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E_1931_Zeitung_Nr.071

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Luftfahrt Das Neueste in

Luftfahrt Das Neueste in Sachen «Zukunftsflugzeug». Ein Wiener Techniker, der sich J. Frech nennt, arbeitet gegenwärtig an einem neuen Flugzeugtyp, der dadurch die bisherigen Flugzeuge an Leistungsfähigkeit weit übertreffen soll, dass zwei schraubenartige Gebilde unter den Flügeln, die wie die Förderschnecke einer Fleischhackmaschine aussehen, beständig Luft unter die Tragflächen wursteln. Die bisherigen Versuche sollen «äusserst günstige Ergebnisse» gezeitigt haben. Wien scheint nachgerade zum Zentrum solcher umwälzender Neuerungen zu werden. Die Erfindung wird natürlich auch diesmal durch Presseagentüren in die ganze Welt hinausposaunt und Photoagenturen versenden Bilder eines Flugmodells, das nur gerade knapp vor der Vollendung steht. Wir sind neugierig, wieviel Tageszeitungen und Illustrierte auf den Unsinn hereinfallen werden. Ganz anders sind dagegen die Versuche zu bewerten, die der Russe Makhonine in Paris mit einem Flugzeug anstellt, dessen Tragflächen vergrössert und verkleinert werden können. Hier handelt es 'sich tatsächlich um ein Problem, dessen Lösung den Flugzeugbau einen grossen Schritt weiter bringen könnte. Die veränderbare Tragfläche würde grosse Fluggeschwindigkeiten und kleine Landegeschwindigkeiten erlauben, zwei Kriterien, die sich gegenwärtig nur in beschränktem Masse miteinander vertrauen, Makhonine hat eine Lösung des Problems AUTOMOBIL-REVUE anscheinend darin gefunden, dass er zusätzliche Tragflächen verschiebbar im Innern der Haupttragflächen anordnet. Soll die Fläche vergrössert werden, so werden die Zusatzflächen aus den Hauptflächen seitlich herausgeschoben, andernfalls werden sie eingezogen. Die Schwierigkeiten bestehen hier besonders in der konstruktiven Durchbildung des Gedankens. m. Vor dem Rennen um die «Schneider-Trophy» (12. Sept.). Wohl noch zu keinem Schneider-Rennen standen so viele Flugzeuge bereit, aber auch noch nie war es Ungewisser, welche Flugzeuge überhaupt an den Start gehen werden. Noch droht in letzter Minute eine Absage Frankreichs, dessen Rennflugzeuge vielleicht nicht mehr rechtzeitig fertig werden, und von den andern Teilnehmern wird man bis zum Rennen selbst nicht sagen können, welche Flugzeuge sie wirklich starten lassen. Ein so hoch entwickeltes technisches Kunstwerk, wie es ein Rennflugzeug heute darstellt, ist im Grunde genommen nie ganz «fertig». Dazu reicht auch die Vorbereitungszeit von zwei Jahren, die zwischen den einzelnen Schneider-Rennen liegt, nicht aus. Jedesmal werden die Flugzeuge, die von den verschiedenen Nationen für das Rennen gebaut werden, erst in letzter Minute fertig und können kaum mehr richtig eingeflogen werden. In diesem Jahre wollen England, Frankreich und Italien um die Siegespalme der «Schneider- Trophy> kämpfen. In allen drei Ländern hat man sich auf das Rennen durch den Hau neuer Flugzeuge vorbereitet, zum Teil stehen auch noch solche Rennflugzeuge zur Verfügung, die bereits zum Wettbewerb 1929 gebaut worden waren, damals aber nicht mehr rechtzeitig fertiggestellt werden konnten. In England konnte man mit den Vorbereitungen zum Schneider-Rennen erst ziemlich spät beginnen, weil das Luftministerium keine Mittel dafür bewilligte und erst ein privater Spender in die Bresche springen musste, um Englands Teilnahme überhaupt zu sichern. So konnte in England eigentlich nur ein neuer Rennflugzeugtyp, das Muster Vickers- Supermarine-Rolls Royce «S. 6. B.», in zwei Aus- (Fortsetzung siehe Seite 7) Das Dewoitine-Lanestreckenrekord-Fluszeusr von Doret. Le Brix und Mesmin auf dem Frnjfplatz Bern'. Im Vordergrund das kleinere, im Hintergrund aas grössere Schreek-Amphibium-Flugzeujj aut Flugplatz Bern-Belpmoos. P In der Mitte der Personen ngruppe des Vordergrundes Ingenieur Gsell. der als Experte des Eide. Luftamtes einen Probeflug unternahm. (Photo Alpar.) Illustre Gäste und Sehenswürdigkeiten in Bern-Befpmoos. Am letzten Dienstag erhielt Bern den Besuch der französischen Fliegergrössen Doret, Le Brix und Mesmim, die mit ihrer prachtvollen Dewoitine-33-Maschine « Trait-d'Union II» am Vortag von Toulouse nach Thun geflogen waren und von Bern aus nach einer halben Stunde dann nach Paris starteten. Die Dewoitine « Trait-d'Union II» ist eine Nachbildung der berühmten Rekordmaschine, mit welcher die gleichen Flieger vor anderthalb Monaten den Nonstop- Flug Paris-Tokio unternehmen wollten, dann aber in Sibirien, nach 8400 km durchflogener Strecke, wegen Vereisung der Tragflächen (Photo Alpar.) und Propellerflügel auf unbekanntem Gelände nachts niedergehen mussten, wobei nur der Motor intakt blieb. Mit dem neuen «Bindestrich » gedenken die Flieger eine Anzahl weitere Dauer- und Streckenweltrekorde aufzustellen. Das Flugzeug ist in jeder Einzelheit auf geringsten Luftwiderstand hin gebaut. Die Flügel mit rund 28 Meter Spannweite sind vollständig, freitragend. Der Antrieb des dreiflügeligen riesigen Metallpropellers durch den 650-PS- Hispano-Suiza-Zw&lfzylindermotor ist untersetzt. Die Flügel sind auf etwa einen Drittel ihrer Länge als Brennstofftanks ausgebildet Ebenfalls am Dienstag, kurz nach dem Abflug des Langstrecken-Wundervogels landete das kleinere der französischen Schreck-Amphibiumflugzeuge, die sich seit anderthalb Wochen in der Schweiz aufhalten. Es ist ein kleiner zweiplätziger Eindecker mit 100-PS-Lorraine-Motor, der hauptsächlich für Sport- und Touristikzwecke gebaut wird. Wenn das Amphibium auf dem Wasser niedergehen soll, werden die Landungsräder seitlich des Bootsrumpfes mit Druckluft hochgeklappt. Das grössere Schreck-Amphibium, ! das schon am Montag angekommen war, ist ! ein Doppeldecker mit 300-PS-Lorraine-Mo- J tor und fünfplätziger Kabine. Die Maximalj geschwindigkeit beträgt hier 170 Stdkm., ! während sie sich beim kleinern Typ auf 135 Stdkm. belauft. Die Steigzeit auf 1000 m Höhe beträgt in beiden Fällen 9 Minuten. . Unabhängig vom Wetter sind Sie, wenn Sie im Autobetrieb Standard Motor Oil verwenden. Vertrauen Sie den Schutz Ihres Motors nicht unbekannten Oelen an. Was Sie dadurch sparen, geben Sie zehnmal wieder für Reparaturen aus. Ein Qualitätsöl wie Standard Motor Oil schützt den Motor auch gegenWitferungseinflusse. Das Standard-Verfahren bürgt dafür! Oef wechseln Sie am besten, wenn der Motor hoch warm ist. Zum Nachwaschen nach dem Entleeren nehmen Sie Standard Motor Oil light (dünnflüssig) — 2 Liter genügen — aber niemals Petroleum l Standard-Qualität and Standord-Orgomsotion braditen der Standard-Marke in dar ganzen Welt das Vertrauen aller Automobilisten. Sorgfältig ausgewählte Rohöle and kostspielige wissensaSafHiche Versuche und Proben bedingen die Standard-Qualität. Die Standard-Organisation macht es möglich, Standard-Erzeugnisse überall in stets gleichbleibender Qualität tu beziehen. STANDARD •.. die Marke, zu der die ganze Welt Vertrauen hat

N°71 — 1931 AUTOMOBrL-REVUB Martin Bitterli, Autotransport«, Zürich 6. Die Firma wurde infolge Konkurses von Amtes wegen gelöscht Konkurseröffnung. Gottfried Schaller, Garage, Schöpfen (Kt. Bern). Erste Gläubigerversammlung: Mittwoch, den 2ß. Auführungen gebaut, werden. Dieser Typ ist aus dem läufige Luftschrauben arbeiten. Der grosse Vorteil vor zwei Jahren siegreich gebliebenen Muster Super- dieser Art der Mehrmotorenanordnung ist nicht nur marine «S. 6.» entwickelt worden, dem er auch die sprunghaft gesteigerte-Leistung, sondern auch äusserlich vollkommen gleicht: es ist ein einmoto- die Beseitigung des von der Luftschraube herrühriger, verspannter Tiefdecker auf Schwimmern, renden Drehmomentes, das die Starteigenschaften also der sozusagen den Standard bildende Renn- ausserordcntlich schlecht beeinflusst. Im Training flugzeugtyp. Das Flugzeug hat einen 12-Zylinder- soll das Macchi-Flugzeug bereits 640 km/Std. er- Rolls-Royce-cR»-Motor, der vor zwei Jahren 1000 PS reicht haben, man hofft sogar, die 700-km-Grenze leistete, aber heute eine etwas höhere Leistung auf- zu überschreiten. Schliesslich hat auch Fiat wieder weisen dürfte. Als Verbesserungen gegenüber dem ein Rennfltigzeug herausgebracht, welches ein ein- Muster Supermarine «S. 6.» sind zu nennen: ein motoriger Tiefdecker sein dürfte, ähnlich dem vor fuhr als auch die Einfuhr anbelangt, erkennen. In den ersten sechs Monaten des laufenden Jahres beziffert sich die Ausfuhr auf 12 036 Personenwagen im Werte von 293 Millionen Fr., 1335 Lastwagen im Werte von 36 Millionen Fr., ferner 2105 Chassis im Werte von 63 Millionen Fr. und schliesslich 583 Zentner Karosserien und 61921 Zentner Zubehörteile im Werte von etwas über 100 Millionen Fr. Die Einfuhr belief sich innerhalb der Berichtsperiode auf 967 Personenautos für zusammen 24 Millionen Fr.; hiervon lieferten: Italien 334, die Vereinigten Staaten 247, Belgien 182 und Deutschland 68 Stück. Ferner wurden 506 vergrössertes und verstärktes Tragwerk, neue zwei Jahren entwickelten Typ «C. 29», der sich da- Schwimmer, eine verbesserte Kühlanlage u. a. m. mals am Rennen nicht beteiligen konnte. Der englischen Rennmannschaft stehen ausserdem Auf eine Anfrage aus Calshot hat General Balbo zwei Flugzeuge vom Typ Supermarine-Rolls Royce dem Organisationskomitee folgende Mitteilung zu- «S. 6. A.» zur Verfügung, die im grossen und ganzen gehen lassen: «Bis jetzt konnte noch nicht darüber dem Muster Supermarine S. 6. B.» ähnlich sind entschieden werden, ob Italien an der Schneiderund eigentlich schon 1929 hätten an den Start ge- Trophy teilnimmt, da das schlechte Wetter der letzhen sollen. Ferner ist es möglich, dass eines der ten Tage Versuchsflüge auf dem Gardasee verunbeiden Gloster Napier «6»-Flugzeuge, die ebenfalls mögücble. Auf jeden Fall versichere ich, dass die für das Rennen im Jahre 1929 gebaut worden wa- italienischen Piloten alles tun werden, um ihren ren und jetzt zum Training benutzt wurden, am englischen Kameraden im friedlichen Wettstreit Chassis eingeführt. Schliesslich ist noch Start erscheint. Dieses Muster ist ein verspannter gegeriüberzutreten.» eine Einfuhr von 10 681 Zentner Karosserien, wovon 8825 Zentner aus den Vereinig- MaTke « Saurer » geliefert werden. Mit den Städten Tiefdecker — das erste Eindecker-Rennflugzeug von „ ,.... ... „ _ . . , Gloster — und hat einen 8-ZyIinder-Napier-Motor „ Verbilligte Fluge von Bern nach Paris. Auf ten Staaten, sowie von 67 298 Zentner Zubehörteile, wovon 42 728 Zentner aus den Verhandlungen zwecks Lieferungen von Saurer- von 1370 PS. Grund einer Vereinbarung, welche die Alpar-Bern Warschau, Lemberg, Posen, und Bialvstok sind _ , . ' , , . ... „ _ mit den Fluggesellschaften getroffen hat, die die Frankreich hat drei verschiedene Rennfiugzeug- Vereinigten Staaten, zu verzeichnen. wagen im Gange. Das Kapital der Saurerverkaufsgesellschaft in Polen wurde auf 800.000 Zloty er- StreckB Basel-Paris befliegen (Swissair, Imperial muster entwickeln lassen und zwar b« den Firmen Mrw Ltd und C. L D . N .A.), werden von jetzt Nieuport-Doläge Bernard und Dewoitine dazu zwei In diesem Zusammenhang muss daran höht. ab bis zum Schi uss der Luftverkehrssaison (81. Ok- Motorenmuster bei Lorraine und Renault. Die drei tober) verbilligte erinnert werden, dass die von Ford in Entgegen einzelnen Meldungen in der polnischen b Retourbillette Bern-Paris abge- Flugzeugmuster sind ganz nach dem Vorbild ent- b Ein h T ÜUi Bmott kogtet nur Frankreich selbst montierten Wagen nicht Presse sehen die Unterhandlungen der Stadtverwaltung von Warschau mit Genfer Finanzkreisen worfen, das die S^ger der letzten drei Schneider- * och Fr 135 _ und S eilf sog g Weekendbillett, das Rennen biegen. Es sind einmotorige, verspannte von der Importstatistik erfasst werden. zwecks Aufnahme einer Anleihe von zwei bis drei Tom Freitag bis folgenden Dienstag Gültigkeit hat, Tiefdecker auf zwei Schwimmern. Sie sollen an- Diese Methode erklärt die verhältnismässig Millionen Dollars keine Beteiligung der iSaurerwevke vor. Diese Anleihe wird im Gegenteil von der nocn Fr. 12o. _. Diese verbilligten Preise werden geblich für eine Höchstgeschwindigkeit von 630 bis gicher] ich von den Besuchern der internationalen geringe Zahl von importierten Automobilen 650 km/Std. entworfen worden sein. Nieuport-De- Kolonialausstellung ganz besonders begrüsst werlage und Bernard hatten bereits für das Rennen vor