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E_1931_Zeitung_Nr.066

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Gründung kaum mehr als

Gründung kaum mehr als den Vorstand zusammengebracht! Die Red.) beweise zur Genüge, dass es nicht nur die InteTessen der Bahnen, sondern auch, fügen wir hinzu, diejenigen der noch zu Fuss gehenden Eisenbahner zu wahren gelte. Besser als Zusammenarbeit sei der Kampf um die Transporte, er werde besser zum Ziele führen. Der Eisenbahner im «Eisenbahner» ist schlecht beraten. Das Automobil hat den Kampf nicht zu fürchten. Auch wegen der rund 40 Mann starken Fussgängerliga nicht. Es ist das Verkehrsmittel der modernen Zeit. Es befriedigt weitgehende wirtschaftliche Bedürfnisse. Es ist das Hilfsmittel par excellence für alle produktiven Stände geworden. Vom anfänglichen Luxusartikel hat es sich zu einem wirtschaftlichen Faktor umgewandelt. Eine Menge von Vorteilen sichert ihm die Ueberlegenheit über die schienengefesselte Bahn. Darüber brauchen wir nicht ausführlicher zu werden. Für Sätze im «Eisenbahner» wie: Den Kampf werden die Eisenbahnen ohne jeden Zweifel bestehen, wenn die gesamten Einrichtungen unsrer Eisenbahnen möglichst auszunützen gesucht werden. Neben den Einrichtungen ist auch ein grosses, vorzüglich eingeschultes Personal vorhanden, das seine volle Kraft in den Dienst der Verwaltung stellt, wenn es gilt, Verkehr «heranzuziehen-», wäre der Beweis erst noch anzutreten. Es geht nicht an, die Existenzbedingungen für alle Verkehrsmittel ganz einfach auf ähnlicher Höhe anzusetzen, wie dies gewisse Eisenbahner gerne möchten. Eine solche schematische Gleichmacherei könnte bei Handel, Industrie, Gewerbe und Landwirtschaft nur zur Behinderung führen. Deutschland zeigt nns, wohin eine in Fesseln gebundene Wirtschaft führt. Der deutsche Zusammenbruch ist vorwiegend auf die Knebelung der freien Wirtschaft zurückzuführen. Jener gleich diktiert die Wirtschaft die Gesetze der Politik. In heutiger Zeit muss nicht nur der politischen, sondern vor allem der wirtschaftlichen und technischen Zusammenarbeit das Wort geredet werden. Dabei spielt die Frage, wer daraus den Hauptnutzen zieht, ob Eisenbahn oder Automobil, keine wesentliche Rolle. Ueber beiden steht die Wirtschaf/ des Landes, nicht das Wohlergehen des klassenbewnssten Eisenbahners, sondern dasjenige unseres ganzen Volkes. Der gesunde Sinn wird sich aber davon nicht beeinflussen lassen, jedoch nicht dem Kampf, sondern der Zusammenarbeit das Wort sprechen, welch letztere übrigens ganz offensichtlich unseren Bahnen vorab zugute kommen dürfte. • Automobilbesteuerung in der Schweiz. (Siehe Tabelle.) Die Schweiz ist das Land der 25 verschiedenen Automobilsteuern. Jeder Kanton hat eben seine Steuergesetze mit speziellen Vorschriftn und besonderen Tarifen. Dieser Zustand deutet nicht auf eine fortschrittliche Verkehrsgesetzgebung hin. Wer könnte sich 1 Maximum Fr. 600. 8 Maximum Fr. 1200. * Maximum Fr. 550; die Zuschläge dürfen 50% der Steuer nicht übersteigen. * Nach dem 8. Jahr der Erstellung werden Automobile von 15 und mehr PS einer Reduktion auch In dem Wirrwarr von ungezählten Vorschriften und Begriffen zurechtfinden, als Fachleute allein, die sich in ihrem Hauptamte mit diesen Angelegenheiten befassen. Kein Laie wird je ein abschliessendes Bild über die sich stetig wandelnden kantonalen Gesetze und Verordnungen zur Automobilbesteuerung sich zu machen imstande sein. Alle Verkehrsvorschriften sollten, wenn immer möglich, auf eidgenössischem Boden ihre sachgemässe Regelung erfahren, da auf diese Weise am ehesten Gewähr für eine gleichmässige und gerechte Gesetzgebung geboten ist. Die heutigen kantonalen Verkehrserlasse und mit ihnen die Besteuerungsbestimmungen bringen unaufhörlich Veranlassungen zu Konflikten. Die VeTkehrsverbände versuchen Jahr für Jahr gegen unzweckmässige und ungerechte Bestimungen anzukämpfen, vermögen aber höchstens Teilerfolge zu erringen und diese nur mit ausserordentlicher Mühewaltung. Wenn wir die Automobilbesteuerung der Schweiz in systematischer und tabellarischer Darstellung vor uns sehen (das Verdienst dieser wertvollen Bearbeitung der kantonalen Automobilsteuer-Erlasse darf, wie bereits früher erwähnt, die Geschäftsleitung der A.S.P.A. für sich beanspruchen), so erkennen wir erst die unnötige Vielfältigkeit, die dem Walten der kantonalen Steuerhoheiten entspriesst. Wenige Automobilisten können sich mit diesem Ueberfluss an Steuervorschriften befreunden. Jeder Autobesitzer, der seinen Wagen von einem zum andern Standort-Kanton wechseln muss oder mehrere Wagen in verschiedenen Kantonen in Betrieb hat, erlebt die herrlichen Wohltaten der kantonalen Steuersysteme des öftern; er ist gezwungen, sich mit diesen kantonalen frisierten Erlassen etwas mehr abzugeben und wird darum eine tabellarische Zusammenstellung nicht von der Hand weisen, da diese rascher als die einzelnen Gesetzestexte Vergleiche ermöglicht. Ob diese kantonalen Autobesteuerungsbestimmungen in der ersten Kampfberiode nach dem Inkrafttreten des eidgenössischen Verkehrsgesetzes durch einheitliche Bestimmungen für die ganze Schweiz ersetzt werden können, müssen wir heute noch in Frage stellen, da der kantonale Steuervogt noch fest und grimmig im Sattel sitzt, obscho^wir Automobilisten eigentlich den Kantonen nicht die Steuererträgnisse an und für sich wegnehmen wollen, sondern nur das Recht, für ihr Kantonsgebiet eigene Steuerprinzipien zu wählen und damit das Steuerproblem recht kompliziert zu gestalten. lt. Blutproben fm Untersuchungsverfähren. Die Sanitätskommission des Kantons St. Gallen erliess am 13. Januar 1931 ein Kreisschreiben an die Aerzteschaft und die Untersuchungsbehörden des Kantons, das wir in Nr. 54 der « A.-R. > veröffentlicht haben und in welchem ausgeführt wird, dass in der Feststellung des Konzentrationsgehaltes des Blutes an Alkohol die gerichtliche Medizin von 25% zuteil. Automobile Ton 15 oder mehr PS, die mit Fahrausrüstung weniger als 1000 kg wiegen, erhalten ebenfalls eine Vergünstigung von 25%. 8 Maximum Fr. 1000. '• Dtreiachserwasen zahlen- ie Fr. 100 Zuschlag. AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N» 6« heute ein wissenschaftlich einwandfreie Methode besitze ,um, innert bestimmter Grenzen, den Grad der Alkoholeinwirkung auf die Psyche des Menschen objektiv beurteilen zu können. Die Sanitätskommission empfiehlt sodann den Aerzten und Untersuchungsämtern, von dieser Untersuchungsmethode in einschlägigen Fällen Gebrauch zu machen. Die gefährliche Tragweite eines solchen Erlasses erkennend, richtete ein Anwalt von St. Gallen eine Eingabe an die Sanitätskommission gegen diese Anordnung und wurde in vollem Umfange auch von den leitenden Organen der Sektion St. Gallen-Appenzell des Automobilclub der Schweiz unterstützt. Die Sanitätskommission mag sich nicht bewusst gewesen sein, dass die von ihr zur Durchführung von Blutproben aufgeforderten Personen und Amtsstellen niemals Blutentnahmen gegen den Willen der zu untersuchenden Personen vornehmen dürfen. Ein Automobilunglücksfall wird, strafrechtlich gedacht, entweder Gegenstand einer Polizeiübertretung oder eines Vergehens oder eines Verbrechens sein. Der Alkoholgenuss an sich bildet noch keine strafbare Handlung. Der Voruntersuch über den objektiven und subjektiven Strafbestand steht den jeweils zuständigen Strafuntersuchungsorganen zu, die ihre Erhebungen im Rahmen des Gesetzes über die Strafrechtspflege bei Verbrechen und Vergehen vorzunehmen haben. Zu den Untersuchungsmethoden und Beweismitteln gehören : Verhör, Geständnis, Zeugeneinvernahmen, Haft, Augenschein, Beschlagnahme von Beweisstücken, Sachverständige und Indizien. Die eigenmächtige Blutentnahme an einem Angeschuldigten oder einem Verletzten ist in der Strafprozessordnung nicht vorgesehen, daher auch nicht erlaubt. Ein solches neues Untersuchungsverfahren und Beweismittel könnte nur auf dem Wege einer Gesetzesrevision in das Gesetz eingeführt werden. Wenn man berücksichtigt, mit welchem Respekt der Gesetzgeber die persönliche Rechtsphäre eines Angeschuldigten würdigt, so wird man erst recht feststellen müssen, dass er eine Nötigung und die Verletzung der körperlichen Integrität eines Menschen durch das Mittel der Blutentnahme nicht duldet Aus all dem geht hervor, dass kein Untersuchungsrichter und kein Amtsarzt im Kanton St. Gallen befugt ist, bei irgend einem 7 Maximum Fr. 700. • Maximum Fr. 800. 9 Von zwei Wagen, die abwechslungsweise benützt werden und unter dem Namen des gleichen Halters eingetragen sind, unterliegt der stärkere Wagen der vollen Taxe und der zweite .Angeschuldigten, entgegen dessen Willen, eine Blutentnahme vorzunehmen. Tut er es doch, so macht er sich einer strafbaren Handlung schuldig. Die Blutprobe ist übrigens von verschiedenen Seiten, so auch von der SUVA als objektives und einwandfreies Beweismittel abgelehnt worden. Die Alkoholwerte sind bei Trunkenheit sehr schwankend, abhängig von der persönlichen Empfindlichkeit und Alkoholfestigkeit der untersuchten Personen. Dass die Menschen gegen Alkoholwirkung ganz verschieden tolerant sind, ja sogar der gleiche Mensch unter verschiedenen Verhältnissen, ist bekannt. So kann bei einer Person bei einer gewissen Alkoholaufnahme noch absolut zielbewusstes Handeln vorliegen, wo bei einer andern dieses bereits unterbunden ist Die Sanitätskommission wurde dringend ersucht, das erwähnte Kreisschreiben, noch bevor es Unheil anrichtet, zu widerrufen. Diese hat dann am 27. Mai 1931 darauf hingewiesen, dass das erste Kreisschreiben lediglich den Charakter einer Orientierung der Strafuntersuchungsbehörden über die Möglichkeit der Feststellung des Alkoholgehaltes durch Vornahme der Blutprobe, vor allem bei Automobilunfällen trage, von der doppelten Erwägung ausgehend, dass eine sichere Ueberprüfung des Alkoholgehaltes in manchen Fällen zur restlosen Abklärung der Verschuldensfrage dienen kann und dass anderseits die Untersuchungsorgane das Vorhandensein dieses Prüfungsmittels z/a wenig kennen. Der Standpunkt der Sanitätskommission konnte aber nicht befriedigen, weshalb die Anklagekammer des Kantons St. Gallen um endgültige Entscheidung ersucht worden ist. Der Beschluss der Anklagekammer ist durchaus klar und lautet: « Es kann bei uns im Kanton St. Gallen, wo, wie andernorts, die administrativen und richterlichen Gewalten strenge getrennt sind, selbstverständlich nicht Sache der Sanitätskommission sein, Blutproben als rechtlich zulässig zn erklären. Darüber haben die Instanzen mit richterlichen Befugnissen zu befinden, letzten Endes das Kantonsgericht und event. das Bundesgericht. Bis jetzt ist ein solcher Entscheid noch nicht gefallen. Die Sanitätskommission konnte lediglich erklären, die neuere Medizin kenne das Mittel der Blutproben zur Feststellung der Tatsache des Alkoholgenusses, und sie konnte den Amtsärzten Anleitung geben, wie technisch bei Entnahme von Blutproben und bei Untersuchung des Blutes vorzugehen sei. Ob und wann das Mittel der Blutprobe zur Anwendung zu gelangen habe, darüber zu entscheiden ist Sache der richterlichen Instanzen, wobei die Frag« der Zulässigkeit des Zwanges bis jetzt so unabgeklärt ist wie der medizinische und juristische Wert der Blutproben überhaupt. > Durch diesen eindeutigen Entscheid wird" das Kreisschreiben der vSanitätskommission illusorisch und es weiss* jeder Automobilist, dass er rechtlichen Schutz findet, wenn er sich einer willkürlichen Blutentnahme widersetzt. E. B. Der Pariser Salon, welcher wie üblich im Grand Palais stattfinden wird und dieses Jahr auf die Zeit vom 1.—11. Oktober fällt, verspricht wiederum erstklassige internationale Beteiligung. Aus England sind die Marken Humber, Bentley, Rolls-Royce, Armstrong-Siddeley und Austin sowie zwei der" grössten Karosseriefabriken angemeldet Deutschland wird durch Brennabor, Adler, Mercedes-Benz, Maybach, Horch und Wanderer, Italien durch Alfa Romeo, Fiat, Bianchi und Isotta-Fraschini vertreten sein. Die amerikanische Automobilindustrie stellt neuerdings ein starkes Kontingent, unter welchem aber wiederum die General Motors mit ihren verschiedenen Marken fehlt. Die spanische Marke Pescara wird durch Fiat gezeigt werden, welche diese Unternehmen aufgekauft, hat. Automobilsteuern in der Schweiz Zusammenstellung 1931, herausgegeben vom Verband der schweizerischen Motorlastwagenbesitzer. „ 11 idii[i 11L [i u 1111 f 1111 iTilili I * 111 -1 * I«I»111 » 0,4 [ 0,4 0,4 [ 0,4 | 0,4 0,4 | 0,4 ÖÄ ö%4 M ÖÄ Öjk 0,4 | 0,4 0,4 | 0,4 | 0,4 | 0,4 | 0,4 | 0,4 [ 0,4 | 0,4 | 0,4 0,4 0,4 | 6 150 100 100 100 60 110 100 110 100 100 160 100 100 100 120 100 125 120 220 150 100 150 120 100 150 118 6 170 100 100 110 80 110 105 110 120 120 170 110 112 100 140 110 140 135 220 170 100 150 140 100 170 128 7 190 100 100 120 100 110 110 123 140 140 180 120 124 100 160 120 155 150 220 190 100 175 160 100 190 139 8 210 100 100 130 120 110 115 136 160 160 190 130 136 110 180 130 170 165 220 210 100 200 180 100 210 151 9 230 115 115 140 140 132 125 149 180 180 200 140 148 120 200 140 185 180 242. 230 100 225 192 115 230 166 10 250 130 130 150 160 154 135 162 200 200 210 150 160 130 220 150 200 200 264 250 100 250 204 130 250 182 11 270 145 145 165 180 176 150 175 220 220 225 165 172 140 240 160 215 220 286 270 115 275 216 145 270 198 12 290 160 160 180 200 198 165 188 240 240 240 180 184 150 260 170 230 240 308 290 130 300 228 160 290 215 13 310 175 175 195 220 220 180 206 260 260 255 195 196 160 280 180 245 260 330 310 145 325 240 175 310 232 14 330 190 190 210 240 242 195 224 280 280 270 210 208 170 300 190 260 280 352 330 160 350 252 190 330 249 15 350 205 205 225 260 264 210 242 300 300 285 225 220 180 320 200 275 300 374 350 175 375 264 205 350 267 16 370 225 225 250 280 291 240 260 320 325 305 240 232 190 345 215 290 325 396 370 190 400 276 225 370 286 17 390 245 245 275 300 319 260 278 340 350 325 255 244 200 370 230 305 350 418 390 205 425 288 245 390 306 18 410 265 265 300 320 346 280 296 360 375 345 270 256 210 395 245 320 375 440 410 220 450 300 265 410 325 19 430 285 285 325 340 374 300 319 380 400 365 285 268 220 420 260 335 400 462 430 235 475 312 285 430 345 20 450 305 305 350 360 401 320 342 400 425 385 300 280 230 445 275 350 430 484 > 450 250 500 324 305 450 365 21 470 325 325 380 380 434 340 365 420 450 405 315 292 240 470 290 365 460 506 470 265 525 336 325 470 385 22 490 345 345 410 400 467 360 388 440 475 425 330 304 250 495 305 380 490 528 490 280 550 348 345 490 405 23 610 365 365 440 420 . 500 380 411 460 500 445 345 316 260 520 320 395 520 550 510 295 575 360 365 510 425 24 530 385 385 470 440 533 400 434 480 525 470 360 328 270 545 335 410 550 572 530 310 600 372 385 630 446 25 550 405 405 500 460 566 420 457 500 550 495 375 340 280 570 350 425 580 594 550 325 625 384 405 550 466 26 570 425 425 530 480 605 440 480 620 575 520 390 352 290 595 365 440 610 616 570 340 650 396 435 570 488 27 590 445 445 560 600 643 460 503 540 600 545 405 364 300 620 380 455 640 638 590 355 675 408 465 590 509 28 610 465 465 590 620 682 480 526 560 625 570 420 376 ' 310 645 395 470 670 660 610 370 700 420 495 610 630 29 630 485 485 620 540 720 600 549 580 650 595 435 388 320 670 410 485 700 682 630 385 725 432 525 630 651 30 650 505 505 650 560 759 620 672 600 675 620 450 400 330 695 425 500 700 704 650 400 750 444 555 650 571 31 670 625 525 680 580 803 540 595 620 700 645 465 412 ; 340 720 440 515 700 726 670 415 775 456 585 670 591 32 690 545 545 710 600 847 550 618 640 725 670 480 . 424 350 745 455 530 700 748 690 430 800 468 615 690 611 33 710 565 565 740 600 891 550 641 660 750 695 495 436 360 770 470 545 700 770 710 445 825 480 645 710 629 34 730 585 585 770 600 935 650 664 680 775 720 510 448 370 795 485 560 700 792 730 460 850 492 675 730 648 35 750 605 605 800 600 990 550 687 700 800 750 625 460 380 820 500 575 700 814 750 475 875 504 705 750 667 36 770 625 625 830 600 1045 550 710 720 825 780 540 472 , 390 845 515 590 700 836 770 490 900 516 745 770 686 37 790 645 645 860 600 1100 550 733 740 850 810 555 484 400 870 530 605 700 858 790 505 925 628 785 790 706 38 810 665 665 890 600 1155 550 756 760 875 840 570 496 410 895 545 620 700 880 810 520 950 540 825 810 725 39 830 685 685 920 600 1200 650 779 780 900 870 585 508 420 920 560 635 700 902 830 535 975 552 865 830 745 40 850 705 705 950 600 1200 650 802 800 925 900 600 520 430 945 575 650 700 924 850 650 1000 564 905 850 762 1 2 8 1 5 6 J ä » 10 U wird mit 40% der normalen Taxe besteuert. 19 Wagen, die vor 1918 gebaut wurden, und 10 oder mehr PS aufweisen, erhalten eine Reduktion von 25%. ** Personenwagen bis 850 kg Eigengewicht bezahlen bis 15 PS nur die Grundgebühr.

NO 66 — 1931 Sportnachrichten Neue Perspektiven Im Internationalen Autosport. Ettore Bugatti und die Rennreglemente für Sport- und Serienwagen. Kaum dass die Autosportsaison 1931 ihren Kulminationspunkt überschritten hat, tauchen schon wieder Vorschläge, Kritiken und Ideen auf, die die nächstjährige Saison befruchten und verbessern sollen. Der sportlichste aller Konstrukteure, der sich bereits außerordentliche Verdienste erworben hat, Ettore Bugatti, gab vor einiger Zeit ebenfalls seiner Meinung über die zu Ende gehende Sportsaison Ausdruck und kam dabei auf die Reglemente für die Sport- und Serienwagen zu sprechen, in denen er verschiedene Punkte gern anders formuliert wissen möchte. Es mag wohl von Interesse sein, die Meinung dieses erprobten Fachmannes zu vernehmen. Er erklärte : < Ob es sich um Dauer- oder Schnelligkeitsprüfungen handelt, so möchte ich für 1932 persönlich eine grundsätzliche Neuregelung der Reglemente befürworten, die vor allem tn folgenden Punkten bestehen sollte : 1. Alle Veranstaltungen müssen genau ihrer Wichtigkeit entsprechend mit Preisen dotiert sein. 2. Kein vorgeschriebener Brennstoff mehr, sondern die Konkurrenz frei spielen lassen, um die Brennstoffe auf diese Weise noch mehr zu verbessern. 3. Keine 24-Stundenfahrten mehr, die Rennen bieten an und für sich schon Gefahren genug, ohne dass man diese noch durch nächtliche Fahrten verschärft. 4. Je mehr man die Karosserien reglementiert und baulich limitiert, desto mehr entfernen sich die Wagen von ihrer praktischen Nutzbarkeit. Deshalb viel mehr freier Spielraum in dieser Hinsicht. 5. Nur einen Fahrer pro Wagen. Die Länge des Rennens muss so berechnet werden, dass es einem Konkurrenten möglich ist, von Anfang bis Ende allein durchzuhalten. 6. Verzicht auf Veranstaltungen für die ein für die Verteilung der Titel und der Spezial- Preise aufgestelltes Qeneralklassement in Anwendung kommt; solche Bestimmungen geben immer Anlass zu Diskussionen über die Interpretation gewisser Artikel. 7. Das Reglement über die « Katalogwagen des dominierenden Typs» hat den grossen Nachteil, dass es sich nur auf bereits seit einiger Zeit eingeführte Modelle bezieht und die kommenden neuen Typen übersieht; dem muss abgeholfen werden.» Mit der Behebung der oben genannten Mängel glaubt Bugatti, die Reglemente für die Sport- und Serienwagen wirkungsvoll und entscheidend beeinflussen zu können. « Die fünf Tage von Bugatti.» Da aber Ettore Bugatti sehr gut weiss, dass Rat erst dann beachtet wird, wenn er durch die Rat unterstützt wird, so schlägt der Molsheimer Konstrukteur für das kommende Jahr ein© grosszügige Veranstaltung vor, getreu dem Prinzip : Handeln — nicht kritisieren! Bugatti beabsichtigt nämlich im Jahre 1932 auf der Bahn von Montlhery, « Die fünf Tage von Bugatti» zu organisieren, eine Rennveranstaltung, die über fünf Tage geht. Jeden Tag würden fünf Stunden gefahren, nachher müssten die Fahrzeuge jeweils in einen geschlossenen Park verbracht werden. Das Rennen würde nach einer freien Formel (mechanische Teile, Karosserie, Brennstoff) ausgefahren, alle Wagen fileich welcher Marke könnten an der Konkurrenz sich beteiligen. Für jedes Fahrzeug dürfte nur ein Fahrer gemeldet werden. Reparaturen könnten nur während des Rennens selbst durch den Fahrer und zwei Hilfskräfte vorgenommen werden. Bugatti offeriert dem Automobilclub von Frankreich, den er um die Gewährung der Austragung des Rennens auf der Bahn von Montlhery bittet, 300,000 Fr. an Preisen. Um dem Anlass eine möglichst grosse sportliche Beteiligung zu sichern, wird Bugatti, der selbst offiziell bei dem Rennen mit seinen Wagen vertreten sein wird, bei einem eventuellen Sieg auf die Preise verzichten. Die gedankliche Neubelebung des Autosportes durch Bugatti in der oben kurz skizzierten Form ist sehr erfreulich. Es ist zu hoffen, dass « die fünf Tage von Bugatti > nächstes Jahr Wirklichkeit werden, der internationale Sportkalender würde damit um eine interessante Kompetition bereichert. Bugatti aber erwies sich wieder einmal mehr als der sportlich vitale, stets tätige Automobilkonstrukteur, bo. Der englischen Tourist Trophy entgegen. Die Tourist Trophy auf der Rundstrecke von Ulster, die am 22. August ausgefahren wird, stellt in der bereits ihren Höhepunkt überschrittenen diesjährigen Sportsaison noch eirjes der wichtigsten Rennen dar. Dies beweist schon die soeben vom Königlich Englischen Automobilclub herausgegebene Meldeliste, auf der die internationale Fahrerelite figuriert Der Tourist Trophy, einem ausgesprochen harten Rennen, kommt seit Jahren schon grösstes Interesse zu, auch dieses Jahr wieder darf man von den beteiligten Konstruktionshäusern und den Fahrern grösste Konzentration auf das Ulsterrennen erwarten, da das Echo dieses populären Rennen immer sehr gross ist Das Hauptinteresse wird sich auf den Zweikampf Alfa-Romeo-Bugatti beziehen, deren erprobte Mannschaften sich wieder gegenüberstehen werden. Während die italienische Firma durch Campari, Nuvolari und Borzacchini vertreten ist, sendet Bugatti das bewährte Dreigestirn Varzi, Chiron und Divo mit Bouriat als Ersatzmann ins Rennen. Neben diesen beiden offiziellen Mannschaften haben sich noch eine ganze Reihe weiterer Fahrer gemeldet, deren Namen im Autosport 'AUTOMOBIL-REVUE ebenfalls einen guten Klang haben. Sir Henry Birkin und Lord Earl Howe meldeten zwei Alfa-Romeo an, die drei englischen Fahrer Eyston, Frontera und Ramponi, bekannt von mehreren erfolgreichen Rekordversuchen in Montlhery, starten alle auf Maserati. Ein Mercedes-Benz als einziger deutscher Wagen äst Davis anvertraut. Die Meldungen von englischen Fahrern sind ganz ausserordentlich gut ausgefallen. Beinahe die ganze kommende britische Rennfahrergeneration wird auf der Tourist Trophy einen ersten Existenzbeweis in grossem Rahmen ablegen. C. S. Staniland, einer der hoffnungsvollsten Konkurrenten, macht das Rennen auf Riley mit, Dudley Froy, bekannt vom letzten Nürburgring-Rennen, schrieb sich auf Invicta ein, und Talbot ist durch die ausgezeichneten jungen Fahrer Bryan, Lewis, Hindmarsh und Rose Richards vertreten. Sehr vielversprechend sind auch die Frazer Nash und Aston Martin-Meldungen. Bei den Kleinwagen gehen auf Austin die bewährten Fahrer Cushman, Barne und Goodacre an den Start, sie gelten in dieser Klasse als besonders gefährlich. Allein auch M. G. Midget ist gut vertreten. Die Konkurrenz wird bekanntliche auf der 20,32 km langen Ulster-Rundstrecke ausgetragen. Die Fahrer müssen im ganzen 30 Runden erledigen. Beim Rennen um die Tourist Trophy kommt eine spezielle Handicapformel zur Anwendung, die die Unterschiede zwischen den Wagen mit kleinern und grössern Zylinderinhalten möglichst zu egalisieren versucht. Die Nennungen : Klasse B (8000 ccm): Davis (Mercedes-Benz). Klasse C (5000 ccm): Froy (Invicta); Field (Invicta); Varzi (Bugatti); Divo (Bugatti); Chiron (Bugatti). Klasse D (3000 ccm)- Ormonde (Arrol Aster); Lockwood (Arrol Aster); X (Arrol Aster); X (Maserati); Eyston (Maserati); Rose-Richards (Talbot); Hindmarsh (Talhot); Lewis (Talbot); Esplen (Talbot); Henry Birkin, Bt. (Alfa Romeo); Earl Howe (Alfa Romeo); Nuvolari (Alfa Romeo); Borzacchini (Alfa Romeo); G. Campari (Alfa Romeo). Nachdem am Mittwoch nachmittag die Teilnehmer in Bern von ihrer langen Reise froh, aber doch merkbar müde und abgespannt eintrafen, und sie sich einer gehörigen körperlichen Restauration unterworfen hatten, folgten sie noch dem liebenswürdigen Ruf des von der Sektion Bern des A.C.S. zusammengestellten Empfangskomitees zu verschiedenen Einladungen. So besahen sie sich an Mittwochabend von speziell zur Verfügung gestellten Autocars aus die wunderbar strahlende Bundesstadtbeleuchtung, und am Donnerstag nachmittag fanden sie sich zu einem Afternoon-Tea, offeriert von der Berner A' C. S.-Sektion, auf der Terrasse des Ku-rsaals Schänzli ein. Die Alpen grüssten in blendendem Weiss zu ihren stolzen Bezwingern herüber... Das Schhissbankett. Zu einer ganz ausserordentlich gediegenen und distinguierten Schlussfeier gestaltete sich das vom A.C.S. offerierte Bankett am Donnerstag abend in der Festhalle der «Hyspa». Die mit rund 200 Couverts belegten Tische waren mit kostbaren Blumen geschmückt, und von der Decke grüssten die aufgehängten Fahnen der an der Alpenfahrt vertretenen Länder. Während des überaus köstlichen Bankettes erhob sich Herr Dr. Mende, Zentralpräsident des A.C.S. zu seiner in französischer Sprache gehaltenen offiziellen Ansprache. Sein herzlicher Gruss galt in erster Linie Herrn Bundespräsident Häberlin, durch dessen Anwesenheit die Alpenfahrt eine prächtige Ehrung erfuhr, weiter begrüsste er den Gesandten von Oesterreich, Herrn Minister Hoffinger, ferner den Vertreter der J)eriiischen Regierung Herrn Regierungsrat • B'ösiger, die Herren bernischen Gemeinderäte Raaflaub und Blaser, den bernischen Polizeidirektor Schneeberger als Präsident der Hyspa, und Herrn Dr. Hauswirth, Generalsekretär der Hyspa, ferner alle die anwesenden Sportkommissäre, den Rennchef Herrn Töndury, alle Konkurrenten, Mitarbeiter, Vertreter verschiedener A.C.S.-Sektionen und die übrigen Geladenen. Er feierte die gewaltige Leistung der Alpenfahrt und gratulierte den Konkurrenten zu ihrer ausserordentlichen Leistung, durch die sie das Automobil und den Autotourismus wieder gewaltig förderten. Bietet nicht die internationale Alpenfahrt in ihrer wahrhaft völkerverbindenden Eigenschaft den Nationen ein leuchtendes Musterbeispiel der Einigkeit ? Herr Dr. Mende hob sein Glas auf die internationale Alpenfahrt und ihr glückliches Weiterbestehen. Im Namen der Stadt Bern begrüsste Herr Gemeinderat Raaflaub die Organisatoren und Konkurrenten. Er gab seiner Freude darüber Ausdruck, dass Bern die Ehre genoss, Endpunkt der internationalen Alpenfehrt zu sein. Mit lebhafter Genugtuung begrüsste er diese Art Automobilkonkurrenzen, wie sie die Alpenfahrt darstellt, die vor allem touristischen Charakter besitzen. Noch wand er der Presse ein besonderes Kränzchen der Aner- Klasse F (1500 ccm): Clarke (Lea Francis); Harvey (Aston Martin); Cook (Aston Martin); Bertelli (Aston Martin); Moore (Frazer Nash); Penn- Hughes (Frazer Nash); Aldington (Frazer Nash). Klasse G (1100 ccm): Widengren (Maserati); Ashby (Riley); Noble (Riley); Staniland (Riley); Whitcrpft (Riley); Gillow (Riley). Klasse H (750 ccm)- Higgin (M. G. Midget); Hamilton (M. G. Midget); Montgomery (M. G. Midget); Barnes (M. G. Midget); Hall (M. G. Midget); Hailwood (M. G. Midget); Jackson (M. G. Midget); Horton (M. G. Midget); Gardner (M. G. Midget);; Watney (M. G. Midget); Black (M. G. Midget); Parker (M. G. Midget); Crabtree (M. G. Midget); Kayley (Austin); Cooke (Austin); Goodacre (Austin); Barnes (Austin); Cushman (Austin). Abschluss der Internationalen AlpenfaSirt 1931 kennung für ihre prompte und tadellose Berichterstattung. Als Vertreter der Sportkommissäre dankte Herr Konsul Fritsch, deutscher Sportkommissär, für den prächtigen Empfang in der Schweiz. Mit besonderem Nachdruck verwies er auf die aufopfernde Arbeit der beiden schweizerischen Vertreter Herrn Decrauzat, Sportkommissär der Schweiz und Präsident der N.S.K., und Herrn Töndury, Rennchef der Alpenfahrt (lang anhaltender Beifall.) Er beschloss seine sympathische Ansprache mit einem dreifachen Hoch auf den schweizerischen Bundespräsidenten, die Schweiz und den A.C.S. mit seinem verdienten Herrn Dr. Mende an der Spitze. Im Namen der Fahrer sprach Prinz von Liechtenstein Lobesworte für den schönen Empfang in der Schweiz. Auch er wandte sich noch besonders an die Herren Decrauzat und Töndury und dankte ihnen für ihre ständige Hilfsbereitschaft, ihre Umsicht, ihren Takt und grosse Güte, Eigenschaften der Schweiz überhaupt, deren Grosse in keinem Verhältnis zu der Hilfsbereitschaft ihres Volkes stehe. Noch folgte die von Herrn Decrauzat vorgenommene Verlesung der Resultate, die 'bereits gedruckt verteilt waren, und dann vereinigten sich noch Fahrer, Komitierte, die Presse und weitere Banketteilnehmer in zwanglosen Gruppen zu einem letzten schönen Erinnerungsaustausch. bo. Definitive Resultate rfer Alpenfahrt 1931. GletscherpokaL Gruppe I. Als Erste wurden klassiert; ex-aequo: Nr. 5, Healey auf Invicta, 0 Punkte. Nr. 9, W. Oelmar auf Mercedes, 0 Punkte. Nr. 11. Biizy auf Austro-Daimler, 0 Punkte. Alle drei Fahrer erhielten den cGletscherpokal». Als Zweite wurden klassiert: Nr. 10, Dr. Kunheim, auf Austro-Daimler, 11 Punkte. Nr. 13, Dr. Sprenger van Eyk auf Ford, 11 P. Die beiden erhielten die silberne «Gletscherplakette». Als Dritter wurde klassiert: Nr. 12, W. Sintenis auf Ford, 16 Punkte. Er erhielt die «Gletschennedaille». Gruppe II. Als Erste wurden klassiert: ex-aequo: Nr. 24, Graf Spiegel-Diesenberg auf Austro- Daimler. 0 Punkte. Nr. 26, P. Schoeller auf Austro-Daimler, 0 P. Nr. 28, H. E. Symons auf Clenient-Talbot, 0 P. Nr. 32, E. H. Schölten auf Lancia, 0 P, Nr. 39, C. Adorno auf 0. M., 0 P. Alle Fahrer erhielten den «Gletscherpokalv Als Zweiter wurde klassiert: Nr. 43, Foligno auf Alfa-Romeo, 1 Punkt Er erhielt die silberne «Gletscherplakette». Als Dritter wurde klassiert: Nr. 36, Peter auf Fiat, 5 Punkte. Er erhielt die «Gletschermedaille». Gruppe III. Als Erste •wurden klassiert: ex-aequo: Nr. 57, H. Butenuth auf Hanomag, 4 Punktt. Nr. 58, C. Pollich auf Hanomag, 4 P. Nr. 59, Frau L. Ftoehrs auf Hanomag, 4 P.