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E_1931_Zeitung_Nr.065

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li AUTOMOBIL-REVUE

li AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 65 S» da* Sonnenzielfahrten nach Arosa. In der letzten Nummer der A. R. haben wir bereits auf die in der Zeit vom 19. bis 24. August dieses Jahres stattfindenden Sonnenzielfahrten nach Arosa hingewiesen, die in eine Sternfahrt, eine 12-, 24- und 36- Stunden- Kreuz- und Querfahrt durch die Schweiz und eine eigentliche Sonnenzielfahrt nach Arosa zerfallen. Zur Teilnahme sind alle in- und ausländischen Fahrer berechtigt, ungeachtet ob sie einem Club angehören oder nicht. Die Fahrzeuge werden in zwei Gruppen eingeteilt: Gruppe 1 bis 1,5 Liter und Gruppe 2 über 1,5 Liter Zylinderinhalt. Im nachfolgenden veröffentlichen wir noch genauere Details über die interessanten Veranstaltungen, denen grosser Erfolg zu wünschen ist. Die Sternfahrt ist, um den Konkurrenten etwas Neues zu bieten, diesmal so reglementiert, dass alle Hauptstädte Europas als Kontrollstellen gelten. Ein Outpunkt erhält für die 96-Stundenfahrt jeder Konkurrent pro 100 gefahrene Kilometer. Je nach der Luftlinienentfernung von Arosa bringen die Orte ferner weitere Gutpunkte ein. So liegen z. B. Bern und München in einem Kreis, der Arosa als Mittelpunkt hat, und dessen Radius 200 km beträgt; von den beiden Städten aus erhält jeder Fahrer einen Punkt. In Prag und Wien Startende erhalten bereits drei Gutpunkte, für die Berührung von Berlin, Amsterdam oder Budapest erhalten die Fahrer je fünf Punkte, für die Berührung von Städten von 1000 km Luftlinienentfernung acht Punkte usw. Es wird natürlich Sache des Fahrers sein, sich seine Route für die 96 Stunden, die ihm zur Verfügung stehen, so geschickt zu wählen, dass er mit möglichst vielen Gutpunkten in Arosa eintrifft. Der Start zur 96-Stundenfahrt erfolgt für die Fahrzeuge bis 1,5 Liter vom 19. August, 14 Uhr, an, die Fahrzeuge über 1,5 Liter starten von 18 Uhr abends des gleichen Tages an. Die Ankunft der Sternfahrer muss Sonntag, den 23. August, zwischen 14 und 16 Uhr erfolgen. Die Kreuz- und Querfahrt durch die Schweiz geht ebenfalls nach Punktwertung vor sich. Der Bewertungsfaktor setzt sich aus mehreren Erfordernissen zusammen, aus erzielten Eintragungen und zurückgelegten Kilometern. Es sind in der Schweiz an allen bedeutenden Orten Kontrollen eingerichtet, die je einmal durchfahren werden dürfen, und die je einen Gutpunkt bringen. Mehrmalige Eintragung ist nur in der Hauptkontrolle Chur möglich, und dies unter ganz besonderen Bedingungen. Jedes einmalige Befahren bestimmter wichtiger Pässe der Schweiz bringt ebenfalls einen Gutpunkt. Drei der im Reglement genannten Pässe müssen aber mindestens je einmal befahren werden. Die Kreuz- und Querfahrt geht über 12, 24 oder 36 Stunden. Es wird auch hier auf die Kombinationsgabe des Fahrers ankommen, die Route zur Erreichung hoher Punktzahlen möglichst geschickt zu bestimmen. Der Start der Fahrer dieses Wettbewerbes findet für jede Gruppe am Freitagabend, den 22. August, zu besonderen Zeiten statt. Die 12-Stundenfahrer treffen Samstag, den 22. August mittags, die 24-Stundenfahrer um Mitternacht des gleichen Tages und die 36-Stundenfahrer am Sonntag, den 23. August, mittags in Arosa ein. Auf die schweizerischen Sportsleute wird die Kreuzund Querfahrt bestimmt grosse Anziehungskraft ausüben. Die Bedingung für die Sonnenzielfahrt nach Arosa legt fest, dass vom Startort bis zum Ziel in Arosa mindestens 150 km in Luftlinie zurückgelegt werden müssen. Der Start kann am 22. August zu jeder beliebigen Tageszeit erfolgen. Die Sonnenzielfahrer müssen am gleichen Tage bis spätestens 22 Uhr eintreffen. Für alle drei Ausschreibungen gelangen künstlerische Plaketten zur Verteilung. Der Nennungsschluss der einzelnen Veranstaltungen ist wie folgt festgelegt worden: Verlegung des ersten Meldeschlusses. Wie man uns soeben aus Arosa telegraphiert, wurde der erste Meldeschluss für die Sternfahrt und die Kreuz- und Querfahrt nach Arosa vom 8. auf den 12. August verlegt. Das Rennen von Montenero. Das Rennen auf der Bahn von Montenero bei Livorno um die Coppa Ciano, das am letzten Sonntag wieder zur Austragung kam, erfreut sich jedes Jahr einer ausgezeichneten internationalen Fahrer-Beschickung. Auch am letzten Sonntag standen sich wieder die besten Fahrer von Alfa Romeo, Bugatti und Maserati gegenüber. Die italienische Sportbevölkerung Hess sich das Schauspiel des grossen Autorennens nicht entgehen, so dass Livorno am Samstag vor dem Rennen einem eigentlichen Heerlager glich. Aus allen Teilen Italiens strömten die Sportsbegeisterten herbei, und am Sonntag drängte sich der ganzen Rennstrecke entlang ein ebenso zahlreiches wie begeisters Publikum. Das Wetter, das anfänglich bedenklich stimmte, heiterte sich im Verlaufe des Rennens zusehend auf, so dass sich die Strecke in bestem Zustande präsentierte. 42 Konkurrenten stellten sich zum Rennen bereit; sie wurden in Gruppen von je drei Wagen mit einer Minute Unterschied freigegeben. Die Wagen mit Zylinderinhalt bis 1100 ccm starteten zuerst; nach ihnen folgte der mit grösster Spannung erwartete Start der schwereren Wagen, deren Fahrer zum grossen Teil international bekannte Namen trugen. Die erste Runde führte Borzacchini auf Alfa Romeo an, gefolgt von Biondetti, Fagioli und Varzi. Weiter hinten lagen Chiron, Nuvolari und Campari. Severi auf Alfa Romeo und Klinger auf Alfa Romeo mussten bereits nach der ersten Runde aufgeben. Die Formation des Rennens zu Beginn Hess noch keinerlei Schlüsse über den Ausgang des Kampfes zu. Schon in der zweiten Runde blieb Borzacchini aus, da er eine Panne erlitt. Varzi lag nun an der Spitze, während Nuvolari und Fagioli hinter ihm her hetzten. Chiron rückte immer gefährlicher auf. Schon die dritte Runde brachte eine kleine Sensation. Varzi hielt bei den Boxen und Hess den draufgängerischen Nuvolari an sich vorbei an die Spitze vorstürmen. Der Bugatti-Fahrer hatte böses Pech, 5' 36" lang musste er bei den Boxen anhalten. Nuvolari besass zu Anfang einen Vorsprung von 24" vor Chiron und 58" vor Fagioli. Campari und Biondetti verfolgten hartnäckig die Spitzengruppe. Wieder gab es Ausfälle; bereits lagen eine ganze Anzahl Fahrer nicht mehr im Rennen. Nach 100 km hatte Nuvolari vor Chiron immer noch einen Vorsprung von 1' 03". Fagioli folgte dem Südfranzosen mit 21" Rückstand. Das Rennen wurde allmählich einförmiger, wenn nicht ganz böses Pech Nuvolari heimsuchte, so war sein Sieg gesichert. Chiron indessen arbeitete zäh an der Einholung des Spitzenführers. Varzi, der das Rennen wieder aufgenommen hatte, stellte in der neunten Runde den Rundenrekord von 14' 00,6" (Stundenmittel 85,652 km) auf. Kurz vor dem Schluss des Rennen verkündete der Lautsprecher bei den Tribünen, dass Nuvolari von Chiron auf der Strecke überholt worden sei. Die Begeisterung des italienischen Publikums sank jäh. Vielleicht stand der Sieg Nuvolaris doch in Frage? Allein der erste Platz war für Nuvolari nicht verloren, da er eine Minute vor Chiron gestartet war. Infolge eines leichten Zwischenfalles hatte Nuvolari auf der Strecke 47" verloren, die Chiron zum Glück gereichten. Allein die Minute Vorsprung beim Start verhalf Nuvolari zum Sieg, da Chiron diese Zeit nicht mehr zu erreichen vermochte. Nuvolari endete von seinen Freunden stürmisch bejubelt als Erster das Rennen, während Chiron ehrenvoll Zweiter wurde. Bei den kleinen Wagen kam es zu einem an Phasen reichen Kampf zwischen Premoli (Salmson) und Ferrari (Talbot), aus dem Premoli mit einem kleinen Vorsprung als Sieger hervorging. bo. Avusrennen In Berlin. Caracciola (Mercedes-Benz) wieder Sieger! Berlin wurde in den letzten Jahren mit Autosport nicht besonders verwöhnt. Wenn nach fünf Jahren zum erstenmal wieder auf der Avus die Automobile zu einem Rennen starten, dann will das ganze sportliche Berlin selbstverständlich dabei sein. Man merkte dies auch am letzten Sonntag auf der Avusfoahn, die von rund 80,000 Personen eingesäumt wurde. Das Publikum geriet — wenn der Ausdruck erlaubt ist — völlig aus dem Häuschen, riss die Umzäunungen nieder und stürmte die Bahn. Die Polizei, in Berlin an derartige Ueberrumpelung gewöhnt, verstand es trotzdem immer wieder entscheidend einzugreifen, damit die einzelnen Rennen reibungslos vor sich gehen konnten. Der Tag des Avusrennens begann mit dem Rennen der kleinen Maschinen bis 750 ccm. Von den neun Maschinen lagen der D.K.W. von Macher und der B.M.W. von Kohlrausch an der Spitze. Die kleinen Wagen mit ihren Runden im 120-km-Durchschnitt vermochten selbstverständlich das anspruchsvolle Publikum noch nicht zu faszinieren. Bedeutend animierter gestaltete sich das Rennen der 1500-ccm-Wagen, die mit 180 km Durchschnitt über die Bahn rasten An der Spitze rangen mit wechselndem Glück Brudes, Levy und Öllendo'rf (alle Bugatti). Einem in der achten Runde einsetzenden « Massensterben » fielen Brudes und Ollendorf zum Opfer, Levy allein konnte sich weiter an der Spitze halten; hinter ihm endete als Zweiter Decaroli aus Nizza auf Salmson. Weitaus am spannendsten gestaltete sich das Rennen der grossen Maschinen. Auf der prachtvollen Avusbahn fegten die Wagen in 230 km Stundengeschwindigkeit dahin. Der VERLANGEN SIE DAS NEUE HMCOTOOEI, oxn. BESTÄNDIG DAUERHAFT UNERREICHT Komplettes Fabrik-Stock-Lager in ORIGINAL-ERSATZTEILEN KESSLER & Co., Zürichhorn-Garage Alfa-Romeo Generalvertretung Dufourstr. 182 ZÜRICH 8 Tel. 44.800 Zu verkaufen LASTWAGEN für 1500—1800 kg Tragkraft Marke 7752 Renau mit Ladebrücke von 1,8 X 2,7 m und umklappbaren Seitenladen, Limousine-Führersitz. Der Wagen ist neu revidiert, neu gestrichen und ganz neu bereift. Preis Fr. 4300.— LANZ & CIE., Maulbeerstrasse 9, BERN. Teleph. Bollwerk 13.90. Das Neueste für Sie! 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N°65 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE 15 Gesamtdurchschnitt stieg im Verlauf des Rennens über 190 km Stundenmittel an. Anfänglich lag von Morgen auf Bugatti an der Spitze, nach zweit Runden war aber Caracciola auf Mercedes-Benz schon an ihm vorbeigebraust, von Morgen kreiste nun eine Zeitlang wenige Meter hinter Caracciola. Allein ein Reifendefekt warf den Bugattisten nach hinten. Stuck — der arme Stuck — machte anfänglich das Höllentempo der Spitzenfahrer mit. Seine Fahrt war wahrhaft blendend. Er musste jedoch bald beim Ersatzteillager anhalten. Nach seinem Halt raste er doppelt entschlossen davon und konnte sich wieder bis an die dritte Stelle vorarbeiten. Nochmals musste er Reifen wechseln, nochmals startete er, und wieder hatte er Pech. Resigniert gab er das Rennen auf. Der Erfolg des Rennens war unbestritten. Kein einziger Unfall hatte sich ereignet. Das Wetter trug zum Gelingen des Anlasses bei, die Organisation klappte tadellos. Caracciola aber ist nun unbestritten der Held der diesjährigen deutschen Autosportsaison — mit Recht. m. Internationales Gaisberg-Rennen. Als •weiterer Lauf um die europäische Be.rgmeisterschaft kommt am nächsten Sonntag das Gaisbergrennen, organisiert vom Salzfourger Automobilclub, zur Austragung. Ursprünglich galt als österreichischer Lauf für die Europa-Bergmeisterschaft das Semmelingrennen, das jedoch vor einiger Zeit abgesagt wurde; Um die sonst schon reduzierte Zahl von Rennen für die Bergmeisterschaft' nicht noch weiter beschränken zu müssen, gilt nun das Qaisbergrennen an Stelle des Semmering für die internationale .Wertung. Das Rennen erfährt durch die Teilnahme einer Reihe bekannter Fahrer eine interessante Bereicherung. Der letztjährige Sieger von Morgen auf Bugatti, Caracciola auf Mercedes, Graf Max Arco-Zinneberg auf Austro-Daimler, Graf Zichy u. a. werden sich gegenseitig auf der 11,9 km langen, gut instandgestelten Gaisbergstrecke messen. mb. Bergremien Aosta—Grosser St. Bernhard. Am nächsten Sonntag wird wiederum das Bergreronen Aosta-Grosser St. Bernhard ausgefahren, das durch die Sektion Aosta des Königl. Italienischen Atitomobilclubs organisiert wird. Neben dem andern italienischen Bergrennen Cuneo—Colle delle Maddalena zählt das 34 km lange Rennen auf den Grossen St. Bernhard zu den längsten Bergrennen Europas. Die Strecke, die einen Höhenunterschied von 2000 Metern überwindet, ist mit 418 Kurven reich genug gespickt. Ungefähr ein Kilometer der Rennstrecke führt durch schweizerisches Gebiet. Bekanntlich befindet sich das Ziel einige hundert Meter vom Hospiz entfernt in der Schweiz. Das Rennen beginnt morgens 10 Uhr: schweizerische Interessenten, die früh von Martigny aus starten, erreichen das Hospiz rechtzeitig. bo. « Circuito delle tre Provincie.» Zwischen den beiden grossen italienischen Automobil- Rundstreckenrennen um die Coppa Ciano bei Bologna vom vergangenen Sonntag und die Coppa Acerbo bei Pescara vom übernächsten Sonntag fällt das «Rundstreckenrennen durch die drei Provinzen», das vom Automobilclub von Bologna organisiert wird und Bagni della Porretta als Ziel und Ankunft der 128,5 km langen StreckeJiat. Für das Rennen meldeten sich bereits Nuvolari (Alfa Romeo), Borzaccini (Alfa Romeo), Fagioli (ausnahmsweise Salmson), Ferrari (Talbot), Graf Rusca u. a. m. an. In Erinnerung an den letztjährigen Sieger und unterdessen in Monza tödlich verunglückten Arcangeli ist die «Coppa Arcangeli» als besonderer Ehrenpreis ausgeschrieben, tnb. Etancelin Sieger im Grand Prix du Dauphine. Der Grand Prix du Dauphin^, der am letzten Somtag bei Grenoble ausgetragen wurde, endete nach Dieppe wieder mit dem klaren Siege von Etancelin auf Alfa Romeo. Zweiter wurde Lehoux auf Bugatti. x. T. C. S. Sektion Graubünden Miinchenfahrt. Letzte Woche fuhren Mitglieder der Sektion Graubünden des T.C.S. mit 10 Wagen und 31 Personen über Martinsbruck-Innsbruck nach München und über Lindau zurück nach Chur. Trotz des Wetterberichtes, der eine schlechte Wetterperiode prophezeite, besammelten sich alle Teilnehmer letzten Sonntag morgens 5^ Uhr am Untertor und die Parole lautete: « Die Fahrt -wird durchgeführt >. In einem heimeligen Borfe des Prättigaus begegnete die Autokolonne einem Hochzeitszug. Warum dieses Paar sich in aller Herrgottsfrühe trauen Hess, klärte sich bald ab, als der Pfarrer des Ortes sich der Fahrt nach München anschloss. Auf dem Flüela-Hospiz v durchbrachen die ersten Sonnenstrahlen den schweren Nebel. Bei herrlichstem Wetter vollzog sich die Reise bis Innsbruck. Der schöne Inn war bald zur rechten, bald zur linken Hand unser treuer Reisebegleiter. In Innsbruck wurde die Autokolonne in der freundlichsten Art und Weise vom Präsidenten des österreichischen Touringclubs empfangen. Trotz der Fröhlichkeit des Ortes, der Liebenswürdigkeit der Bevölkerung empfand man die Sorgen der Zeit. So fragte in der Stadt ein deutscher Kurgast nach dem Hauptbahnhof. In seinem gemütlichen Dialekt erklärte ihm der Innsbrucker Schutzmann, das dürfe er ihm nicht sagen, denn einen Gast möchten sie unter allen Umständen noch behalten. Am Montag fuhr die Autokolonne weiter über- Mittenwald nach Garmisch-Partenkirchen an der Zugspitze vorbei zurück nach Ehpwald und über Reute nach Füssen, um das herrliche Schloss « König Ludwigs II.» zu besichtigen. Dann fuhr die Kolonne über Peiting nach Starnberg am herrlichen Würmsee, wo wir in der freundlichsten Weise vom deutschen Tonring-Club empfangen und nach einem kleinen Imbiss nach München begleitet wurden. Am Dienstag, den 3. Tag, hatten unsere Wagen, nicht aber die Teilnehmer, Ruhetag. Nach einer Rundfahrt durch München, die trotz strömenden Regens sehr fröhlich verlief, da unser «Fremden- Führer> die Gesellschaft mit seinem goldenen Humor immer wieder aufzumuntern verstand. Nach der Rundfahrt wurden die Nymphenburg, die Amalienburg und die Badeburg besichtigt, am Nachmittag das deutsche Museum. Am Abend trafen sich alle Mitglieder bei den «Dachauern am Platzl>, die mit der deutschen Politik sich nicht befreunden können. Am i. Tage trat die Kolonne die Rückfahrt an über Pasing nach Kempten und nach einer währschaften Mahlzeit weiter nach Lindau über Bregenz-Feldkirch nach der Luziensteig, wo man bei Freund Kohler den Abschiedsschoppen nahm und sich dann trennte, um einzeln die Heimfahrt anzutreten. Die erste Auslandsfahrt der Sektion Graubünden des Touring-GIubs hatte vollen Erfolg. Mit tausend Freuden gedenken die Teilnehmer der herrlichen Stunden, die sie in schönster Harmonie während der ganzen Fahrt verlebten. Noch ein Wort des Dankes gebührt den österreichischen und bayrischen Zollbehörden, die uns jede mögliche Erleichterung gewährten. Autosektion St. Gallen-Appenzell. Gruppe St. Gallen-Stadi. Einladung auf Sonntag, den 9. August 1931. Bei schönem Wetter: Picknick auf der Schönau. (Am Ende des Dorfes Urnäsch [West] vor dem Schulhaus rechts abschwenken, auf schöner Strasse in 10 Minuten hinauf zur Westwiese.) — Daselbst prächtiger Ausflugspunkt und schattiger Rasenplatz. Bratwurstschmaus und Bier gratis. Musik und Gesellschaftsspiele. Abfahrt ab Blumenbergplatz 10'A Uhr. Bei regnerischem Wetter: Unterhaltung mit Musik und Tanz im «Löwen» in Speicher. Hinfahrt frei. Beginn 3 Uhr. Guter Vesper gratis. Bei zweifelhafter Witterung: Auskunft schon ab Samstag mittag durch Telephon 422. Anmeldungen sehr erwünscht durch Postkarte an Herrn Gross, Marktplatz 8. Grosse Beteiligung erwartet: Die Kommission. AM den Verbänden CHAUFFEURVEREIN ZÜRICH. Sommer-Ausfahrt mit Gesellschaftswagen, Sonntag, den 30. August 1931, in das reizende Toggenburg-Appenzell, an den Bodensee. Programm: Besammlung der Teilnehmer 5.30 Uhr beim Bürkliplatz. Abfahrt punkt 6 Uhr über Rapperswil, Ricken, Lichtensteig, Wasserfluh, Wallstatt. Hundwilerbrücske, Trogen, Heiden, Rheineck. Bregenz, Lindau, Friedrichshafen (Besichtigung des Zeppelin), Meersburg, Konstanz, Frauenfeld, Winterthur, Zürich. Ankunft zirka 10 Uhr. Z'nüni in Heiden. Mittagessen in Bregenz (freie Selbstbeköstigung). Ueberfahrt nach Konstana mit der Fähre, daselbst Z'abiig, Abfahrt von Konstanz nach UebeTeinkunft. Preis der Fahrt pro Person IV. 14.— bei einer Beteiligung von 26 Personen. Anmeldungen nimmt gerne unser I. Kassier, Hans Müller, Münchhaldenstr. 8, Zürich 8, schriftlich entgegen bis spätestens Samstag den 22. August 1931 und rechnen auf vollzählige Teilnahme unserer verehrten Aktiv-, Passiv-, Frei- und Ehrenmitglieder mit ihren lieben Angehörigen. Auch fernstehende Berufskollegen, sowie Freunde und Gönner sind ebenfalls herzlich eingeladen. Schriftliche und mündliche Anmeldungen sind verbindlich und müssen bei Nichterscheinen einbezahlt werden. Die lohnende Fahrt mit ihren Reizen verspricht in jeder Beziehung einen flotten Tag, der jedermann in treuer Erinnerung 1 bleiben wird. Wir möchten den Teilnehmern noch bekanntgeben, dass die Fahrt bei jedem Wetter ausgeführt wird, mit erstklassigem, modernst eingerichtetem Car-Alpin. Wir laden unsere verehrten Vereinsmitglieder mit ihren Angehörigen, sowie Freunde und Gönner freundlichst ein und.sehen, ihrer Anmeldung mit Interesse entgegen. Die Vergnügungskommission. Der Vorstand- Kleine n&i&ww Ford schränkt seinen Betrieb ein. Die Hauptfabrik von Ford wurde für einige Wochen geschlossen. In diesem Betrieb sind rund 75 000 Arbeiter beschäftigt. In elf weiteren Unternehmungen Fords m den Vereinigten Staaten, werden ebenfalls Einschränkungen des Betriebes zu erwarten sein». Die Betriebsleitung der Hauptfabrik erklärt die Stillegung des Betriebes als vorübergehende Massnahme, die schon während des Monats August ausser Wirksamkeit gesetzt werde. *t Die Strasse durch das Prättigau wieder für den Verkehr freigelegt. Die Strassenstrecke Küblis-Saas, die kürzlich durch einen Erdrutsch verschüttet worden ist, konnte wieder freigelegt werden, darf aber vorläufig nur mit Wagen bis höchstens zu 3 Tonnen befahren werden. Verkehrsregelung an der Lüdernchilbi im Emmental. Der Motorfahrzeugverkehr auf der Strasse Wasen-