Nein, um alles, was zum Film (gehört, schlage ich heute einen grossen Bogen. •» «Und was machen Sie seitdem ?» — «Ich tippe für Schriftsteller, Ingenieure, Aerzte — was sich bietet. Ich habe mich nicht entschliessen können, wieder in eine Stellung zu gehen. Man wird so schrecklich ausgenutzt — es ist so ein furchtbares Elend unter meinen Altersgenossinnen. In der Firma, bei der ich ursprünglich war » — sie hat einen Weltnamen — « bekam man drei Jahre lang als Lehrling 40 Mark monatlich, um dann als ausgebildete Verkäuferin mit sechzig anzufangen. Fünfundzwanzigjährige stehen mit 150 Mark da. Die Arbeit zehrt einen förmlich auf, todmüde sinkt man abends ins Bett, und wenn man wieder aufstehen muss, ist man beinahe ebenso müde. Und jeder hat das Recht, mit uns herumzuschreien, man vergisst ganz, dass man ein Mensch ist. Die einen suchen nach einem Freund, werfen sich dem ersten besten Mann an den Hals, der Geld genug hat, um ihr Leben ein bisschen bunt und schön zu machen. Ich versuche, mit dem wenigen auszukommen, was ich verdienen kann, um unabhängig zu bleiben, keine Chefs zu haben, die entweder brutal sind oder einem nachstellen. Wenn Frauen die Vorgesetzten sind, ist es übrigens noch schlimmer. Ich will nicht wieder zurück in diese furchtbare Abhängigkeit — und wenn Sie mir das grossartigste Filmengagement anbieten würden ! > « Liebes Fräulein, was Sie da sagen, klingt so furchtbar hoffnungslos. Nun, sagen Sie mir eins : was gibt es in Ihrem Leben, das Ihnen Freude macht? Der Mensch lebt nicht vom Brot allein —, besonders, wenn es jungen Menschen so kärglich zugemessen ist, wie heute. — Aber ich sehe nicht, wo jenes andere herkommt, das, was auch ein schweres Leben lebenswert macht.» Das blonde Mädchen lächelt. «Ach, es gibt trotzdem auch Schönes. Das, worüber •man nicht erst zu sprechen braucht — ich wenigstens will nicht darüber sprechen. Und dann alles Menschliche. Ich liebe es so sehr, hier in dieser Kneipe zu sitzen, wo so viele Maler verkehren, und' ihnen zuzuhören. Wenn sie sich dann über ihre Kunst ereifern, über Fragen, die nichts mit Geld, mit Ruhm* mit Karriere zu tun haben — über eine Farbe vielleicht, dann bin ich glücklich. Man kann immer etwas lieben: Kinder oder Tiere oder Blumen. Der Geschmack eines guten Stückes Brot schon kann glücklich machen — weil er etwas Natürliches ist.» «Das Leben ist also schön — trotz allem ? » — «Ja, das Leben ist trotz allem schön! » Und in dem Leuchten, das über das feine, blasse Gesichtchen geht, ersteht wieder das Neue Modeschöpfungen Ein mit Leopard-Pelz an Kragen, Gürtel und UnteTarm besetztes apartes Ausgangskleid der exzentrischen Filmschauspielerin Clara Boir. Bild jenes Mädchens in der blühenden Sommerwiese. Des Mädchens, das nie wieder sein will, was es ein einziges Mal war: eine Filmschauspielerin. Leid und Unglück ist schon* über Manchen Automobilisten und seine Familie gekommen, weil die Nerven für einen Augenblick versagten. Wenn Sie durch eine schlaflose Nacht od. langes Fahren übermüdet sind, einer bewegten Konferenz beiwohnten, Kopfweh oder sonst Ihren schlechten Tag haben, dann nehmen Sie eine halbe oder ganze Citan-Tablette. 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