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Bern, Dienstag, 18. Augast 1931 III. Blatt der „Automobil-Revue" No. 68 Dorf im Sommerabend Der letzte Abendzug hat soeben die Station verlassen. Die Lichter werden gelöscht. Wdss, schweigend, wie verwunschen liegt das kahle Gebäude im blauen Abend, indes Pfiffe, Räderrollen und Schienensingen des davoneilenden Zuges langsam in der Ferne verklingen. Es ist still geworden im Dorie mit dem aufgehenden Mond. Wie sanft und lautlos und schön die grosse silberne Scheibe durch die ruhige Bläue des Himmels pflügt! klier Lärm, alles Rasseln und Aechzen und Knarren der Wagen und Hoftore, alle Hast der schreienden, weckenden, fluchenden und schimpfenden Menschen ist weit zurückgeebbt, hat sich gestaut, irgendwo fern hinter einem zäh und unerbittlich beherrschenden, unsichtbaren Damm. Das Leben der leisen Dinge, ist aus seiner dämmerigen Verborgenheit erwacht, das in seiner Zartheit und scheinbaren Gebrechlichkeit gegen den Tag mit seiner sengenden Glut nicht aufzukommen wagte. Die wunderbar erschauernde, streichelnde, flüchtig verfliessende, verwehende,, verhauchende, dunkel getönte Schönheit der Dinge im Abend beginnt zu raunen, zu flüstern und zu sprechen: wie von sehr weit herüberkommend, flaumgetragen und doch so wirklich, bebend nah, wie Flocken sanft fallend ist der Wind ans Baumkronen aufgewacht, wühlt sich langsam, tastend, suchend durch das warme Dunkel der Nacht, gleitet zögernd über hohe Zäune, rastet in Rasenbeeten und schläft müde und satt ein. Die Wiesen glitzern wie bereift im Schimmer des Gestirns. Die Blätter an den Bäumen erzittern tief im Schlaf und beben, als streife von fern Atem von Frost. Durch alle Dorfgassen rinnen breite Bäche goldenen Glanzes. Die Hausdächer funkeln wie eitel Silber und Gold. Die Nacht ist warm, hell bestirnt, von Düften des Sommers erfüllt und fast windstill. Der reine, fromme Himmel mit den Sternen und dem lieben Mond: wie er zu süssen Sinnen und Denken einlädt! Ueberirdisches. Fernes, und wieder so nah Zugehörendes und Vertrautes weckt er. Wie die Bilder durch die Erinnerung gleiten, hastig und rasch, wie von einem Bogen geschnellt. Und dennoch keines überstürzt, keines zerbricht, keines zerrinnt in einem andern. Ein endloser Zug, funkelnd in seiner Reinheit und Ordnung. Ab and zu schwirren Fledermäuse in irrem Flug dicht an den Fenstern der Häuser vorüber, über Gärten weg, auf Augenblicke seltsam kühle, feucht fächelnde Luftschauer aufweckend. Manchmal fällt in die verzauberte Stille 'des schlafenden, ausruhenden Dorfes aus einem Stalle dumpfes, hohles Brüllen des «Typ Evelin» Autosportroman von Karl Schmidl. (FortsetzunB ans dem Hauptblatt) Von Reuter nickte. «Herr Hausmeister,» fragte der Kriminalist den ob seiner nochmaligen Vorladung unangenehm Erstaunten, «überlegen Sie sich die Frage, die ich jetzt an Sie stelle genau, ehe Sie antworten. — Haben Sie heute morgen ein Fenster oder den * Platz davor etwas stärker als es gewöhnlich der Fall ist, beschmutzt gesehen?» Rasch antwortete der Befragte: «Doch, Herr Kommissar, das stimmt, das zweite Fenster links im Parterregang, gegen die Privatwohnung des Herrn Doktor zu, war sehr schmutzig, gerade wie wenn man mit schmutzigen Stiefeln auf dem Gesimse herumgelaufen wäre. Auch der Boden vor dem Fenster war schmutzig. Aber da konnte der Verbrecher doch nicht herein, das Fenster ist ja vergittert.» «Haben Sie es schon gereinigt?» «Jawohl, Herr Kommissar!» «Schade! — Doch führen Sie uns mal hin!» Es war ein grosses, hohes, stark vergittertes Fenster, vor das sie der Hausmeister führte. Friedstedt untersuchte alles genau, Rahmen, Glas, Gesimse und Gitter. Doch er schien wenig befriedigt. «Ich wollte, Herr Maurus,» sagte er zu dem Fabrikanten, «Sie hätten keinen so tüchtigen Hausmeister. Er hat uns leider die schönste Spur so gründlich ausgelöscht, wie es nur ein ganz tüchtiger Mann seines Faches tun kann. Unsere Aufgabe hier ist vorläufig beendet. Ich denke, Herr Präsident, dass' Herr Viehs. Die Stille erschrickt, fährt zusammen wie ein totes Wasser, in das ein Stein klatscht. Hunde fallen mit wütendem Gekläff rasch aufzuckende und wiederum geheimnisvoll verschwindende Schattenbilder an. Oder leisv erträumter Gesang rinnt verwehend aus einer Vogelkehle. Plötzlich sägt durch die Stille der Nacht Knarren eines Wagens, scharf, weh und sehr ausdauernd. Das Geräusch kommt vom Ende des Dorfes her, die Hauptstrasse hinauf, näher. Dazwischen, in regelmässigem Takte, Schläge von Hufen. Immer näher und näher. Nun ist es da: ein Wagen hochauf beladen mit frisch gemähtem Futtergras, von Pferden gezogen. Mit tiefgesenkten Hälsen mühen sich die Tiere vorwärts. Die Ladung ist schwer, feucht vom Nachttau. Die Achsen kreischen. Alle Eingeweide des Wagens winden sich stöhnend, schüttern, dröhnen. Oben auf^ dem Fuder haben es sich die späten Arbeiter bequem gemacht, lässig die Glieder weit von sich gestreckt, tief ins nasse Gras gewühlt. Wie das kühlt! Die gutmütigen gebräunten Gesichter dämmern mit geschlossenen Lidern, schlafmüd und träge. Nur der Fuhrmann ist wach. In scharfer Silhouette ragt seine lange Peitsche über dem Wagen in die Luft. Die Pfeife, schräg in den Mund geklemmt, glimmt von Zeit zu Zeit leise auf. Das Leitseil liegt faul und schlaff in der Hand. Die Pferde wissen den Weg. Es war ein heisser, strenger Tag heute, gepresst voll von Arbeit, zum Platzen gefüllt mit Mühsal und, Schweiss. In aller Herrgottsfrühe begann er, lange vor dem ersten Lerchenschlag. Nun hatte sie sich, die kleine Schar, zum Umfallen müde, beim Grasen weit draussen in den Feldern verspätet. Und die Nacht hatte sie unterwegs überfallen. Aber jetzt geht es endlich der Ruhe und dem Schlaf entgegen. Wie gut! Traumumfangen- stehen diS weissen Fronten der Häuser, an denen der Weg vorübergeht. Unregelmässig, verstreut zwischen Gärten, von Baumkronen schwarz überwölbt, rauschenden Brunnen zur Seite so säumen sie die ansteigende Dorfäfrasse. Dahinter, am Eingang des Dorfes, wächst der Berg empor. Mit einem Mal, ohne saften Anstieg, steil aufgeschossen, mit Flühen und Fetzen Waldes, Buchen und Tannen, und mit Weiden, in sorglich schützender Gebärde, ein hegender Mutterarm, das witternde Auge eines treuen Vaters so neigt er sich über das schlafende Dorf. Das Gespann nähert sich mählich, in geruhsam klappernder Fahrt und schwerfällig, seinem Heimwesen, fast am Ausgang des Dorfes gelegen. Maurus morgen von uns einiges über die Todesursache des Herrn Soerner hören wird.» «Ja, doch, Herr Maurus, wir werden Ihnen morgen Nachricht geben,» verabschiedete sich von Reuter. Als die Herren aus dem Hause traten, war es bereits neun Uhr vormittags. Gruppen von Angestellten und Arbeitern standen untätig auf dem grossen Platz und flüsterten neugierig. Das Ereignis hatte sich schon herumgesprochen. Eben als die Beamten sich anschickten, in ihre Wagen zu steigen, kam in grosser Eile ein grauer, eleganter Sportwagen daher. «Dunker!» rief Maurus; da hielt der Wagen schon vor der Pforte und Dunker stürzte heraus. «Ist es wahr, Herr Maurus?» rief er schon von weitem. «Ja, Dunker, leider ist es wahr. Ihr Freund, unser lieber Soerner ist tot. Friedstedt wandte sich an den Rennfahrer: «Sie waren ein Freund des Toten, mein Herr?» «Ja!» Dunker war leichenblass vor Aufregung. «So darf ich Sie wohl bitten — natürlich wenn Sie sich erholt haben — uns einige Angaben über die Lebensgewohnheiten Ihres verblichenen Freundes zu mach'en.» «Gewiss! Gewiss!» stammelte der immer noch Fassungslose. Dr. Maurus nahm ihn beim Arm und zog ihn mit sich fort. III. Evelin. Ein tiefblauer Frühlingshimmel wölbte seine weite Kuppel über dem ruhig in Sonnenglanz liegenden Mittelmeer. In den Duft Ferienzeit! Beteiligen Sie sich an unserm Photo - Wettbewerb 1 Wie der Wagen an seinem Ziel in den Hof einbiegt, da schweigt unverzüglich das Knarren der Räder, wie verschluckt, von der Stille weggewischt. Ganz geheimnisvoll mittet es an, unwirklich, wie Spuk, wie Zauber. Und gleichzeitig ist auch der Wagen mindern Fuhrmann, der Fracht, den schlafenden Menschen und den Pferden verschwunden. In den schwarzen Schatten des Vordaches sich schmiegend, entglitt er sonderbar rasch und versank, entschwand. Nun ist das Leben der leisen Dinge wieder erwacht und beginnt, geraume Zeit- vorher und die zarten Farben seiner Blumen Hegt an steiler Küste eingebettet Bordighera. Eine Landzunge um die andere schiebt sich zu beiden Seiten der Stadt ins Meer vor und von ihren Höhen grüssen tiefdunkle Haine und Häuser. Wie Kulissen liegen die Hügel hintereinander in immer zarterem Blau und in der Richtung auf Mentone und Pto. Maurizio verschwimmen sie im Dufte des Rivierahimmels. Vom flauen, warmen Winde nur massig schnell vorwärtsgetrieben, steuerte eine mittelgrosse Segeljacht einer stillen Bucht zu, in deren innerstem Winkel auf halber Höhe, zwischen den dunklen Bäumen eines grossen Parks, eine schneeweisse Villa thronte. Auf dem Deck des Schiffes ruhte eine junge Dame im Badekostüm, mit blauen Augen und flachsblonden, kurzen Haaren. Vor ihr sass ein brauner Bursche mit offenem Hemd und aufgestülpten Aermeln. Ein zweiter, jüngerer Italiener lehnte faul am Mast und sah gelangweilt über das Wasser. Der jüngere richtete sich plötzlich in die Höhe und blickte, mit der Hand die Augen beschattend, schärfer in die Richtung der weissen Villa. «Signora, die weisse Fahne ist aufgezogen,» sagte er sich umwendend. ' Die junge Dame erhob sich. Angestrengt blickte sie zu dem Hause hinüber, über dessen flachem Dach ein kleiner weisser Flekken zu sehen war. Diese Fahne war das Zeichen, das Evelin Maurus, die junge Herrin der weissen Villa zurückrief, wenn im Hause etwas Wichtiges, das ihre Anwesenheit erforderte, vorgefallen war. Evelin wandte sich an ihren älteren Begleiter. überschrien, von neuem zu sprechen und ist stärker, gewaltiger, herrischer als der brennendste Tag: die umdämmerte, hauchleichte, mehr geahnte als erschaute, verfliessende Schönheit der Dinge im Abend wie von fernher, sehr weit herüberkommend, wie Flaum und Flocken sanft fallend. Wind, aus Baumkronen aufgewacht, tastet sich zärtlich über Zäune, fällt müde über grüne Rasenbeete hin und schläft unter Rosen ein. Gesang der Brunnen, unter Laub Versteckt, überweht vom Flüstern der Bäume und Sträucher. Schatten, wuchernd aus dem Staub der Solbad Rheinf elden Salinenhotel im Park Familienhotel in bevorzugter, rahiger and sonniger L»ge, mit jedem modernen Komfort, d*i bevorzugte Absteigequartier der Automobilisten auf der Durchfahrt, wie für längeren, nutebringenden Kuraufenthalt. Terrassenrestaurant. Orchester. Garage. M&ssige Preise. Pension von Fr. 14.— an. Telephon Nr. 15. E. PflQger-Dletsohy. «Antonio, können wir um keinen Preis schneller vorwärts kommen?» «Nicht um die ewige Seligkeit, Signora, der Wind wird immer schwächer.» «Wie lange rechnen Sie noch, Antonio?> Der Italiener antwortete achselzuckend: «Eine halbe Stunde — wenn der Wind so bleibt!» Evelin war trotz ihrer jungen Jahre und trotz einer Armee von Verehrern jedes Jahr einmal gründlich müde. Dann kam sie nach Bordighera, wo die beiden Burschen ihre Villa hüteten und ihren Park pflegten. Bestimmt geschah das jedesmal, wenn im Norden die brausenden Frühjahrsstürme mit eiskaltem Regen und nassem Schnee durchs Land fuhren. Verträumt blickte sie an den Italienern vorbei in die unruhigen Wellen. «Dieses Land ist viel zu schön für Faulenzer, Antonio. Wenn bei uns im Norden alles in Schmutz und Nässe starrt, blühen bei euch die Levkojen.» «Gott hat es gut gemeint mit diesem Land, als er es uns gab, Signora», antwortete der Bursche lächelnd, «wer dieses Land besizt, muss zu leben verstehen. Die Arbeit ist ein Fluch, sagt die Bibel, die ich als gläubiger Christ verehre, wenn ich sie auch noch- nie gelesen habe. Arbeit ist eines Edelmannes unwürdig und jeder Italiener ist ein Edelmann — die meisten sogar der Geburt nach. Was sollen wir arbeiten, wenn unser Boden alles schenkt, was wir brauchen. Es ist gut, dass nicht ihr dieses Land habt. Ihr würdet es mit Fabriken füllen und der Qualm der Sehlote würde den Duft der Levkojen erstikken.» (Fortsetzung folgt.)