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E_1931_Zeitung_Nr.055

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6 AUTQMOBIL-REVUE

6 AUTQMOBIL-REVUE 1931 — N° 55 Luftfahrt Touristikflug Basel—Konstantinopel. von Dir. Charles Koepke. Den Atlstoss zu einem Balkanflug mit dem Comte-Kabinenflugzeug GH 280 der « Aviatik beider Basel » hat wohl das vom Rumänischen Aero- Club veranstaltete Rally gegeben, ein ZuverlässigkeitS-Sternflug. nach Bukarest. Hauptzweck der Flugreise war aber, die zum Flug angemeldeten Passagiere, zwei Damen und zwei Herren, nach Konstantinopel und zurückzuführen und dabei die wichtigsten Etappenplätze zu besichtigen, u. a. auch einige geschäftliche Angelegenheiten zu erledigen. • Unsere Gomte A. C. 8, mit dem luftgekühlten 300-PS-Wright-Whirlwind-Motor, hat sich ausgezeichnet bewährt. Bei einem Leergewicht von 1114 kg hatten- wir eine Ladung, von 500 .kg, bestehend aus 5 Insassen, Gepäck und Material, plus 300 kg an Benzin und Oel. Mit diesem Gesamtgewicht von über 1900 kg sind wir auf allen Plätzen, auch bei schwüler Witterung, nach einer Rollstrecke von 250—300 Meter stets glatt weggekommen. Den Metallpropeller hatte ich auf Geschwindigkeit einstellen lassen, so dass wir bei einer gedrosselten Tourenzahl von 1720 pro Minute 160 km/Std. Eigengeschwindigkeit erzielten. Ueber den Flugverkehr orientiert am besten der nachstehende Auszug aus unserem Bordbuch: Flugplatz Aspern, 668 km oder 19 Eisenbahnstunden von Basel entfernt. In- Wien -sind die Shell- und c Vacuum » - Leute ebenfalls bereit, um unserer hungrigen « Basel » das kostbare Lebenselixir aus den buntbemalten Bidons einzufüllen. Flughafen-Polizei und Zoll sind mit ihren Stempeln auf der Piste, um ein rasches Weiterfliegen zu ermöglichen. Wir treffen hier den Zürcher Fretz mit seiner roten Puss Moth, d— ebenfalls am Sternflug teilnimmt und zur Erzielung einer grösseren Kilometerzahl über Prag geflogen ist. > Wien-Budapest: Nun sind wir über der flachen Donauebene, wo alles sozusagen ein einziger Flugplatz ist. Bei Bratislava traversieren wir die österreichisch-tschechische Grenze und bald darauf dfe tschechisch-ungarische. 11 Uhr 17 landen wir in Budapest, immer noch voller Hoffnung, siegreich naca Bukarest zu kommen. Wir sind die ersten Konkurrenten, die in Mathiasföld eintreffen. Der Flugplatz ist glühend heiss, der Boden steinhart. Wir wollen nach 1 C 1 i y (Klausenburg) starten, der einzigen obligatorischen Etappe des Sternfluges. Da, beim Rollen zum Startplatz, ein Knall!... und unser linker Pneu ist geplatzt. Ein hilfsbereiter Mechaniker der Junkerswerke hilft den arg zerrissenen Mantel notdürftig reparieren. Inzwischen trifft Fretz wieder ein. der bereits über Agram ausgehölt hatte. Mit zwei Stunden Verspätung starten wir endlich um 14 Uhr 15. Immer treibt uns der starke Westwind dem Gebirge Siebenbürgens entgegen. Bei Nagy-Varad (Grosswardein) verschlimmert sich die Wetterlage und bald fliegen wir in Regen und Wolken. Wir müssen tiefer gehen und schliesslich stellen wir fest, Datum AMIugzalt tandunjs- Flujdamr ABflugsort Undunfsort Km zeit 8. Juni 5.05 6.45 1 Std. 40 Min. Basel München 300 km 7.20 9.13 1 > 53 » München Wien 368 » 10.05 11.17 1 » 12 > Wien Budapest 218 > 9. Juni 9.25 11.35 2 > 10 » Budapest Turnu-Severin 450 » 12.30 14.05 1 » 35 » Turnu-Severin Bukarest 280 » 11. Juni 5.10 7.55 2 » 45 » Bukarest Konstantinopel 415 » 13. Juni 4.05 7.43 3 » 37 » Konstantinopel Sofia 516 » 9.08 12.05 2 » 57 » Sofia Belgrad 330 » 17.38 20.14 2 > 36 i Belgrad Budapest 315 •> 14. Juni 11.05 12.35 1 > 30 » Budapest Wien 218 > 14.22 16.55 2 » 33 > Wien München 346 > 15. Juni 15.52 17.55 2 > 03 » München Basel 300 > Total 26 Std. 31 Min. > Total 4056 km Durchschnittliche Geschwindigkeit: 153 km/Std. Basel-München: Start 5 Uhr früh. Bis zum Bodensee tiefe Regenwolken und böiger Westwind von 30—40 km. Nach 30 Minuten an Konstanz vorbei. Wegen einer starken Regenschauer biegen wir etwas ostwärts aus und erblicken auf unserer Rechten «Graf Zeppelin >, der eben die Werft zu einer Schweizerfahrt verlässt. Im 200- km-Tempo jagen wir über die schwäbische Hochebene, über Memmingen am Ammersee vorbei und erreichen München, wo alles bereit ist für rasches Abfertigen der Bordbücher und Auffüllen von Benzin unu Oel. -München-Wien' Das Wetter hat sich etwas gebessert, der Wind wird noch stärker. Wir fliegen dem Inntal entlang, erreichen nach knapp einer Stunde die Donau bei Linz, traversieren einige kurze Regenschauer. Nach 1% Stunden überfliegen wir den Wiener-Wald und landen 3K Flugstunden nach Start ^ -' ---' -'«i Wiener dass uns eine breite, undurchdringliche Wolkenfront den Durchstich nach Klausenburg versperrt. Nach unserem alten Prinzip « safety first » entschliessen wir uns, auf den Sternflug zu verzichten und nach Budapest zurückzukehren. Nachdem unser Pneu nochmals notdürftig repariert wurde, starten wir, von nun ab rein touristikmässig, Dienstagmorgen 9 Uhr 25 zur Etappe Budapest-Bukarest. Wir haben wieder günstigen NW-Wind, der uns im Eiltempo durch die niederungarische Tiefebene, über die Theiss bei Szegedin, dem « Eisernen Tor » zutreibt. Das, stark bewölkte und wilde Banater Gebirge lassen wir auf unserer Linken, tiberfliegen die romantischen Schluchten des Eisernen Tores, die in weit grösserem Massstab etwa mit unseren Doubs-Schluchten zu vergleichen sind. Dann leuchtet die walachischa Tiefebene auf, wir sind in Rumänien, tanken ;jn Turnn-Severin, einem kleinen Notlindeplätz, n • und starten, von Sonnenböen gehörig geschüttelt, nach Bukarest. Rechts sümpfiges Donauflachland, links Moränenhügel, zur transylvanischen Bergkette ansteigend, die ähnlich unseren Voralpen, heute friedlich im Sonnenglanz leuchtet und gestern, noch in Wolken verhüllt, 20 Piloten den Durchflug versperrte. Plötzlich erscheint ein dichter Festungsgürtel: Bukarestl Als erster begrüsst uns Schröder, der Begleiter von Fretz. Fretz ist Erster am Sternflugl Die Schweiz hat im. internationalen Wettfliegen gesiegt. Das freut uns aufrichtig, und wir hoffen, dass uns ein andermal unsere Pneus halten werden. Zweitägige Ruhepause in Bukarest. Vor den Vertretern des Kriegs- und Handelsministeriums führe ich die Comte-Maschine vor. Wie immer sind die Fachleute erstaunt, wie die 300 PS mit der Last fertig werden. Der Kommandant des Militärflugplatzes, Bipera, fliegt selbst mit und ist hochbegeistert ob der stabilen und soliden Schweizer- Maschine. Die Swissair hat uns in zuvorkommender Weise einen Pneu gesandt und nun können wir getrost von. Bukarest nach Konstantinopel weiterfliegen. Wir starten Donnerstagmorgen um 5 Uhr 10 und nehmen direkt Kompasskurs auf unser Ziel. Ueber der Donau liegt Dunst, darüber leuchtet die Sonne. Nach 25 Minuten überfliegen wir die bulgarische Grenze und steuern dem kleinen Balkangebirge zu. Sehr interessant ist hier der Strassenbau. Man fährt auf der Wiese solange es geht, und wenn das Geleise aufgeweicht ist, fährt man daneben ein neues, so dass schliesslich rangierbahnhof ähnliche «Fahrstrassen » mit 20 bis 30 Spurbreiten entstehen, die sich kilometerweit, durch das rotbraune Flachhügelgelände ziehen. Halbwegs nähern wir uns dem Schwarzen Meer. Wir überfliegen nach M Flugstunden den Hafen von Burgas. Nun wird es landschaftlich schön: links das Meer, rechts das Istrandsche Gebirge und wunderbare Fernsicht.. Unter uns liegt auf einer Strecke von 120 km ein Gelände, das jedoch sehr unwirtlich ist. Hügelgelände mit Wald, nirgends auch nur das kleinste Landungsplätzchen. Keine Häuser, keine Strassen und, wie wir später erfuhren, viel Räuber und Schwarzmeer-Piraten. Unserem treuen Motor waren wir wieder einmal besonders dankbar. Nach 30 km Küstenflug über zahlreiche türkische Feldbefestigunesanlagen tauchen plötzlich die Minaretts der 7 Hauptmoscheen Konstantinopels auf. Feenhaft, wie aus • Tausend und eine Nacht », liegt die sagenumwobene Stadt, mit Pera, dem goldenen Hörn, Skutari, den Prinzen-Inseln fünfhundert Meter unter unsern kleinen Schweizer Flügeln. Der Flugplatz San Stefano ist ein Distelfeld.. Mein Metall-Propeller mäht wie eine Mähmaschine. Aber wir landen heil. Wir rasten zwei Tage, besuchen und bewundern alle Sehenswürdigkeiten, lassen uns von einer Moschee zur andern führen und erklettern den Serail mit allen seinen Türmen. Im Harem bewundern wir die kostbaren Kunstgegenstände und Schätze des alten Sultanates. Im Auto besuchen wir das Goldene Hörn mit seinen von byzantinischer Baukunst zeugenden Turm- und Palastruinen. Im Motorboot fahren wir zur kleinasiatischen Küste. Samstag morgen um 2 Uhr 30 fahren wir beim Morgengrauen wieder zum Flugplatz hinaus. Die iBöen, die wir hier im Auto kriegen, sind ärger als ein Flug im Tornado. Um 4 Uhr 5 Min. mäht der Prinzessin Ileana versucht sich als Pilotln. Prinzessin Ileana von Rumänien lässt sich von dem italienischen Luftfahrtminister Balbo die Einrichtungen eines Wasserflugzeuges zeigen und will selbst das Pilotenexamen ablegen. Propeller unserer AC 8 nochmals einige Distelbüsche des Istanbuler Flugplatzes weg, und bald schweben wir auf 500 Meter Höhe. Konstantinopel-Sofia ist mit 516 km die längst« Etappe. Den Wind haben wir nun gegen uns, aber er bringt gutes Weter. Die Orientierung ist leicht, da wir der Bahn und dann der Maritza entlang fliegen. Mit 145 Std.-km überfliegen wir Lule Burgas. Adrianopel, der griechischen Grenze entlang über Philippopel. Wir steigen auf 2000 Meter Höhe und gelangen in die bulgarische Hochebene. Sofia erscheint 522 Meter über Meer; südlich davon liegen schneebedeckte Berge, die die 2000-Meter- Grenze erreichen. Die Stadt bietet dem Flieger ein prächtiges Bild. Besonders die grosse freistehende Kirche, mitten auf einem riesigen Platz, und breite Strassen mit zweireihigen Alleen zeugen von schönem Städtebau. Sofia hat einen prächtigen Flugplatz, der seiner Zeit von den Deutschen angelegt wurde. Die Landschaft gleicht unserem Jura, und darüber lacht ein hellblauer Himmel. Kaum 20 Kilometer weiter überfliegen wir das wilde, aber historische Gebiet des Dragomann-Passes, bekannt von den serbisch-bulgarischen Kämpfen des Weltkrieges. Dann traversieren wir in 1500 Meter Höhe eine ca. 100 Kilometer lange Strecke, wo keine Landungsmöglichkeit besteht und unter der Bergbevölkerung häufig Typhus herrscht. Mit erhöhter Tourenzahl überwinden wir einen steifen Gegenwind, ab und zu von heftigen Windböen geschüttelt, fliegen am Nisch, dem serbischen «Kriegslazarett», vorbei, kommen der Morava entlang in die Donauebene und landen um 12 Uhr 5 Min. in Belgrad. Gleichmäßige Qualität von Brennstoff und Oel bedeutet Wirtschaftlichkeit des Autobetriebes Bei der Fabrikation von Standard Motor Oil und Standard Benzin werden langjährige Erfahrungen und tägliche, sorgfältige Prüfungen ausgewertet. DasStandard-Verfahren bürgt dafür! STANDARD Sorgfältig ausgewählte Rohöle. die uns zwar mehr kosten, aber für die Standard - Qualität unerläßlich sind, bilden die Grundlage der Standard • Erzeugnisse. Die Markn, zu der die ganze Welt Vertrauen hat Schützen Sie Ihren Motor! Wechseln Sie regelmassig Oel, wie es die Automobilfabrikanten empfehlen. Dies geschieht am besten, wenn der Motor nooS warm ist. Zum Nadwaschen nach dem Entleeren nehmen Sie Standard Motor Oil light (dünnflüssig) — 2 Liter genügen - aber niemals Petroleum! Das Standard-Verfahren, . . . das Millionen von Franken für Versuche gekostet hat und für dauernde Kontrollmaßnahmen ständig hohe Mittel erfordert, bürgt für die Zuverlässigkeit und Gleichmäßigkeit der Standard-Erzeugnisse. MOTOR Eigene Untersuchvngslaboratorien nehmen genaue chemische Prüfungen vor. OIL - B E N Z I N Die Standard - Organisation mit ihren zahllosen Tankstellen selbst in entlegensten Teilen jedes Landes bietet Ihnen die Gewähr dafür, daß Sie Standard-Erzeugnisse überall in stets gleichbleibender Qualität erhalten. • S T A IM I

No 55 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Während wir gerade noch mit Mark, Schilling, Pengö, Lei, türkischen Pfund und Anoas «operie- ,jjp> mussten, haben wir hier mit Dinars zu zahlen. Jwi Flugwesen sollte unbedingt Freigeld eingeführt -werden! Gegen Abend hofften wir auf ein Abnehmen der Windstärke. Es sollte aber nicht so sein; mit 40 km Nord-West brauchen wir für die kurze 315-km- Etappe Belgrad-Budapest 2 Stunden 36 Minuten. Wie fliegen schnurgerade nach Kompass auf 30—50 Meter Höhe. Dabei ist es unterhaltend, die Pferde- und Rinderherden, das Gänse- und Hühnervolk bei jedem Gehöft auseinanderstieben zu sehen, wenn unsere 300 PS plötzlich die Ruhe der abendlichen Pussta störten. Bei Nachteinbruch erreichen wir Budapest. An diesem Samstag, 13. Juni,, haben wir in 9 Flugstunden und 11 Minuten 1161 Kilometer zurückgelegt! Das genügt. Sonntag, den 14., vormittags, fliegen wir nach Wien, preisen das «gemietliche», vorzügliche Flugplatzrestaurant in Aspern und starten zum Nachmittagsbummsl, bei schönem Sommerwetter der Donau entlang nach München. Hier Generalerholüng vor der Schlussetappe, nach Basel, zu der wir am Montag, den 15. Juni, 15 Uhr 52 Min., starten. In raschem Flug geht's am Bodensee vorbfij,. über Schaffhausen-Laufenburg. Die liebe Heimät s ist wieder unter uns, Basel mit seiner Rheinschlaufe glitzert hinter dem Hörnli. Wir schiessen mit -Vollgas über das Sternenfeld, 2 Stunden nach unseren Abflug in München, und landen nach einer Begrü§sungsschleife über der Stadt. Tier Präsident des Basler Aero-Clubs. Herr Dr. Dietschi und unsere Freunde, begrüssen uns und überrachfcn uns feierlich den Trostpreis in Form eines trauerbeflorten Pneus mit Baslerfahne! Den haben wir nun wirklich verdient. Ein neues Benzingewinnungsverfahren? Ein' eng!. Syndikat soll von dem deutschen Chemiker Dr. Meyer ein neues Benzinsrzeugungsverfahren erworben haben, das !uf = der Behandlung von Rohpetroleum mit Aether beruht. Unter Umgehung des Crack- Prozesses soll Benzin auf erheblich wirtschaftlichere Art als bei dem bisherigen Verfahren gewonnen werden. Das nach den neuen Patenten erzeugte Benzin verfüge 'über die beste Qualität und könne um 3^ Pence pro Gallone billiger auf den Markt gebracht werden, als das übliche Benzin. Wy. Der deutsche Automarkt hat eine erfreuliche Belebung auch im April beibehalten. Es Wurdefl insgesamt 8373 Wagen neu zugelassen, was gegenüber dem Vormonat eine Vermehrung von rund 2600 Einheiten bedeutet. Allerdings bleiben die ersten vier Monate zusammengerechnet immer noch beträchtlich hinter den Ergebnissen von 1930 zurück;-, gegenüber w.elcher__ZeiL... noch., ein. Rückgang von 34 Prozent registriert werden Benzinpreiserhöhung in Deutschland. Auf Grund der neuen Notverordnung Brünings wurden in Deutschland die Benzinpreise per Liter um 6,5 Pfennig heraufgesetzt, obwohl die Belastung durch die Zollerhöhung bereits 7 Pfennige ausmachte. Der Preis für Gemische wird 4 Pfennige, derjenige für Benzol um 10 Pfennige über dem Benzinpreis liegen. Wichtig ist, dass die Notverordnung schon mit Wirkung vom 29. Mai 1931 die Zollerhöhung in Kraft gesetzt hat und folgerichtig für die Verkäufer von verzollter Ware die Abwälzung der ZoHerhöhung auf den Käufer vorsieht. Bei der Erhöhung des Bemiitzolles scheint neben finanziellen Gründen auch der Schutz und die Ausbreitung der heimischen Produktion eine wesentliche Rolle gespielt zu haben, ist doch das Inland von der Ausgleichsabgabe, soweit dies bisher erkennbar ist, befreit geblieben. Damit wachsen naturgetnäss die Erlöse für die heimischen Treibstoff Produzenten und der Ansporn, auf diesem Gebiete mehr zu leisten als bisher. - , • Wy. Die Bedeutung der franzosischen Automobil- Industrie wird zahlenmässig und ausführlich in einer Schrift belegt, welche als Aufklärungsund Kampfbroschüre unter dem Titel « Pour defendre I'industrie automobile francaise» erschienen ist. Dem Zahlenreichtum entnehmen wir einige -Angaben* welche die_.Stellung i .und-den Rang der Automobilindustrie innerhalb der franzö- muss. Erfreulicherweise für die deutsche sischen Volkswirtschaft deutlich kennzeich- Wirtschaft hat sich aber die Entwicklung für deutsche Wagen bedeutend günstiger gestaltet und der Anteil der inländischen Produktion an der Gesamtheit der in den Verkehr gebrachten Wagen hat sich neuerdings erhöht. Der Anteil ausländischer Marken, der im Durchschnitt des Jahres 1930 noch 28 Prozent betrug, ist im April auf 19 Prozent gesunken. Diese Stärkung der einheimischen Position ist vor allem auf eine vermehrte Nachfrage nach Kleinwagen zuzuschreiben, für welche Wagenklasse praktisch keine ausländische Konkurrenz in Frage kommt, während anderseits immer mehr deutsche Fabriken zur Produktion solcher Kleinwagen übergehen. Sofern Opel als deutsches Unternehmen gerechnet wird, was punkto Material und Arbeiterschaft ohne weiters berechtigt ist, so stellt sich der Anteil der deutschen Unternehmungen bei der Belieferung des inländischen Marktes mit Wagen bis zu 2 Liter Inhalt bereits auf 99 Prozent. z. nen. Sie beschäftigt rund 420,000 Angestellte und Arbeiter und erreicht samt dem Handel einen Gesamtumsatz von 15 Milliarden Fr. jährlich. Die Produktion absorbiert 300,000 Tonnen an verschiedenen Metallen. Für den Fiskus ist die Autoindustrie eine wichtige Einnahmequelle, führt sie doch im Jahr 3 Milliarden Fr. an Steuern and Abgaben ab. Auch in der Aussenhandelsbilanz spielt das Automobil eine massgebende Rolle. Ungefähr ein Viertel der gesamten Produktion, nämlich 57,200 Motorfahrzeuge, worunter ca. 12,000 Nutzfahrzeuge konnten im vorletzten Jahre an das Ausland und in die französischen Kolonien geliefert werden. Dieser Export samt dem dadurch bedingten Verkauf an Ersatzteilen wird dem Werte nach auf 800 Millionen Fr. beziffert. Die Schrift weist im weitern auf die Gefahr des Vordringens der kritischen ausländischen Fabrikate hin, welches im Gegensatz zum Absatzrückgang französischer Wagen im Auslande steht. Die Schlussfolgerungen empfehlen natürlich erhöhte Berücksichtigung des Inlandes im Interesse nicht nur der Autoindustrie, sondern auch der gesamten Volkswirtschaft, deren Wechselbeziehungen aus obigen Zahlen scharf hervorgehen. B. Regullerttns des Kautschukmarktes? Der von allen Rohstoffen am meisten unter der Depression leidende Kautschuk erlebte im Laufe der ersten Monate dieses Jahres eine erneute Abschwächung. Ende April sanken die Preise auf das bisher tiefste Niveau von 2% d per lb in London. Seitdem ist eine geringe Erholung auf ca. 3V 8 d eingetreten. Alle Verhandlungen,* welche eine Restriktion wieder einführen wollten, können als endgültig gescheitert angesehen werden. Unter dem Eindruck der ausserordentlich niedrigen Preise, die so gut wie keiner Plantage einen Nutzen mehr lassen, hat inzwischen eine natürliche Verminderung der Produktion eingesetzt, die im Laufe der Zeit ein gewisses Gegengewicht gegen die augenblicklich höchst ungünstige statistische Situation bilden dürfte. Gegenüber dem Vorjahr mit 408 000 t beliefen sich die Weltvorräte Anfang Mai auf 522 000 t. Dieser Bestand genügt, um ca. % des» gegenwärtigen Jahreskonsums der ganzen Welt zu decken. Da zur Zeit die Produktion bei weitem noch höher ist als dia,K.pnsumkapazität, muss mit„einer weis tern Lagerzunahme gerechnet werden. Der Verbrauch seit Beginn dieses Jahres war erheblich geringer als 1930. In den Vereinigten Staaten betrug er vom 1. Januar bis 30. April ca. 123 500 gegenüber 146 500 t in der entsprechenden Periode des Vorjahres. In den andern Ländern lässt sich; gleichfalls eine Verbrauchsabnahme feststellen, wenn auch nicht im gleichen Unifange wie in der Union. Eine Zukunfts-j Prognose ist sehr schwer zu stellen. Das einzig günstige Moment bildet die allmählich zunehmende Tendenz, die Gewinnung 1 einzuschränken, ferner die Möglichkeit, für den Rohgummi neue Verwendungsgebiete, zu erschliessen. Wy, Aufoinob..w»fsfJiaH Neugründungen: ARWAG Autoreparaturwerk- und Handels A.-G., Basel. Unter dieser Firma wurde eine Aktiengesellschaft mit einem Kapital von Fr. 50,000 ge~ gründet. Zweck der Unternehmung ist der Anund Verkauf von Automobilen, Ersatzteilen und verwandten Artikeln, sowie Betrieb einer Reparaturwerkstätte und Garage. Der Verwaltungsrat besteht avs O. Jenni, Treuhändler, Basel-. Zum Direktor .vurde G. Hintermann und zum Prokuristen A. Steffen, beide in Basel, ernannt. Die drei Vorgenannten führen Einzelunterschrift. Domizil: Schönaustrasse. Personnelles: Paul Hess, Autokarosserie, Biet. Die Firma erteilt Prokura an O. Tschanz. Firmenänderung: Anton Steffen, Autoreparaturen, Luzern. Die Firma übernimmt Aktiven und Passiven der Firma A. und E. Steffen, welche sich infolge Todes des Gesellschafters E. Steffen aufgelöst hat und erloschen ist. Domizil: Sagenmattrain. Kollokationsplan: J. KOnzli, Garage, Feldmeilen. Im Konkurse über diese Firma liegen Kollokationsplan und Inventar auf. E. Gauthey, Autoreparaturwerkstätte, Rolle. Der Kollokationsplan liegt auf. Klagen auf Anfechtung sind bis zum 4. Juli geltend zu machen. t A. Vuignicr, Karosserle, Sion. Der Kollokationsplan liegt auf. Klagen auf Anfechtung ßind bis; zum 4. Juli geltend zu machen. Firmenlöschung: - E. Zumsteg, Automechaniker, Neuenegg. Die Firma wird infolge Konkurses gelöscht. Interesse-Gemeinschaft bei Daimler-Benz A.-G. Stuttgart? In der diesjährigen Generalversammlung dieser massgebenden deutschen Automobilfabrik wurde bekanntgegeben, dass die Gesellschaft einen Posten eigene Aktien aufgekauft habe, da mit der Möglichkeit zu rechnen sei, dass diese Aktien für eine eventuelle Kombination benötigt würden. Diese Mitteilung lässt ohne weiteres die Vermutung zix, dass ein Zusammenschluss entweder mit einer ein-', heimlsehqniCidei: ausländische.n Automobilfabrik ge»C - prüft wird. •• DEMANDEZ UN ESSAI DE LA PLUS BELLE VOITURE qui ait ete presentee iusqu'ä ce iour, YSLER DE LUXE 8 CYLINDRES Vous serez emerveille de sa ligne admirable, du silence, encore jamais atteint de son moteur, de la douceur extraordinaire de sa Suspension et de sa tenue de route, qui gräce ä son chässis tres surbaisse ne peut etre comparee ä aueune autre. 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