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E_1931_Zeitung_Nr.062

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16 AUTOMOBIL-REVUE

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Bern, Dienstag, 28. Juli 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 62 Besuch auf dem Rütli Zur Bundesfeier. Aus einem gewissen, von Zeit zu Zeit aufsteigenden schönen Pflichtgefühl heraus schiebt man gerne in eine Reise, die die Innerschweiz berührt, den Besuch des Rütlis ten von Orten der Heimat in der roten Seide Landes feiert. Still und abgeschlossen wieder Fahnen glänzt, Freude ihre Entladung in immer wird auch das Rütli seine historische bunten Farben, Lärmen und Fest sucht, erlebt der Bund, der vor Jahrhunderten auf dem ein. Jedesmal bereitet die Fahrt auf demNacht erleben. Diese Ruhe hat etwas Tröstendes und Beruhigendes in sich zu einer Rütli beschworen wurde eine neue Kräfti- Vierwaldstättersee in zauberhaft wirkender Weise auf die nahe, für die Existenz der kleinen Schweiz so bedeutungsvollen Stätte vor: Zeit, da vor unsern Grenzpfählen es wetterleuchtet und schwere Tage das Schicksal Eu- Grosse. gung, eine neue Bestätigung, eine neue mb. Sehnsüchtige Regungen, die in der Jugend am reinsten wach waren, werden durch die linde Luft, die über den Dampfer hinstreicht, durch die kühn ansteigenden Felswände, in deren Nischen feuchte Schatten hocken, durch die weiss aufblendenden Firmen über den kühn geschwungenen Rücken der voralpinen Berge seltsam aufgeweckt. Die heroische Landschaft bekommt klingendes Leben; in ihren stolzen Umrissen spürt man das Schicksal eines Landes, errät man die erhaltenden Kräfte, die den Kern der Eidgenossenscliaft bildeten. Man ahnt hier mit unsäglich schwachen, aber doch empfindbaren Regungen ein Schicksal, eine Vergangenheit heraus, die jedem Hügel, jedem scheu am See des Etzli-Ruchens auf, unser Wunsch für den heutigen Tag. Wir begucken ihn eingehend. In mächtigen Türmen stürmt der hingestreckten Ort, jedem Seitental ihre tiefe Bedeutung verlieh. Südgrat zur Spitze empor. Mehr Chance Der Dampfer steuert die Station Rütli an. bietet sicher der nördliche Kamm. Steil wachsen die nackten Felswände aus Nach kurzer Ueberlegung beschliessen dem dunkeln Grün der kümmerlichen Wälder. Fremde sind auf dem grossen Boot, eine zu steigen und von dorther den Nordgrat in wir auf den verfirnten Gipfel der Zwächten durch die Grosse der Landschaft still gemachte Gesellschaft. Man verlässt mit einem röll und monotone Schneefelder aufwärts Angriff zu nehmen. Wir stampfen über Ge- leichten Gefühl der Gespanntheit das Schiff. und erreichen nach einer Stunde schon den Der Weg führt nur ein paar Schritte aufwärts, dan tut sich die kleine Wiese auf, um her ist vielleicht nicht interessant, aber der höchsten Punkt. Die Wanderung bis hier- deren Namen Sage und Geschichte einen untrennbaren Schleier gewoben haben. Ein von der Nähe so ganz anders ausschaut, als Blick auf den eleganten Bristenstock (der paar Bäume stehen in der Runde und fassen wenn man ihn von der Axenstrasse vom den Platz ein. Selbst die Fremden, die unterdessen wieder aufgewacht sind, werden auf bilde des Sonnig Wiche! im Süden. Gegen Auto aus sieht). Massig steht das Felsge- dem Platze wieder schweigsam. Die Stille Westen stürzen steile Täler zur Tiefe, tief der kleinen Wiese wird durch zarte Scheu unter uns sind Bäche, Wiesen und grüne nicht gestört; nur selten fallen in das Schweigen die unruhigen, aufscheuchenden Signale voll — so hoch über alldem zu schweben." u Wälder, ein paar Dörfchen. Wie wunder- der Dampfer auf dem See unten oder das Doch zulange dürfen wir hier nicht träumen, zu nahe und zu lockend über dem Grat dumpfe Rollen der, Gotthardzüge. Rütli... Ein unscheinbarer Platz, und doch erhebt sich der dunkle Felsturm des Rüchen. Wir wandern an rutschigen Schnee- erinnert man sich mit leichter Erschütterung seiner Geschichte. Die Grosse der Vergangenheit scheint ihn zu heiligen. Der kleine, diesen trügerischen Firn mit dem , festen, kämmen entlang und tauschen dann gerne stille Ort hat eine wundervolle Bedeutung sicheren Stein. Zu beiden Seiten stürzt der erhalten; er wird zu jenem Inbegriff von Heimat, zu dem man sich von Zeit zu Zeit aus bleibt zunächst leicht, aber er bietet viel Grat in schwergangbare Wände ab; er selbst der Regungslosigkeit unserer von wilden Fiebern geschüttelten Zeit zurückfindet, um wie- Felsgebilden. So erklimmen wir den Vor- Abwechslung mit ein paar phantastischen der — tragisches Schicksal! — seine Wurzeln zu spüren, die man verloren zu haben eine recht tiefe Scharte getrennt ist. Merkgipfel des Rüchen, der vom Hauptturm durch glaubt. Wie vor Jahrhunderten ist dieser würdig, wie plötzlich Nebel auftauchen! Hie Fleck Erde erhalten, die Landschaft hat und da scheint es, als ob wir losgelöst in nichts von ihrer drohenden Wucht einge- einem andern Räume schweben würden, die büsst, noch immer atmet Schweigen über den Felszügen der Umgebung. Der See blitzt mit tausend Glanzlichtern durch das Laub der Bäume hinauf, der See der Heimat... Wieder ist der Tag nahe, an dem man die Geschichte des Rütlis, die Geschichte des Auf der Pörtlilücke im hintersten Etzlital lagern wir. Es ist warm. Die Luft flimmert über fernen Bergen, und der Himmel wölbt sich stahlblau über uns. Ein erster August wie er sein soll. Und hier in diesem abgelegenen Winkel der so schönen Urner Alpen sind wir sogar die einzigen Wanderer. Ueber uns türmt sich der kühne Felsgipfe". E U Blitz; Der Roman eines Wolfhundes. Von H. G. Evarts. (Verlag Georg Müller. München.) (Fortsetarantr ans dem Hatrotblatt.} Schon bekam er von vorne die Witterung der Körper und jetzt sah er Brent vor sich, der einen Pfad herabgestiegen kam. Mit der Linken hielt er des Mädchens Handgelenk umklammert und schleppte sie hinter sich her. Brent machte eine halbe Wendung und griff nach seiner Waffe, als er Moran den Pfad herabstürmen hörte. Da sprang ihn ein dunkler Schatten an und schreckliche Zähne schnitten in den Arm, der das Mädchen festhielt. Sein Griff wurde lok- Felsberg am ersten August bevor er sich noch erheben konnte, durchschnitten die Zähne, die mit so manchem zähen Elchbullen fertig geworden waren, seine weiche Kehle. Einen Augenblick war Schweigen unter den Bäumen ... Dann aber ertönte ein Schrei durch das Tal, ein Schrei, der von den Felsen widerhallte,, der wilde, triumphierende Ruf des Wolfes, der getötet hat. Zweinndzwanzigstes Kapitel. Den Bewohnern der eleganten Vorstadt, die sich an die letzten Ausläufer des Gebirges schmiegte, kam es gar nicht in den Sinn, in die Abkunft des grossen, grauen Hundes, der seit so vielen Jahren unter ihnen lebte, argwöhnische Zweifel zu setzen. Jedermann hielt ihn für einen Hund von edler Rasse aus irgendeiner seltenen Zucht, der weder bellte noch schnappte. Man konnte sich gar nicht vorstellen, dass Blitz je beissen sollte. ker, Betty riss sich los und floh. Moran Neuschnee war gefallen und die Vorstadtbewohner beobachteten aus ihren Fenstern überrannte sie fast, packte sie und umschlang sie heftig. Ein Schuss aus Brents ein gewohntes Schauspiel: Draussen auf dem Waffe versengte des Hundes Fell, der eben ansteigenden Fahrweg lief der riesige, graue zum zweitenmal angriff. Diesmal packten die Hund mit seinem eigenartigen gleitenden Zähne die Hand, die die Waffe hielt, und Gang. Er zog einen Schlitten, den ein sechsjähriger Knabe unter unaufhörlichen Jubel- zermalmten knirschend die Knochen. Brent war ein starker Mann. Verzweifelt schlug er rufen lenkte. Kein Zeuge dieses frohen Bildes ahnte etwas von dem grimmigen Kampf, um sich und stiess mit seinen schweren Stiefeln nach dem Angreifer. Sein Kopf streifte der Blitz' Seele zerriss. Wer dachte denn einen dürren Ast, mit einem einzigen Ruck auch daran, dass eben die Brunstzeit der brach er ihn vom Baum und der Knüppel Wölfe gekommen war ! sauste durch die Luft. Immer wieder und Als die Nacht anbrach, eilte Blitz hinweg Nieder hieb Brent darein. Er brüllte wie ein und lief viele Meilen weit hinauf in die Berge. So wie einstens begletete ihn auch heute kämpfendes Raubtier, während er dieses Entsetzliche abzuschütteln suchte, das ihn mitten in der schwarzen Nacht angesprungen diesmal aber schloss die Jagd mit keinem nacht ein Rudel gespenstischer Schatten, hatte. wirklichen Töten. Der Kampf war kurz. Brent stürzte und Es war eine jener wundervollen stillen ropas verdunkeln. Die Stille hat für dieBlicke gleiten nochmals über die Platten und Schweiz jene beruhigende Hoffnung und jenes sichere Gefühl in sich, vom Feuerbrand nicht erfasst zu werden. • Am 1. August, wenn die Sonne in Hunder- Nebel hüllen die Tiefe ein und der Grat auf dem wir stehen, scheint eine Welt für sich, die mit der andern nichts gemeinsames mehr besitzt. Eine lange Zeit lagern wir zögernd auf dem Vorgipfel, die Stunde ist angefüllt von einem köstlichen Höhenglück, und anderseits doch auch voll von der Spannung des Kommenden. Wie ist wohl diese Hauptzinne, die so scharf in den Luftraum einschneidet? Wir klettern in die Scharte ab. Der Grat, schon fast zur Wand geworden, nimmt unsere ungeteilte Aufmerksamkeit in Anspruch, denn er ist fast senkrecht. Aber die Griffe sind zuverlässig. Einer nach dem andern turnt über die luftigen Stufen. Unverzüglich machen wir uns nun an die Ersteigung des höchsten Gipfels. Müheloser als wir es erhofften, gelangen wir unter die enormen Felsklötze der Spitze. Hier öffnet sich nach rechts ein Band, das einem Pfade täuschend ähnlich sieht und sich gut gangbar hinzieht bis zu einer Ecke, wo die Gipfelwand vorspringt und etwas überhängt, während unter uns die Plattenwände ziemlich unangenefrm steil abschliessen. Hier müssen wir unj^zum .Kriechen entschliessen. Dann kön- •nen..miv.uns wieder aufrichten und der letzte Anstieg ist ein herrliches Turnen in den Luftraum hinein über die festgefügten Quadersteine des Gipfelblocks. 'Das Gefühl, auf diesem abseitigen, einsamen Gipfel zu stehen und dazu an einem solchen Tage, erfüllt uns ganz. Das ist unsere Art, die Heimat zu feiern auf dem harten Fels der Berge. Es ist hoher Mittag geworden und wir werden hier rasten solange wir nur können. Hie und da umhüllt uns ein leichter Nebel, hie und da liegen alle Berge in weiter Runde frei. Nun ist der Berg erstürmt, der Wunsch hat Ruhe und der Wagemut schweigt. Um so grösser aber wird die Stille in und um uns; denn das grösste, was die Berge geben können, ist ihr Friede. Endlich müssen wir wieder abwärts. Die Nächte, wie sie um diese Zeit des Jahres zu kommen pflegen. Nicht das leiseste Lüftchen regte sich in den Zweigen der Bäume. Die Temperatur war genau auf dem Nullpunkt und die Natur schien gleichsam im Schwebezustand, unschlüssig, ob sie Wärme mitTauwetter oder Kälte mit Frost spenden sollte. Blitz hielt auf einer Anhöhe, von der aus man die Stadt überschaute. Hoch aufgereckt stajid er dort und sein mächtiges Haupt streckte sich vorwärts. Pferde und Kühe erstarrten in ihren Ställen, als der Schrei ihr Ohr erreichte. Alles umherstreifende Getier weit und breit blieb stehen auf seinen Wegen. Das Blöken ferner Schafherden verstummte. Und, unten im Städtchen brach man jäh die munteren Gespräche ab. Die Bewohner der Vorstadt konnten sich den sonderbaren SchaueT nicht deuten, der eiskalt über ihren Rücken lief. Nur zwei Menschen, Clark Moran und sein Weib, wussten um das Geheimnis, wussten, däss es der Wolf sschauer war, der sie schüttelte. Der Schrei des letzten grauen Büffelwolfes war erschollen, der nach dem Weibchen rief — ein Ruf, dem nie mehr Antwort werden sollte. ENDE Unser neuer Roman «Typ Evelin» von Karl Schmidt vermittelt einen ausserordentlich interessanten -Einblick in die Welt einer grossen Automobilfabrik und des Autosportes. Wir beginnen mit dem Abdruck des spannenden Werkes in der nächsten Nummer der «Automobil-Revue-». Türme hinaus und hinab in die Tiefe, dann klettern wir, durchs Seil verbunden, wieder in die Scharte hinab. Hier wenden wir uns kurz entschlossen in das tiefeingerissene Couloir, das sich gegen die Pörtlilücke herunterzieht. Es ist zum Teil noch mit Schnee angefüllt und erlaubt einige rasche Glissaden. Der Weg zur Etzlihütte zurück wird zu beschaulichem Bummel. Im einsamen Spiellauisee spiegelt sich der finstere Sonnig Wichel mit seinen Graten und abschüssigen Wänden. Auch er, der uns schon einmal einen ganzen Tag lang in seinen Wänden genarrt und irregeführt hat, wird einmal von uns erobert werden. Um uns verglüht feierlich der Tag. Durch die Stille tauscht der Bergbach zu Tal. Auf den Gipfeln liegt müde und verträumt ein rosazarter, letzter Hauch des geschwundenen Tages. Er verheisst uns tröstlich Wärme und Licht für den neuen Morgen, der kommen wird. So ist es ein frohes Vergluten vor der Nacht, die einen grossen Frieden über alle Dinge breitet und ihnen die Ruhe schenkt nach den Kämpfen des Tages. Bald stehen die Firne dunkel gegen den schwachgelben Himmel, starr und lichterloschen. Bei der kleinen Etzlihütte machen wir nur eine kurze Rast; wir nehmen Abschied vom Hütenwart, der uns ein lieber Freund ist. Mit der kommenden Nacht wandern wir den gewundenen Pfad abwärts durch das Etzlital. Bei mancher Alphütte tauschen wir einen vertrauten Gruss mit einem Sennen, der gemütlich vor der Hütte sein Pfeifchen raucht. Das Rauschen des Baches schwillt an und sein Wanderlied begleitet uns getreulich. Die Tannen stehen wie schwarze Schatten zu beiden Seiten des Weges, die Nacht in ihrem Bereiche ist noch dunkler, geheimnisvoller und tiefer als die der Felder. Dann sehen wir einen Feuerschein und noch einen» irgendwo hoch oben: Feuer der Heimat..,. erster August! Es ist fast Mitternacht, als wir im kleinen Dörfchen Bristen eintreffen. Wir suchen ein bescheidenes Obdach und freuen uns auf die kurze, wohlverdiente Ruhe. Aber nur bis morgen früh. Morgen werden wir weiterwandern, neuen Zielen, neuen Fels- und Eisbergen der Heimat entgegen ... ! A.G. Beachten Sie unsern Photo-Wettbewerb auf Seite 22! „Du, ich höre Deinen Herzschlag — . . . . 89-90-91-92 wie schnell und unregelmässig!" „Du irrst I Als Medizinerin kann ich Dir sagen, daß Du nicht meinen Herzschlag, sondern Deinen eigenen Puls gehört hast, der Dir im Ohr klingt, sobald Du es verdeckst. Bitte, fühle meinen Puls; er ist ganz ruhig und normal. - Siehst Du, 72 in der Minute." „Woher nur bei mir diese Pulssteigerung?" „Nun, Du und Dein unbelehrbarer Freund mußten natürlich heute nach Tisch wieder starken coffeinhaltigen Kaffee trinken". „Ich hätte nicht gedacht, dass die Coffein- Wirkung so auffällig sein könnte. - Überdies schmeckt der coffeinfreie Kaffee Hag ja auch ganz vorzüglich". „Es ist schon so, Alfred, wie ich Dir immer sage: Kaffee Mag bleibt Kaffee Hag."