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E_1931_Zeitung_Nr.058

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12 AUTOMOBIL-REVUE

12 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 58 SEKTION ZÜRICH. Autavia. Di© diesjährige Autavia, die wiederum gemeinsam von der Sektion Zürich des A.C.S. und der dortigen Ortsgruppe der A-via organisiert wurde, gelangte neuerdings unter den glücklichsten Auspizien zur Durchführung. Bei prachtvollem Flugwetter starteten 21 Equipen, um in gemeinsamer Arbeit und vom Glück mehr oder \. C. S. weniger begünstigt, die übliche Aufgabe in Angriff zu nehmen. Der Rayon, innert welchem die beiden vielgesuchten Kreuze ausgelegt waren, wurde wie folgt begrenzt • Tössmündung, Rhein, Winterthur, Sirnach, Uznach, Buchberg, Lachen, Zug, Ohani, Bremgarten. Baden, Tössmündung. Der Präsident der Sportkommission, Rechtsanwalt Badertscher, der sich bei diesem Anlass erstmals den Automobilisten in seiner neuen Funktion vorstellte, machte in der kniffigen Wahl der Standorte der beiden Kommandoposten seinem Vorgänger alle Ehre. Die von ihm gemeinsam mit den verantwortlichen Instanzen der Avis gewählte Variante, die Kreuze diesmal mehr im Zentrum des Rayons, nämlich am *Rosin]i» bei Adetswil und bei Oetwil a. d. L. und ziemlich nahe beieinander gelegen, zu wählen, hat die Equipen vor eine mindest so schwere Aufgabe gestellt, wie die frühere Placierung an der Peripherie. Diesmal lag die Schwierigkeit in der Einfachheit der Anlage. Die meisten Flugzeuge machten sich, auf den bisherigen Erfahrungen fussend. längs der Rayon-Peripherie auf den Weg und sichteten die beiden Posten vielfach erst nach angestrengter und zeitraubender Suche, weil es ihnen einfach nicht möglich scheinen wollte, dass die Kreuze anders als in einem äussersten Zipfel des Gebietes ausgebreitet sein könnten. Von den Automobilen hatten die meisten als Treffpunkt Spreitenbach oder Speck b. Pfäffikon gewählt und harrten dort, so gut es ging, im Schatten der Bäume auf Bericht von ihren Mitarbeitern in der Luft. Den "wartenden Automobilisten blieb dabei mehr als genügend Zeit, um nicht nur die unbeschränkten Möglichkeiten in der Lage de* Kreuze und die Aussichten auf eventuellen Erfolg zu diskutieren, sondern auch in aller Ruhe den Pro" viantkörben die notwendige Ehre anzutun. Sogar der Nachschub an Flüssigkeiten an die Operationsbasen wurde erfolgreich organisiert und mancher Doppellitex Most wurde im Kampf gegen die Hitze und die tatenlose Wartezeit aufgewendet.. Mit Ausnahme des Flugzeuges der Equipe 7, welche sich nachher auch als Siegermannschaft ergeben sollte, wollte sich lange Zeit in Speck, wo wir der kommenden Dinge harrten, keine Maschine am wolkenlosen Himmel zeigen. Wenigstens machte vorläufig niemand Miene zum Landen und nur allzuoft narrte uns iais Geräusch der Flugmotoren, welche uns das Nahen des eigenen Flugzeuges und dessen Landung vortäuschte.. Aber jedesmal, wenn Feldstecher in Funktion traten und Fahrzeuge marschbereit gestellt wurden, zog das Flugzeug wieder in anderer Richtung von dannen. Nur allmählich und in beträchtlichen Zeitabständen erfolgten, die Zwischenlandungen, die etwas Aufregung und Abwechslung in das dösende Lager der Fahrzeugführer brachten. Und kaum war der grosse Vogel und das mit der Meldung beglückte Automobil den Blicken entschwunden, so legte sich wieder resignierte Ruh« auf das Camp der < Hinterlassenen ». Dass es sich bei der Autavia* zu einem grossen, fast allzu grossen Teil um Glücksache handelt, hat das an und für sich glänzende Resultat der erstplacierten Equipe gezeigt, deren Pilot den richtigen Flair für die Suche der Kommandoposten zu haben schien. Denn kaum war der zugeteilte Automobilist nach ziemlich rascher Fahrt von Dübendorf her in Speck eingetroffen, als auch schon das Flugzeug landete, um dem Fahrer die notwendige Orientierung über den einzuschlagenden Weg zu übermitteln. Auch die letztjährige Siegerequipe war neuerdings von Fortunas sportlicher Laune begünstigt und vermochte im Endklassement den zweiten Platz zu behaupten. Während so die erfolgreichen Mannschaften in zwei bis knapp drei Stunden die ganze Aufgaben lösten, blieben andere Flugzeuge fast ebenso lang in der Luft, um vielleicht mit der nämlichen Intensität und ebenso viel Geschick den Luftraum zu durchqueren und jeden Zipfel Land sorgfältig abzusuchen, ohne aber je oder doch rechtzeitig die Erfolg versprechende Route einzuschlagen. Man begreift deshalb, die sich mehrende Kritik aus den Reihen der Piloten gegen die bisherige Aufgabestellung, bei welcher trotz intensivster Arbeit der Zufall eine noch so grosse Rolle zu spielen vermag. Es wird sicher Sache der Sportkonrmissionen sein müssen, eine neue Variante zu finden, die beiden Piloten in der Luft und auf dem Lande eine positivere Aufgabe zuweist. Von den 21 Equipen vermochten 16 innerhalb der vorgeschriebenen Zeit die Aufgabe zu lösen, wobei allerdings zwischen der erstplacierten und der letzten in Berücksichtigung gezogenen Mannschaft eine Zeitdifferenz von mehr als drei Stunden besteht. Von drei weiteren Equipen hat nur je ein Auto sein Ziel erreicht, während eine Mannschaft an keiner Stelle ihre Visitenkarte abzugeben vermochte. Die von der Flugbesatzung an die Automobilisten weiterzugebende Kontrollkarte erwies sich auch dieses Mal wiederum als hinterlistiges Objekt der Tücke, indem in der Hitze des Gefechtes deren Uebergabe verschiedentlich vergessen wurde und die nachträgliche Berichtigung dieses Fehlers zum Teil beträchtliche Zeitverluste mit sich brachte. So war die Freude bei 'der Equipe 18 über die Lösung der Aufgabe durch das Flugzeug so gross, dass sich der Automobilist ohne Karte auf den Weg machte und auch das Flugzeug bereits wieder beträchtliche Höhe erreicht hatte, als scheinbar beiden durch das Mysterium der Gedankenübertragung der Lapsus bewusst wurde und Flugzeug wie Auto nach forschem Start ebenso prompt wieder beim Zwischenlandungsplatz erschienen, um den «Austausch der Dokumente» noch vorzunehmen. Trotz diesem unprogrammässigen Zwischenakt vermochte die Mannschaft noch als zehnte zu rangieren. In weit höherem Masse erwies sich die Kontrollkarte als Schicksalsdokument bei einer anderen Equipe, indem diese nach endlich erfolgter Landung des Beobachters zu ihrem nicht gelinden Schreck feststellen musste, dass dieser die Karte irgendwo verloren hatte und sie sich trotz sorgfältigster Leibesvisitation einfach nicht mehr aufspüren Hess. Dass dieses Missgeschick ausgerechnet der Equipe des Berichterstatters zustiess, hat wenigstens vom journalistischen Standpunkt aus den AUTO - GARAGEN in Eternit doppelwandlg, heizbar, demontabel, seit 15 Jahren bewährte Bauart • Breite cm Höhe cm i'reis *'r. Hr.l 360 240 250 900.— Hr. 2 «0 240 250 1100.— Nr. 3 480 300 250 1200.— Nr.« (00 300 250 1400.— Preise ab Fabrik — Lieferbar sofort — Nähere Auskünfte durch ETERNIT A.-G., NIEDERURNEN 1O Vorteil, dass wir diese Information aus erster Quelle zu vermitteln in der Lage sind! Im übrigen gab die Autavia den weniger Glücklichen neuerdings Gelegenheit, sich in Philosophie über Siegerchancen zu üben und die nächste Autavia abzuwarten. Denn sicherlich hat allen Beteiligten die diesjährige Veranstaltung wiederum Spass und einen interessanten sportlichen Nachmittag bereitet. Zur Preisverteilung im Kursaal vereinigte sich eine stattliche und frohe Gesellschaft, die auch in jene Lager die gute Schlussstimmung brachte, welche dieses Jahr ihren Kameraden den Vorrang lassen mussten und nur auf eine baldige Revanche anno 1932 hoffen können. An der Preisverteilung gedachte der frühere Präsident Herr Dr. E. Bircher mit warmen Worten der grossen Verdienste des Herrn Fritz Frey als langjähriges Mitglied der Sportkommission und deren Präsident in den Jahren lf>28—1931. Der von Herrn Dr. E. Bircher überbrachte Dank des Vorstandes — Herr F. Frey hat im Frühjahr 1931 das Amt des Präsidenten der Sportkommission niedergelegt, gehört derselben aber auch noch weiterhin an — fand den verdienten grossen Beifall; ein silbernes Plateau bezeugte Herrn Frey zudem, wie sehr man im Vorstand und in der Sektion seine grossen Dienste zu schätzen weiss. Erwähnt sei auch das rege Interesse, welches Oberst Bardet, der neue Kommandant des Flugplatzes Dübendorf, der Veranstaltung entgegenbrachte, bei der er nachmittags als Kommissär auf einem Posten amtete und die er auch abends durch seine Anwesenheit beehrte. Nachstehend die Rangliste der zehn ersten Equipen: Resultate Rang Equipe Totalzeit 1. Nr. 7: Hptm.Högger — Oblt. EggenbeTge* A. Töndury — G. Ruoff 2.07.35 2. Nr. 11: Lt! Fischer — Lt. Lindecker W Deucher — V Mettler jun. 2.58.46 3 Nr. 17: Hptm. Karnbach — Lt. Nievergelt A. Veladini — G. Schlotterbeok 2.59.43 4. NT. 3: Oblt. Bleuler — Oblt. Gugolz E. Maag — W. Pfluger 3.01.03 5. Nr. 19- Lt. Landolf — Lt. Bächtold H. HubeT — A. Bachmann 3.01.28 6. Nr. 15: Lt. Bieder — Lt. Wertli A. Steinlin — A. Zehnder 3.20.34 7. Nr. 5: Lt. Kreis — Lt. Pfenninger A. Oswald — M. Schmidheiny 3.23.33 8. Nr. 16: Hptm. Aaper — Lt. Rieben C. R. 9chmidt — 0. Küderli 3.26.23 9. Nr. 1: Hptaa. Burkhard — Oblt. Messmer J. Duvöisin — W Bodmer 3.34.41 10. Nr. 18: Lt. Wegelin — Lt. Koch F Seidenfuss — H. Sanft 3.40.32 NB. Die obenstehenden Namen der Equipenteilnehmer bedeuten in der vorgenommenen Reihenfolge: Pilot, Beobachter, 1. Autofahrer, 2. Autofahrer. SEKTION ZÜRICH. Mondscheinfahrt Als nächster Anlass findet Donnerstag den 30. Juli 1931 eine Mondscheinfahrt an die Gestade des Pfäffikersees statt. Ausser einem gemeinsamen Nachtessen ist ein Tanzvergnügen vorgesehen, zu welchem eine Tanzbühne am See zur Verfügung steht. Der Besuch des Automobile-Club d'Alsace. Der für den 11./12. Juli 1931 der Sektion Zürich des angekündigte Besuch des Automobile-Club d'Alsace in der Limmatstadt musste leider abgesagt werden, da sich scheinbar für die Fahrt zu wenig Teilnehmer angemeldet hatten. CHAUFFEUR-CLUB BADEN U. UMGEBUNG. Unsere Versammlung vom 4. Juli a. c. war leider schwach besucht. Wegen zu späten Erscheinens der Mitglieder konnten nicht alle Traktanden erledigt werden. So musste z. B. das Traktandum «Ausfahrt» auf die nächste Versammlung verschoben werden. Wir appellieren hiertei an das Pflichtgefühl unserer Mitglieder, in Zukunft pünktlicher und zahlreicher zu erscheinen. Es ist nicht angenehm für die Mitglieder, die zur rechten Zeit kommen, bis halb 11 Uhr zu warten, bis die Versammlung eröffnet werden kann. Ebenso muss der Vorstand die Beobachtung machen, dass die Vereinsnachrichten in der «A.-R.» oft gar nicht gelesen werden. Um den Mitgliedern Zeit zu geben, sich das Programm unserer projektierten Ausfahrt anzuseilen und sich an der nächsten Versammhing darüber auszusprechen, lassen wir das Programm folgen: Abfahrt ab Schulhausplatz Baden Sonntag, den ..., morgens 534 Uhr. Route: Zürich. Sihlbrusig, Zug. Ankunft in Zug ca. 8 Uhr. Aufenthalt 60 Minuten (Znüni). Abfahrt in Zug punkt 9 Uhr: Route: Aegerisee, Sattel, Schwyz, Brunnen. Ankunft in Brunnen ca. 934 Uhr. Aufenthalt 40 Minuten. Abfahrt in Brunnen per Schiff nach Treib 10.10. Ankunft in Treib 1020. Ankunft auf Seelisb'erg mit Drahtseilbahn ca. 10.40. Aufenthalt auf Seelisberg 3 Stunden. Mittagessen llXS Uhr Seelisberg ab zu Fuss nach dem Riilli 13.45. Ankunft auf dem Rütli ca. 14.30. Aufenthalt ca. 20 Minuten. Abfahrt vom Rütli per Schiff nach Brunnen 14.50. Ankunft in Brunnen 15.30. Aufenthalt 60 Minuten Cevent. Zvieri). Abfahrt von Brunnen per Auto 16.30. Route: Vitznau, Küssnacht, Luzern. Ankunft in Luzern ca, 18.00. Aufenthalt \% Std. Abfahrt von Luzern ca. 19.30. Route: Emmenbrücke, Seetal. Lenzbursr. Ankunft in Lenzburg ca. 21.00. Aufenthalt 20 Min. Abfahrt von Lenzburg 21.20. Ankunft in Baden ca. 22.00 Uhr. Fahrpreis mit 16-Plätzer pro Person Fr. 11.50. Fahrpreis mit 30-Plätzer pro Person Fr. 9.— Der Unterhalt des Chauffeurs ist im Preise inhegriffen. Schiff, Bahn, Beköstigung usw der Reiseteilnehmer sind Sache der Reisegesellschaft. Wegen Nichtbezahlung der Beiträge musste vom Verein ausgeschlossen werden: Fischer Josef, Taxichauffeur bei J. Twerenbold, Fuhrhalterei, Ennetbaden. Werte Mitglieder ! Schenkt unsern Einsendungen in der «Automobil-Revue» eure Aufmerksamkeit und zeigt Vertrauen zu eurem Vorstand, indem ihr in Zukunft zahlreich an den Versammlungen erscheint, denn nur so kann auch erspriessliche Zusammenarbeit geleistet werden. Nampns des Vorstandes: Der Präsident: Jos. B o c h s 1 e r. Gutgelungene Aufnahmen von den bisherigen Rennen können zum Preise von 1 Fr. bei der Redaktion der « Automobil-Revue » bezogen werden. Aus KONKURSMASSE günstige Gelegenheit! Einige -s tausend Stück so lange Vorrat in grösseren u. kleineren Posten sehr günstig zu verkaufen. Offerten unter Chiffre 11678 an die Automobil-Revue, Bern. 9200 Fahrbare und stationäre Lade-Einrichtungen für Akkumulatoren-Batterien liefern als Spezialität Langbein-Pfanhauser-Werke Aktiengesellschaft Oerlikon. O C CAS ION! 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N» 58 - f Autosektion St. Gallen-Appenzell. Tertinerfahrt vom 5., 6. und 7. Juli 1931. Als es am Samstag den ganzen Tag geregnet hatte und dichte Nebelwolken in unserer Gegend herumjagten, mag sich mancher Teilnehmer am Vorabend der dreitägigen Fahrt mit gemischten Gefühlen zur Ruhe gelegt und mit Bangen den Morgen erwartet haben. Wieder einmal hatten die Optimisten recht bekommen, denn die ersten zwei Reisetage hätten nicht besser gewünscht werden können. In der frischen, durch den Regen abgekühlten Luft fuhren die Teilnehmer gruppenweise und einzeln dem offiziellen Besammlungsort Reichenau zu, •wo sich bis 9K Uhr eine ansehnliche Kolonne von 30 Wagen gebildet hatte. Nach einem währschaften Bündnerznüni wurde die Einzelfahrt bis San Bernardino freigegeben. Die Ueberwindung des Bernard ino mit seinen engen Kehren schien Verschiedenen auf dem Magen zu liegen, denn alles trachtete darnach, so rasch wie möglich diese ersten Klippen zu überwinden, und die -weniger auf Passfahrten eingestellten Fahrer atmeten erleichtert auf, als sie das Ziel der ersten Etappe, San Bernardino, erreicht hatten. Inzwischen hatten wir klaren Himmel bekommen. Während eines kurzen Haltes auf der Passhöhe, der von den meisten für die innere Dekoration der Wagen mit Alpenrosen und sonstiger Alpenflora verwendet -wurde, trat erstmals der für die Fahrt bestellte Kino-Operateur in Funktion. Obwohl keine Kolonnenfahrt gemacht wurde, kamen sämtliche Wagen ohne Verspätung in San Bernardino an, woselbst diese beim Hotel Viktoria parkiert wurden. Der Speisesaal war von den 100 Teilnehmern rasch gefüllt, und da sich der Appetit,, angeregt durch die anstrengende Fahrt, schon wieder, bemerkbar machte, stellte sich alles pünktlich ein. Der Sportpräsident, Herr H. Burk, begrüsste —- nachdem sich alles gestärkt hatte — die Anwesenden und erteilte die notwendigen Weisungen. für die weitere Abwicklung des Programmos. Etwas nach 3 Uhr, nachdem auch der obligate Kaffeejass seine Opfer gefordert, die schöne Umgebung Verschiedene zu einem kleinen Abstecher verlockt hatte und Andern die bereits südliche Luft in die Beine gefahren waT, so dass sie den verlockenden Weisen der bekannten Klavierautomaten nicht mehr widerstehen konnten, verliessen auch die letzten San Bernardino. Die noch vorhandenen 1200 Meter Höhendifferenz mussten durch eine Talfahrt 'durch das romantische Mesocco, der wilden Moesa entlang, ausgeglichen werden. Im Metropol in Locarno und den umliegenden Hotels wurde die Reisegesellschaft freundlich aufgenommen. Alles war froh, am Ziel unserer Fahrt angelangt zu sein. Herr Gschwend, Automechanische Werkstätte in lAltstätten, welcher die Fahrt ebenfalls mitmachte, hatte sich in verdankenswerter Weise bereit erklärt, allfällige Pannen auf der Fahrt zu beheben, von welchem Angebot verschiedene Fahrer gerne Gebrauch machten. Mit Anerkennung wurden anlässlich des Abendessens die Leistungen einer Damenfahrerin aus St. Gallen erwähnt, welche, als Neuling im Autofahren, mit Bravour die nicht wenig Anforderungen stellende Fahrt erledigte. Nach T. C. S. dem Nachtessen zogen die Anhänger Terpsichores zum Ball ins Strandbad Lido, während wieder andere in den typischen Tessiner Grotten sich gemütlich machten. Das schöne Wetter des zweiten Tages lockte fast die Hälfte der Teilnehmer zu einer-Fahrt auf dem Lago maggiore mit Besuch der borrömäischen Inseln. Die schönen Eindrücke dieser Fahrt wurden leider etwas getrübt durch die von den italienischen Grenzorganen in die Länge gezogenen Passkontrollen und einen zufolge eines Defektes am Schiffe unfreiwilligen zweistündigen Aufenthaltes auf dem See. Eine andere Gruppe Teilnehmer fuhr mit ihren Wagen über den Monte Ceneri nach Lugano, von wo aus verschiedene Abstecher in die Umgebung, wie Melide, Castagnola, Ponte-Tresa, Gandria, Caprino etc., ja sogar bis nach Mailand, gemacht wurden. Die für den Abend des zweiten Tages in der Locanda des Schlosshotels geplante Zusammenkunft fand zufolge eines eingetretenen Platzregens nur wenig Anhänger. Die verschiedenen Abstecher in die Umgebung verursachten etwelche Ermüdung bei den Teilnehmern, und der Gedanke an die Heimfahrt, die grösste Etappe der Fahrt, mit dem verschiedenen noch unbekannten Gotthardübergang, hatte zur Folge, dass der grösste Teil sich frühzeitig zur Ruhe legte. Dienstag morgen 7 Uhr war schon reges Leben auf dem Platz vor den Hotels; der Himmel hatte sich überzogen. Die Rückfahrt führte uns über Bellinzona und Biasca das Valle Leventina hinauf. Die Wolken kamen immer tiefer, und während wir uns dem Gotthard näherten, begann es zu regnen. Der strömende Regen und die damit eingetroffene Abkühlung hatten zur Folge; dass auf dem Gotthard nicht von allen Fahrern ein Halt gemacht wurde. Es war auch vorteilhaft, darnach zu trachten, möglichst rasch nach Andermatt zu kommen, da Hagel und Schneefall eintrat. Im Hotel Krone in Andermatt vereinigten sich die Teilnehmer zum letzten gemeinsamen Essen. Herr Gustav Knecht (Wil) und Herr Direktor Knecht (Rorschach) würdigten bei diesem Anlasse noch speziell die organisatorische Arbeit unseres Sportpräsidenten, Herrn Burk, bei welchem Anlass selbstverständlich auch die Leistungen sämtlicher Wagenführer hervorgehoben wurden. Die wie im Winter mit Schnee bedeckten Wagen vermochten nach dem Essen nicht alle Teilnehmer zur sofortigen Abfahrt einzuladen, weshalb denn auch verschiedene sich in einem geheizten Winkel bei einem Absqhiedstrunke noch eine Zeitlang niederliessen. Da von An'dermaH aus freie Heimfahrt gegeben wurde, ist es dem Berichterstatter nicht vergönnt, über den •weitern Verlauf berichten. ÄJTOMOBIL-RCVÜB Die mit einem von der Firma Hausammann & Co., A.-G., St. Gallen, zur Verfügung gestellten Kino-iApparat aufgenommenen Filme werden am Familienabend im November vorgeführt. Fz. m Autosektion Waldstatte < Sternfahrt nach dem Gaftsehalkenbem (oberhalb Aegeri), Sonntag, den 26. Juli 1931. Die Sternfahrt hat bekanntlich letztes Jahr einen aussergewölmlichen Erfolg davongetragen und ist auf vielfachen Wunsch wieder in das Programm dieses Jahres aufgenommen worden. Die zur sachgemässsn Durchführung dieser interessanten Veranstaltung eingesetzte Spezialkommission, bestehend aus den Herren Ernst Epper, Arthur Müller, Paul Keiser, Max Schumacher, sowie Präsident 0. Helmlin und Aktuar Dr. Zeiger als Vertreter des Vorstandes hat sich wiederum zur Verfügung gestellt und so die nötigen Garantien für einen glatten Verlauf übernommen. Durch die Zweiteilung der Geschwindigkeiten soll auch dem kleinsten Wagen die Möglichkeit geboten werden, die Prüfung mit Erfolg zu bestehen. Wie aus dem Reglement ersichtlich, wird die Fahrt derart durchgeführt, dass die Teilnehmer an der Konkurrenz morgens 6.30 Uhr starten im Abstand von je 2 Minuten auf den beiden Startplätzen Bahnhof Luzern (Frohburg) und Rathausplatz Sursee. 15 Minuten vor der Abfahrt erhält jeder Fahrer die ihm zugewiesene Fahrroute, die ihn auf einer genau bestimmten Strecke von ca. 100 km auf das gemeinsame Ziel Gottschalkenberg führt. Die Veranstaltung bezweckt also eine Prüfung des Fahrers auf gleichmässiges Fahren und auf seinen geographischen Sinn. Eine Anzahl offener und eine geheime, versteckte Kontrolle werden für die Beurteilung die nötigen Anhaltspunkte geben. Die Bedingungen sind so gewählt, dass es möglich ist, dieselben einzuhalten, resp. mit einem Mindestmass von Strafpunkten auszukommen. Den guten Fahrern winken schöne Preise, für die übrigen werden Trostpreise bereit gehalten. Für Einzelheiten sei auf das Reglement verwiesen. Wenn auch angenommen wird, dass die meisten Mitglieder als Konkurrenten sich an der Veranstaltung beteiligen, so ist es doch auch möglich, etwa auftretenden Sondergelüsten, wie Beteiligung an einem Start oder an einer Kontrolle, zu entsprechen. Als Ziel wurde mit Absicht ein sehr schöner Aussichtspunkt gewählt, dessen Besuch allein schon sehr lohnend ist, 1160 m ü. M., 750 m über dem Zürichsee, mit einer wunderbaren Fernsicht. Auf den umliegenden Wiesen und Wäldern sind herrliche Plätzchen für eine Siesta. Für gutes Essen und Trinken ist ebenfalls gesorgt. (Mittagessen ca. 12.30 Uhr.) Damit geht ein warmer Appell an unsere Mitglieder und Freunde, sich unverzüglich beim Sekretariat, Schwanenplatz 8 (Tel. 44.44), anzumelden, und zwar die Führer bis 18. resp. 21. Juli und die Zahl der zu bestellenden Gedecke bis 24. Juü 1931. Bitte reserviere» Si« sich den 26. Juli für den T.C.S. Dr. R. Z. AUTO-SEKTION ZÜRICH. Schaffhausen-Fahrt und- Einweihung des T.C.S. Chalets. Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von schönen Tagen: Samstag asn Rheinfall, Sonntag in Leimhach bei «Papa Fehr» im neuen T.C.S.-Cha.let 1 Doch der Chronist muss fein säuberlich die Ereignisse trennen. Und so wollen wir erst nochmals die abendliche Weekend-Fahrt hinunter über die Kehren liaeh Feuerthalen zur einstigen freien Reichsstadt Sohaffhausen durchkosten. Munot, Münster und einige Erker leuchten noch im Scheine der Abendsonne, während hoch oben, über dem mächtigen « Laufen » im Bellovue schon die Autos Mühe haben zu parkieren. Auf 200 Wagen mit etwa 700 Insassen war man im Hotel « Bellevue > nicht gefasst, und die Sektion Schaffhausen konnte über den Besuch der Sektionen Zürich und der Untersektion Wanterhtur sicherlich aufrichtige Freude haben. Park. Terrasse und Saal füllten sich mit der T.G.S.- Gemeindie, die das imponierende Schauspiel der Rheinfallbeleuchtung mit Begeisterung aufnahm. Das grandiose Naturwunder des mächtigen Falles, den wir noch selten in so überwältigender Majestät genossen, wurde durch eine geschickt inszenierte Beleuchtung von Fall und Schloss Laufen noch gewaltig erhöht. Ein fröhlich verlaufener Unterhaltungsabend, von der Sektion Schaffhsusen in Szene gesetzt, der neben humoristischen Vorträgen und den Schlager-Darbietungen des charmanten Sängers von Radio-Wien, Ernst Davis, auch ausgiebig dem Tanz gewidmet war, vereinigte die drei Schwestersektionen bis zur Morgenstunde. Schon ab Mittag am Sonntag rollten die Wagen nach Ober-Leimbach, wohin Ehrenpräsident Hans Fehr seine Touring-Freunde zu Gast geladen hatte. Bekanntlich wurde in der letzten Generalversammlung der Sektion Zürich beschlossen, dem abtretenden Präsidenten in Anerkennung seiner langjährigen, grossen Verdienste ein T.C.S.-Chalet erbauen zu lassen. In prächtiger Lage, auf eigenem Grund •am Hange des Albis, mit einem unbeschreiblich schönen Blick auf Stadt, Sihlwald. freundliche Dörfer, den Oebersee und die Alpen, steht nun fix und fertig das Buon-Retiro. Es ist nicht Fehr'sche Art sich ein solches Geschenk feierlich vom Vorstand überreichen zu lassen. Zur Einweihung ist man eben bei « Papa Fehr > zu Gast, der seine Freude geteilt, doppelt gemessen will. So mögen im Laufe des Nachmittags etwa 200 Personen aus Zürich und Umgebung gekommen sein, alle herzlichst willkommen lind freundlichst zu Imbiss und Trank geladen. Da nun Ehrenpräsident Fehr in seinem hochgelegenen Sitz « Herr über die ganze Situation » ist, geziemte es namens des Vorstandes, dass Dr. Meyer-Wild die schlichte Eröffnungsredo hielt, die mit aufrichtiger Rührung der freundliche Gastgeber quittierte. Aus seinen Augen leuchtete die grosse Freude über den neuen Besitz und die Touring-Gemeinde fühlte mit ihm, der diese mächtigste Sektion aus den allerbescheidensten Anfängen mit viel Mühe und Arbeit grossgezogen hatte. Mit ihrpm ersten, unvergesslichen Präsidenten eine schlichte, aber eindrucksvolle Feier mitmachen zu können, blieb allen nnvergesslieher Genuss. Spürte man doch' wieder jenen guten, familiären Geist, der die unbesiegbare Stärke der Auto-Sektion Zürich des T.C.S. immer war und noch recht laxge bleiben möge. T. Touristische Auskünfte. Wenn Sie Auskunft über eine touristische Frage wünschen, fragen Sie bitte möglichst frühzeitig an, da es uns dann eher möglich ist, jede Anfrage eingehend zu beantworten. Bern, Breitenrainstrasse 97, (Bollwerk 39.84) Totirisfikburean der « Automobil-Revue ». - bedenken Sie . 1 , - - .-.1 — LM — . .. - * ^. Bim nicm woniaor als ca. 90 Nähte and 160 Druekknöpf« eut Und alle« muu auf den Millimeter genau passen, tonst hinge« sehr bald die Ueberzüge wie Lumpen an den Wanden Ihres Wagens. Sie suchen eine bchmännische Massarbeit — turn allerbesten Preis. 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