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E_1931_Zeitung_Nr.068

E_1931_Zeitung_Nr.068

Weltbestand der

Weltbestand der Automobile. Definitive Ergebnisse. Der Weltbestand an Automobilen belief sich laut den endgültigen Ergebnissen der amerikanischen Handelstatistik auf 35,8 Millionen Wagen auf 1. Januar 1931. Wir waren bereits in der Lage, in den Nummern 29 und 30 der A. R. die vorläufigen Resultate dieser Erhebungen bekanntzugeben. Ein Vergleich mit den definitiven Ergebnissen zeigt nur ganz unbedeutende Abweichungen. Die Zunahme des Weltbestandes gegenüber dem Vorjahre beziffert sich auf 678,000 Wagen oder rund 2 Prozent des Bestandes. In 164 von der Statistik erfassten Ländern melden 136 eine Zunahme, wovon 30 Staaten eine solche von mehr als 10 Prozent. Da die Weltproduktion im Jahre 1930 sich auf 4,1 Millionen Wagen bezifferte (gegen 5,2 Millionen im Vorjahre), so ergibt sich nach Abzug der 678,000 neuregistrierten Automobilen, dass 3,4 Millionen fabrikneue Wagen zum Ersatz von Fahrzeugen dienten, welche aus dem Verkehr genommen und zum grössten Teil verschrottet wurden. Was die Automobildichte anbetrifft, so entfällt auf 1. Januar 1931 je ein Fahrzeug auf 54 Personen der Weltbevölkerung (gegenüber 55 Personen im Vorjahr). Die grösste Dichte weisen natürlich die Vereinigten Staaten mit je einem Automobil auf 4,59 Personen (4,87 im Vorjahre) auf. In der Dichte folgen Hawaii, wo auf je 7 Personen •in Automobil entfällt, dann Kanada und Neuseeland mit je einem Automobil auf 8 Personen. Den geringsten Bestand verzeigt China mit je 12,470 Personen auf ein Automobil. z ' Instruktion des Fahrpersonals. Ein bundesgerichtlicher Haftpflichtentscheid. Auf der Strasse Siders-Sitten holte ein Motorradfahrer, der einen Passagier auf dem Soziussitz mitführte, einen grossen Motorlastwagen ein. Da er vorfahren wollte, gab er ein Signal, und der Lastwagen, der sich bisher in der Strassenmitte gehalten hatte, gab gleichfalls ein Signal unter gleichzeitigem Abschwenken nach der rechten- Strassenseite. Begreiflicherweise nahm der Motorradfahrer an, dass nunmehr der Weg zum Vorfahren frei sei. Tatsächlich galt dsüs Signal des Lastwagens aber einem vor ihm auf der rechten Strassenseite befindlichen Kinderwagen, und als der Motorradfahrer sich beim Vorfahren gerade in gleicher Höh© wie der Lastwagen befand, schwenkte der Lastwagen plötzlich scharf nach links ab, um dem Kinderwagen auszuweichen. Dal eich auf der linken Seite der Strasse eine Mauer und ein Schotterhaufen befanden, hatte das Motorrad ohnehin nicht viel Raum; es wurde vom Lastwagen an die Mauer gedrückt, wobei sein Passagier Verletzungen erlitt. Der verletzte Passagier klagte gegen den Motorradfahrer, dann auch gegen den Lastwagenchauffeur und dessen Arbeitgeber auf Schadenersatz. Das Kantonsgericht Wallis konnte aiuf die Klage gegen den Lastwagenchaufföur nicht ©intreten, da sie inzwischen verjährt war, erklärte dagegen nicht nur den Arbeitgeber, sondern auch den Motorradfahrer schadenersatzpflichtig. Das Bun desgericht (I. zivilrechtliche Abteilung) hai diesen Entscheid am 13. Juli bestätigt. Die Klage gegen die Firma, welcher der Lastwagen gehört, gründet sich auf Art. 55 des Obligationenrechts: «Der Geschäftsherr haftet für den Schaden, den seine Angestellten oder Arbeiter in Ausübung ihrer dienstlichen oder geschäftlichen Verrichtungen verursacht haben, wenn er nich nachweist, dass er alle nach den Umständen gebotene Sorgfalt angewendet habe, büro. Die Leiche war entfernt worden. Dr. Maurus öffnete die Schränke, in denen die Pläne aufbewahrt wurden. Alles war in schönster Ordnung, doch von neuen Plänen zeigte sich nicht die geringste Spur. Aufgeregt rief Maurus: «Sehen Sie, d!e neuen Konstruktionen sind fort. Der Täter hat keine Zeit gehabt, Kopien zu machen; er hat deshalb die Originale mitgenommen.» Friedstedt sah fragend auf seinen Vorgesetzten. Von Reuter sagte: «Setzen wir die Protokollaufnahme fort, die Sache hat eine neue Wendung bekommen !> Sealson kam zur Vernehmung. Knapp und sachlich gab er seine Antworten. Viel zu sagen hatte er nicht. Seit sechs Uhr war er im Werk, und als er gegen sieben Uhr bei Soerner vorsprechen wollte, traf er den Hausmeister und den Bürodiener Müllner, von denen er die Schreckensnachricht erfuhr. Er hatte das Zimmer kurz in Augenschein genommen und dann telephonisch den Arzt, die Polizei und Herrn Maurus verständigt. Auch der Hausmeister und der Bürodiener Müllner konnten nichts Neues erzählen. Auf die Frage, ob er während der Nacht nicht irgendwelche auffälligen Geräusche vernom- um einen Schaden dieser Art zu verhüten.» Den Chauffeur dieser Firma: trifft ein schweres Verschulden, da er den ihn einholenden Motorradfahrer wahrgenommen hatte und über die Bedeutung seines Hupensignals nicht in Zweifel sein konnte; das plötzliche Abbiegen nach links, das zum Unfall führte, war überdies unnötig, da sich der Kinderwagen dicht am Strassenrande und in einiger Entfernung weiter orn befand. Zu ihrer Entlastung macht die Firma geltend, dass sie die Fahrbussen jeweilen auf ihre Chauffeure überwälze, doch wird die Zahl der gegen sie verfällten Bussen trotzdem als hoch bezeichnet, so dass diese Massnahme offenbar nicht genügt hat, um die Lastwagenführer zu grösserer Sorgfalt anzuhalten. Ein schwerer Mangel an Sorgfalt seitens der Firma liegt aber darin, dass sie den dem Chauffeur mitgegebenen Begleiter nicht über seine zu leistende Mitwirkung instruiert hatte und dass sie den grossen Lastwagen nicht mit einem Rückblickspiegel versehen hatte, der gerade n derartigen Fällen gute Dienste leistet. Der Arbeitgeber hat demnach den Entastungsbeweis nicht geleistet und muss für das Verschulden seines Chauffeurs und dessen Folgen einstehen. — Dem Motorradfahrer ist zuzugeben, dass er annehmen durfte, der Lastwagen werde die Strasse freigeben, dagegen liegt ein allerdings weit geringeres Verschulden darin, dass er das Vorfahren an einer in schlechtem Zustande befindlichen Strassenstelle wagte, wo er durch aufgeschüttete Kieshaufen und durch eine Mauer in seiner Bewegungsfreiheit gehemmt war, um so mehr als auch das Gewicht des mitgeführten Passagiers die Lenkung seines Rades erschwerte. Da das Verschulden des Lastwagenführers überwiegt, hat dessen Arbeitgeber vier Fünftel des eingetretenen Schadens (19 380 Fr.), der Motorradfahrer ein Fünftel (4845 Fr.) zu ersetzen. Verkehrsbelehrung an der Hyspa. Als eine Abteilung, deren Bedeutung für die «Hygiene» in weitem Sinne ungewöhnlich gross ist, muss die Verkehrsbelehrung an der Hyspa angesehen werden. Es ist in erster Linie das grosse Verdienst des Strassenverkehrsamtes des Kantons Bern, hier wertvolles und überaus einprägsames , ; Ma-.i terial beigesteuert zu haben. Mit grossero; Vergnügen nimmt der Fachmann,- dönrt auch wahr, mit welchem lebendigen Interesse die Hyspa-Besucher sich dieser Abteilung zuwenden. Nicht etwa nur die Männer und Jünglinge, sondern auch die Damenwelt bekundet für die Probleme, die da» veranschaulicht sind, grosse Teilnahme, und wir fanden mehr als einmal ganze Familien vor den Photos vereinigt, die ein schweres Automobil- oder Motorradunglück darstellen und in ihrer Entstehung erläutern. Als Einleitung wird das vom staatlichen Lehrmittelverlag Bern herausgegebene ausgezeichnete Verkehrsbüchlein anhand zahlreicher Muster in Erinnerung gebracht. Wir finden da die zehn Gebote des Fussgängers und des Radfahrers und als Illustration dazu die volkstümlichen Graphiken von Ernst Ruprecht in Laupen. Die Aufmerksamkeit, die in erster Linie die jungen Besucher der Ausstellung diesen Bildern zuwenden, erreicht vollauf ihren beabsichtigten Zweck. Da wird die Gefährlichkeit des Kinderspiels auf dem Fahrdamm mit allen ihren Varianten gezeigt, dann wird dargetan, wie der Radfahrer durch Vorfahren und eigenwilliges Kreuzen sich und andere in Gefahr bringt, wie die üble Gewohnheit, sich an Lastwagen men habe, antwortete der Hausmeister verneinend. Als der Präsident und Friedstedt aHein waren, sagte der erstere stirnrunzelnd: «Der Fall scheint nicht gerade einfach zu liegen. Friedstedt.» «Es ist noch nicht erwiesen, dass. ein Mord vorliegt, Herr Präsident, obwohl die verschwundenen Pläne es vermuten lassen.» «Auf welchem Weg könnte der Täter in das Zimmer eingedrungen sein?» «Nur durch die Türe. Selbst den Fall angenommen, dass er Handschuhe getragen hätte, müssten wir an den Fenstern irgendeine Spur gefunden haben. — Nur durch die Türe!» «Also hat er sich schon vorher im Hause aufgehalten!» «Ich halte das für möglich, doch kann er auch durch die Fenster im Erdgeschoss eingedrungen sein.» «Haben Sie nicht bemerkt, dass diese ziemlich stark und eng vergittert sind?» Der Kriminalbeamte schwieg nachdenklich. Nach einer kleinen Pause sagte er in ruhigem Ton: «Gestatten Sie, Herr Präsident, dass der Hausmeister nochmals gerufen wird. Ich habe noch eine Frage an ihn zu richten.» (Fartsetzunr im «Autler-Feierabend».S AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 68 Wp. anzuhängen, für Kinder, Velofahrer und die übrigen Strassenbenützer verhängnisvoll werden kann. Sehr eindringlich werden die latenten Gefahren, die an den unübersichtlichen «Ecken» lauern, zu Gemüte geführt und die verhängnisvollen Folgen des leider immer noch geübten Kurvenschneidens und der Missachtung der Vorfahrregel im Bilde geschildert. Der geschickt arrangierte Text mit diesen Graphiken sichert dem ganzen Arrangement überaus starken Erfolg. Ein paar Schritte weiter werden wir zu den Verkehrsunfällen im Bilde geführt. Das ist eine Kollektion von wirklich vorgekommenen Unfällen, welche eine harte, aber unverfälschte Sprache spricht. Einige Aufnahmen von zertrümmerten Fahrzeugen bewirken bei den Besuchern Rufe des Schreckens und mancherlei Kommentare, womit auch da die Absicht trefflich erreicht wird. Die Anordnung des Materials ist hier so, dass jeweilen oben der Unfall in vergrösserter Photographie erscheint, während darunter ein lebendig kolorierter Grundriss die technische Ursache des Unfalls erklärt. Diese Art der Verkehrsbelehrung kann nicht genug geschätzt werden. Den offenen und unübersichtlichen Bahnübergängen sind u. a. einige gute Aufnahmen mit zugehörigen Schemata gewidmet. Sehr instruktiv ist sodann die grosse topographische Landkarte des Kantons Bern, auf der das Verkehrsamt mit dunkelroten Punkten die Verkehrsunfälle in den Jahren 1928 bis 1930 nach ihrer Häufigkeit aufgezeichnet hat. Zahlen geben uns an, dass Anno 1928 im Kanton Bern 74 Tote und 1086 Verletzte, Anno 1929 76 Tote und 1039 Verletzte und Anno 1930 endlich 75 Tote und 1093 Verletzte als Opfer des Verkehrs liegen blieben. Die relative Konstanz dieser Ziffern hat direkt etwas Unheimliches; man würde es nicht für möglich halten, dass in einem so groissen und weitverzweigten Kanton während drei Jahren die Ziffer der Toten aus Unfällen im Verkehr nur um eins variieren könnte! Im hintern Teil des Raumes wird die Serie der grossen Unfälle mit Ermittlung ihrer Ursachen fortgeführt. Ein grauses Beispiel wird als Folge der Trunkenheit in Photographie vorgewiesen. Geradezu klassisch könnte man das Beispiel nennen, das auf einer Landstrasse vier gegeneinander gestossene Fahrzeuge zeigt. jJe zwei Wagen waren in gleicher Richtung "hintereinander aufgeschlossen gefahren, als die beiden vordem Vehikel scharf stoppten und die ganze Geschichte durcheinander geriet. Mehr als ein Besucher meinte mit Beharrlichkeit, das müsse eine gestellte Aufnahme sein, so etwas gebe es in Wirklichkeit .doch nicht, Allein das Strassenverkehrsamt wartet tatsächlich nur mit authentischem Material auf. Anschliessend wird man auch mit einiger Literatur auf dem Gebiet der Unfallverhütung bekannt gemacht. In der vordersten Halle der «Verkehrsschau» haben die S.B.B. den Unfällen an den Bahnübergängen bildliches und stastistisches Material gewidmet. Etwas seltsam mutet dabei ein in suggestiver Realistik gehaltenes Oelbild an, das ein Auto auf einem Bahngeleise und zwischen die beiden Barrierenbäume eingeschlossen zeigt — wenn die Barriere richtig bedient wird, sollte eine derartige Einklemmung wahrhaftig nicht möglich sein, wohl aber würde das Bild sehr kräftig gegen jene Art der Bärrierenbedienung sprechen, die die Bäume so rasch senkt, dass ein Motorfahrzeug während der Durchfahrt eingeschlossen wird. Vielsagend ist auch, dass, wie man aus einer farbigen Darstellung ersieht, diese Art von Unfällen, durch niedergehende Barrieren verursacht, nahezu ein Fünftel aller Unfälle der S.B.B. ausmacht. Die Forderung nach eigenen Radfahrerwegen ist auch in der Schweiz schon oft erhoben worden, und es ist im zürcherischen Kantonsrat zum Beispiel ein dahingehendes Postulat gutgeheissen worden. In einer andern Abteilung der Halle ist nun ein Gipsmodell zu sehen, das dartut, wie man sich diese seitlich angelegten Fahrradwege auf Land- und auf Stadtstrassen denkt. Anhand von photographischen Bildern werden Vorbilder in Hamburg, Magdeburg, Dreden und an der neuen Rheinbrücke bei Düsseldorf namhaft gemacht. Der Gedanke hat ohne Zweifel viel für sich, nur reichen die wenigen Beispiele, mit denen die Vertreter dieser Idee aufwarten können, nicht aus, um die Möglichkeit einer allgemeinen Durchführung der Wege überzeugend darzulegen. Zusammenfassend kann man sagen, dass die «Hyspa» dem Kapitel Verkehr ein reges Interesse geschenkt und durch die geschickt angelegten Sonderarrangements viel zur Aufklärung der breiten Oeffentlickeit beigetragen hat. Z4 Zfl l .di«i' Notizen Automobilstatistisches ans Zürich. Das neue statistische Jahrbuch der Stadt Zürich weist unter andern in einer Tabelle die zahlenmässige Entwicklung des Motorfahrzeuges in der Limmatstadt auf. Die ersten statistischen Erhebungen reichen bis ins Jahr 1905 zurück, wann der Bestand 84 Personenwagen, 30 Lastwagen und 60 Motorräder umfasste. Ende 1930 waren in Zürich insgesamt 7632 Automobile und 2266 Motorräder stationiert. Parallel mit der Zunahme des Strassenverkehrs haben allerdings auch die Unfälle zugenommen. Glücklicherweise aber hat die Unfallkurve in ihrem Anstieg nicht die nämlichen Proportionen eingehalten. Immerhin bezifferten sich im Jahre 1930 die Unfälle auf 3076, wovon 1141 mit Personenverletzungen. Diese Zahlen sind fast die nämlichen geblieben wie im Jahre 1929, obwohl in der Zwischenzeit die Motorfahrzeuge wiederum um 1000 Einheiten zugenommen haben und natürlich der Verkehr in der Stadt auch durch die Frequenz auswärtiger Automobile ganz bedeutend intensitiert wurde. Von den Unfällen mit Personenverletzungen endeten leider 33 mit dem Tode eines Beteiligten, während mehr als die Hälfte der Verletzungen, nämlich 691, nur leichterer Natur waren. Die Verletzungen betrafen in 510 Fällen Fussgänger, 151 Motorradfahrer und 364 Velofahrer, während alle übrigen Kategorien von Strassenbenützer m bedeutend geringerem Masse an den Unfällen beteiligt waren. Bis zum Jahre 1901, in welchem sich der erst« Automobilanfall ereignete, war aber die Stadt keineswegs unfallfrei und wiesen die Vorjahre durchschnittlich etwas über 100 Unfallereignisse auf, wovon jeweilen etwa 6 tödlich verliefen. z. Verkehrsregelung auf dem Bellevueplatz in Zürich. Seit längerer Zeit wurde der Versuch mit Rechtsverkehr auf dem Bellevueplatz durchgeführt, wobei allerdings recht primitive Mittel, so in Form von Ba^barrikaden zu Hilfe genommen wurden, so dass man sich anfänglich nie recht darüber klar wurde, ob es sich um eine Massnahme der städtischen Baubehörde oder Verkehrspolizei handle. Nunmehr ist dieses allzu provisorische Provisorium beseitigt worden und der probeweise durchgeführte Rechtsverkehr, welcher sich im allgemeinen bewährt hat;' wird nunmehr dadurch aufrecht erhalten, dass einzelne Strassen als Einbahnstrassen durch Aufstellung entsprechender Tafeln bezeichnet werden. Anderseits sind die Trottoirinseln auf dem Platz so verlängert worden, dass der Verkehr sich zwangsläufig in bestimmten Bahnen bewegen muss. Wie bereits früher mitgeteilt, besteht für den Bellevueplatz ein grosses Umbauprojekt, das die Verlegung der Strassenbarmgeleise und verschiedene grössere bauliche Umänderungen mit sich bringen würde. Leider bestehen vorläufig noch keine Aussichten für. eine baldige Verwirklichung dieses recht interessanten Projektes und so wird man sich vorläufig noch mit diesem verbesserten Provisorium behelfen müssen, das hoffentlich nicht zu einem endgültigen Dauerzustand wird. z. Zürcher Verkehrsfragen. Durch die Verlegung des Wochenmarktes von der Bahnhofstrasse nach dem Alpenquai ist die letztere Strasse, die zugleich als Ausfallstrasse Richtung Hörgen-Sargans resp. Sihltal-Zug dient, während den Vormittagen des Dienstag und. Freitag in sehr starkem Masse durch den Marktverkehr in Anspruch genommen, so dass sich die Polizeibehörden veranlasst sahen, am 29. Juni ein partielles Fahrverbot während der Vormittagsstunden zu erlassen. Dieses Verbot hat sich dann aber in der Praxis als wenig zweckentsprechend erwiesen, so dass sich die Sektton Zürich des A.C.S. veranlasst sah, eine Eingabe auf Aufhebung des Verbotes einzureichen, indem sie es als nicht zulässig erklärte, dass eine so wichtige Ausfallstrasse während einigen Tagesstunden mit einem Fahrverbot belegt werde. Unterm 10. August hat nun der Polizeivorstand der Stadt Zürich diesem Gesuch in dem Sinne teilweise entsprochen, dass das totale Fahrverbot aufgehoben und an Dienstagen 1 und Freitagen von 6 Uhr bis 11 Uhr 30 der Fahrverbot aufgehoben und an Diensttagen wird. Während dieser Zeit ist der Verkehr nur in der Richtung Bürkliplatz—General Wille-Strasse igestattet. S. Unser Photowettbewerb. Aufschluss über die Bedingungen unseres diesjährigen Photowettbewerbes für Abonnenten der « Automobil-Revue » finden Sie in Nr. 3 der «Illustrierten Automobil-Revue», die zum Preise von Fr. 1.— beim Verlas unseres Blattes bezogen werden kann.

N°«8 — 1931 Sportnachrichten Kilometerrennen von Giubiasco abgesagt. Da sich der Organisierung des Rekordtages und Kilometerrennens von Giubiasco gewisse Schwierigkeiten entgegensetzen, sieht sich die Sektion Tessin des A.C.S. genötigt, von der Durchführung dieser Veranstaltung, die am 30. August stattfinden sollte, abzusehen. Sie hofft dagegen schon jetzt, nächstes Jahr die interessante Bergprüfungsfahrt auf den Monte-Ceneri veranstalten zu können. Da das Kilometerrennen von Giubiasco als viertes obligatorisches Rennen für die schweizerische Automobilmeisterschaft bezeichnet war, hat die Nationale Sportkommission beschlossen, an seiner Stelle die Bergprüfungsfahrt Kriens-Eigenthal, die am 6. September durch die Sektion Luzern des A. C. S. durchgeführt wird, als obligatorisch für die Meisterschaft zu erklären. (Für einen Teil der Auflage wiederholt.) Die Alpenfahrt Im Spiegel der Internationalen Presse. Die internationale Alpenfahrt 1931, die bereits der Geschichte angehört, hat in der ausländischen Tages- und Fachpresse lebhaftes Echo erweckt. Durchwegs wird der vorzüglichen Organisation der fünf teilnehmenden nationalen Automobil-Clubs unter der Leitung des A. C, S. Beifall gezollt. Wir veröffentlichen heute ein paar erste Pressestimmen über die grosse Veranstaltung : Der an der Alpenfahrt mitgefahrene Korrespondent der «B. Z. am Mittag > beschliesst seine Berichte mit folgendem Schlusskommentar : «... Ein internationaler. Wettbewerb wie die Alpenfahrt erfordert eine umfassende und straffe Organisation. Alles, was der Automobil-Club der Schweiz und seine Sektionen in dieser Hinsicht und in der Durchführung gemacht haben, war sehr, gut. Auch die Mitarbeit der beteiligten Länderclubs war in Deutschland und Oesterreich gut, in Italien hervorragend. , Ein ausserordentliches Verdienst um diese Alpenfahrt steht dem Fahrtleiter A. Töndury, dem Vizepräsidenten der Sportkommissio/i des Schweizer Automobilclubs, zu. ET zeigte Umsicht, Energie und schnelles Entscheiden. Er fand vor allen Dingen als erfahrener Sportsmann den rechten Ton im Umgang mit den Konkurrenten. Kein Protest ist vorgekommen, es hat keinen Aerger, keine Unzufriedenheit gegeben. Selten hat ein Fahrtleiter sich so schnell das Vertrauen seiner Fahrer zu erwerben gewusst. Wie beliebt er sich bei ihnen gemacht hat, zeigten ihm die' Ovationen beim Schlussbankett. Die Teilnehmer dieser Alpenfahrt haben sich in der Schweiz sehr wohl gefühlt. Besonders die Aufnahme in Bern war erfreulich. Die Berner gaben sich Mühe, den Gästen den Aufenthalt in ihrer schönen Stadt angenehm zu machen, und es gelang ihnen auch, so dass diese denkwürdige Alpenfahrt in ihrem Schlussbankett einen harmonischen Ausklang fand.» Der ebenfalls mitgereiste Vertreter der « Münchner Telegramm-Zeitung » schreibt: ,/«Die Internationale Alpenfahrt 1931 war die schönste Alpenfahrt, die je durchgeführt wurde. Dem Schweizerischen Automobil- Club, als federführendem Club, muss man ein aufrichtiges Kompliment machen. Seine Organisation war ebenso bemerkenswert wie die persönliche Liebenswürdigkeit des Fahrleiters Töndury-Zürich und seiner vielen fleissigen Mitarbeiter.» Das Pariser Sportblatt « Auto > schreibt: «Die durch die fünf nationalen Automobil- Clubs organisierte Alpenfahrt brachte einen •prächtigen Erfolg. Das strenge Reglement und die ungewöhnliche Strecke gestalteten sie zu einer ganz aussergewöhnlichen Veranstaltung. » H. E. Symons, der bekanntlich in seiner Eigenschaft als Berichterstatter für den englischen «Motor» aktiv an der Alpenfahrt teilnahm, erklärt in seinem Alpenfahrt-Artikel: «Ich kann meinen Bericht nicht abschliessen, ohne noch mein Lob über die tadellose Organisation unter der Leitung des A.C.S. und der Mitwirkung der A.C. von Oesterreich, Italien, Frankreich und Deutschland auszusprechen. Die ganze Fahrt stellte eine prächtige Veranstaltung dar, die in allen Beziehungen über jede Kritik erhaben und wirklich genussvoll war. Die 25 Engländer, die an der Fahrt teilnahmen, sind alle entschlossen, das nächste Mal wieder an dieser kühnen sportlichen Veranstaltung teilzunehmen.» Der ebenfalls als Konkurrent mitgefahrene Korrespondent des «Autocar», W. B. Bradley, schreibt: «Die Organisation war geradezu glänzend. Die Erleichterungen bei den Zollpassierungen, dank denen man beinahe keinen Aufenthalt zu machen brauchte, die Strassenüberwachung, die geschickte Organisation bei der Ankunft an jeder Kontrolle und jedem Etappenort, die Raschheit und Freundlichkeit, mit der die Resultate jeweils bekanntgegeben wurden, dies alles ist dem A.C.S. und seinen mitarbeitenden Automobilclubs hoch anzurechnen. Die britischen Teilnehmer drückten ihre Anerkennung über die gute Organisation in der Ausicht aus, das nächste Mal mit noch grösserer Beteiligung aufzuwarten.» Die deutsche Fachzeitung «Motor und Sport» fasst zusammen: «Es war eine schöne Fahrt, sportlich, landschaftlich, kameradschaftlich. Der A.C.S., der im Auftrage der fünf nationalen A.C. die Fahrt organisierte, hat seine Aufgabe vorzüglich gelöst und sich die Sympathien aller Teilnehmer gesichert. Und als einige Fahrer dem Fahrtleiter Töndury beim Schlussbankett in Bern eine Zigarettendose mit der Inschrift «Unserm besten Fahrtleiter» überreichten, da deckte sich diese Anerkennung ganz zweifellos mit der Ansicht aller Teilnehmer.» Die «Allgemeine Automobil-Zeitung» (Berlin) urteilt über die Alpenfahrt: «Wurde man schon in München beim Bayrischen Automobil-Club herzlich aufgenommen, erlebte man in Innsbruck herzliche Begrüssung, in St. Moritz ebenso, in Turin sogar einen Empfang im Rathaus, in Nizza und Genf herzliche Liebenswürdigkeit, so weckt doch der Name Bern die schönsten Erinnerungen. In der «Hyspa» wurden die Wagen parkiert, die Teilnehmer erfrischt und in die Ausstellung zu einem Festabend eingeladen; man wurde warm, begegnete aufrichtiger Freundschaft. Und wäre wirklich während der Fahrt nicht alles so gewesen, wie es hätte sein sollen, der Schluss in Bern hätte alles wieder gut gemacht. Aber es war auch während der Fahrt alles so, wie man es wünschen durfte; denn diese Alpenfahrt 1931 war die schönste Alpenfahrt, die bislang durchgeführt wurde. Man lernt ja in jedem Jahr etwas dazu. Immer wird man die Erfahrungen der Vorjahre verwerten, das hat auch der federführende Schweizerclub getan, ebenso wie es jeder andere Club auch getan hätte. Aber der A.C.S. hatte noch etwas voraus: er ist in den Bergen zuhause, er kennt die Strassen der Alpen und weiss sich AUTOMOBIL-REVUE auch in verborgenen Winkeln zurecht zu finden. Das organisatorische Geschick der Schweizer Herren kam hinzu, vielfach erprobt und bewährt am Klausenrennen und anderen grossen Veranstaltungen, und schliesslich noch die bestehende Liebenswürdigkeit des Rennleiters, Töndury, die sogar den neugierigen Fragen der mitreisenden Journalisten standhielt. Aus alledem entstand das Gerippe der Alpenfahrt, die man formte nach dem Grundsatz, eine Propagandafahrt daraus zu machen, eine Propagandafahrt für die teilnehmenden Fabrikate, eine Propagandafahrt für die Motorreisen und eine Propagandafahrt durch die...Berge, für die unmessbare Schönheit der Alpenwelt Die Alpenfahrt 1931 war — alle, die dabei waren, werden es unterschreiben — schön. Sie noch besser au machen, wird schwer fallen.» Baden-Baden Sternfahrt Die Sektion Baden-Baden des A.vJ). und der Internationale Club in Baden-Baden veranstalten zu den in der Zeit vom 21.—30. August 1931 stattfindenden internationalen Pferderennen in Baden-Baden am 21., 25., 28. und 30. August 1931 eine Sternfahrt z