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E_1931_Zeitung_Nr.071

E_1931_Zeitung_Nr.071

ist, wie schon eingangs

ist, wie schon eingangs gesagt, als Ideal zweifellos richtig. Ob seine Ausführung für heute richtig ist mit Rücksicht auf unsere tatsächlichen Verkehrsverhältnisse, unsere Wirtschaftslage, weiterhin auch mit Rücksicht auf die Eigenart unseres Kraftwagenverkehrs und die Ausgestaltung des übrigen Wegenetzes, kann nur bedingt bejaht werden. Die Statistik hat immer wieder bewiesen, dass der Kraftwagenverkehr bei uns im Sinne eines wirklichen Fernverkehrs noch verhältnismässig gering ist; auch für die Zukunft kann bei unserem guten Eisenbahnnetz nicht mit Sicherheit auf einen besonders starken Durchgangskraftwagenverkehr über weite Strecken gerechnet werden. Nun wird kein Mensch die Eisenbahnverbindung von Basel nach Hamburg deswegen für überflüssig erachten, weil in der Nähe der Städte durch Vororts- und Nachbarortsverkehr die tatsächliche Belastung der Strecke um ein Vielfaches stärker ist als der Durchgangsverkehr. Aber wie man bei der Eisenbahn den Vorortsverkehr durch viergleisigen oder sechsgleisigen Ausbau der Linie, durch völlig wegefreie Herstellung, durch Verbesserung und Engerlegung des Signalnetzes den Verkehrserfordernissen und den Erfordernissen der Umgebung anpasst, während man es auf der freien Strecke bei einem normalen zweigleisigen Ausbau mit schrankengeschützten Niveauübergängen lässt, so wird man ähnlich auch für die Herstellung einer Autofernlinie verschiedene Staffelungen annehmen dürfen. Im Gebiet der Lüneburger Heide z. B. wird sich der Durchgangsverkehr Hannover (Bremen)—Hamburg selbst auf fernere Zeit hinaus doch nur in bescheidenen Massen halten. Hier könnte man also mit einem Ausbau der vorhandenen Strassen, Beseitigung überenger Kurven, Umgehungsstrecken bei engen Ortschaften, einen niveaufreien, selbst für den schnellen Kraftwagenverkehr durchaus tragbaren Zustand schaffen. — In der Nähe grösserer Ortschaften wird unter Umständen eine derartige Verbesserung nicht mehr hinreichen, sondern man wird von der vorhandenen Bebauung weiter abgehen und in mehr unbebautem Gelände neue Autostrassen für den Durchgangsverkehr schaffen müssen. Hierbei sind Kreuzungen mit Eisenbahnlinien ausser Niveau herzustellen; durch geeignete Bebauungspläne ist die Zahl der Querstrassen möglichst zu beschränken. — Letzten Endes wird man im Gebiet sehr enger Bebauung, sehr, starken Querverkehrs und stärkster Wirtschaftsbeziehungen selbst mit dieser Anordnung nicht auskommen und wird völlig wegefreie Autobahnen schaffen müssen. Hierbei kann nicht ganz die Frage des notwendigen und nicht notwendigen Kraftwagenverkehrs übergangen werden. Es soll nicht Aufgabe dieser Zeilen sein, das äusserst schwierige und stark problematische Verhältnis zwischen Kraftwagen und Eisenbahn zu klären. Aber innerhalb des Kraftwagenverkehrs .muss man sich darüber klar sein, ob eine Kraftwagenverbindung bevorzugt dem Personen- oder dem Güterverkehr dienen soll Wirtschaftstechnisch werden sich daher besondere Ausgaben für eine Kraftwagenverbindung zumeist wohl nur dann verantworten lassen, wenn ein wirklich notwendiger und wirtschaftlich zweckmässiger Güterverkehr auf der Verbindung stattfindet. Denn das kann wohl, um es offen auszusprechen, nicht Zweck einer Autobahn sein, dass einige Liebhaber in 100-km-Tempo von Ort zu Ort reisen. Die besonders hohen Aufwendungen einer wegefreien Kraftwagenbahn werden also nur dann verkehrstechnisch als richtig zu bezeichnen sein, wenn der auf dieser Strecke stattfindende Güterverkehr neben dem Personenverkehr eine solche Belebung und Erleichterung der Wirtschaft mit sich «Lassen wir das, Frank'. Wozu sich mit der Vergangenheit quälen ? Lies weiter.» Auf diese Weise lebte sich Frank mehr und mehr in die ihm neue Welt der rastlosen Arbeit ein und das Dröhnen der Hämmer, das Sausen der Motore, das Kreischen der Maschinen, die gewaltige Sinfonie der Technik schlug ihn in ihren Bann. Wenn Frank von seinem Fenster aus auf die grossen Höfe hinabschaute, so sah er oft zwischen schmutzigblauen Arbeitskitteln einen flachsblonden Bubikopf auftauchen und eines Tages überraschte er sich dabei, dass er auf einen Bogen Papier gedankenlos den Namen •« Evelin » kritzelte. Schnell strich er ihn durch, bis nichts mehr ,davon zu sehen war und schrieb «Sonja» darüber, ballte dann verärgert über sein albernes Tun das Papier zusammen, warf es in den Papierkorb und stürzte sich in. die Arbeit. Einmal, Frank Hörn war schon die zweite Woche im" Büro, ging die Türe auf und Evelin trat herein. Sie wandte sich an Frank. «Herr Hörn, ich hätte einen besonderen Auftrag für sie. Wir haben jetzt den neuen Wagen fertig und morgen soll die Taufe sein und zugleich auch die erste Probefahrt. Sie sollen mit Direktor Möller die Schnelligkeitsberechnungen ausführen und an die Presse geben. Werden Sie das machen können? » bringt, dass sich hieraus eine wirkliche Verbilligung der Produktion ergibt. Es ist eine wirtschaftlich ausserordentlich schwierig zu beantwortende Frage, ob durch derartige Autobahnen die vorhandenen Wirtschaftsbedingungen soweit geändert und verbessert werden, dass eine positive Mehreinnahme der Wirtschaft sich ergibt. Und nur das kann doch letzten Endes Ziel einer wirtschaftlichen Massnahme sein. Dass die enger beteiligte Wirtschaft der Strassenherstellung im Augenblick erhebliche Aufträge bekommt, ist gewiss begrüssenswert. Aber es. ist im Interesse der Gesamtwirtschaft nicht richtig, von solchem Standpunkt aus die Notwendigkeit einer wirtschaftlichen Massnahme zu betrachten; niemals kann eine Wirtschaftsmassnahme Selbstzweck sein. So ausserordentlich begrüssenswert ferner die Beschäftigung zahlreicher Arbeitsloser hierbei ist, so kann Die Erhebungen des Eidgenössischen Statistischen Amtes über die Einfuhrziffern der Motorfahrzeuge und über die Erteilung neuer Verkehrsbewilligungeh für den Monat Juli zeigen als Ergebnis eine ähnliche Entwicklung, wie sie schon der Monat Juni hatte. Personenwagen verzeichnen einen saäsonmässigen Rückgang, der allerdings nur gering ist. Grösser ist hingegen die rückläufige Bewegung bei den Motorrädern. Im Juli wurden -1036 Personenwagen und Lastwagen eingeführt, gegenüber 1165 im Juni 1931. Bei den Motorrädern stellen sich die entsprechenden Ziffern auf 226 und 297. Berücksichtigt man die Ergebnisse der letzten paar Monate der Motorrad-Einfuhr, so erkennt man eine andauernde Einfuhrbaisse. Die Gesamteinfuhr für alle Motorfahrzeuggattungen 19SU Jannar ........ Februar .....•• März April Mai Jttni. Oktober November...... Dezember ••••• Total Jannar-Juli .... 1931 Jannar ........ Februar Mlrz April Mai Juni Juli 855 794 1123 1262 1081 902 847 645 541 643 500.. 727 9823 6864 812 653 883 1291 1312 1165 1036 Motorräder 405 434 603 521 492 299 253 184 104 107 92 207 3706 8012 269 342 423 395 361 297 226 1260 1223 172« 1783 1573 1206 1105 829 648 650 592 934 13529 987S 1081 »95 1811 1686 1673 1462 1262 sank von 1462 für den Monat Juni auf 1262 für den Monat Juli. Nimmt man die ersten sieben Monate dieses Jahres zusammen, so ergibt sich eine Einfuhr von 7152 Motorfahrzeugen gegenüber 6864 in der entsprechenden Periode des Vorjahres. Der Vorsprung, den die Gesamteinfuhr der ersten sieben Mo-- nate 1930 gegenüber den ersten sieben Monaten des Jahres 1931 aufweist,, hat sich daher vermindert Im Juli 1931 wurden 2340 neue Verkehrsbewilligungen ausgegeben, gegenüber 1694 im Juni dieses Jahres. Hier kommt, wie jedes Jahr, ein saisonmässiger Aufschwungin Erscheinung, der aber die Steigerung, die Frank hatte sich rasch von seinem Erstaunen erholt und beeilte sich zu antworten: «Ich denke ja, gnädiges Fräulein* Nur muss ich mich in die Sache vorher erst ein wenig einarbeiten.» « Wenden Sie sich an Ihren Chef, Direktor Möller! Der wird Ihnen die nötigen Anleitungen geben. Guten Tag. » Die Tür schloss sich hinter ihr. Keine Miene Evelins hatte Frank ahnen lassen, dass sie sich für ihn interessierte. Frank setzte sich in seinen Stuhl. Er war seiner selbst kaum mächtig. « He, Hörn! Gefallen — was? » Die ölige Stimme seines Nachbarn riss ihn aus seinen Träumen. «Famoses Mädchen, nicht wahr? Aber nischt für unsereinen leider! Anschauen dürfen wir die Ware schon — aber rantippen nich!» Frank murmelte etwas Unverständliches und wandte sich angewidert seiner Arbeit zu. Ewig im Büro, unter diesen platten Alltagsmenschen zu bleiben, würde er auch nicht aushalten. Da hatte Sonja doch recht. Sonja! — Er stellte in Gedanken die dunkle Schönheit der Russin neben Evelins sieghaftes Blond. AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° seiner Stelle wird' ein Zollansatz von 170 Franken pro Doppelzentner (Position 914d) ab 10. September in Anrechnung gebracht. Der bisherige Zollansatz bot, da es sich um ein hochwertiges Erzeugnis der Industrie handelt, keinen ausreichenden Zollschutz. Der Stückzoll, welcher von den beteiligten schweizerischen Industrien gefordert worden ist, wurde vom Bundesrat nicht bewilligt. Mit der Zollerhöhung für Geschwindigkeitsmesser ist speziell die Unterstützung jener Zubehörindustrie beabsichtigt, die sich in den Gegenden der schlecht beschäftigten Uhren- auch dieser Hinweis nicht ausschlaggebend sein. Von einer wertschaffenden Arbeitslosenfürsorge kann nur dann gesprochen werden, wenn wirkliche, den .Wirtschaftserfolg im Endeffekt steigernde Werte geschaffen werden. Was nützt es der Gesamtwirtschaft, wenn ein einzelner Wirtschaftszweig vorübergehend belebt wird, wenn aber die Verzinsung und Amortisation der aufgewendeten Mittel dabei in nicht tragbarem Masse die gesamte Wirtschaft belasten? Soweit also Autobahnen aus verkehrstechnischen und verkehrswirtschaftlichen Grundsätzen notwendig sind, ist die Belebung der engeren industrie zu entwickeln beginnt. Strassenbauwirtschaft und die Beschäftigung Arbeitsloser auf das lebhafteste zu begrüssen; aber man darf diese Verhältnisse nicht umkehren. (Schluss folgt.) Einfuhr und neue Verkehrsbewilligungen Juli August........ September ..... Einfuhr PeTgonemrogen 0. Lastwsieen ätttok Die Juli-Ergebnisse. Total Januar-Juli. 7152 2318 9470 (Fortsetzung folgt.) im Juli 1930 zu verbuchen war, nicht erreicht. Die Differenz beträgt nämlich 216 Stück. Der starke Ausfall ist ausschliesslich bei den Motorrädern zu verbuchen, die gegenüber dem Vorjahr Monat für Monat zurückgehende Ziffern aufweisen. Bei den Personenwagen und Lastwagen ist eine Erhöhung dieser Ziffern zu konstatieren. Das Minus an neuen Verkehrsbewilligungen für Personenwagen und Lastwagen, das man für die ersten Monate dieses Jahres berechnet hat, wurde damit vermindert. Mit Ausnahme des Monats Februar wurden in den ersten sieben Monaten dieses Jahres mehr Lastwagen zum Verkehr zugelassen als in der gleichen Zeit des Vorjahres. Die entsprechenden Zahlen sind 1450 gegenüber 1198. Durch die Ergebnisse des Monats Juli wurde 1930 1931 Neue Verkehrsbewilligungen Personen- Lastwagen Motor- Total wagen rüder 1060 740 750 1234 901 741 1192 735 508 543 357 277 9038 6618 945 463 654 1063 1003 883 1276 6287 Zahl 196 606 1762 152 632 1524 163 849 1762 152 1204 2590 186 1023 2110 136 729 1606 213 1151 2556 137 598 1470 121 441 1070 133 266 942 96 120 573 75 72 424 1760 1198 237 151 189 209 200 185 279 7591 6094 335 270 517 808 830 626 785 18389 18910 1517 884 1360 2170 2033 1694 2340 1450 4261 11998 die Entwicklung, die man seit dem Monat April aus den Ergebnissen herauslesen konnte, in gleichem Sinne fortgesetzt. Teilt man die neuen Verkehrsbewilligungen nach Kantonen auf, so lassen sich folgende Bemerkungen anbringen : Mehr Verkehrsbewilligungen erteilt haben gegenüber dem Juli 1930 die Kantone Zürich, Freiburg, Baselstadt, Baselland, St Gallen, Wallis usw. Die übrigen Kantone bieten kein wesentlich verändertes Bild. lt. Auto und Gebrauchszolitarif. Schutz der einheimischen Karosserieindustrie. Der Bundesrat beschloss in der Sitzung vom letzten Dienstag verschiedene Aenderungen des bestehenden Gebrauchszolltarifes, die zum Teil die Automobilzölle betreffen. Die' Einfuhr unkarossierter Chassis wird nach der Position 914a bis d verzollt. Um die schweizerische Karosserieindustrie in ihrer Tätigkeit zu unterstützen, beschloss nun der Bundesrat,, auf unkarossierte Chassis nach durchgeführter Karossierung eine Zollrückvergütung von 40 Prozent auszuzahlen Ausgeschlossen von dieser Vergünstigung sind Chassis für Lastwagen, Autocars und Autobusse. Diese Massnahme tritt auf den 10. September 1931 in Kraft und erfüllt ein mehrfach eingereichtes Postulat der Karosserieindustrie. Anlass zu der erwähnten Zollmassnahme gab vor allem die Tatsache, dass allein in den Unternehmungen, die dem Schweizerischen Karosserieverband angeschlossen sind, seit 1928 über 200 Arbeiter keine Beschäftigung mehr fanden. Der Zollausfall des Bundes würde sich auf rund 200 000 Fr. belaufen. Der Bundesrat beschloss ferner eine Zollerhöhung für die Geschwindigkeitsmesser, die nun als fertige Bestandteile für Motorfahrzeuge zu verzollen sind. Die Position 948a mit einem Zollansatz von Fr. 60.— für den Doppelzentner wird aufgehoben und an go. Auto und Verkehr in der Herbstsessipn der Bundesversammlung. Die Herbstsession 1931, die zugleich die 13. Tagung der 28. Legislaturperiode darstellt, beginnt Montag den,, 14. September um 19 Uhr. Das Verzeichnis der Verhandlungsgegenstände enthält folgende für den Automobilisten wichtige Verhandlungen : Weiterberatung des Verkehrsgesetzes, Verhandlungen über das Bundesgesetz zum Zolltarif, Entgegennahme des Postulates Grimm (Einfuhrmonopol für Benzin und Rohöl). Das Postulat Grimm hat folgenden Wortlaut: « Das in dnr Schweiz verwendete Benzin und Rohöl, dessen Verbrauch von Jahr zu Jahr steigt, wird durch ausländische Truste geliefert, die in der Schweiz zum Teil Tochtergesellschaften oder Niederlassungen besitzen. Der Bundesrat wird um Prüfung der Frage ersucht, ob es nicht im Interesse des Verbrauches von tfonzin und Kohöl liege, auf dem Woge dor Gesetzgebung ein Einfuhrmonopol zu schaffen, dessen Durchführung einer Bundesanstalt oder oiner unter dem massgebenden Einfluss dos Bundes stehenden Genossenschaft übertragen werden könnte. > Wir haben uns bereits früher über die ungünstigen Wirkungen eines Benzinmonopoles ausgesprochen. lt. W£ ~.f*c.a.^, Mit Maschinengewehren gegen die Erdölflut. Auf Drängen der kleinen Erdölproduzenten geht man zurzeit in Texas mit drakonischen Massnahmen gegen die grossen Erdölgesellschaften vor, welche einen Raubbau an den Petroleumvorkommen des Landes treiben. Auch in Oklahoma ist ein Oelkrieg zwischen Staatsgewalt und Erdölgewalt im Gange. Um sich gegen die überströmende Erdölflut zu wehren und um dem Preiszersetzungsprozess. Einhalt bieten zu können, wissen die Gouverneure keinen andern Ausweg mehr, als das Standrecht zu verhängen. Die plötzliche Erschliessung neuer Petroleumvorkommen im Serainole-Gebiet hatte zu einem Bohrwettbewerb zwischen den grossen Erdölgesellschaften geführt, was eine gewaltige Ueberproduktion zur Folg« hatte, und die östlichen Texasstaaten zu den ersten Produktionszentren der Vereinigten Staaten aufrücken Hess. Alle Mahnungen seitens der Regierung oder Fachleute, die auf die katastrophalen Folgen einer solchen Produktionspolitik hinweisen, blieben erfolglos. Für die einzelne Gesellschaft wäre jede Produktionsdrosselung sinnlos gewesen, solange die grossen Konzerne ihre Bohrtätigkeit stets intensiver betrieben. Gleichzeitig brachte die Erschliessung der neuen Quellen die Produktion der übrigen amerikanischen Erdölgebiete in die grösste Gefahr. Nach vielen Mühen war es im Laufe des letzten Jahres gelungen, eine einiKermassen stabile Preisentwicklung zu erzielen. Heute sind alle der-j artigen Bestrebungen durch die Oelflut von Texas und Oklahoma über den Haufen ge- : worfen worden. Im ersten Halbjahr 1930 betrug die Durchschnittstagesproduktion an Erdöl 2,6 Millionen Fass. Zu Beginn 1931 war die Tagesausbeute systematisch bis auf 2,1 Millionen Fass heruntergedrückt worden, um heute aber wieder bis' auf 2,6 Millionen anzuziehen. Die Preisentwicklung am ame-" rikanischen Petroleummarkt erfuhr demgegenüber einen starken Stoss, wie er selbst in -der Geschichte des amerikanischen Erdöls, das an grossen Erschütterungen gewiss nicht arm ist, einzigartig dasteht. Während der Preis für das Fass Erdöl im Januar 1921 ein Maximum von 3,5 Dollar erreichte, sank der Preis im Jahre 1930 bis auf ein Niveau von 1,23 Dollar, während heute der Preis für Midcontinent jetzt auf einer Basis von 50 Cents angelangt ist. Auf diesem Niveau können die reinen Bohrkosten kaum mehr gedeckt werden. Das Osttexasölfeld, dessen Produktionsaufnahmen an dem Chaos in erster Linie schuld sind, soll das grösste jemals entdeckte Petroleumvorkommen der Welt darstel'en. Wenn keine Gegenmassnahrne getroffen worden wäre, so würden in diesem Gebiet im nächsten Jahre 6000 Ouollen angebohrt worden sein. Diese Situation ist ffir den Automobilisten nicht überall von gleichem Vorteil. Der schweizerische Benzinkonsument beispielsweise muss für den hohen Schutzzoll, sowie für die hohen Transport- und .Verteilungsspesen so viel ahlen, dass 1 Liter Benzin bei uns ungefähr siebenmal teurer ist als in den Vereinigten Staaten. Wy.

71 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten Bergrenneh Kriens-Eigenthal Am 6. September werden sich die Freunde des Automobil- und Motorradsportes beim Kriens-Eigenthal-Rennen treffen; mit ihnen auch alle diejenigen, die neben der Schönheit unserer Bergwelt eine Demonstration des Standes der Technik und der sportlichen Leistungsfähigkeit auf sich wirken lassen wollen. Die veranstaltende Sektion Luzern des A.C.S. hat sich ale Mühe gegeben, dem Rennen eine gute Vorbereitung zu sichern. Organisatorisches. Dit Kriens-Eigenthal-Rennstrecke, t»e Rennstrecke befindet sich bekanntlich In bestem Zustande. Wie aus der oben angegebenen Skizze ersichtlich ist, wedst sie zum Teil recht kritische Kurven auf, die an die Fahrer schöne Anforderungen stellen. Die gesamte, 6,5 km lange Rennstrecke befindet sich aber in ausgezeichnetem Zustande. Die Höhendifferenz beträgt 490 tn, die durchschnittliche Steigung 7,5%, die Maximalsteigumg 14%, also eine Rampe» die allerhand von Fahrern und Maschinen verlangt! Der landschaftliche Rahmen zu der Strecke ist einzigartig. Eine gewisse Anziehungskraft haben auch die prächtigen Geld- und Ehrenpreise nicht verfehlt. Zwei Fahrzeuge einer Klasse erhalten mindestens einen Preis; für Amateure und! Experten der Kategorien Sport- und Tourenwagen sind besondere Preise vorgesehen. Auch die Solofahrer erhalten* entsprechend ihrer Leistung, Preise. Dazu harren sieben wertvolle Speziaipreise, wovon einer ein wundervoller Wanderpreis ist, der (glücklichen Gewinner. Ausserordentliches Interesse beansprucht dieses Jahr die durch den Eidg. Militärfunkerverein erstellte telephonische Anlage. Sie ist eine Kombination zwischen dem Freileitungsnetz der Zivilverwaltung und der Spezialantfage für das Rennen und ermöglicht jedem auf der Strecke postierten Kommissär jederzeit ein klares Bild über den Rennverlauf zu besitzen, damit ist die ganze Strecke bis ins kleinste Stück glänzend überwacht Die Meldungen. Für das Kriens-Eigenthal-Rennen sind bis Redaktionsschluss folgende definitive Meldungen eingelaufen : Kessler Hans (Amilcar), Zürich Elvezia Rusca (Alfa-Romeo), Mailand Frau Dold-Uster (Bugatti), Zürich Rud. Steinweg (Amilcar), Münchea Markiewiez (Austin), Genf Paul Müller (Fiat), Rheineck Aug. Scheibler (Chrysler), Laupen' Paul Walser (Fiat). St. Gallen Hans Stuber (Bugatti). Bern. » Die Organisatoren besitzen noch eine Anzahl von vorläufig nur provisorischen Meldungen, sie stehen auch in vielversprechenden Unterhandlungen mit den beiden bekannten deutschen Führern von Morgen (Bugatti) und Burggaller (Bugatti) aus Berlin. Da der Meldeschluss für das Rennen erst in einigen Tagen abläuft, sind noch weitere Nennungen zu erwarten. x. Der Sonne entgegen... Arosa, den 23. August 1931. Als die vielen braven Sportleute zur Kreuzund Querfahrt nach Arosa starteten, da regnete es in Strömen. Aber man tröstete sich, denn man fuhr ja der « Sonne von Arosa» entgegen... Aus allen Teilen der Schweiz, ja auch vom Ausland, kamen die, die ihr «Sitzvermögen» 12, 24, sogar 36 Stunden hindurch beweisen wollten. Wissen Sie, was es heisst, 36 Stunden ununterbrochen fahren, 2160 Minuten hindurch sich in die Landstrasse hineinzufressen, Kilometer und Punkte zu sammeln? Versuchen Sie es einmal, dann werden Sie wissen, was das bedeutet! Man wird Gefangener der Zeit und Geschwindigkeit, kennt keinen anderen Begriff mehr als Fahrdurchschnitt, Kontrolleintragung, Sollzeit und... viel, viel Müdigkeit! Das Steuer halten und wie ein Blödsinniger losbrausen, das kann letzten Endes ein jeder. Die Veranstalter waren auch nicht so liebenswürdig, die Sache so einfach zu machen. 0 nein! Man musste auch -das Köpfchen anstrengen, studieren und immer wieder studieren, wie man die Strecke anlegen müsse, um möglichst viele Punkte zu gewinnen. Mehr als 80 Kontrollorte, eine grosse Zahl Alpenpässe brachten doch je einen Punkt ein. Chur als Hauptkontrolle bedachte einem sogar mit einem richtigen Punkteregen, wenn man nur richtig die Route anlegte. Chur zählte nämlich in steigendem Masse I, 2, 3 usw. Punkte, wobei allerdings zwischen zwei Berührungen von Chur ebenso in steigendem Masse Zwischenkontrollen eingelegt werden mussten. Manche hatten die Ausschreibungen ganz und gar nicht verstanden. Sie fuhren wie die Wilden drauflos, sammelten wahllos Punkte Oben: Blick auf die Piste während des Rennens. Das Rennen wurde gewonnen von Black mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 67,9 Meilen. U n t e n: Unser Bild zeigt den Sieger Black in voller Fahrt während des Rennens. (Photo Suter.) durch Ansteuern der Kontrollorte, die gerade vor ihnen lagen, vergassen aber ganz, dass es ein so freigebiges Chur gab. Nach Schlus der Fahrt war die Betrübnis auf manchen Seiten denn auch sehr gross. Aber was nützte es, die Karre war einmal verfahren ... Das beste Prüfgelände für Kraft und Ausdauer eines Wagens sind unsere Alpenstrassen. Hier entscheidet die Praxis, was sich bewährt. Essex-Sediszylinder und Hudson-Achtzylinder haben sich bewährt, dafür bürgt die grosse Zahl der Essex-Hudson- Fahrer und ihr überzeugendes Urteil. - Doch dies ist nicht allein der Grund zur Anschaffung von Essex oder Hudson. Prüfen Sie die entscheidenden Bequemlichkeiten, die sie anderen voraus haben; vergleichen Sie ihre überlegene Betriebssparsamkeit und die erstaunlich niedrigen Preise: Essex-Sechszylinder von Fr. 6 280 an (geschl. Fünfplätzermodell, komplett aus- Ojerüstet) - Hudson-Achtzylinder ab Fr. 11800. AUTOMOBILE Ä.Q. BASEL - ZÜRICH Erste Bilder zur Tourist Trophy in Irland Um Mitternacht, in der Nacht vom Freitag auf den Samstag, starteten sie. Alle zusammen, die 12-, die 24- und die 36-Stundenfahrer. Hinaus geht es in die Nacht, einer sehr langen Reise entgegen. Nur sechs,Minuten vergehen, da melden sich schon die ersten in der Hauptkontrolle Chur. Und eine Minute, später entschwinden sie schon wieder im Dunkeln. Es wird von Anfang an blendend gefahren. Kaum eine halbe Stunde nach dem Start kommen die ersten Fahrer bereits zum zweitenmal nach Chur. Von der dritten Stunde ab wird es still in der Hauptkontrolle. Die in der Nähe Churs gelegenen Kontrollorte sind schon abgeklappert, die Fahrer ziehen bereits weitausholende Schleifen, streben den Pässen, dem Julier, Albula, dem Klausen zu. Manche sind noch gar nicht in Chur gewesen. Sie ziehen eine grosse Schleife durch die Schweiz, wollen erst nach 24 Stunden zum erstenmal die Hauptkontrolle berühren. Bürk auf seinem Nash grast das ganze Gebiet zwischen Bodensee-Jura-Genfersee und zuletzt Chur ab. Er samemlt zahllose Eintragungen, aber diese tragen alle nur je einen Punkt ein, während sein schärfster Konkurrent, unser Berliner Mitarbeiter v. Szenasy, auf seinem Wanderer bereits zum viertenmal in Chur war, durch die Hauptkontrolle schon allein zehn Punkte «verdiente ». Um die Mittagszeit treffen die 12-Stundienfahrer in Arosa ein. Sie sind fast vollzählig zur Stelle. So um die 500 km liegen die Fahrleistungen, teilweise weit über 30 Punkte konnten sie sammeln. Und zwölf Stunden später kommen die 24-Stundenfahrer durchs Ziel. An der Spitze eine Dame! Jawohl, liebe Sportkollegen, das «schwächere » Geschlecht wird gefährlich ! Und als wiederum zwölf Stunden herum sind, da sind die Leute der «grossen Fahrt» zur Stelle. Ueberlegen führend von Szenasy und Burk, die beide fast genau 1250 Kilometer zurückgelegt haben, beide allein 36 Stunden hindurch ohne Ablösung das Steuer meisterten, den Führersitz höchstens um Minuten verliessen, um sich die Beine wieder etwas in den Leib treten zu können. Und merkwürdig, gerade der Ausländer, der hohen Berge, der vielen Pässe ungewohnt, hat die meisten Punkte auf den Passhöhen gesammelt. Nicht weniger als acht hohe Pässe hat er gemeistert, 25 000 m Höhendifferenz bezwungen. (Piccard wird ihn darum beneiden!) Als die Fairer Jn Arosa eintreffen, nachdem sie 12, 24 und 36 Stunden lang der «Sonne > entgegenfuhren, da scheint diese Sonne verdammt nass! «Sie muss gleich herauskommen», meint stoisch Kurdirektor Buchli, der scheinbar einen grösseren Auftrag an Schönwetter im Himmel placierte und nun auf Lieferung wartet. Der Himmel aber bleibt im Lieferverzuge...