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E_1931_Zeitung_Nr.069

E_1931_Zeitung_Nr.069

funden und es ist

funden und es ist nunmehr kaum anzunehmen,, dass eine Rückkehr zum bundesrätlichen Entwürfe, welcher die Haftung für ausschliesslich fremdes Verschulden nicht akzeptiert hatte, möglich ist. Dass die Kommission sodann beantragt, im Gesetz ausdrücklich festzustellen, dass bei Haftung für Sachschaden nach Transport" recht, dieses vorbehalten bleibe, ist durchaus zu billigen. Aus dem Rahmen parlamentarischer Gepflogenheiten fällt endlich der im Schlepptau der Haftung für fremdes Verschulden von der Kommission dem eidgenössischen Justizund Polizeidepartement gegebene Auftrag, «sich mit den Auomobilverbänden und gegebenenfalls den Versicherungsgesellschaften in Verbindung zu setzen, um die Frage zu prüfen, ob es nicht möglich wäre, eine besondere Versicherung zu schaffen für Schäden, die durch mittellose Strolchenfahrer verursacht werden.» Bekanntlich stand bei der Abstimmung im Nationalrat die Frage der Haftbarkeit des Halters bei Strolchenfahrten auf des Messers Schneide und der Sieg der Gerechtigkeit, wonach niemand für ein fremdes Verbrechen haftpflichtig ist, war so knapp wie möglich. Dem Dilemma zu entrinnen, wird nun ein Ausweg durch die Versicherung gesucht. Dass praktisch auch dieser Ausweg durch die Haftung für fremdes Verschulden führt, springt sofort in die Augen, wenn man bedenkt, dass für eine solche Haftpflichtversicherung der Halter natürlich erhöhte Prämie aufzubringen hätte. In Wirklichkeit wäre daher der Halter auch hier der Haftpflichtige. Im übrigen wird nicht gesagt, ob einer solchen «besondern Versicherung» der Charakter einer Zwangsversicherung beikommen soll. In diesem Falle wäre der Ausweg ein Umweg, schlechthin. Die Haftung des Geschäftsherrn Replik zu einer Urteilsbegründung des Bundesgerichtes. Wir haben kürzlich im Ansehluss an einen Haf fcpflieh tentscheid des schweizerischen Bundesgerichts, wo der verunfallte Automobilist gegenüber der beklagten Bahn sehr schlecht wegkam, die Frage aufgerollt, ob das gleiche Gericht, sobald es sich nicht um die Gegenüberstellung Schienenbahn— Auto, «sondern um die Kontrahenten Auto— übrige Strassenbenützer handelt, nicht einen ganz: andern Standpunkt einnehmen würde. Die Prag© ist bereits durch einen neuen Entscheid des Bundesgerichts beantwortet worden. Der Tatbestand ist kurz folgender: Ein Motorradfahrer, der auf dem Soziussitz einen Passagier mit sich führt, will einem Mötorlastwagen vorfahren und gibt Signal. Der Motorlastwagenchauffeur scheint bereitwillig darauf einzugehen, weicht zunächst nach rechts aus und gibt ebenfalls Signal, das aber in Wirklichkeit nicht dem Motorradfahrer, sondern einem weiter vorn in der gleichen Richtung fahrenden Kinderwagen gilt. Das Missverständnis hat fatale Folgen. Zum Unglück befinden sich auf der linken Stfassenseite auch noch eine Mauer und da- zunächst die Geschwindigkeit des Wagens etwas verringert, ferner eine Kraft in Aktion gesetzt, die der Beharrungswucht des Wagens entgegenwirkt. Zugleich wird dann der Wagen automatisch in den Winkel der Kurve gelenkt. Die technischen Einzelheiten verstehe ich nicht und Sie werden begreifen, Jdass ich auch nicht ermächtigt bin, darüber Andeutungen zu machen. Nach der Kurve genügt ein Druck auf einen Knopf, um die automatische Kurvung wieder abzustellen und der Wagen läuft nach der geringen, vor- Bbergehenden Schnelligkeitsverminderung im alten Tempo weiter.» «Schön!» sagte sichtlich ungläubig einer der Herren. «Aber woher weiss der Fahrer den genauen Winkel der Kurve, der er sich nähert? Ich denke mir, dass jede geringste Abweichung vom tatsächlichen Winkel bei diesem Tempo ein böses Unglück im Gefolge haben muss.» «Sie haben recht und doch unrecht. Abweichungen bis zu fünf Grad kann der Fahrer noch mit dem Steuer korrigieren. Doch das wird kaum notwendig sein, denn wir werden jede Kurve der Bernardinostrecke, über die das Rennen geht, mit einer grossen Tafel versehen, auf der in grossen Ziffern der Winkel angegeben ist. Das können Sie sich allerdings denken, dass eine solche Fahrt an den Fahrer die ungeheuersten Anforderungen an Ruhe und Geistesgegenwart stellt. Aber ich habe keine Sorge, Dunker und Soerner werden fahren.» In Bewunderung .für die kühnen Menschen, die ihr Leben einer solchen Maschine anvertrauten, schwiegen alle. Nur Brun machte ein auffallend ungläubiges Gesicht. Evelin hatte sich aus dem Gespräch zu- Tückgezogen und schaute, an einer der schlanken Säulen lehnend, auf das Meer hinaus. vor ein Schotterhaufen. Trotzdem will der Motorfahrer an dieser Stelle vorfahren. Im gleichen Moment biegt der Lastwagen scharf nach links aus, um dem Kinderwagen auszuweichen. Das Motorrad wird an die Wand gedrückt, der Fahrgast auf dem Soziussitz schwer verletzt. Der Fahrgast klagte in der Folge gegen den Motorradfahrer und gleichzeitig gegen die Firma, welcher der Lastwagen gehörte, als Geschäftsherrn im Sinne von Art. 55 O.R. Eine Klage gegen den Lastwagenchauffeur wurde dagegen schon von der kantonalen Instanz wegen Verjährung abgewiesen. Das Bundesgericht schloss sich dieser Abweisung an und erblickte ebenfalls in Uebereinstimmung mit der Vorinstanz ein leichtes Verschulden des Motorradfahrers darin, dass er das Vorfahren an einer in schlechtem Zustande befindlichen Strassenstrecke wagte, wo er in seiner Bewegungsfreiheit gehemmt war, um so mehr als auch das Gewicht des mitgeführten Passagiers die Lenkung seines Rades erschwerte. Immerhin wurde ein überwiegendes Verschulden des Lastwagenchauffeurs angenommen, da er den ihn einholenden Motorradfahrer wahrgenommen hatte und über die Bedeutung seines Hupensignals nicht im Zweifel sein konnte. Dabei betont der Entscheid in der Urteilsbegründung: «Das plötzliche Abbiegen nach links, das zum Un* fall führte, war überdies unnötig, da sich der Kinderwagen dicht am Strassenrande und in einiger Entfernung weiter vorn befand.•» Gerade dieser Passus scheint uns bedenklich. Wer nur einigermassen Strassenpraxis besitzt, weiss, dass man einem Kinderwagen gegenüber nicht weit und nicht früh genug ausweichen kann, um sich auf alle Fälle vor plötzlichen Ueberraschungen sicherzustellen. Gerade diese Vorsicht spricht eigentlich zugunsten des Chauffeurs. Ausserdem spielt aber bei dem ganzen Fall der Zufall offenbar keine geringe Rolle. Das Gericht hätte unter diesen Umständen auch die Verantwortlichkeit für den ausgerechnet vor einer Mauer angeordneten Schotterhaufen etwas näher untersuchen dürfen. Dass es das Bundesgericht angesichts der Verjährung der Schadenersatzklage gegen den Wagenführer dann schliesslich doch noch fertig brachte, die Firma als Dienst' herrn nach Art. 55 O.R. für den Löwenanteil des Schadens haftbar zu machen, gehört zu jenen Erscheinungen, die den Autcj mobilisten zu der Auffassung bringen müSJ sen, das Bundesgericht sei seiner Sache wenig günstig gesinnt. Die Urteilsbegründung, die der automobilhaltenden Firma einen schweren Mangel an Sorgfalt daraus konstruiert, «dass sie den grossen Lastwagen nicht mit einem Rückspiegel versehen hatten, hält einer fachmännischen Ueberprüfung nicht stand. Denn dasselbe Gericht wirft ja dem Chauffeur vor, er habe den Motorradfahrer und seine Absicht vorzufahren bemerkt und hätte darum nicht nach links abbiegen sollen. Ganz abgesehen davon, dass im ganzen Konkordat nirgends etwas von einem Rückspiegel steht. Brun, der Journalist, trat zu Dir. Sie wendete sich zu ihm. «Sie schienen nicht recht begeistert von unserer neuen Sache?» «Ich wäre es und bin es, aber—j» «Wie? Sie finden ein Aber?» «Jawohl, leider, denn ich fürchte, dass Ihnen ein anderer mit dieser neuen Erfindung zuvorgekommen ist. Heute morgen las ich in einer Berliner Zeitung, dass Sinnesfaere einen neuen Wagen mit der ganz gleichen Neuerung bereits herausgebracht hat.» «Sinnisfaere?» «Jawohl, Sinnisfaere.» «Das ist unmöglich!» «Es scheint doch so zu sein!» Schweigen. Evejins gute Laune war verflogen. Sie wusste, dass das, was ihr Brun eben gesagt hatte, wahr war — und wenn sie es tausendmal nicht glauben wollte. «Signora, ein Telegramm!» Erstaunt wandte sich Evelin um. Giulia präsentiere ihr auf einem Silberteller eine Depesche. Evelin trat etwas näher zum Licht und öffnete sie. Nachdem sie den Inhalt überflogen hatte, starrte sie fassungslos in das Dunkel der Nacht. Brun entfernte sich diskret. « Soerner ermordet. Sf. hat die Erfindung. Komme sofort. Papa.» Das war die Bestätigung. Zu Hause schien alles durcheinander zu gehen. Soerner ermordet, Sinnisfaere hatte ihn getötet — gewiss — und damit dem Mauruswerk seine stärkste Kraft genommen. Sie sah die hohe Gestalt des Chefingenieurs vor sich, sein wortkarges Wesen, seine kalten, blauen Augen. Soerner hatte für die Maschine gelebt. Dr. Soerner war ein dunkler Schatten in Evelins Leben gewesen. Nie hatte ihr Vater ein Wort zu ihr gesprochen über eine innigere Verbindung Soerners mit dem Werk, und AUTOMOBIL-REVUE 1931 - N» 69 Man hört gelegentlich den Einwand, der Automobilhalter habe es ja in der Hand, sich gegen das Risiko solcher Gerichtsurteile durch entsprechende Versicherungen einzudecken. Es ist aber gewiss keine unbillige Forderung, wenn der Automobilist als Staatsbürger und Steuerzahler den gesuchten Rechtsschutz auch von seinem obersten Gericht gewährleistet sehen möchte, den er sich, so wie die Dinge in Wirklichkeit stehen, erst durch die Versicherungsprämie erkaufen muss. 4* Graubünden und die Wallenseestrasse. Dass Graubünden an dem Bau der viel diskutierten Wallenseestrasse ebenfalls ein berechtigtes grosses Interesse hat, ist bekannt. Der Kerenzerberg bildet für die Zufahrt aus der Richtung der Zentralschweiz nach Graubünden bei allen landschaftlichen Schönheiten ein Verkehrshindernis besonders im Frühjahr und im Herbst, da man sich länger auf den Winterbetrieb einstellen muss. Was Graubünden verlangt, ist eine moderne Strasse längs des Seeufers, die keine besondere Anforderung stellt und in kürzerer Zeit befahren werden kann. Dies ist beim Kerenzerberg, auch wenn sich die Glarner für dessen Ausbau alle anerkennenswerte Mühe geben, nicht der Fall. Ob nach dem Bau einer Wallenseestrasse die Kerenzerbergstrasse und der Kanton Glarus weniger besucht würden, ist bei der Schönheit der Gegend kaum anzunehmen. Nachdem man zuerst etwas den Eindruck gewonnen hat, als ob man sich in Graubünden über die Bedeutung des Baues der Wallenseestrasse für den Kanton zu wenig Rechenschaft geben würde, kommt nun in einem grösseren Artikel in der «N.Z.Z.> der Standpunkt Graubündens zu den Projekten klar zum Ausdruck. Der Verfasser stellt drei Punkte auf, denen die neue Strasse für das Verkehrs- und Fremdenland Graubünden entsprechen soll: 1. Guter Ausbau, Steigungen von nicht über 6 Prozent, grosse Kurvenradien und keine Niveau-Kreuzungen mit Eisenbahnen und anderen StTassen. 2. Grösstmöglichste Sicherheit gegen Steinschlag und Schneerutsche sowie Lawinen im Gebirge. 3. Ein landschaftlich schönes Trasse. Nach Untersuchung, wie weit die beiden von der Glarner und der St. Galler Regierung vorgeschlagenen Wallenseestrassenpröjekte den Anforderungen Graubündens genügen, kommt der Verfasser zu dem Schluss, dass nur die Strasse des linken Seeufers, demnach das Glarner Projekt wirklich zu unterstützen sei. Den unter 1 genannten Forderungen kann auf beiden Ufern gut entsprochen werden, während die unter 2 verlangten Sicherheiten gegen Steinschlag und Lawinen bereits erheblich gegen den Bau der rechten Wallenseestrasse sprechen. Da das rechte Ufer als Sonnenseite die Gefahr bietet, dass bei ständigem Eingefrieren und Wiederauftauen die gefürchteten Steinschläge niedergehen (die Erfahrung beweist dies), so müssen die gefährdeten Strassenpartien des Ufers auf grössere Längen in Tunnels verlegt werden, doch wusste sie, dass es ihres Vaters sehnlichster Wunsch gewesen wäre, Soerner durch eine Heirat für immer an sein Werk zu ketten. Dieser wusste darum und behandelte sie mit grosser Zuvorkommenheit, die ihr um so quälender war, als sie mit dem von ihrem Vater ererbten nüchternen kaufännischen Verstand einsah, dass diese Verbindung notwendig war. Sie achtete Soerner hoch, doch sie liebte ihn nicht. Und doch hatte sie ihm schon durch ihr Benehmen zu verstehen gegeben, dass zu gegebener Stunde der Sache nichts im Wege stünde. Dabei hatte sie dem stillen, unermüdlichen Schaffer aber nicht eine Andeutung entlocken können, dass er sie liebe. Dieser schmerzliche Zwiespalt war Setzt aus der Welt geschafft. Keine Notwendigkeit konnte sie mehr zwingen. Doch die Freiheit war teuer, sehr teuer erkauft. Zerstreut kehrte sie zu den Gästen zurück, kaum imstande, ihre Bewegung zu verbergen. Sie antwortete auf die neugierigen Fragen nur: «Papa scheint es sehr eilig zu haben.» Die Stimmung wurde frostig und so verabschiedeten sich die Gäste zu Evelins grosser Erleichterung rascher als gewöhnlich. Als Giulia ihr beim Auskleiden half, bemerkte die Zofe, dass ihre Herrin fühlbar zitterte. «Was ist Ihnen, Signora? Sind Sie krank?» «Nein, Giulia, nur aufgeregt. Ich habe schlechte Nachrichten erhalten.» In der Nacht träumte sie schwer. Aufgeschreckt und in Schweiss gebadet erwachte sie, zündete das Licht an und erhob sich vom Bette. Es war moTgens 5 Uhr. Sie fühlte, dass sie keinen Schlaf mehr finden würde, kleidete sich an und setzte sich an das Fenster. Grau dämmerte über dem Meere der Tag herauf. was für den Verkehr wieder gewisse Gefahren in sich birgt. Mit der Sicherheit, gegen Steinschlag soll es auf dem linken Ufer viel besser stehen. Ganz erheblich spricht die unter Punkt 3 verlangte Forderung nach einem landschaftlich schönen Trasse für die Führung der Strasse am linken Seeufer. Das Steilufer mit deT Front der Churiirsten bietet einen ebenso gewaltigen wie ungewohnten Anblick und würde von den Reisenden mit Entzücken begrüsst werden. Es würde deshalb in den Augen des bündnerischen Verfassers eigentliche Kurzsichtigkeit bedeuten, das Reklamemoment, das diese schöne Landschaftspartie darstellt, nicht gebührend zu berücksichtigen. Aus den erwähnten nnd noch anderen kleineren Gründen kommt deshalb der Verfasser zum Schluss, dass von der Seite Graubündens aus nur das linke (südliche) Seeufer für den Bau der Strasse als passend erachtet werden könne. mb. Strassenbau oder ganzjähriger Bahnbetrieb? Im Wallis, zwischen Visp ÜIMI Stalden, das sowohl für das Nikolaital mit Zermatt als auch für das Saastal mit Saas-Fee als Ausgangspunkt dient, sind Strassen im Bau, die trotz der geringen Breite (3,6 bis 4,0 in) geeignet wären, auch dem Autoverkehr zu dienen. Die eine der beiden Strasseit, di« Vöö Stalden nach Zermatt führte, scheint sich nicht der Gunst der Verwaltung der Visp- Zermatt-Bahn zu erfreuen. Vor kurzem lajg nämlich ein Projek? Vor, die Strasse von Stalden nach Zermatt zu verlängern. Die Bewohner des Nikolaitales haben schon lange den Wunsch geäussert, man möchte ihnen zu einer Strasse verhelfen, die ihnen grosse Dienste leisten könnte. Die Visp-Zermatt-Bahn stellt bekanntlich im Winter zu bestimmten Zeiten den Betrieb ein und überlässt die Verkehrsinteressen der Talbewohner ihrem Schicksal. Die aufstrebende Einwohnerschaft von Täsch, Randa, Heerbriggen und St. Nikiaus war seit Jahren mit diesen Verkehrsverhältnissen nicht mehr zufrieden. In Stalden fand letzthin eine Versammlung der Gemeindevertreter vom Bezirk Visp statt, die den Beschluss fasste, die Strasse ins Nikolaital vorläufig bis nach St. Niklaais fertigzustellen. Es wurde eine Fahrbahnbreite von 3,60-Meter vorgesehen. Offenbar war nun dieser Besjshluss und auch frühere Beschlüsse den Bafinbehörden nicht gerade angenehm; zudem bot sich hier Gelegenheit zu einem geschickten Schachzug, denn die Bahnverwaltung möchte selbst den Betrieb nach Möglichkeit auch auf Zwischensaisonzeiten ausdehnen, sofern der Bahn durch den Bund, den Kanton Wallis und die interessierten Gemeinden die Kosten für Lawinenschutzbauten abgenommen werden. Die Bahnbehörden erliessen nun nach vorausgegangenen Verhandlungen den Vorschlag, den Bahnbetrieb das ganze Jahr über aufrechtzuerhalten und die unumgänglichen Schutzbauten auf eigene Rechnung vorzunehmen. Die Kosten sollen sich auf rund Fr. 900 000 belaufen, wobei neben dem IV. Ein Zeuge. Dr. Maurus stand am Telephon. «Hier Polizeidirektion!» meldete eine unpersönliche Stimme. «Hier Dr. Maurus! Können Sie Herrn Präsident von Reuter rufen?» Wieder eine Pause. Dann ertönte die knarrende Stimme des Präsidenten. «Ah, Herr Maurus?» «Jawohl, Herr Präsident! Darf ich nach" dem Ergebnis deT Untersuchung fragen?» «Ja doch, ich begreife, dass es Sie sehr stark interessiert. Ich werde Ihnen kurz das Wichtigste sagen. Die Untersuchung ist noch nicht ganz beendet. Doch wenn uns die letzte Nachprüfung recht gibt, wie unsere Chemiker bestimmt annehmen, so ist Herr Soerner vergiftet worden.» «Also doch vergiftet?» «Ja. Und zwar mit dem fast augenblicklich wirkenden Gift aus dem Saft des Upasbaumes in Java.» «Wie sagten Sie?» «Das ist eines der heimtückigsten Pflanzengifte Indiens. In meiner immerhin schon zweiunddreissigjährigen Praxis ist es mir noch nie passiert, dass sich ein Verbrecher dieses bei uns fast unbekannten Giftes bedient. Wir können jedoch nun annehmen, dass von dem Täter aus eine Linie nach Java führt. Wir werden in ungefähr zwei Stunden nochmal bei Ihnen vorsprechen. Es ist notwendig, dass Sie uns noch einige weitere Fragen beantworten.» Es klopfte. Ein Diener trat ein und reichte Dr. Maurus einen Brief. «Verzeihung, Herr Doktor, der Herr wartet im Vorzimmer und sagt, es sei sehr wichtig.» (Fortsetzung folgtJ

N° 69 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE Burai und dem Kanton Wallis auch die interessierten Gemeinden der Bahn während 15 Jahren einen Betrag- von Fr. 30 000 zur Amortisierung der Lawinenbauten zur Verfügung zu stellen haben. Die interessierten Gemeinden des Visper Bezirkes leisteten sich-dabei das vornehme Entgegenkommen, während 15 Jahren auf den Weiterbau der Strasse von St. Nikiaus nach Zermatt zu verzichten. Die Bahn erhält somit den Franken und die Wurst: sie lässt sich die Lawinenschutzbauten durch die Oeffentlichkeit, d. h, durch Bund, Kantone und beteiligte Gemeinden zahlen, darf dann den Betrieb das ganze Jahr über offen halten und bedingt sich zu guter Letzt noch die Abschnürung des Kurortes Zermatt vom Autoverkehr aus. Wir glauben zwar kaum, dass die nur 3,60 Meter breite Fahrstrasse ins Nikolaital einen nicht mehr zu bewältigenden Autoverkehr anlocken würde, sind aber über das hemmungslose Entgegenkommen der Gemeinden erstaunt. Zeit bringt Rat, heisst ein altbewährter Spruch. Wenn einmal die Fahrstrasse bis nach St. Nikiaus fertig sein und sich auch der Automobilist einmal in diese Gegend wagen wird, dann werden sich auch die Auffassungen der Anwohner dorthin drehen, wo sich neuer Verdienst zeigt. Ob dann der Tauschhandel «Jahresbetrieb der Bahn gegen Beitragsleistung der öffentlichen Korporationen und Strassenbauverzicht» noch seinen heutigen Wert behalten wind, erscheint uns recht zweifelhaft. lt. Wettbewerb zwischen Schiene und Strasse in Deutschland. Der sogenannte < Schenkervertrag > verursachte in Deutschland bei den Autotransportunternehmern seinerzeit eine grosse Opposition, woraus dann langwierige Diskussionen und Unterhandlungen entstanden. Nun scheint dieser Bahnspeditionsvertrag, über den wir uns früher zu verschiedenen Malen geäussert haben, dem Stadium der Gesetzwerdung entgegenzugehen. Es heisst, die deutsche Regierung wolle alle Massnahmen, die zur Regulierung des Wettbewerbes zwischen der Bahn- und dem Autoverkehr notwendig sind, durch eine Notverordnung in Wirksamkeit setzen. Vorläufig sind aber die genaueren Gesetzestexte, Verträge und Tarife noch nicht (bekannt, was in den beteiligten Kreisen Beunruhigung verursacht. Es heisst, das« mit der Verankerung der Bindangen zwischen Bahn und Auto in einer Notverordnung gleichzeitig eine Herabsetitmg der oberen Tarifklassen vorgenommen werden solle, indem einmal die Tarifklassen A und B miteinander verbunden, wobei die Ansätze der Klasse A nm 20 Prozent reduziert werden sollen. In geringerem Umfange erfolge eine Senkung bei den Tarif- Idassen B und C and D bis O, sofern es Transporte TOB 10 bis 15 Tonnen sind. Im weitern sei beabsichtigt, fm iwnen «Kraftverkehrsgesetz» zn erteilende Konzessionen privaten Frachtführern und nicht Spediteuren zugute kommen zu lassen. Die Taxen der Tarife für Automobiltransport sind für die 50 Kilometerzonen berechnet •worden. Die Möglichkeit einer Annahme,