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E_1931_Zeitung_Nr.065

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AUTOMOBIL-REVUE

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N" 65 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE I.H stund hat Gold im Mund» heute gründlich kennengelernt! Von hier geht es wiederum 700 m aufwärts zum Col du Lautaret. Das Befahren dieser und der bereits hinter uns liegenden Passstrassen ist geradezu unheimlich. Der äusserst schmale Weg, der vielfach nach aussen hin gegen hohe und steile Abhänge zuneigt und unvermittelt eine Kurve nach der anderen beschreibt, verlangt grösste Fahrkunst und sichere Nerven. Die Arbeit ist für die grossen Wagen, die immer wieder reversieren und zweimal für die Kurven ansetzen müssen, eine doppelte. Unaufhaltsam weiter eilt die fliegende Kolonne gegen den Galibier, den höchsten Pass der heutigen Etappe. Sein Anstieg wird zudem noch als Kontrollstrecke chronometriert, auf welcher die drei Gruppen bestimmte Mindestgeschwindigkeiten erreichen müssen. Unser Mann am Steuer legt sich tüchtig ins Zeug um auch für uns probeweise diesen Durchschnitt herauszuholen, und obwohl er und der geschmeidige Motor unseres Bugatti das Beste geben, gelingt es nur knapp, das Verlangte einzuhalten. Wir wissen nun, dass dieser Pass bezüglich der Bewertung vielen Konkurrenten zum Verhängnis werden wird, und in der Tat zeigt die Liste der Ergebnisse, dass von 45 Fahrern nur sieben strafpunktfrei die Passhöhe erreichen konnten. Wer sich davon Rechenschaft gibt, dass es sich bei den Konkurrenten fast restlos um erfahrene und gewandte Automobilisten handelt, die vielfacn schon in zahlreichen Sportanlässen ihre Fähigkeiten glänzend dokumentiert haben, der wird sich anhand dieses Resultates das richtige Bild von den Anforderungen machen, welche die Alpenfahrt und ihr Reglement an alle Teilnehmer stellen. Sie ist wirklich zu einer Prüfung schwerster und vielseitigster Art für Mann und Wagen geworden, ein Veranstaltungszweck, der sicher auch in konstruktiver Hinsicht seine Früchte tragen muss. Auf unserem Wege erblicken wir vielfach noch neben der für die Alpenfaftrer bestimmten Wegmarkierungen die Affichen der Tour de France für Velos, welche ja erst kürzlich ihren Abschluss fand. Wie diese Helden vom Stahlross Pässe wie den Galibier bezwungen haben, ist uns geradezu ein Rätsel. Endlich in St. Miche], nach 360 km, erreichen wir wieder die Talebene und das Fahren auf der lang entbehrten Geraden wird zu einer wahren Erholung. Freilich können sich die Piloten kaum etwas Ruhe gönnen, denn nun gilt es, in der Ebene für die Tempoverluste am Berg aufzuholen, um den unerbittlichen Durchschnitt zu erreichen. Die beiden noch verbleibenden Pässe Tamie und Aravis muten, obwohl sie nicht gerade als Promenaden gelten, geradezu als ein Kinderspiel gegen die Anforderungen der nächtlichen Passfahrten an. Von Moillesulaz weg, wo das nahe Ziel winkt, ist die Strasse von interessiertem Publikum gesäumt, das mit seiner Anerkennung für die wohl nur geahnten Leistungen der Teilnehmer nicht zurückhält. Nach zwölf bis dreizehn Stunden, je nach Gruppeneinteilung, langen die Wagen in Genf an, und gerne gibt man sich den sehnlichst erwarteten Retablierungsarbeiten hin. Die ganze Reisegesellschaft wurde von der Städtbehörde Genfs und dem dortigen A. C. S. zu einem Ehrenwein eingeladen. Neben den Vertretern der Stadt ergriffen auch Herr Chantre, der Präsident der Genfer Sektion, und Herr Konsul Fritsch, Sportkommissär des A. v. D., das Wort, ersterer, um in herzlichen Worten die Leistungen der Fahrer und die Bedeutung Genfs für den Automobilsport zu würdigen, letzterer, um im Namen der ausländischen Teilnehmer die liebenswürdige Aufmerksamkeit beredt zu verdanken. Nach langer Wartezeit, in welcher die Geduld der Presseleute auf eine harte Kraftprobe gestellt wird, können wir endlich von den Resultaten Kenntnis nehmen, die allerdings von den beiden Rechnungsführern, den Herren Ings. Brieger und Poulin in kürzester Frist sorgfältig bereinigt worden waren. Die Wertungsliste für diese Etappe ist in ihren vorausgehenden Strafpunktergebnissen geradezu verheerend geworden. Von den verbleibenden fünf Markenteams sind neuerdings zwei ausgeschieden, so dass nur mehr Wanderer, Praga Piccolo und F. N. in Konkurrenz verbleiben können. Die stattliche Zahl von strafporaktfreien Fahrern hat sich auf ein Minimum von 5 Mann reduziert. Es sind dies der Engländer Healey auf Invicta, der Oesterreicher v. Bitzy auf Austro-Daimler, dessen Landsmann Graf Spiegel-Diesenberg auf Austro-Daimler, und als Dritter im Bunde mit dem nämlichen Wagen P. Schöller, sowie der in der Schweiz ansässige Holländer Schölten. Der mit in vorderster Linie liegende Delmar, dem der restlose Erfolg gewiss schien, musste leider am Galibier einen Strafpunkt entgegennehmen. Es herrschte nämlich unter den Fahrern eine gewisse Unsicherheit über die genaue Länge der Kontrollstrecke, da die Angaben hiefür zwischen 5,4 und 5,0 km variierten. Delmar hat, wie einige weitere Konkurrenten, seine Berechnungen unglücklicherweise gerade auf die falsche Distanz eingestellt und ist diesem Irrtum zum Opfer gefallen. Unheimliche Ernte hielten auch die Pannen. Nicht weniger als neun Wagen blieben auf der Strecke, hauptsächlich am Galibier, liegen, so dass von den 54 Startenden nur mehr 45 das Ziel durchliefen. Damit wäre auch die ironische Frage einer massgebliehen ausländischen Zeitung beantwortet, welche beim Vergleich zwischen der deutschen 10,000-km-Fahrt und der Alpenfahrt wenig gute Haare an der letzteren Hess und welche die Vermutung aussprach, dass es an der Alpenfahrt ebenso viele Sieger wie Startende geben werde, ein Irrtum, den bereits Herr Töndury anlässlich des Begrüssungsbankettes in München richtigstellte. Und nun auf zur Schlussetappe! Was wird sie den verbleibenden Konkurrenten noch bringen ? b. Technische Streiflichter. (Von unserm ma.-Berichterstatter.) Zur fünften Etappe. Heute, nach der Etappe Nizza-Genf, ist kaum ein Wagen mehr im Rennen, der nicht diese oder jene Mängel aufweist. Die phantastische Parforcetour über die Savoyer Alpen hat den Maschinen nicht weniger zugesetzt als den Fahrern. Wie sehr es auf Biegen und Brechen ging, lässt sich schon ä re '""' n 9seflFefcf, da- ^% ng. 3. Vollkommene, Unsere Service*Organisation in den BERN, ZÜRICH. BASEL. LAUSANNE, steht zu Ih e r S u p e r B r e n n s t o f f