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E_1931_Zeitung_Nr.070

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Unkenrufe gegen die

Unkenrufe gegen die Höchstgeschwindigkeitsklausel. im Verkehrsgesetz. Das beim Ständerat sich in Beratung befindende Verkehrsgesetz ist schon heute Gegenstand unsachlicher Angriffe geworden- seifen der Fall sein dürfte, sind wir ebenfalls Speziell scheint es die Opposition auf dasder Auffassung, diese Fahrerin habe zum mindesten unkorrekt gehandelt. Es ist uns zwar Fallenlassen der Ausserortsmaxima abgesehen zu haben. Dabei wird irgendein Unfall bekannt, dass bei Verkehrsunfällen die beteiligten Strassenbenützer, wozu wir auch die benützt, entsprechend aufgebauscht und mit mehr oder weniger sachlichem Kommentar Automobilisten zählen, entweder in den Harnisch kommen oder ihre Selbstbeherrschung versehen, um zu beweisen, dass das Fallenlassen der Höchstgeschwindigkeit geradezu verlieren und Dinge anstellen, die sie sich ein unsinniges Vorhaben sei. Wir zitieren selbst als anständige Menschen sonst nie verzeihen würden. Wir drängen deshalb immer nachstehend einen solchen Fall und verweisen im übrigen auf den Leitartikel «Zum und immer wieder darauf, dass ein Automobilist, wenn ihm einmal eine Ungeschicklich- Werdegang des Automobilgesetzes > in Nummer 69, der in bestimmter Weise den Nutzen keit passiert ist, die zu einem Unfall führte, der neuen Qeschwindigkeitsvorschriften erläutert. eine einigermassen vernünftige Feststellung stets die Polizeiorgane auf den Plan ruft, um In den « Republikanischen Blättern » wird des Tatbestandes zu ermöglichen. der nachstehende Unfall geschildert : Der zitierte Fall berechtigt keineswegs zum «Am 17. Juli ist der auf dem Heimwege begriffene Bahnwärter E. beim Einbiegen von einer schwindigkeit sei eine unzweckmässige Mass- Schlüsse, das Fallenlassen der Höchstge- Strasse in die andere von einem in wahnsinnigem Tempo dahersausenden Auto, von einer nahme, sondern weist auf die Forderung einer Frau gesteuert, zu Boden geworfen und eine Strecke besseren Erziehung aller Strassenbenützer weit geschleift worden. Umwohnende Leute brachten dem Verunfallten die erste Hilfe. Die Autlerin den, dass das Problem der Verminderung der hin. Es sollte endlich einmal eingesehen wer- stieg schliesslich aus und betrachtete die Bemühungen der herbeigeilten Bevölkerung um das Opfer Verkehrsunfälle in erster Linie von gesteigerten Anstrengungen zur Durchführung ei- ihres Unverstandes beim Brande einer Zigarette. Sie gab ihren Rapport ab. Von einem ner umfassenden Verkehrserziehung abhängig ist. Eine Erhöhung des Selbstbehaltes Worte des Bedauerns, von einem Funken Mitgefühl für den. aus vielen Wunden blutenden Bahnwärter würde zu gar nichts führen. lt. keine Spur. Dafür aber meinte die Sportlerin: « Die Versicherung wird's machen. Was quert der Mensch die Strasse in dem Moment, da ich daher Zur Frage der Verkehrsförderung. Seitdem fahre? Der Fall ist für mich erledigt. » Diese lakonischen Sätze sind in verschiedener Hinsicht einprägenswert. Einmal legen sie erneut Beweis davon ab, wie sehr sich gewisse Autler als Gebieter unserer Strassen fühlen. Zweitens kennzeichnen sie jenen Typ Frauenzimmer, der da meint, punkto Rassigkeit des Fahrens hinter dem Manne nicht zurückstellen zu dürfen, sie im Gegenteil noch fiberbieten zu sollen. Himmeltraurig ist es sodann, wenn Autler, nachdem sie durch ihr unsinniges Fahren einen harmlosen Benutzer auf den Tod verletzt haben, ihr Opfer g eiri s ser miaien als Quanti16 näflireable behandeln und mit dem Hinweis auf die Haftpflichtversicherung das Ganze als abgetan hinstellen. Wohin würde das erst führen, -wenn es den Antofnteressenten gelänge, die Höchstgeschwindigkeitsklacsel aus dem Gesetzesentwurfe auszumerzen? Der erwähnte Fall ist ein deutlicher Fingerzeig, •welche hohe Berechtigung diese Klausel besitzt und wie begrüssenswert es überhaupt wäre, wenn der Selbsthaftanteil des. Fahrers ein Mehrere» der bisherigem Normung ausmachen würde. Solange die Versicherungsgesellschaften sozusagen für den letzten Rappen der Haftpflicht aufkommen, wird es schwer halten, herzlose Autler und Motorradfahrer, denen das Leben eines auf den Tod verletzten Mitmenschen nicht mehr gilt als etwa dasjenige eines überfahrenen Huhnes, zur Vernunft zu bringen. > Unter der Voraussetzung, dass der hier veröffentlichte Tatbestand objektiv stimmt, was bei diesen Gelegenheits-Pressemeldungen die deutsche 100-Mark-Steuer so unglücklich in den schweizerischen Fremdenverkehr eingegriffen hat, wird in der Oeffentlichkeit die Frage der Behebung der damit eingetretenen Krise diskutiert. In der bündnerischen Presse wird darauf aufmerksam gemacht, dass man immer wieder höre, die Hotels möchten mit ihren Preisen etwas zurückgehen, um den Verkehr wieder zu beleben. Man dreht mm aber den Spiess um und verlangt auch von den Bahnen, die sonst gerne über zu hohe Preise der Hotels klagten, Reduzierung ihrer Taxen, Auch der eidgenössischen Postverwaltung wird bezüglich der Postautotaxen der Vorschlag einer Reduzierung gemacht. Es wird mit alter Betonung gefragt, ob Bahn und Postauto nicht am .besten mit dem guten Beispiel vorangehen könnten. Die Ausfühnmsjen in der-Sündner AUTOMOBIL-REVUE N» 70 Presse beziehen sich vor allem auf die Rhätischen Bahnen, deren Taxen zu teuer seien. Nachdem die Hotellerie zum grossen Teil 10—20 Prozente ihrer Forderungen abbauen musste, dürfe man auch auf die Mitarbeit der grossen Verkehrsinstitute unseres Landes zählen, damit im Auslatide die Tatsache billigerer Reisetaxen neuen Gästen rufen würde. bo. Verkehrsverbesserungen im Kanton Waadt. Die neuesten Pläne der Regierung sind bestrebt, den Verkehr auf den waadtländischen Strassen einerseits durch die rasche und zweckmässige Durchführung der Strassensignalisierung nach den Vorschriften der schweizerischen Signalordnung und andererseits durch den Ausbau zahlreicher Kurven und schwieriger Strassenstücke zu verbes- KLEINE CHRONIK sern. Die Regierung legt besonders Wert darauf, dass auf den kantonalen Strassen die Forderung der notwendigen Sichtbarkeit überall erfüllt wird. In nächster Zeit wird die Regierung sich auch mit dem Gebrauch der Schneeketten in der Zeit der Schneeschmelze befassen. Ein neues Programm für den Ausbau der kantonalen Strassen befindet sich in Vorbereitung, um demnächst dem. Grossen Rat vorgelegt zu werden. go- Rauchender Automobilist äschert vier Häuser ein. Am 3. Januar dieses Jahres zerstörte eine Feuersbrunst in Orient (Gemeinde Sentier) vier Häuser, wobei 10 Familien obdachlos und Werte im Betrag von 160,000 Fr. zerstört wurden, trotzdem die Feuerwehren aller umliegenden Dörfer ihr Bestes leisteten. Die Untersuchung hat nun erwiesen, dass der Brand durch die Unvorsichtigkeit eines Automobilisten entstanden ist. Der in Paris lebende Vertreter und Garagenbesitzer M. C. hatte die Unvorsichtigkeit begangen, beim Reinigen und Revidieren seines Wagens in dem Einstellraum, in welchem er den Wagen vorübergehend untergebracht hatte, zu rauchen. Dadurch müssen sich dann Benzindämpfe entzündet haben, die zuerst den Wagen, dann den Unterstellraum und schliesslich die anliegenden Häuser in Flammen aufgehen Hessen. Das Polizeigericht des Distrikts La Vallee hat den unvorsichtigen Raucher, der nicht zur Verhandlung erschienen war, zu vier Monaten Gefängnis und Bezahlung der Kosten verurteilt. Tourlstlk-Bulletln des A.C.S. vom 21. August 1931. I. Strassenwesen. 1. Kerenzerbergstrasse (Mollis-Mühlehorn) immer noch im Umbau begriffen. Immerhin sind die Felssprengungsarbeiton nahezu vollendet, so dass die Strasse wieder besser passierbar ist. 2. Die durch Rutschungen verschüttete Strasse Lugano-Chiasso, welche wieder passierbar war, wurde Samstag, 22. August, von 9 Uhr bis 18 Uhr für den Fahrverkehr vollständig gesperrt, da die definitiven Ausbesserungen der Strasse im Rutschgebiet vorgenommen wurden. Verkehrsuinleitung von Lugano über Figino, Morcote, Melide. Gapolago, CMasso. Ab Sonntag, den 23. August, morgens war die Strasse Lugano-Chiasso wieder auf ihrer ganzen Breite dem Fahrverkehr geöffnet. 3. Strasse Basel - Folgensburg - Ferrette - Levonwurt-Miecourt-Porrentruy zwischen Ferrette und Levoncaurt in sehr sohlechtem Zustande. •4. Strasse Cernay - Grand Ballon-Markstein - Col de la Schlucht zwischen dem Grand Ballon und dem Cd de la Schlucht teilweise in sehr schlechtem Zustande. 11. Verkehrsvorschriften. Haslebergstrassen: Die Hasleberjf strassen Brünig-Reuti und Meiringen-Reuti sind ab 1. September wieder dem Verkehr mit Personenautomobilen bis zu acht Sitzplätzen, mit Lastautomobilen bis zu 3 Tonnen Gesamtgewicht und mit Motorrädern geöffnet. Die Geschwindigkeit darf jedoch 25 km pro Stunde nicht überschreiten. III. Strassensnerren. 1. Rickenstrasse zwischen Wattwil und dein Ricken immer noch im Umbau begriffen. Strasse in der Fahrrichtunjj Ricken-Wattwil gesperrt. Verkehrsumleitung auf schmaler, aber guter Strasse über Schönenberg-Uelisbaeh. Die Umbauarbeiten dürften noch zirka 14 Tage dauern. 2. Strasse Rapperswil-Uznach zwischen Bollingen und Schmerikon (Einmündung der Eschenbaoherstrasse) immer noch gesperrt. Verkehrsumleitung Rappers wil-Jona-Wagen-Eschenbach-Schmerikon. Die Bauarbeiten dürften bis anfangs September beendigt sein. 3. Strasse Bucbs-Sevelen (Kanton St. Gallen) noch bis Mitte September gesperrt. Verkehrsiimleitung von Buchs über Schaan-Vaiduz-Se-velen. 4. Strasse Wildegg-Hunzenschwil bis zirka Mitte September gesperrt. Verkehrsuinleitung über Lenzburg. 5. Strasse I. Klasse in Hütten vom Wäsohbach, Strassengabel Schönenberg-Hütten-Finstersee inklusive bis zur Frohen Aussicht. Strassenffabel Schindelleffi-Hütten-Samstagern inkl. bis zirka 7. September für den gesamten Fahrverkehr gesperrt. VerkehrsumleitunK über Neumühle resp. Samstagern, Zopf-Zweierhof-Schönenberg. 6. Stationsstrasse I. Klasse in Dielsdorf und der Bahnübergang bei dar Station Dielsdorf bis 28. Aug. gesperrt. IV. Autotouristischer Dienst Der Reale Automobile-Club d'Italia hat eine weitere Grenzauskunftsstelle in Resia (Reschenscheideck) an der italienisch-österreichischen Grenze eröffnet. Der genannte Automobil-Club hat heute nachstehende Grenz-auskunftssteüen im Betrieb: Grimaldi, Iselle, Pontechiasso. Resia, Brennero. Molaretto, San Ca-ndido, Tarvisio und Postumia. Dies« Auskunftsstellen stehen allen durchreisenden Autotouriston kostenlos zur Verfüffiinz verschiedener Marken zirkulieren in der Schweiz welche zum Teil nicht vertreten sind und zum Teil gar nicht mehr fabriziert werden, deshalb machen wir Sie auf unsere modern eingerichtete ara ur ei un Automob aufmerksam und vergessen Sie nicht, dass Sie Ihren Wagen einer Ifabrsk anvertrauen Fachmännische Beratung kostenlos Geschultes Personal daran Kurze Lieferungstermine ll!_ n~._!~._ äusserst kalkuliert sind Die PreiSe und eine fiarfliitip unn *\ R Mnnutpn auf die von uns eln 9 esetzten Teile UdldllllC VUII U-Q mUlldlcll und Arbeiten geleistet wird. Neue Automobil - Aktiengesellschaft iartin St. Blaise Tel. 7823 JGIZl in der Fahrsaison, wird Ihr Auto neu bereift werden müssen. Unterlassen Sie nun nicht, sich zu überzeugen, dass der Schweizerpneu «PALLAS-CORD» in Leistung und Sicherheit volles Vertrauen verdient. Kaufen Sie PALLAS-CORD u. Ihr Geld bleibt im Lande. 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N° 70 — 1931 AUTOMOBIL-REVUE ihnen «Die zeitgepeitschte Zeit». Warum eine Bahnfahrt zum Rohnegletscher einer Autofahrt vorzuziehen sei. Die Gründe für die Bevorzugung scheinen nach der Auffassung der Furkabahnbehörden (wir verweisen auf einen Prospekt der Furkabahn, der in einer ungehörigen Weise über das Ziel schiesst) recht einfach zu sein. Wir fassen sie nach dem Prospekt zusammen : «In der Bahn fährt man bequemer, beim Bahnfahren ist man der Natur näher, mit der Bahn kann an einen herrlichen kurzen Alpenspaziergang unternehmen der Reisende ist in der Bahn frei, er ist sicher in jeder Beziehung, er fährt viel billiger », usw. usw. Schon diese schlagwortartigen Pleonasmen beleuchten die Absichten des Prospektschreibers zur Genüge. Lassen wir aber dieses Elaborat eines Bahn-« Reklamefachmannes », das wohl in der muffigen Luft eines leeren Wartesales entstanden sein dürfte, folgen. Warum eine Bahnfahrt zum Rhonegletscher einer Autofahrt vorzuziehen ist. BEQUEMER — 8as hängt schon mit der Beschaffenheit der Verkehrsmittel zusammen. Die einer Sardinenbüchse ähnlich angeordnete und ausgenützte Enge der Plätze im Autocar hat mit der luftigen Freiheit im Abteil der Bahn nichts zu tun. So frisch und sauber und bequem man mit der Bahn den Anblick des Rhonegletschers gewinnt, so matt und staubatmend und in qualvoll bewegungsloser Enge schwitzend kann man mit dem Autocar dem landschaftlichen Höhepunkt der Reise gegenüberstehen. DER NATUR NÄHER. Die Bahnfahrt zum Rhonegletscher vermittelt den Genuss der Axenstrasse mindestens in ebensolchem Masse wie die Fortbewegung auf der Strasse selber — oder aber: sie gestattet ohne weiteres die Dampferfahrt auf dem Vierwaldstättersee ohne Zuschlag oder Formalität. Von Flüelen bis Göschenen: die Linienführung des Wunderwerkes der Gotthardbahn gerade auf diesem Teilstück ist weltberühmt und gewährt die erstaunlichsten Tiefblicke. Die wilde Schönheit der Schöllenen, der Teufelsbrücke wird •von der Bahn aus grossartiger umfasst; die stilvolle Bahnfahrt durchs Urserental, durch unberührtes Grün, ist dem Autobetrieb auf der Strasse, deren Ränder und Wiesenborde weit und dick unter Staub liegen, ums Vielfache vorzuziehen. Zum Gletscher selbst: hier gestattet die Bahn EINEN HERRLICHEN, KURZEN ALPEN- SPAZIERGANG, einen der schönsten der Alpen, in dem eich Körper und Seele erholen. Ein paar Schritte tun, ein Stündchen oder zwei wandern und Tasten, In voller Freiheit den zurückkehrenden Zug abwarten — solcher Menschlichkeit ist die zeitgepeitschte Zeit des Autobetriehes fremd. DER REISENDE WILL FREI SEIN. Er will sich seine Mitreisenden nach Belieben zu Nachbarn werden lassen oder nicht; er will den Platz wechseln, er will sich bewegen können auch auf der Fahrt, er will fahren, wie es ihm gefällt. Die Bahn verschenkt die Erfüllung aller jener Wünsche der Individualität, die das Auto zum vorneherein ausschaltet. • SICHER IN JEDER BEZIEHUNG. Hervorzuheben ist das bestimmte Gefühl innerer Sicherheit bei der Bahn, denn diese hat keinen Vehikeln auszuweichen, wird von keinen überholt und muss keine überholen. Die Bahn fährt auch, wenn sich keine zwanzig Personen oder mehr zur Tour zusammenfinden; man kann auf sie zählen wie auf den Aufgang der Sonne. Der Witterungsschutz der Bahn entspricht demjenigen eines freundlichen Zimmers. VIEL BILLIGER. Die Bahnfahrt zum Rhonegletscher und zurück ist in der 3. Klasse — die dem Autocar mit allen erwähnten Vorteilen überlegen ist — um die Hälfte billiger als die Autofahrt, ja sie ist sogar in der eleganten 2. Klasse immer noch billiger als mit dem Benzinmotor. Wir sind der Furkabahn, die uns selbst schon öfters durch prächtige Hochgebirgslandschaften und vor allem durch das unvergleichliche Qoms geführt hat, nicht abhold gesinnt, wir wünschen ihr das beste Gedeihen, müssen aber einen ungehörigen Reklameauswuchs in die «Bahn »-Schranken weisen. Der Prospekt ist auf dem Grundsatz aufgebaut: «Wer einen and'ren schlechter macht, kann sich selbst erheben.» Sehen wir zu, wohin diese Mentalität führt! Der Spruch von der sardinenbSchsenhaft ausgenützten Enge der Plätze in einem Autobus gehört ins Reich der Fama, ebenso die Vorstellung von der luftigen Freiheit im Abteil der Bahn, deren Fenster zwischen Realp und Gletsch doch in der Regel aus Rücksichtsnahme gegenüber dem zarten Reisepublikum geschlossen sein müssen. Der Satz: «Die Bahnfahrt vermittelt den Genuss der Axenstrasse mindestens in ebensolchem Masse wie die Fortbewegung auf der Strasse selber», ist wohl für die Propaganda einer Furka-Rundfahrt gedacht, stellt aber eine glatte Unwahrheit dar. Zudem heisst es nachher: « Die Bahnfahrt gestattet ohne weiteres die Dampferfahrt auf dem Vierwaldstättersee ohne Zuschlag». Kommentar überflüssig! Weiter unten erlaubt die «Furkabahn > ihrem Publikum « eine stilvolle Fahrt durchs Urserental durch unberührtes Grün, eine Fahrt die den Autobetrieb auf der Strasse, deren Wiesenborde weit und dicht unter Staub liegen, ums vielfache vorzuziehen sei». Dem halten wir die Tatsache entgegen, dass die Bahn auf längeren Strecken selbst das «dick unter Staub liegende Strassenbord benützt.» Der Prospektschreiber fährt weiter mit seinen Uebertreibungen und « gestattet» dem Benutzer der Furkabahn noch einen «herrlichen kurzen Alpenspaziergang», indem sich Körper und Seele erholen (der .Autobuschauffeur ist so barbarisch dies nicht zu gestatten) und ermöglicht es dem Alpenspaziergänger zuletzt «in voller Freiheit den zurückkehrenden Zug abzuwarten» denn « solcher Menschlichkeit sei die zeitgepeitschte Zeit des Autobetriebes fremd •». Der freisein wollende Reisende, « der sich seine Mitreisenden nach Belieben zu Nachbaren werden lassen will»» ist wohl ein Monopol der Furkabahn. Wir fragen uns nur, ob die Bahnverwaltung «in der Erfüllung aller jener Wünsche der Individualität, die das Auto zum vornherein ausschaltet», einem Reisenden gestatten würde, zwischen der Station Muttbach und der Station Gletsch genau gegenüber dem Fusse des Rhonegletschers einen Halt zu verlangen, um den Gletscher in aller Ruhe beschauen zu können. (Nebenbei gesagt, lässt sich- der Gletscher von der Furkastrasse aus in wenig Schritten erreichen und von zahlreichen Punkten der Strasse aus prachtvoll überblicken.) « Das bestimmte Gefühl innerer Sicherheit •» ist kein ausschliessliches Bahnreservat. In jedem gut unterhaltenen Autobus, an dessen Lenkrad ein kundiger Fahrer sitzt, wiegen wir uns in Sicherheit, von dem überaus zuverlässigen Postautodienst gar nicht zu reden. Wir lassen der Furkabahn gern den Ruhm: «Man könne auf sie zählen wie auf den Aufgang der Sonne», gestatten uns aber nebenbei recht freundlich zu bemerken, dass wir letztes Jahr in Goms das Vergnügen hatten, eine Entgleisung mitzuerleben — die Sonne stand an jenem Tag hoch am lachendblauen Himmel! Die Behauptung des Bahn-' Prospektes, eine Bahnfahrt zum Rhonegletscher und zurück sei in der III. Klasse « die Hälfte billiger als die Autofahrt» ist blosses Reklamegeflunker, denn welcher Ort dabei als Ausgangsort für- den Vergleich gelten soll, ist nirgends gesagt und zum Rhonegletscher fahren kann man mit der Bahn bei weitem nicht, hingegen führt die Furkastrasse beim Hotel Bellevedere recht nahe an den Gletscher heran. In den praktischen Angaben fändet sich noch der Vermerk, eine Fusswanderung von der Haltestelle Muttbach nach der Furka- r-»fl- Kunst und Verkehrssignale. Auf den Verkehrsampeln der Fünften Avenue in New York sind neuerdings kleine Plastiken angebracht worden, die in griechischem Stil «Die Eile» darstellen. bahn nach dem Hotel Bellevedere an den Rhonegletecher dauere 40 Minuten. Diese Zeitangabe ist wahrscheinlich für leichtgläubige Fremde berechnet. Wir selber benötigen für diese Strecke zirka 80 Minuten für den einfachen Weg. Unser Fazit aus diesem verfehlten Prospekt ist folgendes: Die Furkabahn soll das Auto nicht ausschliessen und das Auto ebensowenig die FuTkabahn. Konkurrenzneid würde ebenso grotesk wirken wie ein aufgeblasener Frosch. Die Route der Furkabahn vermag ihren Reisenden mit prächtigen Fahrstrecken aufzuwarten. Sie braucht daher nicht das andere Verkehrsmittel, den Autobus herabzusetzen, um sich selbst in falschem Glänze zu sonnen. Die Direktion der Bahn wird unseres Erachtens in ihrem eigenen Vorteile handeln, wenn sie diese Prospekte einstampfen lässt und dem Verfasser das Ungehörige dieser Propaganda hinter die Ohren bläst. so. *9 S Der Schlager für Interessenten für Kantons-Vertretungen wollen sich sofort melden Ed. Bianchi S. A., Milano. Viale Abruzzi, 16 WEGWEISER OFFIZIELLE STRASSEN, 3 ION A L.- DREIECK* TAFELN ORIENT IE- RUNQS« PFEILE RUNDE 8TADTVER. KEHR8. 8IQNALE DEN VOR. SCHRIFTEN ENTSPRE, CHEND 20JAHRIGE ERFAHRUNG In Zusammenarbeit mit dem Schweiz.Touring-Klub und dem Schweiz. Automobil-Klub Lassen Sie sich beraten durch Ste. du Numerotap des Routes S.A., Geneve Telephon Nr 48.463 UNE VISITE CAMIONS OMNIBUS CARS ALPINS les meilleurs DANS NOS USINES VOUS CONVAINCRA ARBON * BALE * MORGES + ZÜRICH Demandez la brochure: „Le nouveau motenr Saurer-Diesel pour automobiles". sind merftsstich, wenn Sie immer Freude am Innern Ihres Wagens haben und für ihn dereinst noch einen VerVaüTspreis erzielen wollen. 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