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E_1931_Zeitung_Nr.056

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De Solbad Rheinf elden

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AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 56 Abend, wenn statt des hineinleuchtenden Draussen eine Reihe senkrechter Vorhangfalten den Blick abfängt und der Raum ihm zum Kerker wird, wenn nicht ein menschlicher Ton die Starre der Wände löst. Ein menschlicher Ton! Nicht nur der berühmte farbige Fleck, den können Kretonnevorhänge und Aehnliches auch leisten, und zwischen Schmuckwert und Ausdruckswert ist scharf zu unterscheiden. Ein Bild, eine Zeichnung, ein plastisches Kunstwerk (nicht eine Reproduktion, oder doch in sehr viel geringerem Masse) sind ausser den Zimmerpflanzen fast der einzige Punkt des modernen Raumes, wo die Atmosphäre des Serienhaften durchbrochen werden kann, diese gewiss reinliche und unbelastende, aber auch unpersönliche Umgebung des heutigen Menschen. Die Sprache der Bilder ist diskreter als der Lautsprecher. Sie verlangen auch gar nicht, dass man sie fortwährend anschaut. Ihr Dasein wirkt sich auf eine geheimnisvolle Weise aus, denn auch sie senden Wellen in den Raum, die seine geistige Atmosphäre beeinflussen.» Löwenjagd mit der Kamera (Fortsetzung von Seite 22) Diese Darbietung schien die Neugier des Löwen mehr als alles andere zu erregen. Er lief ein paar Schritte, verdrehte den Hals und ging wieder auf seinen alten Platz zurück. Wenn er jemals junges Flusspferd gekostet hatte, so lief ihm jetzt sicher das Wasser im Mund zusammen, obwohl wir von einer merkwürdigen, gelblichen Art (unsere Regenmäntel!) waren, die er niemals zuvor gesehen hatte. Die erste Stunde auf dem Dach des Wagens verging wegen des Löwen verhältnismässig schnell. Er war sichtbarer Gegenstand unserer Furcht und unserer Beratungen. «Warum wollen wir ihn nicht von hier aus erschiessen?» meinte Osa. Das Wasser floss ihr beim Sprechen in Strömen über die Lippen. «Warum sollen wir uns noch grössere Schwierigkeiten machen?» war meine Antwort. «Wenn wir ihn verwunden und er kommt herüber und wir haben Schwierigkeiten mit einer nassen Flinte, dann können wir was erleben.» «Glaubst du, dass er herüberschwimmen würde?» Ich sagte ihr, dass ich keine Ahnung davon hätte. Aber ich weiss, dass man Löwen beobachtet hat, die in einen Fluss hineinwateten. Na, das war nicht sehr erfreulich, aber doch immerhin eine Beschäftigung, auf dem Dach des Wagens zu streiten in der Erwartung, dass er jeden Augenblick umkippen könne, und im Zweifel sein, was der Löwe mit uns anfangen würde, wenn es endlich soweit wäre. Plötzlich verschwand jedoch der Löwe. Es wurde ihm zu dumm oder zu langweilig, und er mochte denken, dass er sich besser um seine eigenen Angelegenheiten kümmern könne. Infolgedessen verging die zweite Stunde ohne mehr als den Austausch der normalen leichten Liebenswürdigkeiten, die man von einem Ehepaar erwarten kann, das bei strömendem Regen auf dem Dach eines ersoffenen Wagens inmitten eines tobenden afrikanischen Wildstromes hockt. Ab und zu schauten wir mit tragischer Miene nach dem fernen Lager. Sturm und Fluss tobten noch viel zu laut, als dass man dort einen Qewehrschuss hätte hören können. Unsere einzige Hoffnung war Bukari. Er hätte vielleicht klug genug sein können, um zum Fluss herabzukommen, ob etwas von uns zu sehen sei. Er war es aber nicht; wahrscheinlich hatte er sich voll Poscho gefressen und lag zusammengerollt unter seinem Schaffell und träumte süss von einer schwarzen Schönen in Nairobi. Die dritte Stunde war recht kläglich. Es war nicht mehr zu verkennen, dass der Tag zu Ende ging. Eine leichte Dämmerung setzte ein, und die schattenhaften Hügel waren endgültig verschwunden. Ich gestehe, dass ich jetzt zum ersten Male von grosser Sorge erfüllt war. Der Wagen musste sicher vor am Bahnhof Haus II. Ranges, renoviert 1927. 140 Betten. Fliess. Wasser, Lifts, Zentralheizung. Amtstelephon, Lichtsignal. Gr. Cafe-Restaurant. Hotel-Telephon 39.790. Restaurant-Tel. 39.792 Morgengrauen umkippen oder vollständig unter Wasser stehen. Wenn wir es ermöglichen sollten, in der Dunkelheit an Land zu kommen, selbst mit Waffen, so war es nicht unwahrscheinlich, dass wir den Löwen oder einige seiner Freunde treffen würden, ehe wir das Lager erreichten. Es war eine höchst unangenehme Lage, aus der jeder Ausweg gefährlich war. Schliesslich kam ich zu der Ueberzeugung, dass das einzig Vernünftige sei, zu schwimmen und ein Gewehr mitzunehmen. Osa stimmte mutvoll bei. So zwängte ich mich vom Dach nach dem Vordersitz zurück, um das Gewehr zu holen, das regensicher verpackt war. Als ich — in der Erwartung, in tiefes Wasser zu treten — behutsam meinen Fuss auf den Boden des Wagens setzte, fand ich zu meinem Erstaunen, dass der Wasserspiegel bis unter die Bodenbretter gefallen war. «Hurra!» schrie ich zu Osa hinauf. «Er sinkt!» «Wir sinken? » klang es verzweifelt zurück. «Nein, der Fluss!» Und so war es in der Tat. Jetzt erst merkten wir, dass der Regen stark nachgelassen hatte. Offensichtlich hatte er weiter flussauf ganz aufgehört. Wir kletterten beide in den Wagen zurück und lehnten uns fröhlich hinaus, um die Lage zu erkunden. Trotz der wachsenden Dunkelheit konnten wir sehen, dass das Wasser sehr schnell sank. Nach einer weiteren Viertelstunde kamen die Kotflügel heraus, darnach das oberste Stück des Vorderrades. Längeres Warten war gefährlich. In wenigen Minuten würde es zu dunkel sein, um den Pfad nach dem Lager zu erkennen. So beluden wir uns mit so viel von den wertvollen Gegenständen im Wagen, als wir tragen konnten, und stiegen in den Fluss. «Puh! » rief Osa, als ihr Fuss im Schlamm versank. Es blieb nichts anderes übrig, als gute Miene zum bösen Spiel 'zu machen. Wir sahen schön aus, als wir schliesslich die Böschung erklettert hatten und schnaufend und triefend nach Löwen ausschauten. Da kein Lebewesen in Sicht war, marschierten wir mühselig nach dem Lager und kamen wohlbehalten heim. «Vielleicht sollte Bwana Memsab an solch einem nassen Tag nicht mitnehmen», war Bukaris einzige Bemerkung, als ich ihm unsere schlimmen Erlebnisse erzählte. In andern Worten — ich sollte klug genug sein, mich in den Kämpfen mit den Tücken der Natur nicht auch noch mit einer Frau zu beladen. Ich kenne indessen keinen Mann, der sich in ähnlicher Lage männlicher gezeigt hätte als Osa..„ Heiraten gefährlicher als Fliegen! «Ob das Fliegen gefährlich ist? Aber! Aber! Keine Spur!» meinte Zaro Agha, der türkische Methusalem. Der angeblich 156 Jahre alte Weltreisende unternahm kürzlich in London seinen ersten Flug und erklärte anschliessend, nichts seit den Tagen des grossen Napoleon habe solchen Eindruck bei ihm hinterlassen wie dieser herrliche Flug. « Seit 130 Jahren, als ich meinen ersten Heiratsantrag machte — (Zaro hatte im ganzen elf Frauen!) —, war ich nicht mehr so aufgeregt,» erklärte der Türke später, dem der Flug anscheinend sehr gut bekommen war. « Fliegen ist weniger gefährlich als das Heiraten — und macht mehr Spass», fügte er lustig blinzelnd hinzu. «Ich sollte das doch wohl eigentlich wissen! > Die kostspieligen Fliegen. Nach einer Aufstellung der amerikanischen Tonfilmindustrie verursachen die Stubenfliegen jeden Tag Schäden in Höhe von 5000 Dollar. Gerade die besten Szenen bei Tonfilmaufnahmen werden nämlich oft dadurch wertlos gemacht, dass sich eine Fliege auf dem Gesicht des Filmstars niedersetzt oder die Linse verdeckt. Geraten die Fliegen aber in die Nähe des Mikrophons, so ergibt die Probeabnahme ein Getöse wie bei einem Schlachtenungewitter! Zürich ESPLANADE GRAND CAFE, TABARIN, BAR, die moderne Unterhaltnngsstätte. Zürich 1 Restaurant Sihleck (gegenüber Sihlporfe) Rendez-vona der Automobilisten« Bekannt gutgepflegte Köche n. Keller. — Ideale grosse Auto- Haltestelle. — Zivile Preise. FB. SPRING.

N«56 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE 25 Im Auto vom Schwarzen Meer zum Rhein Vor einiger Zeit fand bekanntlich die internationale Sternfahrt zu « Ford am Rhein > statt; wie wir in unserm Sportsteil berichteten, nahm daran auch ein Automobilist auf einem Methusalem von Ford teil, mit dem er samt Frau und Kinder von Konatantza nach Köln fuhr. Ein Berichterstatter fand auf dem Gelände fn Köln unter den vielen hundert schönen und gepflegten Fahrzeugen, die bereits auf dem Parkplatz standen, einen besonders alten, besonders verstaubten und verschmutzten Kasten mit einer exotischen Nummer. Der Wagen erregte naturgemäss sein Interesse. Und das Interesse wuchs, als aus dem Innern dieses Wagens ein Kinderkopf auftauchte, aus dem zwei weit aufgerissene Jungensaugen das Qewühle und Gewirre anstarrten, das sich ringsum auftat. Zu dem Jungen gehörte, wie sich dann ergab, auch eine Mutter, eine sonnengebräunte junge Frau. Und nach einigen Minuten stellte sich auch der Vater ein, der gerade von der Zimmersuche kam. Die drei sind, wie sie erzählten und wie ihre Kontrollkarte zeigt, geradewegs von Konstantza, vom Schwarzen Meer an den Rhein gekommen. Und sie waren über das Gelingen ihrer Fahrt so ausser sich vor Freude, dass es einige Mühe bereitete, sie zu einer zusammenhängenden Darstellung ihrer Erlebnisse zu bewegen. Das, was der Vater an sachlichen Daten vorbrachte, das, was die Mutter an Gefühlsausbrüchen zum besten gab, das, was der Junge an begeisterten Zwischenrufen hervorsprudelte, ist in diesen Zusammenhang gebracht, den wir unseren Lesern nachfolgend unterbreiten. «Ich stamme aus Koblenz. Mit 22 Jahren bin ich — 1919 — nach Rumänien ausgewandert. Ich arbeitete zunächst in einer Kistenfabrik in Czernowitz, kam später als Packer nach Bukarest, lag auch monatelang arbeitslos auf der Strasse, verdiente einiges Geld als Reisender für ein Sägewerk und konnte schliesslich 1924 einen kleinen eigenen Betrieb in Konstantza aufmachen, in dem ich Kisten für den Seetransport von Teigwaren herstellte. 1922 hatte ich geheiratet. Es ging uns anfangs nicht gerade gut. Erst 1927 hatten wir feste Aufträge, so dass wir den Betrieb ver-' grössern konnten. Jetzt beschäftigen wir einen Vorarbeiter, fünf Arbeiter und eine Bureaukraft. Sie sehen — eine Grossindustrie ist das noch nicht. Aber wir konnten doch schon vor zwei Jahren beginnen, etwas Geld für eine Reise zurückzulegen — denn wir wollten in unsere westliche Heimat fahren. Meine Frau stammt aus Berlin. Sie ist 1920, als sie 18 Jahre alt war, als Erzieherin nach Bukarest gekommen. Wir waren in der Zwischenzeit beide nicht mehr zu Hause, die Sehnsucht war gross. Unser Junge ist 1923 in Bukarest geboren, er ist zum erstenmal hier. Im Vorjahr hatten wir uns einen alten Fordwagen angeschafft. Der Verkäufer sagte, er sei nur sechs Jahre alt, aber ich glaube, dass er Jahrgang 1914 ist. (So sieht er auch tatsächlich aus). Wir benützen ihn als Pritschenwagen für den Kistentransport, können aber auch — wie Sie sehen — eine Personenkarosserie darauf setzen. Für die Fahrten von meiner Werkstatt zum Bahnhof oder Hafen hat er immer genügt, mehr hatte ich nicht von ihm zu fordern. Mitte Mai sah ich im Schaufenster eines Autohändlers das Plakat der Europafahrt. Ich ging hinein und bekam einen Prospekt. Zu Hause sagte ich meiner Frau: wenn wir jetzt einen anständigen Wagen hätten, könnten wir an den Rhein fahren! Ja, sagte meine Frau, wenn wir einen anständigen Wagen hätten... da kannst du noch zehn Jahre warten. Der Junge rief aus seinem Bett: «Papi, warum fahren wir nicht in unserem Wagen?» Wir haben beide sehr gelacht. Am nächsten Tag ging mir das nicht aus dem Kopf. Ich Hess meinen Wagen tüchtig ZÜRICH, Bahnhofplatz Restaurant DU NORD Dtners u. Soupers ä Fr. 3.50 u. 4.50 Familie Rob. Steffen. ZÜRICH 1, Uraniastr. KONDITOREI & CAFE J.MAURER, Nachf. v. A. SCHEUBLE Nächst Baknhofstrasse. Telephon 61.452j Tourtsmus auslaufen, er kam auf 60 Kilometer. Ich sagte mir: warum soll dieser Kasten nicht bis Köln fahren, wenn er seit bald zwanzig Jahren auf diesen schlechten Strassen herumgondeln kann? Meine Frau lachte mich aus. Aber am nächsten Tag hatte ich meinen Entschluss: Wir versuchen es. Wenn wir bis Bukarest kommen, wird es auch weiter gehen Der Autohändler stellte mir kopfschüttelnd die Nennung aus. Vielleicht kauft Ford Ihren Wagen für sein Museum, sagte er. Schön, erwiderte ich, dann soll er mir einen neuen dafür geben. Es blieb dabei. Am 29. Mai, früh um fünf, sind wir losgefahren. Mit Proviant für zwei Wochen, einem Zelt und zwei Feldbetten. Die Strasse war entsetzlich schlecht. Nachmittags waren wir an der Donau. Meine Frau wollte umkehren. Ich musste ein Machtwort sprechen. Ich sagte: jetzt sind wir schon an der Donau, der Rhein kann nicht mehr weit sein. Aber meine Frau glaubte nicht an diese Geographie. In der Nacht frassen uns in den Donausümpfen fast die Moskitos. Aber zu Mittag waren wir in Bukarest. Unser Wimpel wurde bestaunt und belacht. Die Tankleute sagten, wenn wir in Köln wären, würde es keine Benzinautos mehr geben. Ob sie uns vielleicht ein Depot einrichten sollten? Wir fuhren weiter. Der Junge hat uns immer angetrieben. Papi, wann sind wir am Rhein? Fahr doch schneller! Am 31. Mai blieben wir in Ploesti. Ruhepause! Ich wollte die Fahrt nicht überhetzen, denn das Geschüttel auf den furchtbaren Strassen nahm uns alle her, den Wagen und die Menschen. In Sinaia hatten wir am 1. Juni eine Panne, es war aber nur ein Zündkabel gebrochen. Die Nacht brachten wir schon in den Karpathen zu; der Junge war ganz ausser sich, er hatte niemals ein Gebirge gesehen. Auf einer herrlichen, gewundenen Strasse ging es dann talwärts nach Kronstadt. Am 3. Juni fuhren wir auf einer leidlich guten Strasse bis nach Hermannstadt, entlang den transsylvanischen Alpen, auf denen noch Schnee lag — eine wundervolle Strecke. Und Hermannstadt gefiel uns so, dass wir einen, Tag Station machten. Ist das schon die Heimat? fragte mein Junge. Ich konnte selber kaum glauben, dass es in Rumänien eine so saubere und schöne Stadt gibt. Die Leute waren sehr freundlich, schüttelten aber doch die Köpfe. v Kreuz und Quer durch die Schweiz 17 Möglichkeiten. Wir wollen mal zusammensitzen, die Karte der Schweiz aufs Knie nehmen und ein paar schöne Sonntags- und Ferienfahrtsziele austifteln. TJm ein Sprichwort umzukehren: Oft sieht man vor lauter Wald den Baum nicht. Die Schweiz ist nämlich trotz ihrer Kleinheit ganz anständig gross und wir wollen uns auf 2 Ausgangspunkte beschränken, auf Spiez und Interlaken. Von diesen zwei Zentren aus werden wir einige Punkte anvisieren. Da fällt unser Auge zuerst auf einen Namen südöstlich von Spiez. Dort liegt Wimmis, der Schlüssel zum Simmental. Das stattliche Darf am Nordfuss des Niesen, als Sommerfrische sehr beliebt, wird für viele gerade das Richtige sein. Weil wir doch gerade am Eingang ins Simmental sind, folgen wir ihm noch etwas weiter aufwärts. Bei Oey werden wir den Abstecher nach der hochgelegenen GrimmiaJp nicht unterlassen dürfen. Dann aber folgen wir weiter der Talstrasse bis nach B o 11 i g e n, das wieder manchen zum Aufenthalt locken wird. Etwa 10 km weiter oben finden wir einen grösseren Ort: -Zweisimmen, Bezirkshauptort, für einen SQmmeraufenthalt herrlich geeignet. Zwei Täler lun sich auf. wir zögern, ^welcher Strasse wir folgen sollen. Nach Lenk, das sich in grossaTtiger Landschaft am Fusse des Wildstrubel ausbreitet, führt die Strasse durch das Obersimmental. Die Hauptstrasse steigt zur Wasserscheide hinan. Sasncnmösei. im Sommer so berühmt wie im Winter, liegt dort in gesunder, frischer Höhe. Dann zieht die Strasse nach S a a n e n, dem blühenden, heimeligen Hauptort dos Saanenländchens. Nur ein kurzeT Sprung ist iifil Restaurant Wll REBSTOCK Spezialität: ff. Bachforellen u. Qualitäts-Weine. Zirlle Pralse. Tel. 1.01. K.. SCHNEEBELI. HERRLIBERG HOTEL RABEN Bestempfohlen für Hochzeiten und Vereine, gutgeführte Küche und Keller (Fischküohe). Herrlicher schattiger Garten am See. TeL 201. Neuer Besitzer: LOUIS ZÜND. Die Zufahrtsstraßen aus der ganzen Schweiz sind ersichtlich in O. R. Wagner« CH Tourlng. Führer für Automobilfahrer, offizielle Ausgabe des T. O. S. Idealer, inmitten prachtiger Tannenwälder gelegener Ausflugsort. Krstkl. Etablissement mit 350 Betten. 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