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E_1931_Zeitung_Nr.062

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Ausgabe: Deutsche Schweiz BERN, Dienstag, 28. Juli 1931 Nummer 20 Cts. 27. Jahrgang. — N° 62 ERSTE SCHWEIZERISCHE AUTOMOBIL-ZEITUNG Zentralblatt für die schweizerischen Automobil- und Verkehrsinteressen ABONNEMENTS-PREISE: Haifcjlhrneh Fr. 5.—, jährlich Fr. 10.—. Im Ausland unter PortosmehNg, Mtern nicht poitamtlicb bestellt. Zuschlag für postamtlich« Bwtellung 30 Rappen. Postcheck-Reehnuna III/414. Dem eidg. Verkehrsgesetz entgegen Eine Eingabe der Schweizerischen Strassenverkehrsliga. Mit heutigem Tag nimmt, wie bereits gemeldet, die ständerätliche Kommission für das Bundesgesetz für den Motorfahrzeugund Fahrradverkehr die Beratungen über den Gesetzesentwurf auf, dessen Inhalt sich mancherlei Aenderungen durch den Nationalrat gefallen lassen musste. Die Schweizerische Strassenverkehrsliga, welche in 18 selbständigen Verkehrsverbänden rund 175,000 stimmberechtigte Strassenbenützer gruppiert, hat es mit Recht als gegeben erachtet, der ständerätlichen Kommission die Auffassung der unter ihrer Aegide zusammengefassten Verkehrsinteressenten bekanntzumachen und die Erwartungen zu formulieren, welche diese in ein neues Verkehrsgesetz setzen. Wohl sind erfreulicherweise einige Postulate der Automobilisten, sei es in der Expertenkommission oder anlässlich der nationalrätlichen Verhandlungen, berücksichtigt worden, allein eine Reihe von Begehren fanden ungenügende Beachtung, ganz abgesehen von den zahlreichen Positionen, in welchen sich die Stellung der Motorfahrzeugbesitzer gegenüber dem bundesrätlichen Entwurf verschlechtert hat. Die Verkehrsliga kommt deshalb gerade im richtigen Zeitpunkt mit ihrem Memorandum und sind die darin enthaltenen Ausführungen so wichtig und berechtigt, dass die ständerätliche Kommission denselben bei ihrer Beratung sicher die verdiente Berücksichtigung schenken wird. Nachdem seinerzeiit der schweizerische Bauernverband und die Vertreter der Fussgänger, deren Versuch sich zu organisieren in. Zürich übrigens nicht gerade sehr erfolgreich war, in Eingaben an den Nationalrat ihre Stellung dem Gesetzesentwurf gegenüber umschrieben- haben, scheint es gegeben, dass eine weitere Oeffentlichkeit auch mit den Wünschen und Begehren der Verkehrsinteressenten bekanntgemacht wird, welche in der Strassenverkehrsliga vereinigt sind. Im nachfolgenden seien deshalb die wichtigsten Punkte der Eingabe zusammenfassend aufgeführt: F E U I L L E T O N Blitzs Der Roman eines Wolfshundes. Von H. G. Evarts. "(Verlag Georg Müller, München.) (27. Fortsetzung und Sohluss) Der Rest stob davon, um den Schutz der Bäume zu gewinnen. Die Ueberraschten bemühten sich, die scheugewordenen Pferde, die sich bäumten und ausschlugen, mit der einen Hand loszubinden, während sie mit der anderen in die Richtung der Angreifer zurückfeuerten. Die Geschosse prallten gegen die Wand hinter Kinney und Moran, an der sie sich unter gefährlichen Splittern des Gesteins abplatteten. Eines der Pferde, unbändig vor Schreck, ging mit seinem Reiter durch und sprengte mitten in die Lichtung. Kinney lud frisch, Moran feuerte seine letzte Patrone ab. Das Pferd machte einen Seitensprung, schlaff sank Seeley im Sattel zusammen und glitt zu Boden, worauf .das Pferd wieder im Dunkel verschwand. Die Bande dachte natürlich, Vormonts Leute hätten sie überrumpelt und in wahnsinniger Angst trachtete jeder, ein Pferd zu besteigen, um Hals über Kopf davonzujagen. Da hörte man schon den Klang dröhnender Hufe, der donnernd widerhallte, als ein Dutzend Pferde im rasenden Galopp in den Eingang der Schlucht stürmte. Unter Jauchzen und Johlen warfen sich die Bar T-Leute vom Sattel und versperrten die Schlucht. Erscheint Jeden Dienstag und Freltaf Monatlich „G«IIM Liste" REDAKTION n. ADMINISTRATION: Breltenrainstr. 97, Bern Telephon Bollwerk 89.84 Telagramm-Ädresset Autorevu«, Bern Benützung der Strassen. In der Benützung von Strassen und Plätzen hat sich eine grosse Ungleichheit herangebildet, indem zwischen den Fahrzeugen des Bundes und der Gemeinden einerseits und den privaten Verkehrsmitteln unterschieden wird. Diese Differenzierung rührt daher, dass der Bund die Gültigkeit der kantonalen Vorschriften über Benützung öffentlicher Strassen durch Fahrzeuge für sich nicht anerkennt. Das neue Gesetz soll diesen unbilligen Zuständen ein Ende machen, weshalb Art. 3 durch eine Bestimmung zu ergänzen ist, wonach Strassen, auf welchen Fahrzeuge öffentlicher Verwaltungen zum regelmässigen Verkehr zugelassen sind, unter gleichen Bedingungen auch von privaten Fahrzeugen benützt werden können. • Entzug der Ausweise. Die jetzige Fassung von Art. 13 enthält einen bedenklichen Dualismus, indem Gerichts- und Administrativbehörden unabhängig voneinander die Ausweise entziehen können. Es führt dies zu unhaltbaren Zuständen, die an praktischen Beispielen in der Eingabe grell beleuchtet sind. Um den Motorfahrzeugführer vor jeglicher Willkür, wie sie heute besteht, zu schützen, sollte' neuerdings für eine klare Fassung der Be-: Stimmung gesorgt werden. Der ursprüngliche Entwurf hatte die Entzugskbmpetenz in richtiger Weise ausschliesslich der administrativen Behörde zugewiesen. Nachtfahrverbot. Die in Art. 17 vorgesehene Regelung der Arbeits- und Ruhezeit wird in der Eingabe nicht mehr besonders behandelt, dagegen äussert sie sich zu dem nachträglich im Einige der Verbrecher warfen ihre Pferde herum und flüchteten die Schlucht aufwärts, doch sie mussten sofort kehrtmachen, denn von dort begrüssten sie Vermonts Burschen mit einem Hagel tödlicher Geschosse. Das Gefecht löste sich bald in Einzelkämpfe auf und das Aufblitzen der Gewehre zeichnete glühendrote Striche in die schwarze Nacht. Moran schlich sich zum Ausgang der Schlucht, indem er sich knapp neben der Wand hielt. Als er dort heil angekommen war, warf er sich auf das erstbeste Bar T- Pferd, das er fand. Einer seiner Freunde feuerte auf ihn, während er über das Felsgerölle davonklapperte. Er peitschte sein Pferd, um so schnell als möglich zur Hütte zu kommen. Erst jetzt fiel ihm ein, dass Blitz zu Betty geeilt war. Wenn er den Hund noch dort antraf, so konnte er ihn auf Brents Spur hetzen. Jetzt segnete er auch die Eingebung, die ihn veranlasst hatte, Blitz als Botengänger auszubilden. Wenn das Mädchen nicht mehr in der Hütte war, so verfolgte der Hund sicherlich bereits ihre Spur. Moran kannte die furchtbaren Kampfeseigenschaften des Hundes, wenn er gereizt wurde. Bei dem geringsten Verdacht, dass Brent ihr etwas antun könnte, würde es einen verzweifelten Kampf absetzen und möglicherweise konnte Betty unter dem Schutz seines wilden Angriffs entkommen, wenn er nur die Situation rechtzeitig erfasste und Brents Absichten durchschaute, bevor dieser noch Zeit hatte, ihn zu erblicken und von der Schusswasse Gebrauch zu machen! Morans Pferd stolperte, gewann wieder das Gleichgewicht und taumelte weiter. Er Nationalrat gutgeheissenen Zusatz betreffend Einführung eines allfälligen Nachtfahrverbotes. Es wird darauf verwiesen, dass heute schon für den Transport leicht verderblicher Waren das Bedürfnis für Nachtfahrten besteht und anderseits die ständige VeTkehrszunahme eine Entlastung und Erleichterung der Zirkulation auf den Hauptstrassen durch Verteilung des Verkehrs auf die Tages- und Nachtzeit als wünschenswert, in absehbarer Zeit sogar als notwendig erscheinen lässt. Aus grundsätzlichen Erwägungen wird überhaupt die Auffassung vertreten, dass die Einschränkung des Verkehrs durch generelle Fahrverbote mit den heutigen Verkehrsanforderungen unvereinbar ist. (Sonderinteressen, wie sie die Eisenbahnen an einem derartigen Nachtfahrverbot haben könnten, dürfen auf alle Fälle in dieser Frage nicht den Ausschlag geben. Die Red.). Höchstbreite der Wagen. Die ursprünglich vorgesehene Maximalbreite von 2,4 Meter wurde durch den Nationalrat auf 2£ Meter reduziert. Es ist aber heute schon eine grosse Zahl von Fahrzeugen mit einer Breite von 2,35 Metern von Kantonen und von der Oberpostdirektion konzessioniert worden. Um den vielen Anständen zu entgehen, welche in vergangenen Jahren die veralteten Konkordatsvorschriften bezüglich der Genehmigung breiterer Wagen veranlasst haben, und mit Rücksicht auf die auch in der Experten-Kommission zur Geltung gekommene Erkenntnis, dass in den Talschaften unbedingt ein Bedürfnis für die Zulassung grösser. dimensionierter Fahrzeuge besteht, wird deshalb empfohlen, den ursprünglichen Antrag der nationalrätlichen Kommission wieder herzustellen. Das Breitenmass wäre auf 2,35 Meter zu erhöhen mit der Ergänzung, dass für konzessionierte Personentransport-Unternehmungen eine Breite von 2,4 Metern gestattet werden kann. Diese Aenderung schiiesst übrigens keineswegs die Möglichkeit aus, für den Verkehr auf Bergstrassen besondere Vorschriften zu erlassen. Vorschriften für andere Strassenbenützer. Die in Artikel 32 enthaltene Beleuchtungspflicht für Fuhrwerke wurde durch den Zusatz eingeschränkt, dass landwirtschaftliche Fahrzeuge, die vom Felde kommen, davon ausgeschlossen seien. Nachdem dem Motorfahrzeugführer eine sehr weitgehende Haftpflicht auferlegt worden ist, so muss von den übrigen Strassenbenützern ebenfalls die Anwendung bestimmter Vorsichtsmassregeln verlangt werden können. Gerade die wiederholten Kollisionen mit unbeleuchteten Fuhrwerken und besonders gefährlichen landwirtschaftlichen ahnte nichts Gutes und stieg ab. Mit gesenktem Kopf stand der Gaul still und beim Schein eines Streichholzes sah Moran einen Blutstrom, der bei jedem schweren Atemzug aus des Tieres Flanke sprudelte. INSERTIONS-PREIS: Die achtgespaltene 2 mm hohe Grnndzeile odef deren Raum 45 Cts. für die Schweiz; für Anzeigen aus dem Ausland 60 Ctf. Grössere Inserate nach Seitentarif. Inserntcnsehluss 4 Tage vor Erscheinen der Nummern Maschinen, wie Mähmaschinen, Heuwender etc. lassen es als unbedingt notwendig erscheinen, dass die Beleuchtungspflicht auf alle Fahrzeuge Anwendung findet, und nicht neuerdings im Gesetz eine sehr gefährliche Ausnahme geduldet wird. Haftpflicht des Halters. Die Haftpflicht für Sachschäden soll analog der Eisenbahnhaftpflicht (Art. 11) geordnet werden, wo die Kausalhaftung nur für Schäden an Sachen eintritt, «die der Betroffene unter eigener Obhut mit sich führt», während für alle übrigen Fälle die bisherige Verschuldenshaftung bestehen' bleibt. Die Ausdehnung der Kausalhaftung auf alle Sachschäden würde den Motorfahrzeughaltef ungerechtfertigt stark belasten und das Gesetz als unannehmbar erscheinen lassen. Die Einbeziehung des Sachschadens in die Kausalhaft sei schon mit Rücksicht auf die bestehenden gesetzlichen Vorschriften des Transportrechtes undurchführbar. Es gehe nicht an, die Haftung für Transportgut einfach der allgemeinen Sachschadenshaftpflicht des Automobilgesetzes zu unterstellen. Ebenso bestehe auch kein Grund, für Frachtgut, welches mit dem Automobil transportiert wird, andere und ber deutend strengere Haftpflichtbestimmungen aufzustellen, als für alle übrigen Frachten. Für die Haftung des Halters bei Sachschaden soll deshalb das Verursachungsprinzip nur dann Anwendung finden, wenn Schaden an einer Person eintritt und nur wenn es sich um Gegenstände handelt, welche der Verletzte oder Getötete unter eigener Obhut mitgeführt hat. In allen übrigen Sachschadenfällen soll die Sachschadenshaftung nach dem Verschuldens^ Prinzip des 0. R. erfolgen. Verjährung und Gerichtsstand. Es soll als Beginn der Verjährung der Utifalltag und nicht der Tag, an welchem der Geschädigte Kenntnis vom Schaden und der Person des Ersatzpflichtigen erlangt hat, festgesetzt werden. Die Verjährungsfrist ist gemäss 0. R. auf ein Jahr zu beschränken. Was den Gerichtsstand betrifft, so müssen, sofern zwei Gerichtsstände aufgestellt werden, besondere Regeln für den Fall des Vorhandenseins einer Mehrzahl von Anspruchsberechtigten gelten. Die Schiesserei hatte längst aufgehört und er wusste, dass die Bande bis auf den letzten Mann abgetan war. Er nahm sein Gewehr und lud es frisch. Während er das Pferd abseits führte, damit der Körper den Weg nicht versperre, kam der heisse Wunsch über seine Lippen, Blitz möge das Mädchen gefunden haben. Aber Blitz hatte sie nicht gefunden! Die Hütte war längst verlassen und Bettys erkaltete Spur vermischte sich mit der von Brent. Ohne einen Augenblick zu zögern, nahm er die Fährte auf und während er dahinstürmte, schien er sich verdoppelt zu haben. Zweierlei Geist trieb denselben Leib hinter dieser Doppelspur her, dem Mädchen nach, das er mehr liebte als alles andere auf Erden, und zu gleicher Zeit hinter einem Feind einher, den er bis in den Tod hasste. Der Hund wollte das Mädchen einholen und mit seiner Liebe schützen; der Wolf gierte danach, Brent zu erreichen und sich mit seiner ganzen Wut auf ihn zu stürzen. Wie oft in vergangenen Tagen hatten diese beiden Gegenpole in seinem Wesen einander widerstritten. Zum erstenmal in seinem Leben vereinigten sich nun die Gegensätze und stachelten ihn zu toller Eile an, immer der Fährte nach, von der ihn nichts abbringen konnte als der Tod. Sie führte ihn einen Rücken entlang, der sich bis zur niedern Wasserscheide zwischen dem Thoroughfare und dem Yellowstone erstreckte. Dort waren beide stehengeblieben, bis Brent sich überzeugt hatte, dass Nash verschwunden war. Aber Blitz machte nicht halt, die Spur wurde wärmer und schön donnerte in seinen Ohren das Tosen des Kampfes in der Schlucht. Es hörte auf, als er die Sohle der Schlucht erreichte. Die zwei, die er verfolgte, hatten den Yellowstone durchwatet und die Fährte wies nun geradewegs zur Mündung des Atlantic. Eine Meile von der Mündung entfernt hörte Blitz in kurzer Entfernung einen einzelnen Schuss; — es war der Gnadenschuss, mit dem Moran dem Elend des verwundeten Gauls ein Ende machte. Ihm folgte ein Schrei, der Blitz in einen rasenden Teufel verwandelte. Brent war stehengeblieben, als er den Lärm des Kampfes vernahm und hatte kehrtgemacht, sobald das Schiessen aufhörte. Der Schrei war Bettys Hilferuf gewesen und galt dem Manne, der den letzten Schuss abgefeuert hatte. Es folgte kein zweiter Schrei, denn Brents Faust verschloss des Mädchens Mund. Aber der eine hatte genügt, um Moran und Blitz in wilden Sätzen der Stelle zueilen zu lassen. Blitz wirbelte vorwärts mit dem letzten Aufgebot seiner furchtbaren Schnelligkeit, in dem Bewusstsein, dass es diesmal galt, einen Feind zu töten. Sein Rachen geiferte und Schaum spritzte zurück auf das seidige Fell. Die gelben Augen waren blutunterlaufen, sein ganzes Herz trieb ihn vorwärts und die kochende Lust, seine schrecklichen Fangzähne in des Mannes Leib zu senken, der den Schrei verursacht hatte. (Fortsetzurg siehe „Autler-Feierabend")