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E_1931_Zeitung_Nr.073

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2 AUTOMOBIL-REVUE

2 AUTOMOBIL-REVUE 1931 — N° 73 schwer. Der Zweck der Fühlungnahme der einzelnen Länder ist sicher erreicht worden, und jeder der am Kongress teilnahm, hat sich ein Bild über die bestehenden Bestrebungen in den verschiedenen Ländern Europas machen können. Hoffen wir, dass die Arbeit der Kommission eine fruchtbare sei und dass beim nächsten Zusammentreten der Delegierten das angefangene Werk dem Endziel wieder um ein Erkleckliches näher geführt werden könne. Die Verhandlungen haben deutlich gezeigt, dass tatsächlich ein grosses Interesse an der Frage der Autostrassen ttesteht, und zwar nicht nur in Westeuropa, sondern auch bei den östlichen Staaten, und man war daher sicher wohl beraten, als man beschloss, die Organisation auf eine möglichst breite Basis zu stellen. Lr. (Weitere Berichte in nächst«! Nummer.) Verkehrsgesetz und Haftpflichtsummen Die Versicherungssummen der Motorfahrzeug-Haftpflicht-Versicherung im Vorentwurf zum Verkehrs gesetz. Ein Versicherungsfaefamann setzt sich im haben sich in schweren Fällen wiederholt als Nachstehenden mit den im Entwurf zum eidg. zu niedrig erwiesen. Qewiss ist es anderseits auch nicht ausgeschlossen, dass Vefkehrsgesetz vorgesehenen Ansätzen der Ver- Fr. sicherungssummen auseinander. Da sich die öffentliche Meinung bis anhin mehr mit anderen, scheinbar wichtigeren Artikeln und Bestimmungen des Gesetzes befasste. ist es wohl an der Zeit, auch die Versicherungefrage näher zu prüfen und zur Diskussion zu stellen. Die Red. Das interkantonale Konkordat betreffend den Verkehr mit Motorfahrzeugen und Fahrrädern aus dem Jahre 1914 nannte als Versicherungssummen für die obligatorische Haftpflichtversicherung der Automobile Fr. 20000.— und für Motorräder Fr. 10 0O0.—. Diese Summen erwiesen sich bald als ungenügend. Der in Frage stehende Art. 11 des Konkordates erfuhr in der Folge mannigfache Abänderungen in der kantonalen Gesetzgebung. Insbesondere war die Regelung für den Fall des Unfallereignisses, d. h. für einen Motorfahrzeugunfall, in welchem mehrere Personen verletzt oder getötet werden, gänzlich unbefriedigend. Verschiedene Kantone erhöhten daheT die Deckungssumme für eine verunfallte Person von Fr. 20.000.— auf Fr. 30.000.—, die Deckung im Unfallereignis von Fr. 20.000.— auf Fr. 50.000.-—, die meisten sogar auf Fr. 100.000.—. Es bildete sich derart in der Schweiz eine wahre Musterkarte verschiedener Bestimmungen über die Versicherungssummen heraus. Kein Jahr verging, ohne dass darüber ein oder mehrere Kantone neue Vorschriften erliessen. Während noch heute z. B. der Kanton Bern die Summen des Konkordates, d. h. Fr. 20.000.— im Einzelfall wie als Deckung im Ereignis aufrechterhält und auf Sachschadendeckung in Uebereinstimmung mit dem Konkordat gänzlich verzichtet, liegt von seinem Nachbarkanton Aargau ein neuer Ratsbeschluss vor, der ab Januar 1932 als Deckung für den Einzelfall Fr. 50.000.—, im Ereignis Fr. 100.000.— und für Sachschaden Fr. 10.000.— verlangt. Einem eidgenössischen Gesetze bleibt es vorbehalten, an Stelle der hier unbegründeten Vielfältigkeit Einheit treten zu lassen. Selbstverständlich wirkt sich die Höhe der durch Versicherung zu deckenden Summe in der Prämie aus. Die finanzielle Belastung des Fahrzeughalters darf deshalb nicht unberücksichtigt bleiben. Anderseits soll aber die Deckung so gewählt werden, dass sie auch in schweren Fällen zur Bezahlung des Schadens hinreicht. Im Vorentwurf zum Bundesgesetz über den Motorfahrzeug- und Fahrradverkehr ist für den Einzelfall, d. h. für die Deckung des Schadens einer verunglückten Person bei Automobilen die Summe von Fr. 50.000.— vorgesehen. Mit gutem Rechte durfte über die bisher kantonal vorgeschriebenen Summen hinausgegangen werden, denn Beträge von Fr. 20.000.— oder auch Fr. 30.000.— deckung im Einzelfall zu derjenigen im Ereignis wäre unseres Erachtens in den Summen Fr. 50.000.— zu Fr. 150.000.— zum Ausdruck gekommen. Für ein Unfallereignis, das mehrere Personen schädigt, hätte doch mindestens das Dreifache der für die einzelne Person vorgesehenen Deckungssumme verlangt werden sollen. Da überdies diePräkeine Kraft. Er braucht eine Stütze. Die sollen Sie sein und Sie sollen ihn in meinem Sinne bearbeiten. Fräulien Evelin steht ganz auf unserer Seite.» Hocherfreut kam Frank an diesem Abend nach Hause. Als er in Sonjas Zimmer trat, sprang diese rasch von der Ottomane auf. Sie fühlte^ dass mit ihrem Freund etwas vor sich gegangen war. «Rate mein Kind!» forderte dieser sie lachend auf, indem er sie umfasste und küsste. « Hast du in der Lotterie gewonnen? > * Nein — Herr Maurus hat mich zu seinem ersten Sekretär ernannt. Das ist einer der höchsten Vertrauensposten im Werk. Es geht aufwärts, Sonja! Ich bin glücklich!» Doch Sonjas Miene umdüsterte sich. «So kommt die Zeit, die ich immer gefürchtet habe. > «Welche Zeit? » « Die Zeit, die uns scheidet. » «Wieso?... Nein, Sonja... ich schwöre dir...» « Schwöre nicht! Du wirst es nicht halten können. Du wirst mit Dr. Maurus und der schönen Tochter da und dorthin reisen..^ « Wie, du kennst Evelin? » Sonja zuckte leicht zusammen. Dieser AusYuf hatte sie getroffen. «Nur vom Sehen. Sie ist schön, sehr sehr schön! » 50.000.— als Vergütung des materiellen Schadens, den die hinterlassene Familie eines durch Motorfahrzeugunfall Getöteten erleidet, nicht hinreichen und der schuldhafte Fahrzeuglenker für den durch die Versicherung nicht gedeckten Betrag aus eigenem Vermögen einstehen muss. Derartige Fälle dürften aber nach bisheriger Erfahrung sehr selten sein, so dass es sich ihretwegen nicht vertreten Hesse, den Autohalter mit einer weiteren Prämienerhöhung zu belasten. Die Prämien, welche der vorgesehenen weitergehenden Deckung entsprechen, werden sich allerdings höher stellen als dies heute der Fall ist. In Kantonen mit bisher Automobil-Jahresbudget eine ausschlaggebende Rolle spielte. Dass die Prämie eine weitere Erhöhung infolge der Verschärfung der Haftpflicht erfahren muss, soll in diesem Zusammenhange nur erwähnt aber nicht weiter ausgeführt werden. Im Unfallereignis verlangt der Gesetzgeber Fr 100.000 als Minimalbetrag der Haftpflichtdeckung. Diese Summe entspricht der bis heute üblichen Regelung der meisten Kantone, ist aber unseres Erachtens zu niedrig gewählt. Allerdings sind erfährungs-" gemäss Katastrophen im Automobilbetrieb selten. Von mehreren durch Autounfall beS troffenen Personen werden glücklicherwefi^ meist nur eine öder zwei "schwer "verletzt oder getötet, während die andern in der Regel mit leichteren Körperschäden oder heil davonkommen. Bei Zusammeristössen wie beim Umstürzen von Fahrzeugen schützt der Wagen zum Teil wenigstens die Insassen. Ausserdem hängt die Höhe des materiellen Schadens nicht allein von deT Schwere der eingetretenen Verletzungen ab, sondern wird vielmehr in erheblichem Masse durch die Verdienstverhältnisse der verletzten Personen oder durch die Zahl der von einem tödlich Verunfallten unterstützten und erhaltenen Personen beeinflusst. Das richtige Verhältnis der Versicherungs- Frank errötete. Sonja fühlte mit feinem Instinkt, was hinter diesem Erröten steckte und sie wurde traurig. Sie setzte sich und starrte vor sich hin. Visionen zogen an ihrer Seele vorbei. Sehnsucht nach der Sonja schwieg. Ruhe war eine Zeitlang in dem dürftigen Zimmer. Die Nacht war langsam hereingebrochen und plötzlich klang aus der Dunkelheit Sonjas Stimme. « Geh, Frank, geh! Du wirst jetzt anders leben müssen. Du bist unter freundlicheren Sternen geboren als ich. Geh, ich werde auch gehen, vielleicht heim nach Russland. > «Sonja, du bleibst bei mir! Willst du mich treulos machen? » «Frank, kein Mensch ist treu! Ich verstehe jetzt so manches, was mir in letzter Zeit auffiel. Die hast mich vernachlässigt, weil du deine Frau in Evelin Maurus gefunden hast. Ich bin für die Tiefe geboren, du für die sonnige Höhe. Es war unrecht von mir, dass ich dein Geschick an das meinige ketten wollte. Geh, Frank, geh! Schwöre nicht! Du kannst nicht treu sein! Kein Mensch ist treu! » « Sonja, glaube mir, ich bin dir treu. > (Fortsetzung folgtJ miendifferenz zwischen Fr. 100.000.— und Fr. 150.000 im Unfallereignis eine geringe ist und nach den heutigen Tarifen der Versicherungsgesellschaften nur wenige Franken ausmachen kann, ist es nicht verständlich, weshalb sich der Gesetzgeber nicht für Fr. 150.000.— Minimaldeckung im Ereignis entschied. Die Fürsorge für die durch Motorfahrzeugunfall zu Schaden Gekommenen, die an andern Stellen des Gesetzes ausgesprochener Leitsatz ist, hätte hier nicht fehlen dürfen. Allerdings schreibt der Entwurf für schwere Motorwagen bis zu zehn Plätzen im Unfallereignis als Deckung Fr. 150.000.—, für Wagen mit mehr als zehn Plätzen noch höhere Summen vor. Als schwere Wagen werden aber solche bis und mit sechs Sitzplätzen nicht gelten, so dass für die grosse Mehrzahl aller Automobile der unbefriedigende Zustand bestehen bleibt. Die Sachschadendeckung wird mit 5000 Franken vorgeschrieben. Wenn man auch einwenden könnte, dieser Betrag sei in manchen Fällen kaum hinreichend zur Bezahlung eines Automobilsachschadens, so lässt sich darauf erwidern, dass ein Ausfall an Schadenvergütung dem Sachgeschädigten eher zugemutet werden darf, als den von Personenschaden Betroffenen. Für Motorräder lautet die Deckungssumme nach dem Entwurf auf Fr. 40.000.— für eine verunfallte Person, auf Fr. 60.000.— im Ereignis, auf Fr. 5000.— für Sachschaden. Die niedrigeren Versicherungssummen lassen sich vor allem durch die geringere finanzielle mittleren Deckungsverhältnissen, wie z. B. Leistungsfähigkeit der Motorradfahrer erklären. Leider vermisst man aber auch bei den Zürich (Fr. 20.000.— im Einzelfall, Fr. 100.000.— im Ereignis, Fr. 5.000.— für Sachschaden) dürfte die sich ergebende Steigerung das richtige Verhältnis der Deckung im Leistungen der Motorradhaftpflichtversicherung ungefähr 10% der gegenwärtigen Jahresprämien ausmachen. Die Differenz wird Insbesondere wären für Motorräder mit So- Einzelfall zur Deckung im Unfallereignis. jedenfalls nicht so gross sein* dass sie imziussitz und Seitenwagen im Falle der Schädigung mehrerer Personen höhere Summen am Platze, da ja nicht nur Dritten, sondern auch den Insassen gegenüber, soweit es sich wenigstens nicht um Familienangehörige handelt, die Haftpflicht des Lenkers gedeckt gelten muss. Die wesentliche Erhöhung der Deckung für den Einzelfall ist, wie wir gesehen haben, unbedingt zu begrüssen. Der Gesetzgeber ergreift die Gelegenheit, aufbauend auf den kantonalen Gesetzesvorschriften, einen wirksamen Schutz der Verunfallten festzulegen. Durch hinreichend bemessene Versicherungssummen wird die Haftung des Mötörfahrzeug- -besitzers auch praktisch sichergestellt. Dies 1xäT"bei niedrigen Deckungsbeträgen, wie sie das Konkordat kennt, nicht zu. Heutzutage, wo der Besitz eines Motorfahrzeuges nicht mehr den finanziell tragfähigen Personen vorbehalten bleibt, ist dieser Umstand von nicht zu unterschätzender Bedeutung. In einem gewissen Sinne schützt und sichert die vorgesehene Regelung auch den Halter eines Motorfahrzeuges. Sie zwingt ihn, sich in vorsorglicher Weise gegen Schadenersatzansprüche ausreichend durch Versicherung zu decken. Die Möglichkeit, dass der Fahrzeughalter mangels ungenügender Deckung persönlich für einen Schadenfall eintreten muss, wird dadurch sehr gering. Uebermässig hohe Deckungssummen wären anderseits deshalb nicht zu empfehlen, weil sie die Begehrlichkeit des Geschädigten reizen und zur Zusprechung übersetzter Schadenersatzansprüche beitragen. Dieser letztere Einwand wäre auch gegenüber einer grosszügigen Lösung, eine Haftpflichtdekkung ohne Begrenzung durch bestimmte Summen festzulegen, nicht abzutun gewesen. Dagegen sprach auch die konstante Praxis unserer Versicherungsgesellschaften, welche in der Haftpflichtversicherung das System der unbegrenzten Deckung nicht kennen; es fehlten dafür aber auch die Voraussetzungen Heimat überkam die Heimatlose, und in in den kantonalen Gesetzen, die sich aus- ihren dunklen Wimpern glänzte eine Träne. «Was ist dir, Sonja? Warum freust du dich nicht? » nahmslos mit der Vorschrift minimaler Dekkungssummen begnügten. Schliesslich wäre noch der Selbstbehalt zu erwähnen. Er stellt die Quote dar, mit welcher sich der Versicherte an der zu leistenden Schadenzahlung zu beteiligen hat Im Vorentwurf ist der Selbstbehalt im Personenschadenfalle gänzlich fallen gelassen worden, und-wie wir glauben, mit Recht, obgleich bis heute die meisten Kantone an der Selbstbeteiligung von V 10 des Schadens, mindestens aber Fr. 100—, festhielten. Wenn auch die Selbstbeteiligung bis zu einem gewissen Grade als Antrieb zur Vorsicht gewirkt haben mag, so darf deren Bedeutung doch nicht überschätzt werden. Wichtiger scheint uns dagegen, dass den Versicherungsgesellschaften das Recht gewahrt bleibt, bei grober Fahrlässigkeit auf den Wagenlenker zurückzugreifen und ihn zur Dekkung des vergüteten Schadens heranzuziehen. Derart besteht doch die Möglichkeit, bei krassen Verstössen gegen die unerlässliche Vorsicht in der Führung eines Motorfahrzeuges in einer für den schuldhaften Lenker empfindlichen Weise, einzuschreiten. Im übrigen bleibt es Sache der Polizei und der Gerichte, Massnahmen zu finden, die wirklich geeignet sind, unkorrektes und verantwortungsloses Fahren zu verhindern. Dem Selbstbehalt von Fr. 100.—, den der Vorentwurf für Sachschadenfälle zulässt, stimmen wir zu, weil dadurch, wie in den Ausführungen zu Art. 41 zutreffend bemerkt ist, die Versicherungen davon befreit werden, sich mit der grossen Zahl von Bagatellschäden abzugeben. Da sich diese Regelung als Ermässigung der Sachschadenprämie auswirkt, wird sie erträglich sein. Im ganzen können, auch wenn wir unsere Einwendungen berücksichtigen, die im Entwurf enthaltenen Bestimmungen über die Versicherungssummen als befriedigende Lösung betrachtet werden. Gegenüber den heute in Kraft befindlichen kantonalen Vorschriften stellen sie durchgehend eine wesentliche Besserung dar, die von allen Seiten anerkannt werden muss und dem heute so verworrenen Zustande ein Ende bereiten mag. Dr. W. V. Akussfefilauiro^sn Zeltpunkt für Autoausstellungen. Ueber den geeigneten Zeitpunkt für Auto^ mobilausstellungen setzen sich zur Zeit die englischen Fachblätter auseinander. Alle sind darin einig, dass ein Automobilsalon Mitte Oktober als zu früh angesetzt bezeichnet werden muss, da er noch zu nahe an der Fahrsaison liege, welche bei günstiger Witterung bis Mitte Oktober andaure und dadurch die Sommerverkäufe stark beeinträchtigt werden. Das Publikum befürwortet die Abhaltung der Ausstellung im Januar, doch erklären anderseits die Fabrikanten, dass eine Abhaltung zu Beginn des Jahres als verspätet nicht in Frage komme, da die ' Produktion alsdann erst im März oder April in voller Entfaltung sei, während bereits Ende Februar anfangs März die Nachfrage für die bevorstehende Saison einsetze. Es wird deshalb vorgeschlagen, die Ausstellungen künftig Mitte oder Ende November anzusetzen, wie dies in früheren Jahren der Fall gewesen sei, womit den Interessen beider Teile am besten gedient wäre. Es haben auch Besprechungen zwischen den Fabrikanten und den Händlern stattgefunden, um sich über einen einheitlichen Zeitpunkt für die Bekanntgabe und den Verkauf der neuen Modelle zu einigen. Die Verhandlungen scheinen zu keinem Ziel geführt zu haben, da einzelne Produzenten bereits im letzten Monat ihre neuen Modelle auf - den' Markt gebracht haben. Diese frühzeitige Auflage der neuen Typen hat aber bei Händlern und Käufern zu Missstimmung geführt, indem sich einerseits die Käufer von alten Modellen, welche ihren Wagen noch in den Monaten Juni und Juli bezogen, benachteiligt fühlten, und anderseits die Händler, welche noch über einen gewissen Stock an letztjährigen Typen verfügten, auf grosse Schwierigkeiten stossen. diesen ohne Verlust noch rechtzeitig abzustossen. Der Vorschlag, die neuen Wagenmodelle erst auf die Ausstellung hin, welche im November stattzufinden hätte, auf den Markt zu bringen, würde es wohl am ehesten ermöglichen, die vielseitigen Kritiken zum Verstummen zu bringen. Auf alle Fälle weisen die führenden Fachblätter darauf hin, dass in dieser Angelegenheit unbedingt eine gemeinsame Richtlinie gefunden werden müsse, wenn verhindert werden soll, dass im nächsten Jahre einzelne Fabriken noch früher, also bereits im Juni oder Juli, mit neuen Modellen herauskommen und damit die Unsicherheit auf dem Markte noch entsprechend erhöht werde, ß T«»urasmiu!3B Zur Vereinheitlichung der Verkehrswerbung. Die Zentralkommission zur Vereinheitlichung der schweizer. Verkehrswerbung erliess an die Interessenten eine Rundfrage, um die Art der gemachten Propaganda und die Verwendung der zur Verfügung stehenden Mittel genau feststellen zu können. Die Übersicht der eingehenden Antworten wird es ermöglichen, eine Grundlage für die vorgesehene Rationalisierung auf dem Gebiet der Verkehrswerbung zu schaffen. Die Antworten werden bis zum 30. September erwartet und wird es der Kommission ermöglichen, den Beteiligten Vorschläge zu unterbreiten, um ihre Propaganda einem gemeinsamen und rationellen Werbungsplan einzuordnen, ß Haben Sie Ihre Aufnahmen bereitgelegt? Sie haben noch Zeit, weitere Aufnahmen zu machen, denn der Einsendetermin für unsern Photowettbewerb ist auf den 15. September angesetzt. Immerhin bitten wir Sie, dieses Datum nicht zu vergessen. Lesen Sie die Bedingungen noch einmal durch, die in der «Illustrierten Automobil-Revue » Nr. 3 und im « Autlet-Feierabend •» erschienen sind. Weitere Auskünfte erteilt gerne, die Redaktion unseres Blattes. Die Redaktiom

N» 73 - 1931 AUTOMOBIL-REVUE Sportnachrichten III. Bergprüfungsfahrt Kriens-Eigenthal Die durch den Ausfall des Klausenrennens, der St. Moritzer Automobilwoche und des Kilometer-Lance von Giubiasco stark dezimierte schweizerische Sportsaison dieses Jahres erfährt mit der Bereicherung durch das Kriens- Eigenthal-Rennen, organisiert von der Sektion Luzern des A. C. S., unter Mitwirkung des Motorsportclubs Luzern der U. M. S., einen ausserordentlich erfreulichen Abschluss. Die alle Erwartungen übersteigende Zahl von Nennungen belohnt die Organisatoren für das nicht geringe Wagnis, trotz der Krisenstimmung links und rechts, der in diesem Jahre bekanntlich eine grosse Reihe von Autosportveranstaltungen zum Opfer fielen, den Anlass voll Optimismus und Mut dennoch durchzuführen. Dem Organisationskomitee mit Sportpräsident Bartholomäi als Spiritus rector an der Spitze, das zusammen rund 150 Mitarbeiter zählt, muss im Namen aller schweizerischen Freunde des Motorsportes aufrichtig für seine grosse Leistung, die es unter den ungünstigsten Umständen zustande brachte, gratuliert werden. Möge der erfreuliche Ausgang der diesjährigen Sportsaison gleichzeitig zu einem guten Omen für den schweizerischen Autosport im nächsten Jahre werden! Die schweizerischen Sportfreunde werden es sich nicht nehmen lassen, am Sonntag au der Strecke Kriens-Eigenthal den scharfen Kämpfen des Rennens beizuwohnen. Dass der Anlass mit Spannungen und Ueberraschungen nicht geizen wird, das verrät schon die ausgezeichnete Meldeliste. Im ganzen werden rund 100 Motorfahrzeuge starten, tota 56 Motorräder und 43 Automobile. Die Rennstrecke befindet sich in ausgezeichnetem Zustande; sie führt von der Nagelschmiede Obernau (540 Meter hoch) über Hergiswald nach dem Eigenthal und weist bei einer Maximalsteigung von 14 Prozent und einer Höhendifferenz von 490 Meter eine Totallänge von 6,5 Kilometer auf. Sie stellt den Fahrern verschiedene knifflige Aufgaben. So finden sich Kurven, bei denen die Konkurrenten ihre ganze Sicherheit über 'die Maschine zu beweisen haben: diese Partien haben natürlich für das Publikum eine besondere Anziehungskraft. Das Rennen führt durch ein besonders reich mit landschaftlichen Schönheiten bedachtes Gebiet. Schon die Reize der Gegend allein werden manche Besucher nach der Strecke Kriens-Eigenthal locken. Zwischen den Pausen kennt der Besucher hier kaum Langeweile, denn bei schönem Wetter wird das Auge sich an dem Zauber der Voralpen-Landschaft, die jetzt im warmen Vorherbstlichte erstrahlt, kaum satt sehen können. Die Organisation für das Rennen klappt •Bis in alle Details tadellos. Wir haben bereits in früheren Nummern auch auf den Telephondienst hingewiesen, der ähnlich wie beim Grossen Preis der Motorräder in Bern durchgeführt wird; jeder Kommissär befindet sich während dem ganzen Rennen mit allen Kontrollpunkten' der Strecke entlang in Verbindung. Auf diese Weise ist die ganze Strecke bis in die kleinste Partie tadellos überwacht. Die Zufahrten zum Rennen dürfen nur über Kriens erfolgen. Der besonders organisierte Postendienst wird auch hier zur Zufriedenheit funktionieren. Das Training für das Rennen ist auf heute Freitag 13—16 Uhr und morgen Samstag 8—11 Uhr und 13—16 Uhr festgesetzt. Um 16 Uhr folgt am Samstag auf dem Schulhausplatze Kriens und beim Hotel «Pilatus», KTiens, die Abnahme der Fahrzeuge. Wer nicht am Rennball, organisiert vom Motorsportclub Luzern, in Kriens, teilzunehmen wünscht, wird sich gerne zu dem gemütlichen Rendez-vous für Gäste und Fahrer ab 21 Uhr im Stadthof garten in Luzern einfinden. Die Nennliste von runH 40 Farirern übertrifft selbst die kühnsten Erwartungen. Wohl alle bekannten Schweizerfahrer befinden sich in Kriens-Eigenthal am Start. Ausser der nationalen Elite wird das Rennen noch durch internationale Fahrer bereichert. Nicht weniger als fünf Nationen sind vertreten: Deutschland, Oesterreich, Italien, Frankreich und die Schweiz. Dass es sich dabei um international bekannte Vertreter handelt, ist selbstverständlich. Aus Deutschland kommt der internationale Fahrer Burggaller, ferner der vorzügliche Steinweg aus München; aus Oesterreich meldete sich der Meisterfahrer Frankl, aus Italien Graf Rusca und der Sieger des Rennens Aosta-Grosser St. Bernhard, Battaglia, ferner der Grand Prix-Fahrer Ralph aus Nizza. Man wird deshalb nicht, fehlgehen, wenn man behauptet, dass die Siegestrophäen des diesjährigen Kriens- Eigenthal-Rennens weitaus am härtesten umkämpft sind. Die Hoffnungen der Schweiz konzentrieren sich natürlich wiederum in erster Linie auf den Meisterfahrer Hans Stuber, der den gegenwärtigen Kriens-Eigenthal-Rekord inne hat. Die Organisatoren stehen noch mit dem bekannten deutschen Fahrer Rosenheim in aussichtsreichen Unterhandlungen. Im übrigen ist zu bemerken, dass auch unter den 56 Motorradfahrern viele bekannte Namen zu finden sind, die schönen Sport garantieren. Ein weiterer wichtiger Faktor für das Gelingen des Rennens, zugleich auch der un-Rennwagenberechenbarste, das Wetter, macht im Momente, da wir diese Zeilen schreiben, noch die unvermutetsten Kapriolen. Schöne Sonnenstunden voll milden Vorherbstglanzes wechseln mit böigen Regenschauern ab. Hoffen wir, dass dem Kriens-Eigenthal-Sonntag ein schöner Vorherbsttag beschieden ist, damit das Rennen sich auch von Seite des Publikums jenes Zuspruches erfreuen kann, den es in vollem Umfange verdient. bo. Das Programm vom Sonntag. 9 Uhr: Sperrung der Rennstrecke. 10 Uhr: Beginn des Rennens. 16 Uhr: Preisverteilung für die Motorräder im Hotel Pilatus in Kriens. 17 Uhr: Offizieller Empfang der Delegationen und Ehrengäste durch den Präsidenten der Sektion Luzern. Herrn Dr. O. Hübscher, im Hotel Qotthard, Luzern. 18 Uhr: Offizielles Bankett und Preisverteilung für Automobile im Hotel Gotthard in Luzern. Die Nennungen. Tourenwagen: Graf Rusca Mailand Frau Dold-TJster Zürich P. Müller Rheineck A. Scheibler Laupen ' Chrysler P. Walser St. Gallen L. Peter Zug A. Keller " Zürich H. Gübelin Zürich G. Guntern Brig Straumann Basel A. Muff Luzern I. Strittmatter Zug W. Schaffroth Zürich A. Frei Luzern „Rene" Lausanne T. Willy Luzern Alfa Romeo Bugatti Fiat Fiat Fiat Chrysler Chrysler Bugatti Talbot Chrysler Bugatti Alfa Romeo Biahchi Chrysler Ford Die grösseren Werte welche Im neuen FIRESTONE HIGH SPEED-Reifen enthalten sind, führten zu einer Leistungs-Verbesserung von 25-40% Zur Erfüllung der Wünsche nach grösserer Sicherheit gab Firestono seiner neuen Schöpfung: 26 % grösseren Schutz gegen Verletzungen 58% bessere Durchbiegefähigkeit der Gewebelagen 56% stärkere Bindung zwischen Lauffläche und Unterbau 25 % geringere Laufflächen- Abnützung Verlangen Sie von Ihrem Händler den neuen W. Herbst Luzern Martini Frl. Ortelli Luzern Chrysler Zwimpfer O. Zürich Chrysler-Imperial E. Meyer Bern Renault W. Klein Luzern Lancia-Lambda X. Heggli Kriens Fiat O. Küderli Zollikon Chrysler Schmid-Colliard Zürich Austro-Daimler Bigler Bern Austin Burgerhout Bern Chrysler Sportwagen: Burggaller Berlin Bugatti Matzig Luzern Bugatti Th. Wüly Luzern Ford W. Herbst Luzern Martini Dr. Karrer Zürich Bugatti E. Koch, jun. Luzern Fiat E. Gloggner Luzern Bugatti Battaglia G. Luino Alfa Romeo A. Iten Basel Ford-Special Th. Kündig Zürich Bugatti H. Kessler Zürich Amilcar R. Steinweg München Amilcar Markiewicz Genf Austin H. Stuber Frankl Frl. Münz Ralph Bern Wien Zürich Kizza Klasse Fahrer Tourenwagen: 1100 ccm Rouviere Scheibler Keller Klein Buttikoler Valadini 1500 ccm 2000 ccm 3000 ccm 5000 ccm 8000 ccm Sportwagen: 1100 ccm 1500 ccm 2000 ccm 3000 ccm 5000 ccm Engler Scheibler Lohner Favre Schlotterbeck über 8000 ccm Rosenstein Rennwagen: 500 ccm 1100 ccm 2000 ccm 3000 ccm Oesterreicher Rampinelli Stuber Stuck Marke Fiat Fiat Bignan Lancia Martini Packard Bugatti Bugatti Bugatti Bugatti Die Rekorde des Eigenthal-Rennens Derby Fiat Bugatti Alfa Romeo Stutz Mercedes-Benz D. K. W. Amilcar Bugatti Austro-Daimler Vor dem Grosskampftag in Monza 70 Meldungen! Zeiten 9.12,6 7.37,4 7.53,8 8.46,8 7.22,4 7.30,4 7.54,6 7.25,4 7.13,0 7.23,8 7.44,8 6.48,6 8.23,4 7.27,8 6.20,4 6.21,4 Mit dem Grossen Preis von Monza vom nächsten Sonntag, der als Ersatz für das auf den letzten Mai vorgeschobene Rennen um den Grossen Preis von Italien eingeschaltet wurde, wird die internationale Sportsaison ihre letzte derartig grosse Veranstaltung dieses Jahres erleben. Mit der gewaltigen Zahl von .70 Meldungen für ein Rennen aufzurükken, das erst, nachträglich als Ersatz ausgeschrieben wurde, bedeutet jedenfalls für die Organisatoren, die Societä Autodromo di Monza, einen schönen Erfolg, der auch finan- Die 6,86 Kilometer lange Rundstrecke-des Autodroms von Mooza;, auf der am nächsten öonnxaff der Grosse Preis von Italien ausgetragen wird. ziell sich angenehm auswirken wird. In Italien sind selbstverständlich die * Interessen für den Grosskampf in Monza wieder aufs höchste gestiegen, wieder sind die Siegeschancen Tagesgespräch in Cafes und auf der Strasse. Wie weit sich dieses Interesse auch volkswirtschaftlich auswirkt, mag dadurch angedeutet werden, dass die italienischen Bahnen im ganzen Lande für den Besuch des Rennens nur halbe Taxe verlangen. Der letzte Kampf um die italienische Automobilmeisterschaft ist eine nationale Angelegenheit erster Ordnung! Dass das Ausland dem Rennen in Monza ebenfalls grosse Aufmerksamkeit entgegenbringt, geht schon durch die grosse internationale Beteiligung hervor. Wie wir bereits früher angedeutet haSen, kam man bei der Wahl der Formel für das Rennen wieder auf die des Vorjahres zurück. Während der etwas eintönige Lauf der Zehnstundenrennen von Monza, Montlhe'ry und Spa dieses Jahres eher ermüden musste, wird das Rennen vom Sonntag wieder durch stete Abwechslung ausgezeichnet sein. Die gemeldeten Wagen sind nach ihren Zylinderinhalten in Kleinwagen bis 1100 ccm, in Gruppen bis 2000, bis 3000 und über 3000 ccm eingeteilt. Die Kleinwagen müssen für den Grossen Preis ihrer Klasse 20 Runden der 6,861 Kilometer langen Rundstrecke befahren (total 137,22 km), die einzelnen Gruppen je 14 Runden (96,054 km). Am Hoffnungslauf, der ebenfalls über 14 Runden geht, können sich der Fünfte, Sechste, Siebente und Achte jeder Gruppe nochmals beteiligen. Zum Endlauf über 35 Runden (240,135 km) werden je die ersten Vier der einzelnen Gruppenläufe und die drei Ersten des Hoffnungslaufes zugelassen. Diese Formel bürgt jedenfalls in ausgeprägtestem Masse für ständige Abwechslung und Spannung. Sie ist zudem von bemerkenswertem Entgegenkommen, indem sie in einem besonderen Hoffnungslauf Fahrern, die bei ersten Rennen Pech hatten, Gelegenheit zur Revanche bietet. Die Meldungen lassen wieder einen neuen scharfen Kampf zwischen Bugatti, Alfa Romeo und Maserati erwarten. Während die ersten beiden Fabrikationshäuser im Laufe dieses Jahres mit wechselndem Erfolg über die ganze Saison hin sich miteinander massen und auch der neue Ausgang in Monza durchaus ungewiss bleibt, hat Maserati dieses Jahr etwas unter einem unverschuldeten Pech zu leiden gehabt. Dies musste sich um so unangenehmer auswirken, als gerade letztes Jahr Maserati die Saison klar für sich ge«